Bauer Willi
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Ackerbau: auf Bio umstellen?

Auf der DLG-Wintertagung 2019 war ein Thema die Umstellung von Marktfruchtbaubetrieben von konventionell auf Bio. Der nachfolgende Artikel gibt einige sehr gute Hinweise, in welchem Fall eine solche Umstellung lohnt und wann nicht.

https://www.dlg-wintertagung.de/blog/archiv-themen-2019/marktfruchtbau-oeko-verlangt-den-meister

Unser Sohn hat vor einigen Jahren seine Masterarbeit an der Uni Hohenheim im Fach Agrarökonomie geschrieben. Das Thema war die ökonomische Bewertung einer Umstellung unseres Ackerbaubetriebes auf Bio. Das Ergebnis: finanziell bietet die Umstellung keine Vor- oder Nachteile. Der Gewinn bleibt in etwa gleich, der Anteil der Subventionen am Betriebsgewinn steigt von ca. 40% auf 104%.

Dies war das Ergebnis vor einigen Jahren. Mit dem neuen Preisniveau von Mai 2022 dürfte eine Umstellung noch uninteressanter werden. Spannend ist auch die Frage, wie sich der Markt für Bio von der Nachfrageseite her entwickelt. Es gibt erste Tendenzen, dass die Nachfrage nach Bio sinkt, weil das Geld für teure Energie (Mobilität, Heizen…) ausgegeben wird.

Das Titelbild zeigt den Blick in einen Bestand mit Bio-Weizen

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46 Kommentare

  1. Rudolf Weishaupt sagt

    Ich schreibe hier als einfacher Verbraucher. Ich hatte das Glück, meine zehn ersten Lebensjahre (*52) gleich neben einem Bauernhof zu verbringen. Mein Onkel war Dorfbäcker und Nebenerwerbslandwirt, Traktor kam erst 1962, vorher Arbeit mit dem Pferd. Bestimmte Regeln, zum Beispiel dass man kein Brot wegwirft oder nicht durch ein bestelltes Feld trampelt, habe ich von klein auf verinnerlicht. Ja, die Landwirtschaft hat sich seitdem sehr verändert!

    Bauer Willi ist von Felix zu Löwenstein und anderen „Funktionären“ des Bio-Landbaus enttäuscht. Diskussionen mit denen seien ideologisch geführt worden. Damit ist wohl gemeint, dass diese Leute ideologisch argumentiert hätten. Für sich selbst beansprucht Willi offenbar einen „objektiven“ Standpunkt. Nun ja, Willi kennt sich mit der Praxis aus. Solchen Kenntnisreichtum würde Felix zu Löwenstein für sich gewiss genauso in Anspruch nehmen.

    Was heißt also „ideologisch“? Der Ausdruck bedeutet, dass jeder, der über ausreichend Sachwissen verfügt, trotzdem bei bestimmten Fragen zu unterschiedlichen Schlüssen kommen kann. Es hängt davon ab, von welchen Grundvoraussetzungen man ausgeht.

    Konventionelle Landwirtschaft: Die rapide Entwicklung, die in der Erzeugung von Lebensmitteln in den letzten 70 Jahren stattgefunden hat, muss fortgesetzt werden. Sie hat zu einer deutlichen Steigerung der Erträge (Agrarchemie) und vor allem auch zu einer bemerkenswerten Entlastung von schwerer körperlicher Arbeit (Agrartechnik) geführt.

    Kritiker der konventionellen Landwirtschaft weisen auf Nachteile hin: langfristige Verarmung der Böden durch Kunstdünger; mögliche Gesundheitsschäden für Menschen (zum Beispiel durch den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung, durch genveränderte Pflanzen oder durch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln); Tierwohl; Klimaschäden; Reduzierung der Pflanzen- und Tiervielfalt.

    Bio-Landbau: Die Entwicklung, die unsere Landwirtschaft in den letzten 70 Jahren zu deutlich höheren Erträgen geführt hat, ist mit einer Reihe von Nachteilen verbunden (Kritiker, siehe oben). Hier möchte also der Bio-Landbau das Rad der Zeit zurückrollen: Die vielen Fortschritte waren beeindruckend, jetzt zeigt sich aber, dass sie in die falsche Richtung gingen (Artensterben, Verarmung und Nitrierung der Böden, Energiekosten durch das Haber-Bosch-Verfahren, Rückstände in Lebensmitteln; Klimaschutz).

    Kritiker des Bio-Landbaus weisen darauf hin, dass Ertragsmengen unter Bedingungen des Bio-Landbaus erheblich zurückgehen und somit auch die Preise für Lebens- und Futtermittel (Fleischpreise!) steigen würden.

