Bauer Willi
Kommentare 61

ANUGA – Nahrung und Genuss

Seit vielen Jahren findet in Köln die Nahrungs- und Genuss-Ausstellung ANUGA statt. Und obwohl es nur rund 20 km dorthin sind, war ich noch nie dort. Jetzt hatte ich Zeit, Interesse und einen Presseausweis, der mir einen kostenlosen Eintritt verschaffte.

Was mich wirklich beeindruckte: es ist die weltgrößte Ausstellung dieser Art und tatsächlich waren nahezu alle Länder dieser Welt in großer Zahl dort vertreten. Und auch die Besucher waren international. Insgesamt 11 Hallen, einige davon über mehrere Etagen waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Ich habe aber nur einige davon besucht, weil mich persönlich zum Beispiel der Bereich Gastronomie-Bedarf oder Tiefkühlkost weniger interessierte.

  • Was mir auffiel

Die Hallen mit Fleisch waren mit sehr großen und attraktiven Ständen von Anbietern aus Deutschland und aller Welt gefüllt. Tönnies, Vion, Westfleisch, Wiesenhof aber auch Argentinien, Irland und Neuseeland zeigten ihre Angebote. Die waren jetzt nicht neu. Was aber neu war: geschätzt 80% der deutschen Firmen, die sich in irgendeiner Weise mit Fleisch oder Wurst beschäftigen,  haben mittlerweile ein Sortiment an vegetarischen oder veganen Alternativen, ähnlich wie es Rügenwalder Mühle zuerst angefangen und mittlerweile erfolgreich ausgebaut hat. Auf Nachfrage hatte ich jedoch den Eindruck, dass es aktuell noch keinen nennenswerten Beitrag zu Umsatz und Gewinn beiträgt. Man macht mit, damit man die Abfahrt des Zuges nicht verpasst. Wenn er dann wirklich losfährt. Bei ausländischen Firmen findet man Vegetarisches oder Veganes weniger.

Übrigens: vegane Frikadellen habe ich einige probiert, von miserabel bis ganz passabel habe ich alles gefunden. Und selbst bei “eingefleischten Fleischessern” wären bei der Blindverkostung einige als Fleisch durchgegangen. Mit Gewürzen kann man viel machen.

  • Was kein Thema mehr ist

Ich habe lange nach einem Stand gesucht, der Lebensmittel aus Insekten anbietet. Ich bin nicht fündig geworden. Angeblich soll es eine Firma gegeben haben, die Knusperriegel mit Insektenmehl anbietet. Wenn man sich daran erinnert, wie noch vor zwei Jahren Insekten gehypt wurden, ist man, bin ich jetzt doch überrascht, dass es vollkommen aus den Schlagzeilen und wohl auch vom Markt verschwunden ist. Eine Dame eines großen Fleischanbieters, der sich an einem Start up beteiligt hat, sagte mir, dass es dieses Start up nicht mehr gebe. “Insekten sind mausetot, es gibt in Europa dafür keinen Markt”, so die Aussage.

  • Alternativen für Fisch und Milchprodukte

Dass alternative Milch (Haferdrink etc.) jetzt auch von genossenschaftlichen Molkereien vertrieben wird, hat mich dann doch erstaunt. Auf Nachfrage gab man zu, dass es den landwirtschaftlichen Mitgliedern nicht leicht zu vermitteln sei. Ich habe einige probiert und muss gestehen, dass die durchaus trinkbar waren.

Auch veganer Camembert war schon sehr nahe am Original. Fett als Geschmacksträger scheint zu helfen. Fisch aus Pflanzen hingegen war eine Enttäuschung. Ich habe “Lachs” und “Thunfisch” probiert. Es war eher Pudding in Lachsfarbe, ohne jede Struktur und eigentlich nur salzig.

 

 

Hier noch zwei interessante Links zum Thema:

https://www.topagrar.com/markt/news/anuga-2023-fleischfest-im-gruenen-wunderland-13502996.html

https://www.agrarheute.com/land-leben/veggieboom-vorbei-gnadenlose-absturz-beyond-meat-co-611994

Bildquelle bin ich übrigens selbst. Wer sie verwenden will, gerne. Ich erhebe keine Rechte darauf. (Und auch keine Linke… 🙂  , mal sehen, wer den Witz versteht)

 

(Aufrufe 2.703 gesamt, 1 heute)

61 Kommentare

  1. Jürgen Donhauser sagt

    Wie beim Atomausstieg, E-Mobilität, Mindestlohn, Energiewende, Flüchtlingshilfe usw. zeigt Deutschland jetzt auch den Rest der Welt in der Ernährung wie man moralisch richtig handelt! Denn „am deutschen Wesen wird die Welt genesen“ *Ironie off*
    Nichts dazu gelernt und mit Vollgas gegen die Wand. Der Rest der Welt schüttelt nur noch den Kopf über uns!

    12
  2. Jann Petersen sagt

    Eine spannende Frage in diesem Zusammenhang: verdienen unsere Molkereien mit Haferdrinks Geld????
    Der marktführer Oatly tut es ja bekanntlich seit Jahren nicht, ganz im Gegenteil werden hier jedes Jahr zweistellige millionenbeträge verbrannt.
    ich denke es lohnt dieser Frage einmal nachzugehen….

    3
    • Smarti sagt

      Ich kann nur von der “Schwarzwaldmilch” erzählen. Die waren eine der Ersten, die Bio-Haferdrink in drei Sorten herausgebracht haben und man hat ihnen diese anfangs aus den Händen gerissen. Jetzt ist es wohl so, dass diese Drinks – wie die normale Kuhmilch auch – zu hochpreisig ist. “Man” will eigentlich diese hohe Qualität mit dem Gütesiegel aus dem Schwarzwald… aber greift dann doch immer öfter zur halb so teuren Eigenmarke. Diese Sch… Eigenmarken werden langsam aber sicher sämtliche Markenartikler in den Ruin treiben, bzw. dann günstig von den grossen drei Lebensmittelhändlern aufgekauft werden. Noch kaufen die Molkereien sich gegenseitig auf und schliessen dann teils Werke – ein Konkurrent ausgeschaltet.
      Trotzdem sind Erzeugnisse aus Hafer – es gibt ja auch schon Joghurt, Pudding, “Sahne”.. im Vergleich zu Kuhmilch hoch rentabel – ein paar Cent Materialkosten und im Verkauf gleich oder teurer.

      5
  3. Smarti sagt

    Bauer Willi, kann es sein, dass Sie auch sonst kein grosser Milchtrinker sind, bzw. Ihre Milch aus dem Tetrapack trinken ? Wer sich frische Milch aus der Glasflasche gewohnt ist, dem schmeckt Hafermilch nicht, so meine Behauptung/ Beobachtung. Wer aber nur sehr selten lange haltbare Milch aus dem Tetrapack ( was ja ebenfalls etwas kartonartig schmeckt ) gewohnt ist, hat auch mit Hafermilch kein Problem. Und so ist es mit allen verarbeiteten Produkten. Im Vergleich zu frischer Ware würden sie grandios scheitern – vergleicht man sie aber mit den gewohnten ebenfalls schon hoch verarbeiteten Produkten ( und deren Gewürzen und Zusatzstoffen ) dann ist der Unterschied viel weniger gravierend.
    Ich mag Hafer sehr in selbst gemachten Haferkeksen und im Birchermüesli – mag also den Geschmack eigentlich. Trotzdem schüttelts mich bei Hafermilch ( auch aus der Glasflasche ).

    10
    • Brötchen sagt

      Smarti weisst was meine Überraschung nach der Wende war!

      Der gemeine “Wessi” trinkt überhaupt keine Frischmilch, sondern die holen die Stiege mit Tetrapack H Milch.

      Aber ob das wirklich so ist?

      Zu Ostzeiten gabs in der Schule extra so kleine Flaschen Milch drei Sorten, Normal, Kakao und Frucht.

      7
      • Reinhard Seevers sagt

        Ich bemerke sogar, ob der Vanillepudding mit H-Milch oder mit “richtiger” Milch gemacht wurde. Die Mehrheit der Menschen ist bereits so weit konditioniert, dass sie natürliche Produkte als “falsch” schmeckend oder gar ekelhaft benennen.
        Deshalb kann man den Meisten auch jede Pampe vorsetzen, die können das nicht einordnen.
        Das ist schlicht die Folge einer fremdversorgten, industriell geprägten Nahrungsversorgung.

        20
      • Smarti sagt

        Bei uns in der Schweiz gab es das Comella ( ein supersüsser Chocodrink ) – ich habe fast alles Taschengeld dafür ausgegeben. Selber hatten wir Ziegenmilch, hat mir aber nicht geschmeckt.

        1
    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Meine Frau listet das unter ausgewogener Ernährung, das muss als “vegan” doch nicht explizit gelistet werden.

      Allenfalls Wasser auf Özdemirs Mühlen….

      Übrigens: Gerade Omas Rezeptesammlungen erfahren heute in unseren Gourmettempeln die euphorisch gefeierte Wiedergeburt; einziger Unterschied wohl die gänzlich “veredelte” Rechnung, die im Abgang dem verwöhnten Genussgaumen kredenzt wird.

      19
      • Pälzer Buh sagt

        “Gerade Omas Rezeptesammlungen erfahren heute in unseren Gourmettempeln die euphorisch gefeierte Wiedergeburt;”

        Wenn man aber genauer oder besser gesagt tiefer sich hinein liest, so findet man aber auch (Fleisch)Gerichte die isst keiner mehr. Der echte Deutsche Sauerbraten bestand aus Pferd oder die Salami aus dem Esel, Falscher Hase (Katze), der letzte Hund wurde in Dt. um 1970 das letzte mal verzehrt. Selbst den Igel findet man noch. Man hat eigentlich “Alles” gegessen was die Natur so an Fleisch hergeben hat. Alles gute Gerichte aus OMA’s deutschen Kochbüchern. Man Staune/ Beachte sogar was in der Klosterküche so alles in den Mägen der Gläubigen so “Vielfältiges” verschwand.
        Na dann … Mahlzeit!

        1
        • Reinhard Seevers sagt

          Aus dem BERLINER KOCHBUCH, C.W. Sametzky, 1819

          8. Die Zubereitung der Krammetsvögel und Lerchen.
          Man
          rupfe die Krammetsvögel und reinige sie gehörig von allen Federn;
          dann reiße man von dem Kopf die Haut herunter, auch den Unterteil
          des Schnabels hinweg und nehme die Augen heran. Die Beine lege man
          von der inwendigen Seite nach dem Rücken, stecke ein Knie durch das
          andere und so das Kreuzknie durch die Augen des bei den Flügeln herabgebogenen Kopfes, wodurch der Krammetsvogel ein sehr schönes
          Ansehen erhält. Die Lerchen werden auf gleiche Weise behandelt, nur
          schneide man Kopf und Füße ab.

          P.S: Krammetsvögel sind Wacholderdrosseln…..guten Appetit! 😎

          Ich liebe die Vergangenheit und den Hinweis auf FRÜHER….ob das eine Wiedergeburt sein mag, naja.

          6
          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Warum ihr hier jetzt mit einer Ekel-Küche aufwarten müsst, entzieht sich meinem Verständnis…, mal ganz ehrlich. Verwundert nicht, wenn die urbane Besserwisserfraktion sich da extrem abschätzig vollkommen angewidert sofort abwendet.

            Aber z.B. saure Nierchen mit selbstgemachten Knöpfli, Schnickerli/Rotweinkuddeln (dafür reisen bei uns die betuchten SUV-Fahrer kilometerweit, man höre und staune), Sauerbraten gibt’s bei uns von einem erstklassigen Stück Rindfleisch mit Klößen und Blaukraut – ganz traditionell, Kesselfleischabende (inkl. Herz u. Nierchen) mit Sauerkraut u. Kartoffelpüree haben in unserem Landgasthof seit Jahren Tradition – die Hütte ist immer proppevoll, Ochsenbäckchen sind heute eine First-Class-Delikatesse, saure Bohnen u. Sauerkraut einmal wöchentlich im Wechsel mit einem Stück Bauchfleisch eingekocht u. Kartoffelpüree, etc. pp…

            Nun zu fleischlos:

            Traditionell in den Sommer-/Herbstmonaten die leckere Gemüsesuppe, mit allem, was der eigene Hausgarten so bietet, ein Linsen-/Karottengemüse mit Mehlklößchen in der Pfanne herausgebacken, Kartoffelzemeten zur Kredelbrühe mit Eierstich oder als Süßspeise mit Apfelbrei, alternativ gekochten Zimtzwetschgen und anderen Öbstchen vom eigenen Garten, Dampfnudeln mit Karottengemüse bzw. als Süßspeise mit selbst kreierter Vanillesoße, Sauerkraut mit Schupfnudeln… etc. pp., der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

            Bei der Großmutter meiner Frau habe ich vor mehr als 40 Jahren schon die Steckrüben in ihrer unterschiedlichsten Zubereitungsform zu wertschätzen gelernt, zunächst wollte das meinen Genussgaumen so gar nicht kitzeln. Die Frau konnte aber grandios kochen, daher legte ich diese Vorbehalte doch recht schnell ab…

            Omas Kochbuch, noch in deutscher Schrift verfasst, eine wunderschöne Handschrift, meine Frau beherrscht das Herumstöbern darin grandios, ich brauche bisweilen eine “Übersetzerin”, beinhaltet vorzügliche simple Küche mit ganz viel Pepp, ohne Chemie in verklausulierten Zahlen und Buchstaben, wo viele sich erst ein entsprechendes Nachschlagewerk anschaffen müssen.

            Was gibt es da schlechtzureden, entzieht sich meinem Verständnis!?

            Unsere Vorfahren mussten nicht nach Malle, um ein glücklich zufriedenes, in erster Linie dankbares Leben zu führen.

            Heute ist man wer, wenn man an seinem 70. Geburtstag eine vierwöchige Kreuzfahrt als Must-Have-Weltreise bucht, darunter geht nix. – Uns geht es im Okzident einfach noch immer viel zu gut!!!

            11
            • Reinhard Seevers sagt

              “Was gibt es da schlechtzureden, entzieht sich meinem Verständnis!?”

              Hat doch niemand gemacht…🙄

              2
    • Reinhard Seevers sagt

      Die Grundfrage für mich ist: Warum muss Nahrung mit einer moralischen Aufladung versehen werden? Ist Essen nicht zuerst Lebenserhalt, dann Kultur und am Ende lediglich Ausscheidung? Wozu diese ethisch-moralsiche Aufladung mit einem Errettungsversprechen? Wem soll das nützen?

      6
  4. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Dirk Steffens,der übrigens gelernter Fernmeldetechniker ist,hat uns gestern abend ja mitgeteilt,dass noch 60 Ernten ausstehen werden und dann ist Schluss mit der Monokultur.
    Das böse Soya,was den Regenwald platt macht ,wird er ab sofort boykotieren und nur noch Biobratwürste grillen,kostet halt das dreifache.
    Ich sach nur “gut und günstig” und nach Malle!

    Anuga würde mich wegen der Süssigkeiten interessieren,ich bin bekennender Süsser.

    3
    • firedragon sagt

      Seit zwei Jahren oder so, wird das mit den 60 Ernten behauptet … mit jedem Jahr sollte die Zahl eigentlich niedriger werden, also noch 58 Ernten. Immer dieses Ärgernis mit den falschen Zahlen 😉

      7
    • evo.... sagt

      Das mit mit den Bio-Bratwürsten habe ich auch gehört und dazu gedacht:

      “Wenn der Bio-Bauer seine Äcker mit Konvi-Stroh oder Gülle (Mist) und/oder Schlachtnebenprodukten aus der Massentierhaltung düngt ist er indirekt doch wieder an Rodung von Regenwald beteiligt!”

      Aber so etwas erzählen die Bios den Presseleuten halt nicht.

      Langfristig brauchen wir die hygienische Rückführung (zumindest) der Mineralstoffe und Spurenelemente aus den menschlichen Ausscheidungen.

      6
      • Heinrich Steggemann sagt

        Genau. Abschaffung der Wasserspültoilette. Klärwerk sind keine Düngesalzrückgewinnungsanlagen.

        1
  5. firedragon sagt

    Um jetzt nicht wieder Missiononare auf den Plan zu rufen – die ANUGA ist eine Messeveranstaltung von Herstellern, die Gewinne einfahren müssen.
    Das bedeutet, da wird der Markt abgeklopft, nicht mehr und nicht weniger.
    Es wird aus landwirtschaftlichen Grundnahrungsmitteln das hergestellt, was sich verkaufen lässt. Natürlich wird werbemäßig der aktuelle Trend berücksichtigt, weil nur so können Kunden generiert werden.

    7
    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Nun, kluger Feuerdrache, super analysiert. 🙂

      …Und wann klopfen wir Bauern daselbst UNSERE(!) Märkte ab, um auch GEWINNE einfahren zu können!?

      Wäre doch wirklich ernsthaft eine Überlegung wert, oder…!?

      13
      • evo.... sagt

        Habe ich doch schon ziggerzigmal geschrieben:

        Bisschen Ernährungsforschung machen und wir können den ganzen Rattenschwanz, der an der Lw verdient, abschneiden!

        Aber ihr stellt Euch unter Ernährungsforschung mords was Wissenschaftliches vor, aber es könnt einen ganz einfachen Ansatz geben. Vor 20 Jahren habe ich mal auf einer BV- Versammlung vorgeschlagen, der BV soll einen Fond einrichten mit dem wir Start-ups kaufen und ausrichten oder Lebensmttel-Firmen kaufen oder….!

        Der BV ist aber da die falsche Addresse. Das muss privat organisiert werden.

        Ich einer neuen Bekanntschaft die Addi meiner Website gegeben und sie hat reagiert mit: “Höchst interessant!” Schaun mer mal.

        1
        • Reinhard Seevers sagt

          Evo, dein hartnäckiges Festhalten an der lw. “Ernährungsforschung” in Ehren, aber kannst du mal konkret werden? Wer soll was beforschen, erzeugen, vermarkten? Was muss denn noch erzeugt werden, was es nicht schon gibt und welche Kunden sollen was für Produkte mit welchem Mehrwert kaufen? Ich lese nun schon zum zigsten Mal deine Beiträge, kann aber immer noch kein logisches, ökonomisches oder agrarisches Ziel ausmachen…hilf mir!

          3
  6. Ferkelhebamme sagt

    Willis Beobachtungen zeigen, wie lächerlich sich die Deutschen machen: wäre es ihnen mit Fleischverzicht wirklich ernst, wären Insekten mit den hochwertigen Proteinen und der schnellen Reproduzierbarkeit DIE Alternative. Aber nein, die sind gefühlt bäh, und statt nun Erbsen und Bohnen als Protein-Lieferanten direkt auf den Teller zu bringen, müssen sie zu Fake-Fleisch und -Wurst verarbeitet werden. Das erinnert an Kinder, deren Gemüse man in Figürchen schnitzen muss, damit sie es essen.

    20
      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        Eher ein Kinderladen!
        Wie damals in den 70er Jahren mit bewusst antiautoritärer Erziehung.

  7. Smarti sagt

    Für mich sind vegane Fertigprodukte etwa gleich zu setzen wie billig hergestelltes ( aber durchaus teuer vermarktetes ) Hundefutter. So viele Hundebesitzer suchen nach der besten Marke, denn die Hunde vertragen / verdauen es z.T. schlecht. Übergewicht, Allergien, Krebs, Arthrosen und vieles mehr sind gefühlt ernährungsbedingt am Steigen… nicht nur weil die Tiere älter werden. Denn viele Hunde sind schon früh krank.
    Ich selber füttere überwiegend Frischfleisch, Möhren, Haferflocken, Eischale – die über 10 Hunde sind weder zu dick noch zu dünn, die Hälfte über 10 Jahre alt und nur zum impfen beim Tierarzt. Bei den Pferden Heu und Hafer und kein Fertigmüslizeug das gleiche Bild. Meine Pferde sind seit “Jahrzehnten” überwiegend gesund, die der Einsteller..( oft Fertigfutter und Zusatzmittelchen ) na ja…
    Auch ich fühle mich gesünder/ besser wenn ich frisches Essen – Gemüse, Fleisch, Milchprodukte und Kartoffeln etc. esse. Vor Allem ist das Bedürfnis nach Chips oder Schokolade dann weg. Fertigfutter für Menschen ist nicht optimal – wer das einmal am eigenen Körper spürt, der lässt (veganes) Fertigfood weg. Und aus diesen Gründen denke ich, dass Fleisch, Milch und Eier aus gesundheitlichen Gründen immer ihren Platz haben werden bei Leuten, die sich das leisten wollen und können. Ich habe noch keine Ernährungsberater oder Ärzte gesehen, die eine vegane Ernährung über Jahre hinweg gut finden.
    Ob dann die tierischen Produkte noch aus Deutschland stammen, bin ich mir nicht mehr sicher.

    13
    • Smarti sagt

      Spätestens beim ersten Kind kracht entweder der Veganer oder seine vegane Ernährung zusammen. Kleinkinder vegan aufzuziehen ist in meinen Augen ein Verbrechen.. und wenn ein Veganer dies bejaht und für sein Kind “Ausnahmen” macht, dann frage ich mich schon, ob er weiss, dass fast auch alle seine Zellen im Körper regelmässig ausgetauscht werden müssen ( der Körper sozusagen ebenfalls wächst, nur nicht mehr in die Höhe). Und auch der vegane Mensch besteht nicht aus Hafermilch und Sojaschnitzeln 🙂 .

      9
      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        …Liebe Smarti, bei deinen Auslegungen bitte nicht unter den Tisch fallen lassen:

        Insbesondere ein Organ im menschlichen Körper sollte fortwährend mit hinreichend Energie beliefert werden, damit es in Hochleistungsform transportiert – ständige Stotterintervalle sind dabei äußerst contraproduktiv. 😉

        Back to the roots!? – Rauf auf die (klimageschädigten) Bäume!?

        Als einziger nachweislicher Vorteil in diesem Falle vielleicht: Der moderne Bestattungstrend liegt heute in den sogenannten Friedwäldern. Das Ende wird mithin spottwillig sein: Direkt runter vom Baum, auf ewig geborgen im dortigen Wurzelraum…

        Für Dirk Steffens vielleicht ein zuträgliches Geschäftsmodell, das seinen Zuspruch finden könnte, Recycling mit der wirklich geringsten Umweltbelastung.

        12
    • Ferkelhebamme sagt

      Um ernährungsphysiologisch überhaupt irgendwie Bestand zu haben, werden den Produkten künstliches Vitamin B12, Calcium und Eisen beigemischt. Wo kommt das her?
      Die chemische Industrie, soweit überhaupt noch vorhanden, kehrt Deutschland gerade den Rücken zu

      9
        • Smarti sagt

          Die Zukunft wie sie die Grünen und Herr Özdemir sich vorstellen: keine nennenswerte Nutztierhaltung mehr in Deutschland. Ein paar Bioscheiche, sonst wenig Ackerbau. Die verarbeitende Lebensmittelindustrie wie Schlachtereien und Molkereien wurden dichtgemacht und nur noch zwei bis drei grosse Verarbeiter für vegane Fertigprodukte ( Edeka, Aldi und Lidl ). Die vielen Zusatzstoffe kommen aus China, Getreide und Öl aus der Ukraine. Das sind tolle Voraussetzungen für ein so grosses Land mit so vielen hungrigen Mäulern wie Deutschland.

          8
          • Brötchen sagt

            Ne Du Smarti.
            IN jedem Dorf brennt dann schon um 2 Uhr Licht in der Bäckerei, wo die fleissigen Hände der ehemaligen Youtuber und Insta-influencer*innen den Teig kneten und knusprige Brötchen aus dem Ofen holen. Der aber nur in Betrieb gehen kann, wenn am Tag vorher genug Sonne geschienen hat.
            Ansonsten müssen wieder die Nazis und alten weißen Männer auf den Tretmühlen ran.
            Als Strafe.
            Ab um 4 Uhr klappern die Hufe auf der Straße, es geht raus zum Unkraut hacken und Acker eggen mit Pony Pedro, Ochse Max und Kaltblutstute Inge….
            …….

            9
  8. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Willi, ich schmeiß‘ mich jetzt weg:

    Du als geadelter Journalist hast auf der ANUGA nicht den Fleisch- / Reaktorfleisch/-fisch-Test vor Ort vollzogen!? Natürlich mit verbundenen Augen.

    Ein solcher „Lachmus(s)-Test“ wäre doch auch für dich eine wertvolle Erfahrung der ganz besonderen Art gewesen, schließlich geht es ja um nicht weniger, als unser aller forthin gutes Bauchgefühl.

    Wir sollten in dieser Frage schlussendlich mit ganz viel Humor entscheiden wollen, das Lachen vergeht uns Bauern heute zumeist von ganz alleine…

    9
  9. Christian Bothe sagt

    ANUGA ist auf jeden Fall sehenswert! Habe ja dort selbst ein paar Mal einen Kartoffelstand u.a.betreut, und meinem Klossteig vermarktet. Eine Mitarbeiterin präsentierte sich in einer Thüringer Tracht am Stand von SOLANUM!Natürlich als Aussteller anstrengend und teuer…

    4
    • Christian Bothe sagt

      Beyond meat: meine amerikanische Verwandtschaft in Wisconsin kennt solchen „Fleisch“ garnicht! Ist auch auf dem absteigenden Ast… Wie auch Rügenwalder hier, alles ein Hype der vorüber zieht…Hat ja auch mit gestandener LW nichts zu tun!

      8
  10. In der Tat ist die Produktion von Hafermilch bzw. Milchimitaten in genossenschaftlichen Molkereien schwierig, macht hier doch die Genossenschaft ihren eigenen Mitgliedern Konkurrenz.. Meine stille Hoffnung ist, dass sich der Hafermilchhype u.ä. wieder legt, vieles spricht dafür und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

    6
    • Smarti sagt

      Mark, die Leute müssen erst verstehen – notfalls am eigenen Körper… dass Haferdrink kein Milchersatzprodukt ist. Die Zusammensetzung ist doch ganz anders, nur die Tüte und die Farbe ist ähnlich… Es muss halt jeder einzelne Käufer für sich selber merken, dass ihm nur Wasser mit einem Löffel hoch verarbeitetem Mehl und Farbe angedreht wird – es also keine Alternative, sondern ein Beschiss ist.
      Trotzdem finde ich, dass eine Molkerei auch dieses Produkt anbieten darf. Denn alle Maschinen zum mixen, verarbeiten und abfüllen sowie Lager und Vertrieb sind ja da. Warum sollen andere den Gewinn dafür einstreichen ? Dann doch lieber wir Bauern mit der Genossenschaft.

      4
  11. Brötchen sagt

    Natürlich Reinhard kommt das so….
    Dt, steckt in der jetzigen Lage wegen der AFD und den Nazis.

    aber zum Glück lassen sich Naturgesetze nicht umgehen.
    Das Karma wird unbarmherzig zurückschlagen.

    Ich empfehle eine großen Vorrat Chips, Cola und Bier.

    3
    • Reinhard Seevers sagt

      Ich hoffe, dass die deutsche Dauerschuld, die von 1933 über die Aufbaujahre und nachfolgende Wirtschaftswunderjahre bis hin zum achso großen aktuellen deutschen Anteil am Weltuntergang, sich vielleicht irgendwann einmal legen wird. Im Moment ist diese überbordende Schuldlage der Maßstab für die geamte Politik. Spätestens, wenn WIR nicht mehr da sind, die Verursacher, die Boomer, spätestens dann wird die nachfolgende integrierte Generation globaler Migranten sich der Schuldfrage entledigen, bzw. sich ihr nicht zugehörig fühlen….möchte nicht wissen, was dann abgehen wird.
      Ein guter Deutscher ist dann ein guter Deutscher, wenn er die nationale Vergangenheit verinnerlicht hat und wie eine Monstranz vor sich herträgt….das wird den vielen neuen Bürgern aber nicht mit in die Wiege gelegt. Shit happens.

      6
  12. Bergamasca sagt

    “… wären bei der Blindverkostung einige als Fleisch durchgegangen.”
    Richtig appetitlich wird’s ja erst, wenn man die Zutatenliste liest. Gab es die auf der Messe auch?

    6
    • Bauer Willi sagt

      @Bergamasca
      Natürlich gab es die Zutatenliste. Vor allem Guarkernmehl, Xanthan, Johannisbrotkernmehl und sonstige Hilfsmittel, die Wasser schnittfest machen, finden sich in fast jedem veganen Produkt. Die Liste, was alles an Würze und Gewürzen zugesetzt wird, damit es halbwegs so schmeckt wie das Original, ist sehr lang. Und natürlich darf Hefeextrakt nicht fehlen, es soll ja nach was schmecken.

      4
  13. Frikadellen piet 45 sagt

    schönen guten Morgen das heißt ja so viel ich werde nach wie vor meine Frikadellen aus Schweinefleisch genießen aber auch ein bisschen halb und halb natürlich Rindfleisch sollte nicht fehlen ich bleibe also bei dem schönen Namen treu so Fleisch werde ich nicht extra dahinter setzen das sollte klar sein

    5
  14. Reinhard Seevers sagt

    “Während Deutschland pflanzliche Trends setzen will, bleibt Fleisch global im Fokus. Die Ernährungswelt tickt anders.”

    Nicht nur die Ernährungswelt!!
    Wir werden dafür Dauer-geframt….ob in Dokusoaps oder Kochsendungen, Krimis oder Kommödien überall zieht die Botschaft des bösen Fleisches, der Tierqual und der Umweltzerstörung ein. Es soll und muss in die Köpfe!

    23
    • Ferkelhebamme sagt

      „Es soll und muss in die Köpfe!“
      Weil die deutsche Industrie sehr viel Geld in die Entwicklung steckt und gesteckt hat. Ein hier ansässiger Maschinenbauer, der für Melktechnik bekannt ist, steckt Unsummen in die Entwicklung eines Bioreaktors für Kunstfleisch. Die Tierhaltung braucht es dafür trotzdem noch, der Vorgang verbraucht sehr viel Energie und setzt extreme Hygiene voraus, sonst endet es in einem Fiasko. Trotzdem sehen sie dort die Zukunft.
      Rügenwalder mit seiner Kunstwurst hatte es da einfacher, weil die Maschinen schon vorhanden waren, es brauchte „nur“ neue Rezepturen (deren Entwicklung trotzdem viel Gekd kostet). Da er erster war, konnte er die Regale erobern, die anderen Fleischer mussten nachziehen, um im Spiel zu bleiben.
      Das gereicht Lidl jetzt zum Vorteil, der die Preise drücken und den Markt ausloten kann: liegen die sinkenden Verkaufszahlen am hohen Preis, oder ist der Hype vorbei?
      Ein oder zwei Schlachter werden sich die Nische sichern, der Rest die Fake-Wurst-Produktion wieder rausschmeißen, weil zu teuer.

      10
      • Reinhard Seevers sagt

        Das Fatale scheint zu sein, dass die Verantwortlichen Manager, es so verinnerlicht zu haben scheinen, dass das ständige Framing und die Dauerbefeuerung aus der politischen Richtung ein Wechsel im Verhalten des Deutschen Verbrauchers herbeiführen wird. Wenn der Veggieboom nachlassen wird und parallel die AFD weiter zulegt, wird der politische Rückschluss werden, dass AFD-Wähler Schuld haben werden an der Verschärfung der Klimakrise….ich wette diese Korrelation wird kommen. ☝️

        6
        • Ferkelhebamme sagt

          Als letztes Aufbäumen wird das wohl auch noch kommen. Da das In-die-rechte-Ecke-schieben aber gerade inflationär gebraucht wird, gereicht es der AFD leider eher zum Vorteil .
          Mit schwindendem Wohlstand wird die Alternative zu Fleisch wie in anderen Ländern der Verzicht sein.
          Wer als Schlachter in Zukunft bestehen will, stellt sich auf die wirklichen Herausforderungen wie Energiekosten, Personalmangel und Rohwarenbeschaffung ein, und konzentriert sich nicht auf eine Wohlstands-Modeerscheinung. Da kann die woke Elite. noch so toben.

          3
        • Thorens sagt

          “… ich wette, diese Korrelation wird kommen”

          So, wie die des Fröscheforschers:

          Frosch ohne Beine ist taub.

          2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert