Bauer Willi
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Zeit für Profis – Zeit für Verbindung

Heute, 27.3.2020 wird wohl die Neufassung der Düngeverordnung verabschiedet. Sie wird nach derzeitigem Kenntnisstand erst am 1.1.2021 in Kraft treten. Aber das ist eigentlich sekundär.

Ja, das gesamte Prozedere ist „dumm gelaufen“. Sowohl die Politik als auch die Verbände haben es, um im Thema zu bleiben, verkackt. Alle haben geglaubt, die Klage schon „irgendwie vom Tisch zu bekommen“. Doch die Kommission hat nicht nachgegeben, sie wird vermutlich nur einen späteren Termin akzeptieren. Es ist vorbei, aber es ist kein Weltuntergang.

Viele Posts und Texte der letzten Tage sind mir negativ aufgefallen. So meldet sich auch der „Spiegel“ zu Wort und interpretiert einen Brief von LsV in einer inakzeptablen Weise. Es gibt eine Gegendarstellung von LsV, aber das schlechte Image haben wir wieder an der Backe. In diversen Posts wird eine Lebensmittelverknappung aufgrund der Düngeverordung an die Wand gemalt. Vereinzelt wird mit Boykott gedroht. Geht es auch eine Nummer kleiner? Wir brauchen jetzt Verbindung, nicht Trennung.

Wir haben derzeit eine Krise, die sich vermutlich bald auch auf die Lebensmittelversorgung auswirken wird. Um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, brauchen wir Bauern helfende Hände. Anders ist es nicht zu schaffen. Land schafft Verbindung.

Jetzt ist die Zeit, wo wir mit unseren Mitbürgern im wahrsten Sinne des Wortes ins Gespräch kommen können. Auf Augenhöhe, ohne Stress, in aller Ruhe und bei der Arbeit. Unsere Mitbürger melden sich in großer Zahl bei den Vermittlungsportalen und wollen helfen, wollen arbeiten und Geld verdienen. Nehmen wir die Hilfe an, auch wenn es etwas stressiger und holpriger als mit den gewohnten ausländischen Saisonarbeiter wird. Das Land schafft Verbindung.

Jetzt haben wir die einmalige Chance, ohne Gesellschaftsvertrag, ohne theoretische Diskussionen, ohne das Gerede der NGO´s, ohne die Interpretation durch die Medien auf unseren Höfen mit den Mitbürgern in direkten Kontakt zu kommen. Jetzt können wir unseren Mitbürgern in aller Ruhe erzählen, was es mit Pestiziden, Monokulturen, Massentierhaltung und nitratverseuchtem Grundwasser auf sich hat. Und was das mit ihm als Verbraucher zu tun hat. Wir Landwirte schaffen die Verbindung.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat kürzlich richtig gesagt: „Die aktuelle Krise ist keine Zeit für Dilettanten, sondern eine Zeit für Profis.“

Jeder einzelne Bauer und jede Bäuerin hat jetzt die Chance sein Können, sein Wissen, seinen Umgang mit Menschen und auch seine Verantwortung für die Bevölkerung zu zeigen. In der dafür nötigen Ruhe, mit der Sicherheit im Umgang in schwierigen Zeiten und mit dem Weitblick nach vorne. So wie es eben Profis tun.

Nutzen wir jetzt die Chance. Auch wenn alles etwas langsamer geht. Sie wird so schnell nicht wiederkommen. Ja, wir sind wichtig. Aber hören wir auf, uns selbst zu wichtig zu nehmen.

Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele (F.W. Raiffeisen)

 

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115 Kommentare

  1. Ein Privatier sagt

    Neue Düngeverordnung
    Sozialistische Sozialwissenschafler geben grünes Licht.

    „Entgegen der Absprache, auf Redebeiträge während der Sondersitzung zu verzichten, eilte der Landwirtschaftsminister von Thüringen, Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) zum Rednerpult, der nach einem Studium der Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin über »Solidarität, Wettbewerb und Haushaltskrisen im föderalen Wohlfahrtsstaat« promoviert. Er ging unmittelbar vor der Abstimmung ans Rednerpult und warnte vor den Folgen bei einer Verschiebung der Verordnung. Er betonte, die Landwirte würden bei der Umsetzung der Düngeverordnung vom Staat unterstützt. Bundesumweltministerin Schulze versprach ihnen in einer ersten Reaktion gleich Geld als Fördermittel für Ernteverluste. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner ließ ihre Staatssekretärin in einer Erklärung den Landwirten einen Geldsegen versprechen. Die Landwirte dürften also bald den Kontrollinspekteur auf ihren Höfen erwarten.“

    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/bundesrat-verabschiedet-neue-duengeverordnung/

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  2. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Die gestrige Entscheidung war ein politischer Peitschenknall in Richtung Bauern zur Unzeit, in vollem Bewusstsein, dass man damit eine nachgewiesene Fehlerhaftigkeit willentlich mit durchwinkt.

    Für mich wahrlich kein Signal politischer Stärke sondern reiner Machtpoker. Kein Mensch weiss derzeit, welchen Herausforderungen wir uns morgen stellen müssen, wir aber setzen alle Pflanzen auf Sparflamme.

    Als wenn uns Mutter Natur nicht bereits anderweitig genügend Grenzen knallhart aufgezeigt hätte, üben wir uns unbeirrt in überheblicher Wohlstandsdekadenz.

    Man kann das nur schwerlich begreifen, wenn man mit einer hinreichenden Portion gesunden Menschenverstandes ausgestattet ist.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Der gesunde Menschenverstand hätte früher ansetzen können. Nämlich da wo etliche Betriebe die organische Düngung eher als Entsorgung betrachtet haben und dann als die Vertreter es verpennt haben rechtzeitig zu intervenieren…..jetzt ist das passiert, was selbst versaut wurde,.

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      • firedragon sagt

        Herr Seevers,
        was Sie montieren wird wohl manch einer gemacht haben (schwarzes Schaf und so). Auf unseren Betrieb und unsere Region trifft das aber überhaupt nicht zu.
        Unser Betrieb arbeitet schon ewig mit Gündüngung auf den Äckern und in den Weinbergen, wir haben Wiesen – alles wird nur nach Bedarf gedüngt. Wir haben zehn Ackerfrüchte (ohne Aufteilung in Sommer-u. Winterfrucht, Luzerne). Eine zoologische (habe ich hier gelernt 😉) Viehhaltung, ausschließlich Stroh – keine Gülle.
        Und trotzdem befinden sich unsere Flächen in einem sowas von rotem Gebiet.
        Was sagen Sie solchen Betrieben, wie uns?
        Was sollen wir ändern, wo es nichts zu ändern gibt?
        Ist aber auch egal – wir sind ja schließlich Profis und bekommen das schon auf die Reihe.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Feuerdrache, ihr badet doch das aus, was Kollegen von euch jahrelang verursacht haben. Wendet euch doch mal direkt und offen an die, die es verursacht haben. Es gibt ein Nord-Süd, Groß – Klein Dissenz, der aber immer unter dem Mantel der Solidarität verdeckt wurde. Keiner traut sich offen zu sagen, was er wem eigentlich anlastet, weil dann alles auf alle zurückfallen würde, aber das tut es doch jetzt auch….regionale Fehler baden nun alle aus……der DBV hat sich immer zusammengerauft, weil er nach Außen ein harmonisches Bild abgeben sollte. Im Innern hat es immer gebrodelt, es ist aber nie offen drüber gesprochen worden.
          Nicht immer den Überbringer der Nachrichten köpfen, auch mal bei den eigenen anfangen, wird langsam Zeit.

