Bauer Willi
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Ein Vorschlag aus dem BMU…

…zu mehr Umwelt in der Landwirtschaft, der auf dem Agrarkongress des BMU vorgestellt wurde. Für Praktiker sind die letzten 4 Seiten (von Seite 17 bis 21) interessant, aber natürlich auch die Einleitung davor.

BMU-Vorschlaege-GAP-Reform-Agrarkongresspapier(3)

Desweiteren ein Link von eben diesem Agrarkongress, in dem die Videos von der Konferenz nachzusehen sind. Für mich besonders interessant der Vortrag von Prof. Strohschneider, dem Moderator der Zukunftskommission Landwirtschaft, der zu finden ist, wenn man auf den 5. Punkt von oben „Rahmenbedingungen…“ klickt und dort ab etwa Minute 5:00. Dauert etwa 15 Minuten.

https://streaming.multicaster.eu/agrarkongress2021

Ebenso interessant fand ich den Beitrag von Ministerin Heinen-Esser, NRW unter dem Register „Diskussion mit Akteuren…“ ab etwa 1:42:00. Nur ein Satz aus ihrem Wortbeitrag: „Es kann nicht das Ziel sein, dass wir mit unserer Politik die Landwirtschaft abschaffen“.

Im Schlußwort ist dann – wieder einmal – die Rede vom Gesellschaftsvertrag, von Kooperation und Gemeinsamkeiten.

Desweiteren sagt die Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter (BMU) „dass die Anerkennung und die Lösungen der Umweltprobleme für das BMU nicht verhandelbar sind.“

Die Videos sind nur bis zum 1. Februar 2021 verfügbar!

 

 

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51 Kommentare

  1. Vorab:
    Ökologisierung heißt oft weniger Erträge. Bei Leguminosen übrigens fast kein Unterschied zum konventionellen Anbau, bei Getreide hingegen relativ hoch. Aber wenn man es so betrachtet, als würde unsere Landwirtschaft gerade auf 200% Power laufen, also auf Verschleiß fahren, dann wäre die Betrachtungsweise eine andere. Böden laugen aus, einzelne Bauern müssen derartig viel produzieren, um über die Runden zu kommen, daß es fast schon an Herkulesarbeit erinnert (die Ställe des Augias), ohne Melkroboter, starken Pflanzenschutzmitteleinsatz und Großmaschinen kaum noch läuft. Dabei wird hier rund die Hälfte an Lebensmitteln auf Verbraucherseite (LEH, Konsumenten) weggeworfen, in Entwicklungsländern sind es über 30% Nachernteverluste mangels Lagerung und Kühlung. Also Spielraum für eine Ökologisierung der Landwirtschaft ist da.

    Meine Kritik an bisherigen Forderungen und Reformen
    Es verhält sich oft wie ein Belohnungssystem: Investier erst, nimm mehrere Jahre Umsatzeinbußen durch den Umstellungsprozeß in Kauf, dann vielleicht gibt es Geld für die ökologischen Mehrleistungen. Ich meine, schon jetzt würde über die 2. Säule Grünland gefördert werden, aber die Unsicherheit von wegen Umbruchverbot ist größer. Hinzu kommt, daß man angeblich fördern wolle, aber die bürokratischen Hürden immer so groß sind, daß Kleinbetriebe leer ausgehen, wo Fremdinvestoren dafür eigene Abteilungen beschäftigen, um jeden Fördercent zu erhalten. Bürokratie als Selektionsfaktor. Manche warten bestimmt immer noch auf Dürrehilfe so als Beispiel.

    Hinzu kommt, womöglich auch bewußt, Pauschalisierung von praxisfremden Entscheidern, siehe Düngemittelverordnung, die dem Humusaufbau aktiv entgegenläuft, denn über 4% Humus muß man 20kg/ha Nitrat weniger ausbringen, für viele Tierhalter ein Grund, unter 4% Humus zu bleiben.

    Nicht zu vergessen daß wir in Zeiten des Klimawandels mit mehrwöchigen Dürren zu kämpfen haben, so daß ich momentan den (an)moorigen Grund nicht wiedervernässen würde, sondern als Chance betrachte, ohne künstliche Bewässerung Ackerbau zu betreiben. Bis nicht massiv alle anderen Böden aufgewertet wurden mit höherem Humusanteil, um dürrefest zu sein, würde ich den kohlenstoffhaltigen Grund nicht freigeben. Sonst bekommen wir bald Wasserprobleme, wenn zunehmend künstlich bewässert werden muß (vom Portemonnaie für die Bäuerinnen und Bauern ganz zu schweigen, kostet ja auch Geld).

    Also es wirkt schon ziemlich fortschrittlich verglichen zu dem, was aus Brüssel kommt, aber es geht noch zu wenig auf die Situation in der Praxis ein. Ehrlich gesagt geht aber niemand wirklich auf die Situation in der Praxis ein, bei den Höfen, sonst wären wir nicht da, wo wir jetzt mit Höfesterben, Nebenerwerbslandwirtschaft, Raubbau und Co. stehen. Mercosur und Digitalisierung sollen’s richten, nach Möglichkeit auch mehr Agro-Chemie und Agro-Gentechnik … aber alles keine wirklichen praxisorientierten Ansätze, sondern eher die Hoffnung auf Deus Ex Machina, Hauptsache weiter so.

