Bauer Willi
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Freie Hühner, freie Schweine…

Was passiert, wenn plötzlich und unerwartet ein Huhn in einem Dorf auftaucht und sich dort “einbürgert”? . Das zeigt das nachfolgende Video sehr anschaulich. Der Effekt ist verblüffend.

http://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/13923698/Unbekanntes-Huhn-im-Baum/14019149

Bildquelle: Facebook

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und da kam mir eine Idee: Menschen in der Stadt kennen viele unserer Tiere nicht mehr aus eigenem Erleben. Um das zu ändern, habe ich mir überlegt, dass ich in die nächste größere Stadt fahre und dort auf einem belebten Platz ein paar Hühner und vielleicht auch ein Schwein laufen lasse. Vielleicht Ostersamstag, weil dann besonders viele Menschen in den Städten sind und die Tiere bewundern können. Besonders Kinder dürften sich über so einen “Besuch vom Lande” freuen.

Ich habe das mal mit ein paar Freunden und Freundinnen diskutiert.

Auweia, da ging es aber los! Das könnte gefährlich für die Tiere und die Passanten sein. Es wäre ein tierschutzrelevantes Thema (weil ich Tiere freilasse?) wenn die Tiere unbeaufsichtigt wären. Und der Einsatz der Polizei könnte auch Kosten verursachen (Wieso Polizei? Die sollen die doch nicht einfangen!). In geschlossenen Räumen (Bahnhöfe, Flughäfen) wäre dies schon eher machbar, weil dort die Verkehrsgefährdung kaum gegeben sei. Dort gäbe es aber das Problem mit der Reinigung (schon mal die Tauben an Bahnhöfen gesehen?).

Aber auch ganz andere Einwände gab es: Diese Aktion könnte den Landwirten negativ zur Last gelegt werden. Presse und Medien würden die Bilder aufnehmen und vermitteln, dass die Bauern wieder rebellieren, jetzt sogar mit Hilfe der Tiere. Die Bevölkerung hätte solche Aktionen, die ja stark an Greenpeace erinnern, auch satt. Käme auch nur ein einziges Tier zu Schaden, würde dies medial überhöht. (Ich denke eher, dass Hühner auf der Fahrbahn zur Verkehrsberuhigung beitragen) Und für Tierschützer und -rechtler wäre eine solche Aktion ein gefundenes Fressen.  Schließlich: wenn das Schwein keine Ohrmarke hätte, wäre dies ein Verstoß gegen die ViehverkehrsVO.

Wie gesagt, war nur so eine Idee von mir, den Menschen in der Stadt unsere Tiere dort zu zeigen. Gut, sie könnten auch in den Zoo gehen…

So bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als die Mitbürger auf unsere Höfe einzuladen. Anders herum wäre die Aufmerksamkeit aber viel höher, oder?

Euer Bauer Willi

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30 Kommentare

  1. Der Brandenburgbauer sagt

    Hallo Ihr Beiden,meine Frau ist Geflügelzüchter und ich Kanninchenzüchter.
    Jeder weiß, es ist ein Hobby. Auf Grund der sinnlos ausgerufenen Stallpflicht, wegen der Vogelgrippe, konnten wir unsere Tiere nicht artgerecht halten.Das Fazit, in 2017 haben wir beide keine Möglichkeit mehr, Zuchstämme zusammenzustellen um unser Hobby weiter betreiben zu können. Bei den Kannichen ist es noch viel schlimmer. Auf Grund der eingetretenen Situation von RHD2, das nennnt sich im Volksmund Chinaseuche. In 2016 habe ich durch diese Seuche, meinen gesamten Zuchtbestand verloren. Der Imfstoff der dagegen angeblich helfen soll kostet 7,00€ je Tier für RHD2 und für RHD1 muß ich nocheimal 3€/Tier berappen. Da gibt es nur eine Entscheidung. Schluss mit lustig.