    Ich meine, ein einfaches „Weiter-so“ im Sinne der konventionellen Landwirtschaft ist nicht hilfreich. Es gibt Kompromisslösungen. So weiß ich von einem Schweinehalter, dass er seine Ackerflächen pfluglos bewirtschaftet. Landwirte sind kreative Menschen, und sie wissen wie kaum jemand sonst, sich den aktuellen „Wetterbedingungen“ anzupassen. Das aktuelle politische „Wetter“ zeigt in Richtung „Schwarz-Grün“. Kluge Landwirte werden das berücksichtigen. Im Augenblick beherrscht der Ukraine-Krieg die Schlagzeilen. Das Thema „Klimaschutz“ bleibt aber aktuell und bestimmt im Hintergrund alle anderen Diskussionen.

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    • Bauer Willi sagt

      Was wollen Sie jetzt? Konventionell? Bio? Landwirtschaft ist nie ohne Folgen, egal ob Bio oder Konventionell. Vor allem gibt es nicht den einen Königsweg. Das meine ich mit ideologisch: wenn man nicht bereit ist, anzuerkennen, dass es viele Wege nach Rom gibt. Ich beanspruche nicht, den richtigen zu kennen. Was ich aber sagen kann: ohne das Haber-Bosch-Verfahren wären wir heute nicht 8 Milliarden Menschen auf der Welt. Und nur mit Bio würden wir verhungern.

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      • Andreas sagt

        Nur mit Zuckerrüben läßt sich die Welt noch weniger ernähren.
        Trotzdem bauen sie immer wieder Zuckerrüben an und sind damit nicht nur für die hohen Kosten durch die Schäden des hohen Zuckerkonsums verantwortlich.
        https://gesundheitsberater.de/zucker-ursache-von-zivilisationskrankheiten-und-gefahr-fuer-die-oeffentliche-gesundheit/
        Sie sind auch verantwortlich für die verhungenden Kinder in Afrika, durch den fehlenden Weizen, wo sie stattdessen Zuckerrüben anbauen.

        • Reinhard Seevers sagt

          “Sie sind auch verantwortlich für die verhungenden Kinder in Afrika, durch den fehlenden Weizen, wo sie stattdessen Zuckerrüben anbauen.”

          Das grenzt schon an Frechheit. …..oder Dummheit?

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        • sonnenblume sagt

          Wo in Deutschland wird jemand dazu ” gezwungen ” überzuckerte Produkte, oder Zucker in Reinform einzukaufen?
          Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wenn er mit der Thematik nicht zurecht kommt, sollte er wenigstens so fair sein und die Schuld bei sich selber suchen.
          Aber es ist ja sehr, sehr viel einfacher, die Schuld anderen zuzuschieben.
          Nur lassen sich damit die entstandenen gesundheitlichen Probleme auch nicht lösen.
          Die einzige Lösung für das Problem: niemand geht mehr selber einkaufen, sondern bekommt einen Warenkorb mit entsprechenden Lebensmittel vor die Tür gestellt.
          Wollen Sie das?

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          • Inga sagt

            Ja,
            dann wird auch nicht mehr so viel vernichtet und keiner isst mehr zu viel Zucker,
            die Ernährung ist dann ausgewogener!

            Und für die Afrikaner reicht es auch noch!

            Kostet die Freiheit Ressourcen?
            Und wenn die nicht reichen, sind Bauern schuld?

      • Rudolf Weishaupt sagt

        Tja, was will ich denn eigentlich? Ich meine, ich habe dies im letzten Abschnitt meines Kommentars ganz gut erklärt. Natürlich war das Haber-Bosch-Verfahren ein wichtiger Fortschritt! Es darf aber kein einfaches „Weiter-so“ geben.

        „Und nur mit Bio würden wir verhungern.“ So etwas Ähnliches habe ich mal als Kommentar zu einem YouTube-Beitrag aus der „Selbstversorger-Szene“ geschrieben und wurde dann ziemlich rabiat abgewatscht. Oder Thema „Wolf“. In meinen lokalen FB-Gruppen gibt es sehr viele Freundinnen und Freunde des Wolfs. Meine Meinung dazu: Der Wolf sollte bejagt werden können, wenn er Herdentieren zu nah kommt. Jagdrecht, ganz normal, genauso wie bei anderen Wildtieren auch. Was glauben Sie, was ich erlebe, wenn ich diese Meinung in den entsprechenden Gruppen äußere? Bis auf ganz wenige (meist städtische) Pferdeliebhaberinnen nur Empörung und Widerspruch.

