Bauer Willi
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Anmerkungen zur Ackerbaustrategie

Ein Gastbeitrag von Hans-Heinrich aus Niedersachsen

Sehr geehrte Ministerin Frau  Klöckner,

ich war 25 Jahre Betriebsleiter eines Ackerbaubetriebes im Calenberger Land  und möchte zur Ackerbaustrategie 2035  Ihres Ministeriums folgende Anmerkungen machen:

Die im letzten Jahr ausgebrochenen Naturkatastrophen, Covid 19 und die Heuschreckenplage in Teilen Ostafrikas, sollten allen vor Augen führen, dass ohne Chemie der Natur unsere Lebensgrundlage nicht ab gerungen werden kann.

Jeder Landbau ist ein Eingriff in die Natur, gleich ob konventioneller oder  ökologischer Landbau.  Im Ökolandbau wird  die Beikrautbeseitigung mittels mehrfachen Striegelns  bei hohen Geschwindigkeiten und Arbeitsbreiten beseitigt. Jedes Gelege von Feldvögeln wird dabei zerstört. Das häufig in  Reihenkulturen eingesetzte  Abflämmen  der Begleitkräuter „grillt“  alle flugunfähigen Jungvögel .Im traditionellen Landbau wird mit dem Pflug die neue Saat vorbereitet. Oder im Mulchsaatverfahren mittels Glyphosat die alten Pflanzenreste abgetötet. Die Vorteile liegen in der weitgehenden Verhinderung der Bodenerosion und der besseren Wasserinfiltration. Das BfR stuft Glyphosat als nicht krebserregend ein.  In diesem Zusammenhang ist mir nicht bekannt, dass Landwirte ein höheres Risiko an Krebs zu erkranken haben als andere Teile der Bevölkerung. Das Vorsorgeprinzip ist die Antwort der Politik auf Nichtwissen.

Nostalgie hilft nicht

Der nostalgische Blick auf die Landwirtschaft von vor 50-60 Jahren ist nicht zukunftsfähig. Die Züchtungen der damaligen Pflanzen entsprechen nicht mehr heutigen Qualitätsanforderungen. Als Beispiel  sei hier die Kartoffelsorte Linda genannt. Sie ist weder nematodenresistent  noch, wie neuere Züchtungen ( Belana) weniger anfällig auf das ertrags- und qualitätsmindernde  Y-Virus. Dieses Virus wird von Blattläusen übertragen. Ein Vergleich aus der Automobilindustrie : heute würde kein vernünftiger Autofahrer mehr einen VW Käfer  sondern einen Golf kaufen. Ein Beispiel aus der chemischen Industrie: in den 50 er Jahren gab es das E 605 als Insektizid,  Alles was an Insekten krabbelte , wurde getötet. Heute gibt es nützlingsschonende Insektizide, wie das Pirimor, das nur  die Blattläuse abtötet. Das nenne ich Fortschritt.

Allein auf die Selbstregulierung in der Natur zu setzen kann nicht funktionieren. Massenhafte Vermehrung von z. B. Blattläusen führt erst mit Verzögerung zum Aufbau von Marienkäfer- und Florfliegenpopulationen die dann  die Blattläuse zur eigenen Vermehrung  vertilgen. Der Schaden an den Ackerkulturen, in Form von Qualitäts- und Ertragseinbußen,  ist dann aber schon irreparabel.

Oder Fusariumpilze: einige Arten, die sich explosionsartig unter bestimmten Witterungsverhältnissen vermehren, wie  Feuchtigkeit und Wärme  während der Weizenblüte  bilden Mykotoxine.  Derartiges  Getreide ist  für die menschliche- wie tierische Ernährung gesundheitsschädigend.

Krautfäulebefall in den Kartoffeln

Diese Krankheit  kann im Ökolandbau nur mit Kupfermitteln (Schwermetall) und im konventionellen Anbau mit verschiedenen Fungiziden bekämpft werden. Resistente  Kartoffelsorten gibt es noch nicht. In meinem kleinen Hausgarten haben nicht behandelte Tomaten, in diesem Jahr  massiven Befall mit dem Pilz. Weder Monokulturen oder zu enge Fruchtfolgen können dafür verantwortlich gemacht werden.

 Pflanzenzüchtung

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes  CRISPR Cas Pflanzenzüchtung  als Gentechnik einzustufen, ist mit wissenschaftlichem Sachverstand nicht zu begründen. .Die traditionelle Züchtung kann angesichts der enormen Herausforderungen, unter anderem auch durch den Klimawandel  nicht schnell genug zum Erfolg führen. Gezielte  Resistenzzüchtung  auf Trockenheits-, Krankheits-, und Insektenbefall sowie bessere Nährstoffausnutzung der Kulturpflanzen sind mit den neuen Zuchtmethoden schneller und gezielter erreichbar. Ein nicht zu unterschätzender  Vorteil der neuen Zuchtmethoden ist der größere Genpool der dadurch erhalten wird, dass Züchtung auch von mittleren familiengeführten Zuchtunternehmen  finanziell möglich bleibt und nicht nur in multinationalen Konzernen stattfindet. In allen Bereichen der Wirtschaft ist technische und wissenschaftliche Weiterentwicklung ein Baustein die Zukunft zu meistern, so auch in der Landwirtschaft.

