Bauer Willi, Video
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Gefragt auf der Grünen Woche…(Video)

Von der CDU/CSU-Fraktion bin ich während der Grünen Woche zu Themen rund um die Landwirtschaft befragt worden. Die Fragen stellte Albert Stegemann. Mit dabei war Lea Fließ vom Forum Moderne Landwirtschaft. Aber auch ich konnte, ganz zum Schluss, Herrn Stegemann eine Frage (zur CDU) stellen, auf die er sehr „geschmeidig“ geantwortet hat.

Was hättet ihr auf die Fragen von Herrn Stegemann geantwortet?

 

 

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70 Kommentare

  1. Ferkelhebamme sagt

    „…dieses gap“, „…diesen gap“ – was denn nu, mir kräuseln sich die Fußnägel. Nennt es doch einfach „Kluft“.
    Die CDU ist gegen die Düngeverordnung – danke für’s Herauskitzeln, Willi. Bleibt zu klären, gegen welche: die neue neue, die alte neue, die alte? Bin gespannt, wie sich die hiesige CDU in dem bald stattfindendem Gespräch positioniert.

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    • firedragon sagt

      Unseren Insektenschützern empfehle ich dringend einen mehrwöchigen Urlaub in diesen
      Regionen. Sie können der Bevölkerung dort erklären, warum der Schutz von Insekten so wichtig ist.

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  2. Friedrich sagt

    Toll Willi , daß du diesen Einsatz für uns machst. Habe mich mal nach deinem politischen
    Gesprächspartner in seinem Wahlkreis erkundigt. Dort nimmt er alles auf , aber in Berlin kommt nichts an . Das ist Dugmäusertum um die Gnade der Kanzlerin erhalten. Meine Vertreterin hier im Wahlkreis verhält sich genauso und bei meinem Freund , selbst im Kreistag bei der CDU, bestätigt mir das genauso mit seinem Bundestagsabgeordneten. Wir wählen also Schleimer, die uns vor Ort alles versprechen , aber in Berlin eine genau entgegengesetzte Politik betreiben. Deshalb wird es für viele Bauern auch immer unerträglicher die immergewählte CDU auf Bundesebene zu wählen.

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  3. Christian Bothe sagt

    Die CMA war eine wichtige Organisation und was Bauer Willi dazu sagt, ist vollkommen richtig.Angepasst an die heutige Zeit wäre so eine Organisation von Nutzen, um die LW in einem einheitliches Marketing darzustellen.Ich denke jeder Bauer wäre bereit einen Obolus zu entrichten.Das hat schon früher funktioniert, und ich habe da gute Erfahrungen als Kartoffelverarbeiter gemacht! Fakt ist, das sich mit Auflösung der CMA die Darstellung unserer LW in der Gesellschaft verschlechtert hat! Sicherlich gibt‘s dafür auch andere Begründungen und NGOs,Tierschutz,Grüne,Klimatologen etc. nutzen diese offene Flanke der Bauern auch wenn sich neue Gruppierungen dagegen formieren.

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  4. Christoph Blankenburg sagt

    CMA oder Branchenvereinbarung, Mehrwertsteuererhöhung oder Abgabe, mir sind das alles viel zu bürokratische und aufwändige Ansätze um aus der Misere zu kommen. Fakt ist doch, dass der LEH mit Werbung für Lebensmittel, die sich nur und ausschließlich auf den Preis bezieht die Kunden in die Läden lockt. Edeka liebt angeblich Lebensmittel aber gleichzeitig warnt man: „Vorsicht frisch gestrichen“ und verkündet damit, die Lebensmittelpreise nochmals gesenkt zu haben. Das geht zu Lasten der Erzeuger und da wird es auch nicht weiter helfen, wenn Frau Klöckner ankündigt mit den großen Playern im LEH sprechen zu wollen. Dieses Preisdumping der Konzerne funktioniert in einem Oligopol schon seit Jahren.
    Wie kann man es durchbrechen? Mein Ansatz wäre zunächst einmal Werbung für Lebensmittel die sich auf den Preis bezieht zu untersagen. Das sollte ordnungsrechtlich kein Problem sein, schließlich ist Tabakwerbung auch in die Schranken gewiesen worden. Wer für Lebensmittel werben will, der sollte dies zukünftig nur noch in Bezug auf Herkunft und Qualität tun dürfen, dann wird die Abwärtsspirale der Preise beendet und der LEH muss mit Qualitätskriterien die Kunden locken. Das dürfte dann zu einer veränderten Nachfrage der Konzerne führen, die Regionalität stärken und die Wertschätzung für Lebensmittel mittelfristig erhöhen. Ein Versuch wärs wert und der braucht keine gigantische Bürokratie und keine Steuern oder Abgaben und Landwirte stellen sich bekanntlich schnell auf verändertes Nachfrageverhalten ein, jedenfalls lieber als auf ständig ausufernde staatliche Vorgaben.

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  5. Arnold Krämer sagt

    Die Fragen, die Antworten, die Diskussionen zum Thema Landwirtschaft in Deutschland sind „abenteuerlich“. Der Grund liegt darin, dass schon die Ausgangslage und daraus resultierende Probleme nicht sauber beschrieben und kommuniziert werden. Dafür sind sowohl der Berufsstand wie auch die Landwirtschaftsministerien auf Bundes- wie auf Länderebene verantwortlich.
    Landwirte produzieren abgesehen von Obst und Gemüse Agrarrohstoffe die nur über Verarbeitung für den Endverbraucher konsumfähig sind. Und selbst bei Obst und Gemüse wird mittlerweile ein Großteil agrarindustriell und -technologisch verarbeitet und entsprechend vertrieben. Zwischen dem Landwirt als Agrarrohstoffproduzenten und dem Endverbraucher gibt es eine Vielzahl (unterschiedlich nach Erzeugnis) an Verarbeitungs- und Handelstufen. Dort agieren alle nach dem grundsätzlichen marktwirtschaftlichen Prinzip „Im Ein und Verkauf liegt der Segen“. (Hat schon mal eine Molkerei Pleite gemacht?) So wird zwangsläufig bei strukturellen (Milch) oder temporären Überangeboten (Kartoffeln) der ökonomische Druck immer nach unten, sprich zum Landwirt weitergegeben . So ist das und so bleibt das in einer marktwirtschaftlichen Ordnung, die aber auch einige (bei WHES offen oder unterschwellig kommuniziert) abschaffen möchten.
    Was den Landwirten auschließlich hilft, ist eine relative Knappheit in ihren Angeboten. Beispiel gefällig? Der starke Preisanstieg bei Schlachtschweinen (nicht Schweinefleisch beim Endverbraucher) rührt daher, dass das Angebot innerhalb der EU seit einem halben a) durch die sehr starke Nachfrage aus China und b) auch durch die schon erfolgten Bestandsreduzierungen relativ knapp geworden ist. Und nur da, wo Rohstoffe knapp sind, sind sie auch hoch im Preis. Das kann man immer wieder auch im Kartoffelsektor sehen, das konnte man nach dem Verbot der Käfighaltung bei Hühnern bei den Eiern sehen, das kann man an Rohöl sehen, das kann man in vielen außerlandwirtschaftlichen Märkten sehen. Verbraucherbeschimpfung, Moralisierung helfen nicht weiter. Die Verantwortung für auskömmliche Preise bei den Landwirten haben die Verarbeiter (Schlachtereien, Molkereien u.a.), die wissen, was sie in welchen Märkten zu welchen Preisen verkaufen können. Und in Teilbereichen funktioniert das ja auch recht gut. Aber Vertragslandwirtschaft wird vielfach auch verteufelt, obwohl die Landwirte in marktfernen Gebieten wie Ostfriesland, MVP, oder dem Emsland auf leistungsfähige und seriöse Abnehmer, Verarbeiter und Vermarkter ihrer Rohstoffe essentiell angewiesen sind.
    Und noch eins: Der Endverbraucher ist in D grob nur etwa zu einem Drittel für die Nachfrage nach Agrarerzeugnissen verantwortlich. Ein Drittel von dem was Landwirte erzeugen, geht mittlerweile über Großküchen und Restaurants und wiederum ein weiteres Drittel in verarbeiteter, teilweise auch in unverarbeiteter Form ins europäische und außereuropäische Ausland mit anderen Wettbewerbsverhältnissen und anderen Nachfragekriterien.
    Es wird höchste Zeit, diese Dinge vernünftig und ehrlich zu kommunizieren, nicht ständig Verbraucherschelte zu betreiben und den Eindruck zu erwecken, dass man jeden landwirtschaftlichen Betrieb erhalten könnte.

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    • Bauer Willi sagt

      Danke. Besonders der letzte Punkt wird von der Politik schamlos (oder auch schamhaft) verschwiegen. Und da macht wirklich keine Partei eine Ausnahme.

      Das Sterben der Höfe (nennt man dann in der Verwaltungssprache „Strukturwandel“) wird weitergehen. Vermutlich jetzt noch viel schneller.

