Bauer Willi
Kommentare 49

Laborfleisch – ein Science-Talk

Wer sich dafür interessiert, kann sich hier ein Interview mit einer Forscherin an Laborfleisch ansehen. Ich habe es getan und fand es nicht wirklich weiterführend

https://www.swr.de/swr2/wissen/das-fleisch-der-zukunft-laborfleisch-petra-kluger-swr-science-talk-100.html

Da für Laborfleisch ja ein Ausgangsstoff benötigt wird, nachfolgend einige Links, die sich mit dem eher “unappetitlichen” Teil der Geschichte befassen: dem fötalen Kälberserum (FBS).

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8349753/#:~:text=Searching%20an%20alternative%20for%20FBS,immensely%20available%20invertebrate%20fluids%2C%20etc

Abstract

In der Vergangenheit wurden mehrere Ansätze vorgeschlagen und angewendet, aber keiner ist so weit verbreitet wie FBS, und jede Ergänzung hat ihre eigenen Nachteile. (…) Das Potenzial von vier verschiedenen alternativen Quellen für FBS, nämlich Rinderaugenflüssigkeit, Sericinprotein, menschliches Blutplättchenlysat und hitzeinaktivierte Zölomflüssigkeit von Regenwürmern, wurde bewertet. Abschließend präsentieren wir die konzeptionelle Perspektive unter Verwendung der Kombination aus menschlichem Blutplättchenlysat (HPL) und hitzeinaktivierter Zölomflüssigkeit (HI-CF) von Regenwürmern, um FBS und seinen Kontext in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen abzuwechseln.

Schlussfolgerungen

Anschließend könnte die umfassend verfügbare und reproduzierbare tierische Flüssigkeit von Wirbellosen ein potenzieller Kandidat für eine FBS Alternative sein. Obwohl der Regenwurm HI-CF über die Faktoren verfügt, die das Zellwachstum unterstützen, kann die Kombination von HPL und HI-CF das Potenzial haben, die Zellen in vitro anzuheften, zu vermehren und wachsen zu lassen. Die Aufbereitungsmethode verursacht keine Sterblichkeit bei Regenwürmern und kann den gleichen Wurm bis zum Ende seiner natürlichen Lebensdauer verwenden. Die einfache Vorbereitung und große Quellenverfügbarkeit ermöglichen uns eine kostengünstige Herstellung des HPL-(HI-CF). Es wird den Einsatz von FBS zumindest in der Grundlagenforschung reduzieren und auch wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen haben.

„Kälberserum“: Grausames Geschäft mit dem Blut ungeborener Kühe?

Fleischimitate: Erzeugung wirft viele Fragen auf

(Aufrufe 3.925 gesamt, 1 heute)

49 Kommentare

  1. Frank sagt

    Das mit dem Kälberserum ist ein eher minderes Problem, die Dystopie ist doch:
    “Soylent green ist Menschenfleisch”

  2. Ferkelhebamme sagt

    Wir begeben uns und eine groteske Abhängigkeit.
    Ich persönlich sehe einen drohenden Krieg mit all seiner Zerstörung als viel dringlicher bedrohlich als eine Klimakatastrophe. Meine Schnitzel wachsen zur Not auch ohne Strom

    8
  3. Christian Bothe sagt

    Mit solchem Sch…. wie Laborfleisch kann und sollte man sich gar nicht beschäftigen! Für mich ein absolutes No Go! Jeder gestandene und studierte Landwirt der Pflanzen-und Tierproduktion wird und sollte so etwas als momentanen Hype und Modeerscheinung ablehnen! Unsere Bauern können die Ernährung besser und gesünder händeln und das schon seit Jahrzehnten! Dazu braucht‘s kein synthetischen Fleisch oder ähnlichen Humbug!

    16
      • Limes sagt

        250 Regierungsmitarbeiter fliegen nach Doha zur Klimakonferenz! Jeder hat einen dicken Scheck für irgendwelche weltweiten Umweltprojekte in der Tasche das ist das eigentliche Thema. Können/wollen wir uns das noch leisten frei nach Mario Adorf in Kir Royal “Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld”.
        Wahrscheinlich will keiner der Reisenden auf die schöne Aufnahmen bei der Scheckübergabe verzichten kann man ja irgendwie verstehen.
        Interessant 60 Personen d.h fast jede(r) vierte kommt aus dem Auswärtigen Amt und 40 Bundeskanzleramt.