Die enormen Produktionsfortschritte in der Landwirtschaft waren nur möglich im Einklang mit der Züchtung, Leistungen der chemischen Industrie, der Ingenieurskunst im Maschinenbau und der Pflanzenschutztechnik sowie der  Spezialisierung in der Landwirtschaft. Der hohe Ausbildungsstand der in der Landwirtschaft tätigen Menschen garantiert eine schnelle Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Wir brauchen eine auf Wissenschaft basierte Agrarpolitik. Wie schnell sich das Wissen und die Erkenntnisse ändern zeigt die aktuelle Covid 19 Pandemie. Die  Behauptung:  Ökolandbau ist gut und konventionelle Bewirtschaftung schadet der Umwelt, ist nicht aufrecht zu halten. Da die Erträge im Ökolandbau im Durchschnitt etwa die Hälfte der konventionellen Produktion erreichen ist auch die CO 2 Bilanz schlechter. Deshalb sind so erzeugte Nahrungsmittel im Schnitt auch doppelt so teuer. In Deutschland kann sich diese Lebensweise nur die gut situierte urbane Bevölkerung erlauben. Die Weltbevölkerung können wir damit nicht ernähren.

Ich kenne viele Betriebe, die wie wir, vor jeder Düngung Nährstoffanalysen vom Boden durchführen um danach gezielt zu düngen. Die Feinjustierung erfolgt dann während der Vegetation mit Blattanalysen der Pflanzen. In Arbeitskreisen organisierte  Landwirte nutzen die Fachberatungen der Landwirtschaftskammer.

Das Gutachten  vom „Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz“  empfiehlt zwar weiterhin, den Ökolandbau zu unterstützen. Das sei nötig zur Förderung einer nachhaltigeren Ernährung. Allerdings warnen die Professorinnen und Professoren davor, eine Ausdehnung des Ökoanbaus als die Lösung schlechthin zu verstehen. So heißt es im Gutachten: „Klar ist aber auch, dass eine schrittweise Ausdehnung des ökologischen Landbaus in Deutschland nicht das wesentliche b zw. einzige Instrument sein sollte, um die landwirtschaftsbedingten Umweltprobleme zu lösen.“ Problem: zu niedrige Erträge

Mit freundlichen Grüßen

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53 Kommentare

  1. fingerphilosoph sagt

    Die CRISPR/Cas-Methode ist eine Methode zur gezielten Veränderung der DNA. Damit können beliebig Gene eingefügt, entfernt oder ausgeschaltet werden. Mit dieser Methode können sowohl transgene als auch cisgene Modifikationen durchgeführt werden, d.h. mit Hilfe der Genschere können sowohl Gene aus dem arteigenen Genpool wie aus dem Genpool fremder Arten eingebaut werden. Die CRISPR/Cas-Methode als solche sagt nichts drüber aus, welche Art von Genen eingebaut werden. Die Methode eignet sich sogar dazu, selbstzusammengebastelte Gene einzubauen. Das ist natürlich Gentechnik, was soll es denn sonst sein?

    Wenn man einem Menschen operativ eine zweite Nase verpasst, ohne dass nachher eine OP-Narbe zu sehen ist, handelt es sich trotzdem um eine Operation und nicht um eine natürliche Entwicklung.

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    • bauerhans sagt

      Crispr/Cas wird angewendet und über deutsche befindlichkeiten „german angst“ machen sich andere lustig.

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    • brouss sagt

      Ich habe Nichts gegen Gentechnik, solange hinterher eine sorgfältige Prüfung der Ergebnisse erfolgt.
      Ich gehe sogar soweit zu sagen , dass Monsanto sicherere Produkte hat als unsere Bio-Bauern. Durch das Siegel „Ohne Gentechnik“ schließen wir sorgfältig geprüfte Sorten aus.
      Dafür verwenden wir Sorten, die mittels Mutagenese verändert wurden und deren Bekömmlichkeit für Mensch und Umwelt ungeprüft ist.

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      • Aber lange bewährt und ich denke dichter am Urtyp dran und der ist evolutionär umweltgeprüft, von Natur aus.

        Und auch wegen dem über 10jährigen Weg bis zur Zulassung.