      Arnold, schön, dass Du wieder da bist. 🙂

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    • firedragon sagt

      Hallo Herr Krämer,
      was Sie in Ihrem dritten Absatz beginnen zu beschreiben, versuche ich hier schon eine ganze Weile zum Ausdruck zu bringen. Mal indirekt, mal direkt – ob und in welchem Umfang der einzelne Betrieb den Mut, Durchhaltevermögen und Rückrad hat – keine Ahnung.
      Der Zusammenschluss auf den Straßen, der zu einer Geschlossenheit unter den Landwirten geführt hat – wäre gut, würde der sich in diese, von Ihnen anschaulich erklärte, Richtung bewegen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ein Wort der Verteidigung sei gestattet. Die Verbraucherschelte resultiert aus der unsäglichen Aussage von irgendwelchen „Leuten“ die seit Jahren behaupten, der Verbraucher würde für bessere, gesündere, tierfreundliche, faire Produkte auch bereit sein, mehr zu zahlen. Dieser Dauerlüge wurde immer wieder entgegengetreten mit dem Wunsch, dass sich der Verbraucher doch auch bitte daran halten möge…..diese Fehleinschätzung geht nicht von der Landwirtschaft aus, sie muss es nur ausbaden.

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      • sonnenblume sagt

        Herr Krämer hat den Sachverhalt insgesamt doch richtig beschrieben. Umfragen die getätigt werden dienen doch nur dazu, den Umbau der Landwirtschaft voran zutreiben. Der LW soll suggeriert werden, das der Verbraucher das alles unbedingt so will. Der größte Teil der Bevölkerung ist aber gar nicht so unzufrieden. Das sieht man doch am Einkaufsverhalten. Interessant wäre es zu wissen, wie die Entwicklung in der Landwirtschaft verlaufen würde, gäbe es die Umfragen nicht. Wären wir dann auch so ein gespaltenes Volk? Auf jeden Fall wären weniger Emotionen im Spiel und dafür vielleicht etwas mehr Sachlichkeit.

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        • Arnold Krämer sagt

          Das „Spiel“ mit der Landwirtschaft wird seit knapp 20 Jahren betrieben. Damals hat Renate Künast im Zuge der BSE-Krise das Landwirtschaftsministerium übernommen und die Agrarwende ausgerufen. Damit verbunden war dann auch eine konsequente Personalpolitik in allen von den Grünen geführten Ministerien und nachgeordneten Bundesbehörden. Von dem was Rot-Grün damals in die Wege geleitet hat, ist anschließend nichts von der CDU zurück genommen worden, weil diese u. a. auf die Umfragen und auf die angeblich so geringe Bedeutung der wenigen Landwirte bei Wahlen hingewiesen hat. Auch der Bauernverband hat die Entwicklung lange Zeit nicht wirklich ernst genommen. Und jetzt ist das „Kind„ endgültig in den Brunnen gefallen. Wer es da rausholen kann, weiß ich auch nicht.

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          • sonnenblume sagt

            In einer Sendung wurde berichtet, das Frau Merkel sich immer, und das im Gegensatz zu ihren Vorgängern, über die neuesten Umfragen informiert. Wen wundert es da, das wir diesen Weg gehen? – Hintergrund für diese Aussage, eine Beschwerde, dass die Regierung sich zu wenig mit des Volkes Meinung auseinander setzt und ihm nicht genug aufs Maul schaut. So ist es dann doch ein leichtes Verantwortliche zu manipulieren. Was ich aber absolut nicht verstehen kann, dass selbst Fachminister die Realität ignorieren. Zum Thema Personalpolitik, dass hat sich bis auf die alleruntersten Ebenen durchgesetzt. Wenn wir z.B. die Messstellen korrigiert haben wollen, dann müssen wir uns selber kümmern. Alle damit befassten Ämter halten den Deckel drauf, zu mindest hier bei uns. Da muss man dann wirklich kämpfen.

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          • Arnold Krämer sagt

            Ein weiterer wesentlicher Grund für die Dauerdefensive der konventionellen Tierhaltung ist die Aufnahme des Tierschutzes in das deutsche Grundgesetz in demselben Zeitraum.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Das war immer meine Meinung. Damals haben die berufsständischen Vertreter aus Opportunitätsgründen eine Diskussion versäumt. Man dachte wohl, dass unsere Tierhaltung bereits tierfreundlich sei….Die Auslegungen des Begriffes laufen auf unendliche und ständig anpassungspflichtige Forderungen von Tierschützern und Tierrechtlern hinaus. Es ist der Kollisionspunkt gesellschaftlicher Ansprüche und praktizierter Landwirtschaft/Tierhaltung.
              Das gleiche wird passieren im Artenschutz, der Biodiversität und dem Klimaschutz, sobald diese im GG verankert sind.

