Bauer Willi
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Methan – Freispruch für Rindviecher?

In Österreich hat man an einer meteorologischen Meßstation eine interessante Entdeckung gemacht: Seitdem die Maßnahmen gegen das Corona-Virus eingeführt wurden, geht nicht nur der CO2-Gehalt tendenziell zurück, sondern nahezu gleichsinnig auch der Methan-Gehalt! (Grafik im Link)

https://ooe.lko.at/was-ist-mit-der-verdauung-unserer-kühe-los+2500+3204266

Wenn die Mobilität eingeschränkt wird, fahren weniger Autos, weniger Züge und fliegen weniger Flugzeuge. Das erklärt den Rückgang des CO2 und ist logisch. Was aber erklärt den gleichsinnigen Rückgang des Methan?

Ich habe diese Frage an Sven Plöger gestellt, der mir auch prompt geantwortet hat. Für eine valide Aussage braucht er aber eine längere Zeitreihe. Wissenschaftler sind halt vorsichtig, was auch o.k. ist. Und dann hat er mir noch geschrieben, dass „sich zufällig mit Beginn der Corona-Maßnahmen auch die Wetterlage komplett geändert hat und durch ein großes Hoch und eine starke Subsidenz Luft aus höheren Schichten hineingemischt wurde.“ Die Gleichsinnigkeit von CO2 und Methan würde diese Annahme sogar stützen.

Gibt es noch eine andere Erklärung? In einer amerikanischen Studie zu Intensivweide und Methan-Abgabe durch Kühe steht, dass dort defacto kein/kaum Methan in die höhere Atmosphäre abgeht, weil die Kühe beim Fressen und Liegen das Methan in Bodennähe abgeben. Es bildet sich auf solchen Weiden in den obersten Bodenschichten eine starke Methangas verdauende Bakterienpopulation aus. Ähnliches soll sich in und um die Termitenhügel abspielen.

Wenn das stimmt, wäre es eine Freispruch für alle Wiederkäuer. Es besteht also noch Forschungsbedarf.

Und noch was: Schaut mal in die aktuellen Werte des Sonnberg-Observatoriums: die Werte steigen wieder. Ich weiß allerdings auch nicht, warum. Und nochmal will ich Sven Plöger nicht fragen.

Bauer Willi

Nachtrag: Hier noch weitere Informationen zu Methan und Rindviechern. Die Jungs und Mädels von der LK Österreich sind echt gut drauf. Und die Infos richtig interessant.

https://www.lko.at/woher-kommt-das-methan+2500+3204748?env=bmxpZD0zMjA1MDY4JnVpZD0xMTgyMjcyMDYy

 

 

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27 Kommentare

  1. Helmut Grimm sagt

    Hallo,
    mich interessiert die Aussage und woher sie kommt:
    Gibt es noch eine andere Erklärung? In einer amerikanischen Studie zu Intensivweide und Methan-Abgabe durch Kühe steht, dass dort defacto kein/kaum Methan in die höhere Atmosphäre abgeht, weil die Kühe beim Fressen und Liegen das Methan in Bodennähe abgeben. Es bildet sich auf solchen Weiden in den obersten Bodenschichten eine starke Methangas verdauende Bakterienpopulation aus. Ähnliches soll sich in und um die Termitenhügel abspielen.

    Danke

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  2. Ein Privatier sagt

    @Ferkelhebamme

    https://www.youtube.com/watch?v=3KCbqhJt16k

    Ferkelhebamme

    29. März 2020

    Als die weißgewandeten Ökoterroristen durchs Gemüse gewalzt sind, hatte ich ja schon geschrieben, dass ich spontan von Aphrodite‘s Child das Lied über die apokalyptischen Reiter im Kopf hatte. „The leading horse was white…“. War wohl nicht soweit hergeholt, das cremefarbene galoppiert gerade um die Welt. Hoffen wir, dass das Schwarze und das Rote als Ponys daherkommen.

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    • Lady sagt

      Also so richtig kann ich belastbare Daten da nicht erkennen. So schnell lassen sich dann vielleicht doch keine Erkenntnisse gewinnen. Und statistisch auswerten schon gar nicht. Das ist Dumm Tüch 😀
      Da ich eh kein Rind auf die Anklagebank zerre, auch nicht angebunden, würde ich weitere Forschungstätigkeit gelassen abwarten.

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  3. Friedrich sagt

    Eine Wissenschaftlerin in den USA hat die erhöhte Sonneneinstrahlung durch die Luftreinhaltungsanlagen in allen Bereichen der Wirtschaft als Grund festgestellt. Es schweben nicht mehr so viele kleine Partikel durch die Luft, die die Sonneneinstrahlung in der Vergangenheit gebremst haben.
    Die Rinder als Grund war doch eh immer nur ein Ablenkungsmanöver . Genauso das angeblich zu hohe Nitrat. In unserer Wasserkooperation wird seit vielen Jahren immer wieder festgestellt , Amtlich , daß eine Verbesserung nicht mehr möglich ist. Trotzdem sind wir hier Rotes Gebiet !

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    • hugo sagt

      Auch wenn eine Verbesserung nicht mehr möglich ist sollte man doch einer weiteren Verschlechterung entgegenwirken.
      Wenn eine Lunge durch TBC oder Rauchen vorgeschädigt ist sollte man sich entsprechend vorsichtiger verhalten um weitere unumkehrbare Schäden zu vermeiden.
      Der einzelne Mensch kann das für sich entscheiden aber eine Gemeinschaft sollte im Sinne des Gemeinwohls entscheiden.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wenn die Bevölkerung zunimmt und der Anspruch eines jeden Einzelnen sich erhöht, dann kann man machen, was man will, es gibt eine Steigerung der negativen Einflussgrößen….ohne wenn und aber.
        Gerade diese Krise zeigt doch, dass Verzicht der alleinige Weg zu weniger Umweltschäden beitragen kann, meine Meinung. Ich glaube auch nicht an die Faktor 5 – Theorie von Prof. v. Weizsäcker……

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    • James Taylor sagt

      Die Wasserkooperation klingt spannend. Nur, Wasser ist ja nicht nur das Oxidationsprodukt aus zwei Gasen, sondern DAS Loesungsmittel ueberhaupt. Es nimmt alles auf und mit, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Sie haben ja recht, „sauberes Wasser“ waere destilliertes Wasser, und das sollte man bekanntlich nicht trinken, aber allein aus der Existenz von Mineralwasser laesst sich doch schon erkennen, dass Wasser aessere Einfluesse sogar dauerhaft binden und aufnehmen, ja sogar mitschwemmen kann. An Ihrer Stelle wuerde ich auf die Wasserwerker hoeren und es mit dem Nitrat nicht auf die leichte Schulter nehmen, auch wenn Sie ein ganz Starker sind. Zu viel „Fachinger“, und das ist ein Heilwasser, ist sogar gefaehrlich. Ihr Mut in Ehren, dass Sie das Wasser fuer sauber halten, aber das hat eher mit Verstand zu tun, vielleicht auch mit Analysetechnik, aber nicht mit Weisheiten aus dem Monatskalender. Hohe Nitratwerte heissen so, weil sie das auch sind, im Vergleich.

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  4. hugo sagt

    Die Erderwärmung ist kein kurzfristiges Ereigniss aus menschlichem Zeitermessen.

    Schon 1973 hat Munich Re das Thema Klimawandel in einer Publikation zu Überschwemm-ungen als ein potenzielles zukünftiges Risiko für wetterbedingte Schäden angesprochen
    Nach Aussagen der Münchener Rück, einer weltweit führendenRückversicherung, erhöhte sich seit 1960 die Häufigkeit großerNaturkatastrophen um das Dreifache, die volkswirtschaftlichenSchäden stiegen sogar auf das Neunfache.

    Gerhard Berz, Chef der Georisikoforschung der MR, behandelt das Thema der Naturkatastrophen unter dem Gesichtspunkt, was die Menschheit erwartet und wie sie sich vor Katastrophen vorsorgen könnte. „Wenn es so weitergeht, geht es bald nicht mehr weiter“, betont Berz, in der er eine Statistik der sechziger Jahre über große Naturkatastrophen mit der der Jahre zwi­schen 1999 und 2008 ver­gleicht.

    So sehr ich für eine artgerechte Haltung von Tieren bin, denke ich das es nicht damit getan ist jetzt alle Kühe auf die Weide zu lassen um die Klimaerwärmung zu stoppen.
    Da müssen sich in unserer Gesellschaft ganz andere Dinge ändern oder was ich eher befürchte per Gesetz verordnet werden.

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  5. Ein Privatier sagt

    Dass Methan und CO2 in der Atmosphäre überhaupt als Problem betrachtet werden, ist das Problem.
    Wer den Weltuntergangspropheten glaubt oder glauben muss, hat schon verloren …

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    • hugo sagt

      Wenn eine der größten Rückversicherungen der Welt innerhalb von 50 Jahren eine weltweit führende Geo-Risiko-Gruppe aufbaut um den Klimawandel und das Wetter zu erforschen und schon Anfang der 70er Jahre vor einem von menschen mitverursachten Klimawandel gewarnt hat, wenn weltweit 93% aller Klimaforscher diese Forschungsergebnisse mittragen, dann sind das „Propheten“ die wir ernst nehmen müssen.
      Die Zahlen, Prognosen der Münchner Rück sind stimmig ansonst würde diese Versicherung bei Ernteausfallversicherungen Miese machen was sie aber dank intensiver Forschungsergebnisse nicht macht.
      Verlierer sind diejenigen die sich diesem neu gewonnen Wissen verschließen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Der Unterschied zwischen der Munic Re und den medialen Verlautbarungen ist, dass die Munic Re die Folgen des Klimawandels monetär bewertet und die anderen immer nur Schuldige suchen, um sich selbst rein zu waschen. Außerdem ist ein Schaden für Versicherungen immer dort am Höchsten, wo die materiellen Besitzstände gefährdet sind, nicht die Menschen, die nichts besitzen. Deshalb hinkt in meinen Augen die Expertise immer etwas.

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        • hugo sagt

          Klar ist für eine Versicherung das monitäte wichtig.
          Aber die Grundlage der Vorhersagen, die wissenschaftlichen Untersuchungen und Ergebnisse sprechen für sich. Die Geoforschung hat ja erst seit ca. 50 Jahren entsprechende Untersuchungsmethoden entwickelt um die Erdgeschichte aus dem Gletschereis und den Meeressedimenten auslesen zu können. Diese Erkenntnisse und Hochleistungscomputer die komplexe Klimamodelle berechnen können sind es, die diese Vorhersagen untermauern.
          Klimaforschung läßt sich aber nicht punktuel nach Besitzständen betreiben somit gelten die Forschungsergebnisse flächendeckend.

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          • Ein Privatier sagt

            „Diese Erkenntnisse und Hochleistungscomputer die komplexe Klimamodelle berechnen können sind es, die diese Vorhersagen untermauern.“

            In diesen Modellen werden die dynamischen Einflüsse der Wolken nicht berücksichtigt, weil sie zu komplex sind. Dass der Einfluss der Sonnenaktivitäten auch nicht berücksichtigt wird, scheint langsam bekannt zu werden.
            Alleine die reziproken Wirkungen, Kopplungen und Rückkopplungen dieser beiden vernachlässigten Faktoren in Bezug auf alle einberechneten Faktoren, sprengen die Kapazitäten aller Modelle und Rechenkapazitäten, die zur Verfügung stehen.

            Haben Sie eigentlich mitgekriegt, dass Michael Manns Hockey-Stick-Lüge entlarvt wurde?

            Fällt Ihnen nicht auf bzw. stößt es Ihnen nicht auf, dass es diesen Apokalyptikern immer gleich um die ganze Welt oder die gesamte Menscheit geht?
            Erinnert Sie das nicht an die Flagellanten?

            Sind Sie religiös?

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            • hugo sagt

              Ich bin in keinster Weise religiös.
              Aber ich erkenne wissenschaftlich nachweisbare Erkenntnisse an.
              Und wenn diese Erkenntnisse seit ca. 50 Jahren prognostiziert werden, teilweise schon massiv eingetreten sind dann beweist das doch das die Richtung stimmt.
              Und zu Michael Mann:
              Auf die Frage, worum es in dem Verfahren ging, betont McConchie: „Ob der Klimawandel stattfindet oder nicht, und ob der Mensch dazu beiträgt, war nie ein Thema vor Gericht.“
              Da hab ich wirklich etwas nicht mitbekommen, wo wurde hier eine Lüge entlarvt???

              Eine Reihe von Umfragen und Auswertungen zeigte einen weitgehenden Konsens von Experten, dass sich die Erde erwärmt und menschliche Aktivität die Hauptursache ist.[17] So stimmten in einer Umfrage aus dem Jahr 2009 unter Klimaforschern, die auch aktiv in ihrem Fachgebiet publizieren, 97 % der Aussage zu: „Menschliche Aktivität ist ein signifikant beitragender Faktor bei der Veränderung der mittleren globalen Temperatur“. Im Original: “Human activity is a significant contributing factor in changing mean global temperatures.

              „97% der Wissenschaftler stimmen überein!!!

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              • Reinhard Seevers sagt

                Wenn es irgendwann zur Apokalypse kommen sollte, dann hätten sogar die Propheten der Bibel Recht gehabt und keiner hat sich seit über 2000 Jahren daran gemessen und gehalten…..wat nu?

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                • Ferkelhebamme sagt

                  Als die weißgewandeten Ökoterroristen durchs Gemüse gewalzt sind, hatte ich ja schon geschrieben, dass ich spontan von Aphrodite‘s Child das Lied über die apokalyptischen Reiter im Kopf hatte. „The leading horse was white…“. War wohl nicht soweit hergeholt, das cremefarbene galoppiert gerade um die Welt. Hoffen wir, dass das Schwarze und das Rote als Ponys daherkommen.

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              • André sagt

                Wenn sie aus dem Urteil gegen Mann nicht entnehmen können, dass er für seine These keinen wissenschaftlichen Nachweis hat – also nur eine Behauptung aufstellt – und der Richter in seiner Urteilsbegründung lediglich richterlich neutral den zu prüfenden Sachverhalt (fehlenden Beweis) beurteilt und sich nicht zum Klimaexperten aufschwingt, dann scheinen sie doch religiös zu sein.
                Zu den von ihnen zitierten 97 % der Wissenschaftler, die sich 2009 angeblich einig waren, kann ich ihnen nur die Lektüre der „Welt“ aus dem Jahre 2011 empfehlen. Ist schon ’ne Weile her, aber was damals schon widerlegt wurde gilt auch heute noch. Man muss eshalt nur lesen…
                https://www.welt.de/debatte/kommentare/article13466483/Die-CO2-Theorie-ist-nur-geniale-Propaganda.html?wtmc=socialmedia.facebook.shared.web&fbclid=IwAR3VJumBVLnU0Q1gJPetDVxrebLDkwguca-UBFhBD6DfoFXg4WwLdsVk-30

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      • Paulus sagt

        @ hugo, ich hatte mich schon des Öfteren den Risk-Managern und Mathematikern der Versicherer zu stellen, es ging da um Fragen der Produkthaftung und es ist ein völlig normaler Vorgang. Aufgabe dieser Experten ist den worst case, also den denkbar ungünstigsten Fall darzustellen. Auf dieser Grundlage und anhand der Statistiken werden Risiken geschätzt und Prämien festgelegt. Ich warne davor, deren Szenarien als allgemeingültige Weisheit oder gar Prognose zu verstehen. Auch die Rückversicherer, die trotz oder aufgrund ihrer nahezu unglaublichen Datenmengen eher zurückhaltend sind, denken in erster Linie an ihr Geschäft.

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  6. Thomas Apfel sagt

    Wenn ich das mal provokativ bewerten darf: „Das spricht nur für Kühe auf der Weide, nicht für Haltungssysteme mit Stall und Futter hinkarren. “ Das entlastet also die Diskussion um die sogenannte „Massentierhaltung“ keineswegs, sondern befeuert eher die Diskussion in Richtung Flächenbindung, Weidehaltung und Abbau der konzentrierten weitgehend ganzjährigen Stallhaltung. Die Daten besagen ja zunächst nur, dass die Konzentration von Methan und CO2 sich relativ synchron verhalten. Das war aber auch nicht anders zu erwarten und sagt über den Anteil der Landwirtschaft an den Emissionen nichts aus. Was bleibt, ist die Aussage zur Weidehaltung mit den Methan-verarbeitenden Bakterien, und ist also auch nur für die tatsächliche Weidehaltung relevant.

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    • Inga sagt

      Also dann müssen wir mit allem Maß halten, sogar im Milchverzehr, damit alle Kühe und Ziegen artderecht auf der Weide gehalten werden können.
      Sind wir doch zu viele Menschen auf dieser Erde?

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  7. Reinhard Seevers sagt
  8. James Taylor sagt

    Hallo Willi, so weit weg ist das nicht, denn was Dir Herr Ploeger nicht gesagt hat, ist, dass die Energieerzeugung in Normalzeiten weltweit betrachtet fast exakt zu viel Methan freilaesst wie alle Wiederkaeuer dieser Welt. Wenn Du dagegen jetzt den durch den Shutdown reduzierten Verbrauch von Primaerenergie stellst, dann wundert das nicht, denn allein die heruntergefahrenen Kraftwerke in China haben schon dafuer gesorgt, dass sich das weltweit aendert. Ein Bekannter hat dort seit drei Jahren das erste Mal ueber mehrere Tage hinweg einen blauen Himmel gesehen. Dort ist es sonst wie im Ruhrgebiet oder in Birmingham und Manchester in den 60er Jahren, hellgrau.
    Nur einmal zum Vergleich, die Moore und Reisfelder dieser Welt entlassen etwa doppelt so viel Methan in die Atmosphaere wie alle Wiederkaeuer dieser Welt zusammen, und das bleibt ja, natuerlich zzgl. der tauenden Permafrostboeden, die das dann noch toppen.
    Es aendert nichts an den chemischen Eigenschaften des Methans, d.h. selbst ein Shutdown aendert nichts, weil er zeitlich viel zu kurz ist.

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