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  2. Elisabeth Ertl sagt

    Das überzeugt mich weitgehend.
    1) Allerdings hat unsere BOKU ausgerechnet, das Österreich durchaus mit Biolandwirtschaft ernährt werden könnte, aber nur, wenn die Lebensmittelverschwendung drastisch reduziert wird, und bei deutlich verändertem Speiseplan. Biovegan ist nicht möglich.
    Ich will aber damit nicht 100% Bio postulieren.
    2) Bis zum 2. Weltkrieg arbeitete ein Drittel der Bevölkerung in der Landwirtschaft, heute sind es keine 4% mehr. Diese Entfremdung vom Boden im buchstäblichen wie symbolischen Sinn hat uns diese Frontstellung zwischen urbaner Bevölkerung und Bauern eingetragen. Ich stelle daher in Frage, dass dieses Maß an Industrialisierung der Landwirtschaft gesellschaftlich verträglich war. Wo unzumutbare Arbeit mechanisiert wurde oder es zur Ertragssteigerung im Sinne der Ernährung der wachsenden Bevölkerung nötig war, ist es ja nicht zu hinterfragen. Aber Vieles wurde nur unter finanziellem Druck mechanisiert. Da ist auch viel sinnstiftende Arbeit verloren gegangen bzw. wurde an ausländische Arbeitskräfte delegiert. So manchem Bullshit-Jobber ginge es psychisch vielleicht besser, wenn er sich um Tiere kümmern könnte.
    So gesehen verstehe ich unseren Bauern Christian Bachler schon, wenn er sich selber ankagt, dass er seinerzeit aus pubertärer Opposition zu seinem Vater hinter den EU – Forderungen hergerannt ist, die er in der Landwirtschaftsschule gelernt hatte, bis der Effizienzdruck da oben unter den Bedingungen auf 1500 Metern Höhe ihn ins Burnout getrieben hat. https://www.bauertothepeople.at/podcast/1042/

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    • firedragon sagt

      So machen BJ ginge es psychisch vielleicht besser, wenn er sich um Tiere kümmern könnte – aha … wir haben vor einiger Zeit eine Bewerbung erhalten. Man bewarb sich für die Pflege unserer handvoll Rinder. Kenntnis im Bereich Hasenzucht vorhanden.

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      • Smarti sagt

        Das geht ja noch :), unsere Bewerber möchten für „Pferde lieb haben“ ( und ein bisschen misten ) gerne 20.- Euro Stundenlohn. Kenntnis: sass schonmal auf dem Pferd. Wir könnten jeden Monat Leute einstellen :), ich sage dann jeweils dass wir zwar Arbeit genug hätten, aber kein Geld, dann ist Ruhe.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Das sind jetzt diese Kausalzirkel, die nicht weiter führen. Erstens ist klar, dass man das Handwerk erst wieder lernen muss, wenn man aus weiter Landwirtschaftsferne kommt. Da kann der Aspirant ja vorerst einmal nichts dafür. Das müsste man natürlich entsprechend überbetrieblich organisieren. Zweitens kann das Lohnproblem meist nicht der einzelne Bauer lösen, sondern da wäre die Politik gefragt – zumal in Zeiten von Corona mit ihrer Massenarbeitslosigkeit .
          Ich habe auf diesem Blog viel gelernt, vor allem über Ackerbau, wovon ich praktisch keine Ahnung habe. Dafür bin ich sehr dankbar.
          Ich erlaube mir trotzdem Kritik: Ich lese hier viele Klagen, dass man als Bauer nicht mehr konkurrenzfähig ist, dass die Landwirtschaft der Zukunft, wenn sie überhaupt hier noch möglich ist, womöglich nur noch von großen Konzernen betrieben werden kann etc.
          Diejenigen in diesem Forum, die noch aktiv sind, das sind ja die ehemaligen Gewinner des Wachsens oder Weichens. Und die jetzigen Klagen beziehen sich eben darauf, dass man trotz tapferen Kämpfens zum Verlierer zu werden droht. Wenn es um die Vergangenheit geht, dann wird der Prozess verteidigt. Na gut, nichts geschieht ohne irgendeinen Grund – OK. Wenn es um die Zukunft geht, soll die Politik vom gegenwärtigen Kurs abgehen. Es geht aber um denselben Prozess. Und da passt für mich etwas nicht zusammen. Ein Bergbauer wie Christian Bachler wird belächelt, nur weil er den Kampf schon früher verloren hat. Und wenn jemand sich aktiv beteiligen will, fällt dazu kein anderer Kommentar ein, das dass man als Hasenzüchter bei Rindern nicht erwünscht ist. Es muss ja nicht jeder Bauer ein begnadeter Pädagoge sein, aber es wäre dringend angeraten, die pädagogischen Talente ausfindig zu machen, wenn es um das Bauen vom Brücken geht.

