Bauer Willi
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Die Bauern haben doch so gut verdient, was wollen die eigentlich?

Als ehemaliger Kammerbeamter hat es Arnold Krämer gelernt, Buchführungergebnisse zu lesen und zu interpretieren. Was ist dran an der Aussage “Die Bauern sind reich”? Ja, um ein paar Fachbegriffe kommt man dabei nicht herum.

Die Bauern haben doch so gut verdient, was wollen die eigentlich?

Jedes Jahr zu Beginn des Winters treten Vertreter des Bauernverbandes, der Landwirtschaftskammern und der Bundesregierung unabhängig voneinander vor die Presse und verkünden Zahlen zur Gewinnentwicklung der Landwirte für das zurückliegende Wirtschaftsjahr, das üblicherweise am 1. Juli eines Vorjahres beginnt und am 30. Juni des Berichtsjahres endet.

Das immer wiederkehrende Ritual hat historische Gründe. Das heute noch geltende Landwirtschaftsgesetz aus den 1950er Jahren verpflichtet die Bundesregierung zur Darstellung der wirtschaftlichen Lage des Berufsstandes und dafür zu sorgen, dass der landwirtschaftliche Berufsstand teilhaben kann an der allgemeinen Wohlstandsentwicklung im Lande.

Die regelmäßigen Berichte dienten früher immer dazu, markt- und strukturpolitische Eingriffe/Maßnahmen, so wie Subventionen oder Vergünstigungen für den Berufsstand zu fordern oder auch zu begründen.

Grundlage der Berichte sind Buchführungsdaten aus dem sogenannten Testbetriebsnetz, das bundesweit aus über 7.000 landwirtschaftlichen Betrieben aller Produktionsrichtungen und Strukturen besteht. Wegen der zunehmenden Heterogenität (Spezialisierung, Diversifizierung des Agrarsektors) sind die Ergebnisse zwar immer weniger repräsentativ, zeigen aber relativ zuverlässig, in welche Richtung und in welchem Ausmaß es „rauf oder runter“ gegangen ist.

Die vorgestellten Buchführungsergebnisse eines Wirtschaftsjahres enthalten Ertragsdaten aus der Ernte eines Vorjahres und Aufwandsdaten aus dem Anbau des Folgejahres. Schon allein dadurch ergeben sich Verzerrungen durch geänderte Anbau- und Preisverhältnisse im Abrechnungszeitraum speziell für den Ackerbau.

Die Ergebnisse der letzten beiden Wirtschaftsjahre 21/22 und 22/23 waren überdurchschnittlich gut. Rund 115.000 Euro durchschnittlicher Gewinn im letzten Wirtschaftsjahr (in dieser Höhe bisher einmalig) „verwirren“ aber viele Nichtlandwirte.

Die Gründe für zwei Jahre mit ausnahmsweise guten Gewinnen sind schnell auszumachen:

  1. Die Milch- und Rindfleischpreise waren überdurchschnittlich hoch (endlich mal wirklich vollkostendeckend!), so dass sich dies statistisch bei einem hohen Anteil der Rindvieh haltenden Betriebe Im Testbetriebsnetz auch überdurchschnittlich bemerkbar machte. Das Hoch ist aber bereits wieder vorbei!
  2. Bedingt durch den Ukrainekrieg und die Verknappung des Angebots stiegen die Getreidepreise im Sommer/Herbst 2022 von rund 20 €/dt in den Vorjahren auf 30 €/dt und mehr. Da der Getreidepreis in gewisser Weise immer noch ein Eckpreis für die gesamte Bodenproduktion ist, stiegen die Erzeugerpreise auch für andere pflanzliche Erzeugnisse an. Das Ergebnis im WJ 22/23 waren vorher nicht gekannte Gewinne aus dem Ackerbau. Das alles ist schon wieder Geschichte. Das Getreide aus einer meist qualitativ und quantitativ schlechten Ernte wurde/wird im aktuellen Wirtschaftsjahr 23/24 wie vor 2022 mit rund 20 €/dt abgerechnet.
  3. Seit Beginn der Corona-Krise und mit dem Regierungswechsel in Berlin gibt es aus mehreren Gründen auch eine relativ starke Zurückhaltung bei Maschinen- und Gebäudeinvestitionen mit der Folge rückläufiger Abschreibungen und daraus resultierend (ceteris paribus, sagt der Ökonom), steigender Gewinne.
  4. In diesen beiden Wirtschaftsjahren sind vielfach an bestimmte Betriebe Corona- oder auch Überbrückungshilfen gezahlt worden, um Ertragsrückgänge auszugleichen und wirtschaftliche Schieflagen aufzufangen. Diese Hilfen sind jetzt aber vielfach ganz oder teilweise zurückzuzahlen, weil die bei Antragstellung prognostizierten Zahlen doch nicht zutreffend waren.

 

Für das laufende Wirtschaftsjahr 23/24 sind aufgrund der geschilderten Veränderungen bereits deutliche Gewinnrückgänge zu prognostizieren.

Dazu kommen weitere wesentliche, negativ wirkende Faktoren:

  1. Die EU-Prämien 23/24 fielen/fallen in vielen (den meisten?) Betrieben durch eine Systemumstellung deutlich geringer aus als in den Vorjahren.
  2. Durch die weit verbreiteten Nässe- und Überschwemmungsschäden sind viele Herbstaussaaten zerstört oder konnten gar nicht erst nicht erfolgen. Neusaaten sind erforderlich. Bodennährstoffe sind weniger oder nicht mehr pflanzenverfügbar, was erhebliche zusätzliche Düngungskosten im Frühjahr 2024 verursacht. Sommerkulturen können nur verspätet, vielleicht gar nicht erfolgen. Die EU-Prämien 24/25 sind teilweise oder ganz gefährdet, weil Fruchtfolge- oder sonstige Vorschriften wegen der besonderen Situation nicht eingehalten werden können.
  3. Die Wasserschäden auf den Betrieben sind zu beseitigen, erwartbar ohne Staats- oder Versicherungszahlungen.

Die Gewinnsituation landwirtschaftlicher Betriebe wird sich wieder auf dem Niveau der früheren Jahre oder sogar darunter „einpendeln“. Allerdings sind Unterschiede je nach Betriebsschwerpunkt aufgrund der unterschiedlichen Marktentwicklungen zu erwarten.

Zur Einschätzung der Gewinnhöhen und der Gewinnentwicklungen sind folgende Klarstellungen nötig:

  1. Umsatz ist nicht Gewinn!
  2. Die Anteile des Gewinns vom Umsatz (Gewinnrate) sind je nach Betriebsschwerpunkt sehr unterschiedlich.
  3. Die Anteile offen ausgewiesener Subventionen wie die EU- Beihilfen und die Gasölbetriebsbeihilfe (Teile des Unternehmensertrages) sind je nach Betriebsschwerpunkt ebenfalls sehr unterschiedlich, teilweise sogar völlig unbedeutend.
  4. Der Gewinn in Einzelunternehmen und GbR’s ist anders als bei KG‘s oder GmbH’s (Letztere sind eher selten, zumindest in der westdeutschen Landwirtschaft). Er stellt dar die:
  5. Entlohnung für die Arbeit der nicht entlohnten Familienangehörigen (das sind in hauptberuflich geführten Unternehmen meist 1,5 bis 2 Personen)
  6. Entlohnung für den eigenen Boden (für den fremden muss Pacht gezahlt werden)
  7. Verzinsung für das Besatzkapital ohne Boden, was nicht den Banken gehört, also das Eigenkapital (für Fremdkapital müssen Zinsen erwirtschaftet werden)
  8. Aus dem Gewinn sind u.a. zu zahlen:
    1. Soziale Absicherung der Familienmitglieder
    2. Bare und unbare Leistungen für die Altenteiler
    3. Einkommensteuer
    4. Nettoinvestitionen, weil die Abschreibungen auf historische Anschaffungswerte nie ausreichen, um auch nur identisch Gebäude oder Maschinen zu ersetzen
  9. Im mehrjährigen Durchschnitt gelingt es rund 60-70% der Betriebe nicht, eine angemessene Entlohnung aller unter 4. genannten Faktoren zu erzielen, wirtschaften streng genommen also unrentabel. Hier gibt es aber große Unterschiede je nach Betriebsschwertpunkt.
  10. Diese Betriebe schließen die Hoftore aber nicht, weil:
    1. der Betriebsleiter das Rentenalter noch nicht erreicht hat,
    2. es neben Gewinnen aus der Landwirtschaft auch noch 6 andere steuerliche Einkunftsarten gibt,
    3. ein glückliches und zufriedenes Leben nicht nur am Gelde festzumachen ist.

Berufsstand und landwirtschaftsnahe Medien sollten auf die vorwinterlichen „Wasserstandsmeldungen“ zur Gewinnentwicklung in landwirtschaftlichen Betrieben zukünftig verzichten. Die Zahlen sind medial nicht vermittelbar, weil die Heterogenität des landwirtschaftlichen Sektors immer größer geworden ist. Ihre mediale Verbreitung schürt unberechtigt Neid in Teilen der Gesellschaft. Ihr ursprünglicher Zweck ist entfallen. Ihre Veröffentlichung hilft weder den Verbandsvertretern noch den Politikern, sich für angemessene Rahmenbedingungen für Menschen einzusetzen, die marktwirtschaftlich, also wettbewerblich möglichst frei von verzerrenden Subventionen und Vorschriften in einem interessanten und anspruchsvollen Sektor auch zukünftig arbeiten möchten.

Die Bundesregierung bleibt ohne Gesetzesänderungen verpflichtet, wie bisher die jährliche Gewinn- und Einkommensentwicklung landwirtschaftlicher Betriebe transparent zu machen.

