Bauer Willi
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Die schwarze Wahrheit

Merkel fordert dass die EU weniger Geld für den Agrarsektor ausgibt. Ihre Beteuerungen beim Agrargipfel im Dezember waren nur Makulatur. Eine große Show, um die aufgeregten Gemüter zu beruhigen und die Trecker von der Straße zu bekommen. Auch der Gipfel mit dem Lebensmittelhandel:  reine Show, ohne jegliche Effekte. Was auch zu erwarten war, denn mit dem Monopol der vier Großen will es sich niemand verderben. Weder Politik noch NGO´s.

Aber wenigstens wissen wir jetzt, woran wir mit der CDU sind.  Die Wahrheit ist, dass die Kanzlerin nichts für die Landwirte tun wird. Und die Sprüche „dass wir die Landwirte beim schwierigen Transformationsprozess nicht alleine lassen“ kann sich diese Partei sparen. Das glaubt keiner mehr. Die Enttäuschung unter den Bauern ist riesengroß. Keine Ahnung, wohin das führen wird.

https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2020-02/48856078-merkel-bei-eu-haushalt-kompromissbereit-003.htm

https://m.tagesspiegel.de/politik/merkel-auf-konfliktkurs-mit-frankreich-neuer-vorschlag-zu-eu-haushalt-wird-im-parlament-kritisiert/25548614.html?utm_referrer=http://m.facebook.com/

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50 Kommentare

  1. Deswegen durfte man doch nicht auch noch Strom für Weihachtsbaum und Werbung vergeuten.
    Der von den benachbarten Feuerwehren mit ehrenamtlich besetzten Notstromaggreg
    aten lieferten Strom für die letzte Not, eben Truhen für Nahrungsmittel, aber nicht für Luxus. Nur zur Not,
    Sind die Notstromaggregate, na ja und zum Melken von Milch, usw., Ehemaliger

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      meinst Du die Notstromaggregate welche meine Gemeinde anschaffen will, was ich mal erwähnt habe?

      Nein,
      zum Kühe melken werden die nicht angeschafft, zumindest in meiner Gemeinde.
      Es gibt in meiner Gemeinde keine Milchkühe.

      Die Löschfahrzeuge sind jeweils mit einem tragbaren Aggregat ausgerüstet, eines ist eingebaut zur Ausleuchtung von Einsatzstellen, aber damit kommt man nicht weit bei einem Flächendeckenden Blackout.

      Welche Leistung, oder Leistungen die angedachten Aggregate bringen sollen, ist noch nicht entschieden.

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      • Diese Notstromaggregate in den Feuerwehrautos können Strom für den Notfall machen, also damals in Müster wurden viele gebraucht. Weil viele Feuerwehren FFWs 2 haben, ist 1 von von den beiden nach Münster verfrachtet worden, um da den Strom für lebensnotwenige Sachen (Kühe Melken, schroten, Lebensmittel haltbar halten, aich die Trihen im Supermarkt und das Kochen u. Heizen in den Turnhallen, für Leute, die zu Hause keinen Kamin haben) zu spenden. Aber wenn dieser notwendige Strom von FFWs hergestellt wird, dann ist eine Frechheit von so einem jungen Marktleiter davon noch etwas für Reklame zu beanspruchen.
        Es war ja damals da eine Notlage, weil grosse Schneemassen die Strommasten, die den Strom weiterleiten, kaputt gemacht haben.

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  2. Ehemaliger Landwirt sagt

    Möchte euch nicht vorenthalten, was Frau Klöckner zum besten gegeben hat.

    Bundesagrarministerin Julia Klöckner kämpft dafür, dass besonders gefährliche, in EU-Lebensmitteln verbotene Pestizide in Importen erlaubt bleiben. Das Ministerium der CDU-Politikerin teilte der taz mit, es setze sich „für eine risikoorientierte Bewertung von Rückständen ein“.

    Die EU-Kommission dagegen wollte ursprünglich auch in Einfuhren Ackergifte automatisch verbieten, die Krebs verursachen, das Erbgut schädigen, die Fortpflanzung beeinträchtigen oder das Hormonsystem stören. Denn diese Gefahren sind so gravierend, dass die Chemikalien laut Pestizidverordnung in der EU nicht gespritzt werden dürfen. Klöckner aber will solche Importe ermöglichen, wenn ein wissenschaftliches Gutachten einen Grenzwert bestimmt, bei dem gesundheitsschädliche Wirkungen „praktisch ausgeschlossen werden können“.

    https://taz.de/Essen-mit-gefaehrlichen-Pestiziden/!5663710/

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    • Smarti sagt

      Nach dieser Logik darf jetzt die Polizei auch keine „Schrottlastwagen“ aus z.B. Rumänien mehr aus dem Verkehr ziehen – die sind in ihrem Land ja zugelassen…. wer findet noch weitere Beispiele ?

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    • Inga sagt

      Also dann wird bei unserem integrierten Pflanzenbau die optimale Glyphosatausbringung erlaubt bleiben, oder?

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  3. Wilfried Furchert sagt

    Inzwischen dürfte sich in D rumgesprochen haben,dass es mit der Zukunft der Bauern nicht zum besten steht. Seitens jener, die von den Bauern leben, Landtechnikhersteller, Treckerbauer, Händler, Lebensmittelindustrie, Chemieindustrie, Landverpächter und viele andere, kommt wenig bis gar keine Solidarität. Sie sollten die ersten sein, die aufschreien müssten, wenn es um die Kürzung der Direktzahlungen seitens der EU geht. Auch sie leben von diesem Geld und zwar die meisten besser als ein Durchschnittsbauer. Ist diesen Zeitgenossen nicht bewusst, dass sie die nächsten sein können, die eine Chance bekommen sich umzuorientieren.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      REWE & Co. brauchen auch Maschinen, v.a. Roboter, weil die arbeiten ja mit weniger menschlicher Arbeitskraft.

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      • Ja klar, aber wilfried meint ja Landmaschinen, die unser Ackerland bearbeiten und wenn es keine Bauern mehr gibt und unser AckerLand nicht mehr bearbeitet wird, dann stirbt auch die Landmaschinenindustrie, auch deren Händler, sowie auch das Handwerk der Lebensmitteldirektverarbeitung, weil dann alles industriell verarbeitet vom Ausland eingeführt wird.

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  4. Astorianer sagt

    Selbst wenn wir Bauern auf die Forderungen der Grünen und NGO,s eingehen würden, wie jemand vorgeschlagen hat, wären die nicht zu frieden. mit immer obskureren Forderungen und Kritiken lassen sich auch ganz leicht Millionen an Spenden einsammeln. Und dazu noch die Zuwendungen vom Bund. Diese Organisationen werden immer reicher ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Doch die Bauern werden immer ärmer. Ein Erfolgsmodel, das im Internett immer mehr nachmachen, wie zum Beispiel Compact , ein Ableger vom BUND.

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  5. Ein Privatier sagt

    Kann sich jemand an diese Zeilen erinnern?

    Einigkeit und Recht und Freiheit
    für das deutsche Vaterland!
    Danach lasst uns alle streben
    brüderlich mit Herz und Hand!
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    sind des Glückes Unterpfand:
    Blüh im Glanze dieses Glückes,
    blühe, deutsches Vaterland!

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Die CDU und ihre europäischen Schwesterparteien sind die Parteien des Neoliberalismus. Neoliberalismus heißt: Konzerne dürfen alles, zahlen keine Steuern und ruinieren Kultur und Zivilisation mit ihrer Werbepsychologie (https://de.wikipedia.org/wiki/Werbepsychologie). Der kleine Maxi (nicht nur der Bauer) hackelt und bringt das Geld herein für Spekulanten und Staat (In dieser Reihenfolge) und ruiniert Zivilisation und Kultur mit niveaulosem Konsum von Ramsch mit geplanter Obsoleszenz. Alle wissen, dass das irgendwann in einem Supergau endet, aber man wurschtelt halt seit vielen Jahren dahin und stopft Löcher, so lange es geht – weils halt angeblich alternativlos ist. Und wenn dir als Politiker in der jetzigen Situation REWE erklärt, nur der LEH verhindert den Hunger von 13 Millionen, dann ist dir wurscht, wie der LEH das macht, dann muss dir wurscht sein, was das für die Bauern heißt, dann musst du es dankbar annehmen, denn Hunger, das IST der Supergau der öffentlichen Ordnung.
      Deutschland, Land der Dichter und Denker, lass dir etwas Zivilisierteres einfallen für diesen Kontinent!

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    • firedragon sagt

      Hm Privatier,
      heutzutage wird „blühe, dt Vaterland“ eben anders interpretiert, als es vielleicht mal ursprünglich gemeint war.
      Ist so ähnlich, wie „Biodiversität“ betrachtet wird. Bspw im vorausgegangen Interview mit dem Schweizer – Biodiversität sieht er in der Vielfalt der Nutzpflanzen. Da hatte ich leicht geschmunzelt, wie weit Betrachtungsweisen dann doch auseinander liegen können.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Das ganze hat doch Methode, man stellt Studien, die nicht in das Konzept passen in Frage und verängstigt die Bevölkerung. Ein Typisches Beispiel sind die Atemmasken, die in Deutschland ausverkauft sind, aber die Grippeimpfung lehnt man ab, Oder bei Fukushima, wo Geigenzähler in Deutschland ausverkauft waren.

      Irgendwann dreht sich das Rad und den Behörden und den Politikern glaubt niemand mehr. Das wäre in einem Notfall die Katastrophe pur.

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      • Obstbäuerin sagt

        Für schlechte Zeiten gibt es wohl auch schon ein Notfallkochbuch, Ehemaliger. Die Frage ist dann aber: Wo bekommt man die Zutaten her?

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          ALDI 😉

          Zumindest in den ersten Minuten. 🙂

          Wenn man ganz schnell ist. 🙂

          Ein paar Tage kämen wir über die Runden, vorausgesetzt es gibt noch Strom. 🙂

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                • Wie war es in Müster ca. 2006/7 , als die Schneemassen die Strommasten lahm legten?
                  Wer war der Gewinner?
                  Die, dieeinen Kamin im Haus hatten, denn da drauf konnte man auch einen Topf Linsensuppe oder ähnliches aus der Büchse oder Truhe warm machen. Tee nd Kaffee konnten die sich auch selbst kochen. Die anderwn mussten in die Turnhalle, damit sie nicht froren. Zu Essen wurde ihnen auch irgendwie gekocht. Ach, da wurde mit Notstromagregate für Gefriergut und Turnhallen erzeugt.

                  Alle mussten Strom sparen. Reklame- und Weihnachtsbeleuchtung waren verboten.

                  Nach Weihnachten machte wieder ein Marktleiter den Weihnachtsbaum vor dem Laden an. Als ihm das verboten wurde, schüttelelte er den Kopf und meinte, das ist doch nützlich, das zieht X % mehr Kunden an!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Unsere Gefriertruhen gehen nicht ohne Strom. 🙂

              Kochen auf den Gasgrill, oder ein Lagerfeuer.

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            • Müssen mehr Aufklärer her, die deutlich machen, wie andere den Staat und, oder das Volk belogen haben.

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      • Ein Privatier sagt

        Das über das Individuum gestellte Ziel ist die „Rettung der Welt“, wofür Menschen eben Opfer bringen müssen – manchmal auch sich selbst.

        Kapitalismus, Demokratie. Rationalität und Freiheit stehen den Weltuntergangsneurotikern im Wege.

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      • Müssen mehr Aufklärer her, die deutlich machen, wie andere den Staat und, oder das Volk belogen haben.

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  6. Friedrich sagt

    Mark
    Die Karre wird gegen die Wand fahren und alles platt machen , was jetzt an Traumtänzern in der EU und in Berlin in der Führung sitzt. Mit DDR 2.0 zu 100%. Die USA und GB sind unser Gegenmodell des wirtschaftlichen Aufschwungs und des zunehmenden Wohlstandes. Unsere Traumtänzer haben doch nur Angst , daß GB durch den EU- Austritt sehr
    Erfolgreich werden wird und wir hier das Nachsehen haben. —- Die Wand wird über den
    Stromchrash und den Währungscrash kommen. —- Für uns Bauern in Deutschland hat die Politik uns über das Ordnungsrecht die Kosten dermaßen erhöht , daß wir innerhalb der EU und sowieso zum Weltmarkt keine Chance haben. Auch unsere Ldw. Proffessoren sind reine Stiefellecker , denn von denen kommt nur , daß 2040 nur noch 100.000 Bauernhöfe vorhanden sein sollen. Die Gründe dafür werden aber nicht genannt. Wenn wir nun noch die CO2-Steuer aufgebrummt kriegen , dann fehlen uns insgesamt mind. 500 Euro/ha
    zu einigen EU-Ländern und noch mehr zum Weltmarkt. Unter diesen Rahmenbedingungen kann uns auch die viel gepriesene Digitalisierung nicht helfen, denn
    bei diesen hohen Kosten rechnet sich fast garnichts mehr. Nach Merkel werden wir sowieso eine andere Wahrheit erleben , denn vieles wird „Kraft Amtes“ unter dem Deckel gehalten. Thüringen läst Grüßen !!

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    • Arnold Krämer sagt

      Friedrich
      Die Gründe für das Weichen landwirtschaftliche Betriebe sind doch alle hinlänglich bekannt. Sie sind im Privaten wie im Ökonomischen und im Politischen zu finden. Und es gibt aber keine Monokausalitäten. Die Betriebsaufgaben führen in Westdeutschland praktisch immer automatisch zum Größerwerden der verbleibenden Betriebe. Echte Betriebsneugründungen sind faktisch unmöglich, weil der landwirtschaftliche Arbeitsplatz einer der teuersten in der gesamten Volkswirtschaft ist. Ohne Grund und Boden läuft unter 1 Million € fast gar nichts. Und dann das Politikrisiko dazu, wer will denn da einsteigen? (Einen kenne ich, der hat gerade in SH neu angefangen als Agrarrohstoffproduzent)
      Die einzelbetrieblichen Wachstumsprozesse heute haben andere Ursachen und Motive als die Wachstumsprozesse in den siebziger, achtziger oder neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts.
      Das schlimme ist, dass die „Weichenprozesse“ heute durch die Politik beschleunigt werden und das zur Zeit sogar sehr massiv.

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      • firedragon sagt

        Herr Krämer,
        mit einer Million kommen Sie aber nicht weit.
        Gestern habe ich mal im inn- und natürlich ausländischen Immobilienmarkt gestöbert – unbezahlbar. Zudem war ich überrascht, dass Dänemark anscheinend einen „Rausverkauf“ von Milchbetrieben hat. Ganz generell war auffällig, dass Milchbetriebe überwiegend zum Verkauf stehen.

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  7. Obstbäuerin sagt

    Bei topagrar findet man die Bestätigung:
    »Die Bundesregierung verweist zudem auf die vergleichsweise geringe Bedeutung der deutschen Ackerbauproduktion. Vor diesem Hintergrund sei auch von einem eher geringen Einfluss einer Ausweitung des heimischen Ökolandbaus auf die globale Ernährungssicherheit auszugehen, die zudem noch von diversen anderen Faktoren abhänge.« https://www.topagrar.com/oekolandbau/news/auswirkung-von-mehr-oekolandbau-auf-weltmarkt-nicht-abzuschaetzen-11979753.html
    Offensichtlich wurde schon vorher alles abgeklopft und von Anfang an keine andere Vorgehensweise beabsichtigt. Das bestätigt auch die Aussage von Julia Klöckner beim Junglandwirtetag: Wir verstehen und bedauern eure schwierige Lage wirklich sehr (und obwohl wir es könnten Anm.d.V.) aber wir werden euch nicht helfen!
    In dieser verfahrenen Situation, die uns zu einem großen Anteil NGO´s eingebrockt haben, die Zusammenarbeit mit ihnen zu suchen, ist absurd. Da müsste erst mal mit allen fakes, die so verbreitet werden, um uns zu schaden, Schluss sein.

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  8. Moin!

    Britannien war Nettozahler für die EU, das erstmal vorweg.

    Also wenn Landwirte nicht mehr 5% sondern nur noch rund 1% der Bevölkerung ausmachen, kann man davon ausgehen, daß die CDU die deutschen Bauern als Kollaterialschaden hinnimmt. Auto wichtiger als Essen … (dabei sind aktuell Tausende Arbeitnehmer in der Automobilbranche auf die Straße gesetzt worden, man reitet ein totes Pferd; essen hingegen muß man immer).

    Leider war es absehbar, seit Beginn der GAP – selbst nach Demonstrationen gegen den Mansholt-Plan – war der Strukturwandel Programm, das wachse oder weiche, welches leider auch vom Bauernverband propagiert wurde. Bis hin zu den Nebenjobs, die sich jeder zweite suchen mußte, damit es irgendwie läuft und noch was zu essen auf den Tisch kam. Hier möchte Herr Rukwied bei 5.000 aufgegebenen Höfen lieber von natürlichem Strukturwandel sprechen:
    https://www.topagrar.com/panorama/news/rukwied-teil-der-bauernkinder-sieht-keine-zukunft-in-landwirtschaft-11532209.html

    Das Makabere: Vermutlich ist der Drops eh gelutscht, denn viele Betriebe haben keine Nachfolge. Da müßte man versuchen, ob als LsV oder sonstwie aktiv was aufzubauen mit einer Recruiting-Maschinerie dahinter. Und wenn man Ökos die Forke in den Hand drückt und sie als Arbeitsgemeinschaft da involviert (dann hätte man auch gleich schon eine Lobby gegen den Strukturwandel 😉 ). Macht aber keiner, der gegen seine Nachbar-Bauern in Konkurrenz geraten würde, die ihn mit ihrem Fachwissen so ausmanövrieren könnten.

    Doch ich empfehle auch hinzuschauen, wer dieselben Aussagen zu Mercosur, Chlorhühnchen, Produktivitätssteigerung, der Export wird’s richten etc. trifft, wer den Landwirten Honig ums Maul schmiert, aber mit Anträgen und Forderungen den Strukturwandel noch befeuert. Die CDU steht da nicht allein!

    Paradox: Diejenigen, die das weiter so mit Strukturwandel/Höfesterben befreuern, sprechen von Respekt für die Bauern und pusten viel heiße Luft raus; aber diejenigen, die aktiv eine Agrarwende gegen den Strukturwandel fordern und fördern wollen, lästern oft über Bauern und sind miserabel, wenn es um einen unaufgeregten respektvollen Dialog mit selbigen geht. Die Bösen machen Komplimente, die Guten beleidigen.

    Traurig, daß wir als Gesellschaft vergessen haben, wo wir herkommen. Lieber sperren wir die Natur aus, um uns dann über Bilder vom Wald an der Wand zu freuen und künstlich das Tageslicht zu simulieren, während der eine oder andere Landwirtschaftssimulator spielt und mit CO2-Ausgleichszahlungen ein gutes Gewissen hat.

    Konstruktiv: Gemeinschaften bilden, solidarisch hofübergreifende Strategien entwickeln, unaufgeregt immer wieder NGOs einbeziehen, so schwer es fallen mag (die haben noch ’ne Lobby und wollen auch was ändern, wissen nur nicht immer wie), umwelttechnischer Innovationsmotor sein (CO2-Senke Boden usw.). Und dafür eintreten, daß Verbraucher sich auch fair Gehandeltes, nachhaltig Erwirtschaftetes leisten können. Billig kann auch eine sensorisch gute Qualität haben, doch allein der Qualitätsgedanke ist zu kurz gedacht (saisonal, regional, fair, nachhaltig … bewußt einkaufen heißt immer noch viel und billig).

    Erster Schritt könnte sein:
    Sämtliche Agrar-Anträge im Bundestag sammeln und bewerten, schauen, was schon da war, wer wofür und wogegen war mit welcher Begründung etc. Erstmal rausfinden, was es schon gab und wer wessen Geistes Kind ist.

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  9. Die „vier Großen“ bilden kein Monopol, sondern ein Oligopol. Aber das nur nebenbei. Absolut richtig ist, dass die komischen Gipfelveranstaltungen bei Mutti nur Show waren. An einer Verbesserung der Situation der Landwirte ist niemand wirklich interessiert. Solange die Regale voll sind mit guten und vorallem billigen Produkten, wird so weitergewurschelt, und zwar pareiübergreifend einschliesslich der Randparteien!! Und sorry, ich sehe weder in einem „Bauerngroschen“ noch in der „Produktion von Biodiversität“ eine echte Lösung. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass die Karre voll gegen die Wand knallen muss und die Regale leer werden müssen damit sich Grundlegendes ändert.

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  10. Elisabeth Ertl sagt

    Wohin das führen soll, steht im Beitrag „Das große Rad“
    Dass auch eine Umschichtung der EU-Agrarförderungen von den Großen zu den Kleinen nicht kommen wird, das musste unsere Landwirtschaftsministerin Köstinger bereits einsehen. Ein Drittel der österreichischen Betriebe soll nach den Vorstellungen der EU in den nächsten fünf Jahren dem Wachsen oder Weichen zum Opfer fallen. Kanzler Kurz kämpft nun gegen eine Erhöhung der staatliche Beiträge zur EU nach dem Brexit. Man will den finanziellen Spielraum im Land selber so groß wie möglich halten. Das bedeutet aber auch weniger Subventionen aus Brüssel. Köstinger verspricht den heimischen Bauern nun, die fehlenden EU – Subventionen durch staatliches Geld (110 Millionen Euro jährlich) auszugleichen. Wenn man damit ein Drittel aller Bauern fördert, kommen auf einen Betrieb 2.000 Euro, dazu noch Steuererleichterungen und eine Reduktion der SV – Beiträge. Kritik daran kommt bereits auf: https://awblog.at/agrarsektor-im-regierungsprogramm/ Denn die Landwirtschaft ist ja nicht der einzige Sektor, der von Kürzungen der EU – Gelder betroffen ist, und ein entsprechender Ausgleich durch den Staat ist beispielsweise im Sozialbereich nicht vorgesehen. So gehen in Österreich keine Bauern auf die Straße, naja zumindest bis jetzt nur ein kleines Grüppchen, dafür die Vertreter der Sozialberufe. Die Grünen üben in diesem Sinn auch Kritik daran, dass die ÖVP sich weigert, mehr Geld an die EU abzuliefern. Aber Justiz, Heer, Gesundheitswesen und Bildung drohen ebenso aus Geldmangel zusammenzubrechen, die Demokratie selbst steht auf dem Spiel. Vorhersehbare Steuergeld-Konflikte mit anderen gesellschaftlichen Gruppen werden also wohl das Wachsen oder Weichen der Höfe weitergehen lassen.
    Das Problem ist weitaus größer als nur jenes der Landwirtschaft

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  11. Thomas Apfel sagt

    Vieleicht wäre der Versuch sinnvoll über einen „Bauerngroschen“ als Aufschlag von etwa 15 % auf alle Lebensmittel in allen EU Ländern die Stützung der Lebensmittelpreise über die EU Agrarpolitik zurückzufahren. Bei einem Anteil von derzeit 9 bis 13 % der Einkommen ist das leistbar. Die Maßnahme müsste den sogenannten Agrarhaushalt von der EU abkoppeln, mit dem Ziel der vollständigen Abschaffung der Preisstützungen (und damit der sogenannten Agrarsubventionen) Es müsste eine Übergangszeit von 5 – 7 Jahren geplant werden. Die Preise würden sich zwischen dem was die Bauern jetzt ausgezahlt bekommen und dem Aufschlag von 15 % einpegeln. Nur wenn das Geld über die Preise im Handel generiert wird, besteht die Möglichkeit die Agrarförderung zurückzufahren und den Nahrungsmitteln und den Bauern die Wertschätzung, die ihnen zusteht, zurückzugeben. Politik MUSS versuchen die Preisstützungen über Agrarsubventionen auf nahe Null zu fahren.

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    • Brötchen sagt

      Irgendwo hat mal ein Kommentator ausgerechnet, das jeder Einwohner 7 Euro pro Monat für Lw. Subventionen ausgibt.

      Glaube man müßte 8 Mrd./ 80 mio und durch 12 rechnen. Ja kommt 8 Euro raus.

      Die Summe wird auch jedes Jahr für den ÖR ausgegeben.

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      • Jochen Böhrer sagt

        Es sind 6 Mrd in Deutshland. Davon kommen 5 Mrd bei den Landwirten an. Für die Hälfte davn werden direkte Gegenleistungen erbracht. Von den verbleibenden 2,5 Milliarden fließt vorsichtig gerechnet ein starkes Drittel wieder in Form von Einkommensteuer zurück. Sind also 1,8 Euro/Monat bzw 6 cent am Tag.

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    • Mr Tom sagt

      Was die Pachtflächen anbelangt, werden die Subventionen größtenteils über den Pachtpreis an den Verpächter durchgereicht.
      Lediglich bei den im Eigentum befindlichen Flächen bleiben diese in der Tasche des Bewirtschafters. Ich verstehe diese Zahlungen weniger als Stützung – eher als Entschädigung für die bürokratische Gängelei.
      Wohin würde wohl der „Bauerngroschen“ fließen?
      Wertschätzung drückt sich über einen angemessenen Preis aus, nicht über ein Almosen, das noch zwangsweise auf den Preis draufgepackt wird.
      Wo liegt der angemessene Preis?

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