        Ich glaube ganz einfach, dass Probleme wie Klimawandel, Artensterben und Bodenverarmung sehr real sind. Meine „Ideologie“: Ich bevorzuge alles, was – und sei es in kleinen Schritten – zur Lösung dieser Probleme beiträgt. Es gilt, keine Zeit zu verlieren!

        Sie haben mal geschrieben, dass Sie ein Buch zu diesem Themenbereich in der Schublade haben. Hoffentlich finden Sie bald einen Verleger! Ich möchte nämlich das Buch gern kaufen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          “Was glauben Sie, was ich erlebe, wenn ich diese Meinung in den entsprechenden Gruppen äußere? ”
          Wenn man keine Gegenargumente hat, würde ich mich in diesen Kreisen gar nicht rumtreiben….

          “Es gilt, keine Zeit zu verlieren!”
          Und warum sollte gerade die einzige Handlung, die Menschen am Leben erhält, die Erzeugung von Nahrung, hier eine Lösung anbieten können?
          Die Ursache des Desasters liegt in der Anzahl Menschen auf diesem Planeten, das ökonomische System und die materielle Befriedigung und deren fehlende Alternative. Wenn das Recht aller Menschen auf Wohlstand besteht, dann ist eine Weltrettung mathematisch gesehen nunmal nicht möglich…..also, was schlagen Sie vor? Wer soll nicht teilhaben dürfen, und wer entscheidet das?

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          • Rudolf Weishaupt sagt

            Danke für Ihre schnelle Antwort! Sie gliedern ihren Beitrag in mehrere Absätze, was mir eine Antwort erleichtert.

            (1) Ich treibe mich dort nicht rum, es sind Leute, die ich zum Teil persönlich kenne, meist Städter, und deren Meinungen ich in vielen Punkten (Klimaschutz, Artensterben) teile. Diesen Leuten fehlt es oft an Verständnis für die Erfordernisse der Landwirtschaft. Ich versuche, mich dort entsprechend einzubringen.

            (2) Die Erzeugung von Nahrungsmitteln ist die Basis unseres Überlebens. Volle Übereinstimmung! Also: Klimaschutz, Verringerung des Artensterbens, Bodenschutz.

            (3) Auf das weltweite Bevölkerungswachstum haben wir wenig Einfluss. Es ist einfach Fakt. Wissenschaft zeigt aber, dass mit höherem Wohlstand, besserer Bildung und besseren Sozialsystemen die Geburtenraten zurückgehen und „unterentwickelte“ Länder mehr Selbstbestimmung bekommen. Dies zu befördern, ist eine ganz wichtige Aufgabe der Politik. „Weltrettung nicht möglich“? Na dann: Gute Nacht!

            • Reinhard Seevers sagt

              “Es ist einfach Fakt. Wissenschaft zeigt aber, dass mit höherem Wohlstand, besserer Bildung und besseren Sozialsystemen die Geburtenraten zurückgehen …”

              Ja klar, bis dahin, in 200Jahren haben die Menschen den Planeten ausgesaugt und das Klima ist eh im Arsch….theoretisch geht viel, real ist die Welt eine andere.
              Aber ich sehe schon, wir Deutschen werden die Welt auf jeden Fall retten …..vorher bauen wir die Ukraine wieder auf und kompensieren auch noch die mit dem Krieg verursachten Klimagasemissionen. 😄💪…wir schaffen das!

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              • Rudolf Weishaupt sagt

                Nein, nicht in 200 Jahren, vielleicht schon in 20 oder 30 Jahren. „Wir Deutschen“ können die Welt nicht retten, aber wir können uns mit denen zusammenschließen, die auf dem richtigen Weg sind.

                • Reinhard Seevers sagt

                  “richtiger Weg”,……naja, wer die Wahrheit für sich beansprucht, dem kann/darf/sollte man nie widersprechen, ist einfach nicht möglich.

        • Inga sagt

          Warum hat denn noch keiner der Wolfliebhaber uns aufzeichnen können, was der Wolf für ein Vorteil in unserer Natur hat.

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          • Rudolf Weishaupt sagt

            Dazu gibt es durchaus Untersuchungen. Der Wolf als Spitzenprädator sorgt in unseren Wäldern für ein besseres Gleichgewicht. Zum Beispiel Reduzierung von Schwarzwild und Rehbestand. Somit auch bessere Chancen für den natürlichen Baumaufwuchs.

            • Reinhard Seevers sagt

              Das Waldsterben ist entstanden, weil vor 200 Jahren der Wolf in diesem Land ausgerottet würde. ☝️😃
              Dafür findet sich im www ganz sicher eine Studie, die nicht von einer NGO finanziert wurde, ganz sicher!

