Bauer Willi
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Bauern und Naturschützer – konstruktiv miteinander reden

Ich bin wieder einmal vom Bundesamt für Naturschutz zu einem Workshop auf die Insel Vilm bei Rügen eingeladen worden. Ich darf dort einen Vortrag halten. Mein Thema: Sprechen Bauern und Naturschützer unterschiedliche Sprachen?

Hier die Ankündigung und das Programm:

https://www.bfn.de/veranstaltungen-ina/naturschutz-und-landwirtschaft-im-dialog-2022-konstruktiv-miteinander-reden

Wer von euch hat Erfahrungen mit Naturschützern? Wie kommt ihr mit ihnen zurecht? Berichtet bitte, wenn es gut geklappt hat, aber auch, wenn es nicht funktionieren wollte. Was sind die Gründe? Für beides, den Erfolg und den Mißerfolg.

In eigener Sache:

Um auf die Insel Vilm bei Rügen zu kommen, sind zwei volle Tage An- und Abreise mit rund 10 Stunden Zugfahrt nötig. Mit dem Workshop von zwei Tagen also vier volle Tage. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich in der Zeit vom 14. bis 18.11. nur selten dazu komme, mich um den Blog zu kümmern. Ich bitte schon jetzt um Verständnis.

 

Bildquelle: BfN

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37 Kommentare

  1. Limes sagt

    “Im zweiten Teil der Veranstaltung werden verschiedene Kooperations- und Dialogprojekte vorgestellt, die in Bezug auf ihre öffentliche Kommunikation als besonders positiv zu bewerten sind und als Vorbild für künftige Projekte dienen können.”
    Hmm, irgendwie irritierend man möchte miteinander reden aber im Vorfeld haben schon einige bestimmt welche Kooperations- und Dialogprojekte besonders positiv sind. Unter konstruktiv miteinander reden verstehe ich man bespricht gemeinsam ein Thema und verabschiedet dann gemeinsam. Irgendwie habe ich hier den Eindruck jemand hat etwas im Vorfeld verabschiedet und Einwände wird man dann als destruktiv brandmarken. Kann mich natürlich auch täuschen.
    Man wird sehen, Willi wird sicher berichten. Gute Reise Willi.

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  2. Rolf Sieling sagt

    Zuerst einmal, nur so um die gemeinsame Kommunikation zu testen, kann DRAUSSEN bestimmt werden welche Bäume, Kräuter und Gräser vorkommen. Danach diskutieren die Fachkundigen weiter und die interessierten Zuhörer wechseln in das Foyer.

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  3. Eine gute Reise wünsche ich. Wie lang der Weg vom Rheinland nach MeckPomm werden kann, weiß ich natürlich sehr gut. Der größte Unsicherheitsfaktor ist dabei die Bahn.
    Leider ist der November nun nicht gerade ein besonders günstiger Monat für einen Besuch. Aber ihr wollt ja arbeiten.
    Ansonsten sieht man um diese Jahreszeit gelegentlich tatsächlich jene wenig ansprechende Agrarsteppe, die Elisabeth Ertl angesprochen hat. Aber dann peppen zumindest hier überwinternde Kraniche die Flächen auf. Da muss Österreich sicher passen .
    Der Tourismus trägt hier etwa 12 % zur Wertschöpfung bei . Und gerade Natur und Naturschutz sind dabei ein wichtiges Thema. Auch für viele Bauern ist der Tourismus ein wichtiges zweites Standbein. Andere widerum haben eher Probleme, weil sich Touristen durch den Einsatz von PSM gestört fühlen.
    Daher ist das Thema einer konstruktiven Kommunikation miteinander immens wichtig.
    Gerade vorgestern gab es in der Zeitung ein Interview zwischen unserem Landwirtschaftsminister- seit kurzem auch Klimaminister- und Nabu, BUND und Grüner Jugend. Die Top-Themen: Massentierhaltung Naturschutzverwaltung,Verschmutztes Grundwasser, Ökolandbau und – hatte die meisten Zeilen- Moorschutz.
    Sehr “hübsch” fand ich dabei die Feststellung der Grünen Jugend, dass die Ursache des schlechten Grundwassers der Stellenabbau in den Schutzgebieten sei.
    Also da gibt es viel zu tun….

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  4. Ehemaliges Hofkind sagt

    Zum Thema Umweltkommunikation ist ein Dokument des Umweltbundesamtes interessant: “Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der Sozialen Milieus in Deutschland“ von 2008. Darin heißt es im Abschnitt „Umweltkommunikation muss Lebenswelten berücksichtigen und milieuspezifische Handlungsmöglichkeiten aufzeigen“:

    „Die […] Leitmilieus gilt es daher erstmal zu überzeugen, dass tatsächlich mittels Umweltschutzes eine verbesserte Lebensqualität zu erreichen ist. In Bezug auf die übrigen Milieus ist eine stark fokussierte, mit einfachen Botschaften und öffentlichen Vorbildern arbeitende Umweltkommunikation zu empfehlen.“

    Das Umweltbundesamt hat für ihre Kommunikationsstrategie „Sinus-Milieumodelle“ des Sinus-Instituts verwendet. Das Modell fasst Menschen mit ähnlichen Werten und sozialen Lagen zu Milieus zusammen. Die Milieus sollen verdeutlichen, „was die verschiedenen Lebenswelten in unserer Gesellschaft bewegt (Werte, Lebensziele, Lifestyles) – und wie sie bewegt werden (Mediennutzung, Kommunikationspräferenzen).“ [sinus-institut.de]

    Daran wird deutlich, dass die Regierungen (und NGOs) seit circa 15 Jahren eine Strategie mit ZU einfachen Botschaften (so einfach, dass es schon wieder falsch wird) fährt. Bauern kritisieren das (teils sachlich teils verärgert) und führen biologische, ökonomische, rechtliche Prozesse oder Probleme an. Die „Gegenseite“ hört, glaube ich, jedoch oft einen Angriff und eine Ablehnung ihrer Werte heraus.

    • Bauer Willi sagt

      Vielen Dank für diese Hinweise. Ich denke, dass wir uns mit der Methodik von Kommunikation viel zu wenig beschäftigen. Anders als NGO müssen wir ja arbeiten und abends fehlt dann doch die Motivation.

      Ob unsere Verbände so geschult sind?

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      • Mit diesem Vorurteil könnte der Austausch auf Augenhöhe schwierig werden. Ich habe einige Kollegen, die wie ich 40 Std. arbeiten und dennoch für eine NGO tätig sind. Faul sind die ganz bestimmt nicht.

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        • Ich denke, Willi bezieht sich auf die hauptamtlichen NGO-Vertreter, und die sind wirklich massiv aufgestellt. Allein der NABU – BW hat über 40 hauptamtliche Mitarbeiter (Landesgeschäftstelle ohne Kreisverbände), davon sind 12! im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt. Davon kann der Bauernverband nur träumen!

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    • Stadtmensch sagt

      “Sinus-Milieumodelle”

      Tja, 75% der Menschen arbeiten mittlerweile im Tertiären Sektor. Der Anteil lag mal bei 30% und man konnte auch leben:
      https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61698/erwerbstaetige-nach-wirtschaftssektoren/

      Myriaden Institute, Consultings, Kanzleien bieten ihre Dienstleistungen an, um die Komplexität zu bewältigen, die sie selber schaffen. Und am Ende drehen alle durch…

      Einziger Ausweg: das Mehrprodukt in einen großen Topf und abstimmen lassen, wie es verwendet werden soll. Also Modell China: Parteien ersetzen durch einen großen “Volkskongress”. Wir können gerade schön vergleichen, welche Strategie sich bewährt.

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  5. Christian Bothe sagt

    Allein schon der Tagungsort ist eine Naturschutzidylle, lieber Bauer Willi! War ja für uns als Ossis nicht zugänglich, sondern nur für Honecker und Co.! Dadurch konnte sich allerdings die Natur perfekt entwickeln, wie man heute sehen kann…Viel Erfolg beim Workshop mit den Naturschützern…Hoffentlich erkennen diese die Sinnigkeit und Unsinnigkeit ihres Handelns gegenüber unserer nachhaltigen modernen LW, und das auch diese dort produzierten Nahrungsmittel an 365 Tagen im Jahr zu ihren Verzehrsgewohnheiten gehören…

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  6. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Der auserkorene Umweltschutzbeauftragte unserer Gemeinde ist ein berenteter ALDI-Manager, auf dessen Geheiß BGM und Gemeinderat zu spuren haben, selbstredend die tumben Bauerntore eben auch (- oder auch nicht 😉 )…

    Hier vereinen sich Soft Skills -weit schwerer zu verifizieren, weil die Einzelbeurteilung im Auge des jeweiligen Betrachters erheblich differieren kann- mit welchen Hard Skills, die nachweislich welchen Umfangs in der Thematik „Umwelt-/Naturschutz“ im Ehrenamt vorliegen!?

    Insofern kommt hier diese „Umwelt-/Naturschutzexpertise einer dilletantisch überambitionierten „Naturschutz-Nullifikation“ weit eher gleich…, langfristige Folgen heute noch nicht vollumfänglich abzuschätzen.

    Solange sich dieser nur im Außenbereich verlustiert, gefällt‘s den Bürgern, aber wehe, wenn auch ein solch scharfes Auge bisweilen innerorts zuschlägt…

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  7. Bauer Fritz sagt

    Wäre spannend, wenn die Vorträge als PDFs oder als Youtubes dem Licht der Öffentlichkeit ausgesetzt werden. Was ja im Sinne der gerade von NGOs so hochgepriesenen Transparenz und ihrer Liebe zur Öffentlichkeit kein Problem sein sollte.
    Einblicke in die Geisteswelten anderer könnten doch den einen oder anderen interessieren.

    Und weil gerade bei NGOs das medial verbreitet Erscheinungsbild vom uneigennützigen Guten im Kampf gegen die allzeit Bösen und die viel zu selten recherchierte Wirklichkeit so krass auseinanderklaffen, kann ich mir einen Hinweis auf einen zufällig aktuellen Tweet von gestern (samt Ergänzungslinks) etwa zum WWF nicht verkneifen:
    1) https://twitter.com/Axel_Bojanowski/status/1590648760756883456
    2) https://en.wikipedia.org/wiki/The_1001:_A_Nature_Trust
    3) https://www.theguardian.com/environment/2014/oct/04/wwf-international-selling-its-soul-corporations
    4) https://www.buchreport.de/news/freiheit-ist-nur-ein-wort/
    5) https://www.businessinsider.de/politik/der-staat-ist-einer-der-wichtigsten-geldgeber-des-wwf-deutschland-wie-unabhaengig-ist-die-umweltorganisation/

    Mein Verhältnis zu all diesen “Guten” ist sehr überschaubar. Ich habe seit vielen Jahren teils massive Schäden durch Biber auf meinen Feldern und Ufergehölzen zu gewärtigen. Hier stehe ich als Bauer defacto als jener letzte Trottel da, auf dessen Rücken die Kosten und Schäden des angeblichen Wunsches der Öffentlichkeit nach Erhaltung dieser “ach so putzigen Tierchen” ausgelagert werden. Plötzlich ist dafür nämlich keiner mehr zuständig und Entschädigungen an landwirtschaftlichen Gütern kann man sich sowieso aufmalen.
    Ganz im Gegensatz zu Biberschäden an öffentlichen Einrichtungen (Straßen, Staudämmen, etc.), wo Heerscharen von öffentlich Bediensteten ausrücken um diese zu beseitigen, zu betreuen, zu begutachten – alles natürlich mit öffentlichem Geld.
    Es ist damit noch schlimmer als beim Wolf.

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    • Bauer Willi sagt

      @Bauer Fritz
      Die Vorträge sollen im Anschluß an die Tagung zugänglich sein. Ob allgemein oder nur für den erlauchten Kreis der Teilnehmer werden wir sehen. Ich werde in jedem Fall darauf hinweisen (und einen Teil meines Vortrages nach der Tagung veröffentlichen)

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    • Stadtmensch sagt

      https://www.buchreport.de/news/freiheit-ist-nur-ein-wort/

      Danke für den Link!

      “So sieht Ablasshandel im 21. Jahrhundert aus. Die Konzerne brauchen die Handlangerdienste des WWF immer mehr, um ihr landgrabbing und die Vernichtung der letzten natürlichen Habitate der Welt politisch durchsetzen zu können.”

      “Viele niederländische Finanz-und Wirtschaftsbosse sind Mitglied im „Club der 1001“, der das Headquarter des WWF mitfinanziert. Die niederländische Übersetzung ist seit einem Jahr fertig, das Buch ist allerdings nicht erschienen. Der Verleger sagt, er sei unter Druck gesetzt worden. Wörtlich: „Wenn es um den WWF geht, hört in den Niederlanden die Demokratie auf.”

      “Stellen Sie sich vor, wir hätten das „Schwarzbuch“ WWF im Selbstverlag gemacht – als GBR etwa, bei der man auch mit dem Privatvermögen haftet. Wir wären damit untergegangen. Richtige, große und starke Verlage sind unersetzlich. Ihre Macht, ihr Geld, ihre Rechtsabteilung sind ein Garant der Meinungsfreiheit. Alles andere wäre naiv.”

      “Mich hat geschockt, wie schnell sich flammende Bekenntnisse zum aufrechten Gang als dünner zivilisatorischer Firnis erweisen können, wenn sie auf die Realität treffen.”

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      • Bauer Fritz sagt

        Genau das hat mich auch geschockt.
        Vor allem wenn große Verlage schon beim ersten woken “Gegenlüftchen” umfallen, wie jüngst der Ravensburger-Verlag bei Winnetou. Das ist schon kein vorauseilender Gehorsam, daß ist selnst verordnete Hosenschei..erei eines Verlages (immerhin unter den Top 20 der Branche).
        Und von großen TV-Stationen (speziell öffentlich-rechtlichen) hat man eigentlich ohnehin schon aufgehört “aufrechten Gang” wider dem Mainstream gegenüber NGOs zu erwarten – zumal sie meist selbst der Mainstream sind.

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  8. Klemens Minn sagt

    vielleicht sollte auch bewertet werden, inwieweit die jeweiligen Sprachen / Gruppen homogen sind. Nach meiner Erfahrung unterscheiden sich Naturschützer im (GROß)städtischen Umfeld von denen auf dem platten Land.

  9. Arnold Krämer sagt

    Ein Grundproblem ist, dass sich der landw. Familienunternehmer von morgens bis abends “müde arbeitet”, sich mit den alltäglichen Fragen der Produktionstechnik und Betriebsführung beschäftigen muss, während auf den anderen Seite Spezialisten mit einer Spezialsprache agieren/agitieren. Menschen, die vermitteln/übersetzen können und das Vertrauen der Landwirte genießen (könnten), z. B. als Mitarbeiter der Landwirtschaftskammern oder des Berufsverbandes, werden immer weniger.

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    • Arnold Krämer sagt

      Wer einen Eindruck von diesem Grundproblem bekommen möchte, rufe einmal die nachfolgende Seite auf:
      https://www.dafa.de/veranstaltungen/strategisches-forum-2022/
      “Landnutzung im Wandel” heißt schlicht und einfach, dass “die” Gesellschaft den Grund und Boden der Landwirte (deren Eigentum) zukünftig anders genutzt sehen möchte. Man klicke nur einmal die einzelnen Vorträge an, um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, woran so alles geforscht wird und worüber so alles nachgedacht und politisch vorangetrieben wird. Unter den rund 150 Teilnehmern der Veranstaltung gab es nicht eine Handvoll Landwirte, aber sehr viele NGO-Vertreter von außerhalb des klassischen Berufsfeldes.

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      • Stadtmensch sagt

        Habe mir mal die Folien vom Punkt 9.11., 10 Uhr angeschaut. Da sieht man ganz am Ende ein Foto von der Laguna Blanca Farm. Bei google hab ich mir dann das rausgesucht https://mutmacherei.net/laguna-blanca-ein-paradies-auf-erden/

        Ich deute das so, dass jemand mit North-Face (Umweltzerstörung durch Tourismus) und Esprit (Wegwerfmode) reich geworden ist und dann mit der gewonnenen “Gestaltungsmacht” versucht, die Welt nach seinem Geschmack zu formen.
        Mit solchen Beispielen lassen sich wohl viele Anhänger gewinnen. Es ist aber eine Momentaufnahme und die Ästhetik (mehr nicht) hat ihren Preis, den jemand bezahlen muss.

        Ich bin absolut für Experimente mit Mikroklima, PatchCrop, C-Sequestion, Multi-Sensing-Monitoring-Pipapo, aber wenn man ohne gesicherte Datengrundlage dran geht, ein funktionierendes System zu transformieren, ist das für mich nur ein weiterer Beleg für ahnungslose Hybris und Selbstüberschätzung.

        Für jeden angeblichen Beweis, dass die wissenschaftliche Landwirtschaft nicht nachhaltig ist, lassen sich mühelos doppelt und dreifach so viele Gegenargumente bringen. Warum nicht erst mal den verschwenderischen Individualverkehr transformieren, Vereinzelung, Zersiedelung, Horten von Dingen, Konsumismus, Schwemmkanalisation? Aber nein, als Sündenbock müssen die Landwirtinnens herhalten, die ja die Hälfte des Bundesgebiets “kontrollieren”.

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    • “Spezialsprache” Es ist ein mittlerweile weit verbreiteter “Trick” (oder eher Unsitte) von “Spezialisten” eines Fachgebietes, eine eigene Terminologie zu erfinden, um andere auszugrenzen und zu disqualifizieren.

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      • Klemens Minn sagt

        das ist so nicht ganz richtig. Für bewußte Abgrenzung durch Sprache gibt es viele Beispiele, Latein auf der einen Seite und Platt im Ort A zu Ort B auf der anderen Seite.
        Heute erleichtern Fachausdrücke in Bereichen die Kommunikation in den Bereichen, denn sie sorgen für Klarheit und eine eindeutige Beschreibung.

  10. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Im Naturschutz läuft alles nach festgelegten Statuten,woran nicht “gerüttelt” werden darf!

    Die höchste Population hatte ich auf meiner Kiebitzfläche, als ich dieses “böse gelbe Zeugs” gespritzt hatte,was ich hier nicht nennen darf.

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  11. Schmeckt gut sagt

    Moin Willi, wir liegen mit 20% unserer Flächen im Naturschutzgebiet und haben dadurch oft Kontakt mit “echten” und auch “selbstkonstruierten” Naturschützern. Erstere haben “Übersetzungsprobleme” wenn es, wie in allen Wirtschaftsbereichen nunmal üblich und auch erforderlich, um Wirtschaftlichkeit geht. Bei der zweiten Sorte Mensch stößt man komplett auf “Durchzug”. Kein Argument zählt, auch offensichtlich kontraproduktive Verhaltensweisen werden schön geredet (Bsp. Betreten von Naturschutzflächen bei Waldbrandstufe 4-5, obwohl verboten). Ich lasse dies mal so allgemein formuliert stehen.

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  12. “NGO-Kommunikation zwischen Kooperation und Konfrontation” Dieser TOP macht für mich den Kern des Verhältnisses zwischen “Naturschützern” und Landwirten aus. Es wird sicher spannend, was die NGO-Referenten dazu vortragen (Willi wird berichten?). Meine Erfahrung ist, dass die NGO´s Kooperationen allermeisten nur als Deckmäntelchen verwenden, das Geschäftsmodell der NGO´s aber in der Konfrontation liegt. Diese Vorgehensweise wird nach unten bis in die örtlichen Organisationen durchexerziert. Mittlerweile stehe ich solchen Kooperationen wie dem FRANZ Projekt sehr kritisch gegenüber. Ergebnisse im Sinne der NGO´s werden publziert, passen sie nicht ins Bild werden sie übergangen. Während sich Bauernvertreter dieses Projektes gegenüber den NGO´s aus übertriebener Rücksicht auf NGO´s zurücknehmen fahren die NGO´s weiterhin auf Konfrontaionskurs. Zu glauben man könne diese mit Hilfe von Kooperationen besänftigen ist ein Irrglaube!

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    • Wolfgang Kolbe sagt

      Mit den selbsternannten Naturschützer kann ich nicht reden geschweige denn diskutieren. Argumente und Tatsachen und natürliche Phänomene zählen nicht. Die Anerkennung, dass der Hase anders läuft wie von ihnen propagiert würde ihr Geschäftsmodell zerstören. NGOs leben super im linksgruenen gemaesteten Politiksumpf!

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  13. Reinhard Seevers sagt

    Ist ja toll, dass du daran teilnehmen darfst.
    Es geht also nur um die Kommunikation, nicht mehr um die Sinnhaftigkeit, den Nutzen, die Erfordernis von Naturschutz? Alles ist im Sack, man muss es nur noch richtig kommunizieren.
    Wenn ich sehe, dass der Beitrag: “Behördliche Naturschutz-Kommunikation”
    nur 10 Minuten einnimmt, dann spiegelt es die Tatsache wieder, dass es ausschließlich darum geht, festgesetzte Ziele so lange zu belabern, bis sie im Hirn angekommen sind.
    Die Behördliche Kommunikation ist Baustein zwischen Gesetz und Umsetzer. Ich arbeite in 7 Bundesländern und habe mit dutzenden Behörden zu tun. Hier sitzen die unterschiedlichsten “Naturschützer”, die für die Umsetzung der Gesetze zu tun haben. Wenn der Sachbearbeiter ein Pragmatiker ist, läuft es in der Regel einigermaßen gut. Wehe es handelt sich um einen “Bauernhasser”, dann wird das Gesetz schon mal so ausgelegt, wie er es “versteht”. Wenn man Zeit und Muße zur Klage hat, dann kann man dem etwas entgegensetzen. Die Kommunikation ist aber vor Ort nicht mehr möglich.
    Wir haben am Donnerstag 2 Stunden vor Ort über die Eingrünung eines Wohnhauses wirklich gestritten. Es gab laut Fachingenieur, der einen LFB (Landschaftspflegerischen Fachbeitrag) erstellt hatte keinen Grund für die Forderung. Wenn aber die Dame die Kompetenz der anderen Seite anzweifelt, obwohl sie selbst gar keine Ausbildung der gleichen Art besitzt, dann ist Kommunizieren zwecklos. Man will endlich die Genehmigung.

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    • Bauer Willi sagt

      Ja, diesmal geht es nur um Kommunikation. Mit Sicherheit werden auch Beispiele für Sinnhaftigkeit diskutiert. Allerdings ist ja der zahlenmäßige Anteil von landwirtschaftlichen Praktikern zu Naturschützern etwas unausgewogen.

      Vor drei Jahren hat es ein sehr ordentliches Protokoll gegeben, mit dem alle Seiten zufrieden sein konnten. Hier noch mal zum Nachlesen. Man beachte auch die Teilnehmerliste. Auch damals war das Verhältnis Landwirtschaft zu Naturschutz “verbesserungsfähig”

      https://www.bfn.de/publikationen/positionspapier/11-punkte-fur-einen-gemeinsamen-weg-zu-mehr-biodiversitat-im-ackerbau

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wow, wenige ohne den akademischen Grad des “Dr.”…….da ist man sich dann intellektuell schnell einig, oder? 😎

        Was mich immer wieder stört, ist die Überantwortung der angeblichen Schäden durch die Vergrößerung der Schläge oder der Verbesserung der Technik etc.
        Die Verknüpfung von Verkehrsinfrastruktur mit Agrarbereichen ist in meinen Augen ein großes Problem und mindestens genauso schuldig. Es gibt unzählige Beispiele, wo Umgehungsstraßen ganze Feldmarken zerschneiden und Wild keine Chance mehr hat ein – oder auszuwandern. Man schafft Inseln, die dann wie Agrarwüsten zwischen Häuserfronten und Straßenbarriere liegen. Es gibt das Beispiel der A26 Stade-Hamburg, wo man eine Bundestraße, dann eine Bahnlinie und zu guter Letzt eine Autobahn parallel laufen lässt. Zwischen allen Bereichen ackern und pflanzen Bauern und müssen alle Behinderungen in Kauf nehmen. Die Autobahn ist beidseitig mit einem 3m Maschendraht eingezäunt—-usw—-
        Naturschutz gilt immer nur für Landwirtschaft, Infrastrukturmaßnahmen werden immer umgesetzt. Und am Ende auf Agrarflächen kompensiert.

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        • Schmeckt gut sagt

          Bin ich absolut bei dir, Reinhard. Man setzte sich in ein Ultraleichtflugzeug (als Copilot und falls man einen Bekannten hat, der dies ermöglichen kann) und schaue sich die “Natur” von oben an. Wer einigermaßen klar denken kann, wird erkennen, dass die Masse Mensch (mit den Ansprüchen an das Wohlbefinden) das Problem ist, nicht die paar Bauern mit ihren “gepflegten” Äckern und Weiden.

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  14. Frikadellen piet 44 sagt

    den Naturschützern sollte man einfach erklären was wir im Ackerbau machen dann werden sie es verstehen genau so haben wir ahnungslosen mal unseren Stall erklärt und sie haben es gleich verstanden warum wir das so machen

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