Bauer Willi
Kommentare 38

Ich hab da mal ne Frage: Zukunft Ackerbau

Danke an alle, die sich so viele Gedanken gemacht haben, wie die Zukunft der Tierhaltung aussehen könnte. Im Blog und bei Facebook gab es über 150 (!) Antworten. Jetzt möchte ich gerne von euch wissen, wie ihr euch die Zukunft des Ackerbau in 10 oder 20 Jahren vorstellt.

Werden die Felder tatsächlich von kleinen Robotern bewirtschaftet? Werden wir zielgenau die Unkräuter mit Laser bekämpfen? Oder machen wir in Deutschland in 2030 nur noch in Bio-Landbau? Wie sind die Agrarstrukturen? Wie groß sind die Betriebe in 10 oder 20 Jahren? Wem gehören die Felder? Und welche Kulturen werden angebaut?

So, jetzt habe ich euch genug Fragen gestellt. Ich freue mich auf eure kreativen Antworten.

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38 Kommentare

  1. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Lieber „Bauer“ Willi, Ihr Relativieren bzw. Ignorieren mancher Aussagen meinerseits irritiert mich doch erheblich.

    Einerseits möchten Sie „verbindliche“ Langzeitprognosen über eine Bauerngeneration hinaus für unseren Ackerbau erstellen, um sich dann isoliert nur einzelnen, für Sie ausschlaggebenden Segmenten innerhalb dieser Wertschöpfungskette widmen zu wollen!? Nennt man so etwas nicht vielleicht sogar Tunnelblick!? – Nach Ihren eigenen Aussagen ist Ihr neues Buch an die Verbraucher gewandt- die Gegenwart, ein desaströs verheerender IST-ZUSTAND sei bei einer solchen Betrachtungsweise vollkommen irrelevant!? Hmmh, —ändert sich nichts, gibt’s dann überhaupt eine „Zukunft“, die man noch hinterfragen kann!?

    Sie erwecken bei mir den Eindruck, meinen Kommentar nur randständig „überflogen“ zu haben:

    Ist Ihnen die Brisanz der Stunde im Eigentlichen nicht bewusst, dass des Bauern wichtigster Faktor „BODEN“ mittlerweile quasi schon hinter dem „WETTER“ einzuordnen ist!?

    Meine stark vereinfachten Ausführungen zum Thema „Erdrotation“ – vernachlässigbar!?

    Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn Ihr neues Buch weit eher ein weiterer themenbezogen oberflächlicher Auflagenrenner für deutsche Verbraucher werden soll, bedarf es doch wahrlich keines geistigen Tiefgangs seitens der Bauern. MAINSTREAM-DENKEN ist mithin gefordert als priorisiertes Auflagenmerkmal. Das wird also kein Nachschlagewerk für uns Bauern.

    Mannigfaltige „Mainstream-Prints“ haben wir Bauern leider bereits zur Genüge und das in einer überflüssigen Vielfalt, die noch sehr viele Bauernschicksale kosten wird.

    Weit mehr hätte ich mich gefreut, wenn Sie sich als „AUGENÖFFNER“ positioniert hätten. So wird’s wohl aber weit eher unsere vor- und nachgelagerte Agrarindustrie erfreuen und deren überaus gut funktionierende Geschäftsmodelle beflügeln – ob nun von Ihnen beabsichtigt oder auch nicht. – Schade!

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  2. Obstbäuerin sagt

    Von chinesischen Wissenschaftlern wird eine gezielte Schädlingsbekämpfung durch eine Behandlung mit besonderen UV-Strahlen entwickelt. Diese ist durch Veränderung der Wellenlängen auch gegen Pilzinfektionen wirksam. Für die Verbesserung der Humusgehalte im Boden konnten japanische Wissenschaftler geeignete Bakterienstämme von Algen vermehren, die ab 2030 weltweit eingesetzt werden. Eine umweltschonende Düngung ist dann möglich, weil Wissenschaftler in Afrika eine hocheffektive Methode zur Umwandlung von Abfällen in Düngemittel entwickelt haben. Dabei werden besonders wichtige Elemente wie Phosphor, Kali, Stickstoff oder Magnesium rückgewonnen. Damit hat sich die zunehmende ideologische Spaltung der Landwirtschaft quasi aufgehoben und es gibt nur noch eine Landwirtschaft für alle. 🙂🙂🙂

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    • Smarti sagt

      Wurzelwicht und Friedrich sagen es ja deutlich. Erst sind die Bauern ( laut Bevölkerungsmehrheit ) selber Schuld weil sie „viel zu viel“ produzieren, einen Monat später dann sind sie Schuld weil sie das Falsche oder zuwenig machen. Masken, Impfstoff, Getreide… es bleibt spannend.

