Bauer Willi
Kommentare 29

Emotionen und moderne Mythen um Landwirtschaft

Ich weiß nicht, ob ihr es wisst: ich bin ein heimlicher Fan von Urs Niggli, dem ehemaligen Leiter des Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL). Er hat neulich in Wien einen Vortrag gehalten, der mir gefallen hat, auch wenn es dabei um natürlich auch um Bio-Landwirtschaft geht. Trotzdem ist Urs Niggli in meinen Augen ein Brückenbauer, der die Dinge wissenschaftlich und ohne ideologische Scheuklappen sieht. Das gefällt mir. Übrigens durfte mit ihm auch schon in einem Podcast des Handelsblatt diskutieren und habe ihn da genau so erlebt: offen und wissenschaftlich orientiert.

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29 Kommentare

  1. Ertl Elisabeth sagt

    Die Zeiten, wo Anthroposophen dumm und sklavisch die Aussagen Steiners absolut setzen, ohne selber zu denken, sind ohnehin vorbei. Es gibt kaum noch einen Bauern, der wirklich sämtliche Präparate anwendet. Sie essen auch Fleisch, obwohl das bei Steiner als rückständig gilt etc. Steiner ist eher insofern eine Leitfigur, als er ermutigt hat, selber genau hinzuschauen und auch unkonventionellen Lösungen eine Chance zu geben.
    Übrigens ist der Placebo – Effekt als solcher sehr wohl wissenschaftlich nachgewiesen, sogar im Fall, dass der Proband weiß, dass es sich um Placebo handelt. Nur den Wirkmechanismus kennt man nicht.
    Aber was heißt das schon? Letztes Jahr hat Anton Zeilinger den Nobelpreis bekommen, weil er zweifelsfrei nachgewiesen hat, dass verschränkte Quanten immer die gleichen Eigenschaften annehmen, OHNE dass dahinter irgendein ein verborgener MECHANISMUS oder irgendeine Form von KOMMUNIKATION wirkt. Es gibt also Phänomene, die geschehen ohne Grund! Das ist eine der zentralen Erkenntnisse der Physik des 21. Jahrhunderts!
    https://www.youtube.com/watch?v=6Urhfx-_7lU&t=3046s
    Also, auch Wissenschaft bleibt für Überraschungen gut!

    • Reinhard Seevers sagt

      Erst wenn der Placebo-Effekt bei Rind und Zuckerrübe wirkt, glaub ich an eine Gottheit.
      Quantenmedizin ist seit kurzem auch im Algorithmus angekommen…..Geschäft läuft! 🥳

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    • Andreas Gerner sagt

      Für interessanter halte ich den Nocebo Effekt.

      Wer glaubt, ein Medikament eingenommen zu haben, glaubt häufig auch, die Nebenwirkungen dieses Medikaments zu spüren.

      Wenn man nun also mit einer Spritze pures Wasser auf einen Getreidebestand neben einer Liegewiese sprüht und danach Umfragebögen verteilt, wird man haufenweise Kopfschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit uvm in der Auswertung finden. Obwohl von der Applikation rein gar nichts zu den Probant:innen geweht haben kann, das in irgendeiner weise besagtes auslösen kann. Nur Einbildung.

      Daher:
      wenn den Menschen oft genug erzählt/eingetrichtert wird, dass “Pestizide” zuhauf versprüht würden und nicht vollständig nachgewiesen sei, dass (insbesondere bei “Cocktails” – auch wenn selbst die kombinierte Dosis 1000fach unter Grenzwerten liegt) dies für den Menschen völlig ungefährlich sei, werden sich Menschen in Scharen einbilden, sie würden durch Landwirtschaft todkrank gemacht.

      Und einige davon werden sogar (echte!) Symptome entwickeln und erleiden.
      Zwar ausgelöst durch pure Einbildung, aber tatsächlich (auch) NICHT eingebildete Symptome.

      Insofern haben Behörden, Politiker, “Experten” und Medien auch eine gewisse Verantwortung.
      Wer etwas aufbauscht, ausschmückt, überdramatisiert, zuspitzt, richtet mitunter tatsächlich greifbares Leid an.

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      • Smarti sagt

        Herr Gerner, da stimme ich Ihnen voll zu. Wenn es ja schon beim angeblich giftigen Pflanzenschutz ( der ja so schlimm nicht sein kann, denn immerhin leben wir fast ausschliesslich von solch behandelten Produkten ) solche “psychischen Nebenwirkungen” hat, wie grausam ist dann die medial geschürte (Todes)angst vor dem Klimawandel mit den ganzen Klimakonferenzen und Milliarden ? Zart beseitete Seelen oder Leute, die tatsächlich noch glauben, was schwarz auf weiss geschrieben steht haben es gerade nicht leicht.
        Ich wünsche Allen einen schönen ersten Advent !

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        • Reinhard Seevers sagt

          ….”wie grausam ist dann die medial geschürte (Todes)angst vor dem Klimawandel mit den ganzen Klimakonferenzen und Milliarden ? Zart beseitete Seelen oder Leute, die tatsächlich noch glauben, was schwarz auf weiß geschrieben steht haben es gerade nicht leicht.”
          Gab vorgestern eine super-Diskussion zum Thema auf servus-tv…..ein Vertreter der “letzten Generation” ist dabei.
          https://www.servustv.com/aktuelles/v/aa652vsxli4mnyjbctkm/

  2. Andreas sagt

    Urs Niggli hat mit seinem Institut für Agrarökologie – agroecology.science noch immer eine Reihe von Beratungsvertägen mit Verarbeitern von Biolebensmitteln.
    Ich fürchte, vielen ist nicht bewusst, dass ihnen die Propagandatätigkeit von Niggli für die Gentechnik, ihrem Image sehr stark schaden kann.
    Hier muss es schnell zu einem Umdenken dieser Öko-Manager kommen.
    Den Schaden wird ihm Bayer schon ausgleichen.

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    • Limes sagt

      können sie uns mal eine Zusammentellung dieser Verarbeiter von Biolebensmitteln geben damit man entsprechend reagieren kann. Die Verkaufsläden die solche Produkte anbieten am besten umgehend meiden.

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  3. Reinhard Seevers sagt

    Für mich ist Niggli ein typischer Vertreter der “es muss etwas dran sein, was wir nicht genau messen, aber fühlen können” – Sichtweise.
    Die Überantwortung und auch die Übernahme aller ethischen, moralischen, ökologischen, antroposophischen, psychosozialen Belange etc. durch und mit der Landwirtschaft, finde ich einfach vermessen und falsch. Es fixiert sogar die weitere Schuld auf Seiten der dann angeblich einzig verbliebenen Lösungsanbieter. Ich finde daa nicht richtig.

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  4. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Bericht in GEO:

    18 Milliarden Nutztiere sterben jährlich, ohne gegessen zu werden.

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    • Joachim Kaiser sagt

      Weltweit ?
      Wie viele sind es in Deutschland und die Gründe würden mich auch interessieren?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Es handelt sich bei der Studie wiedereinmal um eine Hochrechnung aus der Lebensmittelverschwendung. Reiche Gesellschaften werfen viel weg, arme verhungern ohne je Fleisch gesehen zu haben. Es ist eine Sozialstudie, die die Nutztierhaltung als Schuldauslöser benutzt, nicht aber die Ursache von Ungleichheit und Wohlstand in Beziehung setzt.
        Fazit bleibt: Je ärmer, umso weniger Verschwendung, aber umso mehr tot. Je reicher, umso mehr Verschwendung, aber umso längeres Leben…..es lebe die Verblödung.

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      • Ferkelhebamme sagt

        Wenn man statistisch alle Schlachtabfälle zusammenzählt und durch das durchschnittliche Gewicht eines Schlachttieres teilt… .
        Und ja, auch Tiere sterben einfach so: bei der Geburt, an Krankheiten, Unfällen, etc. Nur Einhörner leben ewig.
        Wobei in D garantiert signifikant mehr Tiere in die Tonne gehen, weil auf gar keinen fall ein humpelndes Tier am Schlachthof ankommen darf. Auch durchaus genesungsfähige Tiere sollen auf Anraten der Tierärtzte/Vetämter/Kontrolleure besser gemerzt werden, damit es keine unschönen Bilder mehr gibt. Erfolg der Tierrechtler.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Man stelle sich vor, es gäbe keine Kindersterblichkeit….wie viele Menschen würden zus. verhungern. 😯

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          Ein aufem Hintern sitzendes Schwein hatte ich mal aufem Hänger und vorm Abladen die diensthabende informiert. Da wurde ich total zusammen gebrüllt (DAS GIBT NE ANZEIGE!) und das Tier aufem Hänger betäubt—das Tier hatte keinerlei Verletzungen—wurde normal bezahlt. Bloss ruhig bleiben in solch Situation.

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        • @Ferkelhebamme.
          Es muss gar nicht einmal um unschöne Bilder gehen. Bei uns wurde ein Schweinemäster angeklagt, weil die Tierärztin am Schlachtkörper einen verheilten Bruch feststellte und, so ihre Anklage, das Tier unnötig gelitten habe. Es kam zum Verfahren, weil der Mäster gegen den Bescheid Einspruch einlegte. Der Mäster konnte nachweisen, dass das Tier separiert und mit Schmerzmitteln behandelt wurde, wobei er nicht einzuschätzen wusste, ob es sich um einen Bruch oder um eine Zerrung gehandelt hat. Weder beim Aufladen vom Spediteur, noch beim Abladen am Schlachthof gab es eine Beanstandung, dass das Tier “unrund” gelaufen sei. Es gibt noch Richter mit gesundem Menschenverstand, so dass der Mäster freigesprochen wurde. Man sieht aber, der Grat zwischen einer Nottötung um ein Tier nicht unnötig leiden zu lassen, und einer Behandlung um ein Wirbeltier nicht grundlos zu töten, ist sehr schmal.

