Bauer Willi
Kommentare 57

BUND, NABU und WWF – das ist eure Chance!

Liebe Vereine für Natur- und Artenschutz, liebe Umwelt-NGO

Seitdem die Nahrungsmittelversorgung in Deutschland gesichert ist, wird zunehmend gefordert, das die Landwirte dem Naturschutz mehr Bedeutung zukommen lassen sollten.

In der MacSharry-Reform 1992 fanden erstmals Umweltbelange Eingang in die Gemeinsame Agrarpolitik. Diese wurden durch die Agenda 2000 (ja, die hieß wirklich so!), die Agrarreform 2003, den Health Check 2008, die Agrarreformen 2014 und 2020 verschärft. Vor jeder Reform hieß es, die Landwirte müssten sich nun endlich mit dem Umweltschutz versöhnen. Nach jeder Reform wurde von Agrarpolitikern erleichtert und hoffnungsfroh verkündet, dass dies nun der Fall sei. Von Euch hieß es, das ganze sei eine Mogelpackung.

Die Diskussionen darüber werden immer erbitterter und unsachlicher geführt.

So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen: Ihr seid unzufrieden mit dem Erreichten, und die Bauern stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir wollen die relative Forderung «mehr Naturschutz!» nicht mehr hören. Wir wollen die absolute Forderung «soviel Naturschutz!» erfahren, das Idealbild.

Die Tatsache, dass sich Eure Forderungen hauptsächlich auf die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland beziehen, nicht auf Importe und schon gar nicht auf den Konsum, macht es relativ übersichtlich. Das würde uns vielleicht die beschriebenen Rituale rund um zukünftige Agrarreformen ersparen.

Die Diskussionen darüber werden immer erbitterter und unsachlicher geführt.

Wir Landwirte wollen endlich Frieden haben und unterbreiten euch, den Naturschutzorganisationen, folgenden Vorschlag:

Damit den Ansprüchen der Gesellschaft Genüge getan wird und den Wünschen der Bürger Folge geleistet wird, stellen wir Landwirte unsere landwirtschaftliche Nutzfläche dem Naturschutz vollständig zur Verfügung und übernehmen die Pflege.

“Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen” ist eine Forderung, die seit Jahren von diversen Parteien und Nicht-Regierungsorganisationen formuliert wird. Genau das werden wir Landwirte jetzt einfordern. Es gibt folgende Angebote

  • Die staatlichen Naturschutzbehörden pachten die Flächen und bewirtschaften sie so, wie es ihren Zielsetzungen entspricht
  • Wir pflegen unsere Ackerflächen selbst und veranschlagen eine Entlohnung, die sich am Aufwand für die jeweiligen Maßnahmen orientiert. Diskussions-Grundlage sind die Zahlen des KTBL.
  • Wir pflanzen Wald an, der extensiv bewirtschaftet wird.
  • Für gewünschte extensive Tierhaltung gibt es eine feste Entlohnung.
  • Veredelungsbetriebe stellen ihre Tätigkeit ein. Sie werden entsprechend entschädigt. Ausstiegs-Modelle dazu gibt es in den Niederlanden.

Die Verträge werden mit einer Laufzeit von mindestens 9 Jahre geschlossen.

Ich bitte die Naturschutzorganisationen um Kommentierung.

Im Falle des Einverständnisses sollten wir zeitnah in Vertragsverhandlungen eintreten.

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57 Kommentare

  1. Ferkelhebamme sagt

    Der Kirche, insbesondere der evangelischen Kirche Gütersloh, die jetzt mit radikalen Tierrechtlern sympathisiert, mache ich auch ein Angebot: baut unsere Ställe nach euren Vorstellungen um, oder kauft sie ganz frei, Vermögen ist ja genug da.
    Die Szene wird euch als Erlöser feiern und wir können endlich in Frieden leben.

    https://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh/rheda_wiedenbrueck/22908399_Auch-die-Kirche-mischt-jetzt-bei-Protesten-gegen-Toennies-mit.html

    • Reinhard Seevers sagt

      Die wollen gar keine Tiere mehr töten, da hilft auch kein Stallumbau. Den Kirchen laufen die Leute weg, da versuchen sie, wie auch politische Parteien, am Rande der Gesellschaft Minderheiten medienwirksam abzufischen…schließlich sind sie Menschenfischer!

    • bauerhans sagt

      haben wir hier auch,ist aber nur ein ev. pastor,der sich immer wieder bei den umliegenden gemeinden vorstellte,aber keine anstellung bekam.

    • Thomas Apfel sagt

      “Für den Sieg des Bösen reicht es schon, wenn die guten Menschen ihr Bestes tun”
      (Charles Bukowski)

    • sonnenblume sagt

      Energiewende, Agrarwende.
      Handreichung für Kirchengemeinden zur Auswahl von Pächterinnen und Pächtern von Kirchenland im Bistum Münster. Lesenswert. Kann unter diesem Titel abgerufen werden. Bei Neuverpachtung soll jeder Pächter einen Fragebogen ausfüllen. Ein Punktesystem erleichtert dann die Vergabe von Pachtflächen.

  2. Ottmar Ilchmann sagt

    Die Mac-Sharry-Reform war es, die die Abkehr von geschützen Märkten und die Hinwendung zum Weltmarkt und zur Exportorientierung einleitete. DAS ist eigentlich der Beginn eines verschärften Gegensatzes zwischen Naturschutz und Landwirtschaft gewesen. Die Propagierung von Weltmarktfähigkeit setzt die Produktion zu Weltmarktpreisen voraus. Diese sind aber zwangsläufig niedriger als die europäischen. Der Versuch, bei den Weltmarktpreisen mitzuhalten, führt zu einer Intensivierung und Ausweitung der Produktion. Immer mehr und immer billiger ist die Devise, und das geht auf Kosten von Tierwohl, Umwelt, Klima und nicht zuletzt der Bäuerinnen und Bauern. Und solange eine Reform der GAP keine Abkehr vom Ideal der Weltmarktfähigkeit beinhaltet, wird der Gegensatz zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz nicht aufgelöst.

    • Schmeckt gut sagt

      Echt jetzt? Die Reform der GAP wird die Urproduktion noch einmal extrem verteuern. Ein darauf abgestmmter Aussenschutz vor dem Import von “minderwertig”, weil nicht nach EU Standard, produzierten Produkten ist nicht erkennbar. Wo ist die Lösung? Ein “würde, könnte, sollte” steht nur auf dem Papier und führt zum (beabsichtigten???) Strukturbruch.

    • Reinhard Seevers sagt

      …..auf keinen Fall zu Lasten des Tierwohls! Das ist Mainstream – Gequatsche Herr Ilchmann.

    • Obstbäuerin sagt

      Im Obstanbau reichen schon die unterschiedlichen Bedingungen innerhalb der EU. Z.B. stimmen viele EU-Länder gern dem Verbot von notwendigen Pflanzenschutzmitteln zu, weil sie durch Notfallzulassungen sofort wieder im eigenen Land einsatzfähig sind. Wohlwissend, dass andere EU-Länder (z.B. Deutschland) das nicht tun werden, was ihnen einen großen Wettbewerbsvorteil bringt. Und die zunehmende Macht der Umweltschutzaktivisten in unserem Land bringt gerade die kleinen bäuerlichen Betriebe in große Not. Und zu glauben, dass die Änderung der GAP in die von Ihnen gewünschte Richtung eine Lösung bringen wird, ist eine Illusion.

  3. Reinhard Seevers sagt

    Vielleicht sollten sich die Bauern mit den Klimaaktivisten verbünden…..sie blockieren die Autobahnen,um auf den Konsumwahn aufmerksam zu machen. Das find ich gut, so kommt langsam Bewegung in die Bewegung. Wollen doch mal sehen, wie der Bürger reagiert, wenn er in seinem Tun gehemmt und seinen Umfragen entsprechen handeln sollte….spannend, was draus werden wird.😎

  4. kritischer_Leser sagt

    Lieber Bauer Willi,

    Ihre Ausführungen zeigen nur, wie oberflächlich Sie sich mit den “Forderungen” der “NGO” auseinandersetzen. Deutlich zu oberflächlich, wenn Sie mich fragen. Abgesehen davon, sind es wahrlich nicht nur die “NGOs” oder “die Bürger” die einen Umstieg fordern. Die wissenschaftliche Evidenz für die schweren Krankheiten des Systems sind erdrückend. Allein der schnöde (kurzfristige Effekt des) Mammon (ob nun in den Taschen des LEH, der Bürger, der Agrarindustrie oder als Direktzahlungen des Landwirts) verhindern eine (langfristig) tragfähige, politische Entscheidung. Auch fertige Konzepte, die Ihren Vorschlägen garnicht unähnlich sind (siehe zB. Gemeinwohlprämie des DVL), liegen lange vor. Auch sind die Grundideen der 2014er Reform und auch die neuen Vorschläge grundsätzlich nicht schlecht, aber die Umsetzung ist mangelhaft. Und DAS ist es was die “Umweltseite” seit Jahrzehnten beklagt.
    Und auch die konkreten Ziele sind ja da (zB. 10% ökologisch wertvolle (Brach-)Fläche. Aber niemand (=kein dafür verantwortlicher Politiker) traut sich sie auch ernsthaft anzugehen.

    • Thomas Apfel sagt

      Ein großes Problem ist die Deutungshoheit für “ökologisch wertvolle” Stilllegungen, diese Einschätzungen sind keineswegs wissenschafts-basiert, sondern vom Wunschdenken vieler Naturschützer geprägt. Es gibt keine wirklichen Langzeitstudien zur Veränderung in Flora und Fauna (abgesehen von der Unstatistik der Jahre 2015: der sogenannten Krefeldstudie und deren unzulässiger Extrapolation) und schon gar nicht neutral auf die Ursachen eines (eventuellen) Arten- und Massenrückgangs bezogen.
      Zudem werden die Agrarflächen fälschlicherweise nur in ihrem Umfang als als reine Produktionsflächen betrachtet. Wir weisen zum Beispiel innerhalb der Flächen unseres Besitzes bzw. Eigentums 9 % der der landwirtschaftlichen Nutzung zugeordneten Grundstücke als ÖVF aus (Zaunstreifen, Stilllegungen. Streuobstwiesen). Nun ist es aber so, dass die Feldblock – Methode alle sehr wohl ökologisch wirksamen Grundstücksteile, die aber nicht einer landwirtschaftlichen Nutzung zuzuordnen sind, außen vor lässt.
      Bei der Berücksichtigung dieser Flächenteile und der Gesamtbetrachtung unserer Grundstücke nach Katastergröße liegt der Anteil ökologisch wertvoller Flächen bei 15,3 %. Und das sind keine Papiertiger, sondern diese Flächen sind ganz real vorhanden.
      Was ich damit sagen will: Die Betrachtung der reinen Agrarflächen muss einer Gesamtbetrachtung der Landschaften und ihrer typischen Merkmale weichen.
      Nur so kann man abschätzen was an Flora und Fauna zur jeweiligen Landschaft gehört und dann bei Verlusten Biotope gezielt gestalten.

      • Brötchen sagt

        Thomas zumal wenn man Flächen rausnimmt, hat man keine Reserven mehr für Futternutzung oder ä.
        Zumal ja dann die Schlagkraft auch nicht mehr da wäre, die würde dann auch parallel abgebaut werden.

        Rein aus strategischen Interesse für die Versorgung des Landes wäre sowas fatal, wie 20 % der Fläche stillzulegen.

        Es zeichnet sich sowieso ab, 50 % der Schweinehaltung wird den Bach runtergehen.
        Milcherzeugung ?
        Schafe sowieso….

        Geflügel bleibt vielleicht noch.

        • Brötchen sagt

          Bloss nochmal zur Erinnerung, jeder Einwohner hat statistisch 2000 m² Ackerland zur Verfügung, das wären danach 1800 bis 1700 m².

          1700 m² sind ca. 40*40 m nur mal so zum vorstellen, da geht noch eine Fahrspur und Vorgewende weg….Das ist verdammt wenig.

          • Brötchen sagt

            Interessante neue Sicht gerade gelesen, ist zwar abseits vom Thema:

            John Cleese

            “Wenn man seine eigenen Emotionen nicht kontrollieren kann, muss man das Verhalten anderer Menschen kontrollieren. Deshalb dürfen die anhänglichsten, überempfindlichsten und leicht zu verärgenden Menschen nicht unseren Standard setzen.“

            • Smarti sagt

              Das passt doch wunderbar. Gerade in letzter Zeit konnte man immer wieder erkennen, wie ein paar “Schwierige” mit Leichtigkeit viele “Vernünftige” (was auch immer das bedeutet) in Schwierigkeiten bringen. Und nicht immer ging das glimpflich aus.

              • Brötchen sagt

                Ist übrigens einer von den Monty Pythons.

                80 % der veganer sind meines Erachtens essgestört bzw. haben gerade ein Problem mit ihrem Selbstverständnis…da trifft das voll zu.
                Tiere sind da nur Ersatzobjekt.

    • Reinhard Seevers sagt

      Richtig geiler Vorschlag, diese GWM (Gemeinwohlmaßnahmen). Die Zusammenfassung der ersten Betriebsberichte spricht eine deutliche Sprache, Zitat:

      “Letztlich haben wir in allen Berechnungen rein betriebswirtschaftlich denkende Entscheidungsträger
      unterstellt – nach dem Motto: Wenn bei einer Maßnahme am Ende kein „Gewinn“ übrigbleibt, wird
      sie auch nicht umgesetzt. Es ist jedoch bekannt, dass auch nicht-monetäre Faktoren eine große Rolle
      für umweltrelevantes Verhalten spielen. Viele Landwirte sind intrinsisch motiviert, in einer schönen
      Umwelt zu leben und zu arbeiten oder ziehen aus einer schönen Lebens- und Arbeitsumwelt einen
      Eigennutz, der sie veranlasst auch monetäre defizitäre Maßnahmen umzusetzen.
      Genau in diesem Punkt könnte ein wichtiger Effekt der Gemeinwohlprämie liegen: Die monetäre
      Umweltbepreisung könnte Landwirte und Landwirtinnen für Umweltfragen stärker als bisher
      sensibilisieren und sie dazu veranlassen, ihr Umweltverhalten grundsätzlich zu überdenken – ein
      ähnlicher Effekt, wie er für die bevorstehende CO2-Bepreisung in Bezug auf klimarelevantes
      Verhalten erwartet wird. ”

      Geil oder? Man unterstellt eine intrinsische Motivation der Landwirte. Nach dem Motto: Geld ist doch nicht alles, ich liebe die Natur!
      So diskutieren auch immer die Künstler in den talkshows, wenn sie über ihre Arbeit reden. Sie lieben ihre Arbeit, Geld ist nachrangig…..jetzt in der Corona-Zeit gilt das komischerweise nicht mehr.
      Nee, man muss die Bauern nicht für blöd halten, aber die Kompliziertheit einer ausufernden Bürokratie in Form einer GWM ist Schwachsinn im Quadrat.

    • Jürgen sagt

      ……alleine der schnöde Mammon….
      Also wer solche überhebliche Sprüche los lässt, hat sich als Diskussionsteilnehmer disqualifiziert. Es kämpfen so viele Landwirte derzeit um ihre Existenz und sie wählen solche Formulierungen!? Konkrete, dauerhafte und verlässliche Vorschläge wie Willi sie machte, daran werden wir die „Berufsnörgler“ zukünftig gemessen!!!!

    • Arnold Krämer sagt

      Es gab in früheren Förderperioden der EU schon die Verpflichtung für alle, 15% der Ackerfläche, später 10% stillzulegen (Dauerbrache, Rotationsbrache). Davon ist man mit unterschiedlichen Argumenten wieder abgegangen. Für die nächste Periode ab 2022/23 (je nachdem wie schnell das rechtlich in den Mitgliedsstaaten umzusetzen ist) sind wieder verpflichtende Brachen vorgesehen.
      Es ist aber ethisch/moralisch auch nicht unproblematisch, in einer Weltregion, die relativ sichere Ernten (immer im Vergleich zu anderen Regionen) bringen kann, wegen der Biodiversität/der Insekten (auf fragwürdiger Erkentnisgrundlage) auf Nahrungs- oder Futtermittelerzeugung qusi zwangsweise zu verzichten. Es wäre schlimm, wenn sich die verantwortlichen Politiker mit einer solchen Entscheidung nicht schwer täten.

    • Bauer Willi sagt

      Lieber kritischer Leser
      Ihr Kommentar zeigt, wie weit Sie von den Realitäten entfernt sind und nachbeten, was alle sagen. Absolut unkritisch und so ganz anders wie ihr Avatar.

      Wissen Sie, was ökologisch wertvoll ist? Oder meinen Sie es zu wissen? Ich beschäftige mich jetzt seit fast 6 Jahren mit diesem Thema, habe unzählige Aufsätze dazu geschrieben, habe andere darüber schreiben lassen, mich mit wirklichen Experten tagelang unterhalten.

      Ich weiß immer noch nicht, was die Naturschützer von mir wollen. Und ich weiß auch nicht, ob sie es selbst wissen.

  5. Oberländer sagt

    Hallo Willi
    wie viele Natur Schützer haben sich bei Dir schon gemeldet ?
    Wie ist ihre Begeisterung ?
    Oder haben sie ( die Verbände ) Angst um ihren Klingelbeutel ?

  6. Alexander Borchert sagt

    Diskussionsgrundlage zu einer langfristigen Neuausrichtung der GAP
    Ziele:
    Massive Reduzierung der ldw. Erzeugungsmengen innerhalb der EU
    Anstieg der ldw. Erzeugerpreise
    Entlohnung von Klima-, Boden- und Umweltschutz
    Reduzierung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz
    Abschwächung des Wachstumsdrucks auf den Einzelbetrieb
    Schrittweise Extensivierung der Produktion
    Erhöhung der Artenvielfalt
    Massive CO2-Bindung durch Humusaufbau

    EU-weite Maßnahmen
    1. 20-30 %-ige Zwangsstilllegung aller Ackerflächen (keine Ausnahme möglich (auch
    Bio- und Kleinbetriebe), keine Düngung, keine Pflanzenschutz, kein NaWaRo-
    Anbau,…..) Entschädigung 800-1000 €/ha

    2. 1/3 der Wiesen dürfen max. 1-2 mal pro Jahr gemäht werden
    Keinerlei Düngung, kein Pflanzenschutz
    Entschädigung 600 €/ha

    3. Auf den übrigen Flächen weitere Reduzierung der N-bedarfswerte.
    Keine Entschädigung

    4. Stichtag für die Prämienrechte auf Stilllegung/Extensivierung ist der 15.05.2020
    Bei Neuverpachtung muss zukünftig ohne Prämienanspruch stillgelegt/extensiviert
    werden. Prämienansprüche für Stilllegung hat nur der Bewirtschafter vom 15.05.
    2020. Zur Aktivierung dieser Rechte müssen die restlichen 70% der Fläche
    bewirtschaftet werden. (Sofa-Stillleger gibt es nicht)
    Dadurch sinkt das Pachtniveau gewaltig

    5. Schutz der EU-Außengrenzen durch Produktstandards für alle landwirtschaftlichen
    Importartikel.
    Standards des Binnenmarktes gelten erst recht an der Außengrenze

    National:
    6. Auslaufen des EEG für Biogasanlagen ab 2024.
    Stopp der einseitigen Quersubventionierung von Biogasanlagen durch weitüberhöhte
    Einspeisetarife und Stopp der intensivsten Form der Landbewirtschaftung (NaWaRo-
    Anbau).
    Starke Entlastung des Pachtmarktes

    Zusammenfassung:
    Der Erhalt von Bauern, Boden und Umwelt ist nur durch einen massiven Eingriff in die globale Produktions- und Denkweise der Landwirtschaft möglich. Die momentane Richtung der Landwirtschaft vernichtet mittelfristig die Lebensgrundlagen der Landwirte und der gesamten Menschheit.

    Alexander Borchert
    Ehem. Bauer mit Leib und Seele
    Diplom-Agrarökonom

    • Smarti sagt

      Unser Familienbetrieb im Schwarzwald konnte 50 Pferde und 120 Kühe intensiv ( mit Kraftfutterzukauf ) ernähren. Jetzt mit Bio mit einem zusätzlichen Jahr Futterreserve bei Regenmangel sind es noch gut 50 Kühe, 20 Jungtiere und 50 Pferde.
      Mit ihrem Modell schaffen wir mit unseren Wiesen ( wenn keinerlei Düngung auch keine Weide und keine Gülledüngung bedeutet – wovon ich ausgehe ) nicht mal mehr die Hälfte der Tiere satt zu füttern. Für 25 Kühe lohnt es sich nicht, die Melkmaschine anzuwerfen, putzen dauert länger als melken.
      Bei Ihrem Modell würde unser Hof die Kühe abschaffen. Wenn ich mich recht erinnere, so sind wir mit Kuhzahl und Fläche bei unserer Schwarzwald-Molkerei bei den grössten 30 Betrieben von insesamt gut 1000. Also gibt es mit Ihrem Modell keine Milchkuhhaltung mehr im Schwarzwald ?

      Von den Zahlungen her ginge es uns mit Ihrem Modell wohl besser als heute. Aber die Molkereien – die an und für sich gut laufen – werden schliessen müssen – damit ist die Milchproduktion für “immer” beendet. Dagegensteuern könnte allenfalls eine Prämie für Milchkühe, so wie in der Schweiz – funktioniert dort leider auch nicht- .

      Die “Bevölkerung” und der “Handel” sehen sich bestätigt, dass die Bauern immer fauler werden und immer mehr Geld geschenkt bekommen. Nein, sowas unterstützen sie nicht mehr und kaufen und noch Käse aus Holland und Fleisch aus Brasilien.

      Als Landwirtin möchte ich selber ( im Rahmen der Gesetze ) entscheiden, was ich wann anbaue. Ihr Modell auf freiwilliger Basis wäre nicht schlecht.

    • Thomas Apfel sagt

      Zu Punkt 4, Herr Borchert: Das Pachtniveau würde dadurch überhaupt nicht sinken, weil es dem Verpächter vollkommen wurscht ist mit welcher Begründung und von wo der Bauer seine Prämien bekommt. Solange die Prämie an die Flächen gebunden ist, hat sie definitiv einen Einfluss auf die Pachtpreise.
      Es wird auch immer vergessen, dass die meisten Pachtflächen von den “gewichenen Bauern” verpachtet werden. Die Pachteinnahmen sind wichtiger Bestandteil der Altersabsicherung der verschwundenen Betriebe bzw. ihrer ehemaligen Inhaber. Dies ist insbesondere wichtig wegen her Hungerrenten der Landwirtschaftlichen Altersversorgung von derzeit rund 11,- € je geleistetes Arbeitsjahr. Die Bauern sind daher auf jede Form der privaten Altersvorsorge angewiesen, sofern sie außerhalb des Besitzes an Grund und Boden dazu in der Lage waren.

    • bauerhans sagt

      “Der Erhalt von Bauern, Boden und Umwelt ist nur durch einen massiven Eingriff in die globale Produktions- und Denkweise………. möglich.”

      nichtmal die EU ist sich einig und der rest der welt sowieso nicht!

    • firedragon sagt

      Nr 3 ist ein wenig heikel, zumal Sie im letzten Absatz die globale LW monieren.
      Boden wird gerne als Lebewesen gesehen – was passiert langfristig, wenn ein Lebewesen unter Bedarf ernährt wird?
      Und wenn wir das in D. oder der EU langfristig mit den Böden so handhaben, was wird auf der anderen Seite des Erdballs passieren?
      Ich behaupte jetzt einfach mal, das Verschwinden der grünen globalen Lunge, wird der Menschheit das Genick brechen.

  7. bauerhans sagt

    “den Wünschen der Bürger Folge geleistet wird”

    der mündige bürger will gut und günstig,nichts anderes!

    • Bauer Willi sagt

      Nein, der Verbraucher will gut und günstig. Der Bürger hat hohe Ansprüche. Sagt er doch immer wieder in Umfragen.

      Dazu neulich ein Soziologe: “In Umfragen wird soziale Schizophrenie empirisch abgebildet”.
      Besser kann man es nicht ausdrücken.

    • Christian Suhr sagt

      Nein, der Bürger will, was der Handel vorgibt. Er kann schließlich nur kaufen, was auch angeboten wird.

      Siehe hier den Beweis:
      https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/discounter-in-australien-wie-aldi-einen-kontinent-umkrempelt/12880730.html

      Zitat:
      Aldi wird in Australien für immer mehr Verbraucher zum Teil ihres Alltags. Mit seinem Konzept, gute Ware billig anzubieten, verändert das Unternehmen das Kaufverhalten der Kunden. Die Konkurrenz muss nachziehen.
      (Anm.: Das Kaufverhalten wird verändert, heißt aber, nicht der Bürger ist die treibende Kraft dahinter.)

      In Deutschland kommt hinzu, daß die Politik billiges Essen für billige Löhne will. 3 € Verpflegungssatz für Hartz IV Kinder reicht nicht bei einer fairen und ökologisch nachhaltigen sowie ausgewogenen Ernährung. Mindestlohn reicht nicht mal für die Rente. Und versteckte Preiserhöhungen beim LEH gibt es dennoch.

      • firedragon sagt

        “In D. kommt hinzu, dass die POLITIK…”
        Warum Herr Suhr, besprechen Sie das nicht mit Ihren Freunden aus der Politikszenerie…in dem Fall ist die LW der falsche Adressat.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        “Nein, der Bürger will, was der Handel vorgibt. Er kann schließlich nur kaufen, was auch angeboten wird.”

        Ab und Zu gehe ich auch mal in reine Bioläden, manche verirren sich auch in diese Läden. Mehr als 3 Personen habe ich noch nie angetroffen, bei ALDI und Lidl sieht es anders aus. Warum nimmt die Schwarzwaldmilch keine neu Bauern auf, weil die Milch nicht mehr zu vernünftigen Preisen absetzbar ist.

        Und ein Herr Suhr behauptet, die Menschen könnten diese Lebensmittel nicht kaufen.

        Was ihren letzten Abschnitt betrifft, wenn sich weite Kreise keine BIO Lebensmittel leisten können, dann Frage ich mich, warum von der Landwirtschaft eine Produktionswende gefordert wird.

        Die eigene unmoralische Eigenschaft, wird den Bauern zugeschoben, so einfach macht es sich unsere Gesellschaft.

        • Die arme Bevölkerung kann sich schon Bio und Schwarzwaldmilch leisten, wenn sie auf Schnaps, Zigaretten und teure Urlaubsreisen verzichtet.

          Na ja und dann
          liegt es wohl auch am Discounter, wie er die Sachen platziert.

          Ja,
          und was die Politik daran machen kann, das kann man sogar an der Uni Kassel FB11 Standort Witzenhausen studieren.weiß ich von einer Studentin von dort, die ich während einer Bahnfahrt kennenlernen durfte.

    • Christian Suhr sagt

      P.S.: Was sollen höhere Verbraucherpreise auch bringen, wenn LEH und Verarbeiter sich die Marge einstreichen? Oder kommt von der MwSt.-Einsparung jetzt was beim Erzeuger an als Gegenfrage?

      Die Verbraucher können sich dumm und dusselig zahlen, trotzdem würde der Handel die Erzeuger im Preis drücken. Wer die Verbraucher kritisiert, tritt nach unten, hilft aber nicht, die sind auch nur Spielball. Zumal manch ein Landwirt womöglich selbst nicht immer nur fair gehandelte Lebensmittel einkauft oder auch mal zu Aldi, Lidl, Netto und Co. rennt.

      • Bauer Willi sagt

        Also muss man an den LEH ran. Und wenn Julia Klöckner das macht, gibt es einen Brandbrief an die Chefin. Irgendwie lustig…
        Und der Verbraucher hat doch eine (Mit-)Verantwortung. Er ist kein Spielball. Das ist eine links-sozialistische Denkweise. Klar laufen auch Landwirte zu Aldi, Lidl, Netto. Sind ja auch nur Verbraucher. (Vergleich: Es soll Mitarbeiter von Ford geben, die Volkswagen fahren…)

        • Reinhard Seevers sagt

          Streitet euch nicht. Die “Schuldfrage” ist müßig. Das kapitalistische System in der aktuellen Form kann gar nichts anderes hervorbringen. Der Verbraucher soll viel konsumieren, die Wirtschaft soll viel Umsatz machen, der Staat soll viel Steuern einnehmen um denjenigen, der Bedarf hat, zu alimentieren….wie soll Geld nach heutigen Maßstäben anders generiert werden, als durch Masse, die billlig ist.
          Was allerding nicht geht ist, dass ausschließlich der Landwirtschaft alle Verantwortung übergestülpt wird. Niemand wird dick, weil Bauern Nahrung erzeugen, da ist jeder selbst dafür verantwortlich. Und die Kinder in Afrika werden nicht sterben, weil wir Nahrung erzeugen, genauso wenig, wie sie überleben, wenn wir keine erzeugen…..
          Vielleicht bedarf es eines neuen Martin Luther, der den Ablasshandel der Gesellschaft beendet.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Würden die Bauern in Deutschland nichts mehr Erzeugen, dann müsste noch weitere 90 % der Lebensmittel importiert werden.

            Diese Lebensmittel würden auf dem Weltmarkt fehlen, was nichts anderes heißt, andere werden Hungern, viele Verhungern.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Herr Suhr,
        das Verhalten bein Einkauf ist bei Edeka auch nicht anders, da sind sich alle gleich. Eigentlich bliebe nur noch der Hofladen.

        Es ist die Rücksichtlosikeit der Menschen,
        sei es bei der Pandemie, oder die Waldschäden. Der Schaden wird ausgenutzt, in dem man die Preise so drückt, dass nicht einmal die Aufarbeit des Holzes mehr bezahlt werden kann. Bei den Schweinen ist es auch nicht anders, jede Notsituation wird ausgenutzt, um die Erzeuger an die Wand zu drücken.

      • Aber Herr Suhr,

        Sie wissen doch genau, dass in dem Preis für den Endverbraucher, Kunden des LEH die Kosten für die Rohstoffe drin sind.
        Der Bauer Produziert Rohstoffe Rüben für Zucker, Getreide für Bier u. Mehl, Milch für Butter, Käse u. Sahne, Eier, Obst und Gemüse. aus der relativ unzuverlässigen Natur. Das hat einen Schwierigkeitsgrad neben den teuren Produktionskostern mit moderner High Tech..
        Dann muss die Politik dafür sorgen, dass die landw. Rohstoffpreise teurer werden, damit der Bauer seine Natur nicht bis aus letzte aussaugen muss und das vom Verarbeiter (Zuckerfabrück, Mühle, Bäcker) bezahlen muss, der auch wieder diesen höheren Preis an den LEH weitergeben und dieser an den Kunden. Dann weiss der was Natur kostet.

        Ich denke, so ist das gemeint.

        Der Bauer steht am Anfang,
        der kann sein teureres INPUT an keinen weitergeben, höchstens an die Natur.

  8. Malte Voerste sagt

    Ich möchte den Umsatz minus variable Kosten erstattet haben und natürlich die Rückgabe der Fläche im vorherigen Zustand.

    • Christian Suhr sagt

      Ja, das möchten Verpächter gern: Flächen wie vorher zurückhaben. Und warum sollte man auch eine Fläche aufwerten, wenn der Verpächter es dann höherpreisig an einen anderen verpachtet beim nächsten Mal?

      Immer schön, wenn man meint, es wäre nur die Richtung Ackerland zu Weideland möglich. Mit Humusaufbau kann man Böden sogar aufwerten. Oder in Dürrezeiten wird (an)mooriger Grund mit hohem SOC wieder wertvoller wegen dessen Feuchtigkeitsspeicherkapazität. Aber wie das so ist, um das eigene Eigentum kümmern sich Menschen oft besser als um was Geliehenes.

      Wäre es nicht mal angebracht, im Zuge einer Reduzierung der Fleischerzeugung auch darüber zu sprechen, wie stattdessen Dauergrünland auch mal umbrochen werden darf, um Ackerboden zu gewinnen? Man gibt ein paar Hektar als dauerhaft ökologische Fläche ab, dürfte dafür dann aber mehrere Hektar in Ackerland umwandeln und deutlich aufwerten, irgendwie so was. Also mal überlegen, was konstruktiv sinnvoll wäre.

      • firedragon sagt

        Hä?
        Herr Suhr, Sie haben anscheinend keine Ahnung von den landwirtschaftlichen Richtlinien, die von der Politik! festgelegt sind.
        Dauergrünland darf NICHT umgebrochen werden!
        Sie haben Ideen…
        Außerdem laufen Förderprogramme in die entgegengesetzte Richtung, Acker zu Grünland.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Versuchen sie mal in BW eine Wiese umzubrechen, dann haben sie den Staatsanwalt am Hals.

        PS:
        Es ist immer Interessant mit welchen Vorschlägen manche kommen, die gesetzlich nicht erlaubt sind.

  9. Reinhard Seevers sagt

    ….wieso Eigentumsfläche? Die ist dann automatisch in Volkseigentum übergegangen und wird von Freiwilligen der Agrarinitiative Solawi beackert! Eigentum…wo von träumt er? 🙂

    • Christian Suhr sagt

      Oder man denkt mal über das Konzept der Allmende nach.

      Auch mit dem ESUS-Label in Frankreich läuft es meines Wissens für Terre de Liens super. Das Land wird zu fairen Konditionen an nachhaltig wirtschaftende Betriebe verpachtet, die dadurch eine deutliche Kosteneinsparung haben. Investitionsmittel kommen vom Bürger, weil die Rendite über eine Steuervergünstigung kommt und nicht über den Pachtpreis.

      Pachtland ist ja auch nicht das eigene Eigentum, habe ich mal gehört. Und die Pachtpreise sollen auch nur eine Richtung kennen so von wegen private Hand.

      Besonders geil, wenn wie hier in der Gemeinde Landwirte selbst gern darauf spekulieren, gegebenenfalls ihr eigenes Land teuer als Bauland zu verhökern statt es zu schützen. Da ist man dann Teil der Bodenspekulation. Ansonsten mal Klaus Kliem in Thüringen fragen, an wen der verhökert hat.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Herr Suhr,
        bei unserem Bürgermeister bin ich in Ungnade gefallen, weil ich ein Grundstück mit 5.800 qm nicht für ein Gewerbegebiet verkaufe. Nein, ich bin nicht alleine, andere meinen auch, dass Landwirtschaft auch Wirtschaft ist.

        Ähnliche Fälle gibt es in Freiburg und im München, dort geht es um geplante Wohngebiete, da wird dann enteignet und der Bodenlose zerplatzt dann vor Neid.

        Es war um 1850, als auch bei uns Hunger herrschte, viele unserer Gemeinde setzten sich nach Amerika ab ( ist im Archiv der Karlsruher Zeitung zu lesen), anderen wurde aus dem Gemeindesäckel die Schiffspassage nach Amerika bezahlt, dass einige der “Fresser weg waren.(Nachzulesen in den Gemeinderatsprotokollen unserer Gemeinde).

        Für die Zurückgebliebenen wurde Wald gerodet und zu Allmendflächen geteilt und verschenkt. Die Nachfahren haben diese Flächen alle verkauft, damit sie nichts mehr damit zu tun haben.

      • firedragon sagt

        Der LBM baut eine Straße aus und fragt freundlich an, ob ich nicht verkaufen möchte. Wenn ich mich weigere, werde ich enteignet … weil Straßenbau dient der Allgemeinheit. So schaut’s im wirklichen Leben aus, willkommen in der Realität Herr Suhr.

  10. Malte Voerste sagt

    Ich will nicht eine Aufwandsentschädigung nach KTBL sondern Gewinne auf meiner Eigentumsfläche einfahren. Nach 9 Jahren bekomme ich eine ausgehagerte Fläche voller Wurzelunkräuter zurück und keiner übernimmt im Sozialismus dafür die Verantwortung.

    • Bauer Willi sagt

      Die Bedenken kann und sollte man im Vertrag klären. Eine Formulierung wie “im ursprünglichen Zustand”. Ist das nicht der Fall, muss für Ausgleich gesorgt werden.

    • Christian Suhr sagt

      Übernimmt denn jetzt einer die Verantwortung für Dumpingpreise und Höfesterben, Importkonkurrenz und Wegwerfquote auf Verbraucherseite?

      Mal so marktwirtschaftlich: Kostendeckend – inklusive Lebenshaltungskosten und Rücklagenbildung – würde ja schon reichen. Wenn alle das täten, statt daß einer immer Gewinne einfahren wollte, gäbe es wohl auch nicht den Unterbietungswettkampf unter den Höfen.

      Und das Thema Bodendegradation ist bekannt, liegt nicht an Öko-Auflagen, sondern an der Wirtschaftsweise. Kohlenstoffstrategie ist Fehlanzeige für viele Betriebe, da heißt es unter Tierhaltern z.B. auf der Facebookseite vom BV SH: „Bloß unter 4% Humus bleiben, sonst hat man 20kg/ha Abstrich bei Nitrat.“

      • Thomas Apfel sagt

        Ich kanns nicht mehr hören Herr Suhr: Es gibt keinen Unterbietungswettbewerb zwischen den Höfen. Die Preise werden zwischen 4 großen LEH Zentralen und den Genossenschaften und Verarbeitern ausgehandelt und die Anbieterseite hat immer die schwächere Position, da der Abnehmer globalisiert auf billige Ware zugreifen kann. Dieser Schwachsinn, dass der Bauer nur wieder selbst Rechnungen schreiben muss, mit den richtigen kostendeckenden Preisen, geht vollkommen an der Entwicklung der Konzentration der Abnehmerseite sowohl für frische Lebensmittel, als auch für Agrarrohstoffe vorbei. Ich kann jede Menge Rechnungen mit Wunschpreisen schreiben, dar Abnehmer lacht sich kaputt.
        Ich weiß ja nicht, was Sie für eine Vorstellung von Humusbildung haben, aber das lässt sich weder schnell und einfach steigern, noch einfach runterfahren.
        Dritter Punkt zum eintausendsten Mal: Die Abfallquote im Lebensmittelbereich liegt in Deutschland bei 22 % davon sind 41 % noch verwertbar, das sin 9 % der verbrauchten Lebensmittel. Das ist gut und umfassend untersucht und dokumentiert. Das Einsparpotential liegt bei ca. 2,5 mio to. , das sind rund 5 % der verbrauchten Menge! Damit lässt sich keine Welternährungsdebatte führen und das gleicht auch die gewünschte Extensivierung um 30 % der heutigen Erzeugung nicht aus, eine Umstellung auf Öko-Anbau mit 50 % Ertragsverlust schon gar nicht.

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