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          • firedragon sagt

            Frau Ertl,
            wir würden liebend gerne jemand einstellen. Wir hatten das auch schon mit verschiedenen Menschen versucht. Jedes Mal ist es ein anderer Grund, warum der betreffende Mensch wieder geht.
            Ihr Vorschlag, die Politik müsste da irgendwie mitwirken, ist Quatsch. Haben Sie in all den Jahren, die Sie hier schon sind, noch nicht mitbekommen, dass die LW auf Staateshilfe pfeift, würden nur die Produkte das einbringen, was der jeweilige Betrieb braucht.
            Frau Ertl, in dieser Bewerbung stand nicht nur die Qualifikation, von der der Bewerber ausgeht, sie würde für Kuhpflege reichen, es stand auch drinnen, was der Betreffende nicht bereit ist zu tun.
            Maschinen können nicht gefahren werden, weil keine entsprechenden Führerscheine, Handarbeit oder schwere körperliche Arbeiten sind nicht möglich, da diverse Leiden.
            Auf einem landwirtschaftlichen Gemischbetrieb, wie wir einer sind, werden Allrounder benötigt. Diese Menschengruppe ist rar gesät und wenn man einen in die Finger bekommt, will der berechtigtes Geld, was wir nicht haben, so schauts aus.
            Da kann der Bewerber im Bereich Hasenzucht noch so unschlagbar sein, meine Viecher kann ich auch alleine totstreicheln, dazu muss ich mir nicht noch ein Hobby in Form eines Pflegers leisten.
            Und nun zum potentiellen Neueinsteiger. Es versuchen sich Menschen in der Landwirtschaft, die auch immer wieder zu uns kommen und sich beraten lassen. Die kommen mit ausserlandwirtschaftlichem Geld und zahlen überhöhte Pachten, das geht eine Weile, dann wird das Handtuch geworfen. So einen Fall beobachten wir gerade mal wieder.
            Eines können Sie mir ruhig glauben, Landwirte haben eine ganz gute Menschenkenntnis und versuchen selbst die ungeeigneten Menschen in ihre Betriebe zu integrieren.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Gegen realistische Produktpreise, von denen man Angestellte ordentlich bezahlen kann, hätte ich sicher nichts! Ich produziere selber ein bissel Lammfleisch ohne Subventionen – ich weiß durchaus, dass das heute quasi unbezahlbar ist. Das ist aber ein eigenes Thema. Und so lange es ist, wie es ist, wäre der Staat gut beraten gewesen, den Landwirten z.B. Erntehelfer zu Verfügung zu stellen für das Salär der Osteuropäer plus Arbeitslosengeld.
              Dass Angestellte nicht ewig bleiben, ist ein Zug der Zeit, das ist auch in anderen Branchen so und hat die Landwirtschaft mit ihrem Bedarf an Beharrlichkeit gewissermaßen zu einem „unzeitgemäßen Gewerbe“ gemacht. Mir war schon Anfang der 90er Jahre nicht wohl, als man Mobilität und Flexibilität zu den Haupttugenden eines Arbeitnehmers erklärte. Der Mensch ist dafür nicht gebaut und dem entsprechend sind die Leute psychisch durch den Wind. Aber heute kriegst du in der Privatwirtschaft gesagt, wer mit 35 noch nie seinen Arbeitsplatz gewechselt hat, kommt nirgends mehr unter, wenn er die Arbeit verliert.
              Das wird sich irgendwann totlaufen.
              Man muss aber auch fair sein: Betriebsinhaber ist immer die befriedigendere Rolle als angestellter Befehlsempfänger. Und auch früher sind die Knechte und Mägde selten das ganze Leben geblieben. Mariä Lichtmess am 2. Februar war immer Dienstbotenwechsel. Dass das jetzt mit zu wenigen Geeigneten so nicht mehr funktioniert, ist schon klar.
              Und zu den Neueinsteigern: Ich schätze mich außerordentlich glücklich, dass mein Mann und ich dank der Tatsache, dass der Hof von den Großeltern ererbt ist, wenn auch lange leergestanden, Bauernkollegen ringsum haben, die wir fragen können, wenn uns Erfahrung fehlt. Das beruht natürlich auf gegenseitiger Wertschätzung.
              Aber ich beobachte das ja bei den anderen ringsum: Es gehört offenbar zum guten Ton bei etablierten Landwirten, dass man Neueinsteiger bestenfalls argwöhnisch oder belustigt beobachtet, schlimmstenfalls aufs Glatteis führt, um ihnen einmal so richtig zu zeigen, wie naiv sie sind. Jeder Anfänger braucht Hilfe und Rat. Den gibt es zwar heute auch im Internet, aber ohne menschlichen Beistand geht es nicht. Es gibt doch dieses Sprichwort, wenn früher Menschen vertrieben worden sind und sich auf völlig anders geartetem Boden eine neue Existenz aufbauen mussten: Die erst Generation hat den Tod, die zweite die Not und erst die dritte das Brot. Heutige Neueinsteiger könnten manchmal das Brot gleich haben, wenn die eingesessenen Kollegen ringsum nicht so arrogant wären.

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              • firedragon sagt

                Frau Ertl,
                wenn ein AN die LW verlässt, stehen nicht zwei neue vor der Bude und rennen die einem ein.
                Wir haben eine pol.SAK, die zuhause einen Kleinstbetrieb hat. Daheim hat er sehr mit dem Blutdruck zu tun, ist er bei uns, ist alles okay, da er nur Arbeit ausführt und sich keine Gedanken um den Betrieb machen muss. So viel zur Befriedigung, auf welcher Seite man steht. Mir persönlich ist auch kein landwirtschaftlicher Betriebsinnhaber bekannt, der nicht mitarbeitet. Zur Arroganz kann ich nichts sagen, vielleicht sind Österreicher arrogant? Kann ich aber auch nicht beurteilen.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Glaub ich alles. Ich kenne auch keinen Betriebsinhaber, der nicht selber arbeitet. Darum gings nicht. Übrigens suchen die Handwerksbetriebe ebenso händeringend Mitarbeiter – obwohl dort die Löhne sehr passabel sind.
                  Da ist unter anderem eine völlig andere Bildungspolitik gefragt. Wenn aber die Basisaufgaben darin wieder mehr Gewicht bekommen sollen, wer soll das unterrichten, wenn nicht die, die das Wissen und Können haben?
                  Nachdem ich nicht ursprünglich aus der Landwirtschaft komme, fällt mir halt hier nur eine sehr spezielle Psychologie auf.
                  Das beginnt damit, dass in meiner Jugend „Bauer“ ein Schimpfwort war und Tölpel bedeutete. Mich hat das immer gestört. Ich orte da eine Art kollektiver bäuerlicher Kränkung, weil man von denen, die sich aus der Landwirtschaft emanzipiert haben, gewissermaßen wie die „Zurückgebliebenen“ behandelt wurde. Wenn dann so ein akademischer Sommerfrischler einen verzweifelten Blick aufsetzte, weil er ahnungslos in eine Kuhflade getreten war, rächte sich der Bauer mit stiller innerer Verachtung. Man zog sich in die Landwirtschafts-Bubble zurück und holte sich die Erfolgserlebnisse über die eine Zeit lang ja durchaus brauchbare politische Interessensvertretung. Dass man somit eine gesellschaftlich bedeutsame Rolle einnahm, kam den Emanzipierten zunehmend verdächtig vor. Seither sprechen sie innerlich alarmiert von der „mächtigen Agrarlobby“. Das Korn Berechtigung dabei ist, dass es ein mulmiges Gefühl bedeutet, von immer weniger Versorgern abhängig zu sein. Aber vor allem verunsichert es enorm, wenn die Zurückgebliebenen plötzlich das ganze sorgsam erstudierte Créme-de-la-créme-Bewusstsein in Frage stellen. Die Wahrheit ist: In den 70er Jahren haben die Städter in die Bildungswüste am Land jede Menge Gymnasien hineingestellt, wofür ihnen Dank gebührt. Aber das Blatt hat sich gewendet. Jetzt haben wir die städtische Internet-Bildungswüste, und die Bauern sind unversehens in eine faktische Bildungsverantwortung hinein geraten, auf der noch ein viel zu geringer gesellschaftlicher Fokus liegt. Was es den Bauern schwermacht, die mit entsprechendem pädagogischem Eros wahrzunehmen, das ist der hinuntergefressene alte Seelenmüll, der bei dieser Gelegenheit hochkommt.

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                • firedragon sagt

                  Frau Ertl,
                  diejenigen, welche in den 70gern aktiv waren und eventuell mit „Seelenmüll“ beladen sind, denke mal, die scheiden langsam aus den Betrieben.
                  Der pätagogische Eros, wie Sie es nennen – ich kenne keinen Landwirt in meinem Umfeld, der nicht sofort bereit ist, wenn er anständig gefragt wird, diese Frage ausführlich zu beantworten. Und so lange uns keiner blöde anmacht, stehen wir gerne hilfsbereit zur Seite. Okay, mit mancher Frozelelei muss man eventuell rechnen 😉 aber in Landwirtskreisen geht man halt auch nicht zimperlich miteinander um, wie auch im Handwerk.
                  Wissen Sie Frau Ertl, ich kann jetzt nur für unseren und eng befreundete Betriebe sprechen, wir wollen eigentlich nur in Ruhe unsere Arbeit machen, wie jeder andere auch.
                  Stellen Sie sich doch nur mal vor, ich würde dem Elektriker sagen, wie er seine Arbeit zu verrichten hat. Der zeigt mir ’nen Vogel und geht. Zu Recht, denn ich habe keinen blassen Schimmer von der Materie.
                  Der Landwirt kann nicht gehen, der kann nur mit dem Kopf schütteln und dann wirf man ihm Arroganz vor…

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ich habe nicht von denen geschrieben, die den Landwirten vorschreiben wollen, wie sie zu arbeiten haben, sondern von denen, die lernen wollen, wie Landwirtschaft geht. Eine ermutigende Antwort auf mein Thema habe ich hier bei Smarti gefunden: „Genau für solche an der Landwirtschaft Interessierte sind Solawis ja ideal geeignet und gar nicht so selten findet sich auch ein Goldstück !“
                  Diesen Blick von Landwirten wünsche ich mir.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Könnten die üblichen Frozeleien auch etwas damit zu tun haben, dass Landwirte so schwer zu einer solidarischen Linie finden? Und ein „blutiger“ Anfänger verträgt solche Frozelein halt noch schlechter.

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                • Brötchen sagt

                  Ich staune immer wieder über eine Welt, die ich so nicht kenne.

                  Bei uns hatte jeder Landkreis schon immer ein Gymnasium, ich bin selbst 4 Jahre jeden Tag 12 km gefahren. Das ist schon seit den 60 ziger Jahren so.
                  Jetzt gibt es eher noch mehr Schulen.

                  Zur Ausbildung, bei uns gibt es oder gab es sogenannte Kreislandwirtschaftsschulen, wo man sich weiterbilden kann und die jetzt auch Facharbeiter und Meister ausbilden. Da unterrichten auch erfahrene Praktiker, die machen Exkursionen in die Betriebe.

                  In Mecklenburg gibt es jetzt ein Initiative die kommen auch in Betriebe und organisieren Kurse, für Seiteneinsteiger, das die dann einen Abschluss haben.

                  Arbeitskräfte zu bekommen ist schwierig, aber nicht unmöglich.
                  Wir haben selbst einige begleitet, meist sind berufsfremde besser geeignet. Wichtig ist, das sie Lust zum Arbeiten haben, alles andere kann man hinterher organisieren. Die Strukturen gibt es und man muss sich kümmern.

                  In den Meisterschulen, sitzen recht viele junge Leute, das hat in letzter Zeit zugenommen!

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Danke Brötchen, find ich interessant. Bei uns sind die Schulen am Land inzwischen auch eher besser als in der Stadt.

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                • firedragon sagt

                  Der Aufhänger war ja ursprünglich die BJ, die bspw bei Tieren helfen können, und das der Psyche gut tut. Dazu eben mein Bsp., wenn jemand dann in seinen Unterlagen angibt, für körperliche Arbeit nicht geeignet und dann Großvieh versorgen möchte – da passt dann für mich einiges nicht zusammen.
                  Jemand, der ernsthaft in die LW einsteigen möchte, für den gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich fortzubilden. Auch hier bei uns, Brötchen.
                  Frau Ertl, zu der Frozelelei nur so viel. Wenn man jedes Wort auf die Goldwaage legt, dann ist man verkehrten Platz.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Mit Smarties „Goldstücken“ waren vermutlich andere Individuen als Ihr spezieller Aspirant gemeint.
                  Und als halb In- und halb Outsiderin sage ich halt, dass die Frozzeleien auf einen gutwilligen Seitenwechsler ebenso ätzend wirken können wie die Facebook-Kommentare unter „Die Verrohung der Gesellschaft“ auf Bauern wirken. Natürlich kann ich Sie nicht dazu zwingen, mir das zu glauben.

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                • firedragon sagt

                  Frau Ertl,
                  als Abschluss unseres Gesprächs, von mir als letzte kleine Anmerkung – möglicherweise verstehen Sie etwas anderes, als ich, unter Frozelelei. Es ist nicht wert, sich deswegen in die Wolle zu kriegen.

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              • Stadtmensch sagt

                Elisabeth, hab ich was verpasst? War heute ein städtischer „Wohlstandszombi“ bei euch auf der Alm?

                Ich frag nur wegen den Zurückgebliebenen ohne „pädagogischem Bildungs-Eros“ in der „städtischen Bildungswüste“, denen das „sorgsam erstudierte Créme-de-la-créme-Bewusstsein“ zerbröselt…

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Solche tummeln sich tatsächlich derzeit zuhauf auf unseren Almen.

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    • Ganz richtig,…
      Wie viele finden Sinnerfüllung mit der Arbeit mit und an Tieren. Auch an Planzen oder der ganzen Natur.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Richtig Inga! Manchmal habe ich den Eindruck, die wenigen verbliebenen Bauern wollen die am liebsten die Sinnerfüllung jetzt mit niemandem mehr teilen – daher unterstellt man praktisch jedem potentiellen Neuanfänger schon prinzipiell Unfähigkeit. Klar würde auch nach entsprechender Instruktion sich nicht jeder als geeignet erweisen. Aber ein gewisser Prozentsatz dieser Geschmähten könnte durchaus wieder Nützliches leisten.

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        • Smarti sagt

          Quatsch, ich unterstelle niemandem etwas. Jeder der möchte, darf uns besuchen kommen und dann auch mal einen Tag probearbeiten. Genau für solche an der Landwirtschaft Interessierte sind Solawis ja ideal geeignet und gar nicht so selten findet sich auch ein Goldstück ! Wer möchte darf dann auch ein Praktikum machen – quer über den Hof vom Traktor fahren bis zur Kälbergeburt. Livia zum Beispiel macht jetzt auch eine Ausbildung zum Landwirt und natürlich ist das toll ! Auch werden ausgebildete Gemüsegärtner und Landwirte meines Wissens händeringend gesucht.
          Aber ohne Vorkenntnisse kannst du vielleicht Regale einräumen, aber sicher keine Grosstiere betreuen. Die Verantwortung für Mensch und Tier ist einfach zu gross. Lernen kann man das natürlich schon, aber als Reitlehrerin ( da lehrt man auch den Umgang mit Pferden – oder bei uns auch Kühen ) kriege ich Geld dafür und bezahle doch keinen Lohn :).

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Wenn aber jeder Betrieb bereits Vorkenntnisse im Umgang mit Großtieren verlangt, wo soll die der Neueinsteiger erwerben? Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

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        • Aber sie müssen sinnvoll herangeführt werden, ein Kuhstall zum Geld verdienen ist kein Streichelzoo!

          Wieviel Städter haben Angst vor Küchen.
          Entweder hat den Umgang mit einer Herde als Kind schon erlernt oder erst in der Ausbildung.
          Also sind doch Vorkenntnisse gefordert.

          Oder der Lehrherr muß viel Zeit mitbringen, um das dem Praktikanten beizubringen, bzw. an die Tiere heranzuführen!

          Der Bauernhof von heute ist kein Streichelzoo!

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    • brouss sagt

      Ich denke die machen den Fehler das momentane Bio als Grundlage für den Vergleich zu nehmen. Wenn wir aber 100% Bio hätten, würden Bio-Bauern kein gespritztes Kunstdüngerstroh von Glyphosat-Äckern mehr zum Einstreuen bekommen. Oder keine Hornspäne aus Massentierhaltung und diverses Andere.
      Deshalb erst mal Bio und Konvi strikt trennen um die Leistungsfähigkeit von Bio realistisch beurteilen zu können.

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  3. Arnold Krämer sagt

    Die Ackerbaustrategie des Bundes ist nicht ausformuliert, da die Öffentlichkeitsbeteiligung dazu erst vor rund 2 Wochen abgeschlossen wurde. Wenn diese ernstgenommen wird, kommt das BMEL an einer teilweisen Neuformulierung der Erstfassung nicht herum. Warten wir also mal ab, um zu erfahren, wie ehrlich Agrarpolitik heute noch sein kann.

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  4. Weitgehende Zustimmung. Auf einen Widerspruch innerhalb des Beitrags muss ich jedoch hinwiesen. Da wird zum einen gefordert: „Wir brauchen eine auf Wissenschaft basierte Agrarpolitik.“ Im selben Absatz wird dann jedoch der wissenschaftliche Beirat kritisiert. Und hier zeigt sich eine Kernproblematik: die Wissenschaft im Bereich Agrarpolitk, aber auch im Bereich Pflanzenbau und Tier(schutz)haltung ist bei weitem nicht mehr ideologiefei. Wenn aber Wissenschaft nicht mehr sachorientiert sonder idoelogiegeleitet ist, dann wird sie gefährlich. Deshalb postuliere ich: Wir brauchen eine vernunftbasierte, praxisorientierte Agrarpolitik, die neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber aufgeschlossen ist. Und nebenbrei bemerkt: bei der Diskussion um eine ACKERBAUstrategie würde ich als aller erstes das Wort Beikraut durch Unkraut ersetzen!

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    • Reinhard Seevers sagt

      Gelder fließen nur dann in wissenschaftliche Arbeit, wenn das politisch gewünschte Ziel beforscht wird…..hat man eindeutig beim Methan durch Wiederkäuer erkennen können. Ziel war die Menge zu erforschen, nie die Zusammenhänge darzustellen.

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  5. Reinhard Seevers sagt

    Gute Idee, man bringe den Menschen in den Flüchtlingslagern Beikräuter und Brennessel…..die werden gesund, nachhaltig und regional ernährt und nie wieder krank. Es lebe die Verblödung!🥴

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  6. Wolfgang sagt

    Meine volle Zustimmung zum Inhalt.
    Allerdings wäre es schön, wenn das auch Andere als Frau Klöckner lesen und beherzigen würden.
    Allen voran auch das Umweltministerium.
    Ich denke, Frau Klöckners Zukunftsentwürfe sind ja maßgeblich vom von den NGOs verblendeten Mainstream getrieben, und sie ist ja nicht diejenige, die das Alles alleine entscheidet.

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  7. Thomas Apfel sagt

    Ja, super zusammengefasst ! Selbst Prof. Taube rudert ja zurück. Ökolandbau sei auf Grund der niedrigen Erträgen nicht die einzig mögliche und sinnvolle Entwicklungsrichtung für die Landwirtschaft. Ich glaube allerdings, dass er persönlich das auch so explizit nie gefordert hat. Von der Forderung nach Extensivierung lässt er aber keineswegs ab.
    Der Ökolandbau bekommt im Moment gerade „Muffensausen“ bezüglich entstehenden Preisdrucks bei Überproduktion. Was wäre, wenn jetzt schlagartig soviel Betriebe umstellen, dass die 20 % oder sogar die (angestrebten) 30 % schlagartig erreicht würden ? Arrangieren kann ich mich mit Taubes Ansichten zu extensivierter „Hybridlandwirtschaft“ trotzdem nicht so richtig. Da sind mir bei seinen Ansichten zu viele Fakes und Frames der Grünen und der „Naturschützer“ eingebaut, die einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht standhalten. Fakt ist aber, je mehr sich der Ökolandbau auf die Ertäge und Effizienz der modernen Landwirtschaft zu bewegt, desto schwieriger wird die derzeitige Strategie der Marktabgrenzung, denn zu nichts Anderem dienen die Öko-Dogmen.

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    • bauerhans sagt

      prof. taube hatte als versuchsgutchef bz. düngeverordnung im ndr gesagt,der bauernverband hätte eine höhere stickstoffdüngung angesetzt,um hinterher 20% nachlassen zu können.
      den kann ich nicht für voll nehmen.

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  8. Hm… Ich weiß nicht was ihr habt… Ich bin Koch und kann viele „Beikräuter“ in der Küche verwenden: z.B. gedämpfte Distelstängel, Klettenlabkraut, Brennnessel, Vogelmiere, … ??? Für mich gilt es nicht als „Ertragsminderung“, nur weil die Pflanzen die man eigentlich anbauen will weniger werden. Dafür werden andere Pflanzen, die nutzbar sind, dann mehr…

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    • firedragon sagt

      😶 Paul, allein von Brennessel wird der Mensch nicht satt…ich werde keinen daran hindern, dies zu versuchen.

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    • Wolfgang sagt

      Welcher Händler würde denn mit „Beikräutern“ verunreinigtes Gemüse akzeptieren? Welcher Kunde wüsste damit etwas anzufangen?
      Das ist doch nicht ernst gemeint, sondern Satire?

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      • Brötchen sagt

        Einfach beim Koch fragen, die nehmen das und tonnenweise! 😉

        Die Branche hat da noch Luft, hört sich jedenfalls so an 😉

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    • Thomas Apfel sagt

      Kurzes Beispiel: Im ersten Jahr unserer Veganen SOLAWI war (unter anderem) ein Beet mit Sellerie so verunkrautet, dass die Kultur kam noch zu erkennen war. Die wollten da dann alle Leute reinstecken um das wieder sauber zu kriegen. Ich hielt diese aufwändige „Rettung“ des Sellerie für sinnfrei und habe kurz eine Aktion zur Veranschaulichung gestartet. Ich habe dann mit 4 Leuten aus meinem Betrieb als Test 6 Stunden intensiv gejätet und die Unkrautmenge gewogen. Es waren hochgerechnet 24 to je Hektar (Melde,Hirsen,Franzosenkraut). Die Kosten für das Jäten des ganzen Feldes hätten bei rund 6.000,- € gelegen. Lieber Koch, Du müsstest also rund 30 Cent je kg nur für die „Unkrauternte“ ansetzen, das vergeudete (oder eingesetzte) Wasser und den vergeudeten Dünger musst Du dann noch dazu rechnen. Unkraut ist kein „Beikraut“, wie die Kräuter beim Kochen sondern Verschwendung von knappen Ressourcen auf den Feldern ! Daneben, auf extensivierten Teilflächen und Wegrändern kann es dagegen als „Beikraut“ für Deine Kochkünste gern stehenbleiben und wird allemal ausreichen !

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      • Brötchen sagt

        Thomas Melde wäre super Hühnerfutter, wäre aber auch da zuviel! 😉

        Zur Zeit gibt es Äpfel und Birnen satt.

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        • Thomas Apfel sagt

          Genau, bauerhans,
          wäre auch meine Lösung gewesen, nur die Option steht je bei BIO nicht. Zur Not wäre auch nur runtermulchen die Lösung gewesen, aber die haben die par schmalen Selleries geerntet und das Unkraut schön Samen bilden lassen. Jetzt haben sie aber einen ordentlichen Pflegeschlepper und arbeiten kontinuierlich mit Hackmaschine, sieht dieses Jahr alles sehr viel besser aus als letztes Jahr.

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        • Stadtmensch sagt

          Kyleo, sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. Lese ich in der „Bedienungsanleitung“. schwere Augenreizungen, allergische Reaktionen, Freisetzung in die Umwelt vermeiden usw…

          Wenn das die Wasser-Koop wüsste 😉
          Was solls, wir müssen das tun. Es ist schließlich moderne Landwirtschaft…

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          • Thomas Apfel sagt

            Kyleo ist nichts Neues. Es ist eine Mischung aus Glyphosat und 2,4 D-essigsäure. 2.4 D wirkt im Gegensatz zu Glyphosat nur auf dikotyle Pflanzen, allerdings auch auf solche, die zunehmend resistent gegen Glyphosat werden (Malvenarten und Sandstorchenschnabel z.B.).
            MCPA und 2.4 D waren vor Glyphosat seit den 60-ziger Jahren die einzigen Wuchsstoffherbizide gegen Problemunkräuter wie Ampfer, Löwenzahn und Disteln. Ihre Anwendung wird nach einem Glyphosat-Verbot wieder hochschnellen. Sie haben beide eine höhere Persistenz als Glyphosat (längere Abbauzeiten). Vom in Anwendungskonzentration ausgebrachten Mittel geht keine Gefahr aus. Wie bei den meisten Pflanzenschutzmitteln ist eher der Anwender, der mit dem konzentrierten Wirkstoff umgeht, gefährdet. Das Vermeiden von „Freisetzung in die Umwelt“ meint das konzentrierte Mittel und Reste von Spritzbrühe und steht so grundsätzlich auf allen PSM-Verpackungen.

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