Bauer Willi
Kommentare 76

BMEL: Wir finden es falsch, werden es aber nicht ändern

Diesen Briefverkehr hat mir M. L. aus Hamburg geschickt.

ANFRAGE AN DAS BMEL:
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir will den Export von Pflanzenschutzmitteln verbieten, die in Deutschland keine Zulassung haben.
Sein Argument: „Es geht nicht an, dass wir nach wie vor Pestizide produzieren und exportieren, die unsere Landwirte hier nicht benutzen dürfen, da wir sie mit Blick auf die Gesundheit der Menschen zurecht verboten haben.“

Meine drei Fragen an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft:

In vielen Ländern werden diese Pestizide auch nach einem deutschen oder europäischen Exportverbot aufgrund anderer Beschaffungsquellen weiter eingesetzt werden.

1.         Plant die Bundesregierung ein Importverbot für Lebensmittel, bei deren Anbau diese Pestizide verwendet werden?
2.         Plant die Bundesregierung eine verpflichtende klare Kennzeichnung für Produkte mit bei uns so nicht erlaubten Erzeugungsmethoden?
3.         Plant die Bundesregierung mindestens eine Herkunftsangabe für die landwirtschaftlichen Rohstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln?

Warum müssen wir deutsche Landwirte mit Ware konkurrieren, die mit gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmitteln (Aussage Cem Özdemir) erzeugt wird?
Warum wird  so etwas unseren Verbrauchern ohne Kennzeichnung untergejubelt?
Warum werden weiterhin solche Methoden im Ausland finanziert durch Konsum bei uns?

Ich und weitere Landwirte erwarten dazu eine Antwort

Mit freundlichen Grüßen
M.L.

 

ANTWORT DES BMEL:

Sehr geehrter Herr L.

vielen Dank für Ihre Anfrage, die bei uns unter der folgenden Bearbeitungsnummer geführt wird: (Hier folgt eine lange Nummer)

Als zentraler Bürgerservice des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) möchten wir Ihnen gerne antworten.

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, den Export von “bestimmten Pestiziden” zu untersagen, “die in der Europäischen Union aus Gründen des Schutzes der menschlichen Gesundheit nicht zugelassen sind“. Deutschland folgt damit dem Beispiel Frankreichs und der Schweiz. Die Bundesregierung wird sich im Weiteren gemeinsam mit Frankreich für einen EU-weiten Exportstopp einsetzen. Oberste Ziele sind auch hier der Schutz der menschlichen Gesundheit und das Setzen gleicher globaler Standards. Es braucht fairen auf gleichen Regeln basierender Wettbewerb. Dass Landwirtinnen und Landwirten in Deutschland bestimmte Mittel nicht verwenden dürfen, weil sie als gesundheitsschädlich eingestuft sind, aber anderswo zum Einsatz kommen, ist nicht vermittelbar.

Insgesamt sind vielfältige Anstrengungen nötig, um das Risiko und die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und einen nachhaltigeren Pflanzenschutz weltweit zu fördern. Wichtig sind hier auch Initiativen auf supranationaler und internationaler Ebene und eine Vermittlung des europäischen Ansatzes auch im Dialog mit Drittstaaten. Die Europäische Kommission will sich aktiv für das Auslaufen der Verwendung von in der EU-nicht mehr genehmigten Wirkstoffen einsetzen. Die Bundesregierung unterstützt diesen Ansatz (BMEL-Pressemitteilung 12.09.2022).

Herr Bundesminister Cem Özdemir hat sich bereits international für eine nachhaltige und krisenfeste Landwirtschaft eingesetzt. Kürzlich haben sich die Agrarministerinnen und Agrarminister der Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu einer nachhaltigen Transformation der globalen Agrar- und Ernährungssysteme verpflichtet (BMEL-Pressimitteilung 04.11.2022).

Europäische Höchstgehalte können auch für Wirkstoffe festgesetzt werden, die in der EU nicht zur Anwendung zugelassen sind, deren Rückstände aber in importierten Erzeugnissen auftreten. (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Lebensmitteln)

Ein Importverbot für Lebensmittel, bei deren Anbau derartige Pestizide verwendet wurden oder eine entsprechende Kennzeichnung ist aktuell nicht geplant.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnten.

Ihre Hinweise zu weiteren Aktivitäten in diesem Bereich haben wir aufgenommen und bedanken uns dafür.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
Y. Dills
(Verbraucherlotsin)

Verbraucherlotse für Ernährung, Landwirtschaft und gesundheitlichen Verbraucherschutz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Stabsstelle 73 „Pressestelle, Bürgerangelegenheiten“
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon:  0228 – 24 25 26 27
E-Mail:   info@verbraucherlotse.de
Internet: www.verbraucherlotse.de

Die beiden entscheidenden Sätze habe ich rot markiert. Sagen sie doch aus, dass man den unfairen Wettbewerb erkannt hat, aber weiter zulassen will.

(Aufrufe 5.112 gesamt, 1 heute)

76 Kommentare

  1. sonnenblume sagt

    Der Bundesrat hat die Tierhaltungskennzeichnung ans BMEL zurück gegeben. Muss überarbeitet werden. Was Herr Özdemir jetzt wohl daraus macht?

    1
    • ReinerStoff sagt

      Alter Verwalter, da verschlägts einem doch glatt die Sprache, was werfen sich diese Leute ein?

      “10. Was konkret meint der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
      Cem Özdemir nach Kenntnis der Bundesregierung, wenn er sagt,
      dass das Exportverbot auch einen positiven Nebeneffekt für unsere Landwirte
      habe, weil dadurch auch ein Stück weit mehr Fairness im Wettbewerb
      geschaffen werde, und wie berechnet sich dieser „positive Nebeneffekt“
      (https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/11
      9-vo-exportverbot-pestizide.html)?
      Die Verwendung von Mitteln mit bestimmten Wirkstoffen, die gesundheitsgefährdend
      und deshalb in der EU verboten sind, durch Landwirte in Drittländern
      hat einen Doppelstandard zur Folge, der auch einen Wettbewerbsnachteil für
      Landwirtinnen in Deutschland bedeutet. Doppelstandards zu beenden stellt ein
      Level-Playing-Field her.”

      🤔😱🤮🤬

      1
  2. D aus R sagt

    hallo der erste Schritt wäre eine Herkunftsbezeichnung auf den Produkten. mir scheint das dieses von der Politik her in keinster Weise gewünscht ist (???) es reicht ja schon die Bezeichnung z. b. nicht deutscher Herkunft.

    4
    • Reinhard Seevers sagt

      Wen soll die Herkunftsbezeichnung interessieren. Es ist doch bei Obst und Gemüse heute so, dass 80% mit ausländischer Herkunftskennzeichnung gekauft wird. Wenn der Anteil ausländischer Wäre steigt, zuckt der Kunde nur mit den Schultern, auch bei Fleisch….so what?

      6
    • Brötchen sagt

      Ich hab letztens mir Stück Rindfleisch gekauft für 7 Euro bei Lidl in der Theke.
      Nach Aussehen gekauft.
      War super Quali.
      Stand 5 mal USA drauf.
      Hab ich erst hinterher gesehen.

      Fazit:

      Das bilden sich bestimmte Leute ein, das das was bringt!
      Ich bin absoluter Fachmann was das betrifft…..und selbst ich gucke da nicht hin.
      Und es gibt in den einschlägigen Märkten schon Haltungskennzeichnungen wie 2 zu kaufen, auch bei Aldi.

      Ich will ein Produkt kaufen und ich will nicht minutenlang lesen…..zudem muss ich erst die Brille rauskramen.

      Früher wollte ich ja mal noch besonderes Angebot unterstützen.
      Jetzt kauf ich eher bewusst das Gegenteil….

      5
      • Reinhard Seevers sagt

        Sehe ich genauso Brötchen,
        in dem Moment, wo ein Zertifizierer wie z.B. ecocert ein Biosiegel auf chinesisches Fleisch kleben lässt, ist der labelverliebte Deutsche zufrieden und vertraut dem Zertifikat.
        Die Vielfalt an Produktinformationen auf dem Produkt führt zur Vereinfachung der Entscheidung, zur subjektiven adhoc- Entscheidung.
        Es ist doch nicht mehr normal, wenn allein das simple Produkt Milch mit einer solchen Informationsflut in den Regalen steht. Kein Schwein interessiert, ob die Verpackung aus nachhaltig zertifizierter Forstwirtschaft stammt. Welcher hirnrissige Merketingstratege denkt sich so einen Scheiß aus?
        Weiße Packung, Milch drauf schreiben, meinetwegen in Rosa, Fettgehalt, Menge und Haltbarkeit…..mehr ist Unsinn.

        6
        • Brötchen sagt

          Ja Milch da stehen heute 10 Siegel drauf, das ist langsam lächerlich.

          Ich verkaufe selbst auch Fleisch seit der Wende und habe das alles erlebt.

          Aldi, Lidl oder wie sie noch alle heißen, die verkaufen Ihr Zeug und die wissen genau was die Leute kaufen und nicht kaufen.

          Ich empfehle den ganzen Klugscheißern mal einen Tag am Bratwurststand, da lernt man den Kunden, unser scheues Reh, so richtig gut kennen.

          Herr Ozdemir und wie sie alle heißen, die haben sicher in ihrem ganzen Leben kein Produkt verkauft, ausser ihr Parteiprogramm…..aber das ist ein anderes Thema.

          9
          • Brötchen sagt

            Man kann sicher da was raufschreiben, aber das würde ich dem Verkäufer überlassen, der muss das auch verkaufen!
            Und der wird sich auch darum kümmern, das er das geliefert bekommt, was er verkaufen und bewerben kann.

            Zu aller erst einmal…….mehr geht immer…..

            aber langsam wirds lächerlich…

            2
            • Reinhard Seevers sagt

              Der Verkäufer ist doch heute schon derjenige, der entscheidet, welche Attribute sein Produkt bewerben sollen, um ihm einen Mehrwert und damit einen höheren Umsatz zu generieren. Die ganzen Deklarationen sind ja nicht verordnet. Wenn die Herkunft deklariert wird, kann das auch ins genaue Gegenteil münden, aber das muss man dann wohl aushalten!😄

              1
              • Smarti sagt

                Herr Seevers, so eine ” ganz einfache ” Milch ohne Gentechfrei, ohne Haltungsstufe 2 – die kauft Edeka nicht mehr !
                Diese Milch wird noch produziert, aber z.B. bei Lactosefrei untergejubelt oder als Milchpulver verkauft.
                Ohne Nachhaltigkeitszertifikat ( Bäume zählen, Solaranlage etc. ) für abertausende Euro wird bald keine Milch mehr abgesetzt werden können.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Wenn es keine andere gäbe schon. Da aber das Alleinstellungsmerkmal nicht mehr über das Produkt, sondern über Nebenkriegsschauplätze erfolgt, deshalb muss sich der Vermarkter die blödesten Dinge ausdenken. Es geht ausschließlich um die Geschichte rund ums Produkt, nicht ums Produkt…..Überversorgung eben.

                  2
        • Das seh ich anders. Ich wünsche mir einen eindeutigen Hinweis, auf das Herkunftsland. Alles andere ist zweitrangig. Bei einem multikulturellen Produkt kölann man auch das vermerken. Was ich nicht brauche ist: Bio vom anderen Ende der Welt, schwarz -rot-goldene Flagge mit dem Zusatz “unterstützt die Nationalmannschaft bei der WM”, Landliebe Butter aus niederl. Milch, Deutsche Markenbutter aus Milch jenseits deutscher Grenzen usw.

          7
            • Na z.B. TK- Suppengemüse mit Gemüse aus versch. Ländern. Oder Honig aus EU- und nicht EU- Ländern.

              3
              • Peter sagt

                Lustig, nun fahren wir alle “multikulturelle” Auto`s…ich will unbedingt, dass der Kabelbaum meines Vehikels ordentlich gekennzeichnet ist! …die Gehirnwäsche wirkt…

                1
                • Beim Auto ist es dov6ch egal, wenn man den langen Lieferweg nicht berüchsichtigt.
                  Hauptsache es kommt durch den TÜV.
                  Ist doch nur totes Material.
                  Bei Nahrungsmittel ist das was anderes.
                  Da muss man bei der Herstellung mehr berücksichtigen.

              • Pälzer Buh sagt

                “Oder Honig aus EU- und nicht EU- Ländern.”

                Das mit dem Honig ist heute schon “Norm”. Das Land ist entscheidend. Schlechtestes Beispiel ist China: Da kommt der als Honig deklariert auf den
                Europäischen Markt (Kontrolle Fehlanzeige). Obwohl dies gar kein Honig ist, sondern Sirupartiges irgendwas. Alle in der EU kennen dieses Problem seit mehr als 10 Jahren und keinem Interessiert es.

                6
          • Reinhard Seevers sagt

            “Das seh ich anders. Ich wünsche mir einen eindeutigen Hinweis, auf das Herkunftsland. ”

            DAS sind eben Einzelinteressen, die nicht die Mehrheit wiederspiegeln. Aber etliche meinen aus ihrer Einzelsicht dann eben eine pauschale Sicht ableiten zu können. Ist wie bei Bio, was ja eine Mehrheit sich angeblich wünscht.

            1
              • Reinhard Seevers sagt

                Dann, wenn eine Mehrheit den Schwachsinn ablehnt…..und mehrheitlich Bananen aus Costa Rica kauft, anstatt aus Deutschland.☝️😉

                1
            • Smarti sagt

              Das Herkunftsland anzugeben, wird wohl kein Hexenwerk sein. Alleine zur Unterstützung der Landwirte in dem jeweiligen Land ist das eine gute Sache. Evtl. interessiert den einen oder andern auch noch der Transportweg.

              2
              • Brötchen sagt

                so einfach ist das nicht smarti.

                hier gibt es total regionales Fleisch von BESH BW nur 700 km weg.
                in ganz mitteldt. gibt es nur noch zwei grossschlachthöfe und davon will der eine auch noch zumachen hieß es.

                selbst das mit dem Transport eh bullshit….
                das belastende ist das aufladen….ob das Ding nun 200 km weiter fährt ist wumpe
                wenn es wackelt ist hinten alles ruhig.

                zumal Transport teuer ist. wenn es nicht sein muss, fährt eh niemand.
                in ganz ostdt. gibt es eh keine grossen Verarbeiter mehr.
                die holländischen Kollegen hier kaufen alles in nl ein….auch total regional….ob das nun 20 km weiter wech oder von Bauer Willi kommt ist auch wumpe.
                zumal die grossen Buden nie wissen. wo nächste Woche die Rohstoffe herkommen.

                ganz toll wäre auch, wenn ich da anfrage….ich hätte das was….wollt ihr haben…. dann sagen die…tut uns leid ist 2 km zu weit weg. dürfen wir nicht nehmen….wegen dir drucken wir nicht alles neu…zumal die rumänen mit der Maschine grad nicht klarkommen.

                und und und

                Fazit kann man machen, ist auch alles ganz toll.
                was ist nun mit bayr. Käse, Bodenseeobst…usw. ist alles fast 1000 km weg

                nach dänemark ist nicht so weit und nach Ukraine schon garnicht….also wäre Ukraine total regional
                Bodensee total böse böse

                2
                • Reinhard Seevers sagt

                  Freiwillig ist alles denkbar, liegt im Ermessen des Vermarkters. Aber bitte keine Pflicht daraus ableiten.

          • Bauer Willi sagt

            Sie wünschen sich das…
            Das ist schön, aber wenn es drauf steht, kaufen Sie dann anders ein? Nein, tun Sie nicht (meine Sie nicht persönlich). Der Verbraucher belügt sich und mich.

            4
      • sonnenblume sagt

        Das Ergebnis bleibt insgesamt doch im Sinne des Erfinders. Man hat was getan und den Willen des Bürgers befriedet, nur die Landwirte kommen damit nicht zurecht. Auflagen hoch und dann am Markt verhungern lassen. So wird man uns am schnellsten los.

        4
      • sonnenblume sagt

        Guck sich einer doch unsere Experten, Timmermans, Bender und Co. bei der Klimakonferenz an. Da hast man doch keine Lust mehr noch einen Finger zu rühren.

        5
      • Stadtmensch sagt

        “Stand 5 mal USA drauf.”

        Jetzt übertreibst du aber mit der Trotzreaktion 😉
        Und überhaupt…Schwarz Gruppe…nää!

        • Brötchen sagt

          doch war so….deswegen schreib ich das ja
          war glaube vorgereift, super marmoriert und sehr zart….besser geht nicht

          hier wird diskutiert 6 Mal D und die erlauben sich den Spass 😁

          in d bürokratisiert
          geboren
          aufgezogen
          gestreichelt
          mit der mütze betäubt
          mit liebevollen händen verpackt

          5
      • Bauer Willi sagt

        Ich habe neulich in der Schweiz Rindfleisch in der Bedientheke gesehen. 7,90 Franken. Für 100 g.
        Ok, war Bio. Aber achtzig Franken für 1 kg…

        1
        • Wieviel % sind 80 € vom Schweizer Durchschnittverdienst?
          Wieviel vom Deutschen?

          Wieviel % von seinem Verdienst müsste man 1960 für ein kg Rindfleisch bezahlen?
          Warum haben damals noch so viele Familien selber hausgeschlachtet?

          Da gab es noch keine Massentierhaltung.
          Und heutzutage gibt es auch Alternativbauern, die ihre Schlachtrinder 2 Jahre auf der Weide rumlaufen lassen, bevor sie sehr schonend und individuell getötet und geschlachtet werden.
          Und vermarktet wird es auch nicht in der Massenfleischabteilung eines Supermarktes oder deren Ramschauslage.
          Das kg von dem Fleisch ist ähnlich teuer.
          Keiner braucht Billigfleisch aus der Billig-ramschauslage zu kaufen und damit die Grossen Schlachthöfe zu unterstützen.
          Muss es nur bezahlen können.

  3. Jürgen Donhauser sagt

    Ein echter Schenkelklopfer: “Herr Bundesminister Cem Özdemir hat sich bereits international für eine nachhaltige und krisenfeste Landwirtschaft eingesetzt.”
    Definition Nachhaltigkeit laut Wikipedia: “Die beteiligten Systeme können ein bestimmtes Maß an Ressourcennutzung „dauerhaft aushalten“, ohne Schaden zu nehmen.”
    Wie kann ein Land nachhaltig Landwirtschaft betreiben ohne Fachkräfte und Betriebe? Die derzeitigen Zahlen der Betriebsaufgaben zeigen eindeutig: “Dem Volk laufen die Bauern davon!” – und da spricht Özdemir von nachhaltige und krisenfeste LW??? Wer erzeugt eigentlich die Krise?

    22
    • Peter sagt

      ha, ha, ha… wer oder was ist schon Wikipedia und wer oder welche aus dem Wahrheitsministerium schreiben für welche Halbwertszeit Definitionen? Auch wenn ich mich als Heide auf dünnes Eis begebe: “Dominium terrae” z.B. wird doch auch “zeitgemäß” umgedeutet.

      3
      • Reinhard Seevers sagt

        Nachhaltigkeit ist lediglich eine nicht definierbare Begrifflichkeit, wie Massentierhaltung oder Umweltschutz….Begriffe, die jeder nutzen, deuten und verbiegen kann und darf, wie es seine Interessenlage gerade bedarf.
        Worthülsen als Ersatz für konkrete Handlungen….Blabla eben.

        8
        • Nachhaltigkeit ist für mich

          Haushalten können = wirtschaften können.

          Das bracht man in der Haus-, Land- und der Forstwirtschaft.
          1. mit Geld wirtschaften (ob es sich lohnt) damit für spätere Situationen (danach) auch noch was da ist.
          2. mit den Ressourcen, wie Obst u. Gemüse aus dem Garten und Gras von der Wiese oder Acker haltbar machen, damit danach im Winter auch noch was da ist.
          3. So geht es auch mit den Bäumen in dem Wald, also die, die wir entnehmen, müssen wir auch wieder nachpflanzen, damit die Generation nach uns auch noch davon hat.
          Also so wirtschaften, dass “Danach” für unsere Kinder auch noch etwas erhalten bleibt, eben nachhaltig.

          In der Forstwirtschaft wurde der Begriff “Nachhaltigkeit” offiziell und danach für den Umweltschutz übernommen.
          Da bedeutet “Nachhaltig” eben auch dass die Umwelt danach auch noch einwandfrei funktioniert!
          Dazu braucht man die Biodiversität.
          Und die verstehen nur studierte Agrarier und Biologen!

          aber keine Architekten, höchstens welche, die ich dafür interessieren.
          Die verstehen nur, dass man einen Stall anstatt mit Stahlgebälk lieber mit Holzgebälk baut,
          weil das Holz später, wenn man es nicht mehr braucht wieder rückstandslos zurück in die Biodiversität fließt.

          Und unsere Kinder hätten
          danach
          keine teuren Umweltschäden deswegen zu beseitigen!

          So ist es in vielen Sachen,
          auch bei Einkaufstüten.

        • Bauer Willi sagt

          Wir sollten mal eine Stoffsammlung machen zum Thema Worthülsen….
          Eine Enzyklopädie der Bedeutungslosigkeit..,
          Ein Lexikon der Sprechblasen…

    • Ja,
      Özdemier ist leider kein Fachmann.
      Warum nimmt er die Stastöich geprüften Landwirte nicht ernst?
      Das ist doch die Voraussetzung für eine umweltfreundliche Landwirtschaft.

      1
  4. Sagwas sagt

    Bin beruflich viel in Frankreich und Belgien unterwegs: Die Probleme sind überall die Selben, schaut Euch mal die Seite “Mauvaise graine” vom wallonischen Bauernverband an https://www.fwa.be/fwa/mauvaise-graine. Es wird mir aber immer wieder gesagt, dass im Gegensatz zu da, die Bürokratie in Deutschland ja noch funktioniere. Wenn ich das verneine, ernte ich großes Erstaunen, wir gelten immer noch als Vorbild. Eine belgische Bäuerin: wenn das bei Euch knirscht, wird es bei uns noch schlimmer.

    5
  5. Unser Staat ist zum Selbstbedienungsladen der Parteien verkommen, Viele ihrer Akteure werden immer erfolgreicher in der Selbstoptimierung, verstoßen permanent gegen den Amtseid ohne für die Folgen ihres Handelns haftbar gemacht zu werden. Der Wähler reagiert nicht (siehe Niedersachsen, demnächst Berlin bei der Wahlwiederholung) und “die letzte Generation” ist zu doof.

    18
  6. Andreas sagt

    Jetzt haben wir fast ein jahr Rot-Grün und was ist die Folge:
    Die Dax-Konzerne machen Rekordgewinne
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/dax-fuer-diese-15-dax-konzerne-wird-2022-trotz-aller-krisen-ein-rekordjahr/28685678.html
    Sollen doch BASF und Co ins Ausland gehen und dort ihr Gift produzieren.
    Es hat nur Vorteile:
    Die Gewinne steigen und damit die Dividenden
    Unsere Luft und das Grundwasser werden besser
    Der Fachkräftemangel wird abgemildert, bei uns jammern zur Zeit
    alle kleinen Handwerksbetriebe, weil ihnen die Industrie die letzten
    guten Fachkräfte mit großen Zeitungsanzeigen weglockt.

    2
    • Reinhard Seevers sagt

      Andreas gehört auch zu den Menschen, die ihr Weltbild aus der Ökoblase zaubern, wie es scheint. Die deutsche Wirtschaft wird nicht von den DAX Konzernen bestimmt. Aber die Löhne sehr wohl von den Gewerkschaften verhandelt. Und die guten Löhne der Metallbranche ziehen bei uns alles ab, was Handwerk benötigen würde, aber nie bezahlen kann….lieber Andreas.

      20
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die frei werdenden Fachkräfte der Chemischen Industrie, werden vor deinem Hoftor Schlage stehen, dass sie bei dir mit der Sense das Gras mähen und mit der Handhacke die Rüben hacken dürfen. Das Paradies für uns Bauern ist nahe.

      20
        • Pälzer Buh sagt

          Inga, wir sparen kein Gramm PSM ein nur weil in Drittstaaten produziert wird. Es kommt immer auf das Wetter an, in der Jeweiligen Kultur. Aber widerrum müssen unsere Andreas*innen in der Politik erst verstehen.

          4
          • Und wir würden mitm enschlicher manueller Arbieit viel zu teuer produizeren und dann wäre das mit
            PSM belasterte aus denDrittstaaten
            viel billiger.

            Und dann kann der Verbraucher sich ja entscheiden, ob er das achso giftige aus den Drittstaaten kauft oder das teurer einwandfreie von uns.
            Und lieber das teuer verdiente im Schweißes eines Angesichtes errungene Geld für die Lebnesmittel , für die Mittel zum Leben ausgibt oder nicht.

            Jedenfalls meckern darf er dann nicht mehr.
            Wenn die Massentierhaltung mal abgeschadfft ist, dann und das Fleisch teurer wird, dann ist es auhc so.

            Also jeder kann jetzt schon nachhaltig Lebensmittel konsumieren.

            Wenn er das nicht tut,
            dann ist es sein Problem.

            Er muß nur das im Schweiße seines Angesicht verdiente Geld dafür ausgeben.

            2
  7. Reinhard Seevers sagt

    Gülle auf die Straßen und Ferkel vor den Bundestag sind nicht vorstellbar?
    OK, dann werden wir hier eben lediglich weiter unseren Unmut in die Tasten hauen und es passiert nichts. Derweil kleben sich andere auf den Straßen fest und bekommen mediale und politische Aufmerksamkeit….so what?

    20
    • Ferkelhebamme sagt

      Ich bewerbe mich jetzt als Verbraucherlotse beim BMEL. Ein paar Textbausteine im Homeoffice zusammenkopieren krieg ich auch hin. Dann ist das Familieneinkommen gesichert und die Schweinchen kann ich getrost als Hobby machen.
      Der Nabu droht aktuell dem Minister und macht Druck bei Fleischabgabe und Haltungsumbau-Finanzierung. Dann kann ich endlich abstocken, meinen Traumstall bauen und mit meinem Hobby die Akademikerkreise bedienen.
      Bitte Nabu mehr Dampf! Bevor die Schweine ganz weg sind und Pferde einziehen.
      Den Acker pflastern wir mit PV zu (Work-Life-Balance!) und noch paar Energiepflanzen für Biogas, da kommt es auf Pflanzenschutz auch nicht so an.

      16
      • Stadtmensch sagt

        “Ein paar Textbausteine im Homeoffice zusammenkopieren”

        Gibt auch Behörden, da willst du für alles Geld der Welt nichst klickern:

        https://www.nzz.ch/international/auslaenderamt-frankfurt-eine-behoerde-vor-dem-kollaps-ld.1711092

        1400 “Kunden” pro Mitarbeiter, mit ganz kurzem Geduldsfaden nach 6 Monaten Wartezeit. Hängen ja auch Existenzen dran…
        Glaube die Landwirtschaft ist momentan nicht unser Problem.

        Unsere Bürokratie ist nicht für Kriegs- und Krisenwirtschaft gemacht. Nur Bauern können es sich theoretisch leisten, auf Bürokratie zu verzichten.
        Der Rest, also 98% der Gesellschaft, muss leider auf Institutionen vertrauen. Sieht nicht gut aus an der Front.

        9
        • Vieleicht ist es alszu menschlich, wenn auf indirektem Wege einer E-Mail-Adresse ein Antrag gestellt wird.
          Und dann noch in großer Flut (1400 pro Mitarbeiter)

          Massenabfertigung tut dem Individuum Mensch nicht gut.

          Dem Bearbeiter nicht und dem “Kunden” nicht!

        • Smarti sagt

          Behörden sollten doch von der Bevölkerung bezahlt und angestellt sein, um ein faires Miteinander von Menschen zu ermöglichen.
          Wenn jemand seinen Arbeitsplatz ( und damit die Wohnung, das Bleiberecht, ja die ganze aufgebaute Existenz ) wegen ein paar fehlenden Angestellten verliert – was soll man da noch sagen… bei den Landwirten ist es ( siehe oben ) ja in etwa gleich…
          Bei der Bahn, im Bau, im Gesundheitswesen…
          Das stimmt schon, die Landwirtschaft macht noch keine Probleme – aber warte mal ab, bis die Landwirtschaft weg ist 🙂 .

          5
  8. Thomas Bröcker sagt

    Die Wirkstoffproduktion ist längst weitgehend nach Indien und China verlagert. Die Mittel selber können auch an jedem andern Ort der Erde zusammengemixt werden. Irgendwie toben sich bei uns in den oberen politischen Etagen der Umwelt- Natur- und Landwirtschaftspolitik (Reihenfolge = Wichtigkeit in den Köpfen der o.g. Politiker)
    Alles wird irgendwelchen pseudowissenschaftlichen Erzählungen untergeordnet.
    Ich habe mir gestern mal ein paar Exemplare des “Magazin des Leibnitzinstitutes für Agrarlandforschung (ZALF)” angetan. Die haben das selbe Niveau, wie Sendungen des RBB oder WDR zum Themenkreis Umwelt und Landwirtschaft. Weder die Eckdaten und Ausgangsthesen der Projekte sind erwähnt, noch konkrete Zahlen z.B. der Aufwandmengen (Beispiel Biokohle). Das ist wie in den Ö.R.- Medien. es werden Erzählungen veröffentlicht, die den Mainstream bedienen – einfach nur peinlich für ein Blaue Liste Institut.

    19
    • Thomas Bröcker sagt

      – um den Satz zu beenden: In den oberen Etagen der Politik toben sich gerade die Ideologen aus. Und die medialen” Wachhunde” diffamieren Jeden, der die gemeinsamen Erzählungen ( von Politik und Mainstream-Medien) in Frage stellen. Selbst öffentlich finanzierte Forschung scheint es nötig zu haben, die festgesetzten Erzählungen (neben englischsprachigen wiss. Veröffentlichungen) in der Außendarstellung immer wieder zu bestätigen um nicht in Ungnade bei der Verteilung von Geldern zu geraten.
      Der obige Text zeig übrigens nur, dass Denen die Problemlage klar ist, aber in Anbetracht der Machtlosigkeit gegenüber den Marktmechanismen, in einer nationalen Traumwelt weiter agiert wird. Was solls, wird ja gut bezahlt, und für den so entstehenden Schaden wurde noch nie irgendein Politiker wirklich zur Verantwortung gezogen.
      “Spielen” zum Schaden der nationalen Wirtschaft ist im Moment das durchgehende Leitmotiv deutscher Politik.

      28
      • Bauer Willi sagt

        Aufschlussreich finde ich allerdings, dass sie dies auch noch öffentlich dokumentieren. Wir wissen es, aber wir tun nichts. Wie kann man solche Konflikte nur aushalten?

        15
        • Peter sagt

          Na ganz einfach: faktisch unkündbar, mehr als 30 Tage Urlaub, Tätigkeit in gut klimatisierten Innenräumen, pünktlich Feierabend, die Höhe des Gehaltes umgekehrt proportional zur “Arbeit”…

          16
        • Ferkelhebamme sagt

          Ich vermisse den Aufschrei der Verbraucherschützer. Kein Mensch kann im Supermarkt nachvollziehen, woher seine Lebensmittel stammen. Eine bewusste Entscheidung für oder gegen bestimmte Herkünfte ist kaum möglich.

          4
  9. Pälzer Buh sagt

    “Hersteller der Pflanzenschutzmittel sind ja unsere grossen Chemieunternehmen und die werden sich aus D zurück ziehen und im Ausland produzieren.”
    Diese Chemieunternehmen ziehen sich aus Europa zurück! Die BASF AG geht nach China. Läuft……

    6
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Als Phälzer sagt dir die Firma Dr. Spiess Chemische Fabrik GmbH Kleinkarlbach sicher etwas. Diese Firma war vor 50 Jahre mit PSM gut im Geschäft.
      Habe mal an einer Betriebsbesichtigung teilgenommen und beim Mittagsessen saß die damalige Seniorchefin an unserem Tisch. Du unserem Erstaunen erklärte sie, die ganzen PSM können innerhalb einer Woche hergestellt werden.
      Folglich ist der Verlust für Deutschland nicht so groß, wenn die Firmen den PS in das Ausland verlagern.

      3
      • Pälzer Buh sagt

        Natürlich kenne Ich die Firma Spiess, Hauptsächlich durch den Vertrieb von Kupferpräparate (welches ich nicht gern einsetze). Heute bzw schon vor einiger Zeit ist diese Firma verkauft. Was soll’s …. Neuer Firmensitz ausserhalb der EU.

        3
  10. Frikadellen piet 44 sagt

    wenn diese Mittel in der EU verboten sind werden Sie bestimmt nicht in Brasilien und woanders verboten werden und wir importieren die Produkte die produziert werden mit diesem Mitteln trotzdem das verstehe ich ja im Ganzen nicht irgendwie müssen wir ja satt werden

    2
    • Ist schon mal gut, dass sich die Verbraucherschützer auch drum kümmern, weil ihnen das “spanisch” vorkommt!

    • Das ist js das Schlimme.
      Mahlen die Mühlen der Regierung zu langsam und sie kommt später noch dahinter?
      Oder sind Finanzstarke Industrien , die die Politik beeinflussen, dahinter?

      Wann wird die Umwelt weltweit geschützt?

      • Reinhard Seevers sagt

        “Wann wird die Umwelt weltweit geschützt?”

        Sie ist nie geschützt worden Inga. Sie wird nie geschützt werden.

        4
        • Aber hier sind viele Initiativen in den letzen 50 Jahren dahinsichtlich gemacht worden.
          Von Auto bis Müll.
          Manche Bäche und Flüsse sind auch sauber geworden.
          Weil es schon früh genug in den Köpfen anfing .
          Ein Umweltminister ist deswegen auch durch den Rhein geschwommen.

          Ich meinte, wann fängt es weltweit in den Köpfen an,
          denn dann tut sich was.

  11. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Hersteller der Pflanzenschutzmittel sind ja unsere grossen Chemieunternehmen und die werden sich aus D zurück ziehen und im Ausland produzieren.

    Den Verbraucher interessiert “gut und günstig” und der Flug nach Malle!

    Im Augenblick hat er allerdings andere Prioritäten,nämlich die WM in Katar,obwohl täglich von den Medien vor diesen bösen Menschen dort gewarnt wird.

    8
    • Obwohl sie mit deutscher Innovation entstanden sind.

      Wenn das so ist, dann
      “Dann schmeißen wir ja mit dem Ar… um, was unsere Vorfahren aufgebaut haben”

      Und nur weil wir den Dummschwätzer hörig sind, die ihre Dummheit laut verbreiten.

      10
    • Schlaue und gebildete Verbraucher werden sich dann vermehrt danach richten und das in Betracht ziehen.
      Gesundes rückstandfreies Essen ist doch wichtiger als Malle, die Putzfrauenbinsel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert