Bauer Willi
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Hybridhühner vs. Rassehühner: Ansichten eines privaten Hühnerhalters

Robert ist leidenschaftlicher Hühnerhalter. Er hat mir einen Text geschickt, in dem er seine Sicht der Dinge zu Hybriden und Rassetieren darstellt. Um es vorweg zu sagen: in einigen Punkten bin ich nicht seiner Meinung, will den Artikel aber gerade deshalb zur Diskussion stellen. Hier seine Thesen: 

  • Rassehühner sind robuster und bringen länger Leistung

Ein Masthähnchen lebt sechs Wochen, eine Legehenne vielleicht 18 Monate, dann haben sie ihre Leistung erbracht. Das war einmal anders. Erst ab 1960 kam die Zucht der Hybridhühner auf, die nicht von AB, sondern ABCD Elterntieren abstammen. Kein Geringerer als der ehemalige US Vizepräsident Henry Wallace übertrug die Hybridzucht vom Mais auf Hühner. Dieses Wissen hat er sich als Gründer des Saatgut-Pioneers „Hi-Bred“ angeeignet.

Inzwischen gibt es weltweit noch vier große Unternehmen, die sich in der Hybridzucht der Hühner durchgesetzt habe. Es handelt sich um Grimaud, Tyson, Hendrix Genetics und die Erich-Wesjohann-Gruppe. Diese und auch die vorherigen Konzerne haben nicht irgendwelche Rassehühner miteinander gekreuzt. Es wurden aus Hühnerrassen geeignete Exemplare gesucht, um diese in konsequenter Inzucht zu erhalten. Aus den Hühnerrassen entstehen optimierte Zuchtlinien, die in ihren entscheidenden Eigenschaften reinerbig sind.

Wenn zwei Elternpaare Hybriden hervorbringen, so wird bei der heutigen Hühnerzucht sogar mit Doppelhybriden gearbeitet. Es gibt zwei Elternpaare, deren Nachkommen wiederum gekreuzt werden. Die entstehende F1 Generation bringt sehr viel Leistung, eignet sich jedoch nicht für die weitere Zucht.

Aus einigen hundert Urgroßeltern (Erhaltungszucht) entstehen tausende Großeltern (A+B und C+D Kreuzung), aus denen Hunderttausende Eltern (AB+CD Kreuzung) und damit Millionen F1 Hybridhühner entstehen.

Die Betreiber von Lege- oder Mastbetrieben sind auf die Vermehrer angewiesen, diese auf die Konzerne. Es kann also keiner aus der Reihe tanzen, ohne direkt aus dem Geschäft zu sein, da Rassehühner seit 1960 unwirtschaftlich sind. Diese bringen bis über 200 Eier im Jahr, Legehybriden bis über 300 bei besserer Futterverwertung.

  • Masthybriden wachsen sich zu Tode

Ob Lege- oder Masthybriden – selbst in den letzten Jahren zeichnen sich Leistungssteigerungen bei der Broilerzucht ab. Dabei wachsen Masthybriden bereits jetzt so schnell, dass sie krank werden. Das Skelette kommt nicht mit, weswegen die Tiere sich nur noch eingeschränkt bewegen können. Dieses führt zu Ausfällen und vor allem Tierleid. 1960 lebten Masthühner noch 90 Tage und legten am Tag rund 20 Gramm Gewicht zu. Im Jahr 2004 waren es 62 Gramm Tageszunahme bei 29 Masttagen. Das sind noch gute vier Wochen.

Bereits die Urgroßeltern, Großeltern und Eltern leiden, da sie viel weniger Futter erhalten, als sie fressen würden. Sonst könnten diese Tiere nicht lange genug leben und sich fortpflanzen. Die Ausfälle sind dennoch sehr hoch.

Während bei den Masthybriden Hennen und Hähne wenigstens noch einige Wochen haben, so sind die Hahnenküken bei den Legehybriden sozusagen ein Abfallprodukt. Die Legehybrid-Hennen bringen für über ein oder bis maximal zwei Jahre eine hervorragende Leistung, fallen dann allerdings rapide ab. Da der Fleischbedarf der Menschen durch Masthybriden gedeckt wird, landen Legehybrid-Hennen meist in das Tierfutter oder die Fleischentsorgung. Bereits während der Legezeit sind die Ausfälle je nach Haltungsart sehr hoch.

Es haben sich aufgrund dieser Zuchttechniken spezialisierte Haltungsarten etabliert. Die Erhaltungszucht der ABCD Rassen und deren Kreuzung ist Geheimsache der Konzerne. Bekannt ist immerhin, dass Leghorn für Legehybriden und Indische Kämpfer für Masthybriden eine entscheidende Ausgangsrasse darstellen. Die AB und CD Eltern werden in einer weiteren Phase zu ABCD F1 Hybriden gekreuzt, die in der nächsten Phase entweder in Lege- oder Mastbetrieben landen.

Der Grad der Spezialisierung in der konventionellen Hühnerhaltung  ist inzwischen so hoch, dass die Lege- oder Mastbetriebe ihr Futter und weitere Produkte direkt beim Konzern kaufen müssen. Es ist wie beim Genmais, dass der Hersteller direkt noch die Spritzmittel oder weitere Produkte mitverkauft. Die Bauern befinden sich in der totalen Abhängigkeit von diesen Konzernen, die eine Monopolisierung betreiben, um Preise diktieren zu können.

  • Hybridhühner im Vergleich zu Hühnerrassen

Hybridhühner werden nicht mehr als Lebewesen, sondern als reines Wegwerfprodukt angesehen, welches jedoch punktgenau zu funktionieren hat. Dennoch werden auch aus Kostengründen oder wegen der Verfügbarkeit häufig Hybridhühner an Privatpersonen abgegeben. Diese haben meist wenig Ahnung von der Hühnerhaltung und würden sonst Rassehühner bevorzugen.

Wenn das Futter weniger optimal ist, dann werden Hybridhühner weniger Leistung bringen und bei weniger optimierten Haltungsbedingungen auch schneller krank. Doch auch dann sind Legehybriden zuerst wirtschaftlicher, hören jedoch schnell mit dem Legen auf, während viele Legerassen auch nach einigen Jahren noch eine gute Legeleistung haben. Westfälischen Totlegern wird sogar nachgesagt, dass sie bis ins hohe Alter sehr gut legen.

Rassehühner bringen ihre Leistung langsamer. Durch ein Gebäude gehen weniger Hühner oder es entstehen weniger Eier. Der Futterbedarf ist auf die Leistung betrachtet zugleich deutlich höher. Doch bei Zwiehühnern können Hennen und Hähne verwendet werden. Rassehühner können außerdem an regionale klimatische Verhältnisse angepasst und deswegen regional robuster sein. Oder die Fluchtinstinkte oder Tarnmuster sind noch gut ausgeprägt, womit die Hühnervögel in der Freilandhaltung besser durchkommen.

  • Das Problem der Leistungs-Gesetzmäßigkeiten

Je höher der Fleischansatz, um so weniger Eier werden gelegt. Je mehr Eier gelegt werden, um so seltener brüten die Hennen. Je schneller Masthühner wachsen oder je mehr Eier gelegt werden, um so anspruchsvoller sind die Tiere an ihr Futter oder ihre Haltungsbedingungen.

Sicherlich gibt es auch schwere Hühner, die gut legen, doch die Futterbilanz ist deutlich schlechter. Es gibt auch gute Legerassen, die ab und an noch brüten. Hier bedienen sich die Hobbyhalter jedoch einer zweiten Rasse oder einer Brutmaschine, um für Nachwuchs zu sorgen.

Unterschiedliche Hühnerrassen haben also unterschiedliche Eigenschaften. Es handelt sich nicht allein um Kulturgut, alte Hühnerrassen sind zugleich ein Genpool für die künftige Hühnerzucht. Doch keine dieser Hühnerrassen kann heute noch gegen Hybridhühner konkurrieren. Der private Hobbyhalter gibt sich in seiner Freizeit viel Mühe und bezahlt auch noch dafür, Hühnerrassen zu erhalten. Multinationale Konzerne greifen sich diese Hühnerrassen ab. Als Dank für die kostenlose Vorarbeit verdrängen sie mit ihren Hybridhühnern sämtliche Hühnerrassen, ohne die sie jedoch keine Hybriden hätten züchten können.

 

Mehr zur privaten Geflügelhaltung: https://www.huehner-hof.com/

 

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137 Kommentare

  1. James Taylor sagt

    Der Grundfehler beim Blick des Menschen auf das Huhn wird von einem Lied in dem deutschen Film „Glueckskinder“ des Jahres 1936 fokussiert, denn darin heisst es: „Ich wollt‘, ich waer‘ ein Huhn, …ich legte taeglich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei“. Das waeren dann knapp ueber 400 Eier im Jahr.
    Genau betrachtet sind alle Huehner, auch Rassehuehner, Hybride, denn das Wort bedeutet nichts anderes als Mischung oder Kreuzung. Die Huehner, die wir heute als Hybridhuhn bezeichnen, sind entgegen der verschleiernden Bezeichnung reinrassige Inzuchtlinien, d.h., ein Verfahren, das auch defensiv genutzt wurde, um gezielt die Vielfalt der Huehnerrassen und deren Merkmale hervorzubringen, wird hier ins Extreme fortgeschrieben.
    Das Bankivahuhn, der Urvater/die Urmutter unserer Huehner, legt etwa 20 Eier pro Jahr. Die meisten modernen Zweinutzungshuehner kommen auf 150-200 Eier pro Jahr und das ist, gemessen an der Veranlagung der Urform, bereits Schwerarbeit. Hochgezuechtete Industriehuehner schaffen 300 Eier pro Jahr, also alle 1,2 Tage ein Ei und sonntags wird es keines mehr.
    Diese Huehner produzieren somit aus ca. 160g Futter ein Ei mit einem Gewicht von 50-55g. Das kann nur funktionieren, wenn der Grossteil der aufgenommen Energie in die Eierproduktion geht. Andere Koerperfunktionen erleiden zwangslaeufig einen Mangel. Sollen Industriehuehner in sehr kurzer Zeit das maximale Gewicht erreichen, werden diese Funktionen des Koerpers unnatuerlich verstaerkt und alle anderen Funktionen leiden. So etwas nennt man Qualzucht.
    Waehrend beispielsweise Zweinutzungshuehner mit Recht als Nutztiere bezeichnet werden koennen, sind Industriehuehner nichts weiter als Fast Food, leere biologische Huellen, die zur Maschine umfunktioniert wurden, damit ein Produkt moeglichst billig in der Herstellung entsteht. Das Lebewesen wird zur Maschine pervertiert.
    Das kann man nun moralisch bewerten, man kann es wirtschaftlich bewerten, man kann aber auch rational bewerten. Egal, welchen Loesungsweg man waehlt, bei genauer Betrachtung sollte man es ablehnen, denn in einer Welt, in der die Wirtschaft ueber das Wohl und Wehe, aber auch ueber unser Leben entscheidet, geht das Industriehuhn in der Entwicklung ja nur voran. Wir Menschen sind fuer die Wirtschaft auch nur Humanwerkwerkzeuge mit Effizienzpotential. Das Schicksal der Industriehuehner ist nuechtern betrachtet nicht so weit weg von manchen Arbeits- und Lebensbedingungen in dieser ach so modernen Welt.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ja, und nun James? Weniger Menschen oder weniger Hühner? Wen wollen wir „weglassen“ aus dem System „Erd-Bewohner“?
      Was ist die Alternative für demnächst 9 Milliarden Menschen? Und wer setzt die Alternativen wie um?

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      • James Taylor sagt

        Wie kommen Sie auf weglassen? Aendern muss es sich. Die Art und Weise wie wir wirtschaften ist unabhaengig von politischen Systemen und sogar unabhaengig von wirtschaftlichen Theorien einfach auf Dauer nicht durchhaltbar. Die Anzahl der Menschen bedeutet ja nicht, dass wir nur deshalb Raubbau betreiben muessen, weil es viele sind. Der Schaden, den wir anrichten, wird nicht mehr steuerbar, wenn wir die Kontrolle verlieren, weil wir den Preis einer Ware in den Vordergrund stellen.

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        • Karl Timme sagt

          Herr Taylor,

          „diese Funktionen des Koerpers unnatuerlich verstaerkt und alle anderen Funktionen leiden. So etwas nennt man Qualzucht.“

          Diese Züchtungen dienen der Ernährung. Wenn Sie hier so drastisch Urteilen, wie fählt dann Ihr Urteil bei der Hundezucht (zu kurze Nasen, zu kurze Beine, u.a.) Kanichenzucht nur zu Schauzwecken. Was ist hier die steigerung Ihrer Qualzucht?

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          • Inga sagt

            Ganz richtig, Karl aber wie sollen wir es anders machen. 2 Nutzungshuhn, wie es Ursprünglich war, dann bitte auch dem Trieb nachgehen, es 7m Sand baden zu lassen? Wer soll das bezahlen?
            Alles Geld, was die Flüghäfen und -linien verurachen in die Landwirtschaft stecken undalles 100%ig Bio machen, also keine überzüchteten Tiere mehr und mit längerer Mast ohne Soja, dann aber das kg Fleisch 50 Euro? Oder es muss staatlich subventioniert werden? Abee das ist auch irgendwie ein Eingriff in den Kreislauf. Die Nahrungsmittelherstellung wird doch nur Subventioniert, damit sich die Leute umweltschädigen Konsum leisten können.

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            • Karl Timme sagt

              Inga,

              ich wollte hier die Moralisten an Ihre eigene Moral erinnern.
              Eine Effizientzucht mit dem Hintergrund die Ernährung zu sichern
              ist moralisch eher (sichtweise des Wolfs) zu vertreten als eine verwerfliche Zucht, nur um die Ästetik einiger Wohlstandsverliebter zubefriedigen.

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        • Stadtmensch sagt

          Es wird doch nicht besser, wenn man das Doppelte oder Dreifache für eine Portion Hähnchenfleisch bezahlen muss, damit es den Tieren besser geht (mehr Auslauf, ausgewogene Körperfunktionen, usw). Man muss dann den Raubbau ausweiten, weil der Futer- und Platzbedarf größer wird. Andere Ernährungsgewohnheiten lassen sich wohl nur diktatorisch durchsetzen, denn so wurden sie ja auch eingeführt. Ja , wirklich! Habe mal eine Reportage gesehen, da wurde am Beispiel der Verwertung von Rückständen bei Ölsaaten die Fleischproduktion und somit auch der Fleischkonsum angekurbelt. Die Wirtschaft wollte das so, der Konsument nimmt es gerne hin. Wie soll er auch individuell eine Folgenabschätzung hinbekommen?

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          • Inge sagt

            Wo hast du das gelesen Stadtmensch? Ich glaube richtig ist, dass von der Papsölproduktion die Reste vom Rapskorn, wo bestimmt auch wichtige Eiweissstoffe drin sind, als Rapskuchen zur Schweinemast benutzt werden und so Soja eingespart werden kann. Sicher wird die Mast dadurch billiger.
            Erdöl hat in der Tierernährung nichts zu suchen, es vereinfacht vielleicht den Weg des Tierproduktes von Land zur Stadt und begünstigt so die Massenlieferung, damit die Städter im Überfluss, bis der Arzt lommt konsumieren können

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            • Stadtmensch sagt

              Ich finds jetzt auf die Schnelle nicht. Der Weg war so: Irgendwann Mitte des letzten Jahrhunderts aht man erkannt, das Pflanzenöl ein super Rohstoff für die industrielle Produktion ist (man denke an Industrie-Nahrung auf Basis von Wasser-Fett-Emulsionen). Nebenbei noch die Nutzung als Ausgangsstoff für die Treibstoffproduktion (mit tw. negativer Gesamtenergiebilanz je nach Erhöhung der Energiedichte). Dabei fällt natürlich massig Presskuchen an, der sinnvol nur durch Steigerung der Fleischproduktion aufzufangen ist. Wieder negative Gesamtenergiebilanz, wenn man an die Umsetzungsverluste bei der Wandlung von pflanzl. Protein in tierisches denkt. Deshalb: Verschwendungslandwirtschaft, Qualzucht, Futterkonkurrenz Mensch-Nutztier,… nur Probleme und minderwertige Lebensmittel (s.o.). Hinzu kommt wahrscheinlich noch die „Abreicherung“ mit Spurenelementen bzw. Mikronährstoffen durch die chalatisierende Wirkung des systemisch eingesetzten Glyphosat. Who knows…

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              • Reinhard Seevers sagt

                Stadtmensch, man könnte den Presskuchen als Abfall ja auch entsorgen, das wäre dann nachhaltig in deinem Sinne? Stadtmenschen sind merkwürdige Zeitgenossen, find ich.
                Genauso wie man den Abfall der Braugerste wegwerfen könnte, oder die Kartoffelschlempe…..oder Speisereste oder oder……

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                • Stadtmensch sagt

                  Du hast es nicht verstanden. Negative Energiebilanz ist ein KO-Kriterium in Zunkunft! Der Mensch kann fast alle seine benötigten Aminosäuren aus allem möglichen Input synthetisieren. Es muss nicht Pflanzenöl sein und dieses Übermaß an tierischen Proteinen. Wenn wir noch nicht einmal die „Problemsoße“, die wir haben, so richtig aufdröseln können, wie sollen wir dann zu einer Lösung kommen? Lösung im Sinne von: „Ja, auf diese Ziele können wir uns aus diesem und jenem Grund alle bewusst einigen, weil es langfristig stabil zu sein scheint“

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        • Reinhard Seevers sagt

          James Taylor: „Die Anzahl der Menschen bedeutet ja nicht, dass wir nur deshalb Raubbau betreiben muessen, weil es viele sind. “

          Schöner Satz, könnte von einem Nobelpreisträger oder UN- Botschafter stammen, der theoretisch richtig liegt, es aber global niemals wird verhindern können, weil die Masse der Menscheit sich nicht so einfach umsteuern lässt.
          Denn neben der reinen Nahrungsversorgung wird noch der übrige Konsum zur Ressourcenverschwendung genutzt. Masse mal Konsum = Raubbau, mehr Masse = mehr Raubbau. Die Alternativen sind entweder Effizienzsteigerung (Faktor 5, v. Weizsäcker) oder Suffizienz (Niko Paech)…da streiten die Geister.

          1+
    • Brötchen sagt

      Von Tierzucht haben Sie nicht mal Grundkenntnisse Herr Taylor!
      Machen Sie den Test, stallen sie 5 Zweinutzungshühner und 5 Hybriden ein und zählen sie die Eier, wiegen Sie das Futter und die Hennen selber und zählen sie die toten Hennen.

      Dann ziehen sie einen Strich drunter.

      Ich halte und züchte selber Zweinutzungshühner drei Rassen, habe auch die königlich britischen Hühner gelbe Orpington. ( die legen extrem schlecht, sind sehr gute Brüter und super tolle Mütter, eigensinnigen Charakter, legen vor allem, wenn alle anderen Hühner nicht legen (Winter), die Hähne befruchten nicht sehr gut, das Federkleid ist nicht sehr stabil, die Hennen sind recht schnell „abgetreten“, vertragen aber recht gut schlechtes Klima)

      Bei Zweinutzungsrassen haben sie das Problem, das sie Ansatz- und Umsatzleistung kombinieren müssen und das ist züchterisch extrem schwierig, weil sich beides beißt.

      Hybridrasse bedeutet, daß der Leistungsdurchschnitt der Eltern unter dem der Nachkommen liegt. Sogenannter Bastard- oder Heterosiseffekt. Trifft vor allem auf niedrig erbliche Merkmale wie Fruchtbarkeit und Widerstandsfähigkeit zu.
      Das Ausgangslinien werden extra auf eine spezielle „Kombinationseignung“ gezüchtet.
      Wenn Sie ein Hybridhuhn weiter vermehren, bekommen sie als Nachkommen nicht das gleiche Huhn raus (mit den gleichen Eigenschaften), wie bei einem Rassehuhn.

      In der Reinzucht /Rassezucht ist der Anspruch, daß bei Verpaarung innerhalb der Rasse, Nachkommen entstehen, mit den wichtigsten Eigenschaften, die für die Rasse definiert wurden. Also immer wieder fast das gleiche Huhn in einem gewissen Schwankungsbereich.

      2+
      • James Taylor sagt

        Hallo Broetchen (lustiger Name!),
        ich bin, auch wenn ich Auslaender bin, auf einem Bauernhof aufgewachsen, und ich gehe einmal davon aus, dass Huehner in Mitteleuropa sich in etwas so verhalten wie Huehner auf einer Insel in der Nordsee.
        Eine Reinzucht bedeutet doch nicht, dass niemals Fremdblut anderer Rassen eingekreuzt wird. Das muss man sogar tun, weil man sonst in einem genetischen Flaschenhals landen koennte.
        Bitte wenden Sie das von Ihnen gesagte, und Sie sind ja offensichtlich Zuechter, auf die Fragestellung an: Ich zuechte eine neue Rasse.
        Um Merkmale zu verfestigen, ist es ueblich auch in begrenztem Umfang Inzucht zuzulassen. Das ist, weil es von den 30-40 notwendigen Generationen nur wenige betrifft, nicht kontraproduktiv. All ihre Rassehuehner sind so entstanden.
        Zur Wortbedeutung von Hybrid empfehle ich Google und dort die Herkunft und Bedeutung von Worten. Die Bedeutung des Wortes und die Art, wie wir das Wort nutzen, sind zwei Welten.