  2. Das Hühnervideo wurde im Burgenland gedreht. Die Burgenländer sind uns Ösis was euch Piefkes die Ostfriesen. Dort sind eben sogar die Hühner zum Lachen. Ein ernstes Thema, Willi. Ich bin ganz bei Alois. Tiere draußen, wie Kühe auf der Weide, aber auch Hühner wären die besten Werbeträger für die Landwirtschaft. Ich weiß, dass genau da der Hase im Pfeffer liegt bzw. die Scheiße am Dampfen…

  3. Ich seh das so sagt

    Die Bedenken, die im Artikel vorgebracht wurden, werden sich in Bälde ohnehin in Luft auflösen, da etwa REWE ihre Kunden ja schon auf die totale Freiheit aller Tiere vorbereitet (“Erst wenn alle Tiere frei laufen ist es Freiheit”). Und da kann ja dann wirklich keine Mensch mehr gegen das sein, was er sich ja selbst wünscht.

    Was werden wir uns freuen, wenn Tiere die großen Städte bevölkern, die Straßen beruhigen, die Plätze und Geschäfte düngen, das Inventar und die Infrastruktur “neu ordnen” und sich mit den vielen “aufmerksamen Bürgern” ihren Spaß erlauben und dann sicher nicht mehr traurig schauen – gestern haben wir ja erst gelesen, dass sie bei ihren bisherigen Betreuern meist zuwenig zu lachen haben.

    Was die Verkehrsberuhigung betrifft, weiß ich von mehreren Fällen, wo Bauern sich Enten oder Gänse angeschafft haben und diese frei laufen lassen. Es hat sich gezeigt, dass Autofahrer auf das Warnschild “Achtung Kinder” überhaupt nicht reagieren, aber für die herumwatschelnden Tiere sehr wohl sogar auf weit unter die erlaubten 50 km/h sich einbremsen (einer hat das Schild “Achtung Wildwechsel” angebracht – das wirkt).

    Also alles nur noch eine Frage der Zeit. Die Behörden sollten daher beginnen, sich rechtzeitig auf den neuen “Ansturm” auf Städte und Orte vorbereiten und alle o.a. Regulierungen wegen Sinnlosigkeit entsorgen.

    • Paulus sagt

      Wir haben Freunde in Köln-Lindenthal. Da marschiert eine Schwanenfamilie, wenn die Jungen so weit sind, seit Jahren morgens in aller Ruhe über die vielbefahrene 6-spurige Universitätsstr. zum Aachener Weiher und am späten Nachmittag wieder zurück zum Kanal. Alle Autofahrer halten an und erfreuen sich. Trotz Verkehrschaos, von Stress auf beiden Seiten keine Spur.

      Wenn die Kanadagänse die Wege im Stadtwald vollscheißen sieht das aber schon anders aus.
      Da hält sich die Toleranz doch sehr in Grenzen.

    • Andreas Schmid sagt

      Aber Fahrradfahrer drängeln sich bei mir durch die Kuhherde, wenn sie gerade über die Straße trottelt.

  4. Andreas Schmid sagt

    Warum nicht? Die Polizeieinsätze die durch den Wolf entstehen, werden auch von der Allgemeinheit gezahlt, obwohl bestimmte Vereine sie freigelassen haben.

  5. Alois Wohlfahrt sagt

    “Aus den Augen – aus dem Sinn”, ist ein altes Sprichwort. Es ist in der Tat etwas dran, dass die Tiere, und damit auch die Tierhaltung, nicht mehr im Blick der Verbraucher ist. Darum ist jede Kuh, die noch auf die Weide kommt, auch ein guter Botschafter für die Landwirtschaft. Meine “Moggele” zeige ich auch gerne jedem, den es interessiert. Ich zeige aber nicht nur die Tiere, sondern ich will auch zeigen, dass ich mit meinen Tieren gut umgehe, dass es die “Moggele” bei mir gut haben. Ich drehe ja sogar Videos. Die Botschaft, die ich senden will ist: “Ich bin ein verantwortungsbewusster Landwirt”. Und “Landwirtschaft ist gut.”
    Im ganzen Alpenraum werden solche “Tierbegegnungen” übrigens als “5. Jahreszeit”, mit dem Alp- oder Almabtrieb im Herbst in Verbindung mit großen und kleinen Volksfesten regelrecht zelebriert. Das ist gut für’s Image und auch gut für die Region, weil es letztlich “Umsatz” macht. Und ganz nebenbei wird allen Beteiligten klar, wie wichtig und notwendig die Landwirtschaft für die Region ist.
    Aber Tiere einfach “frei zu lassen”, halte ich für ein gefährliches Unterfangen.
    Alois

  6. Thomas Müller sagt

    “Menschen in der Stadt kennen viele unserer Tiere nicht mehr aus eigenem Erleben.”