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  3. Smarti sagt

    Ich stelle mir vor, dass in Zukunft Land, sowohl Acker als auch Grünland im Preis weiter kontinuierlich steigt. Es gibt sowohl die ganz grossen ( Geldanlagen, aber auch gute Arbeitgeber ), die mittleren als auch die kleinen Nischenbetriebe, die sich halten können. Hacken und Schädlingsbekämpfung werden von kleinen elektrischen Geräten ( Roboter mit unglaublich präziser Elektronik ) im Schwarm erledigt. Diese Geräte gehören den Maschinenringen oder dem Lohnunternehmer und werden nach Bedarf/ Plan reihum in den benachbarten Betrieben eingesetzt.
    Die meisten Betriebe erzeugen nicht nur Nahrung, sondern auch Futtermittel, Strom oder andere Energie, welche einfach lagerbar ist. Ich habe von Eisen gehört, das „verbrannt“ werden kann ? leicht transportiert, ungiftig und sich nicht aufbraucht, sondern quasi im Endloskreislauf ist.
    Da die Meere nicht mehr befischt werden dürfen/können, sind Fischzucht und Zucht von Futtertieren, z.B. Mehlwürmern neue Betriebsformen. Auch da braucht es viel Energie vom Acker ( warmes Wasser…).
    Intensiv bewirtschaftete Flächen ( vom Robi gepflegt, teils mit Untersaat, teils mit Mulch als Wasserspeicher ) wechseln sich recht kleinteilig ab mit Ausgleichsflächen ( Wald, Blumenwiesen, Biotope, Obstbäume, auch grosse Teiche als Wasserspeicher ) welche teils von den NGOs „bezahlt“ werden :), teils vom Staat.
    Da alle Ackererzeugnisse in Echtzeit und für alle sichtbar auf dem virtuellen Bauernmarkt gehandelt werden können und die Landwirte es verstanden haben, grosse Rohstofflager bereitzustellen wird kein Kilo Getreide mehr unter Erzeugungskosten abgegeben.
    Weltweit wird der Wassermangel zunehmend ein grosses Problem. Um einer Hungersnot / Völkerwanderung zu begegnen, sind übrall in Deutschland grosse Getreidelager angelegt, welche von der EU bezahlt/unterhalten werden. Wo jetzt bei Tierhaltern noch gut eine Jahresernte als Futtervorrat reicht, sind es in zwanzig Jahren drei Jahresernten Reserve.
    Anstatt wie jetzt auf dem gemeinsamen Antrag wird es eine zentrale – aber für jeden Landwirt einsehbare`! Stelle geben, wo die Ackerfruchtplanung für Verkaufsware eingegeben wird. Ist dann eine bestimmte Obergrenze erreicht, wird neu verhandelt. Da ein beträchtlicher Teil der Ernte als „erneuerbare Energie“ direkt auf dem Hof verbraucht wird, gibt es aber keine grossen Überschüsse mehr.
    Die grossen Städte breiten sich weiter ins Umland aus, Selbstversorgergärten, Solawis etc. sind als sinnstiftende Freizeitbeschäftigung immer mehr in Mode.
    Ferienwohnungen und Zweitwohnungen für Familien auf dem Hof – zusammen mit der kleinteiligen Acker – Naturwirtschaft passt es sehr gut zusammen.
    Immer mehr Leute leben nicht mehr an einem bestimmten Ort, sondern sie ziehen mit dem Wohnmobil umher. Dafür vermieten Landwirte tageweise speziell gepflegte Wiesen.

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    • Paulus sagt

      Ach Smarti, deine Vorschläge oder Visionen sind ja durchaus sympatisch, leider viel zu umfangreich um darauf im Einzelnen einzugehen.
      Die kleinen elektrischen Geräte sind bis dato, bis auf einige Ausnahmen, immer noch mehr oder weniger Experimentalfuzzis. Für Ingenieure ist das sozusagen der Labormaßstab. Es wird schon längst über richtig große und viel leistungsfähigere automatisierte Maschinen nachgedacht. Erst damit lässt sich Geld verdienen.
      Die Sache mit dem Eisen, dass sich nie aufbraucht lasse ich mal umkommentiert. 😉
      Zu den großen Städten hätte ich noch etwas zu sagen. In Köln gibt es ein recht großes ehem. Brauereigelände, auf dem wird „urban gardening“ betrieben. Ich bin dort mal vorbeigefahren um mir das anzusehen. Das war so eine Mischung aus Abenteuer- oder Bauspielplatz und Müllkippe für ausrangiertes Mobiliar und alles Mögliche. Ich gehe davon aus, dass die Linksgrünen dort, nach Beendigung ihrer „sinnstiftenden“ Freizeitbeschäftigung gezwungen sind ihr Abendessen im Aldi einkaufen.
      Die Geschichte mit den Ferienwohnungen kenne ich schon seit meiner Jugend. Nahezu alle Bauern die aufgegeben hatten, haben ihre schmucken Fachwerkbauten für den „Fremdenverkehr“ (eine schlimmere Bezeichnung kann ich mir gar nicht vorstellen) umgebaut und bis zum geht nicht mehr mit Folklore verkitscht. Und jetzt kommt die Wahrheit: Die Gästezahlen sind rückläufig. Junge Familien findet man dort kaum noch.
      Die wenigen Gäste sind schon etwas älter und einschl. der Gastronomen beklagen sie sich darüber, dass es nur noch Weihnachtsbaumplantagen gibt und auf dem Grünland keine Kühe mehr stehen. Die gehören zum Land-Feeling nun mal dazu. Auf die Leute mit den motorisierten Zigeunerwagen verzichten die herzlich gerne, die kaufen ihren Fraß im Aldi, lassen kein Geld in der Gastronomie und hinterlassen nur ihren Müll. Ist alles nicht das Gelbe von Ei.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        “ Das war so eine Mischung aus Abenteuer- oder Bauspielplatz und Müllkippe für ausrangiertes Mobiliar und alles Mögliche. Ich gehe davon aus, dass die Linksgrünen dort, nach Beendigung ihrer „sinnstiftenden“ Freizeitbeschäftigung gezwungen sind ihr Abendessen im Aldi einkaufen.“

        Was für ein vernichtetes Urteil.
        Das soll doch die Zukunft sein, liest man doch überall.😉

        Mit den Urlaubsgästen hast schon Recht, Weihnachtsbaumplantagen möchten die nicht sehen, sondern gepflegte Wiesen. Mit einem Streichelzoo kommen auch Kinder.
        Übernachtungsplätze für Wohnmobile können durchaus lukrativ sein, dass die den Hofladen leerkaufen glaube ich auch nicht.