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  2. Wolfgang Lietz sagt

    Hallo,
    wenn ich es recht verstehe, strebt das BMU an eine ökologische Vegetarisierung der Ernährung an. Das ist sicherlich machbar, in der Vergangenheit wurde so etwas schon praktiziert. So wurden im Spätmittelalter keine chemischen Pestizide verwendet und es wurde viel weniger Fleisch konsumiert, s.a. Eveline Zbinden: Das Magdalenen-Hochwasser von 1342 – der „hydrologische Gau“ in Mitteleuropa, in: Schweizer Wasserwirtschaftsverband: Wasser, Energie, Luft. Fachzeitschrift für Wasserwirtschaft 3 (2011), S. 193-203. Möglicherweise muss dann über eine starke Reduzierung des Lebensmittelverbrauchs nachgedacht werden.
    In den Ministerien gibt es viele Fachkräfte, die für ihre Ausbildungszeit zwischen 10 und 20 Jahren Zeit für ihr Gebiet verwendet haben. Demgegenüber stehen die Behördenleitenden, die nach 100 Tagen an die Presse treten und ihre Kompetenz darstellen (Kompetenzanmutung). Die Leitenden der Ministerien stehen unter starken Druck der immer empörten Medien. Als Spezialisten in Rechts-, Sozial-, Politik- oder anderer Geisteswissenschaften machen die Behördenleiter dann die Dinge, die sie gelernt haben. Im heischen nach Anerkennung wird Symbolpolitik durch immer mehr Gesetze und Verordnungen betrieben. Die benannten Ziele werden dann mit Maßnahmen zweifelhafter Effizienz – aber medienwirksam angegangen. Hier kann man nur sagen: «Sie sind stets bemüht».
    AWM Wolfgang Lietz

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    • Arnold Krämer sagt

      Die Behördenleiter stehen nicht so sehr unter Druck der Medien sondern der politischen Spitze eines Ministeriums. Wenn sie aber auf einem Parteiticket in die Leitungsfunktion gelangt sind, treiben sie die Dinge im vorauseilenden Gehorsam selbst voran. Eine solche Situation wird für das BMU und nachgeordnete oberste Bundesbehörden häufig zu konstatieren sein.

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  3. Friedrich sagt

    Thomas Apfel

    Die Regierung will nur Geld über die Bauern regnen lassen , damit wir die noch wählen. Dabei sieht es gerade in der CDU nach Spaltung aus , denn in der Werteunion brodelt es nach der Vorsitzendenwahl. Mal abwarten. — Wir haben mit unseren jungen Leuten einen Krisenverminderungsplan laufen. Stromblackout = Notstromtechnik 100% vorbereitet. Lagerhaltung bei Lieferengpässen lfd.. Liquiditätsplanung für Währungsturbulenzen , usw..
    Dazu kann ich den Artikel (Internet) von Marcus Klöckner „Die Stromversorgung ist massiv gefährdet“ empfehlen. Auch die derzeit lfd. Getreidepreishausse läst sich auf diese Bedingungen zurückführen , denn weltweit ist genug Getreide vorhanden. Alle haben nur Angst vor dem Bruch der Lieferketten und Währungsturbulenzen. Wachstum ist z. Zt. sicherlich nicht angesagt , sondern Eigenkapital/Vermögenssicherung. — In der nächsten Zeit werden wir lt. Fachleuten eine hohe Pleitewelle, Arbeitslosigkeit , Bankenprobleme ,Immobilienblasen, Aktienneubewertung usw. erleben. Darauf gilt es sich einzustellen und soweit möglich Vorbereitungen zu treffen. Da lohnt es sich einmal in die Geschichte zu schauen , wie das in den 1920er Jahren abgelaufen ist. Leider hat unsere Politik daraus nichts gelernt.

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  4. Arnold Krämer sagt

    Das BMU hält sich sehr viel Arbeit gemacht und Mühe gegeben bei ihren Vorschlägen für eine Neugestaltung der GAP-Zahlungen ab 2023. Es hat nicht nur relativ konkrete Maßnahmen formuliert sondern im Detail auch sehr viel zur allgemeinen Zielsetzung und zur jeweiligen Finanzierung (= vor allem Mittelumschichtung) gesagt. Es geht dem BMU darum, 30 % und dann zunehmend mehr Gelder aus der ersten Säule (die nicht durch die Bundesländer cofinanziert werden müssen) für Ökoregelungen einzusetzen. Das soll so geschehen, dass die Maßnahmen im BMU-Sinne (anders als die bisherigen Greening-Maßnahmen) wirksam werden und (ganz wichtig) „bei den Betrieben grundlegende betriebliche Entscheidungen bis hin zu einer Ökologisierung der Landwirtschaft“ auslösen oder bestehende zielführende Ansätze (=praktizierte Umstellung auf Ökolandwirtschaf) stärken.
    Es ist deutlich erkennbar, dass das Geld dafür vorne und hinten nicht reichen wird, deshalb vorsichtshalber auch gleich die Forderung in erster Linie Öko-Betriebe zu bedenken.
    Positiv ist zu bewerten, dass man erkannt hat, dass Maßnahmen und Prämienhöhen stark differenziert sein müssen, da sie in den Regionen ganz unterschiedlich wirksam sein können, unter Umständen Fehlanreize ausüben oder wirkungslos bleiben können. Auf jeden Fall ist das, was sich das BMU vorstellt, wiederum eine hervorragende Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Agrar- und Umweltverwaltungen. Die Landwirte, die mitmachen wollen, werden sich darauf einstellen müssen, viel Zeit mit dem Antragswesen zu verbringen, „kurz und klein“ kontrolliert zu werden und damit von ihrer eigentlichen Kernaufgabe abgehalten zu werden. Da die EU den Mitgliedstaaten große Freiräume bei der zukünftigen Ausgestaltung der Mittelverteilung gewährt, die Grünen nach der BT-Wahl mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Teil der Bundesregierung (in welcher Position auch immer) sein werden, muss man davon ausgehen, dass viele der vom BMU gemachten Vorschläge auch Elemente der Agrarförderung ab 2023 sein werden. Der Verlust von Fördermitteln für den leistungsstarken Familienbetrieb mit Veredlung in Westdeutschland wäre noch zu verkraften, wenn man diesen ansonsten „in Ruhe“ wirtschaften ließe. Aber da ist nur der Wunsch Vater des Gedankens

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    • firedragon sagt

      Also ich höre mir ja gerade das Video an und bin bei Minute 50 oder so.
      Mir drängt sich die Frage auf, warum eiern die da noch rum und sagen nicht, ab Ernte 2021 nur noch öko, EUweit?
      Es ist herauszuhören, dass wenn LW, dann öko, ohne Wasser, ohne Tiere und ohne LW.

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      • Arnold Krämer sagt

        Das wäre zu einfach, würde den ganzen „Politikbetrieb“ zu Lasten der dort Beschäftigten radikal vereinfachen und letztlich marginalisieren. Das hat doch alles auch mit Selbstbeschäftigung zu tun. Und hat sich nicht der ganze Politikbetrieb schon verselbständigt und ist zum Selbstzweck verkommen?

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        • firedragon sagt

          Wird ja immer krasser … Frau Noichel würde lieber keine Diskussion zulassen, Greendeal usw ist nur die Basis und Geld soll es nur geben, wenn eine gewünschte Wirkung eingetreten ist …

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  5. Friedrich sagt

    Mir fällt zu der Regierungsideologie nichts mehr ein, außer kaotisch. Was sagte in einem Vortrag der ehem. Verfassungsschutzpräsident Maassen inhaltlich : Die Regierung macht Politik nach Träumen.- Das sagt doch alles , oder ? — Gerade Marktberichte bekommen und danach will Herr Borchert noch vor den Bundestagswahlen die Landwirtschaft umbauen.Diese Zukunftskommision , die merkens doch nicht. Die ganze Landwirtschaft steht vorm Kollaps und die Traumtänzer wollen den Umbau ? Wovon denn und nach der Wahl alles wieder anders. Da kann sich kein Bauer drauf einlassen. Habe gerade meine Verluste in der Schweinemast errechnet und meine täglichen Eintrittsgelder ausgerechnet.
    Das reicht.

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    • Thomas Apfel sagt

      Hallo Friedrich,
      genau den Eindruck habe ich auch: „Die wollen die Landwirtschaft noch vor den Bundestagswahlen umbauen“ – um das Thema aus dem Wahlkampf rauszuhalten.

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      • Arnold Krämer sagt

        Das wird man nicht schaffen, weil eine wirtschaftliche Kehrtwende auf den Höfen in diesem Wirtschaftsjahr (zur Hälfte schon rum ) nicht zu erreichen ist. Der Ackerbauer hatte auch im letzten Jahr eine meist schlechte Ernte. Alle Viehhaltungszweige leiden unter den Folgewirkungen von Corona (Nachfragerückgänge, Schweinestau) , die Schweinehalter zusätzlich unter ASP-Beschränkungen. Geflügelpest kommt hinzu.
        Die Futtermittelpreise, die zwei Jahre konstant waren, steigen jetzt deutlich an. Die Schweinehalter haben das Superergebnis von 19/20 bereits vollständig wieder eingebüßt. Der Mäster entlastet sich jetzt zwar wieder bei den Ferkelerzeugern, diese setzen aber bares Geld zu und quälen sich bei der „neuen“ Ferkelkastration. Unter diesen Bedingungen wird niemand den Versprechungen zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung folgen. Das Vertrauen ist nicht da. Die Perspektiven mit dem Eintrittt der Grünen in die Bundesregierung (in welcher Position auch immer) verschlechtern sich sogar. Es sei denn, der Wähler verschafft den Grünen die absolute Mehrheit, dann wären die Verantwortlichen für die Maßnahmen und Entwicklungen der nächsten Jahre nicht nur in der Landwirtschaft klar erkennbar. Getrieben vom grünen medialen Mainstream und den Grünen in vielen Landesregierungen macht die CDU als Partei der Landwirte letztlich mit Verzögerung doch nur grüne Politik und fachlich teils unverantwortliche Kompromisse, die ihr die Landwirte nicht verzeihen werden. Und Ruhe kriegt sie in dieses Wählerklientel so schnell nicht wieder rein. Erst gestern haben mir noch zwei sehr erfolgreiche Landwirte und CDU-Mitglieder gesagt, dass sie schon bei den letzten BT-Wahlen FDP gewählt hätten. So ist die Stimmungslage im Nordwesten, wenn ich mich nicht irre.

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        • bauerhans sagt

          schlepperkäufe in 2020 stark gestiegen, der teuerste ist marktführer.
          stimmung der bauern im keller.
          da passt was nicht zusammen.

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          • Arnold Krämer sagt

            Richtig, das hat auch seine Gründe. Das eine hat aber mit dem anderen auch nur begrenzt etwas zu tun. Das sollten Sie als Unternehmer, der mit den Zeitläufen in der Landwirtschaft vertraut ist, eigentlich auch wissen.

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          • Smarti sagt

            Jedesmal, wenn mein Mann den etwa zehnjährigen Schlepper in die Werkstatt bringt, wollen die gleich einen neuen Schlepper verkaufen und den alten in Zahlung nehmen – die Reparaturen würden sich nicht mehr rentieren – sagt der Verkäufer. Um einen kleinen Schlauch zu ersetzen muss oftmals viel Zeugs aus-und wieder eingebaut werden . Die Rechnungen sind demensprechend und so wägt „Mann“ halt ab. „Frau“ würde aber Ärger machen :).
            Ein Teil der Käufer sind sicher auch Landwirte, die als 2.tes Standbein neu Lohnarbeiten durchführen möchten. Die neuen ( vorgeschriebenen ) Schleppschlauch-Güllefässer sowie Technik die Gülle ausbringt und sofort in den Acker einarbeitet, werden von der Politik vorgeschrieben. Ein normaler Landwirt kann sich solche Geschirre gar nicht mehr leisten bzw. die wären in unserer Gegend völlig überdimensioniert. Deshalb versucht sich der ein oder andere als Lohnunternehmer. Maschinen lassen sich gut finanzieren, das finanzielle Risiko ist weniger hoch als bei einem Stallneubau.
            Auch wenn Betriebe immer grösser werden braucht es entweder neue Technik ( mehr Fläche in der gleichen Zeit ) oder den Lohner.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Zulassungen, bedeuten nicht immer Käufe.
            Mich würde interessieren, wie viele der Trecker auf Liesing laufen, oder dem Landmaschinenhandel gehören.

            Hans, jetzt mal etwas privates, deine Post ist vielfach völlig daneben, wenn man bedenkt, was dieser Block den außerlandwirtschaftlichen Lesern sagen soll.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Hans,
                du hast zb. geschrieben, dass Du ein gutes Jahr hinter dir hast. Deine Kollegen klagen alle, dass sie finanziell am Limit sind.

                Eines von den beiden kann nur richtig sein.
                Sollten deine Erfolge auf dem Börsenparkett erwirtschaftet sein, dann solltest du dies den Lesern dieses Forums auch mitteilen.

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            • Brötchen sagt

              Du Ehemaliger finde ich nicht! Er hat eben manchmal eine etwas andere Meinung.
              Soll ja vorkommen!

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Ich auch!

                Der Unterschied ist der,
                dass weder ich, noch meine Kinder sich mit den Problemen mehr umschlagen müssen.

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          • Ferkelhebamme sagt

            Mensch, bauerhans, manchmal könnte man meinen, dass die Kommentarforen, in denen du dich sonst so rumtreibst, einen schlechten Einfluss haben.
            Denk mal nach: wenn die Banken keine Liquiditätskredite mehr gewähren, wie wirste wieder flüssig? Bezahlte Maschinen verkaufen, neue mit guten Konditionen finanzieren. Und welche Schlepper-Marke hat den geringsten Wertverlust?

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Landini? 🤣

              Vor 22 Jahren habe ich mir eine Miniausgabe von denen gekauft, Kosten 78.000 DM. Letztes Jahr hat mir ein Händler 25.000 Euro geboten.

              Allerdings, er ist sehr gut erhalten und die Stundenzahl ist überschaubar.

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            • Paulus sagt

              Ferkelhebamme, bist du sicher das der von dir aufgezeigte Weg auch nur mittelfristig zu irgendeinem Erfolg führt?
              Mich erinnert es fatal an die unselige Zeit des „sale and lease back“ sowie anderer großartiger Erfindungen der BWLer. Deren Protagonisten konnten kurzfristig mit Erfolgen und geschönten Bilanzen aufwarten. Gleichzeitig sah man, wie sie in bestimmten Restaurants mit den Headhuntern dinierten. Bevor die eigene Company in die Knie ging, hatten diese Wandervögel aufgrund ihrer vermeintlichen Erfolge schon längst einen anderen Job.

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              • Ferkelhebamme sagt

                Das habe ich nicht gesagt, ich sage nur, was mancherorts traurigerweise Realität ist, weil keine andere Möglichkeit mehr besteht.
                Keine Angst, unser Hektor steht (noch) in der Halle…

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  6. Smarti sagt

    Gestern habe ich mir die Videos angeschaut und gedacht ich sei im falschen Film. Wenn das eine Versammlung der Grünen gewesen wäre, OK – aber das soll die Zukunft der Lebensmittelproduktion in Deutschland werden ? Was da besprochen wird ist ja erst der Einstieg, welcher Landwirt mag sich eine solche Gängelung ( plus die ganzen anderen Probleme zusätzlich ) noch lange antun ?
    Einige „kleine“ Biobauern wollten für Ihre Produkte mehr Geld. Der Handel/ Konsument ist nicht bereit, mehr zu bezahlen. Also holt man Umweltschützer und Tierschützer ins Boot, damit die Politik mehr Geld bezahlt. Das ging gründlich schief ( peinlich genug, dass es einige noch immer nicht checken) – denn die Umweltverbände und Tierschüter samt Medien geben jetzt den Ton an und drangsalieren erst die Konvis ( z.B. Schweine/ Tönnies ) und gleichzeitig/ danach auch die Bios mit immer unverständlicheren, völlig überzogenen und realitätsfernen Vorschlägen.
    Brot und Spiele aus dem gleichen Topf bezahlt ! Die Spiele der Umweltretter kosten bald unzähligen Menschen das Brot ( was wir nicht mehr selber anbauen, stehlen wir jemand anderem ). Was derzeit in den Flüchtlingslagern der EU abgeht, spottet allen Menschenrechten.

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    • bauerhans sagt

      „Was derzeit in den Flüchtlingslagern der EU abgeht, spottet allen Menschenrechten.“

      das ist abschreckung mit berechnung!

      +1
    • Thomas Apfel sagt

      Die Umsätze insbesondere bei Bio-Fleisch spiegeln diese Aussagen aus den Umfragen nicht wider. Aber auch insgesamt gilt hier das gleiche wie für alle Umfragen, die den Befragten dem Mainstream entsprechend antworten lassen, um nicht als der Doofi dazustehen, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Wenn tatsächlich 25 % der Verbraucher mehr bio als konventionell kaufen zuzüglich der angeblichen 48 % die gelegentlich oder häufig Bio einkaufen, müsste bei Berücksichtigung der höheren Preise der Umsatz an Bio – Waren bei 25 – 30 % liegen – tut er aber nicht.
      Wenn Prof. Strohschneider sagt, man müsse sich irgendwo in der Mitte treffen, wenn man tragbare Kompromisse erzielen will, also jenseits der Wortpaare konvi versus bio, groß gegen klein, intensiv gegen extensiv,, ist die Voraussetzung dafür, dass sich nicht jede Partei ihr jeweiliges bestätigendes Wissenschaftssegment heranzieht, sondern neutral ausdiskutiert wird, wie der Zustand der Natur, der Böden, der Arten und Insektenmassenveränderungen tatsächlich ist, wird ein solcher Dialog keinen Kompromiss egal welcher Art ermöglichen. Zumal das BMU ja deutlich erklärt hat, dass „Umweltschutz“ nicht verhandelbar ist. Wenn eine Seite der Verhandler so dominant und medial unterstützt klarstellen will, dass sie allein im Besitz der alleinseeligmachenden Wahrheit ist, kann da nichts werden. Solchen Meistern im Zahlen verdrehen und dauernden Wiederholen von Halbwahrheiten und ganzen Lügen muss man eigentlich den Dialog verweigern. Ich glaube in der „Süddeutschen“ war heute wieder ein Artikel zum Insektensterben, der sich auf die vielen unzulässig extrapolierten „Studien“ (unter anderem auch Krefeld) beruft. Welcher Kompromiss, auf welcher Basis soll denn da von der „Zukunftskommission“ erarbeitet werden ? Wir können da nur Schadensbegrenzung betreiben und den Müll der uns übergestülpt werden soll irgendwie ertragbar mitgestalten.

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      • Arnold Krämer sagt

        Richtig, der Agrarsektor ist für politische Kompromisse, die gesamte Produktionstechnik betreffend denkbar ungeeignet. Das ist unerträglich und im Bereich der Tierhaltung schon sehr gut zu beobachten. Aber welcher Politiker stellt sich hin und gibt dies klar und deutlich zum Besten. Der ist politisch erledigt. Besser lässt man die Landwirtschaft in D kaputt gehen als die eigene Karriere.

        +11
      • Brötchen sagt

        Thomas das Problem dabei ist:

        „Wir können da nur Schadensbegrenzung betreiben und den Müll der uns übergestülpt werden soll irgendwie ertragbar mitgestalten.“

        in der Biologie funktioniert das nicht immer, die Natur ist unbarmherzig, du kannst nicht mit einem bisschen davon und davon das gleiche erreichen.
        Das hat immer Konsequenzen!

        Sieht man gut an den Pflegeheimen, eigentlich ein Skandal oder Desaster!
        Das ist extrem teuer und die zucken nur mit den Schultern.
        Sowas wäre in der Tierhaltung undenkbar und würde nicht akzeptiert!

        +5
        • Brötchen sagt

          z.B. Energiewende, wenn man nichts also 0 mit immer größeren Zahlen multipliziert kommt immer wieder Null raus.

          Deswegen rege ich mich ja und auch viele andere so auf, ansonsten könnte es einem ja egal sein.

          Die Bedrohungen sind existentiell! und flächendeckend!

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        • Thomas Apfel sagt

          Das ist genau das Problem. Da reist in Brandenburg und anderswo ein Prof Kratz (Vorstand NABU Brandenburg) durch die Lande und predigt der Obstbau sei das Gefährlichste für die Insekten überhaupt. „Das sind vergiftete Todesfallen für die Insekten. Die fliegen da rein und kommen nie wieder raus“.
          Das wird weiter und weiter so gepredigt, trotzdem wir hier vor Ort mit dem Regionalverband gut zusammenarbeiten und die Biodiversität bezüglich Insekten, Feldvögeln und sonstigem Klein- oder Großwild, eine der höchsten aller Agrar-Biotope ist (von den NABU´s selbst erfasst). Die Oberstrukturen werden auch dann noch weiterhetzen, wenn längst das Gegenteil bewiesen ist. Das Geschäftsmodell ist einfach so.
          Das Gleiche gilt für den Ackerbau. Die eigentliche direkte Wirkung der Pflanzenschutzmittel wird grandios überzeichnet. Das Problem sind eher die randscharfen oder sogar überlappenden Behandlungen der Randstreifen. Da kann ganz schnell Abhilfe geschaffen werden, es reichen schon relativ schmale Streifen im Übergang zu Wegrand und Gehölzstrukturen. Stark verschärft wird das Ganze nur durch die Forderungen nach extremer Kleinteiligkeit bei den Schlägen. Zudem muss die gesamte Landschaftsstruktur betrachtet werden. Diese entschärft bei genauer Betrachtung oft die angebliche „Vereinheitlichung der Agrarlandschaften“ in Bezug auf ihre Wirkung auf die Biodiversität. Ich habe mir im Herbst dankenswerterweise einen Betrieb in Süddeutschland ansehen dürfen, Ackerbau, Milchkühe und 10 % Streuobstanbau, Was soll so ein Betrieb neben dem Streuobstanbau auf der extrem kappen Ackerfläche (mit hoher Bodengüte) denn noch tun. Auch dort ist die Biodiversität sehr hoch und mit dem Steuobstanteil ist das maximale geleistet. Da kommen dann die Fuzzis der Naturschutzverbände und tun so, als sände die Ackerfläche irgenwo in der Wüste. Das ist eins der wirklichen Probleme. Wir haben eine diverse Landwirtschaft in diversen Landschaften, das müssen wir stärker nach Aussen tragen.

          +7
          • Brötchen sagt

            Thomas ich habe den ganzen Schrott aus dem Papier überflogen, was zur Tierhaltung geschrieben wird, ist nur ein hilfloser Versuch von irgendwelchen praxisfernen Fantasten, ohne Ideen und Hintergrundwissen.
            Schreiben da auch noch Ziegen und Schafe hin, als ob wir die jemals hier wieder flächendeckend hinzubekommen würden. Selbst die es schon gibt, sind meist kurz vor dem Aufhören, weil das Geschäft nicht mehr so läuft und eben der Wolf den Aufwand ins exorbitante treibt!

            „Da kommen dann die Fuzzis der Naturschutzverbände und tun so, als sände die Ackerfläche irgenwo in der Wüste. Das ist eins der wirklichen Probleme. “

            Die ernten heute in den „Wüsten“ soviel, da hätten wir zu Ostzeiten von geträumt.

            Man muss auch immer dazu sagen, mit welchem Aufwand!

            „Stark verschärft wird das Ganze nur durch die Forderungen nach extremer Kleinteiligkeit bei den Schlägen. “

            Wüsste nicht wer das im Osten noch bewirtschaften soll, vielleicht aus dem Homeoffice.

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            • Inga sagt

              Ich denke mal die
              “ Fuzzis der Naturschutzverbände “

              sollten sich mal mehr in das Thema Landwirtschaft reindenken und -bilden.
              Und dann, aber erst dann können sie relevant darüber urteilen!
              Wenn nicht beiben sie Lachnummern!
              Ich denke mal, die wissen auch nicht, dass es hier im Westen in der arbetsingensiven Zeit die Bauern mit der Flurbereinigung nachgemacht haben.

              Ob diese Fuzzis den modernen Ackerbau von heute noch mit der Bilderbuchlandwirtschaft von 1950 vergelichen?

              Ach ja, denen felht es ja an der landw. Ausbildung!!!

              _ Ich kenne einen, einen anständigen Städter,
              der fragte mich, ob man die klassische 3-Felderwirtschaft von früher nicht mehr einhalten könnte, weil so viel Ackerland bebaut worden ist und sich die Städte zu weit ausgebreitget haben.

              Der fragt wenigstens anständig!

              +2
        • Brötchen sagt

          Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, in einer großen Stadt haben sie aus zwei Pflegeheimen jeweils 25 Tote rausgetragen in kurzer Zeit!

          Jeder Tierbestand wäre für sowas gesperrt!

          Ich mache mir schon Gedanken wenn ich mal 2 oder 3 Tote in kurzer Zeit habe und die haben über 20!

          +5
          • firedragon sagt

            Der Tierbestand würde nicht nur gesperrt … was da eigentlich gemacht wird, kannste eher nicht im Altenheim umsetzen …

            Hatten uns beim Frühstück unterhalten, warum Schaf und Ziege in der dt.Ernährung nicht höher angesiedelt ist, wo doch im Mittelalter fast jedes Haus Ziegen/Schafe hatte.

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            • Brötchen sagt

              Gibt es einige Gründe:

              1. wenig Tradition
              im Osten gab es nur Altschaffleisch, weil die jungen Tiere in den Westen gingen
              2. rel. teuer
              – da es genug Abnehmer von bestimmten Bevölkerungsgruppen gibt
              – geringe Vermehrungsrate
              3. Schlachtung teuer, da wenig verwertbare Masse da eben Wiederkäuer mit großem Verdauungsapparat
              4. weitergehende Verwertung teuer

              Zerlegeaufwand usw. das ist bei anderen Tierarten einfacher

              5. Zubereitung auch anspruchsvoller

              Convinenceproblematik

              6. im Mittelalter war die Ziege die Kuh des kleinen Mannes und hat vielen Familien das Überleben gesichert, vor allem Kleinkindern

              trifft auch auf die Zeit nach 45 zu.

              Auf Fotos aus dieser Zeit sieht man öfter eine Ziege, wenn man genau hinsieht.

              Ich sammel sowas….;)

              Es gibt Bestrebungen den Verzehr etwas anzukurbeln, ist aber schwierig.

              6.

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              • Smarti sagt

                Die Kosten der Fleischbeschau einer Ziege übersteigt den Gewinn des verkauften Fleisches. Ziegen sind anspruchsvoll was Futter, Haltung und Einzäunung angeht. Ziegen und Schafe können zuweilen auch recht laut sein und riechen – Anwohner beschweren sich.

                +1
                • Brötchen sagt

                  Smarti ist wie mit der Gans,

                  das rechnet sich z.B. nur wenn Bettfedern gewonnen werden.

                  Die Gans ist ja der Wiederkäuer beim Geflügel.

                  Nur weil das eben Tradition in D. hat, werden exorbitante Preise für den einen Anlass für eine Gans bezahlt.

                  Jetzt über das Jahr gesehen, würde sich das nie ein Kundenstamm in Größenordnungen leisten.

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                • firedragon sagt

                  Brötchen, Smarti,
                  wunderbare Kosten/Nutzen – Gründe, warum viele Berufsschäfer kaum/keine Nachfolger finden.
                  Und unverständlich, warum „Hobbyhaltung“ dieser Tiere von Politikerberatern ernsthaft als eine Art Standard „verkauft“ wird.

                  +2
                • Brötchen sagt

                  Drachen, die Halter welche große Herden haben, sagen immer sie leben von der Landschaftspflege bzw. Naturschutzleistungen.
                  Allein vom Lämmerverkauf ist es schwierig, geht aber bei einer sehr großen Herde und wirklich knallharter Konzentration auf die Fruchtbarkeit und guter Fleischigkeit der Tiere.

                  wenn Du rechnest 1000 der Herde mit 1,5 Lämmer pro Mutter, dann hast Du 1500 Lämmer mal 20 kg mal 3,00 Euro pro kg= 90000 Euro.

                  Dann spielt eine große Rolle, wieviel Fläche man hat:

                  200 ha * 260 Euro Förderung = 52 000 Euro

                  Landschaftspflege vielleicht 20000 Euro

                  sind insgesamt 162 000 Euro Umsatz oder Geldbewegung…

                  Das ist nicht so schlecht.

                  Bist Du aber eben das ganze Jahr beschäftigt rund um die Uhr.

                  Glaube die Lämmerpreise lagen auch schonmal bei 3,4 Euro und 20 kg bzw. 1,5 Lämmer ist auch nicht so einfach zu schaffen.

                  Was sie im Fernsehen immer zeigen sind so 10 Schafe und dann spinnen die sich aus..

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                • firedragon sagt

                  Jep Brötchen, rechnet sich wohl nur, wenn man die Tierhaltung in Programme integriert. Hatte unser Schafhalter auch mal gemacht, er kam aber dann an seine Grenzen, weil er allein war/ist und die Flächen zu weit weg waren. War ein guter Verdienst, meinte er.
                  Jetzt helfen wir ihm mit Winterfutter aus, indem er auf einen Teil unsere Äcker mit seinen paar Tieren darf. Ist aber natürlich auch nichts, was als Standard herangezogen werden sollte!

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                • Brötchen sagt

                  Drachen ich habe Zahlen gesehen pro Mutterschaf, das war jetzt nicht so schlecht.
                  Glaube das ging von 350 € bis über 400 € pro Mutterschaf das schaffen andere Bereiche in der Tierhaltung nicht!
                  In meinem fiktiven Beispiel habe ich nur die Hälfte.

                  Setzt natürlich voraus, er muss nicht viel Futter zukaufen und erzeugt das selbst recht günstig.

                  In Norddt. kam mal so eine Sendung da hatte einer mehrere große Herden, da kannst Du natürlich einiges mit einander verknüpfen.

                  So kleine Herden ist bestimmt schwierig, es sei dann man hat richtig gute Einnahmen Naturschutz usw… sagen wir 150 Tsd Euro pro Jahr 😉 da wird dann selbst der Bauer Willi blass 😉

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              • Inga sagt

                Man ist ja nicht ja nicht umsonst auf die Kuh mit ihren Vorteilen umgesteigen.

                Die Milchausbeute ist leichter
                die Fleischausbeute ist leichter
                und große Wagen konnten sie auch noch ziehen

                und mehr wertvollen Dung machten sie auch.
                Die Rasse der Simmentaler (Fleckvieh) war oder ist besser zum zeihen geeignet, weil sie stärker ist, dafür in der Milchleistung etwas schwächer,
                aber die Metzger lieben ihre Muskeln.

                Ob es so ein Fleischinstitut gibt,
                wo man feststellen, dass die Muskeln von Simmentaler Rinder für Intvitrofleisch besser geeignet sind?

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  7. bauerhans sagt

    auf seite 17 bis 21 wird die Vielfältige Fruchtfolge beschrieben,die bei mir oft zu problemen mit der abgrenzung führt.
    weil ich wenige m2 bei einzelnen früchten überschreite,zieht das kürzungen nach sich.
    1350€ pro ha würde ich sofort mitnehmen,aber reicht das geld für alle??
    Frau Heinen-Esser musste als CDU-Ministerin diese Aussage treffen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ein Umstand, den Herr Flasbart „versehentlich“ ins Licht gerückt hat, ist sehr interessant:
      Die Rahmenbedingungen für die Landwirte können nicht erst im Herbst zwischen irgendwelchen Koalitionspartnern ausgehandelt werden, sie sind als übergeordnet zu betrachten“.
      Dies zeigt einerseits, dass die Verwaltungen sich in einem unfassbar anmaßenden Selbstverständnis verselbständigen und die Demokratie und Wahlentscheidungen der Bevölkerung ad Absurdum führen können. Wozu soll ich noch wählen gehen, wenn zunehmend selbsternannte Könige und Fürsten entscheiden (symptomatisch auch im Umgang mit der Corona-Krise).
      Andererseits finden solche Prozesse ja tatsächlich ausserhalb der Tagespolitik statt. Wichtig ist hierbei aus meiner Sicht eine neutralere und nicht von den Vorlieben der Moderatoren und Journalisten/Reporter/Schauspieler/Produzenten gesteuerte mediale Berichterstattung und Diskussion. Bauernverbände, wie auch NGO´s sind als Lobbyisten in eigener Sache unterwegs und da kann nicht die eine Seite 90 % der Sendezeiten und Seiten einnehmen und die andere (die 90 % der Betreibe repräsentiert) mit unter 5 % der Sendezeiten versehen sein. Das muss durch politische Eingriffe gesteuert werden, denn die ö.r. Medien gehören nicht den Akteuren derselben, sondern dem Steuerzahler und sind somit zur Neutralität verpflichtet.

      +13
      • bauerhans sagt

        ein mitglied des Rundfunkrates hatte mir gesagt,dass beschwerden höflich zur kenntnis genommen werden,aber ohne mehrheit läuft nix.

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      • kritischer_Leser sagt

        Der Druck noch vor der BT Wahl fertig zu werden, und damit nach Ihrer Lesart Wahlentscheidungen „ad Absurdum“ zu führen, kommt übrigens von Frau Klöckner. Flasbarth ist hier vor allem der Getriebene, weil das BMU formal im Prozess nur sehr wenig zu sagen hat. Wenn die sich jetzt total verweigern, bleibt ihnen am Ende garnix mehr. Wer Entscheidungen in der Landwirtschaftspolitik gerne bis NACH der BT-Wahl aufschieben würde, sind vor allem die Grünen!
        Nach Ihrer Diagnose heißt das also: Frau Klöckner fürchtet um ihre schwarzen Mehrheiten und will darum schnell Dinge durchbringen, die möglicherweise NACH der BT-Wahl nicht mehr dem Mehrheitswillen entsprechen!

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  8. Thomas Apfel sagt

    Das Interview habe ich mir noch nicht angesehen. Der Text ist aber eindeutig. Das BMU favorisiert den Öko-Landbau- was an sich keine Überraschung ist. Kritisch ist der (nun schon zweite) Versuch aus der gesamten Öko-Landbau-Fläche voll geförderte Ökologische Vorrangfläche zu machen. Das kommt so deutlich nicht rüber, wird aber in der sgm. Formulierung „die Flächen des Öko-Landbau´s erfüllen diese Forderungen nahezu vollumfänglich“ ihren Ausdruck. Im Klartext heisst das, alle Förderungen, die möglich sind, sind auf den Öko-Landbau vollumfänglich anzuwenden. Dies ist insbesondere im Zusammenhang mit der Forderung, die Förderung immer an die konkrete Maßnahmefläche und nicht in Anrechnung an die Gesamtfläche zu gestalten, festgezurrt.
    Im Klartext bedeutet das eine Umschichtung von ca. 1,2 – 1,5 mrd € aus der konventionellen in die Bio-Landwirtschaft. Das ist noch eine ganze Nummer schärfer als der Vorschlag von Oppermann und Lakner aus 2017, der auch schon zum Ziel hatte klammheimlich die gesamte Öko-Fläche einheitlich mit 1.350 €/ha zu fördern.
    Da es uns gelungen ist dies offenzulegen, wird nun im 2. Anlauf schön versteckt dasselbe versucht.
    Das müssen wir klar offenlegen und verhindern. Letztlich wird ein 100 % iges „gegen den Strom der öffentlichen Meinung (wie sie von BMU, UBA und NABU in den Medien verankert wurden) “ nicht gelingen. Daher müssen die Mindestforderungen der LW. und ihres Ministeriums folgende sein:
    1. Bei der Berechnung von Nachhaltigkeit ist der Ertrag, bzw. der Bezug der Maßnahmen auf die Menge an Produkt je Flächeneinheit zu berücksichtigen.
    2. Förderungen mit Umweltzielen müssen sich mit konkreten Flächen an Landschaftsstrukturelementen und stillgelegten Flächenanteilen orientieren.
    3. Produktionsflächen sind grundsätzlich aussen vor zu lassen und mit einer (möglicherweise degressiven) einheitlichen Betriebsprämie je ha zu versehen.

    Insgesamt ist aus meiner Sicht der Bezug der Maßnahmen auf konkrete Flächen (wie bei Lakner/Oppermann) nicht der schlechteste Weg – vorausgesetzt nicht alle Öko-Flächen sind automatisch in der Maximalförderung.

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