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          • firedragon sagt

            Wissen Sie Herr Seevers,
            ich nehme jetzt mal unseren Betrieb als Beispiel – eignet sich gerade.
            Wir können es doch nur vormachen. Wir sind keine Prediger und keine Besserwisser, das sind wir nicht. Wir würden uns nie anmaßen, anderen Betrieben „vorzuschreiben“, wie sie was zu tun haben. Jeder Betrieb arbeitet anders, hat seinen Schwerpunkt.
            Bsp Gülle vs Stroh : es gibt Gegebenheiten, da gibt es im Stall Spaltenböden und eben Gülle. Da ich weiß, wie es ist, Stroh zu bergen und zu lagern, einzustreuen und zu misten, kann ich Spaltenböden nachvollziehen (käme für mich allerdings nie in Frage). Ich kenne von den Stallvarianten die Vor – und Nachteile. Und gerade deshalb kann (will) ich oder wir keinen „bekehren“. Ich habe nicht das Recht dazu.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Was hat das mit Bekehren zu tun, wenn man Betriebe anspricht, die sich über die sog. „gute fachliche Praxis“ über Jahre hinweg Dinge erlauben, die nun als Boomerang auf alle Betriebe zurückfallen. Dann hat doch wohl jeder Betrieb als Mitglied in der Gruppe der wirtschaftenden landw. Betriebe das Recht und evtl. auch die Pflicht, dies eben nicht auf seine eigenen Schultern abzuladen oder sind sie so altruistisch, dass sie Fehler anderer immer übernehmen und als ihre eigenen definieren?
              Deshalb sind ja auch die Landesbauernverbände so inkonsequent und gestatten sich einerseits die Anbindehaltung von Kühen und anderseits ermöglichen sie die Durchführung z.B. der Düngeverordnung. Ehrlich machen war hier auch mal Thema.

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              • firedragon sagt

                Herr Seevers,
                es gibt nicht immer schwarz oder weiß. So einfach wird es einem leider nicht gemacht.
                Irgendwo hier im Blog gibt es einen Bericht einer Bäuerin mit der Frage guter Bauer /schlechter Bauer.

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          • Arnold Krämer sagt

            Hier haben Sie vollständig Recht, was ich nicht immer von allen Ihren Beiträgen behaupten kann. Die strukturellen Fehlentwicklungen reichen bis weit in die 1980er oder sogar 1970er Jahre zurück. Damals hat man vieles, was sich im Nordwesten anbahnte, im Süden nicht verstanden oder nicht wahrhaben wollen. Nach dem Mauerfall waren die Diskussionen , die bis dahin in Westdeutschland geführt wurden, hinfällig, weil ein völlig neues „Strukturelement“ in der Landwirtschaft ungeahnte Möglichkeiten für den westdeutschen Berufsstand eröffnete.

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            • Karl Timme sagt

              Arnold Krämer, sie haben vollkommen recht. Die Triebfeder dieser Entwicklung liegt aber nicht bei den Einzelbetrieben der Region ( Nordwest Niedersachsen). Bis auf Emden und Papenburg war diese Region tief ländlich geprägt. Sie hatte eine eigene Kammer mit Sitz in Oldenburg (die 2. LWK Hannover). In direkter Nachbarschaft das absolut agrarisch geprägte Holland, welches auch vor Schengen einen großen Konkurrenzdruck ausgeübt hat. Sehr viele Holländer übernahmen Betriebe im Weser-Emsraum. Die Kammer musste Ihre Betriebe fit machen. In Ihrer Lehr- und Versuchsanstalt Infeld wurde die Kaltränke entwickelt (v. Bothmer) und ein Boxenlaufstall gebaut, als in Echem noch sehr viel Wert auf einen ordentlich rechteckig gestapelten Misthaufen wert gelegt wurde. Das hier, aufgrund des wirtschaftlichen Erfolgs, welcher dem gesamten ländlichen Raum zugute kam, Grenzen überschritten wurden, stellte sich erst später heraus. Wer fährt diese Entwicklung wieder zurück, wenn eine ganze Region davon abhängt?

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              • Arnold Krämer sagt

                Die Region und ihre Betriebe werden durch die vielen und immer detaillierteren Fachgesetze zurechtgestutzt. Das dauert aber ein bisschen und geht nicht von heute auf morgen. Das Problem ist die damit verbundene Sippenhaft, die Überbürokratisierung und die erheblichen Kostensteigerungen, die den Strukturwandel auch in allen anderen Regionen D beschleunigen.

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              • Thomas Apfel sagt

                Ich persönlich denke nicht, dass Entwicklungen immer „zurückgefahren“ werden müssen. Wenn eine ganze Region von der Wertschöpfung abhängig ist, sollte die Devise doch eher „weiterentwickeln“ sein. Die Flächenbindung wiederherstellen zu wollen, geht ganz klar an den objektiven
                Gegebenheiten vorbei und würde in den Regionen 70 % der Betriebe die Existenz kosten. Die Lösung sollte doch wohl eher in Ver- und Bearbeitung der anfallenden organischen Dünger gesucht werden, als so zu tun, als wenn alles zwingend im unmittelbarem Umfeld „untergebracht“ werden müsste. Das ist vom Ansatz genauso dämlich, als wollte man Volkswagen dazu verdonnern nur noch in Niedersachsen verkaufen zu dürfen. Fast Emmissions-freie
                technische Möglichkeiten der Aufwertung/ Aufbereitung/ Verarbeitung und damit das ökonomisch vertretbar transportfähig machen von Gülle gibt es zu Hauf.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Herr Timme, als die Fusion der beiden Kammern stattfand hat sich die achso gute LWK Oldenburg mit dem Kapital der LWK Hannover gerettet…das war ein Husarenstück der Kammerpolitik! Hurra!

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                • Karl Timme sagt

                  Herr Seevers, die kleine pleite Kammer hat die große finaziell gut darstehende Kammer Hannover der ich angehöre, auf Druck der Politik übernommen. Der Sitz seitdem ist Oldenburg.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Müssen Sie mir nicht erklären, ich habe 11 Jahre bei der LWK-Hannover gearbeitet. Man konnte bereits 10 Jahre vorher sehen, wo es hingeht. Der Rechnungshof hat die Zahlen ja immer aktuell dargestellt. Die „Politik“ war extrem von den starken wirtschaftlich potenten Unternehmen in Weser-Ems beeinflusst. Nicht umsonst ist die Region so stark geworden.

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                • Karl Timme sagt

                  Waren sie in Hannover, Schiffgraben dann Chemifirma Warmbüchenstr. oder Hildesheimerstr.?

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Johannsenstr…….(Ecke Schiffgraben)

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                • Karl Timme sagt

                  Nicht Warmbüchen (Landvolk) Hans-Böckler-Alle
                  (SOLVAY)

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                • Karl Timme sagt

                  Haben Sie den Umzug, weg von dem Verkauften
                  Hochhaus in der Johannsenstr. nicht mehr mit gemacht?

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                • Karl Timme sagt

                  Dann ist Ihnen ja einiges erspart geblieben. Habe in den Jahren nach der Fusion sehr viel Klagen gehört, nicht nur in Hannover, auch in den Bezirksstellen. Die Kreisstellen wurden ausgedünnt, sodaß ich heute eine Entfernung zu meiner Kreisstelle von 75 Km Kreis- und Landstraße habe. Zur Bezirksstelle 52 Km Bundesstrasse und nach Hannover 62 Km 4 Spurige Bundesstrasse Schnellweg. Von der Nachbar Bezirksstelle Braunschweig 52 Km, ist die Nächste Kreisstelle 23 Km entfernt, aber für mich nicht zuständig?

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          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Wovon träumen Sie???

            Ist der Kannibalismus unter den Bauern nicht ohnedies schon ausgeprägt genug?

            Erwarten Sie nun Kämpfe bis auf’s Blut innerhalb unserer ländlichen Räume?

            Das wäre gewiss das Ende unserer freiheitlichen Demokratie, auf die wir alle doch so stolz sind!

            Als unser cleverer Architekt für alle Fälle sollten Sie an diesen festzementierten Grundpfeilern dieser Freiheit nicht rütteln wollen; meint ein kleines Bäuerlein.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Scharfe Kritik richtet Elisabeth Fresen, Bäuerin aus Verden/Aller und Bundesvorsitzende der AbL, an einige Vertreter des Bauernverbandes und von „Land schafft Verbindung“: „Wenn jetzt einzelne Interessenvertreter angesichts der Corana-Krise laut in den Medien Überlegungen eines Produktionsstreiks angesichts der Düngeverordnung anstellen, ist das nicht nur unanständig, sondern auch gefährlich. Wir Bäuerinnen und Bauern müssen durch unsere Arbeit im Stall und auf den Äckern die hohe Wertschätzung in der Gesellschaft bewahren“, sagte sie. Wer jetzt mit Drohungen leichtfertig Vertrauen aufs Spiel setze, habe den Ernst der Lage nicht verstanden und handle verantwortungslos, meint Freesen. Gerade die hohe Bereitschaft in der Bevölkerung, der Landwirtschaft praktisch bei der Lebensmittelerzeugung zu helfen, sei eine große Ermutigung für die Arbeit auf den Höfen. „Dafür sind wir dankbar“, so Freesen.

              Soviel zu dem Vorwurf ich kleiner Fritz würde zur Spaltung beitragen…..

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              • Ostbauer sagt

                Keine Zeit für Grabenkämpfe!!
                Ich habe bisher noch keine Aufrufe zum Produktionsstreik gelesen.
                Außer vielleicht abenteuerlich interpretierte Aussagen zur jetzigen Situation in der Landwirtschaft. (siehe zB. Spiegel)
                Selbst diejenigen Landwirte,welche mit geballter Faust in der Tasche angesichts der durchgepeitschten DüVO dastehen , werden alles daran setzen ,die Produktion am Laufen zu halten.
                Das machen wir aus Verantwortung gegenüber unseren Familien, Mitarbeitern , Abnehmern und der Bevölkerung .
                Die Zeit der Proteste wird auch wieder kommen. Es ist ja mit mal nicht alles richtig, was vorher falsch war.(und umgekehrt)

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Falsch – …die Aufforderungen sind im Netz unterwegs.

                  Finde ich nicht gut!!! In der aktuellen Situation schon zwei Mal nicht!

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Es kann ja sein, dass die Elisabeth Fresen ihre Meinung auf Grund eines Artikels im Spiegel online gebildet hat, es wäre besser die Presseberichte vom DBV und LsV zu lesen.
                Mein Gott, was haben die für eine Niete als Vorsitzende!

                In einer Stellungnahme zu dem Spiegel.de-Artikel von LsV – Deutschland heißt es: „…in dem Brief an Frau von der Leyen wird folgendes deutlich formuliert: ‚Auch die deutschen Landwirte, ihre Familien und Mitarbeiter sind stark von der Pandemie betroffen, tun aber trotzdem das Menschenmögliche, um die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln in ausreichendem Maße sicherzustellen.‘ Das, und genau das möchten wir jetzt tun: uns in der Corona-Krise ausschließlich um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln kümmern. Die deutschen Bauern verstehen allerdings nicht, dass ausgerechnet in dieser Krisenzeit eine Düngemittelverordnung beschlossen werden soll, die die Erntemengen reduzieren und den Landwirten dadurch die Grundlage entziehen wird, auch in zukünftigen Krisen für eine stabile Lebensmittelversorgung garantieren zu können.“

                https://www.landundforst.de/landwirtschaft/spiegelde-stellt-lsv-pranger-561603

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Herr Seevers,

        wenn wir die Rückschau in die Vergangenheit tätigen, da mögen Sie vielleicht sogar Recht haben; wurde von unseren politischen Entscheidungsträgern so wohl auch gesehen.

        Gerade aber die gegenwärtige Krisenextremsituation, die uns alle vor ganz neue Herausforderungen stellt und damit einhergehend heute zusätzlich ganz andere Fragen aufwirft in der Thematik, haben unser aller Zukunft in einigen Bereichen am gestrigen Tage nicht verantwortungsbewusst auf ihrem Bildschirm gehabt.

        Problem 1: Klimawandel, dieser ist nach wie vor präsent und hält sich wahrlich nicht „in Demut“ erst einmal vornehm zurück, sowie natürlich alles kurzfristig überlagernd Schock-Problem 2: die weltweite Covid-19-Pandemie, die nach meinem Dafürhalten noch keiner folgerichtig in ihrer ganzen Dimension abzuschätzen weiß; wir hier in Deutschland stehen eventuell sogar noch am Anfang.

        In einer solchen Situation die als durchaus systemrelevant definierte heimische Versorgung ungeachtet dessen knallhart herunterzufahren (Achtung: der Mensch ist, was er ißt!) und unseren Pflanzen per Verordnung den Ertrag zu kürzen, erachte ich derzeit sogar als grob fahrlässig. Keiner vermag uns in die fernere Zukunft, unser aller Schicksal „rechtsverbindlich“ vorhersagen zu können, auch aufoktroyierte Unterlassungen können somit eine kaum zu leugnende Schuldhaftigkeit im Nachgang zu verantworten haben. Wer sagt uns, dass das so nicht kommt!? – Das tumbe Bäuerlein muss sich diesbezüglich dann jedenfalls nichts vorwerfen bzw. vorwerfen lassen. Wir haben bis zur letzten Stunde dagegen angekämpft, vergesst das bitte niemals!!!

        Im übrigen noch einmal eine ganz sachlich nüchterne Fachlichkeit: Nitrat ist ein windiger Bursche; allein die Tatsache, dass man dieser Gegebenheit bei der DüV-Novelle keineswegs wissensbasiert vollumfänglich Rechnung getragen hat, lässt die erheblichen Schwachpunkte dieser Verordnung schon jetzt erahnen, ganz brutal werden selbige aber zu einem späteren Zeitpunkt ganz gewiss auch sichtbar. – Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät.

        Warum kam unsere Wissenschaft zum jetzigen Zeitpunkt nicht rechtzeitig hinter ihrem Ofen hervorgekrochen, in der Thematik „Covid-19„ macht man derzeit doch auch die Erfahrung, welche weitreichenden Konsequenzen es mit sich bringt, wenn man den richtigen Zeitpunkt verschlafen hat… NATUR KNALLHART, die(!) zeigt euch allen ihre Peitsche!

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        • Reinhard Seevers sagt

          Die Nitratproblematik wurde vollumfänglich über Jahre hinweg verpennt, vom DBV aber auch von seinen Mitgliedern….frei nach dem Motto, wird schon nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird….hat wenig mit Wissenschaft zu tun.
          Man hätte Zeit genug gehabt die Wissenschaft in sein eigenes Boot zu holen, und parallel zu den Bestrebungen der Politik zu agieren…hat man aber nicht. Erst jetzt, wo das Kind im Brunnen liegt ist, man willens sich zu bewegen, und das gilt umso mehr, als es jetzt alle betrifft, und nicht nur die verursachende Region.

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          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            „Schlaumeier“ die das schon vor Jahrzehnten getan haben, mussten äußerst wachsam sein, nicht Opfer der Durchfallquote zu werden.

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          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            …was aber nicht heißen soll, dass man in der Selbstständigkeit sich nicht im Besonderen sich nur selbst verantwortlich war und auch entsprechend gehandelt hat, bis dato – übrigens betriebswirtschaftlich nicht erfolglos, wenn ich das mal ganz frech selbstbewusst formulieren darf.

            Eine weitreichende Ökologie ganz im Sinne der eigenbetrieblichen Ökonomie ist kein „Lufttraumschloss“ auf unseren Höfen.

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  3. Oberländer sagt

    Na schön Leute , jetzt solltet ihr hamstern gehen ,
    das was die Bananen Republik Teuschland jetzt als
    Düngeverordnung zum Gesetz gemacht hat sorgt für weniger
    volle Tröge oder ihr müsst das schlucken was von weit her kommt .
    Wohl bekomm´s.🤢

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Gemach, gemach Herr Oberländer,
      die Auswirkungen spüren wir erst später, also nicht diese Woche.
      Die Gefahr besteht, dass sonst morgen sich die Menschen um die letzte Karotte im Regal kloppen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ich glaub, wir werden demnächst ganz andere Probleme bekommen: Die Tschechen haben als Erste die Grenzen auch für LKW geschlossen. Mal sehen, wer am Ende welcher Lieferketten sitzt.

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      • Inga sagt

        Also müssen wir Vorräte anlegen und hamstern.
        Mit Klopapier haben wir ja schon geübt.
        Mit Gesichtsmasken ist ein schlimmers Problem.

        Wir müssen uns unabhängig machen, auch mit Nahrungsmittel.

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      • hugo sagt

        Guten morgen Herr Apfel,

        Mein Nachbar aus der Oberpfalz hat gesagt das es für LKW’sl eine Ausnahme gibt:

        Neuregelungen für Pendler ab 26.3.2020, 00:00 Uhr!
        AUSNAHMEN ZU DEN REISEBESCHRÄNKUNGEN
        Das Einreiseverbot gilt NICHT für:
        • Internationaler Gütertransport: LKW-Fahrer ink. Fahrzeuge (inkl. 3,5t) (Formular), Busfahrer, Crews von Frachtflugzeugen, Lokführer, Zugcrews und Wageninspektoren, Crews von Fahrzeugen der Strassenverwaltung 2 von 2, Schiffskapitäne und Crews.
        Wir werden doch nicht auf das gute tschechische Pils verzichten wollen ;-)))

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        • Thomas Apfel sagt

          Müssen wir tatsächlich nicht. Ich habe nochmal bei der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer nachgelesen. Die gestrigen Änderungen betreffen LKW Fahrer, die nach Deutschland einreisen um von dort aus zu fahren und vorrangig im deutschen Güter und Personentransport unterwegs sind. Das Ganze wird durch Fahrerkarte und Handy-Tracking überprüft.
          Ab sofort darf auch im grenzüberschreitenden Güterverkehr nicht mehr mit Beifahrer gefahren werden. Also, die Lieferketten, an deren Ende wir stehen funktionieren noch halbwegs.

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      • hugo sagt

        Ah, die Slowakei macht dicht wegen der Staus den die Ungarn produziert haben.
        Wollen nicht hoffen das Tschechien das auch noch nachahmt sonst haben wir einen LKW Stau von Waidhaus bis Nürnberg.

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    • hugo sagt

      Scheint mir sehr überzogen was Sie da prophezeien.
      Die Niederlande und Dänemark habens auch geschafft und ich hab dort nie vonNahrungsmittel-problemen gehört.
      Julia Klöckner:
      „Aber jetzt schaut die Kommission genauer hin, auch unsere Nachbarländer. Diese haben selbst schwer unter den Auflagen der Nitratrichtlinie und Nachbesserungen gelitten. In den Niederlanden mussten die Milchviehhalter ihre Kuhbestände spürbar abbauen, und in Dänemark gab es jahrelang massive Einschränkungen bei der Düngung, bis die Nitratwerte wieder in Ordnung waren.“
      Was die können schafft Ihr bestimmt auch.
      Zugegeben, Corona und neue Düngemittelverordnung auf einmal ist etwas zuviel, das gilt aber für uns alle.

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  4. Ein Privatier sagt

    So klappt das nicht mit der Solidarität

    „Die AfD nehme ich als ausländerfeindlich wahr. Alle AfD-Anhänger dürfen sich jetzt melden, um auf deutschen Feldern deutschen Spargel zu stechen. Wetten, dass da keiner kommt?“

    „Die AfD ist ganz auf Tauchstation gegangen. Ist auch besser so.

    Ein guter Job

    Es muss einfach mal gesagt werden: die derzeitige Regierung macht einen verdammt guten Job. Alle, die das anders sehen, sollen sich einmal fragen, ob sie Entscheidungen wirklich früher und anders getroffen hätten. Wenn man in Verantwortung ist, sieht das nämlich anders aus. Mir gefällt die Arbeit von Angela Merkel, Jens Spahn, Hubertus Heil, Julia Klöckner und allen anderen der großen Koalition gut. Sie werden nicht alles richtig machen, aber das ist unter dem Druck, unter dem sie stehen, auch nicht zu erwarten.“

    „Um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, brauchen wir Bauern helfende Hände. Anders ist es nicht zu schaffen. Land schafft Verbindung.

    Jetzt ist die Zeit, wo wir mit unseren Mitbürgern im wahrsten Sinne des Wortes ins Gespräch kommen können. Auf Augenhöhe, ohne Stress, in aller Ruhe und bei der Arbeit. Unsere Mitbürger melden sich in großer Zahl bei den Vermittlungsportalen und wollen helfen, wollen arbeiten und Geld verdienen.“


    Da werden explizit und implizit 13% der Wähler ausgeschlossen und etwas später wird an das Mitleid und den Gemeinschaftssinn der Mitbürger – auf Augenhöhe – appelliert.

    Da werden 87% der Bauern von ihren eigenen Alphaparteien in Berlin/Brüssel in der Hackordnung Richtung Omega gehackt, während sie, die 87%igen Bauern, selbst glauben, sich in der Hackordnung nach oben hacken zu können, wenn sie 13% von Deutschlands Wählern bzw. Bauern kategorisch ablehnen.

    „Und an die AfD: wenn es wirklich so wäre, dass die Ausländer den Deutschen die Arbeit abnehmen: jetzt könnt ihr eure Fähigkeiten unter Beweis stellen. Wir brauchen jede Hand.“

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    • Paulus sagt

      Der Aufruf galt in erster Linie den Wählern der CDU/CSU. Sozialdemokraten, Grüne und FDP-Wähler werden bei Nachweis der Eignung und sehr guter Führung toleriert. Auf die Linken und die AFD-Anhänger legt man keinen Wert, das verstehe ich.
      Bei mir wäre Eignung vorhanden, bilde ich mir zumindest ein. Nur mit der guten Führung ist das so eine Sache … Bauer Willi kennt das ja schon. Also, ich bin wohl raus.
      Bei ihnen, verehrter Herr Privatier, sehe ich mit Verlaub, allerdings in Gänze schwarz. 🙂

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      • Ein Privatier sagt

        Langsam, langsam …
        Wenn Sie sich noch mehr aufrichten, bringen Sie Licht dorthin, wo es sonst nie scheint.

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    • James Taylor sagt

      Ein Privatier ist gewoehnlich jemand, der von seinem Vermoegen lebt und nicht auf eine staatliche Zuwendung angewiesen ist. Ich wusste gar nicht, dass ein Mensch, der das Leben geniessen koennte, solch ein Eigentor verzapfen kann. Sie haben doch Zeit und Musse zum Denken, und dann kommt so etwas heraus. Nicht nachvollziehbar.

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          • Ein Privatier sagt

            Dass hier einige Schwierigkeiten mit dem Verstehen von Texten haben, weiß ich mittlerweile. Momentan beobachte ich die Ähnlichkeiten der präsentierten Personae.
            Taylor me, boi …

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            • James Taylor sagt

              Dann wuensche ich Ihnen viel Spass und geben Sie mir nach der ganzen Arbeit doch einmal die Ehre einer Auflistung von Zitaten. Also, bitte Ehrgeiz zeigen, ich bin gespannt.

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    • Bauer Willi sagt

      Unter dem Einfluß welcher Droge(n) ist dieser Kommentar entstanden? Ich verstehe ihn nicht. Was soll die Aussage, die Botschaft sein? Oder ist das ein Rätsel?

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      • Ein Privatier sagt

        Einfach mal keine „Droge(n)“ nehmen und abwarten, bis der Verstand wiederkehrt.

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        • Thomas Apfel sagt

          @ Privatier, irgendwie erinnert mich Ihr Auftreten an „Das Stinktier im Karnickelstall“:
          Stinktier steht vorm Karnickelstall: Stinkts hier?
          Nö, sagt das Karnickel, eigentlich stinkts hier nicht!
          Stinktier reißt die Stalltür auf und drängelt sich neben
          das Karnickel: Stinkts hier ?
          Ja, sagt das Karnickel, seit du hier bist stinkts!
          Jawohl, schreit das Stinktier, hier stinkt es nämlich!
          Und deshalb bleibe ich auch hier solange es stinkt!

          (Im Umfeld des Einmarsches in Prag 1968 entstanden)

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          • Ein Privatier sagt

            Wie nennt man Erwachsene, die austeilen, aber zu jammern anfangen, wenn man ihnen ihre Exkremente zurückbringt … hm?

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          • Ein Privatier sagt

            @Reinhard Apfel

            „(Im Umfeld des Einmarsches in Prag 1968 entstanden)“

            Und gerade Sie als bekenneder Sozialist hätten den Roten Stinktieren doch Listen mit Feinden des Kommunismus in die Panzer gereicht.

            Ich erwarte ihr Wimmern …

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  5. Mark sagt

    „Die aktuelle Krise ist keine Zeit für Dilettanten, sondern eine Zeit für Profis.“ Solche Sätze stoßen mir immer sauer auf. Darin schwingt immer ein Maß an Überheblichkeit mit, die mich Misstrauisch macht. Kürzlich habe ich irgendwo gelesen (leider finde ich es nicht mehr), das RKI im Gesundheitsbereich sei das Pendant zum UBA im Umweltbereich. Das sagt alles…

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  6. Arnold Krämer sagt

    @Hugo
    Die Dinge, die sie hier im Blog ansprechen sind sehr viel komplexer und vielschichtiger, als Sie das meinen bzw. vielleicht sogar wissen können.
    1. Die Bundesregierung hat vor rund 20 Jahren nicht repräsentative Ergebnisse über die Grundwasserqualität in D an die EU-Kommission geliefert. Über die Gründe und Motive hierzu will ich jetzt hier nicht spekulieren. Das Problem ist insgesamt geringer, als es nach der weitverbreiteten medialen Aufregung erscheint.
    2. Schlechte Messergebnisse finden sich nicht nur in stark Vieh haltenden Regionen, sondern auch dort, wo überhaupt kein oder nur sehr wenig Vieh gehalten wird. Das hängt u.a. (Nennungen hier nicht vollständig) mit den Bodenverhältnissen (z. B Fähigkeit zur Denitrifikation), mit der jährlichen Grundwasserneubildung (z.B. Jahresniederschläge und -verteilung), mit den angebauten Kulturen (z.B. Gemüse, das nicht geerntet, aber vorher selbstverständlich gedüngt wurde), mit dem Düngungsverhalten der einzelnen Landwirte (z. B. „schwarze Schafe“) zusammen.
    3. Es gibt eine Vielzahl von Betrieben, die ohne eigene (selbstbewirtschaftete) Fläche organische Nährstoffe „produzieren“. Das sind sogenannte gewerbliche Tierhalter (überwiegend in den Hotspots der “Massentierhaltung“ im Nordwesten D anzutreffen) aber auch (seit Anfang der 2000er Jahre) Biogasanlagenbetreiber, die in Ackerbauregionen ansässig sind. Diese Betriebe sind in der Vergangenheit, obwohl sie ihre Gülle sinnvollerweise überwiegend nur im Frühjahr an Ackerbaubetriebe abgeben können, durch Fehler in der Gesetzgebung und im Verwaltungshandeln mit zu wenig Lagerkapazitäten ausgestattet gewesen.
    4. Dort, wo eine grundsätzlich flächengebundene Tierhaltung stattfindet, ist das Vieh-Flächenverhältnis, bedingt auch wiederum durch gesetzliche Vorgaben (z.B. Vieheinheiten- Staffelung im Bewertungsgesetz), nicht immer linear einheitlich. (Gewollte politische Begünstigung kleinerer Betriebe) Und die Festlegung der Vieheinheiten orientiert sich bisher grundsätzlich nicht an dem, was bei den Tieren “hinten herauskommt“, sondern an dem, was „vorne erforderlich“ ist.
    5. Dort, wo das Vieh-Flächenverhältnis einzelbetrieblich grundsätzlich in Ordnung ist, kam es trotzdem oft zur Überdüngung und Grundwasserbelastung, weil wegen fehlender Lagerkapazitäten in der Vergangenheit die Nährstoffe im Herbst vielfach zur Unzeit ausgebracht wurden und dann im Frühjahr Mineraldünger zugekauft wurde. Tieferer Grund auch hier Politik- und Verwaltungsversagen.
    6. Durch die neue Dünge-VO 2017 (die der EU-Kommission nicht ausreicht, deshalb heute? eine weitere Novellierung) sind sehr viele Vorgaben für die Landwirte gesetzgeberischen deutlich verschärft worden. Gleichzeitig ist die Kontroll-Intensität hier im Nordwesten D deutlich erhöht worden. Innerhalb kürzester Zeit haben die Landwirte auch entsprechend reagiert. Es werden neue Lagerkapazitäten geschaffen. Man nutzt die vorhandenen Lagerkapazitäten (auch von bereits aufgegebenen Betrieben) besser als bisher, die Mineraldüngergaben im Frühjahr werden deutlich zurückgefahren. Die Nährstoffabgaben aus der Region nehmen nach einem leichten, unsicherheitsbedingten Rückgang 2018 wieder deutlich zu.
    7. Durch die Spezialisierung und Arbeitsteilung, die so typisch ist für unsere Wirtschaftswelt, gerade auch in der Landwirtschaft, (die Schwächen erleben wir jetzt in der Coronakrise) haben wir einerseits erhebliche Effizienzsteigerungen gegenüber den vor Jahrzehnten so typischen Gemischtbetrieben (mit „zoologischen Gärten“), andererseits aber auch ein Verteilungsproblem, nicht aber ein generelles Überschussproblem organischer Nährstoffe. Die Landwirtschaft ist im Eiltempo dabei, das Verteilungsproblem und das Düngungsproblem zu lösen. Inwieweit die wahrscheinlichen wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Coronakrise die Prozesse beschleunigen oder verlangsamen kann im Moment noch nicht beurteilt werden.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Herr Krämer, ich gehe weitgehend d´accord mit Ihnen. Aber bei der Einschätzung des N aus Biogas hätte die Lobby mit ihrer fachlichen Kompetenz und der „gute fachliche Praxis“ eigentlich Alarm schlagen müssen und selbst erkennen können (und hat es auch erkannt), dass die Aufaddierung so nie funktionieren würde. Dies nun der Politik zuzuschieben, finde ich ein wenig zu Bauernschlau.

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      • Arnold Krämer sagt

        Der Gesetzgeber hatte die Biogasgülle nicht in der alten DÜVO berücksichtigt. Die Verwaltungen haben Lagerkapaziten von 6 Monaten und weniger zugelassen bzw. genehmigt.
        Dass das auf Dauer nicht gutgehen konnte, musste eigentlich allen klar sein, war es aber nicht bzw. ist verdrängt worden. So ist der Mensch.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Es ging ja nicht nur um die Lagerkapazitäten sondern um Gesamt N aus organischem Dünger. Und da hätte die Lobby sofort ihre Bedenken anmelden können, weil jedem klar war, dass ihnen das wieder auf die Füße fallen würde….
          Und die Verwaltungen waren in gewissen Regionen erheblich einseitig beeinflusst. Was bei uns schon lange nicht mehr ging, konnte Weser-Ems immer noch tun….ich bin da inzwischen etwas dünnhäutig, was die Zuschreibung von Verantwortung angeht.

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  7. Christian Bothe sagt

    „Die aktuelle Krise ist keine Zeit für Dilettanten, sondern eine Zeit für Profis.“Diese Aussage vom RKI-Chef,übrigens ein studierter Tierarzt und landwirtschaftsaffin,trifft den Kern auch der Tätigkeiten unserer Bauernschaft in diesen Tagen. Alles weitere von Bauer Willi zitiert,kann man ohne Umschweife zustimmen,denke ich.

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  8. Thomas Apfel sagt

    Bei mir ist gerade der zweite Öko-Gemüseanbauer auf 10 ha gestartet. Diesmal nicht vegan, aber mit Ansatz Permakultur. War Gestern auf dem Acker nach einem kurzen Gespräch erstmal wieder erschrocken über die eklatante Unkenntnis grundlegender technologischer und pflanzenbaulicher Zusammenhänge. Also wie bei den SOLAWI´s auch erstmal viel Geprächs- und Beratungsbedarf. Aber vielleicht hilft dieser „Besserbauern-Community“ um Permakultur und Bio-Gemüse ja auch der Zusammenstoß mit den Mühen der Ebene auf den Boden der Tatsachen zu kommen.
    Die SOLAWI´s geben im Moment richtig Gas. Vielleicht habe ich am Ende des Jahres die ersten wirklich vergleichbaren Daten zu Produktivität, Input und Output.

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      • Thomas Apfel sagt

        Bio kann keine Kirschen. Es gibt bei BIO´s kein sinnvoll einsetzbares Insektizid gegen Kirschfruchtfliege und Kirschessigfliege. Dreimal Spruzit hilft ein wenig (40-50 % Wirkungsgrad), da ist dann aber alles Andere platt und Milben und Blattlauspopulationen explodieren. Was die übernommen haben, ist ein Teil der Äpfel.
        Diese Bäume werden wir (also ich!) in den nächsten 14 Tagen auf Bio- geeignetes Sortiment umveredeln. Die haben mir im Gegenzug Hilfe bei der Ernte angeboten. Vieleicht wird da doch noch eine ganz vernünftige Zusammenarbeit draus. Nur, wenn Die dann in den Medien polemisieren, musste schon ein dickes Fell haben. Aber „Gut Ding will Weile haben“.

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        • firedragon sagt

          Herr Apfel,
          wie funktioniert das Umveredeln bei (großen?) Apfelbäumen?
          Wie Rebveredelung funktioniert ist mir bekannt.

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          • Thomas Apfel sagt

            Das sind 18-jährige „Jonagored“ auf auf der Unterlage M9 (früher „Gelber Metzer Paradiesapfel“). Die sind noch recht gesund und haben ca. 12-15 cm Stammdurchmesser. Die Bäume werden so geköpft, dass unterhalb der Schnittstelle noch 2 Äste stehen bleiben. An der Schnittstelle werden 2 – 3 Reiser (mit je 3 Augen) hinter die Rinde gepfropft.
            Die Reiser werden der Einfachheit halber durch die abgelöste Rinde und durch das Reis angenagelt (30 mm schwarze Nägel). Dadurch entfällt das Verbinden. Alle offenen Schnittstellen werden mit Trimona Kaltwachs luftdicht zugestrichen. Wir haben so in der Vergangenheit schon Tausende Bäume umveredelt. Bei jüngeren Bäumen wenden wir seitliches Anplatten an. Wenn die Veredlung nicht anwächst, wächst der Baum dann normal weiter.

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            • firedragon sagt

              Herr Apfel,
              vielen Dank für die Erklärung, habe wieder was gelernt.
              Wann sind die Reiser verwachsen und werden die Nägel wieder entfernt?

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              • Thomas Apfel sagt

                Ne, die bleiben drin und lösen sich im Laufe der Zeit auf. Wir haben sie jedenfalls nach 10 Jahren bei der Rodung einer solchen Anlage nicht wiedergefunden.

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  9. bauerhans sagt

    seit diesem jahr fahre ich zum ersten mal die meiste gülle auf den weizen,weil die fläche für mais ist wasserschutzgebiet 2,da darf ich aus hygienischen gründen keine gülle bzw. organische nährstoffe mehr ausbringen.
    die anwohner finden das nicht so dolle,weil ja nix mehr eingearbeitet wird.
    ich glaub nicht,dass hier jemand interesse an gülle hat.

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  10. Hugo sagt

    Frage:

    Warum importiert Deutschland Gülle?
    „Umgerechnet rund 66.000 LKWs oder 900 Schiffsladungen kommen pro Jahr aus Holland nach Deutschland. So ist Deutschland der größte Abnehmer für den niederländischen Dung, obwohl er im Inland überreichlich vorhanden ist“.
    Ihr schimpft über die neue Verordnung und importiert gleichzeitig?
    Wenn ich jetzt „ihr“ schreibe dann meine ich all diejenigen die das gutheißen.

    Und uns Steuerzahlern wird vermittelt das das Trinkwasser dadurch schlechter und teuerer wird. Warum sollen wir diese Kosten tragen?
    „Einer aktuellen Studie des UBAs zufolge können diese Aufbereitungskosten den Preis für Trinkwasser in hochbelasteten Regionen bis zu 45 Prozent erhöhen.“

    Das jetzt alle Bauern darunter leiden müssen weils ein paar übertreiben ist leider nicht anders zu händeln. Können sich Bauernverbände nicht rechtzeitig selber um ihre schwarzen Schafe kümmern bevor es zu Gesetzesauflagen kommt?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Hugo,
      es gibt reine Ackerbaubetriebe, in denen Betrieben nachweislich keine Gülle anfällt. Warum sollen diese Betriebe den wertvollen Dünger nicht verwenden?

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      • hugo sagt

        Das versteh ich, aber anscheinend gibt es mehr Betriebe die viel mehr Gülle produzieren als sie entsprechende Nutzflächen haben.
        Und wenn sich das eingependelt hätte das diese Ackerbaubetriebe die „überschüssige“ Gülle verbrauchen könnten gäb es kein Grundwasserproblem.
        D.h. es ist ein Gülleproblem vorhanden, es muß was unternommen werden. Die Politik ist immer der letzte und schlechteste Entscheider.
        Hier seh ich eher die Bauernverbände in der Pflicht, aber die verharren in Untätigkeit und schiebens der Politik weiter.
        Mir kommt es so vor als ob ein paar „Großbauern“=Agrarkonzerne hier mehr zu sagen haben als die große Gemeinschaft der Bauern. So sieht es nach außen hin aus.

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        • Brötchen sagt

          Hugo, die Verursacher sind eben eher die „Kleinen“ nicht die großen.

          Die Großen haben meist genug Flächen.

          Dann hängt es noch von örtlichen Gegebenheite ab, wie durchlässig ist der Boden, wie sind die Grundwasserleiter lokalisiert, gibt es Altlasten usw…..

          Ja und dann ist es eben punktuell, so wie es mit Durchschnitten so eine Sache ist, der Bach ist durchschnittlich 1 m tief und trotzdem ist die Kuh ersoffen.

          Deshalb ist so eine groß / klein Diskussion nicht zielführend.

          Sonst erreichen Sie genau das Gegenteil.

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          • hugo sagt

            Hallo Brötchen,

            Haben Sie dazu irgendwelche Berechnungen?
            Das was ich im Internet finde sind überwiegend Großbetriebe die mehr Vieh als Fläche haben.
            Die „Masterplan“-Initiatoren aus dem Oldenburger Münsterland fordern die Landwirte allerdings auch auf, im Rahmen der Initiative Tierwohl ihre Tierbestände abzubauen. Große Handelsketten wie Aldi, Lidl und Rewe bezahlen Bauern Prämien, die an der Initiative teilnehmen.
            Handelskettenbelieferer sind keine „Kleinen“.

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              • hugo sagt

                Hallo Christian,

                Danke, ein interessanter Link, da hab ich viel zu lesen. Gut in diesen Zeiten 😉

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Was, sie kennen diese Webseite nicht?
                  Dabei war ich immer der Meinung, dass sie allwissend sind.

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                • hugo sagt

                  Allwissenheit maßt sich nur ein ehemaliger Landwirt an.
                  Ich stell hier Fragen, ich teile mein Wissen mit um eventuell besseres und mehr Wissen zu erhalten.
                  Belehrende und spöttische Bemerkungen wie Sie sie verteilen, dazu ist mir meine Zeit zu Schade und der Respekt vor meinen unbekannten Gegenüber zu groß.

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            • Brötchen sagt

              Hallo Hugo,

              ich habe einiges verlinkt. Ist glaube ich von Willi noch nicht freigegeben, weil das externe Links sind.

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    • Thomas Apfel sagt

      Auch wenn das immer wieder kolportiert wird und wurde, so ist es doch insgesamt keineswegs so, dass wir in Dt. einen „Überschuss“ an organischem Dünger hätten.
      Wir haben ein Problem der ungleichen Verteilung, welches aber lösbar ist und auch gelöst werden muss. Gülle ist ein wertvoller Dünger der Kreislaufwirtschaft und kann durch Be- und Verarbeitung noch wertvoller gemacht werden. Will nur Keiner, weil die Bearbeitung und Verarbeitung derzeit ein fast kostenloses Produkt mit einem Preis versehen würde.

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      • Brötchen sagt

        https://www.topagrar.com/mediathek/fotos/schwein/tierhalter-spezialisieren-sich-in-veredelungshochburger-weiter-11858411.html

        Das sind die Veränderungen im Bestand.

        S. 7,8 und 10

        Bestände der Tierarten

        https://www.ble.de/SharedDocs/Downloads/DE/BZL/Daten-Berichte/Fleisch/2019BerichtFleisch.pdf?__blob=publicationFile&v=2

        z.B. Niedersachsen hat 96 Mio Geflügel, die gesamten Ostländer zusammen haben nicht mal die Hälfte des Bestandes bei doppelt soviel Fläche und da sitzt der Teufel („Großbauern“=Agrarkonzerne)

        Natürlich gibt es da auch punktuell größere Bestände, aber in der Masse eben nicht soviel wie in NS.

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      • Hugo sagt

        Kunstdünger kostet nicht wenig, Gülle von Holland per Schiff und LKW nach Deutschland karren kostet dem Holländer, der deutsche Bauer bekommt wahrscheinlich noch Geld diesen Dünger abzunehmen. Zumal diese Gülle auch noch Wärmebehandelt wird.
        Gülle war nie kostenlos sondern immer wertvoll. Das jetzt einige zuviel produzieren ohne es nutzen zu können sollte deren Problem sein aber nicht zu Lasten des Trinkwassers gehen.

        Ja und genau diese Verteilung ist etwas das Bauernverbände, Euere Vertretung in der Politik mit viel KnowHow wesentlich besser mitgestalten könnte. Vieleicht tun sie es ABER nach außen hin merkt man es nicht, es scheint so als ob diejenigen mit Gülleüberschuß, die Bauernverbände und das Ministerium grundsätzlich gegen jegliche Änderung sind und immer alles beim alten belassen wollen.
        Seit Ihr Bauern alle der Meinung das Betriebe mit Gülleüberschuss das Grundwasser belasten dürfen?
        (wir sind gegen die Abschaffung der Anbindehaltung, das ist ein gutes Beispiel wie stur sich solche Verbände nach außen hin präsentieren)

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Seit Ihr Bauern alle der Meinung das Betriebe mit Gülleüberschuss das Grundwasser belasten dürfen?“

          Solche Aussagen bewegen mich dazu, an dem Verstand eines Hugo zu zweifeln.

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          • hugo sagt

            Wenn man sich die Tierbestandskarte ansieht sind es ein paar wenige Flächen auf Deutschland bezogen wo der Tierbestand einfach zu hoch ist.
            Aber der Deutsche Bauernverband ist nicht in der Lage hier konstruktive Vorschläge zu unterbreiten und ALLE Bauern nicken ab was der Verband sagt. Und deshalb trifft es jetzt auch ALLE Bauern mit der Gülleverordnung.
            Wenn die Mehrheit der Bauer dagegen ist dann frage ich mich weshalb der Bauuernverband all die Jahre nichts unternommen hat um hier Abhilfe zu schaffen damit es nicht zu einer Gülleverordnung kommt die dann mehr Unschuldige als Schuldige trifft.

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    • Inga sagt

      Das sind eben die Nebenwirkungen der billigen, aber qualitativ guten Tierprodukte, Milch, Eier, Fleisch!

      Wer verdient alle daran?

      Wer verdient alle an der Autoindustrie und welche Umweltbelastungen hinterlässt sie?
      Also ist es legitim die Bauern aus deren Steuern zu entschädigen und alle Umweltprobleme zu beseitigen!

      Es sind doch bestimmt schon Experten daran die Gülle anderweitig sinnvoll zu verarbeiten…

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  11. Ulfrid sagt

    Hallo Willi,
    Ich glaube auch, dass heute die neue Düngeverordnung einfach so nebenbei mit durchgewunken wird. Die ist, um die Corona-Krise herum, ein lästiges Anhängsel. Sie werden es damit begründen, Strafzahlungen verhindert zu haben, und dass die Landwirte noch ein jahr Übergangsfrist haben. Die werden ersthaft glauben, die beste Lösung für alle gefunden zu haben.
    Wir dürfen mit unserer massiven fachlichen Diskussion nach aussen nicht aufhören.
    Wie du schon sagst, die Menschen werden jetzt eher verstehen was wir mit unseren Protesten meinen.
    Wir sind gerade recht breit in den Medien vertreten. Wenn wir nicht aufgeben, die Düngeverordnung zu verurteilen, fragt sich der ein oder andere dann doch, warum wir dies tun, obwohl die Düngeverordnung doch verschoben ist. Verschoben , Ja. aber nicht verhindert.
    Die Arbeit auf den Feldern hat begonnen. Es wird für viele kaum Zeit sein, für öffentliche Proteste, wie in den letzten Monaten.
    Da werden wir wohl wieder vermehrt auf deine Bekanntheit setzen müssen. Dieses Jahr der Aussetzung ist schnell um.
    Es ist aber auch gerade jetzt die Zeit, Danke an dich zu sagen, und deine tolle Arbeit um unseren Berufsstand. Wir alle hoffen, dass du auch weiterhin die Kraft und Motivation findest, dies für mit uns zu tun.
    DANKE !!!

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    • Bauer Willi sagt

      Darf ich eine Frage zurück stellen? Mal ganz ehrlich, was haben die Treckerproteste und LsV bis jetzt erreicht?
      Ja, wir sind gerade breit in den Medien vertreten. Ich sehe mit großer Sorge, dass eine kleine Gruppe von radikalen Landwirten das Image der Landwirte jetzt aber so richtig „vor die Wand fährt“.
      Aber noch mal die Frage: Was wurde erreicht?

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      • Paulus sagt

        @Willi, was die Bauern erreicht haben kann ich als Außenstehender mit einer anderen Wahrnehmung und aus einer anderen Sicht vielleicht besser beurteilen.
        Ihr habt mit all den Aktionen, vor allem den Treckerdemos, die ja ausgesprochen diszipliniert und friedlich verliefen, zunächst einmal, trotz aller Aufgebrachtheit ein gewisses Verantwortungsbewusstsein vermittelt. Ihr habt darauf aufmerksam gemacht, dass es „vor“ dem Supermarkt auch noch etwas anderes gibt, nämlich das was auf dem Acker und im Stall stattfindet. Ohne diese Aktionen und Informationen hätte sich kein Schwein, z.B. mit dem Thema was die Nährstoffversorgung der Pflanzen oder notwendige PSM betrifft beschäftigt, weder in der Politik noch in der Bevölkerung. Ich könnte das jetzt noch weiter ausdehnen.
        Ich werte diese Sensibilisierung, die ja mit der Anregung zum Nachdenken verbunden ist durchaus als Erfolg.
        Was euch zuwider läuft sind gewisse Leute aus den eigenen Reihen, die meinen bei Whes mitlaufen zu müssen und sich mit irgendwelchen NGO’s gemein machen. Das versteht keiner mehr.

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        • firedragon sagt

          Paulus
          und deshalb ist’s gut, Du bist hier (auch ein Hugo). Die Sicht von Aussen sollte das eigene Denken anregen.
          Natürlich im halbwegs zivilisierten Ton 😉.

          Bei uns ist die Flur derzeit sehr stark von Passanten frequentiert (parkähnliche Zustände). Ich schimpfte ja gerne über die Menschen, die unseren Arbeitsplatz bevölkern, weil sie keinen Platz machen, obwohl wir weithin sichtbar sind. Weil sie uns mit Worten betitulieren, die ich nicht wiedergeben möchte und /oder anstößige Handzeichen geben. Den Hunden fast schon ganze Baumstämme zum Aportieren in die Äcker werfen (die aber dann der Mähdrescher aufsammelt) usw….
          Die Menschen sehen uns plötzlich – sie verlassen die Wege, halten Abstand und lassen uns passieren, um unserer Arbeit nachgehen zu können. Wir sind zum Düngen gestern auf den Äckern gewesen (ich nicht, ich musste noch Reben anbinden) – es kam jemand zum Traktor (habe ich mir erzählen lassen), nicht um zu schimpfen (was wir ja schon kennen), nö, es wurde sich einfach nur bedankt, der kleine Fahrer vom Traktor war einfach nur sprachlos 😮.

          Herr Dr Kremer-Schillings,
          und wenn „nur“ das erreicht wurde, dass wir stressfrei unsere Arbeit erledigen können, so ist das schon sehr viel.
          Oder nicht?

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      • hugo sagt

        In München auf der Leopoldstraße haben die Passanten nur gelästert welch große Trecker sich die Bauern leisten können um damit zur Demo zu fahren. Und gleich gegoogelt was so ein Trecker kostet. Gegen was demonstriert wurde hat niemandem interessiert nur den dadurch entstandene Verkehrsstau hat man dann wieder den Bauern angekreidet.
        Es wurden aber die Kennzeichen genau analysiert und dann gabs Kommentare, „naja die aus der Holledau habens gerade nötig“ und sowas wie „ja typisch, die Dachauer Bauern, grad die“.

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  12. Christian Bothe sagt

    @Bauer Willi, ein gutes situatives Statement in dieser Zeit.Und was der RKI Präsident ,ein studierter Tierarzt sagt, ist richtig !

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  13. Karl Timme sagt

    Die schlechten Erfahrungen mit dem vom Jobcenter Zwangsverpflichteten müssen jetzt ausgeblendet werden. Hier melden sich Helfende Hände freiwillig, ist schon eine andere Motivation. Sicher ist es nicht leicht diese Menschen anzuleiten, aber darin liegt auch ein Reiz. Hier können Multiplikatoren für unsere gemeinsame Sache geschaffen werden. In keinem Post oder Video läst sich die Leidenschaft mit der die Mehrheit der Landwirte unterwegs ist rüberbringen, hier bietet sich jetzt die Gelegenheit. Es gilt diese einmalige Chance zunutzen. Packen wir es an.

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  14. Wahre Worte, die ich in ähnlicher Form immer wieder meinen Kollegen versuche beizubringen. Über unsere WhatsApp Gruppe und Facebook haben viele nach helfenden Händen geschriehen…..wenn ich dann einige versuche weiter zu leiten bekomme ich Sachen wie “ was nützen mir 5-6 Menschen ich brauche 200″ oder “ bis das ich diese Leute angelernt habe ist die Erntezeit vorbei“……
    Das sind zwar alles wahre und irgendwie nachvollziehbare Aussagen…..
    ABER, mir ist doch lieber ich habe ein paar Helfer als gar keine.
    Der ein oder andere Helfer zieht vielleicht noch den ein oder anderen zusätzlichen Helfer mit und selbst wenn nicht kann man so doch wenigstens einen Teil der Ernte in die Erde dringen oder aus der Erde holen ……
    Wir haben schwierige Zeiten, in denen man aus allem DAS BESTE machen muss und zwar ZUSAMMEN.
    Gruß ein kleiner Direktvermarkter aus dem Bergischen Rheinland 😉

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  15. Reinhard Seevers sagt

    Über viele Jahre ist in den landw. Portalen kolportiert worden, dass es endlich mal Zeit sei, dass die Menschen Hunger spüren müssten, um die Landwirtschaft und den Bauern wieder Wert zu schätzen. Jetzt ist es soweit, dass eine Versorgungssicherheit diskutiert wird und die Landwirtschaft muss um Hilfe bitten, damit diese Versorgungssicherheit gewahrt wird….ich glaube, jetzt ist der Zeitpunkt, dass DIE Landwirtschaft ihre Kommunikation, ihre Zusammenhalt und ihre schwarzen Schafe auf Vordermann bringen sollte. Ich sehe sonst gar kein Land mehr für die Landwirtschaft …..

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    • Bauer Willi sagt

      Genau das war der Grund, diesen Artikel zu schreiben. Wie oft haben wir gelesen „Lebensmittel müssten mal wieder knapp werden, dann…“

      Jetzt deutet einiges darauf hin, dass es zumindest nicht mehr die große Fülle geben wird. Also: wenn nicht jetzt, wann dann?

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      • firedragon sagt

        Guten Morgen Herr Dr Kremer-Schillings,
        ich denke, es wird einigen Landwirten schwer fallen, nach dem jahrelangen „Dauerfeuer“ gegen die LW, den aufgestauten Frust runterzuschlucken und, ich nenne es mal, bei Null anzufangen.
        Andererseits, nehme ich jetzt mal an, werden nur Menschen ihre Hilfe anbieten, die nie etwas Bösartiges/Verachtendes gegen die LW gesagt haben.
        Ich wünsche allen Betrieben gutes Gelingen und glückliche Hände (nehmt den Druck etwas aus dem Arbeitsalltag raus).

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        • Bauer Willi sagt

          Richtig. Und genau diesen Frust müssen wir jetzt runterschlucken. Die Leute, die uns helfen wollen, tragen daran ja keine Schuld.
          Fridays for Future hat in einem Hopfengarten geholfen. Aussage: „Jetzt, wo ich einen Tag hier gearbeitet habe, verstehe ich, warum die Bauern so für das Glyphosat sind“.
          Du verstehtst? Zwei Tage Spargelstechen kann soooo hilfreich sein.

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          • firedragon sagt

            Ja, Herr Dr Kremer-Schillings,
            oben hatten Sie gefragt, was erreicht wurde.
            Ich weiß von Landwirten, die ins Gespräch mit Passanten während den Demos gekommen sind, überwiegend positiv.
            Was wurde noch erreicht – Landwirtschaft wird eher wahrgenommen. Der „Normalsterbliche“ (positiv gemeint) fragt mehr. Das sehe ich bspw an unseren Weinkunden, es finden Gespräche statt (ich muss dazu erklären, viele unserer Kunden haben uns als Landwirt gar nicht wirklich auf dem Schirm, nur als Winzer).
            Dass jetzt Menschen auf den Acker kommen, die wir ohne die jetzige Situation dort niemals sehen würden, ist positiv. Einziger Wehmutstropfen dabei, warum jetzt erst, warum nicht früher, warum gehört LW nicht mehr zum Großteil der Menschen.? Es mag sich blöd anhören, muss da erst ein Virus kommen, um Herstellung von Lebensgrundlage wieder in das Gedächtnis zu bringen? „Erreicht“ ein Microorganismus das, worauf Sie so lange hinarbeiten und LW mit Traktoren in Städten war?

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  16. Mr Tom sagt

    Nicht vergessen:
    Wenn Ihr Gülle abgebt, Lieferschein erstellen und den werten Verbraucher an Bodenproben, Düngeplanung und Düngebilanz erinnern 😋

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