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  4. Christian Bothe sagt

    Spontan fällt mir da ein Interview mit einem kanadischen Inuit Stammesführer ein, der auf die Frage wie mit der Klimaerwärmung umzugehen ist, antwortete das wir damit leben und uns anpassen müssen. Warm-und Kaltzeiten gab’s schon immer wie seine Urväter über Generationen hinweg berichteten. Auch habe ich die Phänotyp-Umwelt-Interaktion, ein viel diskutiertes Thema schon zu meinen Studienzeiten vor Augen. Genau das scheint mir auch für die Pflanzenproduktion heute und in den nächsten Jahren wichtig, insbesondere unter klimatologischen Aspekten. Nur eine Intensivierung des Pflanzenbaus und damit verbunden die Steigerung der Hektarerträge wird die Ernährung der Weltbevölkerung und auch von uns Deutschen sichern, gerade auch unter den Bedingungen des Rückganges der Ackerfläche /Erdenbürger( sh. mein Beitrag von gestern). Das muß konventionell und in Großbetrieben erfolgen örtlich bedingt auch in Klein-und Biobetrieben. FAO und OECD gehen davon aus, das die Agrarproduktion bis 2050 um 50% im Vgl. zu 2015 und damit die nahrungsfähige Biomasse um 30% gesteigert werden muß, um die 9,5 Milliarden Menschen zu ernähren. Dazu werden wir erhebliche Mengen an CO2 verbrauchen. Die Versorgung mit Wasser für das Pflanzenwachstum vorausgesetzt! Neue Getreidesorten, der Sojabohnenanbau, Hackfrüchte, die Nutzung von Crispr/Cas und der grünen Genetik sind die Herausforderungen für die nächsten Jahre, um Merkmale wie Trocken -und Krankheitsresistenz in den Pflanzenbau zu integrieren. Auch sollte man die Grasvermehrung und deren Bedeutung als Basis für den Futterbau nicht vergessen. PSM, anorganische und organische Düngung werden weiter eine wichtige Rolle für ein hohes Ertragspotential sein. Das gilt auch für eventuelle Verlängerung von Vegetationszeiten durch Global warming. Der ökologische Landbau wird weiter ein Nischendasein führen, da er in keiner Weise die Naturalerträge von konventionellen Betrieben erreicht und erreichen wird. Was die Technik betrifft, sind wir mit Precision-,Smart- und Digital farming auf dem Weg in die LW 4.0. Roboter werden die Feldarbeit verfeinern können. Auch wenn es momentan nicht so aussieht, setze ich weiter auf Landmaschinen mit Verbrennungsmotor und Erzeugung von deren Kraftstoffen wie Bioäthanol, Rapsöl Biodiesel + (E-Fuels) im eigenen Betrieb sowie den anfallenden Nebenprodukten für die Tierernährung. Im Übrigen bin ich der Meinung, das der Green Deal in der EU bis 2030/50 wenig Zukunft hat und der deutschen LW und deren Entwicklung massiv schadet. Andere Länder werden einspringen, um Deutschland und die EU mit Agrarprodukten zu versorgen.

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  5. Friedrich sagt

    Paulus

    Gut zu wissen , aber wir sind ja erst am Anfang. Will hoffen , daß du recht behälst , denn bei diesen polit. Vertretern ist alles möglich. Mein Vertrauen in die politische Klasse in Berlin und Brüssel ist verbraucht oder nicht mehr vorhanden.

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  6. firedragon sagt

    Es wird vermehrt Betriebsgemeinschaften geben, man wird gemeinsam in Technik investieren.
    Ob das letztendlich Robotertechnik sein wird, fraglich. Es müsste mindestens Einer in einer solchen Gemeinschaft sein, der die Technik reparieren kann, im Notfall, sonst wird das unbezahlbar. Unbezahlbar, weil diese Technik wohl nie, ein günstig zu habendes, Massenprodukt sein wird.
    Die Schlaggrößen werden sich vermutlich nicht grundlegend ändern, per Gesetz schon nicht.
    Wenn Wasser zukünftig der begrenzende Faktor ist, ist es auch schon fast wieder egal, wie in 20 Jahren gewirtschaftet wird, wenn nichts wächst, wächst nichts.
    Und falls es kein Öl mehr geben sollte, (oder egal welche Energie) kann auch keine Maschine mehr bewegt werden. Pflügen wir wieder mit Ochs und Pferd, dann gibt es auch wieder mehr Nutztiere 😉.

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    • Brötchen sagt

      Drachen, das die Holländer an kleinen selbstfahrenden Arbeitsmaschinen arbeiten und die schon erproben, hast du mitbekommen.

      So ein Ding kann sicher die ganze Nacht durchfahren.
      Weniger Bodendruck, kleinere Anbaugeräte. Vom Handy aus zu steuern und zu überwachen.
      Könnte man an der Biogasanlage oder am Windrad laden. Wäre dann vom Image her, absolut die erste Wahl.
      Fährt sich auch nicht so schnell fest.
      Wenn es elektrisch wäre, dann ist das sicher nicht so teuer, vor allem wenn das massenhaft produziert wird.

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      • Brötchen sagt

        Ach wegen Reperaturen, steuerungstechnisch ginge das über Fernwartung, und das andere ist ganz einfache Mechanik.
        Sehe da kein grosses Problem drin.
        Elektro Motoren haben ein sehr großes Drehmoment und brauchen kein so kompliziertes Getriebe.
        Weiss jetzt nicht, ob man die ganze Hydraulik nicht auch elektrisch ersetzen kann.
        Je kleiner die Geräte umso geringere Kräfte hast du ja und der dicke Fahrer fällt auch weg.