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              • sonnenblume sagt

                Der Verband hat bis heute nicht begriffen, das die CDU unter Merkel ganz andere Denkmuster entwickelt hat. Deshalb sind sie viel zu langsam und zu nachgiebig in ihrem Auftreten. Sie gestallten nicht mehr aktiv mit, sondern reagieren nur noch auf nicht mehr veränderbare Fakten.

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        • Inga sagt

          Es ist eben schwierig diese landw. Rohstoffe in der heutigen „Erregungsbewirtschatung“ (lt. Ranga Y.)
          zu integrieren.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Im Interviewb auf der Grünen Woche mit Klöckner, Brinkhaus und Stegemann ist der Weg der deutschen Landwirtschaft vorgegeben: Zuerst müssen die aktiven Betriebe durch ein Tal der Tränen gehen, aber langfristig ist auch der landw. Unternehmer in der Lage und in der Pflicht durch Produktion und Handel die zunehmende Weltbevölkerung zu ernähren…..was für ein Geschwurbel, als wenn der deutsche Steuerzahler bereit, wäre die Konsequenzen zu finanzieren.

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      • sonnenblume sagt

        Wie so sollen wir verpflichtet sein die Bevölkerung zu ernähren? Zu erst massive Kritik einstecken und dann untertänigst unter unwürdigen Bedingungen weiterschuften? Das könnte denen so gefallen. Ist jetzt wohl hart formuliert. Aber wir sollten uns nicht versklaven lassen. Ein Jahr in der Praxis mit allen Schikanen und Prüfungen die einen Landwirt treffen können, incl. kleinem und unsichrem Kontostand, würde denen gut tun.

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        • Ostbauer sagt

          Doch; wir sind verpflichtet! Es gibt sogar ein Gesetz dafür. Nennt sich Ernährungssicherstellungs-und vorsorgegesetz(ESVG) Danach ist es im Krisenfall zuständigen Behörden erlaubt, einzelne Höfe in Beschlag zu nehmen.

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          • firedragon sagt

            Ostbauer,
            die Höfe können ja in Beschlag genommen werden.
            Wer bewitschaftet die denn dann – werden wir dann in Ketten gelegt und müssen Zwangsarbeit leisten ?

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            • Ostbauer sagt

              Tut mir leid, ich hab das Gesetz nicht gemacht! Das sind ja dann irgendwie diktatorische Massnahmen. Und in den letzten Zweien hat es ja wohl funktioniert; das mit dem „in Beschlag nehmen“.
              Übrigens, ist das Gesetz von 2017, noch gar nicht alt. Hat man da vielleicht etwas geahnt?

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            • sonnenblume sagt

              Nach dem letzten Krieg waren die Landwirte auch gezwungen ihre Erzeugnisse abzugeben. Da wurde auch der Eigenverbrauch kontrolliert, sofern das möglich war. Aus Erzählungen weiss ich, das man z.B. nur ein Schwein zum Schlachten angemeldet hat und das Fleisch von 2. Tier in einen speziellen Versteck unter gebracht hat. Die älteren Semester hier haben das sicher auch noch gehört. Wie lange Zeit das damals gelaufen ist, das weiss ich nicht.

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          • sonnenblume sagt

            Wenn es soweit ist, dann kann man eh am Besten die Koffer packen. Wollen hoffen, dass es nicht dazu kommt.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Die Versklavung ist doch schon überall im Gang! In Südeuropa schuften die Flüchtlingssklaven für die Eigentümer und treiben sie Preise nach unten. Das funktioniert – in der EU! Und da müssen alle anderen dann mithalten können. Die Ausbeutung lässt sich noch viel weiter treiben als jetzt, wir werden uns noch wundern, wie weit.

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      @A. Krämer. Moin Herr Krämer, schön dass Sie wieder bei Willi an“ Deck“ sind.
      Viele Grüße aus Südbrandenburg.

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  6. Karl Timme sagt

    Die CMA ist tot und heute überholt. Die Digitalisierung in der LW wird von allen Seiten gepuscht und dann will Mann den Dino CMA klonen. Nein, in der jüngeren Vergangenheit hat die Modernisierung der Kommunikation zwischen Verbraucher und Erzeuger nicht mit der Modernisierung in der LW Schritt gehalten. Erst jetzt entdeckt und schafft Mann Strukturen in und für die sozialen Medien. Das wirkt zum Großteil alles noch sehr Altbacken. Zur Verstrickung der CDU in diese Messnetz Affäre wurde ja schon fast alles gesagt. Hier wird zur Zeit nur Mediale Schadensbegrenzung betrieben. Schließlich kann Mann die Pateikollegien v. Leyen mit Ihrem Green Deal nicht im Regen stehen lassen.

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    • Bauer Willi sagt

      Keine CMA 2.0. Aber ich sehe eine Branchenwerbung schon für wichtig an. Geht mal nach Österreich oder die Schweiz. Da haben Agrarprodukte ein anderes Image.

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      • firedragon sagt

        Im Video wurde angesprochen (hab’s jetzt gucken können), dass der Verbraucher jetzt schon entscheiden könne, welche Haltung er kauft, anhand von 1-4 . Der Verbraucher entscheidet sich hauptsächlich für das günstige Produkt. Warum ? Ganz einfach, er hat keine Vorstellung, er hat keine Bilder vor Augen, in dem Moment, in dem er einkauft.
        Desweiteren wurde gesagt, der Verbraucher kommt nicht zum Landwirt auf den Hof.
        Ausser der, der auf dem Hof direkt seine Produkte einkauft – füge ich jetzt mal an. Schlußfolgerung war, also muß die Landwirtschaft zum Verbraucher.(Kleiner Einschub: glaube da waren Landwirte in den Städten gewesen – sogar mit Traktoren)

        Im Hintergrund des Videos läuft auf einem Flachbildschirm in Dauerschleife ein Film – aufgefallen ?

        Wie soll also nun die Landwirtschaft genau in dem Moment beim Verbraucher sein, wenn er jetzt gerade seinen Einkauf tätigt ?
        Wie kann die Landwirtschaft genau in dem Moment dem Verbraucher zeigen, wie das Stück Fleisch bis zu seiner Schlachtung gehalten wurde, wenn er jetzt gerade in die Kühltheke greift, um sich sein Mittagessen auszusuchen ?

        Arbeitsweisen der Landwirtschaft filmisch festhalten und produktbezogen an Ort und Stelle aufzeigen.
        Denn merke: der Mensch liebt Bilder, er liest nicht gerne !
        Und nichts verankert sich besser im Hirn, wenn es visuell aufgenommen und verarbeitet wurde.

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        • Reinhard Seevers sagt

          1. Ist in der filmischen Darstellung niemals der Betrieb mit seinen Tieren im Bild.
          2. Wird mit nur einem Beitrag einer NGO von einer aktuellen negativen Haltung alles ad absurdum geführt.
          3. Zeigt niemand den Tötungs- und Schlachtvorgang im Discounter. Das gehört aber nunmal entscheidend dazu.
          4. Man braucht keinen Film an der Fleischtheke.

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          • firedragon sagt

            Herr Seevers,
            das ist aber sehr pessimistisch.
            Stellen Sie sich vor, die Kühltheken sind etwas anders gestaltet, Einteilung der Produkte in die Fächer 1-4, an jedem Fach ein Bildschirm, auf dem die Haltungsform kurz und sachlich dargestellt wird – bis zur Tötung.
            Die Tötung, als solche, zu zeigen kann man machen, ist aber nicht zwingend notwendig, da es um die Haltungsform des jeweiligen Tieres geht.

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          • Ferkelhebamme sagt

            @Reinhard Seevers:
            „1. Ist in der filmischen Darstellung niemals der Betrieb mit seinen Tieren im Bild.“ Solch ein Projekt läuft gerade an, es ist aber schwierig, Landwirte zu finden, die mitmachen und den „normalen“ Alltag zeigen, da sie damit schnell zum Freiwild für extreme Aktivisten werden. Wir sind dabei, mit voller Überzeugung, aber auch Bauchweh aus dem vorgenanntem Grund. Evtl. wird auch direkt alles wieder eingestampft, denn
            „2. Wird mit nur einem Beitrag einer NGO von einer aktuellen negativen Haltung alles ad absurdum geführt.“ genau das ist heute wieder passiert: Greenpeace tönt laut gegen Stufe 1, weil diese Landwirte alle Tierquäler sind und sich oft nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten! Keine Intervention von irgendeiner Seite. Heute morgen im Radio gehört, während ich 400 Ferkeln die gesetzlich vorgeschriebenen Ohrmarken verpasst habe und der Verbraucher entspannt beim Wochenend-Frühstück mit Salami-Brötchen diesen Worten lauscht und schmatzend zustimmend nickt.
            „3. Zeigt niemand den Tötungs- und Schlachtvorgang im Discounter. Das gehört aber nunmal entscheidend dazu.“ Den Tod gibt es in dieser Gesellschaft nicht mehr! Wir gehen alle über die Regenbogenbrücke…
            „4. Man braucht keinen Film an der Fleischtheke.“ Stimmt, denn da ist der Verbraucher mit seiner Aufmerksamkeit woanders, an der Kühltheke, firedragon, übrigens auch. Auswählen-zugreifen-weiter.
            Im Kassenwartebereich wird gerade getestet.