Gastkommentare stellen die Meinung des Autors dar

(Aufrufe 6.524 gesamt, 1 heute)

127 Kommentare

    • sonnenblume sagt

      Der Artikel ist einen Tag zu früh erschienen. Am darauf folgenden Tag wurde der Preis für Schlachtschweine um 10 cent gesenkt. Bleibt abzuwarten ob sich die Prognose bestätigt.

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    • sonnenblume sagt

      Die Presse ist doch schon beim nächsten Thema. LW ist schon wieder vergessen. Preise und Einkünfte interessieren nur wenn man daraus eine Schlagzeile machen kann die ins eigene Bild passt.

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  1. Rößle Rudolf sagt

    Ja ja das Girokonto der Betriebe quillt über😃🐄 Das wird auch so bleiben. Wer wird schon Geld zum Fenster hinaus um weiter arbeiten zu dürfen 😃. Was waren denn das für Träume, dass der Diesel mal locker auf 3 € kosten darf.

  2. Manuela sagt

    Für den Obstbau mal ganz kurz:
    Ausgezahlte Erzeugerpreise für Ernte 22: 20-30 ct, Ernte 2023: momentan ca 40-50 ct, also doppelt so viel.
    Ach ja, laut Betriebsvergleich vom ZBG kostet die Produktion von Äpfeln 45-55 ct pro kg.
    Da kann ich mir wohl sämtliche Details sparen…

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  3. Man muss auch mal die Agrarwissenschaftler um Professor Balmann für ihre wissenschaftliche Arbeit loben. Sie haben eines der größten wissenschaftlichen Probleme im landwirtschaftlichen Bereich gelöst. Seit jeher heißt es man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, sie haben es trotzdem gemacht.
    Sie setzen die Mehrbelastung von 2600 € je Betrieb (alle Betriebe incl. Nebenerwerb) ins Verhältnis zum Gewinn von 115 000 je Betrieb ( Vollerwerb). Der Fehler von mindestens 50 % wird dabei einfach ignoriert.

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    • Smarti sagt

      Bauer Wolfi, boah… klar. Peinlich, dass dies noch niemandem aufgefallen ist.
      Gibt es noch einen anderen Begriff für den “Gewinn” von 115 000 ? Denn für normale Leute ist doch der Gewinn das, was am Ende übrig bleibt. Da sind keine Abzüge mehr nötig.

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  4. Jehle sagt

    Ein Bauer mit Viehhaltung arbeitet 364 Tage a 24 Std. mit Bereitschaftsdienst für die Tiere. Bei 115000 € im Jahr sind das gerade mal 13,- Std. Abgesehen von der Verantwortung, Risiko und der vielseitigen Kenntnis ( TIERARZT, MECHANIKER, BETRIEBSWIRT,USW) IST das ein lachhaftes Einkommen.
    Des weiteren, profitiert die Industrie seit Gründung der Europäischen Gemeinschaft 1979, auf dem Rücken der Landwirtschaft, von diesem System. Industrie verkaufte und verkauft ihre Produkte an weniger industrielle Länder, so wurden wir Exportweltmeister und haben einen richtig guten Wohlstand. Das Dieser zum grössten Teil auf Gegengeschäfte, mit der Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten , beglichen wurde und auf die Kosten unser Landwirtschaft ging und geht. Z.B. in den 80 Jahren Tomaten, Erdbeeren aus. aus den südlichen Ländern, später billige Äpfel aus Polen usw, usw,. So wurden auch den Discounter ,für billige Produkte, Tor und Tür geöffnet. Diese bestimmen heute die Einkaufs und Verkaufspreise. So gehören Diese zu den reichsten Menschen in Deutschland. Unsere Bauern sind für den Staat nur ein notwendiges Übel .

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    • @ Jehle
      Genau so ist das. Aber ich bleibe dabei, dass die Subventionszahlungen den Strukturwandel beschleunigen, da die großen Betriebe sehr viel mehr davon provitieren als die kleinen!!!

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      • Peter sagt

        Die so genannten großen Betriebe müssen aber echte Löhne zahlen. Willst du einen Betrieb dieser Größe am Laufen halten, mußt du einen Lohn zahlen, welcher Leute hält, die mitspielen…nix mit mehr Profit.

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        • Die Löhne muss ein kleiner Betrieb genauso zahlen.
          Und: Warum wird ein Betrieb groß, wenn er keinen Profit mehr macht?
          Ich habe als Unternehmer doch nur den drang groß zu werden, wenn ich mir mehr Proft davon verspreche, oder liege ich da falsch?

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          • Peter sagt

            Ja…ist doch heute Thema, kleiner Betrieb bedeutet Selbstausbeutung, großer Betrieb (ist relativ…) bedeutet ab der 1. (FAK) Rechnen mit “spitzer Feder”… Ich lasse Arbeiten und beherrsche die Differenz zwischen meinem (kalkulatorischen ) Einkommen und dem Lohn, welchen ich an “die Anderen” zahlen muss….

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            • Kleiner Betrieb bedeutet nicht automatisch “Selbstausbeutung”.
              Ein intelligenter kleiner Unternehmer ( egal ob Landwirt oder Handwerker ) sollte rechnen und die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben beherrschen!
              Wer das nicht gelernt hat sollte wohl besser in ein Angestelltenverhältniss wechseln.

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              • Smarti sagt

                Tooom, einerseits willst Du nur kleine Betriebe fördern, andererseits kannst Du nicht einsehen, dass ein kleiner Landwirtschaftsbetrieb eben genau nicht bestimmen kann, was er einnimmt. Das bestimmen andere für ihn !

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  5. Klartexter sagt

    Soeben sind die Schweinepreise 10 Cent runter, das sind 10€ pro Tier.

    Tönnies machte laut Agrarblog die Proteste mitverantwortlich.

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    • sonnenblume sagt

      Bereitet Tönnies einen Neustart als Mäzen vor? Wurde schon mal geschrieben. Die Geschichte vom Protest ist doch zu durchsichtig.

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      • sonnenblume sagt

        Noch eines vergessen. Wie und wo kann man den Tiersoli einpreisen? Falls der kommen sollte? Weiß er schon mehr zu dem Thema? Alles schon Vorbereitungen für das Szenario? Zuerst die Preise ordentlich runter und dann mit vielen Lobpreisungen den Soli wieder drauf. Wie oft hatten wir das Spiel schon!!!!!
        Wir werden doch so für dumm verkauft.

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    • Die Produktionskapazität bei Fendt wird weiter erhöht – der Absatz läuft sehr gut!
      Wo ist also das Problem bei den Bauern?

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      • Schmeckt gut sagt

        Das Problem ist der Außenhandel, nähmlich der Export (FENDT) und der Import (Stichwort Mercosur). Fendt exportiert ne Menge Zeugs 😉

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        • Wenn ich den bayerischen Raum betrachte, dann bleiben schon auch einige davon im Land. Die Ackerbaubetriebe überbieten sich gerade bei den Pacht und auch Kaufpreisen. Schlepperpreise haben sich in den letzten 5 Jahren z.T. fast verdoppelt.
          Ist alles kein Problem – aber 21ct für Diesel wohl schon?

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          • Arnold Krämer sagt

            Der Agrardiesel ist eines der ganz wenigen Themen, bei denen man alle Betriebe, auch ÖKO’s heute noch unter einen Hut bringen kann. Der Agrardiesel ist doch nur ein Aufhänger für so vieles, was seit vielen Jahren schief läuft in der Agrarpolitik. Das sollten Sie doch mitbekommen haben, wenn sie in den letzten Wochen aufmerksam waren.

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            • Herr Krämer, das der Diesel nur ein Aufhänger ist, ist doch klar.
              Ich frage mich nur – wir kann ich immer mehr Pacht zahlen, immer mehr Tiere halten ( die Ställe sind ja auch schon subventioniert ) und somit den Betrieb immer größer werden lassen, wenn das Geschäft seit vielen Jahren so schief läuft?
              Entschuldigung, wenn ich es so deutlich ausdrücke, aber wenn alles so schlecht war, dann mache ich doch von dem schlechten nicht immer noch mehr bei immer noch höheren kosten oder?

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              • Arnold Krämer sagt

                @ Tom:
                1. Stallbauförderung spielt nur noch eine sehr untergeordnete Rolle
                2. Ich habe in mehrern Textbeiträgen heute deutlich gemacht, dass teilweise auch gutes Geld verdient wurde/wird. Folglich macht man oder versucht man, mehr von dem zu machen, was man gut kann. Das läuft teilweise auch über den Kauf oder die Pachtung von Ställen.
                4. Unternehmen sind selbstgebastelte “Abenteuerspielplätze”. Wer es kann, leistet sich hin und wieder auch ein “Spielzeug”. Es werden nicht immer nur streng ökonomisch rationale Entscheidungen getroffen. Und zur Mitarbeiter-Bindung muss man auch schon das eine oder andere unternehmen.
                3. Fläche wird in Westdeutschland für den Anbau von Getreide, Raps und Mais fast immer immer quersubventioniert durch Tierhaltung oder Biogas (Ausnahme war einmalig WJ 22/23). Bei Kartoffeln und Gemüse sieht das anders aus.
                4. Es war und ist nicht alles schlecht! Nicht schwarz oder weiß bestimmen das Bild der Landwirtschaft, sondern viele verschiedene Grautöne von hellgrau bis dunkelgrau.

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                • @Arnold Krämer:
                  Ich weiß schon was Sie meinen und gebe Ihnen auch Recht!
                  Ich möchte eigentlich nur meine Meinung darüber äußern,
                  dass wir ( nur meine Meinung ) nicht immer nach Subventionen krächzen sollten, sondern vielleicht dann etwas mehr Betriebswirtschaftlich rechnen – was die meisten ja auch machen und sehr erfolgreich dabei sind. Und wenn sich was nicht rechnet sollte man es eben lassen.
                  Außer man bekommt, wie Sie ja unter Punkt 4 beschreiben einfach seinen ” Rüssel ” nicht voll – dann aber bitte nicht nach Subventionen schreien!
                  Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier! ( Mahatma Gandhi )

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                • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

                  Die grossen Schlepper sind doch geleast.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Gegenfrage: ” Wenn der Bürger immer mehr Geld verdient, warum bezahlt er dann nicht mehr für die Lebensmittel, sondern kauft billig? Nun?
                Und dennoch ruft er nach Pendlerpauschale und Förderung für Hausbau und Heizungsumrüstung?

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                • @ Reinhard Seevers
                  Der Bürger bezahlt ja mehr für Lebensmittel, das kommt aber nicht bei den Landwirten an, weil der LEH das abstaubt.
                  Und warum kann der LEH das machen?
                  Weil die Bauern sich im Lieferpreis gegenseitig unterbieten!!

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Wenn es einen Soli geben sollte, kommt es angeblich auch an…..es wird aber mehr kosten, denn der LEH wird sich seinen Salär kaum entgehen lassen.😎

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                • Ertl Elisabeth sagt

                  Diejenigen, die unterbieten, sitzen in einem freien Markt nur leider im Ausland, und man kann sich dagegen nicht wehren.

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            • Wolf Lützen sagt

              zu Arnold Krämer: “Der Agrardiesel ist doch nur der Aufhänger für so vieles, was seit vielen Jahren
              schief läuft in der Agrarpolitik.”
              Ein richtiger Blick!

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              • Inga sagt

                Ja,
                nur weil die die Historie davon nicht wissen und zu bequem sind sich dahin sichtlich schlau machen wollen.

                Ist das nicht Ihre Pflicht?

      • Arnold Krämer sagt

        Die deutsche Landtechnik ist weltweit Spitze. 70-90 % der Maschinen werden exportiert. Da gibt es keine Kurzarbeit. Krone Landtechnik z. B. in Spelle, Kreis Emsland brummt – Krone in Werlte, Landkreis Emsland macht LKW Auflieger (40 % Marktanteil in D) macht Kurzarbeit.

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        • Peter sagt

          Diese Spitzentechnik wird dorthin exportiert, wo die anderen Rahmenbedingungen stimmen. (Selbst-) fahrende Technik kommt z.B. ohne ad-blue-Tank aus. Es kommt immer auf das “Gesamt-Paket” an. Deutsche LW-Betriebe können sich bald deutsche Technik nicht mehr leisten…dafür kommen Agrar-Produkte von “dort” wieder zurück. Handelsbilanz o.k. , Steuereinnahmen stimmen, …Bullshit geht weiter…

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      • Smarti sagt

        Tom, sie wissen doch sehr genau, dass der Agrardieselsteuersatz den Landwirten zusteht. Es war eine Unverschämtheit, uns diese Steuererhöhung über Nacht aufzudrücken ! Jedes andere Land hatte schon vorher noch deutlich günstigeren Agrardiesel.
        Kerosin und Hafendiesel sind aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit sogar steuerbefreit – mit welcher Begründung soll der Agrardiesel also teurer werden ?
        Mit Fendt oder nicht hat das überhaupt nichts zu tun.

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  6. Obstbäuerin sagt

    Der BÖLW weiß genau, was den Bauern hilft, vor allem den Bio-Bauern und die 90 Milliarden Schäden, die wir Konventionellen verursachen, werden auch noch reduziert. Das wird wohl auf offene Ohren bei unserem Öko-Landwirtschaftsminister treffen. „Was die Bauern auf die Straße treibt, ist eine fehlende Perspektive. Die Ampel ist angetreten, um ‚mehr Fortschritt zu wagen‘. Stattdessen sehen wir Hickhack und gegenseitige Blockade.

    Mit den Plänen zum Agrardiesel sollen Betriebe neue Kosten tragen, ohne dass es ihnen neue Perspektive gibt. Das geht nicht!

    Dabei liegen Konzepte von Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL), Borchert-Kommission sowie die Bio-Strategie längst vor. Sie müssen nur umgesetzt werden, um der Landwirtschaft Zukunft zu geben!

    Tagtäglich arbeiten mehr als 55.000 Bio-Bauernhöfe und -Unternehmen daran, Lebensmittel zu produzieren, die den Wünschen der Verbraucher entsprechen und unseren Planeten nicht noch weiter belasten. Das zentrale Ziel von 30 Prozent Bio im Koalitionsvertrag ist wichtig. Denn dabei geht es vor allem um 70.000 konventionelle Betriebe, denen die Umstellung auf Bio eine Perspektive geben kann. Gleichzeitig werden die 90 Milliarden Euro Umweltschäden, die die Landwirtschaft Jahr für Jahr verursacht, deutlich verringert. 30 Prozent Bio sparen allein bei den Klimafolgekosten jährlich 4,5 Milliarden Euro ein.” Ist das nicht schön????

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  7. Andreas sagt

    Die Gewinne der Landwirte kann man auch viel einfacher berechnen:
    Wenn die Behauptung vom DBV stimmt, dass ca. 50 % der Einkommen
    der Bauern von Subventionen stammen, dann hat ein
    50 Hektar-Betrieb mit 15.000 € Beihilfe ein Betriebseinkommen von 30.000 €
    500 Hektar-Betrieb mit 150.000 € Beihilfe ein Betriebseinkommen von 300.000 €
    5000 Hektarbetrieb mit 1.500.00 € Beihilfe ein Betriebseinkommen von 3.000.000 €
    Im Durchschnitt kommt man dann genau auf die 115.000 Euro Betriebseinkommen, die auch der Bauernverband berechnet hat.
    Warum jedes Jahr so viele kleine und mittlere Betriebe aufhören, wo die EU so viel Geld in die Landwirtschaft pumpt, ist schwer zu verstehen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Andreas
      Dann streichen wir doch die Subventionen. Wir fangen damit dann im Bio-Bereich an. Die Erlöse können doch auch im Markt erzielt werden…
      Oder?

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      • Andreas sagt

        Willi@ das die Subventionen weg müssen, da sind wir uns doch total einig !
        Öffentliches Geld nur noch für genau definierte Leistung für die Gesellschaft.
        Was will die Gesellschaft ?
        Das könnte ein Bürgerrat immer wieder für die nächsten drei Jahre festlegen.

        • Limes sagt

          wenn schon denn schon dann alles streichen und nicht wieder durch die Hintertüre Subventionen für einzelne Lobbygruppen einführen. Ein Bürgerrat ist ein überflüssiger neuer aufgeblähter Palaverkreis der nur unnötig Steuergelder verschwendet die anderswo sinnvoller eingesetzt werden können. So zu sagen Borchert bzw ZKL reloaded.

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        • zmp_nachfahre sagt

          “Bürgerrat” und Dreijahresplan – heißt auf Russisch “Sowjet”….
          Wie gut hat das dort nochmal funktioniert?

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          • Brötchen sagt

            Macht das doch nicht schon wieder madig, die FRau Baas ist doch so stolz drauf!

            So in etwa müsst ihr Euch DDR vorstellen, da gabs auch solche Häkelgruppen, wo man belangloses Zeug beschließen konnte.

            Das ich das noch erleben darf…..;)

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          • Limes sagt

            “Wie gut hat das dort nochmal funktioniert?”
            nicht so pessimistisch das waren damals nicht die richtigen Leute.
            Wenn @Andreas mit dem Bürgerrat den 3 Jahresplan und die Bananen Zuteilung macht dann wird das schon laufen und es gibt ausreichend Bananen für alle.

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    • Arnold Krämer sagt

      Andreas,
      Betriebeinkommen ist das Einkommen ALLER Produktionsfaktoren, unabhängig davon, wem sie gehören oder wer sie bereitstellt. Mit dem Gewinn ist das Betriebseinkommen nur dann identisch, wenn ein Betrieb pacht- und schuldenfrei ist und nur mit eigenen Familien- Arbeitskräften bewirtschaftet wird. Das kommt eher nur noch selten vor!

      Betriebswirtschaft und ihre Begrifflichkeiten sind schon was Besonderes und weder in den Fachschulen noch an den Universitäten “unfallfrei” zu vermitteln.

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  8. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Mir fällt für Herrn Prof. Balmann, den Ökonomierat – the best ever, noch eine Kenngröße ein, wie man die betriebswirtschaftlichen „Erfolge“ der einzelnen Mikroökonomien spiegeln könnte:

    Im Einzelfall die vertikale Eigenkapitalentwicklung in Rückschau über einen gewissen zeitlichen Verlauf.

    Bei vorstehend intellektuellen Größen spricht WAS(!?) gegen eine solche realiter veranschauenswürdige Statistik!?

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Elisabeth, es hapert schon an einer gelingenden Rückschau, obgleich man Zugriff auf diese Daten, Fakten und Zahlen hat – wie soll dann eine Vorausschau umgesetzt werden, wenn hier nachweislich komplett die notwendige Phantasie fehlt!?

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      • Smarti sagt

        Frau Ertl, ein Lehrer auf der Landwirtschaftlichen Schule zu meiner Tochter: ” Wenn alle Schüler so gut rechnen könnten wie Sie, dann gäbe es schon lange keine Landwirtschaft mehr.”
        Ironie: es schläft sich besser, wenn man nicht alles so genau weiss.

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        • Ilse Heiland sagt

          ach daraus resultiert also ,das imense Fachwissen derr derzeitigen Politiker. ohmeiohmei

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wenn die Kinder nicht so gut rechnen können, hat man viel leicht auch noch einen Hofnachfolger………….. für eine Generation, viel leicht.😉

  9. Frank sagt

    Da kommt also wer und behauptet “Die Bauern sind größtenteils wohlhabend und verdienen gut.”
    Der bekommt dann diesen Wall of Text (mit Krachern wie “Umsatz ist nicht Gewinn” und “Die Gewinnrate ist unterschiedlich”), der strikt vermeidet auch nur eine Zahl oder Spannweite zur Einkommenshöhe zu nennen, und alles mögliche aufzählt, nur keine Darstellung der Ertragsverhältnisse mit Zahlen.
    Na, das wird wem auch immer recht was erklären oder ihn gar überzeugen.
    Wenn man es nicht schafft, z.B. ein Haushaltseinkommen einer Bauernfamilie vernünftig aufzubereiten, dann muss man sich nicht wundern, wenn der Mythos vom reichen und gutverdiendem Bauern weitergeht.
    Dass es Ausnahmen, Sonderfaktoren, Bedingungen usw. usf. gibt, das kann man den Leuten ja klar machen (zumindest soweit sie zu denken bereit sind), aber sich einer Zahlenangabe so völlig zu verweigern, das ist schon … unklug.
    Im Übrigen sind etliche der genannten Faktoren beim kleinen Mittelstand, bei den gewerblichen, auch bloß nicht anders. Auch da gelten etliche der 1. -10.3 genannten Punkte.
    Ein Teil des Publikum ist klug genug, jenseits von Plattitüden Zahlen zu verstehen.

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    • Arnold Krämer sagt

      “Ein Teil des Publikum ist klug genug, jenseits von Plattitüden Zahlen zu verstehen.”
      Ja und dieser Teil weiß auch, wo die detaillierten Informationen zumindest teilweise zu holen sind. Und der Rest pickt sich nur das heraus, was ihm in den Kram passt!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wenn man es komplett verwirren möchte, dann bringt man das Beispiel Kartoffeln. Bei einer Erntemenge von 450dt/ha in unserer Region ist es interessant einen Familiengeführten Direktvermarkter mit einem Erlös von 1,50€/kg im Verkauf mit einem reinem Erzeuger für den Handel mit einem Erlös von 0,30€/kg im Verkauf zu vergleichen. Man kann daraus gut erkennen, dass die nicht zu entlohnende Familienarbeitskraft (sofern sie willig ist) durch eine höhere Anbaumenge beim reinen Anbauern kompensiert werden muss….also der eine benötigt rechnerisch 10ha für den Umsatz, den der andere auf 50ha erwirtschaften muss. Wer nun in der Statistik wo stehen wird, ist wiederum eine andere Sache. 😎

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        • evo.... sagt

          Da der Reinhard Seevers gerade von Kartoffeln schreibt:

          In einem meiner Bücher zur Ernährung ist eine Gegenüberstellung von Lebensmitteln die nicht gegen Krebs, bzw. die gegen Krebs wirken. Kartoffeln gehören zur Gruppe der NICHT gegen Krebs wirksamen Lebensmittel. Alle Kreuzblütler wirken gegen Krebs.

          Nimmt man nun die Gruppe mit den Kreuzblütlern als Bezugssystem, dann werden Kartoffeln krebserregend. Das würde wiederum zu den vielen Krebsen der Verdauungsorgane in meiner mütterlichen Linie passen, denn es wurde sehr kartoffelbetont gekocht.

          Das ist z.B. einer der Gründe warum ich für Ernährungsforschung durch die Bauern plädiere.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Wow Evo, was für eine Korrelations- Kausalitätskette…wissenschaftlich brisant.🤔
            Du weißt, was ich von deiner “Ernährungsforschung” halte.

            (Wer früher stribt ist länger tot. Auch der Gesunde stirbt. Warum muss man ewig leben? ) Wer hat dich als Heiland gesandt, die Menschen zu retten vor Elend und Tod?

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            • evo.... sagt

              lol Freilich weiß ich das, deswegen provoziere ich ja immer wieder.

              Die meisten Leute hier können nicht über die landwirtschaftliche Blase hinaussehen. Ich habe in den letzten 10 Jahren meist urbane Kontakte gehabt und bin zu der Überzeugung gekommen, dass man den Bauern – in der momentanen Verfassung- keine gesellschaftliche Macht einräumen sollte.

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              • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

                Ich werde jetzt sofort weniger Kartoffeln essen!
                Einer hier hatte Speiseröhrenkrebs und gesoffen wien Loch,es soll einen Zusammenhang geben.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Hans, Rucola ist ein Kreuzblütler. Nitratgehalt bei Rucola bis zu 5000mg/kg. Ich würde das Zeug nicht anrühren.
                  Außerdem Kartoffelverbrauch 1900 = 271kg/Kopf, 2022 = 56kg/Kopf…..die sind wirklich alle gestorben, weil sie so viel Kartoffeln gegessen haben….evo hat recht. 😁

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    • Arnold Krämer sagt

      @ Frank
      Da ich diesen Text nicht in erster Linie für die “klugen” Leser geschrieben habe, sondern überwiegend für die, die selbst gern mit Plattitüden arbeiten, also z.B. auch Gewinn (eines Einzelunternehmers) nicht von Gewinn (z. B. einer GmbH) unterscheiden können, und nicht einmal Gewinn und Umsatz auseinanderhalten können, komme ich auch nicht umhin, sehr begrenzt selbst mit Plattitüden zu arbeiten.

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    • Obstbäuerin sagt

      Ich vermute mal, dass ein Großteil der Bauern einen Stundenlohn kurz über oder unter dem Mindestlohn erwirtschaftet. Da er jedoch oft 50-60 Stunden und mehr arbeitet und auch selten Urlaub macht, hat er ein erträgliches Auskommen zwischen 2.800 und 3.500 € abzüglich Steuern und Sozialbeiträgen (Krankenkasse und Rentenbeiträge sind obligatorisch und abhängig von der Fläche und der Gefahreneinstufung). Würde er, so wie die Lokführer, auf einer 35 Stunden-Woche bestehen – wären es allerdings nur 1.950 €. Da die Sozialbeiträge unabhängig von der Lohnhöhe sind, würden bei der letzten Summe etwa 1100 € übrigbleiben. Der Unterschied zum selbständigen Handwerker liegt darin, dass er nicht verpflichtend in die Rentenkasse einzahlen muss und sich privat versichern kann. Ob das jedoch von Vorteil ist, bleibt fraglich.

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      • Smarti sagt

        Der Unterschied von einem “Landwirt” zu einem “Lokführer” – die Hobbys vom Landwirt: sich ausruhen, am Trecker schrauben, das Pferdchen ausführen und den Garten ( alles eh-da und deshalb günstig ). Die Hobbys vom vom “Lokführer”: Kreuzfahrt, Malediven, Familienausflüge wo der Tag mehr kostet als ich im Monat für den Haushalt ausgebe…
        Das ist kein Neid ! Es ist selbst gewählt ! Aber eine Tatsache. Wir schieben schon Geld auf die Konten der Kinder, weil das Steueramt uns nicht “glaubt” und an Steuerhinterziehung denkt.

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  10. Dr. Josef Hiemer sagt

    Jetzt muß ich mich auch mal melden. Ich war 35 Jahre an den Landwirtschaftsämtern in Kaufbeuren und Kempten beschäftigt. Kütrzlich fand ich in meine Unterlagen, Deckungsbeitragsberechnungne, die wir in Arbeitskreisen machten. Der durchschnittliche Milchpreis betrug im LKV- Jahr 87/88 73,8 ct/ kg , = 37,73 ct. Daran hat sich seit 36 Jahrne nur wenig geändert, abgesehen von der Hausse während Corona. Gesteigen sind dagegen die Preise der Milchprodukte. Beim Landwirt ist davon nichts angekommen. Wo bleiben dann die Preissteigerungen hängen ? Beim Landwirt sind nur die Kosten gestiegen.
    Ich stimme den Beiträgen zu: die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft zu erklären ist medial zu komplex, zumal der Gewinn der Landwirtschaft nicht mit dem einer Kapitalgesellschaft direkt verglichen werden kann. Ein Durchschnitt für die Landwirtschaft insgesamt spiegelt die Situation vieler Betrieb nicht wieder.

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  11. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Der krampfhafte Zwang, alle Bauern in ein Einheitskorsett einzupacken (im eigentlichen ALLE BÜRGER) funktioniert so eben nicht.

    Man schert durchweg über einen Kamm, dabei sind die Bauern generll ein Konglomerat unterschiedlichster Prägungen: Menschlich gesehen, auf betriebswirtschaftlicher Basis in unterschiedlichen Betriebsformen, von der jeweiligen Ausbildungsabhängigkeit geprägt.

    Wir ackern derzeit als gläserne Bauern auf gläsernen Höfen, das steht zweifelsfrei fest – eine Kenngröße stellt man medial allerdings nicht gläsern zur Verfügung: Wieviel EINKOMMENSTEUER zahlt jeder einzelne Betrieb!? Die einzig wahre Größe, die hinreichend Aufschluss über eben die jeweiligen Mikroökonomien hierzulande vermittelte.

    …Und jetzt bitte nicht mit dem „Steuergeheimnis“ umherflöten. Dahinter wird nämlich verschleiernd alles erst einmal weggepackt, versetzt anstelle dessen uns Bauern damit in entsprechend administrativer Nötigung in einen gesellschaftlichen Erklärungszwang. Dabei gibt es den deutschen Einheitsbauern ohnedies nicht. – Ob eben genau diese Zusammenhänge die intellektuell überbefähigten Granden unserer „EINEN STIMME“ jemals vernetzend denken können!? – An unseren Cem Holgersson und seine mit irrlichterm Geist beseelte grünen ThinkTanks im BMEL trage ich eine solche kaum erfüllbare Erwartungshaltung erst gar nicht heran…!!!

    Glücklicherweise obliegt unserem Berufsstand (noch immer) die hehre Aufgabe, die deutschen Wohlstandsbäuchlein satt machen zu wollen (zu MÜSSEN, bestenfalls in Ausschließlichkeit, wie fatal für die Bauern!). Daher geht man uns stets nur solange an die Gurgel, wo BAUER noch imstande ist, Jahr um Jahr die Hemdsärmel beherzt hochkrempeln zu wollen.

    Die sprichwörtliche Landflucht -die Flucht von der Scholle, aus unseren Ställen- führt übrigens kurzzeitig über mehrere Jahre zu einem dramatischen Gewinnanstieg, der allerdings postwendend direkt vor dem Hoftor umgehend wieder abgeholt wird. Bis das der jeweilige Betriebsleiter jedenfalls realisiert, wie eben solche Abgreifmechanismen bestens sortiert lückenlos funktionieren, ist es in den meisten Einzelfällen schon lange zu spät.

    Wie unehrlich das landwirtschaftliche System aufgestellt ist, demonstriert unser berufseigenes Sozialversicherungssystem, in 2024 wurden Steigerungsraten von über 8% umgesetzt. Jeder Otto Normalbürger ginge da auf die Barrikaden. Und warum ist dem so!?

    Als Berechnungsgrundlage dient nämlich bei den landwirtschaftlichen Betrieben nicht das erwirtschaftete Einkommen sondern die jeweilige Flächenausstattung der Höfe, unabhängig von der eigentlichen Bodengüte der Scholle im Jahresbescheid, auf der gewirtschaftet wird. Auch hier werden Einheitswerte zugrunde gelegt, egal ob es an allen Enden zwickt und zwackt.

    Resümee:

    Ein Landwirtschaftsgesetz bis dato aus den 1950er – fehlte es wirklich im zeitlichen Verlauf an der notwendigen Phantasie, dieses weitreichend zu aktualisieren, um die Zeichen der Zeit abbilden zu können!?

    In Reihen der Landwirtschaft ist wirklich alles bis in die letzte Ecke hinein durchleuchtet und trotzdem scheitert der Erfolg derselben nicht selten an denen, die ausgestattet mit eben solchen Erkenntnissen in der Tiefe eine gesunde Ökologie mit einer gelingenden Ökonomie hoch geistig nicht zu vereinen wissen. Das Können unserer administrativ maßgeblichen Entscheider darf parallel dessen unserer Wetterfrösche eingestuft werden: Nicht weit über den eigenen Horizont hinaus, maximal bis zu 3 Tage im voraus, bei ersteren ein generelles Scheitern in einem zwingend notwendigen vernetzenden Denken in die Zukunft hinein.

    Bestes Beispiel die aktuelle DüVO-Novelle; man hat bis heute nicht erkannt, dass dieser Einsatz sich dramatisch reduziert hat, bis hin zur Halbierung. Ein Prof. Balmann hat genau DAS(?) bei seinem derzeitigen Gesabbere, mit dem er das gemeine Volk zu beglücken weiß, ganz sicher nicht auf dem Schirm. – Nachweislich nicht!!!

    Ursache und Wirkung bleiben dahingehend rätselhaft in der Dunkelheit belassen. – Für Özdemir, Lemke, Professoren, wie in persona ein Herr Balmann & Co. gemutmaßt ganz sicher nicht;… aber für jene Bauern, für die eine betriebswirtschaftlich bestens sortierte Einschätzung der eigenen Situation überlebensnotwendig ist, ein unvermeidbares MUSS!!!
    Sollte es hierbei tatsächlich kranken im Einzelfall, ist zwingend die notwendige Wissenserweiterung zu erlangen, SOFORT!!!

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  12. Smarti sagt

    Herr Seevers hat´s geschrieben: In Deutschland wird niemand zur Selbstausbeutung gezwungen. Vermutlich ist das auch bei vielen potentiellen Hofnachfolgern angekommen und der Betrieb oder einzelne Betriebszweige werden aufgelöst. Das generiert natürlich für ein Jahr einen Mega-Gewinn! Doch danach ist Schluss…
    Je weniger Malocherbetriebe ( Nebenerwerbler, die ihren ganzen Lohn noch in den Schinderbetrieb stecken oder Betriebe, die eigentlich nicht mehr von der Landwirtschaft, sondern z.B. von Reitunterricht leben ) es gibt, desto weniger “verdient” die Regierung an Steuern, auch Umsatzsteuern etc. . Hier im Gebiet werden z.B. freie Pferdestallplätze zur Mangelware !

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    • Hauke Jaacks sagt

      Bei uns werden die Pferdepensionen immer mehr,auch wenn es wenig mit Landwirtchaft zu tun hat.Die Pferde werde morgens raus aufs Peddok gebracht in Einzelhaft.Stroh und Futter wird zugekauft.Trotzdem scheinen die Einkommen in diesem Segment ganz erträglich .Es gibt eben immer mehr ausserlandwirtschaftliche Investoren die hier investieren und der Landwirtrschaft gleich gestellt werden. Mit dem richtigen Konzept.

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      • Smarti sagt

        Hier haben vor 10 bis 20 Jahre noch sehr viele Betriebe von Milch oder Schafhaltung auf Pferde umgestellt. Jetzt schliessen die gerade reihenweise, mit Corona hat es angefangen. Da konnten kurz die Schweizer nicht mehr über die Grenze und haben in Panik die Pferde geholt.
        Seither sind die Stallbesitzer natürlich sauer, haben die Preise stark erhöht. Auch Stallpersonal ist kaum mehr zu finden. Die Pferdebesitzer wechseln in Panik von einem Stall zum anderen, was der Gesundheit der Pferde und der Zufriedenheit der Pensionsgeber nicht förderlich ist.

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  13. Heinrich sagt

    Danke Herr Krämer für Darstellung der betriebswirtschaftlichen Begriffe, die steuerlichen weichen hiervon je nach Betriebstyp noch ab.
    Dieses ist für Otto Normalbürger schwer verständlich, der oftmals nicht mal in der Lage ist eine normale Bilanz zu lesen. Wie soll er dann verstehen das hier Aufwand und Ertrag nicht zusammen gehören wenn dies, selber erlebt, frisch von der Uni und bei der Kammer angestellt, nicht verstehen.

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  14. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Meldung vor kurzem auf top agrar:
    “DBV-Situationsbericht zeigt kräftiges Plus bei den Gewinnen der Landwirte”

    Meldung gestern auf agrarheute:
    “Bauern tief in den roten Zahlen – Gewinne der Landwirte im freien Fall”

    Upps, und dann noch die wegfallende Gasölverbilligung!

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  15. Marian E. Finger sagt

    Ein Landwirt ist ein Unternehmer, der relativ hohe Investitionen tätigen und relativ hohe Risiken tragen muss. Schon allein deshalb sollte sein Gewinn das Durchschnittsgehalt eines höheren Angestellten (heute ca. 72.000,- brutto) übertreffen. Da sind 115.000,- für einen durchschnittlichen Betrieb nicht zu viel. Kommt hinzu, dass der Landwirt als Unternehmer häufig mehr als 40 Stunden die Woche arbeitet, nicht selten auch an Sonn- und Feiertagen, und wenig Urlaubstage hat, vor allem bei Tierhaltung. Nicht selten arbeiten ja auch noch Familienangehörige mit.

    Der Artikel von Herrn Krämer klingt mir ein bisschen nach Rechtfertigung, aber ich finde nicht, dass ein Landwirt einen Gewinn von 115.000,- rechtfertigen muss. So ein Gewinn sollte für einen Landwirt, der seinen Hof nicht bloß im Nebenerwerb betreibt, der Normalfall sein und nicht die Ausnahme.

    Ich war allerdings über die doch etwas einseitige Berichterstattung hier im Blog irritiert. Dass das letzte Wirtschaftsjahr gut war, kam erst zu Sprache, nachdem es anderswo in den Medien breitgetreten wurde. Wenn man nur hier mitlesen würde, müsste ein Nicht-Landwirt wie ich glauben, dass die Landwirtschaft spätestens seit der Ampel kurz vorm Kollaps steht. Dadurch verliert der Blog für solche wie mich doch etwas an Glaubwürdigkeit.

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    • Arnold Krämer sagt

      Das Problem der Berichterstattung ist die extreme Heterogenität des Sektor nach Größe, Struktur, Produktionsrichtungen, Standort, Marktstelltung. Ich betreue nach wie vor Familien durch buchführungsbasierte Betriebszweigabrechnungen (Vollkostenrechnung) und darauf aufbauende Beratung. Von Verlust (echtes Minus) bis Gewinnen von mehreren 100.000 € Gewinn im letzten Wirtschaftsjahr 22/23 war/ist alles dabei. Da gibt es den schuldenfreien Familienbetrieb mit überwiegend Eigentumsfläche (Die gesamte Entlohnung für die Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital, Boden fließt ins eigene Portemonnaie) aber auch den Betrieb, der weit über 200.000 € Pacht für Verpächter, über 100.000 € Löhne für Mitarbeiter und mehrere 10.000 € Zinsen für die Banken erwirtschaftet und trotzdem noch ordentlich Einkommensteuer für seinen Gewinn ans Finanzamt abführt. Das ist alles kaum oder nicht darstellbar. Aber alles ist mit viel, viel Arbeit und Leidenschaft verbunden.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Was ich auch als problematisch empfand war, dass z.B. der Betriebsleiter Odefey aus Lüneburg sich medial präsentierte und sagte: “Ich gehe nicht zur Demo. Mir und meinem Hof geht es gut.”
        Dann wird ein heiteitei Hof präsentiert, er schmeißt noch den Satz über die notwendige Änderung der Landwirtschaft ein…..und man erfährt, dass das Suppenhuhn bei ihm 40€ kostet.
        Fazit, wenn man will, geht es auch anders, als mit Massentierhaltung und Tierquälerei.
        Anscheinend hatte der Kollege die Werbung dringend nötig, weil seine Weltrettungshühner keinen Abnehmer mehr finden. Es war im Zusammenhang mit den brüllenden Bauern auf ihren Megatraktoren ein offensichtlicher Versuch linksökologischer Indoktrination…..oder so.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Reinhard,
          ich war auch nicht auf einer Demo, das hatte Gesundheitliche Gründe,
          Meine Söhne waren auch nicht dabei, weil die sich Landwirtschaft nicht antun wollten.
          Mir geht es deshalb bis auf die obigen Problemchen gut und Dank der Rente meiner Frau, kann ich mir noch ein Schnitzel leisten.😉😊

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          • Reinhard Seevers sagt

            Mein Bruder war auch nicht auf der Demo. Er war in der Woche auf den Kanaren….hätte er das posten sollen und schreiben sollen: Uns gehts gut…23° und Sonne. Grüße an die Kollegen in der Kälte!.
            Wie das wohl angekommen wäre.😁

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        • Wolf Lützen sagt

          Was ist denn “linksökologische Indoktrination”?
          Waren und sind nicht die Grünen an allem schuld?

    • Reinhard Seevers sagt

      Am 9.12. hat Ruckwied den Situationsbericht vorgestellt. Darin sind diese Gewinne bereits thematisiert worden. Da hatten die Medien das Thema noch gar nicht auf dem Schirm, unsere Bauern aber schon die Schlepper geputzt. ….und Willi die Demos als Maßnahme in Frage gestellt.😎

      https://www.bauerwilli.com/dbv-bericht-aus-berlin/

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    • Smarti sagt

      Herr Finger, ich rede da einfach mal von uns: um die 100 ha, Tierhaltung, zusammengezählt 3 Arbeitskräfte, davon 2 aus der Familie. Da wir immer irgendwo was zu reparieren ( Schlepper, Stalldach..) haben, bemerken gar nicht, dass wir mehr verdient haben als die letzten Jahre. Klar, über den Milchpreis freut man sich.. aber auf dem Konto ? Vielleicht rutscht es einfach zwei oder drei Monate später ins Minus..
      Der Landwirt wird “in Wellen bezahlt”. Im Winter die Mehrausgaben für Dünger, Futter. Dann im Frühling evtl. Lohnarbeit ( für die Einen ein Plus, für uns ein Minus ) – und erst im Sommer die erste grosse “Ernte” ( hier Pferdeheu) , die verkauft werden kann und wieder Bargeld auf´s Konto spült. Im Herbst ist das dann wieder weg für Pachtzahlungen und erst im Winter kommen Direktzahlungen.
      Wie sollen wir merken, dass “unser Gewinn” so toll ist ? Er war einfach mal gut, weil das Konto nicht wie so oft über Monate tief in den roten Zahlen stand.

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    • Obstbäuerin sagt

      Der Wein- und Obstbausektor ist sicherlich nur eine kleine Sparte der Landwirtschaft aber hier haben wir einen gegenteiligen Trend zu verzeichnen. Ruckwied :”Mit Ausnahme der Wein- und Obstbaubetriebe verzeichneten nahezu alle Betriebsformen eine positive Entwicklung, wenngleich in unterschiedlichem Umfang.” Die Gewinne im Obstanbau sind wesentlich geringer und es ist tatsächlich so, dass bei einigen Kulturen die Erlöse nicht mehr die Kosten abdecken. Der Freilanderdbeeranbau geht drastisch zurück und Bauer Karl verlagert seine Erdbeerpflanzen auf Stellagen. Ob diese in Folienzelten stehen oder unter freiem Himmel und zukünftig Erde durch Substrat ersetzt wird, bleibt offen. Umso verwerflicher finde ich, wenn von einem Ministerium Lösungen angeboten werden, die nur einer kleinen Gruppe einen Vorteil bringt oder gar Nischenlösungen propagiert werden, die nur einzelnen Höfen eine Zukunft garantieren. Da plädiere ich für eine Ausschlussversion der Vorschläge, die nur solche Lösungen anbieten darf, die auch der Mehrheit der Betriebe Vorteile bringt.

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      • Schmeckt gut sagt

        Unsere LW-ministerin Staudte hatte auf den Obstbautagen im letzten Jahr dann auch die geniale Idee, den aufgebenden Schweinehaltern den Obst-und/oder Gemüseanbau zu empfehlen. Als dann von den jungen Obstbaumeistern starker Gegenwind und wirklich deutliche Kritik kam, war sie bockig und verlies vorzeitig das Event. Einfach nur peinlich, wenn entlarvende Kritik in Sprachlosigkeit endet. Fazit: Von einem Grün geführten Landwirtschaftsministerium sind keine Lösungen zu erwarten. Oder sollte ich mich täuschen? Dann wird es Zeit, belastbare Lösungvorschläge in den Ring zu werfen. Das Bundeswaldgesetz könnte ja schon mal – als erster Schritt – eingestampft werden 😉

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    • Frank sagt

      Meinetwegen kann ein Landwirt gern auch noch höhere Gewinne haben. Es muss, so man auf deren Unterstützung zählt, den Leuten die fragen, nur vernünftig erklärt werden, wo der herkommt und wo der hingeht, gerade wenn man nun mal auch mit/von Subventionen lebt. Das geht, da es nun mal um Zahlen geht, aber nicht schlankweg ohne Zahlen.

      Wenn ich sowas lese wie “Betrieb, der weit über 200.000 € Pacht für Verpächter, über 100.000 € Löhne für Mitarbeiter und mehrere 10.000 € Zinsen für die Banken erwirtschaftet und trotzdem noch ordentlich Einkommensteuer für seinen Gewinn ans Finanzamt abführt.” dann weiß ich nicht, was man damit erklären will?
      Jeder produzierende Betrieb hat solchen betrieblichen Aufwand (bei den einen ist es Pacht, bei den anderen Materialaufwand oder die Hallenmiete), den er eben zum Wirtschaften und zur Gewinnerzielung auf sich nehmen muss. Und wenn er dann so ordentlich Einkommensteuer abführt, dann hat er wohl auch ordentlich Gewinn gemacht. Hat sich also gelohnt, oder?

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      • Arnold Krämer sagt

        @Frank:
        Ees gibt Betriebe, die ordentlich Gewinne erzielen, die ordentlich Einkommensteuer zahlen, die vorab sehr viel Einkommen auch für andere erwirtschaften (Mitarbeiter, Verpächter, Bänker), die kaum oder garnicht von “Staatsknete” abhängig sind, weil sie die “richtigen” Betriebszweige, den “richtigen” Standort, die “richtige” Organisation usw. haben. Aber es gibt eben auch das Gegenteil oder Teilgegenteil.
        Die stärkste Abhängigkeit von “Staatsknete” gibt es übrigens bei den Ökobetrieben. Aber wer z. B. auf “Schokoladenboden” Biogemüse für Hipp oder Gewürzpflanzen im Vertrag anbaut, muss sich auch keine Gedanken über die stattliche (bewusst so geschrieben) Öko-Förderung machen.

        Nehmen Sie das einfach mal so zur Kenntnis!

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        • Reinhard Seevers sagt

          Frank möchte gerne eine Rechtfertigung für Vergabe von Steuergeld…..aber wer dem Bürgergeldempfänger unterstellt, dass er mit dem Steuergeld Alkohol und Zigaretten kauft, der ist ein Menschenfeind?
          Alle Gelder, die vom Steuerzahler als Subventionen oder ähnlich abgegeben werden, sollten dann auch nur vom Steuerzahler in Frage gestellt werden dürfen…..dann hätten ganz viele Menschen in diesem Lande nichts mehr zu melden, inkl. der Politiker. 😎
          Wie wäre das? Man muss nur aufpassen, dass man immer Steuern zahlen kann, dann darf man mitbestimmen…(Achtung Schwurbelgefahr!)

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  16. Sonja Dengler sagt

    Zum “Gewinn DER Bauern” hat der Landwirt bei Lanz eindrücklich dargelegt, wie seine Bilanz und die guten Zahlen zustande kamen: er musste seine ganze Schafherde verkaufen wegen der Auflagen zugunsten der Wölfe – und das war SEHR beeindruckend.
    Ausserdem: Bauern ist jeder Gewinn zu gönnen. Es ist nichts böses oder falsches daran, Gewinne zu machen, das tut (hoffentlich) jeder Unternehmer. Was ich auch nicht wusste: wieviele Kosten vom sog.Gewinn noch abgezogen werden.
    DAS sollten Bauern alles in der Öffentlichkeit verbreiten.
    Wir waren jeden Tag in einer anderen Stadt, um die Demos zu unterstützen,
    dabei haben wir keinerlei Gewalt erlebt und auch keinen über-Gewinner.
    Dafür Menschen, die ums Überleben ringen und endlich eine Berufsgruppe, die nicht mehr hinnimmt, was diese Regierung uns allen zumutet.
    Daher die breite Unterstützung 🙂

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    • Eifelbauer sagt

      Der Mann heisst Christian Lohmeyer und müsste mindestens jede Woche einmal ins Fernsehen!

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    • Inga sagt

      Das Video ist gut,

      Es wird viele interessieren,
      aber wer auf die Bauern schimpfen will, will das gar nicht wissen.

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  17. Ferkelhebamme sagt

    Die Aussichten sind auch nicht gerade viel versprechend: obwohl Schweine knapp sind, wollen die Schlachter den Preis wieder drücken, Tönnies hat schon die Vorkosten erhöht, Vion zieht sich aus Deutschland zurück, Tönnies kauft einige dieser Stätten auf, das Kartellamt ist nicht existent, kleinere Schlachter schließen reihenweise aus Kosten- und Überbürokratisierungsgründen, Belgien darf übrigens wieder nach China verkaufen, Deutschland bemüht man sich nicht einmal.
    Und Özdemir und Lemken faseln
    händchenhaltend von einem Bauernsoli. Alles wie gehabt

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  18. Reinhard Seevers sagt

    Komplexe Zusammenhänge mit einer komplexen Auflistung erklären zu wollen, ist ein schweres Stück Arbeit. Dafür meinen Respekt.
    In den Medien steht dieses: “So viel verdient ein deutscher Bauer WIRKLICH.”
    Und dann kommt eine simplifizierte Darstellung für die Leserschaft.
    Die Landwirtschaft wird es nie schaffen, die Vielfalt in Abhängigkeit von Steruergeld so darzustellen, dass kein Neid und kein Widerspruch enststeht.
    Frau von Schnehen hat in ihrem Eingangsstatement im Petitionsausschuss die Belastungen aufgelistet, die bereits vor den beiden staatlichen Eingriffen in Diesel und KFZ-Steuern die Landwirtschaft belastet haben. Solche Auflistungen würde ich gerne sehen und medial als “volles Fass” dargestellt wissen wollen. Das hat aber keiner gemacht. Warum eigentlich nicht?

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    • ReinerStoff sagt

      Meiner Meinung nach fehlt dem DBV einfach die Medienkompetenz dazu! Man stellt stolz wie Bolle oder nach Hilfen rufend, den Agrarbericht vor, ohne sich offensichtlich der Macht der Bilder bewusst zu sein.

      Es gab quasi kein Medium in den letzten Tage, das seiner Leserschaft nicht das “wahre” Einkommen der Bauern präsentiert hat und dazu die Grafiken aus dem Situationsbericht verwendet hat, besonders die drei Balken mit den 115k € auf Seite 23/24.. und schon hier fehlt völlig der Hinweis, dass hinter dieser Summe 1,4 AK (Arbeitskräfte) stehen!
      Desweiteren, ausser ich hab es mehrmals überlesen, wird nirgends erwähnt, dass diese 115k Gewinn VOR Steuer ist, also bei den meisten Betrieben die normale Einkommenssteuer in voller Höhe, dann Kosten für Sozialkassen, Altenteiler und Eigenkapitalbildung für zukünftige Investitionen abgezogen werden muss.
      Selbst das Handelsblatt schreibt von 115k € Gewinn, wie soll es da der normale Bürger besser wissen?

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  19. Thomas Bröcker sagt

    Danke Herr Krämer für diese umfassende Erklärung !!!
    Im Osten kommen noch ein paar Besonderheiten dazu, dazu nur ein kurzes Schlaglicht:
    Die Tatsache, dass viele sogenannte “Wiedereinrichter” bald wieder aufgegeben haben, resultierte unter anderem daraus, dass die übernommene Alttechnik und die Gebäude in den Eröffnungsbilanzen oft sehr niedrig bewertet wurden. Das war im Grunde auch logisch, weil vieles veraltet und in schlechtem Zustand war.
    Was die Neustarter ins marktwirtschaftliche System dabei nicht im Blick hatten, war die Tatsache, dass dadurch die Abschreibungen in den Folgejahren viel zu niedrig waren um notwendige Investitionen zu erwirtschaften. Dieser Umstand führte dazu, dass viele Versuche der Wiedereinrichtung nach wenigen Jahren beendet waren. Die dann weitergemacht haben, mussten die notwendigen Investitionen mit Fremdkapital tätigen.
    Der Umstand, dass die Tilgungen keine Kosten sind und daher aus dem Gewinn “bezahlt” werden, hat dazu geführt, dass viele dieser Betriebsinhaber nicht (oder erst spät) verstanden haben, warum sie “Gewinne” haben, dementsprechend Einkommenssteuer zahlen, aber kaum Geld in der Tasche haben.
    Das gilt ebenso für viele kleine Selbständige und Handwerksbetriebe im Osten und hat oft in die Altersarmut geführt.
    Der aus diesem Umständen zu erklärende (zu) niedrige Eigenkapitalanteil ist ein Faktor, der oft zur Auflösung kleiner Betriebe führt. Vor allem auch im Handwerk und im Einzelhandel verschwinden viele Betriebe nach erreichen des Rentenalters. Diese Welle ist im Osten in vollem Gange.

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    • Schmeckt gut sagt

      Sehr gut erklärt. Danke, Thomas. Mir fehlt schon seit Langem das Verständnis für das Vorgehen bei der Veröffentlichung der Zahlen zur landw. Entwicklung. Warum diese ausschweifenden Erklärungen zu den Erträgen – eigentlich vollkommen unwichtig. Die Schwankungen der ökonischen Zahlen sind zu erklären – über mehrere Jahre. Dazu die Entwicklung der Fremdkapital/Eigenkapitalquote. Und nur die Quote, keine Zahlen – besser sind genaue Erläuterungen auch hierzu.

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    • Arnold Krämer sagt

      @ Thomas Bröker:
      Ein kleiner ergänzender Hinweis: Wer investiert, egal ob mit eigenem oder fremdem Geld, mindert über die Abschreibung des Objekts den Gewinn (AfA = Aufwand). Dieser kann/sollte bei Fremdfinanzierung zur Tilgung genutzt werden, da die AfA ja kalkulatorische Kosten sind und bei entsprechendem Gewinn auch als liquide Mittel zur Verfügung stehen. Wenn die Gewinne aus welchen Grtünden aber niedrig ausfallen und die Abschreibungen zur Lebenshaltung genutzt werden und nicht zur Tilgung, werden aus grundsätzlich produktiven Schulden Konsumschulden. (Tilgung erfolgt nach Plan, das laufende Konto geht immer weiter ins Minus, irgendwannn wird umgeschuldet!). Solche Konsumschulden können dann nicht mehr aus den Abschreibungen , sondern nur noch aus versteuerten Gewinnen getilgt werden oder letztlich zum “schlechten Schluß” durch Substanzverkäufe (z.B. Bodenverkauf). Tilgung aus versteuerten Gewinnen bei gleichzeitig niedrigen AfA-Beträgen ist jedoch enorm schwierig, weil bei hohen Gewinnen (die auch mal vorkommen) erst das Finanzamt zuschlägt, dann oft Maschineninvestitionen nachgeholt werden und sich nicht selten auch (oft zu Recht) noch die Ehefrau meldet, weil z.B. auch mal in der Küche etwas passieren muss, oder die Abfindung weichender Erben ins Haus steht,

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      • Thomas Bröcker sagt

        Stimmt genau. Eine wichtige Rolle bei der von mir beschriebenen Entwicklung hat das Fehlen guter qualifizierter Begleitung durch geeignete Berater in der Anfangszeit gespielt. Die schlechte Abstimmung von Tilgung und Abschreibungen aufeinander war oft das Resultat. Dazu zählen oft auch zu späte und zeitversetzte Jahresabschlüsse. Aber das ist mittlerweile alles Geschichte.

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        • Frank sagt

          Sie hätten also auf die maroden Übernahmegüter lieber hohe Sachwerte zugeschrieben bekommen, um höher abschreiben zu können? Nicht nur bewertungstechnisch eine interessante Idee. Quasi eine Startsubvention: Der Staat soll mir abschreibbares Luftvermögen schenken, oder wollten Sie die höheren übertragenen Werte bezahlen?
          Nur mal ein Aspekt auf der praktischeren Ebene: Hätten die veralteten, in einem schlechten Zustand befindlichen Sachen von der höheren Bewertung auch länger gehalten oder wären länger oder effizienter zu nutzen gewesen, sprich hätten die möglichen höheren Abschreibungen denn verdient werden können, um Rücklagen zu bilden? Oder geht es nur um Luftvolumen für Abschreibungen, ggfs. Sonderabschreibung bei allfälliger Verschrottung, zwecks Steuerersparnis, also die o.g. Subvention?

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          • Thomas Bröcker sagt

            Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass es hätte höher bewertet werden müssen … und geschenkt war es ebenfalls nicht . Es ist nur eine Illustration der Verhältnisse beim Eigenkapital und der Folgen daraus … und Punkt.
            Was ich beschreibe ist der Umstand, dass die Familienbetriebe im Altbundesgebiet .. um im Monopoly – Jargon zu sprechen … in den Jahren bis 1989 viel öfter “über Los” gegangen sind während die Wertschöpfung im Osten bis 1990 vergesellschaftet war.

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          • Brötchen sagt

            Frank, die “Welle” war nach der Wende, das alles was Ost war, auch gering geschätzt wurde.

            Die Holländer z.B. haben sofort erkannt, was bestimmte Ställe wert waren (Gebrauchswert), die von uns und “Westberatern” runtergeredet wurden.
            Die Ställe waren z.b. durch die mobile Fütterung recht großzügig bemessen und die haben genau gewusst, was man daraus machen konnte.

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    • Christian Bothe sagt

      Bröcker: kann man so nicht verallgemeinern, was den Osten betrifft! Viele Wiedereinrichter gibt’s in Thüringen und Sachsen seit Jahren. Darunter Betriebe mit über 600 ha AL und nur Pflanzenbau! Diese konkurrieren mit den AG und GmbH, was die Erträge/ha und auch tierische Leistungen betrifft! Bin ja ein “Fan” von Betrieben mit weit über 1000ha LN, da ich diese Entwicklung mit forcieren konnte,und etablierte Großbetriebe der LW auch in der Zukunft gute Entwicklungsmöglichkeiten sehe!

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      • Thomas Bröcker sagt

        Keine Frage, Herr Bothe, ich kenne auch viele erfolgreiche Wiedereinrichter. Das was ich beschreibe, ist die Anfangszeit in den 90-iger Jahren. Da ich selber in dieser Schiene stecke und die Entwicklung seit über 30 Jahren begleite, weiß ich schon worüber ich rede.

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        • Christian Bothe sagt

          Bröcker: sehr gut funktionierten damals die Offizialberatung und die Genossenschaftsverbände, um Klein- und Großbetriebe jeglicher Rechtsform zum laufen zu bringen! Habe selbst mit meiner kleinen Kartoffel – GmbH diese Beratungsform gewählt!

  20. Hartmut sagt

    Schon in der Landwirtschaftsschule haben wir gelernt, daß man die Kapitalrendite nicht ausrechnen darf, denn dann würde bei uns die Ernüchterung eintreten und viele Junglandwirte würden den elterlichen Hof nicht mehr übernehmen wollen. Aber dann gibt es ja noch zum Glück zur Abschreckung die steuerverschlingende Privatisierung.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die Betriebswirtschaft hat aber jahrelang die Entlohnung als Maßstab genutzt und damit viele dazu geführt, zu investieren. Kleinbetriebe mit mehreren mitarbeitenden Familienangehörigen haben überlebt, weil, wie in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft (Schausteller, Gastronomie, etc.)auch, die Familienarbeitskräfte durch die große Zahl an Arbeitsstunden leisten, die dann doch zum Überleben führen.
      Dass das kein Modell ist, ist mir klar, es ist nur eine Erklärung, warum die Kapitalrendite auch nicht immer Maßstab für einen langfristigen Erfolg sein muss.
      Wenn alle nur noch die Kapitalrendite als Maßstab nutzen, dann muss man sich ja nicht wundern, dass der Bau von Altenheimen größer ist, als der von Wohnungen.

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    • Frank sagt

      Die angemessene Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals vergessen viele Investoren bei ihren Investitionen, viele Unternehmer bei ihren Unternehmungen, oder wollen sie lieber gar nicht bedenken, weil sie sonst echt den Bettel hinwerfen müssten.
      Aus meiner Sicht ist sie damit die Schwester der Selbstausbeutung, des unzureichend berücksichtigten Unternehmerlohns.
      Der private Vermieter ist froh, wenn er aus der Miete das Fremdkapital bedienen kann, der Transportunternehmen kommt selbst nicht mehr runter von Bock, die Ehefrau des Klempners macht die Buchhaltung nebenher, der Landwirt mitsamt der Familie kennt zumindest in der Saison keinen Achtstundentag und kein Wochenende.

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      • Reinhard Seevers sagt

        DAS ist Freiheit, wenn das selbst entschieden wurde…oder nicht? Wie weit soll der Sozialismus noch gehen?
        Frank, mal ein eigenes Beispiel. Wir sind 4 Jungs, die in einer Alterspanne von 11 Jahren geboren wurden. Wir waren in den 80er Jahren mit 9 Personen auf dem Hof (3 Altenteiler, Eltern 4 Jungs). Der Hof hatte 40ha, und mehr hat er auch heute nicht. Davon mehr als die Hälfte Pacht. Der Hof ist schuldenfrei, es wurden nie Fördermittel genutzt, alle Baumaßnahmen (Schweinemaststall, zweimal Sauenstall, Maschinenhalle, Kartoffellager, Hofladen, usw.) wurden zu 80% in Eigenleistung gebaut. Die Planung hab ich immer kostenlos gemacht. Zwei Jungs haben studiert, einer den Hof übernommen, einer in der Automobilbranche gearbeitet. Alle haben in ihrer Freizeit, im Urlaub, in den Ferien, am Wochende Arbeiten übernommen und übernehmen sie noch heute. Heute springen bereits die Enkel mit ein, und auch die Eltern, jetzt Groß-/Urgrfoßeltern tragen immer noch ihren Teil dazu bei. Jeder konnte zu jederzeit mit finanzieller Unterstützung rechnen, falls es mal eng wurde.
        Auch DAS ist eine Form der Landwirtschaft, sie ist schwierig, aber sie hat sich gehalten über alle Unbilden hinweg.

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        • Stadtmensch sagt

          Ja schön, wer ein Produktionsmittel besitzt. Die Möglichkeiten für “Freiheit” zur Selbstausbeutung damit man hat, weil Zitat “ein glückliches und zufriedenes Leben nicht nur am Gelde festzumachen ist”, kann man aber nicht der Mehrzahl der eigentumslosen Lohnabhängigen überstülpen!

          Passend dazu eine Fundsache im Netz:

          “Die 40er Jahrgänge hatten noch einen Job fürs Leben, die 50er mussten am Ende ihres Arbeitslebens noch einmal umlernen, die 60er/70er kennen nur mehr Unsicherheit und die später Geborenen machen sich keine Vorstellung mehr davon, wie ihr Leben in zehn Jahren aussehen wird.”

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          • Reinhard Seevers sagt

            Stadtmensch, in den Medien wird dauernd verbreitet, dass Arbeit nicht alles sei, eine gute work-life-balance wichtig, an sich selber denken, entspannen, chillen….man will sich doch nicht mit ‘Arbeit den Tag versauen. So what…Börsenmakler, Influencer oder Medienstar sind doch gute Einnahmequellen.
            Übrigens die Aufzählung der Jahrgänge kann so nicht stimmen. Diejenigen, die ich als Anfang 60er Jahrgang kenne, sind vorwiegend ihr Leben lang von der Lehre bis zur Rente in einem Betrieb gewesen….bis auf Ausnahmen, die die Regel bestimmen. Ich würde alles um 10 Jahre nach rechts verschieben.

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          • Arnold Krämer sagt

            Viel und hart zu arbeiten ist für Landwirte in der Regel kein Problem und keine “Selbstausbeutung”. Es wird aber dann zu einem Problem, wenn 1) der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt, 2) man ständig medial und politisch vorgehalten bekommt, dass man Tierquäler und Wasservergifter sei, 3) die eigenen Kinder in jungen (also noch nicht widerspruchsfähigem Alter) von Lehrer und Mitschülern angegangen werden und 4) der familiäre Zusammenhalt (anders als bei Familie Seevers 👍👍👍) aus welchen Gründen auch immer nicht da.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Herr Krämer, Sie wissen, was es heißt, wenn drei Generationen unter einem Dach zusammenleben….der Zusammenhalt steht ganz oft auf ganz tönernen Füßen…wir haben schlicht Glück gehabt. 🐷

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            • Stadtmensch sagt

              Viel arbeiten ist auch in anderen Branchen für viele Erfüllung.
              Zweifel oder “Sinnsuche” können nicht entstehen, weil das oft von externen Einflüssen ausgeht, die nicht jeden Gerne-Viel-Arbeiter zwangsläufig treffen.
              Das Risiko steigt für Letztere allerdings erheblich, wenn sie aus den gewohnten Bahnen raus müssen. Und bloß nicht mit Soziologie oder Geschichte anfangen! Dann ist es gleich vorbei.
              😉

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        • evo.... sagt

          Der positivste Effekt der Bauern ist eben dass viel leistungsbereiter und -fähiger Nachwuchs “erzeugt” wurde. Ich war überrascht wie schnell mein Sohn in der Industrie Abteilungsleiter (Service Sonderfahrzeuge) wurde.

          Der besetzt seine Stellen bevorzugt mit Leuten bäuerlicher Abstammung (60%).

          Die andere Seite ist eben, dass man auf dem Land weniger Zugang zu Kultur hat und die Sitten dadurch rauer sind.

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          • Stadtmensch sagt

            Wie kommt man nur drauf, dass “Führung” bedeutet, leistungsbereiter, fähiger usw. zu sein?
            In der Praxis sind Führer:innen nur “führungswilliger” oder werden zur Führung mehr oder weniger gezwungen.
            Niemand, der gern kreativ arbeitet, hängt sich den schweren Ballast der Menschenführung freiwillig ans Bein, wenn es nicht ausreichend “Schmerzensgeld” gibt.

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  21. Reinhard Seevers sagt

    “Die Bundesregierung bleibt ohne Gesetzesänderungen verpflichtet, wie bisher die jährliche Gewinn- und Einkommensentwicklung landwirtschaftlicher Betriebe transparent zu machen.”

    Ist doch prima, dass wenigstens dieser Teil des Landwirtschaftsgesetzes konsequent umgesetzt wird.☝️🥳

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    • oberländer sagt

      Ja , aber der Rest des Gesetzes , nämlich die Pflicht zur Unterstützung
      der Landwirtschaft bei der finanziellen Abfederung der Folgen des
      Strukturwandels wird genau so gerne vergessen wie viele andere
      Pflichten aus dem Gesetz.

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    • Frikadellen piet 45 sagt

      guten Morgen das ist ein sehr interessantes Thema was glaube ich sehr viele Landwirte verwirren kann z.B in der Schweinemast nimmt man gerne die direktkostenfreie Leistung dann ist aber der Stall noch gar nicht berücksichtigen Mann vergleicht also nur die Produktion und nicht das gebundene Kapital bei der Investition und man könnte hier noch weitergehen also die Kapitalrendite nehmen das heißt man würde den Gewinn auf das investierte Kapital nehmen egal welchen Vergleichsmaßstab man nimmt man muss auch den entsprechenden Vergleichsmaßstab auf anderen Betrieben haben um ihn vergleichen zu können und da hat das System oft und der Landwirt der einen Vergleich sucht wird ihn nicht finden und ist noch mehr verwirrt leider sind es auch oft die Berater

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      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        100 fürs Ferkel und 200 fürs Schwein gibt ne ganz knappe Kiste!
        Wenn der Stall bezahlt ist,das Futter günstig und die Leistungen sehr gut sind,gehts so.

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