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        • Brötchen sagt

          Ich bin theoretisch und prakt. tätiger Tierzüchter seit Jahrzehnten das simple Zeugs müssen Sie mir nicht erzählen.

          Halte auch Vorlesungen und lehre bei Lehrlingen.

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          • James Taylor sagt

            Dann haben wir ja einen aehnlichen Lebensweg, lieber Herr Broetchen. Bin emeritierter Wissenschaftler. Vorlesungen halten ist mir gelaeufig, mit Lehrlingen hatte ich eher selten zu tun.

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            • Brötchen sagt

              Ich bin noch praktisch tätig und genau am Zahn der Zeit auf beiden Ebenen, im Märchenwald der ach so tollen alten Rassen ( engagiere mich da sehr) kenne aber die Grenzen genau und in der harten Realität, wo es um Kosten und Leistung geht und da schenkt einem keiner was.
              Man kann da auch arbeiten ohne dass man Tiere quälen muss.

              Ich habe schon viele kommen und gehen sehen, die mit alten Rassen und Zweinutzungsrassen Millionär werden wollten und ich kann es ja verstehen, wenn man als Rassezüchter stolz auf seine Arbeit ist und man Anerkennung „braucht“.

              Ja und ohne die fleissige Honigbiene, stirbt die Natur und alles so schöne Geschichten, die ich ja auch so gerne höre vorm Einschlafen.

              Aber sind eben Märchen, die im richtigen Leben scheitern. Als Hobby kann man das ja machen und wenn man sein Geld von der Sparkasse bekommt.

              In meiner Heimat gibt es noch eine sehr alte dt. Zweinutzungsrasse das DSN…das schwarzbunte Niederungsrind, die werden sehr professionell gehalten und gezüchtet in recht großen Beständen. Wenn sie sich die Leistungen und die Milchinhaltsstoffe ansehen, ist da kein so riesengroßer Unterschied zu den Holsteinern. Warum wohl, weil alles andere wirtschaftl. nicht geht.

              Und bei unserem Freund da im Oderbruch letztens in dem Zeit artikel, der hatte auch schöne robuste Standardhybridhühner in seinem recyceltem Bauwagen und die werden in auch retten in seinem Märchenwald.
              Da hat er jeden Tag schön Cash auf die Hand, wo er über die Runden kommt.
              Zweinutzungshühner verdienen nicht mal das Futtergeld. Weiß von was ich rede, habe gerade eine Rechnung von 800 € bezahlt für Futter.

              3+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Warum betonen sie, dass sie Ausländer sind?

          Meines Erachtens hat dies keine Auswirkungen auf die Hühnerzucht.

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          • James Taylor sagt

            Genau deshalb habe ich es explizit Herrn Broetchen geschrieben. Das hat einen Grund und geschah nicht zufaellig.
            Ansonsten haben Sie recht, aber Sie waren ja auch nicht gemeint.

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    • firedragon sagt

      „Andere Körperfunktionen erleiden zwangsläufig einen Mangel“
      Wenn man nur ein spezielles Zuchtziel oder Zuchtmerkmal verfolgt, wird es wohl so sein. Das gibt es oder gab es nicht nur in der Zucht von Nutztierrassen, sondern ebenfalls auch in anderen Bereichen der Tierzucht. Und da dient manche Zuchtrichtung einfach nur dazu, was dem menschlichen Anspruch bezüglich Ästhetik gerade eben genügt.

      1+
      • James Taylor sagt

        Oder eben einem virtuellen Zuchtziel entspricht. Die Zucht, die Tiere fuer die Ausstellung „formt“, beispielsweise Aylesbury Enten, entfernt sich durch vom Menschen frei definierte Merkmale schon sehr weit vom urspruenglichen Original.
        Bei Haustieren ist es ja auch so.

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        • firedragon sagt

          Herr Taylor,
          ich kenne mich mit Enten nicht aus. Habe Wiki aufgesucht und dort über „Ihre“ benannte Ente gelesen. Anhand der Beschreibung, würde ich die Aylesbury Ente zu den alten (schützenswerten) Nutztierrassen zählen und die Zucht doch eigentlich zum Ziel haben sollte, alte Merkmale zu erhalten.
          Was wird in der heutigen Zucht dort gemacht, dass sich heutige Enten vom Original entfernt haben?
          (Würde mich einfach interessieren, auch wenn es dabei nicht um Hühner geht und nichts zur Diskussion beiträgt)

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    • Ein Privatier sagt

      Die entfremdete Huhnmaschine

      „(…) sind Industriehuehner nichts weiter als Fast Food, leere biologische Huellen, die zur Maschine umfunktioniert wurden, damit ein Produkt moeglichst billig in der Herstellung entsteht. Das Lebewesen wird zur Maschine pervertiert.(…)

      Das ist keine Tatsachenbeschreibung, sondern Rot-Grüne Empörungspoesie.
      Hühner sind niemals „leere biologische Huellen“ und keine vernünftige Definition von „Maschine“ lässt sich auf irgendein Huhn der Erde anwenden.

      Die Entfremdung von der Arbeit
      http://www.vulture-bookz.de/marx/archive/quellen/Marx~Die_Entfremdung_von_der_Arbeit.html

      Btw.:
      Wenn ein Huhn eine Maschine wäre, dann hätten nur Sonderlinge Mitleid mit ihr.

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      • Brötchen sagt

        Privatier!

        Es ist nicht so, dass da nun gar nichts dran ist.
        Problem ist die Verhältnismäßigkeit und die Wichtung im System.

        Bei kleinen Tieren verliert man da schnell den Überblick.

        120 g und kein Ei mal 250 Tiere sind auch 30 kg pro Tag. bei der Hälfte des Monats sind das 450 kg mal 0,30 Euro sind 135 Euro pro Monat und 1620 Euro pro Jahr plus der Entgangene Ertrag in handlicher Rundform incl. Aromaverpackung.

        Der Einwand der jetzt kommt ist dann, die brauchen ja weniger anspruchsvolles Futter = Low Input Produktion. Wo man theoretisch mitgehen kann.

        Die Frage ist aber dann, kompensiert sich das wirklich?

        Und bis jetzt wurde das Huhn noch nicht gezüchtet, was dann als Sieger vom Platz geht, weil das auch niemand von den Verfechtern bisher gestemmt bekommt.

        ISA usw. ist alles pleite gegangen.

        Ansätze sind da, aber immer noch ein großes ?

        1+
        • firedragon sagt

          (flüster) Brötchen,
          ‚tschuldige, 30kg/Tag x 30T/Mon. = 900kg x 0,30€=270€ x 12Mon.=3.240€/Jahr

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          • Brötchen sagt

            @drachen, wenn die nur jeden zweiten Tag legen hatte ich gerechnet und das Futter dann. Die Eier sind eigentlich noch wesentlich mehr geld

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            • firedragon sagt

              Brötchen,
              waren die 30 Cent für Eier?
              Ich habe gedacht pro Kilo Futter – also reine Futterkosten.
              Weil Eierrechnung mir zu ungenau wäre, fressen tun die Viehcher ja immer, ob die legen oder nicht.
              Dann entschuldige bitte!

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              • Brötchen sagt

                Ja so ungefähr.
                Ist schon ok kann sich jeder Mal verrechnen.

                Das Problem ist ja die fressen und bringen keine Leistung.
                Die Hybridhühner würden ja ungefähr ein Ei bringen.
                So genau auch wieder nicht, die sind auch Mal unpässlich.
                angegeben sind die mit 300 Eier, die lassen dann auch nach.

                Dagegen sind die Legeleistungen der Rassehühner auch stark übertrieben. Wenn die 110 Eier legen ist das auch schon gut.

                1+
                • firedragon sagt

                  Brötchen,
                  meine kommen nicht auf 300 Eier Legeleistung. Denke mal, das funktioniert wahrscheinlich am ehesten bei den richtig professionellen Betrieben, davon bin ich Meilen entfernt, was Hühnerhaltung angeht.
                  So ein Huhn leistet schon viel, da darf’s auch mal unpässlich sein.
                  Wetten, am Sonntag haben die Hühner ein Schild am Nest angebracht „heute unpässlich“.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Rein gefühlsmäßig glaube ich, dass meine Hühner 300 Eier im Jahr legen.

                  Die letzten habe ich 24 Monate gehalten, aber die letzten 6 Monate haben die gestreikt, meisten nur noch täglich ein Ei bei 4 Hühnern. Es war über den Winter, da gab es keine Hühner zukaufen.

                  @ firedragon

                  Heute auch 4 Eier, obwohl Feiertag ist. 🙂

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                • firedragon sagt

                  Guten Abend Ehemaliger Landwirt,
                  wenn ich jetzt großzügig mit 30Eiern pro Tag rechne im Schnitt, habe ich bei 30 Tagen /Monat 900 Eier und im Jahr wären es 10.800 Eier. Teile ich das durch 40 (weil so viele Tiere sind tatsächlich im Stall), hätte ich pro Huhn/Jahr eine Legeleistung von 270 Eiern. Habe ich aber nicht wirklich, zur Zeit habe ich nur 20 Eier/Tag.

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  2. Sabine sagt

    Bei den, zugegeben zeitaufwendig zu schauenden, Links, fand ich bei den „Rettungshühnern“ einen Satz sehr wichtig: „Wenn meine Hühner so ausschauen würden, würde die Hälfte meiner Nachbarn nicht mehr mit mir reden und die würden mich anzeigen.“
    Wenn die Leute es sehen oder zu sehen müssten, würden das viele nicht mittragen. Selbst einwandfreie Tiere in den Tod begleiten, können wenige.
    Und da hängt für mich der Hammer und da haben sogar die durchgeknalltesten Veganer recht: Wenn ich das nicht selber so tun kann, muss ich mich fragen, warum ich damit einverstanden bin, wenn ich es nicht sehe. Das ist die eine ganz grundsätzliche Frage.
    Die andere ist, ist das Huhn so billig, weil es alle so billig haben wollen? Haben wir in den 70igern als das Schlachtgewicht deutlich niedriger war und die Brüste nur halb so groß, wirklich irgendwas schmerzlich vermisst?
    Muss es wirklich so extrem sein? Die Entscheidung an der Ladenkasse ist im Moment noch klar. Und noch lohnt es sich Tiere zu produzieren, die hoch-kalorisches Futter vorgesetzt bekommen müssen. Das kann sich jeder Zeit ändern. Da braucht es nur kleine Katastrophen wie z.B. eine neue Getreidekrankheit oder ein Soja-Schädling, dem man nicht so einfach Herr wird und dann braucht man vielleicht wieder Renn-Kuckucke und Gartenzwerge, die auch total auf Legemehl abfahren, aber zur Not auch die Miste drei Mal am Tag auf Links scharen und im Gras die Schnacken jagen.
    So lange bleiben sie für mich eine Alternative zu den „normalen“ Haustieren, ein schönes Hobby im Verein oder eben die erschwinglichste Art sich wieder mit Nutztieren auseinander zu setzen.