            Meine Überzeugung: Otto-Normalverbraucher interessiert die Haltungsform nicht die Bohne! Wie Willi so schön feststellt, alles Egomanen, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Mehr Geld wird nur ausgegeben, wenn es einen Mehrwert suggeriert, siehe z.B. Fleisch von Spezialrassen. Da wird ohne mit der Wimper zu zucken 20€/kg bezahlt, die Haltungsform ist sch… egal. Muss nur hip genug sein. Nur für ein besseres Gewissen zahlt niemand mehr, muss sich ja auch niemand vor irgendwem rechtfertigen.
            Deshalb sehe ich den Handel in der Pflicht: der muss die Begehrlichkeit nach deutschem Qualitätsfleisch wecken. Das sind Marketing-Profis, die können das! Geben sie die Mehreinnahmen dann auch weiter, können wir unsere Ställe umrüsten. Werbung über den Schnäppchen-Preis ist halt nur viel einfacher (und billiger)

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            • firedragon sagt

              Einspruch Ferkelhebamme,
              ich schaue gar nicht in eine Kühltheke.
              Wir haben unser Fleisch in unseren Kühltruhen und da stimmt es wieder – dort brauche ich keinen Film darüber, wie der Braten als Tier gelebt hat. Das sehe ich täglich, weil ich dafür verantwortlich bin und diese Verantwortung trage ich auch, wenn ich dieses Tier schlachten lasse. Wir sind von Geburt bis Tod und darüber hinaus bei dem Tier. Warum also, wenn ich das kann, sollte nicht auch ein Verbraucher in Speedfassung das auch „erleben“ können/dürfen /müssen ?
              Es ist schon lange her, da sagte einmal ein kleiner Junge zu mir, er liebe Schweine, die seinen toll – danach biss er in sein Wurstbrot. Dem war die Verbindung klar.
              Dahin muß die Nutztierhaltung (zurück), in die stinknormale Normalität.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ja, der „Feinkostladen Österreich“ hat bei uns schon gezogen. Aber dazu brauchen Bauern und Verbraucher auch einen gemeinsamen Feind. Bei uns war das in den 90ern die EU mit ihrer umweltbelastenden industriellen Landwirtschaft und deren ungesunden gehaltlosen Produkten. Vor dem EU – Beitritt waren wir ja Umwelt-Musterschüler, und unsere nationalen Umweltstandards waren durch die EU bedroht. (Später ist dieses Damoklesschwert ja auch tatsächlich herunter gefallen und hat uns zurückgeworfen.)
        Jetzt könnte es beispielsweise sein: MERCOSUR mit der Abholzung des Regenwaldes und der Vertreibung der Ureinwohner, die südeuropäische Sklavenwirtschaft als Billigkonkurrenz, die Shareholder der Lebensmittelkonzerne, solche Sachen. Die Landwirte könnten sich zu sozialen Vorkämpfern der ganzen Gesellschaft gegen jegliche Ausbeutung aufschwingen. Wenn ihr erzählt, dass die Leute in der Stadt euch zugerufen haben: „Lasst euch nichts gefallen“, dann vermute ich, dass das weniger eine altruistische Parteinahme für die Landwirte war. Den Leuten geht es ja am Arbeitsplatz auch beschissen, die werden auch immer weiter ausgepresst, müssen für immer weniger Geld immer mehr leisten. Denen gibt das Hoffnung, wenn irgendjemand anfängt, sich das nicht gefallen zu lassen.

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        • Lady sagt

          „Aber dazu brauchen Bauern und Verbraucher auch einen gemeinsamen Feind.“

          Ganz sicher nicht. Solche Feindbilder spalten die Gesellschaften und möglicherweise wird der angebliche „Feind“ auch pampig und wehrt sich.

          “ EU mit ihrer umweltbelastenden industriellen Landwirtschaft und deren ungesunden gehaltlosen Produkten. “

          Wen meinen Sie, Elisabeth, mit industrieller Landwirtschaft? Die Region von Arnold Krämer, uns hier im Osten? Beide? Ich finde, dass gerade solche – aus meiner Sicht nicht begründete -Vorwürfe die Landwirtschaft insgesamt schwächen. Es gibt schon genug Probleme, die vielen unterschiedlichen Betriebe irgendwo auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Unser Weizen ist weder ungesund noch inhaltlos. Und die Hühner aus dem Raum Vechta auch nicht. Solche pauschalen Abwertungen muss sich kein Landwirt gefallen. Und dagegen wehrt er sich!

