Bauer Willi
Kommentare 36

Der Ernährungsreport 2023

Ich habe mir die Mühe gemacht, den aktuellen Ernährungsreport 2023 durchzulesen.

https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2023.html

Was mir aufgefallen ist:

  • Es gibt auffällig viele Suggestivfragen, auf die man mit der sozial erwarteten Antwort reagiert. Beispiel: weniger Fleisch essen für das Klima, Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen usw.
  • Ein deutlicher Schwerpunkt der Fragen betrifft die Themen, die das aktuelle Ministerium in den Vordergrund haben will. Beispiel: Tierhaltungs-Kennzeichnung, dass in der realen Welt kaum einen Konsumenten interessiert.
  • Die Interpretation der Antworten ist so gewählt, dass die derzeitige Richtung der Politik unterstützt werden soll. Beispiel: “Die Politik soll sich für mehr Bio-Landbau einsetzen.”

Einige Antworten sind schlichtweg nicht seriös. So geben rund 72% der Befragten an, für sie wäre die ökologische Erzeugung der Lebensmittel entscheidend. Das mag ja sein, aber die Kassen der Supermärkte sprechen eine völlig andere Sprache. Das für 57% der Befragten der Preis ein entscheidendes Kriterium ist, ist auch nicht glaubhaft. In anderen Umfragen ist meist der Preis das entscheidende Kriterium beim Einkauf.

Wenn Sie den Ernährungsreport lesen wollen, gerne. Für mich persönlich war es verschwendete Lebenszeit, weil ich ihn unter der Rubrik “Nudging” einordne.

Falls Sie den Begriff “Nudging” noch nicht gehört haben, hier finden Sie Erklärungen: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/nudging-99919

Eventuell ist aber der Ernährungsreport ja auch vom IFES erstellt worden… 🙂

(IFES = Institut für erfundene Statistiken)

 

Was steckt hinter dem Begriff „Nudging”?

 

(Aufrufe 2.494 gesamt, 1 heute)

36 Kommentare

    • Reinhard Seevers sagt

      Dann gibt es eben weniger naturtrüben Saft, dafür kommt Konzentrat aus Polen, Bulgarien und der Ukraine….ansonsten muss man eben mehr bezahlen. Beckers hat bereits andere Qualitäten im naturtrüben Bereich im Markt….schmeckt sche…..

  1. Smarti sagt

    2020 wurde im Schwarzwald eine Trocknungsanlage für Bio-Ziegenmilch gebaut. Ein schweizer Babynahrungshersteller und die Molkerei Monte Ziego haben ihn zusammen gebaut, die Molkerei ist bald darauf wegen Unstimmigkeiten wieder ausgestiegen.
    Monte Ziego hat viel Werbung gemacht unter den Kuhhaltern, es sind doch einige umgestiegen auf Ziege. Jetzt ist zwei Drittel der Milch fast nicht mehr verkäuflich, es ist noch sehr ungewiss, ob die Trocknungsanlage die Insolvenz übersteht. Bio, 47 Mitarbeiter und etwa 100 Ziegenbetriebe. Bio ist das Erste, das fällt, wenn das Geld knapp wird.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Viele Betriebe sind auf die Ziegenhaltung umgestiegen, ohne auf den Markt zu achten. Produkte von Monte Ziego kenne ich nicht, aber von einigen Hofläden. Für die wäre es besser gewesen, die wären mal in das Elsass gefahren um den Ziegenkäse von den Supermärkten zu probieren.

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    • Brötchen sagt

      die Energiekosten! die haben sicher auf das Milchpulver für produkte gesetzt wie diät, Baby und Kosmetik.
      so hat das Karma der grünen zugeschlagen..