        7
    • Klaus V. Hornaff sagt

      Die Wissenschaft vom Laborfleisch –

      Nun, die Wissenschaft war auch meine Religion, allerdings als ich noch unmündig und noch ein Schulkind war. Seit 50 Jahren, wage ich nämlich. völlig angstfrei und selbstbewusst, selbst die kompliziertesten wissenschaftlichen Behauptungen zu hinterfragen. Beispielsweise 1973, die weltweite Tatsachenbehauptung der sogenannten Evolution, richtigerweise Charles Darwins Evolutionstheorie, von der er als der Erfinder selbst sagte, sie ist aber nur eine Hypothese. Die man aber trotzdem seit 1925, dem umstrittenen Scopes Affen-Prozess, weltweit in fast allen Schulen, Universitäten, Hochschulen und Publikationen als eine Tatsachenbehauptung bis zum heutigen Tag gelehrt hat. Das heißt, man hat die Evolution fast der ganzen Menschheit durch eine Vielzahl von Behauptungen glaubhaft gemacht. Sodass sowohl die Akademiker, als auch die wichtigsten Entscheidungsträger ein Leben lang von der Hypothese beeinflusst und befangen sind. Obwohl noch kein einziger Wissenschaftler oder Virologe die Evolution und vor einem ordentlichen Gericht beweisen konnte.

      3
      • Klaric sagt

        Interessant ist auch was natürlich ihre Argumentation unterstützt
        ist die Tatsache dass sie so wenig Daumen hoch gekriegt haben.
        das liegt eben daran dass sie ein religiöses Thema angeschnitten haben.
        und zeigt mehr oder weniger dass sie recht haben.
        wobei es natürlich noch ein paar Theorien gibt die nicht bewiesen sind aber trotzdem in der Gesellschaft als Konsens angesehen werden angesehen werden.

        2
      • Stadtmensch sagt

        “…völlig angstfrei und selbstbewusst, selbst die kompliziertesten wissenschaftlichen Behauptungen zu hinterfragen”

        Meister, es wäre wohl besser gewesen, der Ausbildung in der Schule etwas mehr Vertrauen zu schenken. Dann hätte es wenigstens für einen vernünftigen Satzbau gereicht.

        2
    • Klaric sagt

      natürlich können die Bauern das besser.
      aber heute haben wir noch den Luxus darüber zu diskutieren.
      in nächster Zeit wird man uns nur zwe Alternativen geben. auf der einen Seite eine Heuschrecke die uns mit ihren großen Augen anguckt. natürlich knusprig zubereitet. und auf der anderen Seite eine rote Masse die wie Fleisch aussieht und auch das Wort Fleisch beinhaltet.
      und dann wird die Frage sein welche Wahl wir treffen wenn man von einer Wahl sprechen kann.
      ich kann mir aber vorstellen wie diese Wahl ausgeht.

      1
      • Christian Bothe sagt

        Klarsicht.Ziemlich daneben,Ihr Kommentar! LW wird auch in Zukunft so betrieben werden wie bisher ! Ohne wenn und aber nur eben modern und noch effektiver, wie in den letzten Jahren auch schon! „Nachhaltiger“ sowieso, um noch dieses Schlagwort unserer Zeit unterzubringen…