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          • Elisabeth Ertl sagt

            „Gemeinsamer Feind“ hätte ich wohl eher in Anführungszeichen setzen sollen.
            Das Argument mit der industriellen Landwirtschaft galt damals vor dem EU – Beitritt in den 90er Jahren, damals lief ja diese Kampagne. Das hat ja nichts mit meiner Meinung über die jetzige Landwirtschaft zu tun, und die Kunden in Österreich sehen das jetzt auch differenzierter. Bio gilt gar nicht mehr als Allheilmittel, und man kauft jetzt regional auch wegen der Lebensmittelkilometer. Aber damals ging es um diese Abgrenzung, die für die österreichischen Landwirte eine Überlebensfrage war.
            Und wenn jetzt die Arm-Reich-Schere ins Wahnwitzige aufgeht und im LEH in diesem Sinn abgezockt wird, dann trifft das ja Landwirte, Verbraucher und sogar die Angestellten dort gleichermaßen. Und ich halte das sehr wohl für einen Missstand. Finden Sie halt einen besseren Begriff dafür statt „gemeinsamer Feind“. Und ich glaube, einen Wahnwitz wie diesen kann man nur gegen enorme Widerstände verändern, oder es bleibt wie es ist.

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  7. Schmeckt gut sagt

    Moin. Na, das mit dem „Effizienter Machen“ des Bundesministeriums durch die Arbeit der Landes-CDU hat ja in Bezug auf die DVO prima geklappt. Durch das Kleinreden der Stimmen aus Niedersachsen (auch das der zeitliche Druck viel zu hoch war, um eine passgenaue Umsetzung zu erreichen), hat sie jetzt die Probleme mit der Ablehnung aus Brüssel. Bin gespannt, wie sie da wieder versucht, sich rauszuwinden. Schuld sind wahrscheinlich die Kollegen in Nds. und NRW 😉 @brötchen, der Witz ist ja, dass es anscheinend egal ist, ob eine politische Idee gut oder schlecht ist. Heutzutage zählt nur, wie die Idee beim „erlauchten“ Publikum ankommt.

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  8. firedragon sagt

    Ich konnte, da meine Verbindung so super ist, das Video noch nicht in Gänze sehen, ich glaube, bisher habe ich lediglich fünf Minuten intus. (Mir tun die Ohren weh)
    Das reicht mir schon einmal für eine konstruktive Kritik für alle die, die interviewt werden, sei es in Ton oder Bild.
    Eine Bitte :
    Bemüht Euch, nein, unterlasst es, „ehm“, „äh“ oder dergleichen in Eurer Sprache zu verwenden. Ganz gleich, welche Ausbildung Ihr genossen habt – übt dringend das freie Sprechen, das ist verdammt wichtig, wenn Ihr vom Publikum ernst genommen werden wollt und mit Eurem Gesagten auf Gehör treffen wollt, um Inhalte zu transportieren.
    Ich gucke mir das Video auch noch mal an, wenn ich wo bin, mit besserem Empfang.

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  9. Franz Müller sagt

    Gut gesprochen und gut gemeint von beiden Seiten.
    Das Konstrukt „CMA“ oder wie auch immer – ist ein Seelengespenst aus vergangenen Tagen. Man muss nur den Blick nach Österreich werfen, wo es dass Konstrukt „AMA“ noch immer gibt.
    AMA Gütesiegel, AMA Werbung usw. ist und bleibt ein zahnloser Tiger mit einem riesen Verwaltungungs-Apparat – den die Bauern bezahlen.
    Effekt null. Beim ersten „Skandälchen“ war das teuer erkaufte Vertrauen der Verbraucher futsch, die Reparatur(kosten) dauern noch heute…

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  10. Ein Privatier sagt

    Funktioniert immer noch:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Divide_et_impera

    „Divide et impera (lateinisch für teile und herrsche) ist eine Redewendung (im lateinischen Imperativ); sie empfiehlt, eine zu besiegende oder zu beherrschende Gruppe (wie z. B. ein Volk) in Untergruppen mit einander widerstrebenden Interessen aufzuspalten. Dadurch soll erreicht werden, dass die Teilgruppen sich gegeneinander wenden, statt sich als Gruppe vereint gegen den gemeinsamen Feind zu stellen.“


    Dass Landwirte ihre eigenen Produkte konsumieren, sollte eigentlich Vertrauen generieren.