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    • Smarti sagt

      Früher fand ich GEO mit den tollen Bildern sehr hochwertig, konnte sie mir aber nicht leisten bzw. kaufte mir lieber Futter. Heute würde ich mich nur ärgern… und mit dem gesparten Geld kaufe ich noch immer lieber was regionales oder Futter 🙂 .
      Was stehen denn für Gründe drin ?
      Mir würden da einfallen : zuwenig Futter wegen Dürre, Überschwemmungen, Seuchen und damit Keulungen (ob gerechtfertigt oder nicht), Verletzungen/ Brüche, Lebensschwäche oder Tiere voller Medikamente, die einen Transport in den Schlachthof nicht mehr ermöglichen. Die ganzen Labortiere sind ja auch Nutztiere, Zoo – und “Tierschutztiere” die einen fast natürlichen Tod sterben und fast alle Pferde… denn ein Schlachten ist oft verboten oder das Fleisch nicht verkäuflich. Die ganzen männlichen Legeküken- erst aus Deutschland exportiert aus Gründen. Ja, das kommt einiges zusammen – aber wo ist da das Problem ?
      Veganer wollen keine Nutztiere essen – aber Veganer finden es auch schlimm, wenn Nutztiere getötet werden ohne dass man sie isst ?!
      Die Übersetzung dafür ist: Veganer wollen die Tiere abschaffen… sie könnten sonst sterben.

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    • Rolf Sieling sagt

      Kann ja schon nicht richtig sein. Bei 10Mrd Menschen und 18Mrd Tieren-Verlust . Dann sind bestimmt keine Rinder und Schweine gemeint, sondern Fische und Brathähnchen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        “Bei 93,6 Prozent der unnötig gestorbenen Tiere handelt es sich um Hühner.”
        Aus der Studie….

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        • Ex-Baumschuler sagt

          Die “93,6 Prozent der unnötig gestorbenen Tiere” sind bestimmt zum großen Teil männliche Küken, die sich nicht als Legehennen eignen und darum oft gleich geschreddert und vernichtet werden, statt noch wenigstens Hühnersuppe daraus zu machen.

          • Smarti sagt

            Ex-Baumschuler, “Kükenschreddern” ( zumindest in Deutschland ) ist auch so ein Bauerntotschlagargument wie “ein kg Rindfleisch brauchte 15´000 l Wasser zur Herstellung” oder “Grundwasservergifter”. NGO – Sprech eben, entweder stark übertrieben oder gelogen und doch von jedem nachgeplappert.

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    • Limes sagt

      das ist ja jetzt keine Überraschung denn es sind alleine in D wesentlich mehr.
      In einem Bienenstock leben ca 50.000 Bienen. 18 Mrd entspricht 360.000 Bienenstöcken. In D haben wir sicher deutlich mehr als 360.000 wahrscheinlich 1 Mio Bienenstöcke. Damit sterben alleine in D jährlich etwa 50 Mrd Nutztiere.

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    • Frank sagt

      Ja, der Geo Artikel war heute bei den Empfehlungen auf dem Browser…
      und endet natürlich mit dem CO2.
      Vermutlich ist das eine ziemlich grobe Rechnung: “Für ihre Berechnung werteten die Forschenden Zahlen der Vereinten Nationen zur weltweiten Fleischproduktion und zum Fleischkonsum aus dem Jahr 2019 aus.”
      Da ist noch nichtmal klar, ob die Verwendung als Tierfutter unter Fleischkonsum läuft

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    • Smarti sagt

      Mit der gleichen Technik, die aus altem Fritierfett Flugzeugtreibstoff hergestellt wird, kann man auch aus der Tierverwertung das Fett verarbeiten. Fliegen deutsche Flugzeuge bald klimaneutral aber nicht mehr vegetarisch ? Würde dann ein grüner vegetarischer Minischter aufs Fliegen verzichten oder gleich die Technik verbieten wollen ?

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  5. Pälzer Buh sagt

    Urs Niggli (war) ist Wissenschaftler, ein der alle Seiten beleuchtet und dann zu einem Ergebnis XY (Ungelöst(Ironie)) kommt. Es ist die Offenheit die mich beeindruckt, weniger die Wirtschaftsweise. Ein alter weißer Mann

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  6. Frikadellen piet 45 sagt

    guten Morgen also ist die Schlussfolgerung es muss zu einem passen wie alles im Leben muss es zum Menschen passen auch der Partner ganz gehört habe ich ihn aber nicht

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