    Hier wird häufig ein Stadt-Land-Gegensatz konstruiert, der so nicht besteht. Wo bitte lernt die gemeine Landbevölkerung landwirtschafliche Nutztiere aus eigenem Erleben kennen? Ich bin am Dorfrand aufgewachsen, wo Höfe in der Nähe waren. Jetzt wohne ich mitten in Düsseldorf, fahre aber regelmäßig mit dem Rennrad ausgedehnte Strecken über Land – Hühner und Schweine sehe ich da nicht, allenfalls den Kopf eines Rindes durch die geöffnete Stalltür.

    Ansonsten gibt es durchaus in der Stadt freilebende Tiere, nicht nur Ratten (hier noch nie gesehen), sondern neben den gängigen Singvögeln, Tauben, Möwen, Eichhörnchen, Fischen, Kaninchen und Halbandsittichen (fast schon eine Plage an der Kö) noch allerlei Getier im und aus dem Park wie Gänse und andere Enten, Schwäne, Rebhühner, Fasane. Vom Grafenberger und Aaper Wald und dem dortigen Wildpark noch gar nicht gesprochen. Für mich eine größere Vielfalt als auf dem Dorf und den angrenzenden Feldern.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Tauben, Eichhörnchen, Stockenten, Fische sind bei mir im angrenzenden Bach auch vorhanden, wenn der tägliche Besuch eines Graureihers noch welche übrig lässt.

      In der gesamten Rheinebene leben mittlerweile Tausende wilder Halsbandsittiche – giftgrüne Nachfahren entflohener Käfigtiere, die das Leben in Freiheit genießen, eine wahre Vielfalt, die nur der Städter sieht. 🙁

      http://www.sueddeutsche.de/wissen/halsbandsittiche-in-deutschland-invasion-der-gruenen-papageien-1.1244859

    • Inga sagt

      Ach, du hast den Wald vergessen, und zwischen hohen Getreide- und Maisbeständen sind die Tiere vor Zuschauer geschützt.

      Da laufenkleiner Tiere wie Mäuse udnso zwischen den Pflanezen rum.
      Di 3ewoissen schon wie sie sich vor Menschen schützen.

      Wieviel Wildschäden habe ich früher im Feld gesehen, aber von dem Wild keine Spur!

      In Feld und Wald sind genügend Pflanzen, wo sie die Tiere hinter verstecken können, aber in der Stadt?

      So etwas können auch nur wieder Fachleute bestätigen!
      Auf die sollten wir hören!!!

      Und der Bauernhof muß seine Tiere aus Kostengründen im Stall halten!

      Hast Du, Thomas früher deinem Freund geholfen die Kühe von der Weide zu holen?

      Und welches Getier lief da noch alles auf dem Hof rum?

      Alles aus Kostengründen weg rationalisiert!

      Außer die Oma pflegt noch das Hühnerhaus, aber sonst hat keiner mehr Zeit dazu!
      Der Katze gibt sie dann auch noch etwas zu fressen!

      • Thomas Müller sagt

        In Parks gibt es viele Verstecke, Bäume, Hecken, ein Weiher. Die Enten und Schwäne lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Lassen Hunde ganz nah rankommen, bevor sie sich bewegen. Menschen weichen sie eh nicht aus, machen die Menschen schon selbst. Kinder werden weggefaucht.

        Und denken Sie an die vielen Innenhöfe der Blockrandbebauung, in die Sie von der Straße selten Einblick haben. Da kann man Eichhörnchen von Baum zu Baum springen und an Balkonbrüstungen klettern sehen. Vögel gibt es sowieso, Kulturfolger. Schauen Sie bei Google Earth, wie grün die Städte tatsächlich sind.

        Früher standen hinterm Elternhaus Kühe auf der Weide. Die waren aber uninteressant oder uninteressiert, zumal im Vergleich zu Hunden, die wir hatten. Die beiden Höfe sind nicht mehr aktiv. Ein Inhaber war Lohnunternehmer. Da haben wir auf den Mähdreschern gespielt. Die haben mich beeindruckt. Die Eltern eines Grundschulfreundes hatten einen Hof. An Tiere kann ich mich aber nicht erinnern, außer an Katzen.

  7. Eva-Maria sagt

    Lieber Bauer Willi!

    Wer würde diesen Zeitaufwand bezahlen? Wir Bauern werden ohnehin in jene Richtung getrieben, die uns Frau Kühnast vor mehreren Jahren in Topagrar präsentiert hat. Landwirtschaft wird von 100 % der Gesellschaft tagtäglich gebraucht, das sollten wir uns auch vor Augen halten. Landwirtschaft und Essen ist nicht ausschließlich die Bringschuld der Bauern. Leider laufen schon sehr viele Konsumenten total “neben der Spur”, wir sind auf dem allerbesten Weg in eine essensgestörte Gesellschaft, die Auswirkungen werden erbärmlich sein.

    • Inga sagt

      Ja, wenn man sieht, wie 2 jährige von ihren Eltern voll mit Pommes getopft werden und dann alles wieder zurück kommt!
      Ich nehme an die Kleine hat die fettigen und crossen in Fett frittierten Kartoffelstücke nicht vertragen! vor allen Dingen nicht in dem Tempo wie die Eltern das wollten.

      Gehört das Phänomen nicht auch zu dem Essengestörten?

    • Gephard sagt

      Was meinst du denn mit essensgestört? Diese vielen Ernährungsformen wie Paelo, Vollwert, Vegetarisch, Vegan, Low Carb, Low Fat, High Carb, Ayurveda, Rohkost, Trennkost, TCM … oder nur einzelne davon? Ich halte es für zu kurz gedacht, das einem Teil der Gesellschaft einfach vorzuwerfen.

      Es gibt ja auch Gründe, warum diese Trends entstanden sind und weiter regen Zulauf finden. Ein Grund ist definitiv, dass sich die Industrie immer stärker in die Ernährung eingemischt hat und die Nachkriegsgenerationen diese einfach unhinterfragt und dankend angenommen haben. Davon wollen sich offenbar viele wieder lösen. Die einen fangen wieder an mehr selbst zu kochen und andere wollen die Bequemlichkeit und Zeitersparnis nicht missen und verlangen mehr Verantwortung von den Herstellern.

      Um überhaupt zu wissen was man will, sucht man sich eine der vielen Ernährungskonzepte aus, die einem stimmig und weniger entartet erscheinen. Viele Konzepte argumentieren ja mit Ursprünglichkeit. Viele haben auch den gemeinsamen Nenner, dass möglichst wenig industriell verarbeitetes auf den Tisch kommen soll. Und selbst das berücksichtigen bereits einige Hersteller, indem sie damit werben, dass besonders wenige Zutaten drin sind oder es zubereitet wurde, wie man es zuhause tun würde.

      Ich sehe das alles als gesellschaftlichen Findungs- und Korrekturprozess. Ebenso sehe ich gerade die Landwirtschaft in so einem Korrekturprozess, ist sie doch arg in die Abhängigkeit geraten.

      • Eva-Maria sagt

        @Gebhard
        Mit essensgestört meine ich unter anderem junge Mütter, die bei Konfektionsgröße 32-34 mal vegan, dann wieder vegetarisch leben, sich aber zwischendurch aus lauter Heißhunger eine ganze Aufschnittplatte incl. Blutwurst reinschieben, denen den ganzen Tag schlecht ist, wenn sie ausnahmsweise etwas frühstücken, weil sie es nicht gewohnt sind, deren Kinder so gut wie nichts essen, außer gekauftes Zeugs (Milchschnitte, Chips…), weil sie es nicht gewohnt sind, dass für sie gekocht wird, jene Kinder sind auch lernunfähig, weil ja bekanntlich ein leerer Magen nicht gern studiert. Der direkte Weg der Gesellschaft von der Fettleibigkeit zur Magersucht ist bereits beschritten. Jedes Extrem muss aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt werden, das Mittelmaß muss das Ziel sein!
        @Inga
        Ja, auch dieses Phänomen gehört zu den Essensgestörten.

        • Thomas Müller sagt

          Da wird wieder vegane Ernährung mit Mangelernährung oder Essstörung gleichgesetzt, was natürlich nicht haltbar ist. Normale vegane Ernährung ist gesünder als die gängige Mischkost. Nach meiner Erfahrung bewahrt eine vegane Ernährung vor Heißhunger. Das korreliert mit dem Befund, dass Veganer insgesamt schlanker sind als Mischköstler.

          Dass es Essensmoden gibt – vegan ist hoffentlich nicht nur eine Modeerscheinung -, ist ein gutes Zeichen, nämlich des Wohlstandes. Dass hält einige Bauern nicht davon ab, und das habe ich tatsächlich schon mehrfahc gelesen, Kritikern eine Hungersnot zu wünschen, um bei ihnen mehr Ansehen zu bekommen, obwohl sie diese verachten.

          • Pflanzenernährer sagt

            Sehr geehrter Thomas Müller,
            es gibt durchaus Belege dafür, dass rein vegane Ernährung ohne “Zusatzpillen” zu gesundheitlichen Problemen führen kann.
            Können Sie belegen, dass vegane Kost gesünder als Mischkost ist?
            Ich möchte die Veganer sehen, die bei Hunger längere Zeit auf Mischkost verzichten wird. Wir dürfen hier nicht nur von unserer übersatten Wohlstandsgesellschaft ausgehen. Bitte befragen Sie mal die Kriegsgeneration.

            • Thomas Müller sagt

              Synthetisch hergestelltes Vitamin B 12 muss auf Dauer zugeführt werden. Ohnehin sollte jeder Büroarbeiter, also auch Mischköstler, in unseren Breitengraden Vitamin D ergänzen.

              Belege zum gesundheitlichen Nutzen können Sie leicht googlen.

              Eine meiner Großmütter, selbst einst Bauersfrau, deren erster Mann im Krieg fiel, wurde vertrieben und musste sich und ihre vier Kinder mit harter Feldarbeit durchschlagen. Für den halben Lohn der Männer, obwohl resolut und kräftig. Vertriebene, damals als Flüchtlinge bezeichnet, polizeilich in Wohnungen eingewiesen, wurden von den Einheimischen zunächst verachtet.

              Meine Oma, inzwischen verstorben, ist mein Vorbild. Dass ich mich (damals) vegetarisch ernährte, fand sie seltsam und war auch besorgt. Da waren wir unterschiedlicher Meinung, wie das eben so ist.

              @ Ehemaliger Landwirt, ich kaufe keinen Fleischersatz, auch nicht in der veganen Variante. Aber wahre Giftstoffe haben Sie da aufgezählt. Ist bestimmt alles verboten.

              Und “übersättigt” und undankbar sind wohl immer nur die anderen.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Erraten Sie, was das ist: Sojaprotein, Paprika, Zwiebeln, Sonnenblumenöl, Trinkwasser, Weizenprotein, Hühnereiweißpulver, Weizenmehl, Weizenstärke, Speisesalz, Gewürze, Hefe, Maltodextrin, Kräuter, Verdickungsmittel: (Guarkernmehl), Raucharoma?
            Diese 16 Zutaten ergeben vegetarische Minifrikadellen aus der Serie „My best Veggie“ von Lidl. Es ist ein zufälliges und doch typisches Beispiel für Fleischgerichte ohne Fleisch. Denn bis aus Soja eine Frikadelle wird oder aus Seitan eine Currywurst , ist sehr viel Lebensmittelchemie nötig. Geschmack, Textur und Aussehen entstehen erst durch geschicktes Hantieren mit Zusatzstoffen und Aromen aus dem Labor. Bon appétit

            Eine Hungersnot wünsche ich mir nicht, in diesem Fall würden die jetzt übersättigte Bevölkerung Bauern totschlagen, um die letzte Kuh aus dem Stall zu holen.

            • Pflanzenernährer sagt

              Sehr geehrter Thomas Müller,
              zum Thema: Belege zum gesundheitlichen Nutzen können Sie leicht googlen.
              Ist alles was google findet auch wahr? Durch ständiges Abschreiben von Meinungen werden diese auch nicht besser oder zu einer gesicherten Information oder zur Wahrheit!