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    • Inga sagt

      Das reicht aber nicht, denn wenn der Verbraucher misstrauisch, wegen eigener Unerfahrung ist, dann ist das Misstrauen eben so gross, dass er dem Bauern zutraut seine eigene Nahrungsmittel in bio anbaut und die eigenen Schlachtiere, also für den eigenen Verbrauch anders hält. Wenn er dann auch noch auf einem Bauernhof sieht, dass das Schlachtschwein für den eigenen Verbrauch extra steht, aber nur weil es wegen der Dauerwurst älter und schwerer werden muss. Nicht, weil es anders gefüttert wird oder so.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Mit Verlaub, dem Verbraucher ist es völlig Wurscht, was welcher Bauer isst oder nicht isst. Die Werbung transportiert Gefühle. Der Verbraucher kauft nach Gefühl und Portemonnaie.
        Die Landwirtschaft steht auch nicht in einem Konflikt zwischen dem Verbraucher, sondern zwischen Politik (Ordnungsrecht, Agrarpolitik etc.) und LEH (angemessener Erzeugerpreis).
        Deshalb ist es wichtig mind. 3 Felder zu beackern:
        1. Ansehen der Landwirtschaft verbessern durch mediale Darstellung (Rüberbringen von Emotionen)
        2. Kampf gegen politischen Druck (Auflagen und Gesetze)
        3. Partnerschaft mit LEH (faire Preise)

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  11. Reinhard Seevers sagt

    Nettes peer-group – Plaudergespräch mit fragwürdiger Wirkung. Die größte Ernährungsmesse der Welt in der Hauptstadt eines der reichsten Länder der Welt schafft es sage und schreibe 400000 Besucher an 4 Tagen anzulocken. (Tarmstedter Ausstellung 100000 Besucher – wo ist Tarmstedt?) Wenn ich die „Insider“ der Branche als Besucher abziehe, evtl. noch ausländische Besucher, dann sind nicht einmal 10% der Einwohner Berlins zu dieser Messe gegangen und haben die Informationen aufnehmen können. Kann es sein, dass diese Messe lediglich ein Spielball für politische Interessen geworden ist und die Bauern sich den Allerwertesten aufreißen, um denen in Berlin auch noch Hilfestellung zu leisten beim sich gegenseitig anpi..en?

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    • Brötchen sagt

      Reinhard das ist eine internationale bespassungsmesse für Rentner, die von überall herangekarrt werden. Die Standbetreuer an den Ständen sind meist Studenten aus Berlin.

      Meines Erachtens spielt die Musik schon wo ganz anders.

      Da die Ministerien dafür recht viel geld dafür geben, soll das natürlich auch etwas Inhalt haben.

      Es ist aber eher von oben aufoktruiert.

      Ich kannte einige Betriebe Produkthersteller, die dort Stände hatten. Die haben das aber aufgegeben, weil Aufwand und Ergebnis in keinem verhàltnis standen. Standgebühr und spätere Kunden. An die Kunden kommt man mit weniger Aufwand.

      Deshalb sind auch fast nur noch ausländische Aussteller da, die Bundesländer haben meist grosse Gemeinschaftsstände , die etwas aufgeblasen wurden.

      Ist von Image her alles nicht schlecht, kann man sich auch ansehen. Aber Aufwand und Ergebnis sind meines Erachtens fraglich!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich war in meinem ganzen Leben noch nicht da….vermisse auch nichts. Warum nicht einstampfen, dann gibt es einen Kampfplatz weniger.

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        • Brötchen sagt

          Das es nun total sinnlos ist, kann ich nicht sagen. Als Fachmesse direkt LW. Sind die Ländermessen besser.
          Man will das wahrscheinlich aus Traditionsgründen nicht sterben lassen. Die Messe hat ja einen Namen.
          Historisch entstanden als Berlin noch eingemauert war.

          Ich vermute mal, wenn die Länder ihre Finanzierung einschränken, hat sich das erledigt.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Ich kann nicht erkennen, wem diese Messe dienen sollte…..der whes – Fraktion zur ständigen Verlautbarung ihrer Anliegen evtl?
            Diese Art der Darstellung innerhalb einer Überflussgesellschaft ist zu altbacken. Die Darstellung anderer Produkte aus fernen Ländern ist für die deutsche LW auf jeden Fall nicht förderlich. Evtl. ist es ja als eine Form der Entwicklungshilfe anderer Agrarländer mutiert.
            Abschaffen!

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            • bauerhans sagt

              das ist doch die „Fressmesse“!
              und anschliessend wird die Tierschau bevölkert.
              als ich damals den zuständigen bei den Schwäbisch-Hällischen fragte,warum die 4 wochen alten ferkel immer noch unkastriert an der sau wären,bekam ich was schwäbisches zu hören,was ich nicht verstehen konnte.
              eigentlich hätte ich den zuständigen tierarzt ansprechen müssen.

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              • sonnenblume sagt

                “ Fressmesse „? Gibt es nicht ähnliches, ohne Tiere natürlich, auch für die Gastronomie? Ich könnte mir denken, dass die Veranstaltung für den Verbraucher interessanter ist.

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            • Brötchen sagt

              Reinhard dann frage doch beim Beml und bei der messe an, welches Leitbild dahinter steht.

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