      • Smarti sagt

        Brötchen, ja genau das habe ich auch gedacht. Ich kenne zwei Ziegenbetriebe persönlich, beide haben von etwa 80 bis 120 Kühe mit Melkroboter ( nicht abbezahlt meiner Meinung nach ) umgestellt auf geschätzt über 300 Ziegen. Mit Futterband, Stallerweiterungen und Umbau… und jetzt steht wieder alles auf der Kippe. Die Grünen machen einen Scheiss nach dem anderen aber ausbaden dürfen es ganz alleine die, die investieren und arbeiten. Nutzmenschen… oder Ausnutzmenschen…

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  2. Smarti sagt

    Selbst bei popeligen Umfragen, die ja eigentlich völlig “harmlos” sind, wird beschönigt, mit Zahlen jongliert oder gelogen, dass sich die Balken biegen. Glaubt eigentlich noch irgend jemand, dass die Zahlen zum Fleischkonsum, Selbstversorgungsgrad oder zu “Lebensmittel, die für Tiernahrung gebraucht wird” bzw. “Lebensmittel, die weggeworfen werden” noch stimmen ?
    Sobald eine Zahl in den Raum geworfen wird ? Mit oder ohne Studie, mit oder ohne Umfrage: kann weg – ist ja sowieso gelogen zum Vorteil des (grünen) Auftraggebers.
    Und wenn man etwas weiter denkt, dass die ganzen Klimaschutzdingens und Tierschutzdingens von den gleichen Verfassern in Auftrag gegeben werden… übel.

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  3. Arnold Krämer sagt

    Umfragen zum Einkaufsverhalten bei Nahrungsmitteln sind nichts wert, da die Menschen, die befragt werden, überwiegend das antworten, was von ihnen erwartet wird, abgesehen davon, dass sie durch die Art und den Inhalt der Fragestellung oft nur einseitig antworten können.
    80 % der Befragten sagen, sie achteten beim Einkauf auf die Art der Tierhaltung. Politiker und Lobbyisten, die das glauben, sind äußerst naiv oder nutzen diese Aussage bewusst zur weiteren Verdummung der Menschen im Lande und zur ihnen genehmen Ausgestaltung agrarpolitischer Rahmenbedingungen. Vermutlich trifft eher das Letztere zu. Das Lügengebäude rund um die Ernährung und die Agrarerzeugung muss/wird aber irgendwann zusammenbrechen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die Gesellschaft sollte endlich erkennen, dass Umfragen lediglich für interessengeleitete Politik genutzt werden. Wenn diese Umfragen eine reale Wirkung – Auswirkung haben sollten, so müssten sofort Neuwahlen eingeleitet werden. Ich schätze, dass Umfragen zukünftig weniger als Leitlinie für Handlungen genutzt werden, denn die Bürger sind nicht blöd, wenn sie merken, dass ihre Meinung eh nicht gehört wird sondern lediglich für ideologische Zielsetzungen genutzt werden.

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  4. Arnold Krämer sagt

    Wenn die Wirtschaft in D demnächst abschmiert und die Steuereinnahmen mit deutlichem Zeitverzug zurückgehen, auch wenn die Besteuerungsbasis ständig ausgeweitet wird (siehe PKW- Maut auch für LKW unter 7,5 t) und mehr Schulden gemnacht werden, gibt es objektiv erhebliches Einsparpotential in den Ministerien. Der Ernährungsreport gehört dazu.

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  5. Reinhard Seevers sagt
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Weiß von einem schwäbischen Bio Bauern, der lässt jedes Jahr seine Hühner vor den großen Ferien schlachten. (Die Eierkunden sind Lehrer) Die Hühner kommen alle in die Hipp Babynahrung, der Bauer bekommt tatsächlich 10 Cent ab Hof.
      So viel ist dem Hipp ein BIO Huhn wert.

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  6. Thomas Rath sagt

    “Vor allem bei Eiern und frischem Gemüse und Obst ist es den Befragten wichtig, dass diese aus der Region stammen, in der sie leben.”
    “Die Befragten haben eine konkrete Vorstellung davon, wie Landwirtschaft aussehen sollte.”
    Vorstehende Sätze sind aus der Umfrage herausgekommen und sollen die Realität widerspiegeln. Dabei frage ich mich, wieso der RBB über die Schwierigkeiten der Obstbauern an der Oder und im Berliner Umland, ihre Waren in den Handelsketten an den Kunden zubringen, berichtet? Gleichzeitig wird in den Berichten, z.B. die abendlichen Wettervorhersagen, Öko-Höfe besucht und dabei darum geworben, dass die “Städter” diese mal besuchen sollen, damit sie die Landwirtschaft kennenlernen.
    Öko-Höfe halte ich jetzt nicht direkt für richtungsweisend, insbesondere wenn sie mit befreundetes Personal und Freiwilligenarbeit betrieben werden, dennoch können sie durchaus den Eindruck einer Kuh, eines Schafes oder einer Ziege vermitteln. Ob allerdings die, auch gezeigten, verunkrauteten Felder, das Idealbild der Landwirtschaft abgeben, mag ich bezweifeln.
    Und, ob die Bio-Eier bei Real für 3.99€ neben den Eiern aus Bodenhaltung für 1,99€, der Verkaufsrenner sind? Alleine das Verhältnis der jeweiligen Angebotsmenge zeigt eindeutig Richtung 1,99€.

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  7. Ludwig sagt

    Zwischen dem Sagen und dem Tun der Verbraucher gibt es eine riesige Spanne. Auch der sogenannte poltische Wunsch oder Vorgabe ist genauso illosorisch. Da hörte ich neulich in einem Volkswirtschaftsvortrag , daß ein Drittel der Verbraucher vereinfacht gesprochen von Fleisch auf Haferflocken umgestiegen ist. Hier zeigt sich die wahre Lage und Auswirkung der Inflation. Selbst in den 1920er Jahren war der Reallohnverlust nicht so hoch wie heute. Vereinfacht gesprochen müßte heute der Nettolohn der Arbeitnehmer doppelt so hoch sein um die Kaufkraftverluste auszugleichen. Die Politik versucht den Mitbürgern ständig mit Lügen oder Unwahrheiten vom Thema abzulenken . Mal ist es Putin , oder der Klimawandel.
    Fest steht , daß mit ständigen Vertragsbrüchen und politischer Unfähigkeit nur eins den Verantwortlichen wichtig ist , nämlich an der Macht zu bleiben. Um überhaupt noch Geld verteilen zu können werden jetzt die LKW-Maut und die CO2-Steuer angehoben und so den Leuten noch mehr Kosten zugemutet. Das kostet Kaufkraft.Frage mich , wie lange die Deutschen das noch mitmachen ?

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  8. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Gut und günstig und nach Malle!

    Wieviel Steuergeld da wieder rausgehauen wurde,eine Unverschämtheit!

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  9. Reinhard Seevers sagt

    Umfragen haben auch ergeben, dass 75% der Bürger mit der Politik der Regierung unzufrieden sind….und, was sind die Konsequenzen?

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  10. Peter sagt

    So, so eine computergestützte Telefonumfrage…also das wird wohl wochentags am Vormittag gewesen sein. Entweder hat KI gleich bei den gelangweilten MA im Minischterium selbst angerufen, oder ist irgendwo im Schanzenviertel, Neukölln oder Dresdens Innerer Neustadt `rausgekommen. Solche sinnfreien Zahlen sind anders nicht zu erklären.

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  11. sonnenblume sagt

    Diese Umfragen sollen der Politik den Freifahrtschein für ihre Handlungen bringen.
    Deshalb die entsprechenden Fragestellungen. Wie sonst könnte man die ganzen Vorgaben und Gesetzt rechtfertigen. Obwohl diese Rechtfertigung heut auch keine Rolle mehr spielt.
    Politik wird entsprechend der eigenen Meinung ( Ideologie? ) nach betrieben.

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  12. Dieser völlig überflüssige “Report” hat letztendlich nur einen Sinn: Werbung/Propaganda zu machen für die politische Ideologie des BMEL und damit des Ministers und seiner Partei!! Insofern stellt dieser Report nicht nur Verschwendung, somder sogat Missbrauch von Steuergeldern dar!

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  13. Ich habe mir bei Veröffentlichung des Reports auch die Mühe gemacht, mal reinzusehen. Komme zu der gleichen Erkenntnis, das Umfrageergebnis wurde eindeutig durch die Fragenforumlierungen vorgegeben.
    Es nervt mittlerweile allgemein, wie Umfragen als Rechtfertigungen für irgendwelche Maßnahmen hergenommen werden. Nerven ähnlich wie die ganzen “Schockerstudien”, die zwei Moleküle Glyphosat in Weihnachtsbäumen oder Bier finden.

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    • Thorens sagt

      “…wie Umfragen als Rechtfertigungen für irgendwelche Maßnahmen hergenommen werden.”

      Früher mal gabs den Spontispruch “Leute fresst Sch…e, Millionen Fliegen können nicht irren”.

      Nun, 40 Jahre später, sind wir so weit, und nennen es Schwarmintelligenz.

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  14. Ertl Elisabeth sagt

    Was wollen die Konsumenten wirklich: Dass die Politik dafür sorgt. dass jene Lebensmittel, die sie kaufen, tiergerecht produziert, biologisch und gesund sind. Dass sie also gar nicht vor die Wahl gestellt werden, schon gar nicht über den Preis. Wenn die Einkommen gerecht verteilt wären, würden sie auch über generell höhere Preise nicht übermäßig jammern.

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    • sonnenblume sagt

      Wenn der Kosument wirklich so denken würde, dann hätte er in den guten Zeiten, vor der Energiewende usw., mehr Bio konsumiert. Aber es wird zu Gunsten anderer Konsumgüter gerade bei den Lebensmittel gespart. Also passen Aussage und Tun nicht zusammen. Weder Gestern noch Heute. Daran ändert auch eine Umfrage nichts. Und gerechter verteilte Einkommen würden daran auch nichts ändern. Nur das man dann nicht auf andere Annehmlichkeiten verzichten muss.

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      • Ertl Elisabeth sagt

        Wenn alle Lebensmittel so wären, wie die Leute sie sich wünschen, dann hätten sie ja gar keine Wahl, auch nicht über den Preis. Dann müssten sie einfach zahlen. Nur ist das bei Freihandel und bei den geringen Erträgen von 100% Bio halt illusorisch.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Tja, so isses wohl Elisabeth…für das Seelenheil muss zuerst der Kapitalismus, dann die Globalisierung und schlussendlich die individuelle Freiheit abgeschafft werden. Alle, die das nicht verstehen suchen nach einem zwischenzeitlichen Schuldigen.
          Gefunden haben sie ihn in ihrem Essensmacher!

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        • Obstbäuerin sagt

          Bio-Obst und Gemüse sieht oft schon nach 3 Tagen nicht mehr so aus, wie es sich die Konsumenten wünschen. Gerade in kleineren Gemeinden mit weniger Abkauf sieht die Auslage der Bio-Läden manchmal echt gruselig aus. Erst vorgestern in Beeskow erlebt. Die Radieschen waren schon über den Berg, die Gurken kurz davor.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “Wenn die Einkommen gerecht verteilt wären, würden sie auch über generell höhere Preise nicht übermäßig jammern.”

      Wenn ich die Autos vor dem ALDI & LIDL so ansehe, kaufen nicht nur die Geringverdiener die Stufe 1 +2 beim Fleisch.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Vom Auto auf Vermögen zu schließen, ist auch bei Gesinnungsjournalisten eine beliebte Vorurteilskiste. Gerade heute morgen in der Regionalprawda ein Kommentar eines solchen, der sich echauffiert, dass man die Parpkplätze beim neuen Aldi auf 2,70m Breite “Suv-konform” bauen will……dabei sollte doch die Lücke zwischen zwischen PKW- Nutzung und Einkaufswagen geschlossen werden…” mehr Bio, mehr regionale Produkte und mehr Fleisch aus guter Haltung”….schließlich gehe Aldi schon mit besserem Beispiel voran, weil der Neubau ohne fossile Energie auskäme. Ich schmeiß mich wech…

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  15. Frikadellen piet 45 sagt

    guten Morgen also der Preis ist entscheidend nicht das Dumme gesabel irgendwie aber nicht verwunderlich oder

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