Alois
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Artgerechte Menschenhaltung

Das Cosmic Forum for Human Happiness will Trendsetter in Sachen Menschenwohl werden. Wir, die Bewohner des Planeten Alpha Centauri, sind nicht bereit, die katastrophalen Zustände in der irdischen Massenmenschhaltung noch länger hinzunehmen. Das Menschenleid muss ein Ende haben.

Ein Blick hinter die Fassade der industriellen Menschenwirtschaft offenbart milliardenfaches Leid!

  1. Menschen werden gewaltsam industriebedingten Haltungsformen angepasst. Sie tragen sogenanntes Schuhwerk, was häufig zu Deformationen der Füße und zu Hühneraugen führt. Zähne werden ohne Betäubung repariert oder versiegelt. Fehlstellungen der Zähne werden mit Drahtgestellen gewaltsam korrigiert.

 

  1. Der Mensch ist ein Lauftier, das natürlicherweise 30 bis 60 Kilometer täglich zurücklegt. Der dem Massenmenschen zugestandene Bewegungsraum beträgt häufig nicht einmal mehr 3 bis 6 Kilometer. Ein Großteil der Menschen verbringt bis zu zwölf Stunden täglich in erzwungener sitzender Lebensweise (Büro, Auto, Wohnzimmer). Bewegungsmangel führt zu Haltungsschäden und Übergewicht.

 

  1. Der permanente Aufenthalt in künstlich beleuchteten und oftmals überheizten Räumen bringt den natürlichen Biorhythmus der Menschen in der industriellen Massenwirtschaft vollkommen durcheinander. Sie verlieren den natürlichen Tag- und Nachtrhythmus, was zu Schlafstörungen und/oder psychischen Beeinträchtigungen führt.

 

  1. Die permanente Berieselung mit künstlichen Bildern via Computer, Laptop, Smartphone, Film und Fernsehen führt bei einem Großteil der industriell gehaltenen Menschen zu ausgeprägten Sehschwächen. Jedes vierte Kind und jeder zweite Erwachsene tragen bereits eine Brille. Extreme Lautstärke im Straßenverkehr und durch Ohrstöpsel direkt in den Gehörgang geleitete Schallwellen (Musik) haben Hörschäden zur Folge.

 

  1. Obwohl Menschen ausgesprochen soziale Wesen sind, müssen in der hochzivilisierten Menschenwirtschaft immer mehr Menschen allein in einem Bett schlafen. Natürlicherweise leben Menschen in Großfamilien oder Kleingruppen von 30 bis 60 Exemplaren zusammen, die sich einen gemeinsamen Schlafraum (Höhle) teilen. Durch die Trennung vom Sozialverband vereinsamen und verelenden Menschen, was vor allem im fortgeschrittenen Alter zu Medikamenten- oder Alkoholsucht führt.

 

  1. Weibliche Menschen werden durch permanente Hormongabe daran gehindert, auf natürliche Weise Nachwuchs zu empfangen. Die Hormone gelangen ins Grundwasser und verseuchen die Flüsse und Meere. Durch Hormongaben und Veränderungen in der Umwelt verringert sich die Fruchtbarkeit des Menschen in der industriellen Massenmenschhaltung, weswegen die leidvolle künstliche Befruchtung in Reproduktionszentren die natürliche zunehmend ersetzt.

 

  1. Weibliche Menschen sind meist nicht mehr in der Lage, auf natürlichem Weg zu gebären. Sie müssen in ein sogenanntes Krankenhaus verbracht werden, wo die Geburt häufig künstlich eingeleitet wird. Durch falsche Haltungsbedingungen ist das Gebären zu einem extrem schmerzhaften Prozess geworden. Jede dritte Geburt erfolgt heute durch einen Bauchschnitt mit Periduralanästhesie, das heißt unter nicht vollständiger Betäubung.

 

  1. Nach der Geburt verbringt der Säugling die meiste Zeit isoliert von der Mutter in einem Kinderbett oder -wagen, ohne körperlichen Kontakt zur Mutter. Für ein neugeborenes Menschenkind ist dies ein traumatisches Erlebnis, umso mehr, wenn es zudem noch bis zur Bewegungslosigkeit in Tücher gewickelt (gepuckt) wird.

 

  1. Die natürliche Stillzeit von drei bis vier Jahren beträgt in der industriellen Menschenhaltung durchschnittlich nur noch sechs Monate. Häufig werden Kleinkinder von der Mutter getrennt und tagsüber in sogenannten Horten, Krippen oder Kindertagesstätten untergebracht.

 

  1. Menschen erhalten hochwertiges Kraftfutter, das eine Vielzahl von gesundheitlichen Problemen bereitet und dessen Anbau weltweit die natürlichen Ökosysteme zerstört und das sechste große Artensterben in der Geschichte des Planeten Erde eingeleitet hat.

 

  1. In einer künstlichen Umwelt sind Menschen einer Vielzahl von vermeidbaren Gefahren ausgesetzt. Mehr als eine Million Menschen sterben beispielsweise jährlich allein im Straßenverkehr.

 

  1. Durch die industrielle Menschenwirtschaft werden die Menschen auf Leistung getrimmt und als Humankapital wie Sachen behandelt. Der einzelne Mensch muss immer längere Ausbildungszyklen durchlaufen. Er muss einen Beruf ergreifen und wird zur Arbeit gezwungen, die bis zu acht Stunden täglich dauern kann.

 

  1. Durch die industrielle Menschenwirtschaft häufen sich in der Umwelt immer mehr Gifte an. Alle elf Jahre verdoppelt sich zudem die Kunststoffproduktion. Zu Mikropartikeln verriebene Kunststoffe finden sich überall: im Meer, in den Flüssen, in der Nahrung und sogar im Blut werdender Mütter. Die industrielle Menschenwirtschaft vergiftet den Menschen.

Menschen sind intelligente und neugierige Wesen. Freilebende Menschen verbringen bis zu zehn Stunden täglich mit Spiel und Spaß. Sie sind soziale Wesen, die den Kontakt mit ihren Artgenossen ebenso brauchen wie ein freies Leben in einer gesunden Natur.

Helfen Sie mit, die Massenmenschhaltung abzuschaffen und das milliardenfache Leid zu beenden. Werden Sie Mitglied im Cosmic Forum for Human Happiness oder unterstützen Sie uns mit einer Spende.


 

Mit diesem Beitrag will ich zeigen, was man mit Worten alles machen kann. Man kann Tatsachen berichten, man kann Worte aber auch manipulativ einsetzen, man kann Geschichten erfinden, ironisch werden oder geschickt auf der Gefühlsebene klimpern. Man kann sogar Tatsachen berichten und gleichzeitig trotzdem manipulativ vorgehen, indem man Erwartungshaltungen, Reaktionen oder Vorstellungen triggert oder die Tatsachen mit einer Wertung oder vorgefassten Meinung unterlegt. All das und noch viel mehr kann man mit Worten machen. Der Fingerphilosoph, Marian E. Finger

 

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87 Kommentare

  1. Ich habe schon lange geahnt, dass die Haltung des modernen Menschens nicht artgerecht ist. Ein Indiz ist der Drang, wann immer möglich die Freizeit / den Urlaub möglichst weit ab von der heimischen Unterkunft zu verbringen.

    • bauerhans sagt

      auf mallorca dicht gedrängt am strand seinem nachbarn auf die füsse zu treten.
      nen eimer wasser sollte man auch mitbringen.

  2. Wolfgang Nellen sagt

    Marian Finger: “… ich will kein Cyborg werden …”
    Schließt das den Verzicht auf Brille, Ersatz-Hüftgelenk, Zahnkronen, bei Bedarf Arm- oder Beinprothesen, Cochlea-Implantat, Herz- und Hirnschrittmacher ein? Könnte man auch auf Auto, Flugzeug, Maschinen (ist der Treckerfahrer ein Cyborg?) erweitern.

    Was immer wieder vergessen wird: die mit Abstand größte Umweltkatastrophe wurde vor knapp 3 Mrd Jahren von den Cyanobakterien ausgelöst: sie vergifteten die Atmosphäre mit Sauerstoff und töteten fast alle bis dahin existierenden Lebewesen. Wir profitieren heute vom größten Verbrechen an diesem Planeten!

        • Wolfgang Nellen sagt

          natürlich waren die anaerob – ging ja wohl nicht anders 😉
          Hatten die deshalb weniger Recht auf Leben?
          Niemand sagt, dass ich dahin zurück will – wäre für Sauerstoffatmer kein gutes Leben (auch seeehr kurz!).

          Aber was bedeutet “höheres Leben”? Als Homo sapiens haben wir vielleicht 500.000 Jahre Evolution hinter uns. Die Bakterien 3 Mrd Jahre. Die haben auf Schnickschnack wie Hirn und Beine verzichtet und sich auf das Wesentliche konzentriert, sie sind flexibel und damit sehr gut angepasst. Man kann sie einfrieren, wenn man sie vergiften will, werden sie schnell resistentund sie haben ein tolles Sozialleben (Biofilme). Aus unserer Sicht sind wir “hoch entwickelt”, aus Sicht der Bakterien gewiss nicht, da haben wir nicht einmal die evolutionäre Pubertät erreicht!

          • Ja, man kann die Evolution auch anders lesen, nicht als Weiterentwicklung und Fortschritt, sondern als Ausdifferenzierung i.S.v. Fragmentierung. In dieser Lesart sind die Bakterien die hoch entwickelten Formen und alles was danach kommt, degenerierte Formen.
            Die Bakterien sehen es bestimmt so. 🙂

          • AdT sagt

            Ich würde sagen, Bakterien sind die Voraussetzung für höheres Leben. Diesen Ausdruck setze ich nicht in Anführungsstriche. Denn ich nehme mir heraus, mich darauf festzulegen, was niedere und höhere Lebewesen sind und spreche kurzerhand Bakterien ein individuelles Lebensrecht ab. 🙂 So nehmen Bakterien eine rege Tätigkeit in Verdauungsorganen höherer Lebenwesen wahr. Zum Beispiel haben dicke Menschen oft einen hohen Anteil an Firmicutes im Darm. Diese Bakterien sind für eine effziente Futterverwertung verantwortlich. Deshalb müssen Dicke entgegen den Vorurteilen gar nicht besonders aktiv beim Essen sein. Sie tragen eben aktive Bakterien mit sich herum. Das zu wissen, könnte bei einigen gegenüber Dicken aufkommendes Unverständnis begegnen. 😉

            • Eine Zelle besteht aus der Verschmelzung zweier Einzeller, deshalb gibt es ja zwei verschiedene Sorten von DNA, die aus dem Zellkern und die von den Mitochondrien.
              Nicht nur, dass unser Körper von Milliarden oder Billionen von Bakterien besiedelt ist, nein, unser Körper besteht aus Gebilden, die Bakterien gar nicht so unähnlich sind. Und dann wird es schon wieder schwierig mit den “niederen” und “höheren” Lebensformen.

              • Wolfgang Nellen sagt

                … und dann erst mal die Pflanzen! Die haben zusätzlich die Cyanos (die Umweltschweine!) versklavt – ist das jetzt gut oder böse?

                Aber mal ernsthaft: die Diskussion ist recht interessant und muss ja nicht bis zum Blutvergießen geführt werden. Aber lasst mich noch etwas provozieren:
                AdT nimmt sich heraus selbst zu bestimmen, was höheres und niederes Leben ist.
                Ist es ok, wenn ich Kühe und Kohlköpfe (einschließlich der sie besiedelnden Bakterien, Würmer und Raupen) zu niederem Leben erkläre, das einzig dazu existiert von mir gegessen zu werden?
                Kühe und Kohlköpfe werden da eine andere Ansicht haben (wenn sie denn eine haben) – sie haben sie mir nicht mitgeteilt.
                Der Mensch ist das einzige Tier, das Empathie für andere Spezies zeigt (ganz rudimentär auch bei Affen in Gefangenschaft gefunden). Dabei projezieren wir unsere eigenen Empfindungen in andere Spezies – ohne zu wissen, was diese Tiere tatsächlich empfinden. Ob eine Gazelle wirklich “Angst” hat, wenn sie vom Löwen gejagt wird? Mit großer Wahrscheinlichkeit hat sie keinen “Schmerz”, wenn sie vom Löwen geschlagen wird (sie ist so voll mit Adrenalin, dass sie kaum Schmerz empfinden kann). Unser “Mitgefühl” für Tiere (sobald sie ein Fell haben) ist wahrscheinlich auch evolutionär entstanden. Das ist auch gut so, denn wir sollten unsere Kuh nicht verhungern lassen und wir sollten uns um sie kümmer – sie ist nämlich nützlich für uns. Aber es ist schon etwas anmaßend zu behaupten, wir würden tatsächlich “mitfühlen”. Wir wissen nicht, was in ihrem Gehirn vorgeht und werden es emotional auch nie nachvollziehen können.
                Dieses “Mitgefühl” ist übrigens ganz besonders stark in Mitteleuropa ausgebildet wo man (außer mit Haustieren) kaum Kontakt zu Tieren hat, mit denen man “mitfühlen” kann (Käfer, Fliegen, Würmer zählen nicht, das sind niedere Tiere ohne Fell). In Asien und Afrika ist das ganz anders, da gibt es z.B. keinerlei Bedenken, Affen zu essen. Sind wir da “höher” entwicklt als viele Asiaten und Afrikaner?

            • AdT sagt

              Höhere Lebensformen sind eben mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Oder soll ich nach einem Sturz von Ihnen für Ihre Abschürfungen auf dem Asphalt als Anwalt der Menschenrechte auftreten? Die Honorarfrage könnten wir untereinander klären. Aber könnten Sie mich überhaupt bevollmächtigen, für Ihre abgeschürften Zellen zu handeln? Und warum frage ich Sie das eigentlich? Gaga, Fragen wie in der ersten Erstsemestervorlesung: Definieren Sie “Tisch”, oder: kann ich einen Dackel als Erben einsetzen?

            • Andreas Müller sagt

              Ein Anwalt der Tiere, ein philosophischer neurechter Nerd und ein verhärmter Professor diskutieren unter sich – der Blog wird immer endzeitlicher

            • AdT sagt

              Eine Kuh ist ein Kohlkopf ist ein Bakterium?

              Also die Hunde meiner Eltern haben Empathie für sie speziesfremde Lebewesen, zu meinen Eltern mehr als zu mir. Ich kann nicht in den Kopf schauen, brauche ich aber auch nicht, denn mir reichen handfeste Indizien als Bewertungs- und Handlungsgrundlage, viel mehr Wahrheit hält das Leben meist eh nicht bereit, das so schnell zur Neige geht. Empathie (theory of mind und Mitgefühl) dürfte eine Grundvoraussetzung für die Anpassungsfähigkeit höherer Lebewesen sein. Und wenn das, was beim Hund wie Begrüßung und helle Freude aussieht, wie sie kaum ein erwachsender unhehinderter Mensch mehr zu empfinden scheint, nur eine seelenlose Mimikri für was auch immer ist, dann habe ich mich eben getäuscht. So what? Wie es um Ihre Empathie bestellt ist, Herr Nellen, weiß ich nicht. Ich werde Sie trotzdem von Gewalthandlungen durch mich verschonen, auch wenn Sie mir im dunklen Wald begegnen sollten.

              Marian, geschätzte Menschen honoriere ich u.a., indem ich sie bekoche… 🙂

            • AdT sagt

              Herr Müller,

              Sie haben Recht, es geht hier oft biologistisch zu, häufig mit “Schöpfungs”-geschichtlichen Begründungsversuchen kombiniert, ob man es nun als alt- oder neurechts bezeichnet. Entweder wird der hedonistische Mensch verabsolutiert, zu Lasten von Menschen anderer Völker und künftiger Generationen, oder der Mensch wird mit Bakterien verglichen. Die obigen Posts stehen beispielhaft dafür. Beides hat starke nihilistische Tendenzen. Ausgeglichenheit ist kaum zu finden. So muss die Stimmung allgemein in der Weimarer Republik gewesen sein.

              Es klingt anmaßend, aber ich habe den Eindruck, dass es für viele Bauern ein für sie unerwarteter Befreiungsschlag wäre, wenn sie durch das Marktgeschehen aus ihrer derzeitigen beruflichen Tätigkeit gedrängt würden. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Der Professionalisierung und Präzisierung der Landwirtschaft kann es nur nützen. Heutige Landwirte und deren Kinder, die überproportional eine gute Ausbildung durchlaufen, könnten Berufe ergreifen, die für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes wichtig sind, statt der Konservierung einer kleinteiligen heimischen Landwirtschaft zu dienen.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Viele Kinder von Landwirten haben begriffen, dass für sie die Landwirtschaft nicht die Zukunft ist. Gerade in landschaftlich und Touristisch interessanten Gebieten wird man sie ganz schnell vermissen, die heutigen Bauern.

            • Mark sagt

              “Es klingt anmaßend, aber ich habe den Eindruck, dass es für viele Bauern ein für sie unerwarteter Befreiungsschlag wäre, wenn sie durch das Marktgeschehen aus ihrer derzeitigen beruflichen Tätigkeit gedrängt würden. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Der Professionalisierung und Präzisierung der Landwirtschaft kann es nur nützen. Heutige Landwirte und deren Kinder, die überproportional eine gute Ausbildung durchlaufen, könnten Berufe ergreifen, die für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes wichtig sind, statt der Konservierung einer kleinteiligen heimischen Landwirtschaft zu dienen.”
              Erstaunlich, wie Sie plötzlich das Thema wechseln, ohne das dieses mit dem Diskussionsverlauf in irgend einem Zusammenhang steht. Sei´s drum. Mit Ihrer “Anmaßung” liegen noch nicht mal so falsch. Auslöser für den Befreiungsschlag wird allerdings weniger der Marktverlauf, sondern der massive soziale und gesellschaftliche Druck, der aus diversen Kreisen exzessiv aufgebaut wird, sein. Und so werden dem Sektor auch nicht die eher Unprofessionellen und Unpräzisen den Rücken kehren, sondern die “Besten” (weil die auch die besten Alternativen haben). Diese Entwicklung wird unumkehrbar sein und damit möglicherweise für ganz andere ein Schrecken ohne Ende.

            • Die Unterscheidung in “höheres” und “niederes” Leben war die Voraussetzung für die landwirtschaftliche Revolution vor 10.000 Jahren. Das Recht, Tiere und Pflanzen in Besitz zu nehmen, zu domestizieren und zu züchten, hat sich der Mensch herausgenommen, indem er sich selbst als “höherstehend” bewertet hat. Es ist kein Zufall, dass die Menschen zur selben Zeit anfingen, an Götter zu glauben. Die Götter stehen über den Menschen. Die Menschen über den Tieren und Pflanzen. Was die Götter für den Menschen, ist der Mensch für Pflanzen und Tiere. Ebensowenig ist es Zufall, dass zur selben Zeit die arbeitsteilige Klassengesellschaft mit höheren und niederen Schichten entstand.

              Im Animismus der Jäger und Sammler standen Tiere und Pflanzen, ja sogar Flüsse, Berge und dgl. auf derselben Ebene wie der Mensch. Es gab keine hierarchische Ordnung. Der Mensch hat sich nicht als “höherstehend” erfahren, sondern hat direkt und auf gleicher Ebene mit den Geistern der Tiere, Pflanzen, Flüsse und Berge kommuniziert. Es gab zwar mächtige und weniger mächtige, gute und böse Geister, aber sie gehörten alle derselben Welt an und die war nicht hierarchisch geordnet.

              Die Nahrungskette bildete im Denken der Jäger und Sammler keine Hierarchie. Der Höhlenlöwe, der Menschen auf dem Speiseplan hatte, war ein mächtiger Geist. Aber das Mammut, das auf dem Speiseplan der Jäger stand, war ebenso ein mächtiger Geist.

              Je weniger ein Mensch bei sich selber ist, desto mehr projiziert er. Ein Mensch, der seine Grenzen kennt, weiß dass er seine Gefühle nicht auf andere übertragen kann. Das heißt aber nicht, dass er den anderen Lebewesen sämtliche Gefühle abspricht und Automaten aus ihnen macht. Wenn ich selber eine Innenwelt aus Gefühlen, Empfindungen, Reflexionen habe, kann ich ohne Weiteres annehmen, dass andere Lebewesen auch eine Innenwelt haben, wenn ich auch nicht sagen kann, wie diese Innenwelt beschaffen ist. Da muss ich eben hinhören, was der Andere mir erzählt.

              Ein Tier hat keine Worte und Begriffe, um mir was zu erzählen, aber es kann sich dennoch ausdrücken. Ich kann beispielsweise Reaktionen wahrnehmen und aus den Reaktionen kann ich Schlüsse ziehen. Etwa ob das Tier gestreichelt werden will oder nicht. Ob es Hunger hat oder nicht. Ob es gern in meiner Nähe ist oder nicht. Wenn Tiere beim Anblick des Bauern, der für sie sorgt, die Flucht ergreifen, dann bin ich skeptisch. Also ich denke schon, dass auch Tiere eine Innenwelt haben.

              Um eine Art Kommunikation aufzubauen, muss ich das Tier kennen. Fotos, Filme und Bücher genügen nicht, um über die Bedürfnisse von Tieren Bescheid zu wissen. Deshalb denke ich schon, dass ein Bauer mehr über seine Tiere weiß, als der Tierschützer, der ihm vorschreiben will, wie die Tiere zu halten sind.

              Wir leben in einer Zeit, in der das Internet und andere Medien uns Grenzenlosigkeit suggerieren. Das heißt, die Menschen erkennen ihre eigenen Grenzen nicht mehr an und deshalb projizieren sie auch mehr, zumal Bilder und Texte ja auch sehr manipulativ eingesetzt werden.

              Was die Massentierhaltung angeht, denke ich schon, dass da viel projiziert wird, was für das Tier selber gar keine Relevanz hat. Ein Stall muss nicht so aussehen, wie der Leser von “Landlust” oder dgl. sich das vorstellt, damit das Tier sich wohl fühlt.

              Bauer Willi hat vor einiger Zeit bspw. ein Video mit einem Ziegenkarussell vorgestellt. Das war eindeutig Massentierhaltung, aber die Ziegen sind freiwillig in dieses Karussell gesprungen. Würden sie das tun, wenn sie leiden würden?

            • Mit gerade noch 276.000 Bauernhöfen, die eine Bevölkerung von 80 Millionen Menschen ernähren sollen, hat sich Deutschland in eine Situation begeben, die Diversität vermissen lässt und mit jedem Bauernhof, der verschwindet, zunehmend fragiler wird. Wenn die Entwicklung so weitergeht, bleiben am Ende nur Agrarfabriken übrig, die dann ein enormes Machtpotenzial haben. Auf Agrarkonzerne hat der Verbraucher so viel oder so wenig Einfluss wie auf die Banken oder die Energieriesen. Das sieht man ja auch daran, dass die Gesamtzahl der geschlachteten Tiere in den letzten Jahren zugenommen statt abgenommen hat. Die Veganer haben kein einziges Tier vor der Schlachtung bewahrt.

              Ich denke, den Agrarkonzernen kommt der Protest der selbsternannten Welt-, Klima- und Tierretter gegen die Massentierhaltung und die konventionelle Landwirtschaft gerade Recht, denn der trägt dazu bei, dass die Basis an Bauernhöfen immer noch weiter ausdünnt und die Macht der Agrarfabriken dadurch gefestigt wird.

              Wenn die Taktik das Gegenteil von dem bewirkt, was beabsichtigt ist und mehr Tiere in immer noch größeren Massentierhaltungen und von immer weniger Betrieben geschlachtet werden, sollte man die Taktik mal überprüfen statt immer weiter ins immer gleiche Horn zu tuten.

          • Andreas Müller sagt

            Endlich werden die Romane von George Orwell und von Däniken Realität – danke an Euch

            • bauerhans sagt

              “werden die Romane von George Orwell…. Realität”

              das ist jetzt schon real,ich wurde und werde laufend kontrolliert,dabei hab ich nur einen kleinen betrieb.

          • Andreas Müller sagt

            Prof. Nellen, Sie sollten ganz schnell ein Elitenförderprogramm für Bakterien an der Uni Kassel beantragen, allerdings wollen die von Ihnen sicher nicht belehrt werden

    • Mark sagt

      @ Werner
      Müssen wir als Profiteure Verantwortung für dieses Verbrechen übernehmen? Wie könnte die Aussehen? Muss Deutschland vorangehen? Und vorallem, wird dies ein Wahlkampfthema?

    • Jeder Schritt in Richtung Cyborg wird zunächst mit Heilung gerechtfertigt. Denn da kann niemand “nein” sagen. Forscher, die mit Schnittstellen Gehirn und Computer experimentieren, betreiben diese Forschung, um Locked-In-Patienten zu helfen. Oder Schizophreniekranken. Forscher, die an Genen herumschnippeln, erklären, dass sie Krebs heilen oder Erbkrankheiten ausmerzen wollen.

      Nur ist es eben so, dass es nie beim Heilen bleibt. Das Designer-Baby fängt damit an, dass Erbkrankheiten ausgemerzt werden. Wer wollte das ablehnen? Wer wollte ein krankes Kind, wenn es auch gesund sein könnte? Dann kann man denselben Mechanismus, mit dem man eine tödliche Erbkrankheit besiegt, dazu verwenden, unangenehme Eigenschaften wie die Anlage zur Fettsucht oder dgl. auszumerzen. Und wenn man mal damit angefangen hat, warum dem Kind nicht ein bisschen mehr Intelligenz mitgeben? Oder eine besondere Musikalität. Oder was auch immer. Und wenn man das für das eigene Kind nicht will, was tut man, wenn alle Nachbarn das mit ihren Kindern machen? Soll das eigene Kind da zurückbleiben? Und schwupps, ohne dass man es so richtig merkt, ist das Designer-Baby Realität. So funktioniert das. Und deshalb funktioniert ja auch die Geschichte mit dem Verzicht und dem Zurück-zur-Natur leider überhaupt nicht.

      Bei diesen Zurück-zur-Natur-Geschichte stellt man sich ja auch gern vor, wie wieder mit der Sense gemäht und mit der Hacke Unkraut beseitigt wird. Bloß will niemand das machen. Körperlich arbeiten will heutzutage niemand mehr. Deshalb hat auch niemand das Recht, das jetzt vom Bauern zu verlangen. Und schon gleich gar nicht der Städter, der mit der Straßenbahn bis vor seine Haustür fährt und mit dem Aufzug in seine Wohnung fährt.

      Es stimmt, dass die Cyanobakterien alle bis dahin existierenden Lebewesen ausgerottet haben. Vielleicht ist der Mensch Cyanobakterium Nummer 2 und rottet auf dem Weg zum Cyborg alle bisherigen Lebensformen aus. Vielleicht ist das seine Aufgabe im Plan der Evolution. Das ist nicht auszuschließen.

      Ich möchte trotzdem kein Cyborg werden. Nicht weil ich denke, dass die Welt an ihr Ende kommt. Sondern weil ich persönlich finde, dass die zunehmende Technisierung mich mehr einschränkt, als dass sie mich fördert. Ich finde es bspw. spannender, ohne Handy unterwegs auf mich selbst angewiesen zu sein, als zu jeder Tages- und Nachtzeit Hilfe herbeirufen zu können.

  3. Michael sagt

    Was die schmerzhaften Geburten angeht…
    In Afrika essen die Frauen Palmöl (unraffiniert) und das soll die Geburten deutlich weniger schmerzhaft und einfacher machen.

    Quelle: eines der Bücher von Dantse Dantse

  4. Paulus sagt

    Das tiefe Mitgefühl der Außerirdischen berührt mich. Aber mal so ganz nebenbei – es ist verdammt heiß auf Alpha Centauri. So ca. 5.800 Kelvin sind schon eine ordentliche Hausnummer. Da schwirren einem schon mal die Gedanken.

  5. Ich seh das so sagt

    Chapeau !
    Großartige Beschreibung der angeblich hochentwickelten Lebensweise des Homo sapiens sapiens.

  6. AdT sagt

    Zu Ziff. 10: Go vegan, dann klappt es auch mit Ziff. 2, Ihr Weichpopos (mehr als 80 % von Euch). 😉

    • Mark sagt

      Dein exzessiver vegan-missionarischer Drang nimmt so langsam krankhafte Züge an. Wenn man zu jedem Thema immer nur den gleichen Schmarrn daher bringt wirds kritisch!

      • Paulus sagt

        Wahrscheinlich handelt es sich bei unserem allseits geschätzten AdT um ein geistig-psychisches Symptom aufgrund von B12-Mangel, das kommt bei Veganern des Öfteren vor. Kurzfristig wirkende Abhilfe schaffen erhöhte Dosen bestimmter Medikamente bzw. Nahrungsergänzungsmittel oder ggf. auch Möhren, milde in Scheiben geschnittene Zwiebeln oder Rucola mit höherem Nitatgehalt. Alternativ helfen bei akuten, nicht der gegenwärtigen Situation zuzuordnenden Anfällen (erhöhte Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen) auch Grillwürste oder ein Stück Käse; selbstredend nicht als vegane Ersatzprodukte.
        Also Leute, immer schön cool bleiben. Die Veganer sind halt so und wenn man sie ignoriert tun die einem auch nichts.

    • Sophus sagt

      Beim “Weiden” bewegt man/frau sich natürlich den ganzen Tag, das hat schon Vorteile, aber mit der Verdauung wird’s dann kritisch.

    • Punkt 14:

      Der mit einem Omnivoren-Gebiss ausgestattete Mensch, der seinem natürlichen Wesen nach nicht nur Sammler, sondern vor allem auch ein auf Großwild spezialisierter Jäger ist, wird in zunehmendem Ausmaß mit einer artfremden fleischfreien Ernährung fehlernährt, was zu einer eingeschränkten Wahrnehmung und allerlei sozialen Fehlleistungen im Umgang mit Artgenossen führt. 🙂

      • AdT sagt

        Ich find’s einfach nur lustig, was in einem Verbraucherdialogblog so geschrieben wird. Es gibt nur relativ wenige Bürger, die sich für Landwirtschaft interessieren. Diese Leute, die für die eigenen Belange gewonnen werden sollen, werden noch mit Klamauk verulkt. Das geschieht nicht erst seit Kurzem, seitdem aber besonders gehäuft. Es widerspricht so ziemlich allen Grundsätzen, die in Seminaren für Menschenführung vermittel werden, sicherlich auch in Verkaufs- und PR-Seminaren. Ich wollte mir auch mal die Freiheit nehmen, einfach nur Bullshit zu schreiben. Verbraucher und potentielle Vegetarier/Veganer, die man durch Unsympathie verprellen könnte, sind hier ja eh so gut wie nicht. Macht nur weiter so mit Eurem Durchblick, Eurer hellwachen Wahrnehmung!

        • Paulus sagt

          Hallo AdT, jetzt komm bitte mal wieder runter!
          Und pssst, es gibt hier mit großer Wahrscheinlichkeit mehr, sich überwiegend vegetarisch oder vegan Ernährende als Du denkst. Wir wussten es bis vor kurzer Zeit auch noch nicht, bis wir unseren Speisenplan mal erforschten. In unserer großen Familie (mittlerweile 4 Generationen) gibt es alle Fraktionen, bis hin zu den ganz jungen Paleogedönsfritzen. Ist aber kein Problem. Wir tischen unter Berücksichtigung Aller von jedem etwas auf. Da kommt es auch schon mal vor, dass die Kids der Veganer die Grillbratwürste vom Metzger verschlingen, während ich mich am Ende mit Fleisch-Ersatzprodukten zufrieden geben muss. Egal – mit Senf sind die auch genießbar. Alles in allem ist das erstaunlich einfach.
          Leute, geht gelassen damit um und macht daraus doch bitte keine Glaubensfrage. Bestimmte Meinungsäußerungen erinnern mich manchmal entfernt an die Zeiten der Inquisition. Und wenn die Veganer Käse- und Fleischersatzprodukte essen mögen, dann Lasst Sie doch. Ich wünsche mir ein entspanntes Verhältnis zwischen den Vertretern unterschiedlicher Ernährungsweisen. Da kann doch nicht so schwer sein.

          • AdT sagt

            Hallo Paulus, keine Sorge, ich bin entspannt. Für einige ist das jedoch fern jeder Möglichkeit. Das kann ich nicht ändern, ich darf mir aber wenigstens ab und zu einen Spaß daraus machen.

            In meinem vorigen Post ging es mir gar nicht um Vegetarier und Veganer, sondern um Menschen, die zum Beispiel allgemein der Massen- oder Intensivtierhaltung kritisch gegenüberstehen. Die müssen sich doch die Nase über einen solchen Artikel rümpfen, zumal in darin mit keinem Wort über die naheliegenden und diskutierten Kritikpunkte an der Massentierhaltung eingegangen wird.

            Paulus, Du bist (warst?) Führungskraft: Wenn Du ein Mitarbeitergespräch auf diese Weise führen würdest, hielte Dich der Mitarbeiter für behindert. Oder für einen Autisten.

            Daher ging es mir sogar noch allgemeiner darum, dieses Dampframmenhafte und emotional Sklerotische, das derartige Idiosynkrasien hervorbringt, aufs Korn zu nehmen.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              >>sondern um Menschen, die zum Beispiel allgemein der Massen- oder Intensivtierhaltung kritisch gegenüberstehen.<<

              Die Meere sind überfischt, deshalb gibt es immer mehr Fisch aus Aquakultur.

              Lachsfutter zb. besteht aus Fischöl und Fischmehl, Pflanzenöl und pflanzlichen Stoffen sowie Proteinen und Kohlenhydraten. Das Fischöl und das Fischmehl werden aus Fisch-Sidecuts und aus Wildfisch, der nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist, gewonnen. Heute stammen circa 70 Prozent des Fischfutters aus vegetabilischen Quellen (Getreide, pflanzliche Stoffe etc.), der Rest kommt aus marinen Quellen (Fischöl, Fischmehl).

              Was mich wundert, kein Mensch spricht hier von Massentierhaltung und davon dass die Fische den armen Menschen in Afrika das Essen wegfressen.

              Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Fischfarmen nicht den deutschen Bauern gehören.

            • AdT sagt

              Stimmt, Ehemaliger, da fehlt oben im Artikel als Ziff. 14 das Wehklagen darüber, dass wir “Lauftiere” uns in die Badewanne setzen und ins Hallenbad mit Kinderpisse steigen.

            • Mark sagt

              “In meinem vorigen Post ging es mir gar nicht um Vegetarier und Veganer, sondern um Menschen, die zum Beispiel allgemein der Massen- oder Intensivtierhaltung kritisch gegenüberstehen” Witzbold, es geht bei Dir immer um Deine Religion, das lässt sich auch mit den absurdesten Fremdwörterkreationen nicht vernebeln!!

            • Mark sagt

              @AdT: Falsch, es ging um Deine Religion, deshalb kann es allenfalls heißen: Ich soll nicht töten. Deine Glaubensgrundsätze will ich hier jedoch nicht ad nauseam diskutieren.

            • AdT sagt

              Es wächst hienieden Brot genug
              Für alle Menschenkinder,
              Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
              Und Zuckererbsen nicht minder.

              Ja, Zuckererbsen für jedermann,
              Sobald die Schoten platzen!
              Den Himmel überlassen wir
              Den Engeln und den Spatzen.

              (Heinrich Heine)

            • Mark sagt

              Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
              Ich kenn auch die Herren Verfasser;
              Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
              Und predigten öffentlich Wasser

              H.H.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Zitat AdT
              >>Völlig richtig. Du sollst nicht töten.<<

              5. Du sollst nicht töten.

              Besonders bei diesem Gebot ist es wichtig, nach dem ursprünglichen Sinn der Zehn Gebote zu fragen. Jedes Gesetz gilt ja nicht einfach so, schließlich müssen Gesetze ja auch heute noch interpretiert werden. Dass in diesem Gebot lediglich das normale Morden oder Töten von Menschen gemeint ist, ist nicht vorstellbar, denn so ohne weiteres konnte man wohl nie andere Menschen morden oder töten. Dagegen gab es gewiss schon immer Gesetze – geschriebene und ungeschriebene – und auch harte und härteste Strafen.

              Und außerdem scheint es sogar eine Tötungshemmung unter uns Menschen zu geben: "Es gibt einen mächtigen, inneren Widerstand gegen das Töten der eigenen Spezies. Niemand weiß das besser als die Militärs, deren Sorge es ist, wie er überwunden werden kann", zitiert Peter Haffner in der WELT im Beitrag "Wie aus Kindern Killer werden" vom 4. Juli 2003 den Autor Dave Grossmann. "Was Rambo, James Bond oder Lucky Skywalker scheinbar so leicht von der Hand geht, will nicht nur gelernt, es will gedrillt sein."
              Um was geht es also?

              Der Anlass dieses Gebots waren also vermutlich nicht irgendwelche lustvollen Tötungen anderer, sondern sozusagen zwanghafte oder erzwungene Tötungen aufgrund irrationaler Ängste, die man sowieso schon längst leid war. Und da kommen wohl am ehesten die Menschenopfer um irgendwelcher Götter willen infrage (siehe Gebot 1!), und das waren in der Gegend des Vorderen Orients die damals typischen Kinderopfer. Diese Opfer werden auch an anderer Stelle der Bibel verurteilt und schließlich überwunden: in der Erzählung, wie Abraham seinen Sohn Isaak opfern soll, und dann auch im Buch Levitikus 20, 1-5 („gegen die Kinderopfer“). In der Zeit seitdem könnten damit alle die Tötungen von Menschen gemeint sein, die geschehen, weil sich Menschen dadurch eine „Befreiung vom Bösen“ versprechen: das sind auf alle Fälle die Hexenverbrennungen, die Judenmorde der Nazis, aber auch heute die Todesstrafe in manchen Ländern. Bedenken wir, was selbst Kapitalverbrecher in ihrem Leben erlebt haben müssen, dass sie so geworden sind – und ändern wir die Bedingungen, damit so etwas nicht mehr vorkommen kann!

              Autor Michael Preuschoff

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              5. Buch Moses Kapitel 14

              1 Ihr seid Kinder des HERRN, eures Gottes! Deshalb sollt ihr euch nicht die Haut einritzen oder das Haar über der Stirn abrasieren, wenn ihr um einen Verstorbenen trauert.
              2 Denn ihr seid ein heiliges Volk, ihr gehört ganz dem HERRN. Er hat euch aus allen Völkern der Welt zu seinem Eigentum erwählt.
              3 Esst keine Tiere, die der Herr verabscheut und euch verboten hat!
              4 Essen dürft ihr Rinder, Schafe, Ziegen,
              5 Hirsche, Gazellen, Rehe, Steinböcke, Antilopen, Wildschafe und Gämsen.1
              6 Alle Tiere, die wiederkäuen und vollständig gespaltene Hufe oder Pfoten haben, sind für euch erlaubt.
              7 Nicht essen sollt ihr Tiere, die zwar wiederkäuen, aber keine ganz gespaltenen Hufe oder Pfoten haben, wie Kamel, Hase und Klippdachs. Sie sind unrein für euch.
              8 Dasselbe gilt für das Schwein, das zwar gespaltene Hufe hat, aber nicht wiederkäut. Esst kein Fleisch von solchen unreinen Tieren und berührt auch nicht ihre Kadaver!
              9 Von den Tieren im Wasser dürft ihr jedes essen, das Flossen und Schuppen hat.
              10 Alle anderen sind unrein für euch.
              11 Auch von den Vögeln sollt ihr nur die reinen essen.
              12 Nicht essen dürft ihr Gänsegeier, Lämmergeier, Mönchsgeier,
              13 Gabelweihe, Königsweihe und alle anderen Arten des Geiers,
              14 alle Arten des Raben,
              15 Strauß, Falke, Seemöwe, alle Habichtarten,
              16 Steinkauz, Ibis, Schleiereule,
              17 Wüstenkauz, Aasgeier, Fischeule,
              18 Storch, alle Reiherarten, Wiedehopf und Fledermaus.
              19 Ihr sollt auch keine geflügelten Insekten essen. All diese Tiere sind unrein für euch.
              20 Esst nur Vögel, die rein sind!
              21 Esst auch kein verendetes Tier! Ihr könnt es den Ausländern geben, die in euren Städten wohnen, oder an andere Fremde verkaufen. Sie dürfen es essen. Aber ihr selbst sollt nichts davon nehmen, weil ihr ein heiliges Volk seid und ganz dem HERRN, eurem Gott, gehört. Kocht ein Ziegenböckchen nicht in der Milch seiner Mutter!

              Kapitel 26

              Und gib das Geld für alles, woran dein Herz Lust hat, es sei für Rinder, Schafe, Wein, starkes Getränk oder für alles, was dein Herz wünscht, und iss dort vor dem HERRN, deinem Gott, und sei fröhlich, du und dein Haus

  7. Lieschen Müller sagt

    Ich würde sehr gerne zu einem “natürlicherem” Leben zurückkehren, und empfinde in der Gesellschaft von heute sehr viele Nachteile.

    • bauerhans sagt

      unsere gesellschaft von heute lässt dir alle freiheiten,zu einem “natürlicherem” leben zurück zu kehren.
      du musst nichtmal konsequent sein und auf annehmlichkeiten verzichten,weil unsere gesellschaft dich nicht ausschliessen würde.

      • Lieschen Müller sagt

        Im Grunde mache ich das. Nur leider stoße ich sehr oft an die anderen Menschen, die auch ihr Leben mit großem Auto und jährlicher Urlaubs-Fernreise führen. Auch die Coffee-to-go Nutzer führen das Leben, was Ihnen gefällt. Mir gefällt das gar nicht. Mein Nachbar im Kleingartenverein hält seinen Weg mit Salz und Essig unkrautfrei, naja, wöllte ich leider auch nicht. Auswandern kann ich nicht mehr, die meisten Länder nehmen nur Leute bis 40 auf.

          • Lieschen Müller sagt

            Nein, ich habe angefangen und esse und kaufe tatsächlich Lebensmittel in folgender Reihenfolge: eigener Garten, lokaler bekannter Erzeuger, Bio aus deutscher Herstellung, Fairtrade Kaffee und Kakao.
            Und was wollen Sie?

            • Mark Rössler sagt

              Davon entspricht aber genau nichts der “natürlichen Lebensweise”, natürlich sind die Lebensmittel nun mal nicht plötzlich dagewesen, diese wurden über lange Zeit (seit ~12.000 Jahre) von “Züchtern” zu Lebensmittel.
              Sollte dieser Fortschritt heute plötzlich gestoppt werden und konserviert? Warum?

            • Lieschen Müller sagt

              Der Ausgangsartikel war ironisierend und abwertend. Meine Meinung ist, dass unser heutiges Lebensmodell die Menschen zu Irren macht. Irgendwo sind wir falsch abgebogen. Das heißt nicht, dass ich in die Steinzeit zurück möchte. Ich möchte, dass es vielen Menschen möglich ist, ein erfülltes Leben mit Momenten von Glück zu genießen. Wie man das erreicht, darüber scheinen wir unterschiedlicher Meinung zu sein. Sie brauchen mir keinesfalls blödsinnige Naivität vorzuwerfen.

        • bauerhans sagt

          ich hatte mal nen nachbarn,der tatsächlich “son aussteiger” gewesen war,wie in medien beschrieben.
          der fing erstmal an,den garten mit glyphosat zu “säubern” und dann auf biobauer zu machen.
          der hatte wirklich gearbeitet,aber letztlich nur 15 jahre durchgehalten.
          er hatte jedes jahr 20000DM zuschiessen müssen,300000 hatte er aus spekulationen vorher erwirtschaftet.
          interessanterweise stellte er aber unsere gesellschaft sehr infrage.

    • Mark Rössler sagt

      Dann ab in den aisatischen, afrikanischen oder südamerikanischen Busch, da kann man noch “natürlich” leben, ganz ohne Landwirtschaft. Sammeln was die Natur so übrig lässt.
      Auf gehts

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