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        • Thomas Apfel sagt

          Hallo @ Brötchen,
          nur mal so zur Illustration: Wir haben hier ein EIP Projekt („Sunbot“). Da sollen selbstfahrende Maschinen in Baumschulen, im Obstbau und in einem Beerenobstbetrieb die Unkrautbekämpfung in den Zeilen und das Mähen der Grasstreifen selbsttätig erledigen und bei “ leer“ selbständig an eine Ladestation andocken. Diese Ladestation soll den Strom der betriebseigenen Solarflächen nutzen. Ob das eine sinnvolle Geschichte wird, bleibt abzuwarten. Was ich bisher an selbstfahrenden elektrischen Hackrobotern gesehen habe war weitgehend Schönwettertechnik. Völlig überfordert, wenn der Boden mal ein wenig ausgetrockneter ist, oder das Unkraut größer als 10 cm ist, einfach zu wenig Kraft.
          Ich habe sowieso Zweifel, ob Akku-elektrisch der richtige Weg ist. Große Flächen sind mit entsprechender Zugkraft und angehängten Geräten viel effektiver zu bearbeiten und die Zugkraft ist universell einsetzbar z.B. für Bodenbearbeitung. Da sind m.E. Wasserstoff-„Verbrenner“ die bessere Lösung.
          Mich fasziniert ja immer Dampfpflügen: Große Kräfte möglich mit null Bodendruck. Das Ganze mit Strom aus der Leitung kombiniert sollte eigentlich besser funktionieren und einfacher sein als das Akku-Gedöns.

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          • Brötchen sagt

            Ja sowas war auch in der BZ.

            Jetzt rein von der Steuerung ist das nicht unmöglich. Was die Leistung betrifft, kann ich das nicht beurteilen.
            So Roboter zum füttert anschieben und zum Spaltenreinigen und für den Stall gibt es ja schon länger.

            Tesla hat man ja auch zuerst ausgelacht.

            Ich habe auch ein wenig eingespielt und bin erstaunt, was man da selbst hinbekommt und wie genau das ist…..so eine selbstlernde Sache.

            Die ganzen Tools, die man dafür braucht, stellt Google umsonst zur Verfügung und auch sonst alles frei verfügbar.

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      • firedragon sagt

        Brötchen, ich bekomme das schon mit, dass da rumgetüftelt wird (auch oder gerade im Weinbau). Zur Zeit kann ich mir diese Technik für unseren Betrieb bspw nicht vorstellen. Der Einsatz im Gewächshaus ist in meinen Augen denkbar und gut umsetzbar, wegen der „Schönwetter – Gegebenheiten“.
        Ob diese Geräte zu einem Massenprodukt werden, kann ich nicht beurteilen. Falls ja, könnten sie erschwinglich sein.

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        • brötchen sagt

          Ich habe mal die Flächenleistung überschlagen. Gerade für kleinere Betriebe wäre das sinnvoll.
          Große Betriebe werden eher auf schlagkräftigere Technik setzen.

          Erstmal für einfachere Arbeiten, wie grubbern striegeln, Aussaat oder spritzen.

          Beim Spritzen könnte man gezielt nur bestimmte Bereiche behandeln.

          Massenprodukt dann, wenn es Vorteile bringt und robust ist.

          Spezielle Steuerungen wo es filligran zugeht und nicht brachialer Gewalt, wäre prädestiniert.

          Tesla hat wohl gerade einen speziellen Radar zur Genehmigung angemeldet, das meinte Paulus sicher mit neuen Sensoren.

          Heute geht das alles technisch, weil die rechner schnell genug, klein genug und sehr günstig sind.

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      • firedragon sagt

        Vom Handy aus zu steuern … dann müsste erstmal in jedem Winkel dementsprechende Handynutzung möglich sein, ist zur Zeit nicht so …

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        • Brötchen sagt

          In letzter Zeit ist das bei uns wesentlich besser geworden. Zudem geht das auch über eigene WLAN Hotspots.

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    • bauerhans sagt

      „Robotertechnik“

      ich bin dabei,meinen 38 PS David Brown 770 bj.1968 wieder inbetrieb zu nehmen,um Direktsaat mit der Amazone D9 Rotec durchzuführen.
      meine zwischenfruchtdirektsaat war erfolgreich.

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  7. Bäuerin sagt

    ..es wird meiner Meinung alles anderst kommen als wir jetzt spekulieren …
    Im Zuge von Corona ist , so wie es momentan aussieht , alles durchsetzbar, sei es in den Augen der Bauernschaft noch so unvorstellbar ….

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  8. Paulus sagt

    Mit einem „kreativen“ Beitrag wie Bauer Willi es wünscht kann ich leider nicht aufwarten, sondern schlicht nur ganz grob einen Hinweis liefern, was sich im Bereich der Technik so tut. Die Robotik wird in der LW zweifelsfrei Einzug halten, da stehen wir erst ganz am Anfang. Es gibt im Ingenieurwissenschaftlichen Bereich unglaublich viele Entwicklungen die erst auf den zweiten Blick für die LW interessant erscheinen. Ich spreche jetzt nur mal von dem weiten Feld und den Anwendungsmöglichkeiten der techn. Sensorik; auf dem Gebiet darf man mich als durchaus kompetent bezeichnen. Sehr vereinfacht gesagt, und da bin ich nah bei @bauerhans, ist es nahezu schwachsinnig jemand mit der Qualifikation eines Betriebsleiters, was ja vielfach studierte Agrarwissenschaftler sind, auf einen Trecker zu setzen und tagelang stupide auf dem Acker hin- und herfahren zu lassen. Das ist ungefähr so als würde man einen BWLer oder einen Ing. im Lager eines Industriebetriebes auf einen Gabelstapler setzen. Dieses Dilemma scheint mir (aus laienhafter Sicht) leider vor allem die Familienbetriebe zu betreffen.
    Ich denke, der Trend zu größeren Einheiten, in welcher Konstellation oder Rechtsform auch immer wird sich fortsetzen. Das schließt nicht aus, das es weiterhin spezialisierte kleinere Betriebe gibt die erfolgreich gewisse Nischen besetzen.

    Noch ganz am Rande: In den USA habe ich seinerzeit mitbekommen wie sich die ehem. Monsanto und John Deere, beide mit Hunderten von start-up’s im Schlepptau, verbandeln wollten. Deren Zielvorstellung war, sozusagen als General-Dienstleiter für die Farmer aufzutreten. Da bekamen nicht nur die konservativen Politiker Schnappatmung und kalte Füße. Die Gedanken sind aber nun mal in der Welt …

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  9. Friedrich sagt

    Solch eine Situation , aber auf einem anderen Niveau, hatten wir schon einmal in den 1920er Jahren. Weltmarktpreise ! Die hatte der Kaiser um ca. 1900 für die Bauern eingeführt und führte in diesen Jahren zur Pleite großer und kleiner Betriebe. Vor dieser lage stehen wir jetzt auch, aber ohne Krieg sondern mit Corona und einer unfähigen Regierung und EU. Statt die Steuern (16% Mwst. und CO2 Steuer) zu erhöhen , hätte man eine Steuersenkung machen müßen. Bei dieser Ausgangslage erwarte ich weiterhin Ertragsfortschritte im Ackerbau , aber weil unser Produktverkaufspreis nicht mehr zu den Kosten in unserem Lande passt, wird die bezahlbare Innovation in Maschinen erst einmal zum Stillstand kommen, denn irgendwo ist eine Maschinenauslastung und Einkaufspreis
    nicht mehr vereinbar. Die derzeitigen Getreidemarktpreise sind unter Mengengesichtspunkten nicht verständlich, denn wir haben wir haben immer noch Bestandsaufbau bei Weizen. Die Importländer kaufen und legen Vorräte an , denn die Angst vor Lieferkettenzusammenbruch und Währungskollaps lassen diese vorsichtig werden. Die weltweite extrem hohe Verschuldung läst grüßen. Entsprechend werden auch alle Forschungsgelder in den Staaten und Firmen zurückgefahren, weil das Geld knapper wird und so die Forschung und Entwicklung langsamer voran geht.

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    • Paulus sagt

      @Friedrich, was irgendwelche Forschungsgelder betrifft kann ich dir aus eigener Erfahrung widersprechen. Gerade die so genannten Drittmittel steigen, nicht zuletzt weil vielen Unternehmen auf Grund der globalen Konkurrenz der Arsch auf Grundeis geht und sie zwingend auf universitäre Forschung und ebenso auf die der Forschungsgesellschaften angewiesen sind. Für die relevanten Fakultäten oder Disziplinen war es noch nie einfacher als heute an Finanzmittel zu kommen. Einen bitteren Tropfen gibt es allerdings, es fließen gleichzeitig große Summen ins außereuropäische Ausland ab. Sehr vereinfacht, weil gewisse Forschungsbereiche dort weniger oder auch gar keinen Zwängen unterliegen, so wie es halt sein soll. Das Humboldtsche Ideal haben ausgerechnet die zu Grabe getragen, die sich rühmen progressive Kräfte zu sein.

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  10. Moin!

    Wahrscheinlich beim weiter so:
    Erst wird der Strukturwandel seinen Tribut fordern, wenn nichts dagegen unternommen wird. Flächen gehen an Fremdinvestoren, Bauern degradiert zu Landarbeitern, Digitalisierung killt Arbeitsplätze und läßt das Know-how vergessen usw. Bis die Böden im Mors sind oder das Grundwasser, vermutlich beides.

    Schon in Ägypten ist mit der Landwirtschaft und degradierten Böden die Zivilisation zusammengebrochen.

    Mit Blick aufs Klima:
    Die meisten Böden werden hops gehen. Anfangs rettet man sich noch mit künstlicher Bewässerung und mit Flucht auf (an)moorige Flächen, die Notsituation wird dazu führen, daß Grünland zunehmend umbrochen wird, worunter sich noch mehr Humus findet, während die bisherigen Ackerflächen verwüsten im wahrsten Sinne. Da der Druck weltweit derselbe ist, wird das auch kurzfristige Profite für den Export versprechen, die umgekehrt wieder zu Ertragssteigerung auf Teufel kaum raus führen, bis hier auch alles im Eimer ist.

    Chance 1:
    Regenerative Landwirtschaft weiter denken. Ich behaupte, es reicht nicht, pfluglos nur die oberen 15 cm, die zuerst von Erosion und Dürre betroffen sind, zu beachten, man müßte hin und wieder auch möglichst festes kohlenstoffhaltiges Substrat (Mist, Holzkohlekompost) in größeren Mengen aktiv tiefer in den Boden bringen, diesen so auch z.B. einmal jährlich auflockern. Aber im Grunde genommen eine Stärkung der konservierenden Bearbeitung, so daß aus konventionell in sich Bio wird.

    Die Erträge werden ein Stück weit fallen (bei Leguminosen kaum, bei Getreide mehr usw.). Aber aktuell fährt die Landwirtschaft auf Verschleiß. Allein wenn man die fossilen Kalorien beachtet, die reingesteckt werden für nur 1 Lebensmittelkalorie. Aber dieses, nennen wir es, hybride Konzept kann dafür Nachhaltigkeit gewährleisten.

    Chance 2:
    Marktwirtschaftlich für einen Systemwechsel kämpfen. Wir haben hier eine Wegwerfquote von 50% auf Verbraucherseite. In Entwicklungsländern hat man über 30% Nachernteverluste mangels Lagerung, Kühlung und Transport. Allein diese zwei Bereiche bieten enorme Einsparpotentiale. So kann man die Landwirtschaft auch entschleunigen, käme auch mit weniger Produktion auf gute Erlöse. Aber dann muß man den Markt in Frage stellen, Stichwort LEH und Preispolitik. Dann müßten auch Bäuerinnen und Bauern dafür kämpfen, daß der Verpflegungssatz für Kinder bei Hartz IV reichen muß für eine regionale, nachhaltige Versorgung (3 € für den ganzen Tag, das klingt weder nach Bio noch nach fair gehandelten Lebensmitteln).

    Ich vermute aber, es geht weiter in die Grütze rein. Der einzelne Betrieb mangels Solidarität untereinander wird versuchen, über die Masse den Niedrigpreis zu kompensieren. Dadurch haben wir ein Überangebot und die Preise fallen weiter. Also produziert man noch mehr … und noch mehr … bis man sich verbrannt hat. Angebotsverknappung mag niemand ansprechen, war aber die einzige Möglichkeit damals schon in den Zeiten von Roosevelt, nachdem nach Kriegsende der europäische Markt nicht mehr für die Agrarüberschüsse der USA interessant war. Für die Übergangszeit braucht es zinsfreie Darlehen, Ausgleichszahlungen, Investitionen von öffentlicher Hand, aber dann wäre das ein gangbarer Weg.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Lieber Herr Suhr,

      warum können Bauern nur Nahrungsmittel produzieren, wenn’s sein muss mehr als ein Drittel davon direkt für die Tonne!? Es gibt aufnahmefähig überaus hungrige Märkte, für die wir geradezu prädestiniert wären, sofern man uns schlussendlich einen Zugang von allen möglichen Seiten nicht vehement unterbindete.

      Kann und darf es nicht sein, dieses funktionierende moderne, aus ökologisch/ökonomischer Sicht erfolgsversprechende Modell „Bauernhof“!?

      Die Bauern selbst forcieren kontinuierlich in einer erheblich starrköpfigen Haltung, dass andere hinterhältig lächelnd fortdauernd die Wurst auf unseren Broten verfrühstücken können. – Mit Verlaub, wir sind daran wahrlich nicht unschuldig!

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      • Inga sagt

        richtig
        und
        „Die Bauern selbst forcieren kontinuierlich in einer erheblich starrköpfigen Haltung,“

        ist doch nur, weil unsere Felder und Tiere im Stall so kontinuierlich sind und die verteidigen das starrkoppfig, weil sie nihct anders können! Ist eben Natur!

        Also ist die ganze Jahresplanung starrköpfig gegebüber einer Tages- oder Wochenplanung.

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    • Thomas Apfel sagt

      Nicht schon wieder die gleichen Textbausteine Herr Suhr: die Wegwerfquote bei Lebensmitteln liegt in Deutschland zwischen 20 und 21 % (je nach Quelle ). Davon wären 41 % noch vollverwendbar (Stand 2012). Das sind aber „nur“ 9 % des Gesamtverbrauchs. Inzwischen dürften die Werte unter 7 % liegen, da vielerorts etwas dagegen unternommen wird. Das ist gut untersucht und auch veröffentlicht. Endlich mal hinhören Herr Suhr, oder einen Grundkurs in Prozentrechnung belegen.
      Aber nein, ich vergesse immer, dass es Ihnen um Propaganda und linksgrüne Frames geht, da wird dann munter weitergelogen mit der Hoffnung auf den Einprägungseffekt der Wiederholung – Einfach nur zum Kotzen Herr Suhr !!!

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  11. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Lieber Willi, Sie müssen mein Däumchen nicht dauerhaft erröten lassen; meine Meinung wird nicht von „Däumchen nach oben“ getriggert, wenngleich das nach außen vielleicht gewisse Zustimmung oder Ablehnung suggeriert, was natürlich für Sie als Forenbetreiber weitaus relevanter ist… 😉
    Beste Grüße

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    • Bauer Willi sagt

      Ich hab heute noch nicht gelikt. Bin in der Werkstatt beim Aufräumen. Lese mir Ihren Kommentar durch, wenn die Arbeit getan ist. 😉

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  12. bauerhans sagt

    auch und gerade im ackerbau wirds weiteres wachstum geben z. b. zu Betriebsgemeinschaften!
    dadurch lassen sich kosten einsparen und knowhow vergrössern.
    der deutsche bauer hat besonders gern schöne grosse trecker und gibt dafür nen haufen geld aus und anschliessend pachtet er zu emotionalen preisen,weil der schöne grosse trecker ja was zu tun haben soll.
    später jammert er dann,weil das schon immer so war.

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    • Christian Suhr sagt

      Manche dieser … Gemeinschaften führen jedoch nicht nur Gutes im Schilde, was man so von der Raiffeisengenossenschaft beispielsweise lesen kann und hört.

      Vermutlich auch die Frage, ob man im Schwerpunkt eine Erzeugergemeinschaft ist (siehe Genossenschaft in Marlow, die sogar vom WWF ausgezeichnet wurde) oder eine Handelsgemeinschaft.