        2
  4. Smarti sagt

    Immer wenn solche Forscher oder deren Geldgeber gefragt werden, warum sie künstlich Fleisch herstellen wollen, dann sprechen sie vom Klimawandel und wie schädlich die “Fleischindustrie” fürs Klima und die Umwelt ist. Abgesehen davon, dass dies so pauschal nicht stimmt – wie soll ein Reaktor mit Strom betrieben, mit Input von sehr weit her ( nix mit regional ) umweltfreundlicher sein. Da ist alles aus Edelstahl, mit sehr viel Energie und Chemie regelmässig desinfiziert und wohl auch viel Einmalplastik im Spiel. Niemals kommt das auch nur annähernd an die Kuh auf der Wiese, auch wenn sie im Stall etwas Energie verbraucht. Auch das Schwein im Stall verbraucht nicht so viel Trinkwasser aus der Leitung und bestimmt auch viel weniger Strom.
    Kunstfleisch wird also angeblich hergestellt, damit man sich weiterhin Spass mit dem Kreuzfahrtschiff leisten kann ?
    Es wäre doch so viel einfacher, künstliche Kreuzfahrtschiffsreisen anzubieten als Fleisch !
    Z.B. als Pauschalreise im Europapark – da sind die Restaurants, die vielen Leute in allen Nationalitäten, Attraktionen und Abwechslung, Spassbad, Palmen… alles schon da. Fehlen noch ein paar Sandstrände, die Bar mit Musik, Kinoleinwände mit schönen Landschaftsaufnahmen und fertig ist die künstliche Kreuzfahrt. Oder der Türkeiurlaub…

    19
      • Stadtmensch sagt

        Die amerikanische Kulturindustrie nervt total. Nur Blut, Geballer, stereotype Männlein- Weiblein Rollenbilder. Kann weg…

        Der Mensch ist nicht so, wie ihn einige wenige amerikanische Cis men zum Behufe der Profitmaximierung immerfort reproduzieren. Wissen wir alles schon mindestens seit “Die Theorie der Kulturindustrie” vom Großmeister

        War vor ein paar Tagen im https://www.landesmuseum-vorgeschichte.de/
        Die längste Zeit unserer Evolution haben wir uns gegenseitig aus der Patsche geholfen. Schwamm drüber.

        3
  5. Smarti sagt

    In Deutschland ist das schlachten von trächtigen Kühen zu Recht verboten. Stimmt dieser Artikel (ich glaube längst nicht mehr Alles was so geschrieben ist), dann wird dieses Serum von ungeborenen Kälbern industriell mit hunderttausenden Kälbern im Jahr hergestellt. Krass… da müssten ja riesige Rinderherden nur für dieses Produkt gezüchtet und dann auf den Punkt getötet werden. Wo ist das ? Was für Menschen produzieren für solche Schlachthöfe ? Bestimmt keine Landwirte mit Bezug zum Tier.
    Unabhängig davon frage ich mich immer ob dieses Produkt, so es dann mal serienreif und bezahlbar wird, überhaupt nachgefragt wird ? Wenn schon irgendwas im Labor künstlich hergestellt wird, warum nicht gleich kalorisch angepasst an das ( anzustrebende ) Gewicht, die Leber- und Entzündungswerte ? Hallo… es ist Laborpampe ! Da kann man sich ja gleich Kunstnahrung vom Arzt verordnen lassen.

    14
  6. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Reaktor-“Fleisch“ wird auf welcher Basis gezüchtet? – …Ähnlich unserer BIOGASANLAGEN findet da eine komplexe organische Umwandlung schlussendlich statt.

    Wer in dieser Thematik sich zu beachtenswerten Einschätzungen heute schon versteigen möchte, sollte sein persönliches Hintergrundwissen hierzu entsprechend fundiert vorweisen können.

    Eine notwendige Replik:

    Unsere von Experten förmlichst wimmelnde Wohlstandsgesellschaft wünscht KEINE Hochhaus-Fleischproduktion -lebendige Organismen- wie solche als industrielle Komplexe in China existent sind.

    Derzeit wird bei jeder Verbraucherumfrage aber leider auch unmissverständlich offenbar, dass die Masse der Verbraucher -der Bauern königlicher Kunde- heute jeden einzelnen Euro in ihren privaten Haushaltskassen mehrfach umdrehen müssen, viele sogar im Centbereich einem solchen persönlichen Haushalts-Spardiktat mit nicht selten umfangreicher Streichliste unterliegen.

    Im Vordergrund steht damit absolut mithin der Einkaufspreis in den Discounterregalen und hernach kommt sehr lange nichts.
    Eine unverkennbare Schizophrenie in unserer Gesellschaft widerspiegelt, dass laut derselben das TIERWOHL an erster Stelle rangieren muss. Genau eben dieses verteuert die aktuelle Produktion in einer Art und Weise, wo eben die damit unumstösslich abbedungenen Erfordernisse vom jeweiligen Tierhalter finanziell kaum mehr leistbar sind – 40%, heute eher um die 50% des Zeitaufwandes, Tendenz steigend, auf den Höfen wird mittlerweile nicht mehr entlohnt, die Zeit für Kontrollen und Dokumentationen ist selbstredend lückenlos für quasi umme zu erfüllen.

    …Und da wären wir demgegenüber jetzt angelangt bei eben dem gigantischen Vorteil einer Produktion von Reaktor-“Fleisch“. – Mit eine als der unter „natürlichster Haltungsform“ standardisierten Weidehaltung wird man in vielen Regionen stallpflichtig spätestens in den Wintermonaten, über Jahrhunderte dort sodann in Anbindehaltung gepflegt. Das ist jetzt agrarpolitisch endgültig ad absurdum geführt, gelistet heute abwertend unter „Tierqualzuchthaltung“.

    Viele dieser Vierbeiner, insbesondere im Umfeld unserer heimischen Urlaubsidyllen, werden deshalb wohl im kommenden Jahr „kopflos“ werden.

    Die zweite Spezies unserer aufopferungsvollen Landschaftspfleger (Schafe, Ziegen, Dammwild, Alpacas u.a.) stehen auf dem Speiseprogramm von unserem politisch liebkosten Isegrim. Ein einziges Wolfspaar in Spessart und Rhön im Umkreis von 60 Kilometern bedient den eigenen Speiseplan höchst effizient, sie greifen genüsslich ab, was auf den Weiden vorzufinden ist: Nur ein beherzter Sprung über die Zäune und das Bäuchlein ist übersatt,…mit keinen Wackersteinen schwer belastet.

    Gesundes natürliches Fleisch ist mithin erheblich bedroht von allen Seiten – Manna fällt als solches nicht vom Himmel, also brauchen wir mithin alternative Eiweißquellen.

    Was wir nach wie vor ausblenden ist die Gegebenheit, dass wir schleunigst alternative Nutzungsformen für unser Dauergrünland benötigen.

    Hier schließt sich der Kreis _ Kunstfleisch wird kommen, früher oder später; und keiner weiß das heute schon besser als das gemeine tumbe, stets anpassungsfähige kleine Bäuerlein…

    Der Gemüseanbau mutiert bei uns zu einem ausladenden Problemfeld. – Wer dieser Tage die Gazetten durchforstet hat, weiß, dass wir die heimische Versorgung aktuell aus dem weltweit größten Trockenstandort -Spanien- importieren. Die Bauern hierzulande passen so weit es uns agrarpolitisch gestattet ist -der grünen Schreibtischdiktatur sei es gedankt- auf unsere Wasservorräte auf, in Spanien und Holland ist man da sehr schmerzbefreit unterwegs.

    Das ganze ist an Scheinheiligkeit kaum mehr zu toppen. – Da können wir auch auf In-vitro-Kunstfleisch alle Karten setzen wollen.

    Vielleicht definiert in Bälde die Tatsache „der Mensch ist, was er isst“ unsere Wissenschaft ganz neu!? Der menschliche Organismus wird sich zu dem fortentwickeln (müssen), was ihm im eigenen Futternapf vor die Nase geknallt wird. Verhungern ist schließlich dann doch keine Alternative!!!

    17
    • Reinhard Seevers sagt

      WW, ich sehe auch lediglich eine heuchlerische westliche Gesellschaft, in der sich Einzelne, die sich zur Weltrettung aufgeschwungen haben, sich die Taschen voll machen wollen.
      Mit dem Argument des Bevölkerungswachtums und der Klimakatastrophe wird für alternative Ernährungsformen geworben.
      Wenn man sich allein Afrika und Südamerika anschaut und sich nur mal versucht vorzustellen, was dort erzeugt werden könnte, wenn Eigentum, Kapital und Bildung fair an die Menschen verteilt wäre, dann müssten wir uns keine Sorgen machen. Da die westlichen Industriestaaten daran aus vielerlei Gründen aber kein Interesse haben, bleibt alles, wie es ist und man beklagt lediglich ganz laut, wie ungerecht die Welt ist, und welchen Weg wir zu gehen haben, damit uns unsere Schuld vergeben wird.
      Wir bleiben Spielball einer kapitalgesteuerten Elite und unterstützen das auch noch, in dem wir uns Schuldbeladen zu einer künstlich erzeugten Ernährung treiben lassen…ohne mich!

      15
      • Smarti sagt

        Herr Seevers, Sie/wir müssen das ja nicht essen – es reicht schliesslich, wenn Sie/wir dies mit Steuergeldern bezahlen. Es wird immer weniger “richtiges Fleisch am Stück” gekauft – wer kann das überhaupt noch zubereiten dass es schmeckt ? Wer will unter der Woche oder in der Kantine so viel Geld ausgeben ? Es werden Wurstwaren und Hackfleischprodukte, evtl. noch Nuggets und Pizzaschinken gekauft… aber die Forscher tüfteln am richtigen Biss vom Steak ? Rausgeschmissenes Geld, wie so oft.

        2
    • Danke für de interessanten Link, Christoph.Muss ich überlesen habe, weil ich mich so über die Dreistigkeit der Regierung iin Sachen Haushalt geärgert habe.
      Auf die bekannten 3 Herren können wir wohl verzichten, aber nicht auf solch innovative Unternehmer. Es ist auch kein Geheimnis, dass in Asien die Forschung und Entwicklung von ” Reaktorfleisch” intensiv vorangetrieben wird. Aus naheliegenden Gründen.
      Und wir sollten uns anstrengen, nicht auch dieses Segment den Chinesen zu überlassen. Und wir haben durchaus Standortvorteile, Kapital und auch human capital .

      3
  7. Marian E. Finger sagt

    Gene miteinander vermanschen, das findet ihr hier doch absolut toll und notwendig. In euren Augen ist jeder rückständig und ideologisch verblendet, der Gene nicht miteinander vermanschen will.

    Dann wieder findet ihr es absolut “unappetitlich” und “shit”, wenn Rinderaugenflüssigkeit und Blutplättchen miteinander vermanscht werden. Wieso eigentlich?

    Wieso ist “Gene vermanschen” so viel besser als “Nährstoffe vermanschen”?

    1
    • Reinhard Seevers sagt

      Verstehe deinen Beitrag nicht….ist hier schon ein Fürsprecher für Vermanschen aufgetaucht?

      3
      • Marian E. Finger sagt

        Alle hier sind offenbar gegen Laborfleisch, also gegen das Vermanschen von Nährstoffen. Die messen halt alle mit zweierlei Maß. Und das ergibt sich vermutlich daraus, dass der hier mitkommentierende Landwirt beim Gedanken ans Vermanschen von Genen das Geld in seiner Kasse klingeln hört, während er beim Gedanken ans Vermanschen von Nährstoffen (=Laborfleisch) das Geld in nicht-landwirtschaftlichen Kassen klingeln hört. Also geht es, genau genommen, doch nur darum, wo wieviel klingelt und weder um Gesundheit noch Geschmack noch Umwelt/Natur oder Appetit.

        1
        • Reinhard Seevers sagt

          ….es geht IMMER um Geld, hatte ich doch unten bereits geschrieben. Die Frage ist aber, ob eine Resilienz der Nahrungserzeugung in Händen einer großen Zahl von Vermanschern (Deine Lesart) liegen soll, oder in ganz wenigen industriellen Händen.
          Wer die Nahrungserzeugung sowieso als “egal von wem” sieht, dem kann es wirklich egal sein…bis zu dem Zeitpunkt, wo er von seinem Versorger allein gelassen wird.

          6
        • sonnenblume sagt

          Bisher dachte man doch, dass Fleisch einen bestimmten Mehrwert hat. Ohne jetzt den Salat, den Apfel, oder Getreide als minder einzustufen, aber wenn es aus dem Reaktor kommt, dann kann ich da keinen Mehrwert mehr erkennen. Also macht es auch kein Problem das Produkt wie alles andere auch, in der Tonne zu entsorgen.
          Warum dann soviel Tamtam um diese Sache. Dann können wir auch gleich auf Vitamintabletten mit Sattmacher, oder sonst was umstellen. Spart für den Bürger sogar noch Energie und Zeit.

          3
          • Reinhard Seevers sagt

            “Dann können wir auch gleich auf Vitamintabletten mit Sattmacher, oder sonst was umstellen. Spart für den Bürger sogar noch Energie und Zeit.”

            Genauso! Das ist doch auch das Ziel: Soylent green!

            8
        • Stadtmensch sagt

          “Also geht es, genau genommen, doch nur darum, wo wieviel klingelt und weder um Gesundheit noch Geschmack noch Umwelt/Natur oder Appetit.”

          Wenn man “Laborfleisch” mit dem gleichen Nährwert wie bei echtem Fleisch herstellen kann und dafür unterm Strich weniger fossile Energie in Form von Tier- Dünger- Futtertransporten erforderlich ist, sollte man es zunächst parallel etablieren. Bis die Frage geklärt ist, wie man den fehlenden Wirtschaftsdünger, der wohl sehr wichtig für die Bodengesundheit ist, ersetzt. Zumindest meine unmaßgebliche Meinung.

          2
          • sonnenblume sagt

            Nimm doch tatsächlich die Tabletten. Dann braucht man auch keine Pflanzen mehr.
            Wir legen auf allen Flächen Wald, Heide, Moore und Blumenwiesen an und alle sind glücklich und zufrieden.
            Warum die vielen Umwege. Muss sich auch niemand mehr über die verschiedenen Ernährungsgewohnheiten aufregen.
            Man muss nur aufpassen, dass uns nicht der Hahn zugedreht wird. Dann könnte es ungemütlich werden. Aber die Sorge steht ja nicht zur Debatte. Sonst würde man heut schon so einiges anders regeln.

            3
            • Stadtmensch sagt

              Tablettennahrung ist erst das übernächste Forschungsfeld auf dem Weg zur Transformation des Menschen in einen Androiden.

              Das dürfte viel schwieriger sein, die Symbiose mit zehn Prozent Fremdorganismen loszuwerden, die ja nicht nur zur Nährstoffextraktion in uns leben.

              Forschende wollen auch morgen noch beschäftigt sein – und zwar ausdrücklich nicht mit “echter systemrelevanter Arbeit” – sondern mit interessanten neuen Dingen.

            • Reinhard Seevers sagt

              Es ist doch augenscheinlich Sonneblume, dass man den westlich sozialisierten Menschen mit bullshit, der eine ethisch-moralische Aufladung erfährt, das Geld aus der Tasche ziehen kann.
              Die orientalischen Kulturen würden sich so einen Mist nicht andrehen lassen. Stattdessen kommen unsere start-ups mit Ideen daher aus aisatischen Pilz- und Fermentationsküchen, die dort seit Jahrtausenden betrieben werden und nie Einzug in unsere Kultur hatten. Heute aber wird so getan, als ob diese Kulturen schon immer die Lösung parat hatten….die würden komischerweise nie Schweinebraten mit Sauerkraut essen. Bei uns finden sich aber schon seit der Hippie-Zeit Menschen, die die Lösung ihrer Probleme in Yoga und Kombucha finden.

              2
              • sonnenblume sagt

                Die eigene Kultur!!!!!!!!! Wo wird denn der Wert unserer Kultur noch anerkannt? Alles andere wird anerkannt und in den Himmel gelobt, aber das was sich hier entwickelt hat, hat doch keinen Wert mehr.
                Warum? Doch nur, weil sich die Menschen derart beeinflussen lassen. Und zwar von denen, die am Wandel einen Haufen Geld verdienen. Und warum lassen sich die Menschen so umkrempeln?
                Man war immer vorne weg mit der Entwicklung. Aufgeschlossen, modern, an erster Stelle. Das will man nicht aufgeben.
                Wer alt sinnvolles, althergebrachtes in Ehren gehalten hat wurde doch schnell als ewig gestriger und zurück geblieben betrachtet.
                Heute merken sie dabei nicht mal mehr, dass sie ihre eigene Identität verlieren und quasi eine Nullnummer werden. Solchen Leuten kann man alles verkaufen. Und sie empfinden sich immer noch als Nabel der Welt und am puls der Zeit.

                6
          • Smarti sagt

            Stadtmensch, das Laborfleisch wächst aber auch nicht von Luft und Liebe – irgend was braucht es zum futtern, und das muss wohl auf Feldern hergestellt werden (denn ich gehe nicht davon aus, dass kein Mensch es noch essen würden, wenn der Grundstoff direkt aus dem Klärwerk geliefert werden sollte). Deshalb würden auch die Transportkilometer steigen. Jetzt kommt das Meiste Futter vom eigenen Hof, nur wenig wird geliefert, auch viel Dünger wird selbst produziert und der Schlachthof ist nicht weit entfernt.
            Bei industrieller Laborfleischproduktion ( wird nicht in Deutschland gebaut werden, wegen Vorschriften, Gewerkschaften, Löhnen… ) wird Alles hin – und wieder wegtransportiert werden… das sind zig- mal mehr Transportkilometer.
            Niemand weiss so genau, welche Tiere genau in italienischer Salami drin sind. Was da wohl Allem im ( indischen ? ) Laborfleisch steckt ?

            2
    • Womay sagt

      Viele denken es ist gesünder und preiswerter, solche kleinen Gruppierungen sind einfach nur verblödet und folgen dem was man ihn online auf den Tisch serviert.

      1
  8. Reinhard Seevers sagt

    Es ist doch bezeichnend, dass die Idee zum industriell hergestellten Fleisch wiedereinmal aus den westlichen kapitalgesteuerten Nationen kommt. Der Markt ist der reiche Industriebürger. Der Vorwand, die Menschheit ernähren zu wollen, ist ein vorgeschobenes Verkaufsargument. Money makes the world go around….nichts anderes. Und wir steigen wieder einmal drauf ein, weil der moralische Aspekt des u.a. “terleidfrei” in unseren Gesellschaften verfängt.

    10
    • Das ist genau das Gegenteil von der Geschichte des Grundwasserbrotes.

      Jetzt haben wir Schnellbackbrot auf dem Markt, dessen Herstellung mehr Backeiweiss braucht, also ein Markt für reiche Industriebürger.
      Ergibt aber mehr N im Grundwasser.
      (Ja, die Bauern sind Schuld und die Industriebürger lachen sich ins Fäustchen)

      Backt man das Brot Handwerklich mit einer langen Teigführung, ist es gesünder, weil es den Menschen besser bekommt und man braucht weniger Eiweiß uns somit weniger N als Dünger, im Backmehl.

      Es ist somit auch viel umweltfreundlicher.

      Wie unökologisch ist das Laborfleisch?

    • Stadtmensch sagt

      “Es ist doch bezeichnend, dass die Idee zum industriell hergestellten Fleisch wiedereinmal aus den westlichen kapitalgesteuerten Nationen kommt.”

      Bin mal gespannt, welche Impulse demnächst aus einer östlich dominierten Weltwirtschaft kommen. Überholen ohne einzuholen sach ich nur. Vielleicht klappts ja im zweiten Anlauf, die christlich, abendländliche, masochistische, sozialdarwinistische Missionierungskultur loszuwerden! schnellduck…

      1
      • Frank sagt

        “welche Impulse demnächst aus einer östlich dominierten Weltwirtschaft kommen”
        Die Impulse sind längst da und treffen uns dauernd, haben unsere Welt schon verändert. (Nicht ganz neu aber immer noch interessant, wie das vonstatten ging “Die Welt ist flach” von Thomas L. Friedmann)
        Ich bin mir sicher, dass man auch nicht mehr allzulang warten muss, auf das große Ding aus dem Osten.
        Es kann auf Dauer nicht ohne Folgen bleiben, dass in China z.B. 20 Mio. Leute und in Indien 35 Mio. studieren.
        Sogar wenn da struktur- oder systembedingt nur wenige davon richtig durchstarten (wie ja im “Westen” auch), es wird passieren, eher morgen als übermorgen.

        1
  9. Joachim Pehle sagt

    Nennen wir es doch bitte Reaktorfleisch. Bei ihm gilt: Shit in, shit out,- denn es hat im Gegensatz zum (Nutz-)Tier kein geniales Immunsystem.

    10
  10. Frikadellen piet 45 sagt

    guten Morgen also haben wir nicht wirklich eine Alternative genau wie bei der Stromproduktion überall tolle Ideen die aber keine wirkliche Lösung versprechen also sollte man wirklich überlegen ob die Politik oder unsere Gedanken die richtigen sind

    4

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert