Bauer Willi
Kommentare 16

Dürre in Deutschland?!

Ein Artikel kurz vor Weihnachten über Trockenheit? Draussen regnet es doch! Hier ein aktueller Artikel des “Spiegel”, der auch auf die Situation in der Landwirtschaft hinweist. Mit einer interessanten Grafik, in der Entwicklung der letzten Jahre aufzeigt.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/duerre-boden-in-deutschland-leidet-unter-regenmangel-a-9fa6df06-11b9-4bc4-8ae3-54a8edb52096

Hier geht es zur Seite des Dürremonitors, in dem man sehen kann, dass es selbst im Oberboden schon wieder trocken wird.

https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Wer sehen will, wie es mit der Bodenfeuchte in der Region bis 60 cm aussieht, wird hier fündig:

https://www.dwd.de/DE/leistungen/bodenfeuchte/bodenfeuchte.html

Aktuell gibt es Unwetterwarnungen vor Dauerregen. Brauchen könnten wir den. Ihr könnt es ja jetzt mal mitverfolgen.

Hier ein Video des Helmholtz-Institutes:

https://www.youtube.com/watch?v=FGLs0VmM3Xc

 

(Aufrufe 2.077 gesamt, 1 heute)

16 Kommentare

  1. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Der Unterboden ist nach 3 brutalen Dürrejahren in Folge derart trocknen, dass in den oberen 20-25 cm eine hinreichende Wasserversorgung nur vorgetäuscht ist.

    Ich habe daher als ZR-Anbauer in diesem Jahr zum ersten Mal in meiner Schaffenszeit sehr bitter meinen Erfahrensschatz erweitern müssen, wo trotz fortwährendem Regen ab Oktober -geringe Niederschlagsmengen, die den Oberboden unbearbeitbar machten, eine entsprechende Wassersättigung aber nur vortäuschten- bei einem späten Rodezeitpunkt erst Ende November, unsere Zuckerrüben überhaupt nicht mehr gewachsen sind, weil deren Wurzelkörper in den brettharten Unterboden nicht vordringen konnten. 20-30% Wachstum wären unter günstigen Voraussetzungen durchaus möglich gewesen, genau das Gegenteil aber war der Fall, es kam sogar zu einem Masseverlust. Blattbildung hat bei einigen Rüben sporadisch eingesetzt, nicht aber Rübenkörperwachstum. Zudem waren im weiteren zeitlichen Verlauf noch erhebliche Ausfälle infolge hoch aktiver Mäuschen zu verspüren, die sich explosionsartig vermehrten und die Wurzelkörper systematisch aushöhlten. Eine sich überdies wild in unseren Flächen verlustierende Schwarzkittelpopulation war obendrein zu verorten und rundete dieses Horrorszenario entsprechend ab. – Schlimmer geht wohl noch immer!

    Nach der Überfahrt mit dem ZR-Roder meinte man die Mäusebauten zerstört zu wissen – weit gefehlt, sie sind dürrebedingt in Vielzahl noch da und allerorten in unseren Fluren auch munter zerstörungswütig unterwegs. Es bilden sich jetzt schon Mäusekessel beachtlicher Größen auf unseren Feldern aus.

    Wenn man sieht, wie sich unsere von Frau Schulze und Herrn Flasbarth zärtlich gestreichelten Mäuschen gerade in den benachbarten Kleeflächen derzeit rasant vermehren, welche fresslustig auch in die umliegenden Wintersaaten Reißaus nehmen, wird mir jetzt schon bange, wie sich diese Flächen im zeitlichen Verlauf forthin präsentieren werden.

    Laut COPA-COGECA / DRV etc. pp. steht allerdings das nächste Rekorderntejahr 2021 derzeit in Erwartung – in welche Richtung, das verspüren leider wohl ausschließlich nur noch wir Bauern in nicht allzu freudiger Erwartung…!? Da müssen wir keinen Blick in weiser Vorausschau auf unsere allwissende Glaskugel werfen.

    • Paulus sagt

      Als Jäger war mir bis jetzt noch nicht bekannt, dass sich das Schwarzwild (nennenswert) auch in den Zuckerrüben verlustiert. Von reinen Feldrevieren habe ich zugegeben wenig bis gar keine Ahnung. Zumindest in NRW und RLP fällt das doch unter Wildschaden, für den die Jagdpächter ersatzpflichtig sind. Ich lasse mich da aber ausdrücklich gerne belehren.

      • Ostbauer sagt

        Also bei Zuckerrüben habe ich das ganze Jahr mit den Sauen zu kämpfen.
        Im Juni ,wenn sie mohrrübengross sind ziehen sie die raus; im Herbst bei Spätrodung gehen sie direkt an die Rüben und danach brechen sie nach den Resten. Leider ist dann meistens schon Weizen drin. Also voll zu tun um Wildschaden zu minimieren.