            • Thomas Müller sagt

              Schlau, danke für die Belehrung in Selbstverständlichkeiten. Suchen Sie sich doch seriöse Quellen raus. Wie man das bei der Recherche so macht.

              Eine seriöse Quelle ist z.B. die DGE. Die DGE betont aber anders als das amerik. Pendant Academy of Nutrition and Dietetics sehr stark die Risiken, die bestehen, wenn man bestimmte Dinge nicht weiß und beachtet (genügend Protein, B 12), die man sich aber durchaus aneignen und beachten kann.

              Ansonsten hilft es, zur ersten Einordnung drei gute Zeitungen heranzuziehen. Die zitieren in der Regel nicht Hinz und Kunz.

            • AdT sagt

              @Thomas Müller und Pflanzenernährer
              Bei der DGE trifft es die Ziff. 20 der FAQ auf ihrer Internetseite ganz gut:

              – Zitat:

              Ernähren sich Vegetarier bzw. Veganer besser als Mischköstler? Welche Vorteile für die Gesundheit bringt eine vegane/vegetarische Ernährung?

              Ob sich Vegetarier bzw. Veganer gesundheitsfördernd ernähren, hängt von deren Lebensmittelauswahl ab. Beinhaltet diese z. B. vor allem eine vielfältige und abwechslungsreiche Auswahl an Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Getreide-/Vollkornprodukten, Nüssen, Samen, Pflanzenölen und bei Vegetariern auch Milch, Milchprodukte sowie Eier, ist dies durchaus eine ernährungsphysiologisch günstige und gesundheitsfördernde Ernährungsweise. Bei einer veganen Ernährung ohne Nährstoffpräparate bzw. angereicherte Lebensmittel ist eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen jedoch nicht oder nur schwer möglich. Verarbeitete Lebensmittel mit hohen Mengen an zugesetztem Zucker, Fett und Speisesalz, egal ob vegan oder nicht, sind ernährungsphysiologisch nicht günstig (s. Frage 17).

              In Beobachtungsstudien konnte gezeigt werden, dass eine hohe Zufuhr von ballaststoffreichen Getreideprodukten sowie Gemüse und Obst viele Krankheitsrisiken senkt (z. B. das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus Typ 2) und ein hoher Anteil an rotem Fleisch und Fleischerzeugnissen in der Ernährung das Risiko z. B. für bestimmte Krebsarten, wie kolorektale Karzinome, erhöht. Vegetarische Ernährungsformen haben hinsichtlich der oben genannten Lebensmittel häufig eine günstigere Zusammensetzung als die in Deutschland übliche Mischkost in Bezug auf die Zufuhr von Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen.

              Eine vegetarische bzw. vegane Ernährungsweise ist häufig mit weiteren gesundheitsfördernden Lebensstilfaktoren, wie Nichtrauchen, geringerer Alkoholkonsum sowie höhere körperliche Aktivität, verbunden. Daher ist der Effekt der Ernährung auf die Gesundheit allein schwer zu identifizieren.

              Anhand der aktuellen Datenlage lässt sich allerdings kein Vorteil für die Gesundheit von Vegetariern gegenüber sich vergleichbar ernährenden Mischköstlern mit einem geringen Fleischanteil[*] in der Ernährung erkennen.

              Zitatende –

              _______
              *) Den geringen, maximal empfehlenswerten Fleischanteil definiert die DGE mit 300-600 g pro Woche. Da isst man sinnvollerweise eh 5-6 Tage die Woche vegetarisch oder vegan. Denn 2 handelsübliche Schnitzel für die Woche jeweils in 7 gleich große Stücke einzuteilen, wäre vielleicht etwas nerdig.

              Die DGE-Empfehlung für Mischköstler (!) können Sie praktisch nur als HEVie, “Home and Everyday Veggie”, einhalten, so könnte man es vielleicht griffig nennen. 🙂 HEVie: Sich Fleischessen nur für Einladungen und Besuche vorbehalten. Dadurch allein kommen Sie locker auf die 300-600 g/w. Es fällt ja eh vielen schwer, Fleisch bei Einladungen abzulehnen. 😉

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