      Nicht zu vergessen: Gegen Global Player wie ALDI, Cargill und Co. wird man dennoch kein Licht sehen. Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen werden immer eingepreist und dann von allen erwartet.

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  13. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Lineares Wachstum u. die damit gemutmaßten Fortentwicklungen über die nächsten Jahrzehnte, wie es mein Vorschreiber Thomas Apfel attestiert, wird so nicht funktionieren, da ein ganz wesentlicher Faktor im Ackerbau ausgeblendet wurde: Der rasant fortschreitende Klimawandel, unser überhaupt nicht kalkulierbares Wetter. Es entzieht sich dato jedweden Prognosen jenseits einer 2-Tage-Vorhersehbarkeit und selbst dann sind immer noch Unwägbarkeiten nicht auszuschließen.

    Unser bislang wichtigster Faktor „BODEN“ wird mittlerweile vom Faktor „WETTER“ überrannt. Das sind Fakten.

    Physiker gingen bislang davon aus, die Erdrotation werde sich verlangsamen werde; gerade 2020 ging aber schneller vorüber als erwartet. Wir sprechen da zwar „nur“ von Millisekunden, diese haben es allerdings in sich. All jene ausgewiesenen Experten, die um diese Thematik befasst sind, waren vom Gegenteil zumindest bisher felsenfest überzeugt. Leider überblicken die Tragweite eben solcher Gegebenheiten kaum jene nassforschen Protagonisten, die unsere Landwirtschaft der Neuzeit auf Biegen und Brechen mit brachialer Gewalt verändern wollen.

    Lieber Willi, Sie fordern die Wahrsager hier im Forum heraus. Wie viele solcher Schlaumeier haben mit ihren Vorhersagen und den eigenen Sternekonstellationen eingangs jeden neuen Jahres immer wieder Hochkonjunktur? Wie gnadenlos muss man zum Jahresende damit schlussrechnen!?

    150 „Wahrsager bei Facebook“ lässt vielleicht einen Glückszufallstreffer erhoffen, zumindest in kleinsten Details. Wie seriös sind allerdings solche Prognosen, um hierauf bäuerliche Zukunft -mit den teuersten Arbeitsplatz innerhalb deutscher Grenzen- auf betriebswirtschaftlich gesunde Füße stellen zu können!?

    Zurück zum Tagesgeschäft und unseren vollkommen fehlgeschlagenen Ernteprognosen: Man legte wirklich alles in die Waagschale, um unsere Bauernerträge in 2020 hoch – noch höher schönreden und -rechnen zu können, hier gab es welche, die über 100 dt/ha veröffentlichten; …und das im Rückblick innerhalb des wärmsten Jahres aller Zeiten, was man im Nachgang mit Hängen und Würgen gerade einmal beiläufig eingestehen wollte/musste. Diese Mengen existieren jetzt aber wohl nur auf dem Papier, wohingegen „der Markt“ nun allerdings seinen realen Bedarf anmeldet. Es zeigt sich mithin unumwunden, wie perfide da gelogen worden ist; das Schlimme dabei ist, bei solchen Unwahrheiten war Vorsatz geradezu Programm.

    Und wer schaut jetzt in die Röhre!? – RICHTIG GERATEN – ALLE BAUERN!!! Die meisten Kollegen haben infolge massiver Liquiditätsengpässe nach 3 Katastrophenjahren in Folge ihre Erzeugnisse schon in der Ernte verramscht, haben dabei aber diese Mengen-Lügenkonstrukte -viele wohl aus Scham- noch mit befeuert. Ist man heute schlauer oder bezahlt man im nächsten Jahr dieses Lehrgeld erneut!?

    Unsere BIG FOUR können diese Bauernpsychologie hervorragend vorausahnen und wissen dahingehend perfekt abzugreifen. Der richtige Testballon zum richtigen Zeitpunkt u. der eigene Laden „flutscht“…!!! Die Kirschen in Nachbars Garten sind immer die Süßeren.

    Viele, die nicht aus der LW kommen, schenken meinen vorstehenden Worten wohl wenig Glauben. Zur Ernte erzählte man den Bauern, die Läger quellen mit Dinkel förmlichst über – mittlerweile hat sich der Dinkelpreis für konventionelle Ware verdoppelt, weil unsere Scheunen leer sind. Dies rächt sich für uns Bauern doppelt: Für nicht vollständig belieferte Kontrakte blutet der Bauer(!), für zu früh verkaufte Ware nochmals obendrein. DAS IST WETTERMARKT! – Dieser funktioniert vortrefflich, nur für das kleine Bäuerlein eben in den wenigsten Fällen!

    NEPPER – SCHLEPPER – BAUERNFÄNGER!…

    Unsere deutschen Läger sind leer – weisen gähnende Leere auf; aber unsere Mühlen sind natürlich selbstredend bestens versorgt und halten sich am Brotgetreidemarkt vornehm zurück. Sollte Feuer auf dem Dach sein, war‘s alleine das auf sämtlichen Ebenen unfähige kleine Bäuerlein, wer auch sonst!?

    Lieber Willi; und wir diskutieren hier über ein Vierteljahrhundert hinaus; die Bauern müssen zunächst einmal aufhören, nur auf Sicht im Nebel herumzufahren!

