Bauer Willi
Kommentare 43

„Der Wahnsinn mit dem Weizen“

Das ist der Titel der Sendung ZDF Zoom, der heute, Mittwoch, um 22:45 Uhr ausgestrahlt wird, aber laut Ankündigung schon ab 16.00 Uhr online verfügbar sein wird.

Im Sommer war die Journalistin Katarina Schickling einen ganzen Tag mit einem Filmteam bei mir auf dem Hof. Rund eine Stunde Filmmaterial mit interessanten Fragen sind da zusammengekommen. Wie ich von Frau Schickling erfahren habe, werden davon knapp drei Minuten verwendet. Was davon in welchem Zusammenhang gebracht wird, konnte ich nicht erfahren. Also bin ich genau so gespannt wie ihr. Bei dem Titel ahne ich aber schon, in welche Richtung der Film abzielt. Hier die Vorankündigung.

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-der-wahnsinn-mit-dem-weizen-100.html

https://www.fernsehserien.de/zdfzoom/sendetermine/zdf/28.02.2018-22:45-Uhr

Übrigens schreibe ich gerade wieder an einem Text für ein Erdkunde-Schulbuch des Westermann-Verlages mit. Nach Weizen ist jetzt die Milch dran und wieder geht es auch um Afrika und die EU. Auch zur Milch und Afrika hat Frau Schickling für ZDF Zoom einen Film gedreht.

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/der-irrsinn-mit-der-milch-100.html

Egal, was bei der Sendung oder dem Erdkunde-Buch nachher veröffentlicht: ich bin ich jedenfalls froh, dass ein Bauer mitwirken kann und gefragt wird. Oder wie seht ihr das?

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 1.638 gesamt, 1 heute)

43 Kommentare

  1. Ich seh das so sagt

    Könnte es sein, daß der deutsche Weizen und dessen Exporte eigentlich viel weniger das Problem in Afrika sind als im Beitrag suggeriert?
    Könnte es sein, daß der eine oder andere Präsident mit oder ohne seiner Regierung ein tatsächliches Hauptproblem Afrikas sind ?
    z.B. https://www.occrp.org/en/investigations/7653-paul-biya-cameroon-s-roaming-president
    (Kameruns Präsident hat 65 Millionen Dollar Reisespesen in 1645 Tagen Auslandsaufenthalten. Sein offizielles Monatsgehalt beträgt 271 Dollar).

    Anregung: Wie wäre es mal mit einer Reportage „Der Wahnsinn mit den Wahnsinnigen ? Wie Afrikas Regierungen Afrika zerstören“

    1+
  2. Hans-Günter Felser sagt

    Wenn jetzt afrikanische Völker mit Waffengewalt über unsere Länder hinfielen, weil ihnen wegen der Ungerechtigkeiten der letzen Jahrzehnte keine andere Option bliebe… Was würde der hiesige Landwirt (der eine Machete in die Rippen bekäme) dazu sagen? Achja: Urggs – das würde er sagen. Oder werden die Leute vorher klug? – Es bleibt spannend!

    0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Das ist mal wieder eine typische Frage bar jeder Logik.

      Die würden in die Supermärkte gehen und ihre Nahrungsmittelkonkurrenz mit der Machete „streicheln“, nicht die Bauern.

      Die wären nicht so blöde, die umzubringen, die Lebensmittel erzeugen, damit sie diese Arbeit selbst machen müssen.

      0
  3. Hans-Günter Felser sagt

    Der einzig faire und richtige Weg: Sofort alle Subventionen streichen! Das ist Selbstbetrug und das wisst ihr! Irgendwann trifft es euch selbst. Also von Anfang an fair bleiben, es gibt keine langfristig tragfähige Alternative. Das sollte jedem klar sein. Meine Erwartungen an diese „Dialogseite“ wurden wieder in vollem Umfang erfüllt!

    0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ein mancher würde sich wundern, wie sehr er von Subventionen profitiert, aber erst, wenn die Subventionen gestrichen würden, von denen er profitiert.

      Fangen wir mal mit dem ÖPNV an.

      5+
  4. Philipp sagt

    Na Willi, das war ja ein sehr kurzer Ausschnitt dafür das einen ganzen Tag gedreht wurde…:-)
    Um die Situation der senegalesischen Landbevölkerung zu verbessern, ist in erster Linie deren Regierung gefragt. Schutzzölle zu erheben, um die Wettbewerbsverzerrung auszuglätten, wäre eine Maßnahme. Allerdings darf das nicht von jetzt auf gleich passieren, da sonst Hunger in den sozial schwächeren Schichten ausgelöst werden kann. Um das genau abzuwägen bzw. definieren zu können, reichen die Infos in der Doku nicht.
    Bei Versorgungsengpässen, könnten diese Schutzzölle kurzzeitig aufgehoben werden. Schade das die Doku unterm Strich doch recht oberflächlich bleibt. Z.B. wurde nicht richtig geklärt ob der Senegal (oder Kamerun) Versorgungsautark sind. Es wurde lediglich ein Mann gezeigt, welcher davon „überzeugt“ ist. Überzeugung ist gut, aber leider keine Tatsache.

    1+
  5. Friedrich sagt

    @Tilman Ziegler. Ohne die Flächenprämie ginge es nicht, obwohl die Aufwendungen dafür per Gesetz höher sind , als die Prämie. Vorteile hätte die Prämie nur für uns , wenn alle gesetzlichen Vorgaben ab 2000 auf Reset gestellt würden. Aber sonst mit der Abschottung hat du Recht. Als ich vor 31 Jahren im Betrieb anfing , haben wir 29 Euro/dt Weizen bekommen. Heute sind es 17 Euro/dt zzgl. Prämie von rd. 280 Euro/ha . Die einzuhaltenden Vorschriften zummieren sich inzwischen aber auf über 300 Euro/ha. Also bringt uns die Prämie nichts. Die Tierhaltungsbetriebe bekommen extra nichts, da sich alles nur auf den Hektar bezieht. Nachhhaltig wird die Landwirtschaft mit diesem System kaputt gehen. Das kannst du an der Hofaufgabequote über Jahre von 3 – 10% sehen. Es stimmen einfach die Rahmenbedingungen nicht. Die Landwirtschaft wird für die Exportindustrie geopfert. Das Land und die Landbevölkerung auch.

    1+
    • Danke, Du bringst es (wieder mal) sehr gut auf den Punkt!
      Eine Änderung der Rahmenbedingungen läge im vernünftigen Eigeninteresse des eigenen Landes, dessen braucht man sich eigentlich nicht zu schämen. Erfolgversprechender scheint es aber zu sein, dasselbe Ziel mit hohem moralischem Anspruch zu bemänteln und den Afrikanern zuliebe zu verfolgen. Verrückt, aber so ist es in Deutschland eben. Ist ja auch egal, wenn wir nur endlich von diesem Hang zur Selbstzerstörung wegkommen.

      0
  6. Paulus sagt

    Und wieder mal wird die afrikanische Oper in der x-ten Inszenierung aufgeführt, bei immer gleich bleibender Dramaturgie. Die afrikanischen Staaten hatten es lange genug selbst in der Hand, ihren durchaus fruchtbaren Erdteil mit allem Notwendigen zu versorgen. Sie können es aber nicht, und dafür gibt es glasklare Gründe. Die sind nicht bei den Europäern oder sonstigen Externen zu suchen
    Ich habe mich in einem früheren Beitrag schon mal ausführlich dazu geäußert, nachdem ich im Auftrag meiner ehem. Company und der DEG mehrmals Erkenntnisse in Afrika gewinnen durfte,
    Und jetzt guckt euch alle schön die Sendung im ZDF an. Ist ja investigativ, spannend und hintergründig. Klappe – Titel Afrika – die 125. zum 78-sten mal.
    Um 22:45 Uhr liege ich im Bett und kümmere mich um kalte Füße. Die sind mir wichtiger als Afrika und es wird mir gedankt.

    4+
  7. Friedrich sagt

    Wenn wir , die wir Überschüsse in der EU produzieren , nicht exportieren würden , dann wäre der Hunger auf der Welt noch größer. Indonesien löst Ägypten als größter Weizenimporteur ab mit rd. 12 Millionen Tonnen im Jahr. Auch die anderen Mittelmeerländer von Marokko bis Lybien exportieren große Mengen. Brasilien importiert auch über 8 Mill. Tonnen. Wenn die EU, Rußland, Ukraine, Australien ,Kanada und die USA nicht liefern würden , hätten wir eine riesiges Hungerproblem.Für alle Hungerländer ist es ein Segen , daß in den Überschußländern genug produziert wird. Wir haben immer nur eine Über/Unterversorgung von rd. 10 Millionen Tonnen. Die Weltweizenernte liegt bei rd. 760 Mill. Tonnen, aber die gesamte Weltgetreideernte bei rd. 2,5 Mrd. Tonnen (mit Reis). Die Exportpreise sind Erstellungspreise , also billiger geht nicht, auch nicht in Afrika. Das die afrikan. Staaten sich nicht abschotten , um ihre eigene Landwirtschaft in die Gänge zu bekommen , verstehe wer will. Es ist jedenfalls nicht die Schuld der Farmer in den Exportländern. Die NGOs sollten sich mal mit den wirklichen
    Zahlen und Mengen aus einenander setzen , dann würde auch eine andere Meinung herauskommen. Aber damit kann man natürlich keine Spenden generieren.

    2+
  8. „Getreide für Afrika – was auf den ersten Blick wie ein Beitrag gegen Hunger und Not aussieht, zerstört in Wahrheit Einkommensquellen und schafft damit Fluchtursachen,“ heißt es in der Ankündigung der Redaktion. Verbraucher im Senegal und in anderen afrikanischen Ländern ziehen also Getreide aus Europa dem einheimischen aus finanziellen Gründen vor. Was demnach zu Lasten einiger afrikanischer Bauern geht, könnte ein Wohlfahrtsgewinn für die übrigen Verbraucher in Afrika sein. Ich bin gespannt auf die volkswirtschaftliche Analyse dieser Zusammenhänge.

    0
    • Bauer Willi sagt

      @Adt
      Die Aussage kann man schon im Film „Der Irrsinn mit der Milch“ bekommen. Der Link steht oben.
      Bauer Willi

      1+
      • Danke, habe leider nicht so viel Zeit. Das Ergebnis kündigt die Sendung ja ohnehin an. Aber ich bin gespannt auf die Darstellung der Zusammenhänge (Bedeutung/Potential der Landwirtschaft im Vergleich zu anderen Erwerbsquellen). Getreideimporte ermöglichen ja im Vergleich zu Milch, insbesondere Milch-Endprodukten, und Fleisch einen höheren Wertschöpfungsanteil in den Zielländern. Die Betrachtung des nachgelagerten Bereichs, der doch günstiger an Rohstoffe kommen müsste, ist also interessant und wichtig.

        0
  9. Ich seh das so sagt

    Im Vorfeld mögen für eine erweiterte Bewertung von Versorgungsproblemen in Afrika auch solche Beiträge interessant sein:
    a) https://www.nzz.ch/international/abgeordnete-in-suedafrika-stimmen-fuer-die-enteignung-von-farmern-ld.1361296
    b) https://derstandard.at/2000069842516/Simbabwes-Regierung-gibt-enteignetes-Land-an-weissen-Farmer-zurueck
    c) Interessant vor allem: Taz bedauert Todesstoß der kommerziellen Landwirtschaft durch Umverteilung zu Kleinbauern. Entschuldigend muß man sagen, das war 2002 – da hatte man vermutlich noch nicht so den Überblick.
    http://www.taz.de/!1103062/

    0
  10. Lieschen Müller sagt

    Ist schon Recht, dass du mitschreibst. Leider hatten meine Kinder viele Bücher, die einen Redaktionsschluss von vor 20 Jahren hatten. Da war man dann schon froh, dass das Wort Ostblock nicht mehr vorkam. Also versuche, gleich für das Jahr 2030 mitzuschreiben 🙂

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.