  2. Friedrich sagt

    Ja Will , wir brauchen Regen. Bei der Bodenprobenahme vor einigen Wochen war der Boden nur knapp 25 cm durchfeuchtet. Die Winterfurchenschläge sind staubtrocken. Im November haben wir 16 mm und bis jetzt im Dezember 23mm und bisher im Jahr 555 mm Regen bekommen. Da fehlen bei uns gegenüber dem langjährigen Mittel fast 150 mm Regen. Wir brauchen vom 1. November bis 31. März mind. 233 mm Regen , damit die Ernte normal ist. In den letzten zwei Jahren hatten wir in dem Zeitraum 288 mm (18/19) und 355 mm (19/20)und damit auf Grund der Speicherfähigkeit unserer Lehmböden eine durchschnittliche bzw. Super Ernte . Schlimm ist es immer , wenn wir lange Temperaturen über 30 Grad vor der Ernte haben und die Pflanzen regelrecht weggebrannt werden. Gerettet in diesem Jahr haben uns die 175 mm Regen im Februar.Der Oberboden war voll , sodaß sogar kurz die Drainagen gelaufen sind. Das Problem des Klimawandels , den ich seit 1980 beobachte , daß die Verdunstung seit dem stark gestiegen ist . Die Regenmengen sind im Mittel über die Jahre mit Schwankungen geblieben. Jetzt zeigt sich ,wer den Humusgehalt im Boden erhöht hat und wer nicht. Ertragsdifferenzen von bis zu 30% berichtet unser Berater. Mitte der 1970er Jahre haben wir den Humusgehalt gemessen und in den letzten Jahren wieder. In dieser Zeit haben wir
    den Gehalt um rd. 50% erhöhen können. Das haben wir mit Zwischenfrüchten und organischer Düngung erreicht , wobei die organische Düngung wichtiger für den Humusgehalt ist und die Zwischenfrüchte die Nährstoffe über Winter konservieren und so nicht verlagert werden können. Mit der organ. Düngung vermehren sich natürlich die Regenwürmer explosionsartig und produzieren so den Dauerhumus. Gülle , Mist usw. sind ein regelrechtes Festessen für die Regenwürmer und sichern so unsere Ernten. Pauschal kann man sagen , daß was an Früchten über der Erde zu sehen ist , auch an Bodenlebewesen im Boden vorhanden ist.

    • Arnold Krämer sagt

      Wasser ist der begrenzende Faktor für die Pflanzenerträge geworden. Hier im Nordwesten mit den vorherrschenden Sandböden ist die Niederschlagsverteilung noch viel wichtiger als im Raum Hannover. Die jahrzehntelange organische Düngung mit reichlich (teilweise überreichlich) Gülle und Mist hat die Böden allerdings über die starke Humusanreicherung auch ertragssicherer gemacht. Wenn alles passt, werden dann auch hier schon mal 90 dt Weizen (Anbau gab es vor 40 Jahren im Emsland noch nicht) oder 120 dt Körnermais pro ha geerntet.

      • Reinhard Seevers sagt

        Krass sind die Folgen für die Rinderhalter…Weidehaltung ist nur bedingt möglich, wenn Dürre herrscht, Futter wird knapp, Tiere bleiben im Stall, Tierschützer fordern das Gegenteil……

        • Und jede Milchkuh braucht ca.80l Wasser am Tag!

          Natülich brauchen Pflanzen auch Wasser zum wachsen,
          ich denke aber Rüben, Kartoffeln und Wuzelgemüse brauchen mehr als Getreide und Gras!

          • Nicht nur die Erdäpfel brauchen Wasser um zu gedeihen, sondern auch die Himmeläpfel Birnen, anderes Obst und der Wein!
            Gell Ehemaliger?

      • Im NDR habe ich vor wenigen Tagen oder gar gestern erst gehört, dass der kommende große Regen das Grundwasser etwas steigen lässt, oder anders gesabt, er
        mindert die Trockenheiten in den tieferen Bodenschichten!
        Stimmt das?

        • Arnold Krämer sagt

          an Grundwasserneubildung ist noch nicht zu denken, erst müssen die tieferen Bodenschichten wieder mit Wasser “aufgefüllt” werden

          • Brötchen sagt

            Es sickert schon was durch. Herr Krämer, wann haben sie das letzte Loch 1,50 m gegraben?

            Ich muss sagen die tieferen Bodenschichten sind schon etwas feuchter als noch vor zwei Jahren.

            Für Landwirte ist es immer zu trocken, ausser es ist eine Überschwemmung!

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      An der Wetterstation im Nachbardorf wurden in diesem Jahr 808 mm gemessen, letztes Jahr 1143 mm. Normal sind um die 950 Liter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.