    +12
    • Thomas Apfel sagt

      Sie haben vollkommen recht, wenn das Wasser weiter der begrenzende Faktor wird, sind alle Prognosen mit Datenbezug auf die Vergangenheit wertlos. Bislang haben wir aber bilanziell kein Problem mit der Wassermenge. Wir konnten es uns nur bisher leisten die Überschüsse ins Meer ablaufen zu lassen. Da müssen andere Länder ganz andere Kopfstände machen und Investitionen tätigen. Da ist bei uns noch sehr viel Luft, daher glaube ich nicht an einen „Untergang der Bauern“. Ein solches Szenario mit weniger Sommerniederschlägen wird die Betriebe verändern und vielleicht muss mehr „staatliches Geld“ in Wasserrückhaltung und Speicherung versenkt werden, spekulieren über die Zukunft des Ackerbaus und der Tierhaltung kann man doch trotzdem, schadet doch Keinem mehr als irgendwelche Untergangsprognosen ??

      +1
    • Christian Suhr sagt

      Das mit den Erträgen konnte ich letzte Jahre als Verbraucher bestätigen im Gespräch mit verschiedenen Ackerbauern.

      2020: Viele Bauern mit wenig Humus im Boden (2 bis 4% bestenfalls) hatten zu klagen. Mickrige Rapsernte, Mais taugte bestenfalls noch für Silage.

      In den Jahren davon gab es folgendes Feedback von mehreren Seiten, wo man gute Erträge hatte:
      Man hätte (an)moorigen Grund, der in sich viel Feuchtigkeit gespeichert hat, so daß man auch vier Wochen Dürre überstanden hat. Hinzu kam der Vorteil, daß die Trockenheit den Pilzbefall massiv gehemmt hat. So hatte man am Ende sogar höhere Erträge trotz Dürre.

      Dennoch ist es ein Trugschluß, wenn da manche gute Erträge haben. Man muß nur schauen, wo wann wie viel Niederschlag runterging, ob künstliche Bewässerung eine Rolle gespielt hat und was für eine Bodenqualität (Kohlenstoffanteil, Humus) vorlag. Dann kann man schon Rückschlüsse ziehen, wohin die Reise gehen wird und warum da so unterschiedliche Erfahrungen gemacht wurden.

      0
    • Bauer Willi sagt

      @Wurzelwicht
      Das ist jetzt aber keine wirklich langfristige Prognose! Jahresprognosen mit Erträgen und falsche Berichterstattung ist auch nichts, womit man sich allzu lange beschäftigen sollte. Ich tue es jedenfalls nicht. (Habe vor ein paar Tagen gute Vorkontrakte für Ernte 2021 gemacht)

      Die Sache mit dem Wasser ist tatsächlich etwas, was in einer Langfrist-Prognose seinen Niederschlag finden sollte. Wobei 2021 auch ein sehr nasses Jahr werden könnte. Für alle nachvollziehbar ist wohl, dass die Ausschläge größer geworden sind und vermutlich noch größer werden. Und das weltweit.

      Ob das gut für die Bauern ist? Weiß ich nicht, ist auch erst mal egal. Das neue Buch soll sich ja an Bürger und Verbraucher richten und wenn es dann noch Bauern interessiert, auch gut.

      +1
  14. Thomas Apfel sagt

    Der Druck aus der Marktabgrenzung Bio gegen konventionell, über Madigmachen der modernen Landwirtschaft, wird nicht weniger werden. Die Bodenbearbeitung wird mechanischer werden (Herbizidverbote) , die Schadinsektenbekämpfung wird weiter über zielgenaue chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel und deren Weiterentwickliung erfolgen, da es dazu ohne Halbierung der Erträge keine Alternative gibt. Die Stabilisierung insbesondere der Dauerhumusformen (Huminsäuren/ Humate) wird über höhere Wertschätzung behandelter Dünger tierischer Herkunft gesichert. Der Markt für solche Erzeugnisse wird ein Wachstumsmarkt und löst das Problem der (eigentlich nicht notwendigen) Flächenbindung in der Tierproduktion. Was jetzt „konventionell“ ist, wird sich schneller weiterentwickeln (z.B. Stichwort Regenerativer Ackerbau) als der Biolandbau und sehr schnell eine bessere Nachhaltigkeit als Selbiger erreichen.
    Sofern es keine Enteignungen bäuerlichen Eigentums an Grund und Boden gibt, wofür gesellschaftlich keine Notwendigkeit gesehen wird und werden wird, wird der Anteil der pachtflächen zunehmen, da die Betriebe weiter wachsen (und weichen) werden. Das ist unmittelbare Folge der Marktgesetze. Die Direktzahlungen werden in 20 Jahren (hoffentlich) Geschichte sein. Die Einkommensstützung der Betriebe auf schwachen Standorten insbesondere in Nord-Ostdeutschland wird über 20 bis 30 % Ökologische Vorrangflächen gesichert werden. Das heißt, es entsteht ein Flickenteppich aus stillgelegten ertragsarmen Flächen und bewirtschafteten lehmigeren Flächen. Und das ist aus meiner Sicht auch sinnvoll so, vor allem, da die Möglichkeiten der Wertschöpfung aus „Veredlung“ von Futter über mehr Tierhaltung nicht zurückkehren und eher noch kleiner werden. Hier wird sich parallel eine extensivere Tierhaltung über Förderung in ihren Nischen einrichten. Wenn da nicht reguliert wird, können allerdings auch lustige Abkassiermodelle wuchern. Die Zunahme der durchschnittliche Betriebsgröße der Ackerbaubetriebe im konventionellen Vollerwerb wird sich m.E. verlangsamen. Es sei denn die anstehende Auflösung einiger Agrargenossenschaften im Osten in den nächsten Jahren in Richtung solvente ausserlandwirtschaftliche Investoren führt dort zu noch größeren Strukturen (was ich bei der Betriebsgröße nicht erwarte, wohl aber bei der Konzentration des Bodeneigentums in immer weniger Händen).

    +4

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