    2+
    • Mausschubser sagt

      Das Thema ist die bessere Futterverwertung. Sie ist zum einen die Grundlage der besseren Wirtschaftlichkeit und zum anderen auch aus Klima und Umweltsicht eigentlich erstrebenswert. Immer mehr Menschen steht immer weniger geeignete Anbaufläche zur Verfügung. Das kollidiert mit der ethischen Sicht. Die gesundheitlichen Aspekte für die Tiere sind ja nicht von der Hand zu weisen.
      Was mich an den Hybrid Lege-Hühnern vor allem ärgert ist, dass man kaum noch vernünftige Suppenhühner bekommt. Für den Genpool sehe ich das geringere Risiko.

      1+
      • Sabine sagt

        Vor 40 Jahren wäre ich ausgelacht worden, wenn ich denen erzählt hätte, dass die Weiden nicht mehr von schwarzbunten Kühen bevölkert werden, sondern die meisten Bauern, die überhaupt noch Tiere haben, hier ihr Geld mit Reitpferden verdienen und die, die noch Rinder halten, meist zottelige Briten mit Naturschutzauftrag betreuen. Hochlandrinder, Galloways? Wozu braucht man die denn? Die waren was für den Zoo, nicht für die Landwirtschaft. Die ersten Dexter-Rinder wurden als Hobby-Tiere nach Deutschland eingeführt. Was soll man auch in der Landwirtschaft mit Rindern, die kein Kraftfutter vertragen?
        Damals war größer immer besser. Größeres Rind gleich größerer Pansen gleich mehr Milch oder mehr Fleisch. Das war die Gleichung die man aufmachte und die ist ja auch nicht falsch, aber eben nicht für jede Fläche und jeden Betrieb richtig.
        Wieso sollte das nicht auch für andere Arten gelten? Vllt. ist es für den ein oder anderen dann doch wirtschaftlicher weniger Legemehl zu verfüttern und wieder auf Hühner kommen, die als gute Futtersucher gelten und -ähnlich wie meine Minis- sich morgens zwar an den Tränken drängeln, aber dann an den frisch aufgefüllten Futtertrögen vorbei auf die Wiese rennen und erstmal gucken, ob da nicht was besseres zu finden ist.

        1+
    • Paulus sagt

      Sehr geehrte Frau Sabine,
      „Wenn ich das nicht selber so tun kann, muss ich mich fragen, warum ich damit einverstanden bin, wenn ich es nicht sehe.“
      Ich bin Jäger, also sozusagen bekennender Tiermörder und ab und zu schlachte ich auch ein Hühnchen. Ganz einfach weil die betagten Leute, bei denen wir die Eier und eben auch die Hühnchen kaufen, körperlich nicht mehr so ganz auf der Höhe sind.
      Ich fürchte allerdings, dass ich in die Knie gehen würde wenn ich an einer gewissen Station in einem Schlachthof stehen müsste. Und mal eben 20 oder mehr Hühnchen am Stück, nach alter Väter Sitte zu schlachten, würde ich auch nicht sooo einfach wegstecken. Insofern verstehe ich schon, wenn der Akt des Tötens nur allzu gerne verdrängt wird.

      4+
      • Reinhard Seevers sagt

        ….Paulus, ich sehe das ähnlich. Es ist nunmal in unserer Arbeitsteiligen Welt so, dass andere die unliebsame Arbeit richten müssen. Wäre doch mal interessant, wenn jeder seine täglichen Ausscheidungen in einem Eimer zur nächsten Sammelstelle bringen müsste, oder die Totenwäsche seiner Angehörigen wieder selbst übernehmen würde, oder oder…
        Es gab sicher auch schon im Mittelalter Menschen, die das Schlachten anderen überlassen haben….nur haben die sich sicherlich nicht moralisch erhabener gegenüber den Schlächtern gefühlt, sondern waren froh, etwas Fleisch zwischen die Kiemen zu bekommen.

        0
        • Inga sagt

          Meine Schwiegermutter konnte bei der eigentlichen Tötung des Schlachtschweines beim Hauschlachten nicht dabei sein, weil sie kein Blut sehen konnte.
          Daher ist die Arbeitsteilung schon wichtig.
          Andere können besser operieren, schneidern, kochen, backen, gärtnern oder Bauernhof führen!
          Die Leute, die kein Blut sehen können, können oder wollen auch beim Kälbchen auf die Welt ziehen nicht helfen!
          Verständlich oder?

          0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        12 Hühner am einem Morgen, das ist die Höchstzahl.
        Es waren die Hühner meiner Schweigermutter und ihres Sohnes.
        Entweder war Mental nicht dazu in der Lage, oder der war zu Faul.

        Eines Tages fragte mich die jüngste Tochter, ob mir das Töten der Vögel spaas gemacht habe.
        Nein, hat mir nicht, habe es nur gemacht, weil meine Schwiegermutter gesundheitlich angeschlagen war.

        Andererseits macht es mir nichts aus, meine Hühner haben Eier zu legen und nach 18 Monaten werden die geschlachtet, das weiß ich schon beim Kauf.

        Ich persönlich bin der Meinung, dass eine Haltung bis zum natürlichem Tode, ein qualvolles Ende bedeutet.

        2+
        • firedragon sagt

          Guten Morgen Ehemaliger Landwirt,
          einen natürlichen Tod sehe ich jetzt nicht als qualvoll an, die Hühner schlafen einfach ein, was ich bisher so beobachtet habe.

          1+
              • Inga sagt

                Hast du genug beobachtet?

                Ist das bei denen nicht auch individuell?

                Als ich klein war, hatten wir mal eine Glucke an die 20jährige Nachbarin verborgen!
                Die hat die auf die Eier gesetzt und vergessen sie zu füttern.

                Was wird die für ein Tod gehabt haben?

                0
                • firedragon sagt

                  Du Inga, ich halte jetzt seit über zwanzig Jahren Hühner, habe schon viele sterben sehen – ich kann Dir jetzt natürlich nicht sagen, wie viel man gesehen haben muss, um eine Aussage bezüglich „Qualen“ machen zu dürfen.
                  Verhungert oder verdunstet ist bei mir noch kein einziges Tier und wenn ein Tier Anzeichen von Schmerz „zeigt“, wird es selbstverständlich erlöst – so fair sollte man sein.

                  2+
      • Sabine sagt

        Es geht ja nicht nur um das Töten, sondern auch um die Haltung. Wenn die Leute das alles so furchtbar finden und auch vor der Haustür auf keinen Fall eine Mastanlage haben wollen, sollten sie so konsequent sein und die Produkte auch nicht kaufen.

        1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es ist die Frage, was sie unter, auch vor der Haustür, verstehen.

          Vor ein paar Jahren ging ein Proteststurm los, wegen eines neuen Hühnerstalles, für 24.000 BIO Hühnern. Wohlgemerkt, die nächste Besiedelung ist 4 Km Entfernung.

          Inzwischen steht der Stall.

          0
        • Reinhard Seevers sagt

          Sabine, lies mal den bereits etwas älteren Beitrag, da kommt der Widerspruch ganz gut zur Geltung:

          Die ewige Sehnsucht nach der Idylle
          Wir verachten die effiziente Agroindustrie und verehren den edlen, einfachen Bauernstand. Warum sind wir so blauäugig? Versuch einer Erklärung.
          Von: Vinzent Börner, 14.6.2012, Zeit-online – Umwelt
          ….“….Ein Mehrertrag an Nahrungsmitteln gehört in einer überversorgten Gesellschaft wie der deutschen nicht mehr zu den erstrebenswerten Zielen. Er wird vielmehr verstärkt infrage gestellt, wodurch sich unmittelbar der Spielraum für die Wahl des „richtigen“ Modells zum Verständnis von Landwirtschaft erweitert. Das gewählte Modell muss dann auch nicht primär zu einer verbesserten Ernährungssicherheit führen. Es kann schlicht dazu dienen, sich Landwirtschaft vollständig und umfassend zu erklären- und damit Ohnmacht und Kontrollverlust bezüglich Herkunft der eigenen Nahrung zu vermeiden. Dass dies kein kompliziertes naturwissenschaftliches Modell ist, dem ja Ohnmacht und Kontrollverlust inhärent sind, sondern eher ein stark vereinfachendes, scheint unausweichlich.
          Das Modell muss auch nie seine Potenz bezüglich einer Produktion in ausreichendem Umfang beweisen. Schließlich sind seine Anhänger in der Regel keine Landwirte, noch möchten sie welche werden. Aus dem Zusammenspiel der Eigenschaften von Landwirtschaft als biologisches System und einer überwiegend satten Gesellschaft entsteht also die Möglichkeit, das Verständnis von Landwirtschaft für Zwecke des Kontrollerhalts zu instrumentalisieren.
          In einer Gesellschaft, die in einem Ozean aus Technologie, Risiken, Entmystifizierung und undurchschaubaren globalen Zusammenhängen nach Orientierung sucht, kommt der Landwirtschaft damit die Rolle eines letzten Hafens der Gewissheit zu. Die Vereinfachung landwirtschaftlicher Produktion in der gesellschaftlichen Wahrnehmung durch Anwendung eines entsprechend simplen biologischen Modells erlaubt eine Suggestion des Verständnisses über wenigstens diesen Teil der Gesellschaft und damit den Erhalt eines Restbestandes an Kontrolle.
          Industrialisierung und Verwissenschaftlichung bedrohen genau diesen Restbestand und werden deshalb von großen Teilen der Bevölkerung abgelehnt oder gar bekämpft, sobald sie offensichtlich werden. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung über Gentechnik, Massentierhaltung und Industrialisierung in der deutschen Landwirtschaft ist demnach nur zu einem geringen Teil den zugrunde liegenden – wichtigen und richtigen – Fragen von Sinn und Unsinn endlosen Wachstums, von Effizienzdruck, Naturverbrauch und technologischen Risiken geschuldet. Das belegen allein schon die Konsum- und Lebensgewohnheiten.
          Das führt zu dem Schluss, dass der Konflikt um die industrielle Landwirtschaft weniger rational begründet ist, sondern vielmehr eine Auseinandersetzung ist, die eine von Entfremdung und wachsender sozioökonomischer Ohnmacht geprägte Gesellschaft führt, um sich einen Rest an Kontrolle über ihr eigenes Leben zu bewahren.
          Den „Bauern“ ist damit nicht geholfen. Im Gegenteil, ihnen wird gesellschaftlich ein Platz auf der technologischen und materiellen Entwicklungsskala zugedacht, den man nur als „ganz weit unten“ bezeichnen kann.

          0
  3. Obstbäuerin sagt

    Unter »privater Hühnerhalter« verstehe ich jetzt Hobbyhalter oder ist das falsch? Da ich überhaupt keine Ahnung von Hühnern, habe, kann ich nur einen Vergleich zu den alten und neuen Apfelsorten bringen, wo das Problem ähnlich liegt. Hier werden ebenfalls die »alten Sorten« von Kleingärtnern und Apfelliebhabern wegen ihrer Abwesenheit in der Apfelproduktion betrauert und ihre sogenannten (die tatsächlich, wenn auch selten vorkommen) Vorzüge gegenüber modernen Sorten idealisiert. Es gibt aber, genau wie bei Hühnern, Parameter, die für eine Produktion in größerem Umfang vorhanden sein müsssen oder eben nicht. Das kann jemand, der einem Hobby zur Erbauung nachgeht nicht überschauen und sollte sich deshalb in seinem Urteil zurückhalten.

    6+
    • Stadtmensch sagt

      Warum sollte man das Wissen um Tier- und Pflanzenzucht ausschließlich den Konzernen überlassen? Ich bin sehr froh, dass die Beschäftigung damit in der Breite, nicht so leicht auszutreiben ist. Auch wenn einige das gerne hätten.

      1+
      • Reinhard Seevers sagt

        Wer treibt es aktiv aus? Es schleicht sich aus….wenn einige Wenige dem entgegentreten, dann ist das erstmal nicht schlecht, rechtfertigt aber nicht, die Mehrheit zu diffamieren, nur weil es nicht ins Rückwärtsweltbild passt.
        Wo ist die Gruppe, die sich mit dem Kutschefahren versus Auto beschäftigt? Oder die Gruppe, die sich mit dem Waschbrett versus Waschmaschine beschäftigt?

        3+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Bei uns gibt es 2 Hühnerrassen, einmal die Sundheimer, diese Zucht stammt von meiner Gegend. Dann gibt es noch Hanghühner, für steile Ausläufe. Bei denen ist ein Bein kürzer, damit die Quer zu Hang laufen können und die Eier sind viereckig, damit die Eier nicht den Berg runterrollen.

          Ich selbst werde bei neuen Hühnern nur noch Grünleger kaufen, bei
          grünen Eiern kommt immer ein unglaubliches Umweltgefühl hoch. 🙂

          Wie bei denen, wo Grün wählen.

          2+
          • Inga sagt

            Gibt es auch viereckige grüne Eier?

            Haben die Hanghühner einen verschrumpelten A…

            Sind die auch beser beim Misthaufen kratzen?

            Was fressen die sonst noch so?
            🙂

            0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Nein, meine Hühner legen keine viereckige Eier, weil sie keine Hanghühner sind, meine Hofstelle ist eben.

              Frage Zwei: Noch nicht nachgeschaut.

              Frage Drei: Kann ich nicht beurteilen, da kein Misthaufen vorhanden.

              Frage Vier: Neben dem Normalen Futter, auch Küchenabfälle. 🙂

              1+
      • Christian Bothe sagt

        @Stadtmensch,ganz einfach, weil die das Kapital und entsprechende Labor-und Versuchskapazitäten haben und weltweit vernetzt sind.

        1+
        • Brötchen sagt

          @Christian Bothe

          Das ist nicht mal unbedingt das größte Hemmnis.

          Das Hemmnis ganz konkret für die Hobbyzucht sind die Impfungen auf die Reihe zu bekommen und Platz für Nachzucht zu haben.

          Die Hähne musst Du eine Zeitlang halten, um zu gucken wie die sich entwickeln und ob die befruchten. Dafür brauchst Du Platz.
          Die vertragen sich auch nicht alle unbedingt. Ganz profan und dann anfangen zu züchten. Züchten bedeutet, das ich die Leistung kenne ( wie Legeleistung des Einzeltieres) und dann entsprechend kennzeichnen und verpaaren.

          Ich scheiter schon ganz vorne ;)…..und die anderen auch.

          3+
          • Robert sagt

            Hallo @Brötchen
            Für die Impfungen ist es gut, im Verein dabei zu sein da die das für alle organisieren. Und dort erhältst du auch immer die „Ausschusshühner“ der anderen. Die sind häufig froh, wenn sie die los werden. Selber züchten muss man gar nicht.

            1+
            • Brötchen sagt

              Robert hätte ich keinen Vorteil.
              Problem ist die Koordination der Vermehrung auf sehr wenige Zeitpunkte, daran scheitere ich.
              Impfungmittel krieg ich vom Tierarzt der kommt jede Woche, wenn man prof. mit Tieren zu hat.

              Da reden wir jetzt von einer Impfung!
              Prof. Hühner haben zich Impfungen.

              1+
              • Robert sagt

                @Brötchen
                In Vereinen geht es auch um Preise und um ständige Verfügbarkeit. Für ein paar Hühner kann man das teils gar nicht realisieren, für ein paar hundert oder tausende bei vielen Mitgliedern schon.

                0
        • Inga sagt

          Deswegen dürfen die Bauern auch nicht nachsäen, bzw. -züchten
          das Recht ist ihnen genommen worden und die Eigenschaft aus den Nutzpflanzen gleich raus gezüchtet worden.

          Ich empfinde das als Entrechtung des Bauern.
          Die Gene der Nutzpflanzen und -tiere müssen allen zugänglich sein,
          wie auch das Wasserrecht!

          Den Zuchtkonzernen bleibt doch die größte Arbeit damit, eben wegen mehr Wissen darum und eben wegen den Equipment, wie Labor usw.

          Was war das wieder für ein Theater, als in Norddeutschland irgendwie die beliebte Kartoffelsorte LINDA angebaut werden sollte, da haben die Konzerne Alarm geschlagen, weil da die Lizenz (beim Bundesaortenamt) von abgelaufen ist?‘

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            Inga, mein Bruder hat auch Linda im Sortiment, ist aber gegenüber den neuen Sorten nur von „Alten“ nachgefragt. Das ist häufig das Resultat von zu langem Vorhandensein einer Sorte. Früher gab es das gleiche Theater mit Sieglinde.
            Linda nachzuzüchten ist in meinen Augen ebenso ein Nostalgiephänomen. Die Vorteile neuer Sorten in Anbau und Lagerung sind ja nicht umsonst erzüchtet worden.
            Du kannst auch eine eigene Sorte züchten….wenn du alle Vorgaben erfüllst, ist das ja kein Problem, oder eben doch.

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      • Obstbäuerin sagt

        Stadtmensch, wenn ich ihn richtig verstanden habe, geht es um den Erhalt alter Hühnerrassen und nicht um Zucht. Das ist doch schön, wenn das auf privater Ebene gemacht wird aber aus der Diskussion um moderne Produktion sollten sie sich raushalten.

        2+
        • Brötchen sagt

          Erhalt bedeutet auch immer Zucht! Das verkennen eben viele.
          Du machst einfach ein paar Veredlungen und bist fertig 😉 stell ich mir jetzt mal so als Laie vor.

          Ich muss Hennen und Hähne vorhalten und jedes Jahr neu nachstellen!
          Gut ich kann alle alten schlachten, mache ich aber nicht!
          Ich habe noch nie eine Henne gegessen 😉
          Selbst wenn ich nicht nach Leistung gehe, mache ich auch nicht!
          In der Hühnerzucht züchtet/vermehrt man bevorzugt immer mit Junghennen ( im ersten Lebensjahr, wenn die anfangen zu legen).

          In der Praxis rotieren die untereinander Bruteier und wechseln die Hähne.

          1+
          • Reinhard Seevers sagt

            Ist Hühnerzüchten eigentlich das Gleiche wie Golfspielen oder Segeln?….just for fun?

            0
            • Brötchen sagt

              Ne eigentlich nur Stress;)

              Weil wenn gerade mal Ruhe ist, dann kriegen es die Hähne im Koppe. Oder die Hennen wollen mal gerade wieder brüten und davon zwei oder drei.

              Wie bei den Menschen.

              2+
              • Reinhard Seevers sagt

                Freiwilliger Stress? Du bist aber nicht sm- orientiert oder? 🙂

                0
                • Brötchen sagt

                  Kannst Ja auch auf der Couch rumliegen….;)

                  Du hast eben mit einem Lebewesen zu tun und bekommst „Feedback“.

                  Oder die Hähne krähen so schön..

                  Ich streichel jeden Tag die eine Glucke und die hackt mich dann liebvoll 😉

                  Der Nachteil ist einen Golfschläger kannst Du in die Ecke stellen.
                  Bei Tieren musst Du immer hoch…

                  1+
                • firedragon sagt

                  Brötchen,
                  welche Melodie krähen Deine Hähne, dass das als schön durchgeht? Sollte ich meinen beibringen, dann erfreut sich die Nachbarschaft eventuell auch daran 😇.

                  0
          • firedragon sagt

            Brötchen,
            was machst Du mit den „Althühnern“?
            Wenn wir aus Naturbrut zu viele Junghähne aufziehen, werden davon welche geschlachtet – recht dunkles Fleisch, überhaupt nicht weiß. Hühner essen wir auch keine, die dürfen alt werden, manchmal gebe ich welche lebend an andere Leute ab.

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            • Brötchen sagt

              Bis jetzt reicht der Platz und sterben tun auch welche.

              Fuchs und Habicht war im letzten Jahr nicht so das Problem, aber nur wegen des Hochsicherheitstrakts. Kann sich aber immer schnell ändern. Manche verlieren hier schnell mal 10 Hennen.

              2+
        • Robert sagt

          @Obstbäuerin
          Also etwas Kritik an einigen Produktionsmethoden wird man schon haben dürfen (wie z.B. Antibiotika im Futter wegen der intensiven Haltungsformen) sowie der kleine Hobbyhalter und Verbraucher da doch eh außen vorsteht und höchstens für Bio drauf zahlen darf, wenn er das nicht mehr mitmachen will.

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            Achso, der Preis rechtfertigt die Forderung? Keine Antibiotika, aber billig muss es bleiben! Sieh an sieh an….

            1+
            • Robert sagt

              Es würde reichen, wenn hochwertige Grundnahrungsmittel für jeden erschwinglich wären, womit jeder über genügend Einkommen verfügen muss, wie es in der Schweiz angestrebt wird. Und mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung ist das auf Dauer häufig auch billiger.

              0
              • Obstbäuerin sagt

                Die Frage ist nur, was Du unter hochwertigen Lebensmitteln verstehst, Robert. Welche Bauern produzieren den niederwertige (schlechte) Lebensmittel?

                2+
                • Robert sagt

                  @Obstbäuerin
                  Wir sind uns gewiss einig, dass Kartoffeln sich in Massen anbauen lassen und günstig in den Handel gebracht werden können. Auch kann man Kartoffeln in guter Qualität herstellen. Doch wer jeden Tag ausschließlich Kartoffeln erhält, hat schnell einen Mangel. Hochwertige Lebensmittel sind meiner Meinung nach Nährstoffreich, Schadstoffarm und ausgewogen. PS: Zum Nährstoffgehalt einiger Lebensmittel aus der Massenherstellung finden sich mit etwas Rechercheaufwand gewiss aussagekräftige Statistiken, die einen Schwund aufgrund der neuen Produktionstechniken und Zuchtsorten belegen.

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Robert

                  Eine Rückkehr zu kleineren Betrieben, diese Forderungen ist eine viel geforderte Illusion.
                  Selbst kleinere Betriebe machen nichts anderes, nur die Flächen sind kleiner und da fängt das Problem an.
                  Die etwas höheren Erlöse in Hofläden, werden durch höher Produktionskosten zum großen Teil aufgefressen.

                  Lässt man die Kartoffeln hungern, dann ist der Geschmack besser, aber welcher Kunde ist bereit, für die Kartoffeln das doppelte zu bezahlen, weil diese Art des Anbaues nur einen halben Ertrag bringt?

                  1+
              • firedragon sagt

                Robert,
                darf ich Dich mal fragen, ob Du in der LW tätig bist ?
                Vielleicht könntest Du mir auch erklären, was Du unter „nachhaltiger LW“ vetrstehst und ab wann diese Wirtschaftsform beginnt „häufig billiger“ (für wen?) zu werden.

                1+
                • Robert sagt

                  @firedragen
                  Bin nicht beruflich in der Landwirtschaftlich tätig und ein Beispiel will ich nennen, mir fehlt jedoch gerade die Quelle: Demnach wird das Trinkwasser in Frankreich laufend teurer, da das Ausgangswasser aufwendig aufbereitet werden muss. Sicherlich regnet es in Frankreich in vielen Regionen wenig, die Belastung vom Grundwasser oder das übermäßige Abpumpen machen es nicht besser. Für den Vorteil in der Gegenwart muss also künftig viel mehr bezahlt werden. Das ist dann nicht nachhaltig günstiger.

                  0
                • firedragon sagt

                  Sorry Robert,
                  was Du versuchst mir zu erklären, passt nicht wirklich zu meiner Frage.

                  1+
                • Obstbäuerin sagt

                  Seltsamerweise besagt aber oben erwähnte Studie, dass die Wasserinsekten weltweit um 11% zugelegt haben und der Grund dafür die verbesserte Wasserqualität ist, Robert.

                  0
        • Stadtmensch sagt

          Zitat @Obstbäuerin:
          „Das ist doch schön, wenn das auf privater Ebene gemacht wird“

          Das ist nicht einfach nur schön, es ist ein Backup. Stell dir vor, unerfindliche Gründen fängt der Monoplist an, mit seinen Spezialkenntnissen alle anderen zu erpressen. Oder irgendein Glied dieser hochspezialisierten Produktionskette fällt aus (wir haben ja gerade gelernt, wievile Zeit bleibt, wenn die Eltern- oder Großelterngeneration mal nicht liefern kann). Das ist jetzt nur ein Beispiel. Das Wissen wandert überall in die Software und da ist es nur noch ganz Wenigen zugänglich. In Zukunft heißt die Device wohl „Access“, ums mit Jeremy Rifkin zu sagen.

          @brötchen
          „Ich streichel jeden Tag die eine Glucke und die hackt mich dann liebvoll“

          Genau so! Dafür lohnt sich doch der ganze Mist 😉

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            Ja klar, ein backup….ich lach mich schlapp. Wenn es eine Dürre gibt, so dass es kein fließend Wasser mehr gibt, dann müssen Millionen Menschen ihre Hinterlassenschaft auf der Straße abliefern, abgesehen vom fehlenden Trinkwasser….da ist das Huhn das kleinste Problem. Wissen hin oder her, wenn die Grundlagen des Überlebens fehlen, dann macht auch Rassezucht keinen Sinn mehr.

            0
          • Robert sagt

            @Stadtmensch
            Bei den wenigen Monopolisten wäre es nicht unwahrscheinlich, dass die ihre Hühner soweit überzüchten, dass die Linien einbrechen und dann steht man da mit seinen zentralisierten Hightech Stallanlagen.
            Im Endeffekt ist die Verdrängung doch bereits geglückt, da nur noch die spezialisierten Hybridhühner wirtschaftlich sind und das alles ist, worum es geht.

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            • Lady sagt

              „Bei den wenigen Monopolisten wäre es nicht unwahrscheinlich… “

              Robert, wenn es wenige = einige Monopolisten gibt, dann sind es keine Monopolisten 😀 Aber dieser Fehler wurde hier schon häufig gemacht, etwa beim LEH.
              Ansonsten finde ich die Einblicke in die Hühnerzucht durchaus interessant. Mir war das so nicht klar.Aber was ist jetzt genau die Botschaft?

              1+
              • Robert sagt

                @Lady
                Einige dieser Konzerne scheinen eine regionale Monopolstellung zu haben sowie vermutlich alle dieses Monopol anstreben.
                Es ist eher ein informativer Beitrag, der zugleich aufzeigen soll, dass viele im Ehrenamt arbeiten, um historisch gewachsene Hühnerrassen zu erhalten die dann wieder Konzerne abgreifen um diese Hühnerrassen unwirtschaftlich zu machen – solange, bis diese Konzerne sich vielleicht kaputt wachsen und man dann sehr froh um das erhaltene Kulturgut ist. Ob Monopol oder Oligopol – da muss nur eine obere Ebene einbrechen, dann bricht das für den Moment bis unten durch.

                0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Zitat Robert: „Ob Monopol oder Oligopol – da muss nur eine obere Ebene einbrechen, dann bricht das für den Moment bis unten durch.“

                  Große Worte und ein hohes Maß an Apokalypse. Gerade die Rassehühner sind dann der Menschheit Rettung, is klar.
                  Ich verstehe nicht, warum die Rassezüchter nicht neben den Oldtimer-Freunden stehen, ist doch die gleiche romantische Verklärung der Vergangenheit. Die Zahl der Oldtimer nimmt in Deutschland übrigens zu, steht heute in der Regionalprawda. Je älter eine Gesellschaft, umso mehr „Altes“ kommt zu Tage. Zeit und Geld scheint genügend vorhanden für solche Hobbys.

                  1+
    • Einfacher Bürger sagt

      Mal eine einfache Frage wenn doch die alten Apfelsorten so toll sind warum picken die Vögel die modernen Äpfel an die dann ja auch noch mit gefährlichen Pestiziden behandelt sind. Handelt es sich um vegetarische Vögel. Durch Supermarktwerbung sind die Piepmätze wahrscheinlich nicht beeinträchtigt. Außer sie sitzen abends immer am Fenster und schauen sich die Werbung im Fernsehen an. Ich würde mich über ein ehrliche Erklärung freuen.

      1+
      • Reinhard Seevers sagt

        Wie jetzt? Alte Sorten stehen in gleicher Anzahl neben modernen Sorten und eine wissenschaftliche Studie hat belegt, dass die Vögel die modernen bevorzugen?
        Oder ist es doch nur ein „Gefühl“ des einfachen Bürgers?

        1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Genau so wie die Menschen, stellen die Vögel auch immer größere Ansprüche, was die äußerliche Qualität betrifft, Schorf wird bei den Vögeln auch nicht geduldet. 😉

        Mit schädlichen Pestiziden sind die Äpfel nicht behandelt, ich denke mal, dass die moderneren Sorten Süßer sind und das merken auch Vögel.

        3+
        • Inga sagt

          Bevorzugen die Vögel wirklich Süßes?
          Ist das bei den Körnerfressern evolutionär auch so angelegt?
          Oder ist es das mehr an Wasser, was in den neuen Sorten für den LEH ist?
          Vögel haben ja auch Durst, und gerade im Sommer?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Unreife Äpfel, das fressen die Vögel nicht und wenn die Wasser brauchen, das Wasser finden die.

            Habe 40 Hilde, das ist ein saurer Mostapfel, an die gehen die Vögel nicht, selbst im tiefsten Winter.

            1+
              • Reinhard Seevers sagt

                Inga, es gibt alte Sorten als Frühe, Mittelfrühe und Späte….Das hat doch nichts mit Alten Sorten zu tun.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  https://www.herzapfelhof.de/Apfelsorteninfo/

                  Inga, hier kannst du einmal einen Querschnitt der Apfelsorten eines einzigen Aofelbauern im Alten Land anschauen…
                  Früher wurden Äpfel vorwiegend nach ihrer Nutzung gezüchtet. Als die Stadtbevölkerung nun mit mehr gesundem Obst versorgt werden sollte, wurden Sorten wie z.B. der frühe Klarapfel aus dem Sortiment genommen, weil sie sehr Druckempfindlich sind und sich einfach nicht länger als eine Woche halten….
                  Heute richtet sich die Nachfrage nach dem Wunsch einer langen Haltbarkeit, einer Rotbäckigkeit (in Spanien will man eher grüne), nach der Haltbarkeit, nach der Fruchtsäure und der Süße.
                  Der Apfel ist so, wie der Kunde ihn haben will….manchmal eben auch nostalgisch, weil früher alles besser schien.

                  1+
                • Inga sagt

                  Ich dachte ja nur, weil wir früher auf der Weide viel im Herbst zu erntende Äpfel hatten.
                  Klar waren auch wenig Sommeräpfel dabei.
                  aber früher ging es ja auch um zu lagern.

                  Heute pflanzt man nach Nachfrage der Kunden an, oder?

                  Ist ja langwierig, wenn ein Baum Jahre braucht um Früchte zu tragen, oder?

                  Wie viel Jahre braucht ein Baum dazu?

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      • Thomas Apfel sagt

        Mal ein Wort zum Sonntag ohne Huhn:

        Wir haben alte und neue Apfelsorten im Anbau (insgesamt 150 Sorten). Die Piepmätze picken zu verschiedenen Zeiten verschiedene Äpfel an. Im Sommer und Herbst saftige weichere Sorten im Winter eigentlich alles (außer Hilde und Eiserapfel). Alte oder neue Sorte spielt da keine Rolle und mit IP zugelassenen Pflanzenschutzmitteln sind unsere Äpfel alle behandelt.
        Interessant ist, dass alle Tiere von Obstmade über Piepmätze bis zu Maus, Hase und Reh alle die Sorten bevorzugen, die irgendetwas mit Cox Orangen Renette zu tun haben. Das betrifft die Blätter, die Rinde und die Früchte gleichermaßen. An den Ribeston Pepping (Muttersorte zum Cox) gehen die wiederum nicht bevorzugt.
        Vor den Zeiten von Cox hatte „Cellini“ diesen Platz inne. Im Winter sind bei uns große Schwärme Wacholderdrosseln (früher Krammetsvögel), die nehmen alles mit was noch rumliegt. Eigentlich haben die sich an unsere Gegend gewöhnt, weil hier viel Sanddorn ist, deren Lieblingsspeise im Winter. Da ist inzwischen aus Amerika die Sanddornfliege (Verwandschaft von der Kirschfruchtfliege) eingewandert, Die Maden lassen für die armen Drosseln nichts übrig.
        Die Amseln hingegen lieben im Winter die „Mohrenköpfe“ (wie man früher sagte), also mit Monilia befallene Früchte. Ich habe immer den Eindruck, die werden davon besoffen.

        1+
  4. Christian Bothe sagt

    Erst einmal hat Robert das Fachliche zur Hybridzucht im Geflügelbereich richtig dargestellt.Was will er uns aber damit sagen? Hybridezucht ist ein Zuchtverfahren, um hohe tierische Leistungen zu erreichen und die Bedürfnisse der Menschen nach „gesundem“ Fleisch u.a. zu befriedigen.Dazu gehört ein ordentlich optimiertes KF, um in einer kurzen Zeit maximal und effektiv Broiler,Eier usw. zu erhalten.Das versteht man unter effektiver Tierproduktion und das ist die Aufgabe von Landwirten jeglicher Couleur.Im Übrigen ist die Bindung an einen Futterlieferanten Unsinn, was die Legehennen angeht!Habe selber KF an Betriebe vermittelt!Will Robert das Bankiva Huhn zurück?

    1+
    • Brötchen sagt

      Brauchste beim Huhn nicht, da man die schnell vermehren kann, im Gegensatz zum Rind.

      21 Tage Brutzeit, 16 Wochen Aufzuchtzeit. Theoretisch hast Du in ca. 20 Wochen neue Zuchttiere. Beim Rind vergehen da Jahre und dann hast Du eventuell eins.

      1+
  5. bauerhans sagt

    vor 60 jahren brachte mein opa regelmässig eier mit zwei reisetaschen mit der kleinbahn zu den städtischen kunden,der preis lag bei 25 bis 30 pfenning.
    mein nachbar,nebenerwerber, hielt seit den 70er jahren 500 hühner in einer legebatterie,fuhr samtags regelmässig in die stadt und verkaufte eier,kartoffeln und wurst direkt aus dem auto heraus.
    heute fährt hier noch ein bauer regelmässig mit kühllieferwagen herum und verkauft aus dem auto.
    hier in meinem ortsteil gibts noch einen vollerwerbsbauern,aber zwei discounter.

    0
    • Robert sagt

      Diese Zeiten würde ich auch gar nicht zurück holen wollen. Aber mit all unseren Möglichkeiten sollte ein wenig gewissenhafter gewirtschaftet werden, als für den Moment auf Turbo zu schalten und im nächsten Moment mit nem Schaden dazustehen. Was, wenn die Monopolisten sich kaputt wachsen, aber alles davon abhängig ist? Was ist mit der Güllekonzentration oder den Medikamenten und Pestiziden in der Nahrung? Was ist mit dem Flächenerhalt?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Mit wessen Möglichkeiten? Du sprichst von unseren…..was soll das sein? Nahrungserzeugung ist keine Momentaufnahme, sondern eine nachhaltig langfristige. Welche Monopolisten meinst du immer wieder? Nenn doch mal welche. Wer ist wovon abhängig? Wieso stellt die „Güllekonzentration“ ein Problem für dich dar? Kann man doch durch Verteilung ganz einfach lösen. Medikamente und Pestizide in der Nahrung? Ja, kann vorkommen, liegen in der Regel aber immer unter den Grenzwerten und werden ständig kontrolliert, sonst kämen sie nicht in den Handel.
        Was ist mit dem Flächenerhalt? Genau, was ist damit?

        1+
        • Robert sagt

          @ReinhardSeevers Es ist wohl ersichtlich, dass ich von den gesellschaftlichen Möglichkeiten spreche und in diesem Artikel geht es um die Monopolisierung der Doppelhybriden in der Hühnerhaltung, die derzeit stattfinden könnte. Anscheinend sind bereits ehemaligen Konkurrenten die Zuchtlinien zusammengebrochen, womit sie weg waren. Und wenn ich von einer Güllekonzentration spreche, dann liegt in dem Wort bereits die Kritik an der Verteilung. Sowie Flächenerhalt ein wichtiger werdendes Thema ist und die Bewirtschaftungsformen damit ebenfalls wichtiger werden.
          Aber möglicherweise ist auch alles falsch, was ein anderer sagt, da man seine eigene Meinung monopolisieren möchte? Hier zieht sich schon ein deutlich roter Faden in der Diskussion.

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          • Schmeckt gut sagt

            Robert. Es zieht sich ein deutlicher Faden durch ihre „Argumentation“, nämlich, dass sämtliche, landwirtschaftliche Entwicklungen und Innovationen der letzten Jahrzehnte (seien sie auch noch so fachlich und wissenschaftlich begründet) Teufelzeug sind. Sie sind es, der keine andere Meinung zulässt. Die Frage ist, ob sie einer derjenigen sind, die auf diesen Blog auftauchen, um mal richtig Alarm zu machen? Liege ich richtig?

            1+
      • Christian Bothe sagt

        @Robert,mit solchen „Spielchen“bzw. einer Hobby Haltung kannst Du keine 9 Milliarden Menschen ernähren!

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        • Robert sagt

          @ChristianBothe
          Mit Raubbau an der Natur geht es auch nicht auf lange Sicht. Bei der Hybrid-Hühnerhaltung ist zu beachten, dass auch diese ohne feste Ausgangsrassen nicht möglich ist und diese überwiegend im Ehrenamt erhalten werden. Das wäre doch anerkennenswert?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Sie haben Recht, der Raubbau an der Natur kann so nicht weitergehen, trotzdem werden wieder Baugebiete ausgewiesen.

            2+
  6. Arnold Krämer sagt

    „Die Bauern befinden sich in der totalen Abhängigkeit von diesen Konzernen, die eine Monopolisierung betreiben, um Preise diktieren zu können.“

    1. In dieser „totalen“ Abhängigkeit geht es den Hähnchenmästern wirtschaftlich deutlich besser als den Milchviehhaltern oder den Schweinehaltern. In der Wertschöpfungskette Hähnchenmast wird in allen Stufen grundsätzlich vollkostendeckend gearbeitet.
    2. Es gibt in den Zentren der Geflügelmast keine totale Abhängigkeit. Nach einer Phase der vertraglichen Bindung kann man zwischen verschiedenen Integratoren wählen.

    6+
    • Brötchen sagt

      @A.K.

      Die frage ist ja immer schaffen es die Tierhalter überhaupt die ganzen Anforderungen zu stemmen, die heute an eine modernen Produktion gestellt werden.
      Dokumentation und Zertifizierung der einzelnen Stufen, Marketing, Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Stallbauplanung usw….

      Vertikale Integration hat auch Vorteile!

      Und das die Geflügelhaltung trotz der Anfeindungen noch ganz gut da steht, ist vielleicht auch zum großen Teil auch darauf zurückzuführen.

      Die Hobbyhaltung sollte eher Kontakte zur prof. Haltung…Sponsoring, techn. Unterstützung , Tiergesundheit o.ä. als Feindbilder aufzubauen.

      So wie ich weiß funktionieren ja Zuchtprogramme im Ökobereich auch nur mit Unterstützung der prof. Zucht.

      2+
    • Inga sagt

      Die Konzerne müssen ja die Partner Bauer gut behandeln,damit er nicht abspringt, oder?
      Daher besser in das Ganze einbinden!
      Aber wenn es verschiedene Möglichkeiten der Bindung gibt?
      Wie sehenden die verschiedenen Indigratoren aus?

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  7. Brötchen sagt

    Ich bin auch leidenschaftlicher Hühnerhalter als Hobby und habe ca. 100 Hühner bei drei Rassen und Perlhühner.
    Da ich das Glück habe, einen recht großen alten Stall zu nutzen, habe ich da viel Spielwiese. Ich mach das jetzt 5 bis 6 Jahre etwa.
    Rein aus meiner Erbsubstanz, hatte ich schon als Kind mit der Hühnerzucht zu tun, meine Oma hatte kurz nach dem Krieg eine Leghornstammzucht aufgebaut und hatte riesige hölzerne Brutschränke, Kükenaufzuchtställe mit kohlebeheizten „Glucken“ und kleine Stammzuchtställe für die Hähne. Das hat sie schon vor dem Krieg in kleinerem Maßstab gemacht.
    Das mit der eigenen Aufzucht war Ende der 70 ziger vorbei, weil es dann die großen Brütereien gab.
    Ich kann mich noch an Milchpulver und dickgelegte Milch erinnern und den Kampf gegen Habicht und Fuchs.

    Mein Geld verdiene ich im weitesten Sinne mit prof. Tierzucht weit gefasst.

    Nun zu dem Artikel:

    Das Potential der Rassehuhnzucht wird weit überschätzt von den Rassehuhnzüchtern!
    Ich habe da in die Szene auch mal reingeschnuppert und meines Wissens gibt es nur beim Vorwerk einen einigermaßen funktionierenden Zuchtring.
    Mir sind gerade bei der Rasse zwei Hähne, die eigentlich die Zuchtgruppe sind, ausgefallen. Gut ich habe noch einige als Reserve zu laufen.

    Soll heißen die Rassehühner sind was Verluste betrifft, Hybridhühnern weit unterlegen.
    Gut Hybridhühner sind meist sehr gut durchgeimpft, was Hobbyhalter nicht können.
    Das ist das größte Problem, was ich in der privaten Zucht sehe und das Platzproblem.

    Man sagt so, für eine Rasse muss man jedes Jahr etwa 100 Küken aufziehen, um Austellungstiere entsprechender Qualität zu haben. ( ich mache keine Ausstellung)
    Das schaffe ich bei weitem nicht.
    Es stimmt Hybridhühner legen oft nur zwei Perioden und haben dann meist eine Legedarmentzündung oder verfetten.
    Dafür legen Rassehühner vielleicht drei oder vier Jahre, das bedeutet in Praxi, von Herbst bis Frühjahr fast kein Eis! ( von den alten Hühnern)
    Das noch größere Problem ist das ständige Brüten, was viel durcheinanderbringen kann.
    Da ich Platz habe, können bei mir gerade 5 Hennen brüten. Macht aber alles Arbeit und bringt viel durcheinander, da man die extra setzten muss, weil die auch das Nest wechseln.

    Also wie gesagt, Rassezucht ist wirtschaftlich eine Katastrophe, trägt sich aber wenigsten ein wenig, im Gegensatz zu anderen Hobbies. Eier schmecken sehr gut und sind eben mal was anderes.
    Ist aber eben eine Liebhaberei!

    Professionelle Zucht bedeutet, scharfe Selektion ohne Rücksicht, auf irgendwelche Familiengruppen und Tiere, die vielleicht kleine Fehler haben und die gut miteiander harmonieren.
    Und das will ich so nicht machen. Ich lasse Gruppen auch so laufen, wenn es züchterisch nicht passt, sich aber die Hähne verstehen.

    Meines Erachtens ist das nur machbar, wenn man ganz ganz viel Platz und Zeit hat!

    Die viel gescholtene Hybridzucht ist auf Rassezucht nicht angewiesen, das bildet sich die Rassezucht ein!
    Die Rassen sind viel zu schlecht in ihren Eigenschaften und zu schlecht durchgezüchtet!
    Von Gesundheit reden wir nicht. Da die Hühner eine sehr hohe Vermehrungsrate und genug Variablität haben, ist eine schnelle Zucht möglich, falls es in einem Merkmal Probleme geben sollte.

    Ich habe übrigens mit Kreuzungstieren auch die besten Erfahrungen, Orpington mit Sperber oder Vorwerkblut. Schöne robuste Hennen, die ganz gut legen, aber auch brüten.
    Die prof. Zucht ist auch nur noch sehr klein und kann sich große Aufwendungen auch nicht so leisten, Laien haben da meist falsche Vorstellungen.

    Ich denke, die Hobbyzucht sollte mal lieber gucken, ihre eigenen Probleme in den Griff zu bekommen, als immer nur auf die prof. Zucht zu gucken und die verurteilen.

    6+
    • firedragon sagt

      Wir halten ebenfalls Hühner, nicht professionell. Haben Hybriden und zwischendrin rennen (wenn man es so nennen möchte) verschiedene Rassehühner.
      Auf Legeleistung, Futterverwertung oder „Fleischausbeute“ gehe ich jetzt nicht ein (da wissen es die Spezialisten genauer).
      Wir haben Bodenhaltung, bis letztes Jahr auch Freilandhaltung, die hat sich jetzt vorerst erübrigt.
      Zur Freilandhaltung und Verluste durch Greifvögel möchte ich folgenden „Tipp“ geben (wenn man keine Netze spannen kann) – wir hatten jetzt über zehn Jahre eine einzige Wildente (Findelkind /flugunfähig) mit den Hühnern laufen und die hat auf die Hühner „aufgepasst“. Immer, wenn Bedrohliches am Himmel von ihr gesichtet wurde, hat sie Alarm geschlagen und alle Hühner sind sofort in den Stall gerannt. War interessant, das jedes Mal so zu beobachten.

      2+
  8. Sabine sagt

    Ich halte ja selber die höchste Form des unwirschaftlichen Geflügels. Meine Hauptrasse sind Antwerpener Bartzwerge. Total niedlich, aber sehr saisonal in der Eierproduktion, unglaublich brutlustig und agil. Ob es jemals einen wirtschaftlichen Gedanken hinter der Zucht dieser Rasse gegeben hat, ist fraglich. Für mich jedenfalls ist keiner auszumachen.
    Ich finde erstmal nichts unehrenhaftes daran, die breite Masse mit erschwinglichen Lebensmitteln zu versorgen und da, denke ich, muss man des „System-Huhns“ suchen. Dass der Erfolg so durchschlagend war, gibt ihm ja irgendwie recht.
    Jetzt sind wir alle gefühlt weit weg von der Mangelwirtschaft der Nachkriegsjahre und da hat Brecht eben doch recht, wer den Bauch voll hat, hat Zeit für Moral.
    Und so schauen wir auf das, was wir alle als Gesellschaft erschaffen haben und gruseln uns.
    Ja, den Anblick eine Masthybride jenseits des vorgegebenen Schlachtalters kann ich auch schlecht ertragen, zu viel von meinen kleinen, kecken Gartenzwergen sehe ich in den aufgeblasenen Körpern, die keinerlei Huhnsein mehr ermöglichen.
    Legehybriden sind so wunderbar arglose Geschöpfe, so freundlich und anhänglich ihren Besitzern gegenüber, dass ich verstehen kann, dass Leute sie unbedingt retten wollen, auch wenn das keine Lösung für die Probleme des „System-Huhns“ ist.
    Zur Erweiterung der Diskussionsgrundlage hier einige Links:
    https://www.youtube.com/watch?v=tsOD0KfG5KA
    http://blog.hofhuhn.de/der-geschmack-der-haehne/

    2+
    • Stadtmensch sagt

      @Sabine, das ist wohl der Robert von „Happy Huhn“, der den heutigen Beitrag gebracht hat?
      Verfolge gelegentlich seinen YouTube Kanal und sein Buch steht hier auch im Schrank.

      Du schreibst:
      „Legehybriden sind so wunderbar arglose Geschöpfe, so freundlich und anhänglich ihren Besitzern gegenüber, dass ich verstehen kann, dass Leute sie unbedingt retten wollen, auch wenn das keine Lösung für die Probleme des „System-Huhns“ ist.“

      Du hast recht, obwohl ich mir nichts bzgl. Rettung des Systems Huhn vormache (sind ja Hybride und für Zucht habe ich keinerlei Voraussetzungen). Wir halten seit April vergangenen Jahres vier Hennen (vom Aussehen her wie Deutscher Sperber). Die Kinder haben ihren Spaß und da sie momentan viel Zeit haben, sind die Huhns auch schon „dressiert“. Ich kann da nichts machen, bin hauptsächlich für „Stoffwechsel und Behausung“ zuständig.

      Aus dem Text:
      „Da der Fleischbedarf der Menschen durch Masthybriden gedeckt wird, landen Legehybrid-Hennen meist in das Tierfutter oder die Fleischentsorgung. Bereits während der Legezeit sind die Ausfälle je nach Haltungsart sehr hoch.“

      Also „Fleischentsorgung“ klingt jetzt für mich nicht nach Effizienz aber darum gehts ja auch nicht in der „Industriellen LW“. Was zählt ist Produktivität. Ich sags immer wieder: ohne billige Energie werden wir erleben was Effizienz heißt.

      1+
      • Reinhard Seevers sagt

        Zitat: „Also „Fleischentsorgung“ klingt jetzt für mich nicht nach Effizienz aber darum gehts ja auch nicht in der „Industriellen LW“. Was zählt ist Produktivität. Ich sags immer wieder: ohne billige Energie werden wir erleben was Effizienz heißt.“

        Uuups, da ist sie wieder, die Frage nach dem Ei und dem Huhn. Wenn der Kunde/Verbraucher das Fleisch nicht nachfragt, dann muss es irgendwo hin oder?
        Wenn er für sein Geld lieber exotische Früchte kauft oder Fleisch von gestreichelten japanischen Rindern, dann ist das so. Man könnte ihn ja auch dazu verpflichten, das Fleisch der Hühner zu essen….das möchtest du aber nicht oder? Lieber die bösen Erzeuger anprangern für das Verhalten der Verbraucher…

        1+
        • Stadtmensch sagt

          Sicher, es ist das „Wirtschaftssystem der kleine Leute“ (Werner Plumpe), das hier waltet. Die wissen aber nicht, was sie anrichten. Und wenn sie es wissen (oder ahnen), fühlen sie sich nicht verantwortlich. Und dann kommen wieder andere und meinen „mit vollem Bauch moralisiert es sich gut“. Darüber werden wieder andere zu Zynikern oder schalten ab, woraufhin wieder andere meinen: „der Markt, die Massen, der Endverbraucher wünscht es so“…

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    • Inga sagt

      Da brauche ich ja nicht mehr aufzuregen, wenn im Laden das Hühner- oder Hähnchenfleisch als Chickenfleisch bezeichnet wird!
      Haben beim Schlachten noch keine Kämme auf dem Kopf und das Brustbein ist noch verknorbelt!

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  9. Eberhard Ulmer sagt

    Eine generelle Abhängigkeit der Landwirtschaft von irgendeinem Konzern gibt es definitiv nicht. Es ist jedem Landwirt seine freie Entscheidung mit wem er Geschäfte macht und zusammenarbeitet.
    Heder hat Weltweit die Freiheit seine Wirtschaftsweise zu entscheiden bis hin zu Bioanbau. Letztendlich entscheidet das was im Geldbeutel ankommt darüber was man tut.

    3+
    • Robert sagt

      @EberhardUlmer
      Genau das ist die Abhängigkeit vom Geldbeutel. Viele können sich nur billig leisten womit viele Landwirte auf Masse machen. Und diese machen das wegen ihrem Geldbeutel. Bio ist schön und gut und auch die Hobbyhaltung von Hühnern. Nur, dass es an der Realität der meisten Verbraucher vorbeigeht.
      Ich bin auch nicht gegen wirtschaftliches Arbeiten. Dieses sieht in der Schweiz jedoch ganz anders aus als in Deutschland. Die werden aber ihre Landschaft, Grundwasser und Arbeitsplätze in der Landwirtschaft besser erhalten als wir und haben weniger Antibiotika, Pestizide und Tierleid.

      0
      • Reinhard Seevers sagt

        Die liebe Schweiz, ja klar….die leben ja auch vom Geldeinlager und Umschaufeln….und haben die am höchsten subventionierte Landwirtschaft und…
        „Pro Kopf der Bevölkerung importiert die Schweiz Landwirtschaftsprodukte im Wert von rund 1,000 Fr. jährlich; sie nimmt damit weltweit eine Spitzenposition ein. “

        So viel zum lieben Geld …..

        1+
        • Robert sagt

          Wenn sich eine überproduktive Welt den Luxus nicht leisten kann, ihre Lebensgrundlage zu erhalten, handelt es sich um einen Systemfehler.

          2+
  10. Reinhard Seevers sagt

    Wenn private Hühnerhalter so gebeutelt sind, dann sollten sie ihre Kräfte bündeln und eine Initiative Gründen, um die Problematik aus ihrer Sicht zu ändern. Ist durchaus legitim.

    Zitat: „. Die Bauern befinden sich in der totalen Abhängigkeit von diesen Konzernen, die eine Monopolisierung betreiben, um Preise diktieren zu können.“

    Also in den letzten Jahrzehnten haben unsere Abhängigen sehr gut leben können und tun dies noch. Die Artikel über Bürgerinitiativen gegen Geflügelställe gibt es immer noch reichlich. Insofern haben beide Seiten wohl noch ausreichend Munition.

    1+

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