              • Rudolf Weishaupt sagt

                Bitte schalten Sie den Ironie-Modus aus. Ich diskutiere nur ernsthaft!

                • Reinhard Seevers sagt

                  Sie haben mit den Witzen angefangen! 🤗

        • Bauer Willi sagt

          Den Verleger habe ich vor kurzem gefunden. Es soll im Frühjahr 2023 auf den Markt kommen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      … am Besten selber machen, dann wird’s schon richtig werden.☝️🙄

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    • Rudolf Weishaupt sagt

      Hofübernahme, Jette, gelernte Obstgärtnerin. Also niemand, der ganz ahnungslos ist. Sie sagt (17:40): „Die meisten sehen schon, dass wir hier was Langfristiges aufbauen, was keinen Vollertrag in der ersten Minute zur Folge hat, sondern dass das eben etwas ist, wozu man einen langen Atem braucht.“ – Was heißt hier „Weltrettungsprojekt“? Und wenn schon: „Sozialprojekt oder Psychotherapie“, das ist doch nichts Schlechtes. Oder? Wenn so ein Beitrag Zuschauerzahlen generiert, trägt er vielleicht dazu bei, das oft beklagte negative Image der Landwirtschaft zu korrigieren.

      • Reinhard Seevers sagt

        Damit wird keine Imagepflege betrieben, sondern ein Bild geframt, das dem Mainstream eine Alternative zur schlechten industriellen Landwirtschaft vermitteln soll.
        Diese Form alternativer Landwirtschaft gibt es seit 50Jahren und hat im Wendland mit dem Widerstand gegen Atomenergie begonnen. Nix Neues, nur Altes immer neu aufgewärmt.

        • Rudolf Weishaupt sagt

          Aha, Sie sehen also, was heute “Mainstream” (= öffentliche Meinung) ist. Ich wünsche mir, dass Landwirte dies erkennen und sich flexibel darauf einstellen.

          • Reinhard Seevers sagt

            Mainstream ist nicht gleich Mehrheitsmeinung. Ich bin da bei Uwe Tellkamp, der eine Deutungshoheit bei bestimmten Framern verortet, die damit eine Meinungführerschaft suggerieren.
            Sie sind denen auf den Leim gegangen, finde ich.

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  2. Thomas Bröcker sagt

    Mitgequakt habe ich ja schon mal, aber den ganzen Beitrag jetzt erst gelesen. Die Zusammenhänge sind in ihrer Komplexität gut erklärt. Trotzdem führt das Ganze den Anachronismus der Notwendigkeit “Futter für die essbaren Pflanzen” produzieren zu müssen, aber Selbiges dann nicht über Tiere in für uns Essbares verwandeln zu können, vor Augen. Da in vielen Betrieben kaum noch Tiere da sind, werden die Nährstoffe dann über Biogasanlagen in handhabbaren Dünger verwandelt. Das verschlechtert die Bilanz dieser Form von “Öko-Landbau” in Bezug des Outputs an Essbarem aus diesem System nochmal extrem. Da müssten wohl doch wieder mehr Tiere her – nur, wo sie einmal weg sind, da bleiben sie halt auch weg. Biogas ist in der Beziehung auf alle Fälle besser als Kompostierung, bei der 50 – 60 % des Kohlenstoffs einfach in die Atmosphäre entweichen. Derzeit werden wohl Viele, die mit Umstellung geliebäugelt haben, eher einen Rückzieher machen. Die Frage ist halt, wie sich die Preisdifferenz und der Absatz in den beiden Märkten (Bio- und Konvi) entwickeln. Im Obst wird auf Grund der extrem schlechten Erzeugerpreise schon eher intensiver darüber nachgedacht.

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  3. Reinhard Seevers sagt

    “Und wenn wir darauf so antworten, dass jedes Land sich nur um sich selber kümmert, also seine eigenen Vorräte aufstockt, dann wird diese Krise eskalieren”, warnt der Grünen-Politiker. (Habeck)

    Ist das jetzt ein Aufruf zum Export von Nahrungsmittel? Sollen/müssen/dürfen deutsche Bauern nun doch die Welt mit Nahrung versorgen? Ich glaube die Verantwortlichen verstricken sich gerade in den vielen Zielkonflikten.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Merkste was!? – Nicht die Bauern muss man ordentlich in den Senkel stellen, sondern in erster Linie den krass grünen Parteifreund Özdemir, der die Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt hat und sich demgemäß fortwährend einer vordringlich notwendigen Flexibilität dauerhaft zu entziehen weiß.

      Auf den Tisch hauen müssen JETZT(!) Habeck und Baerbock, und zwar unüberhörbar ganz gewaltig; ja selbst unser Bundeskanzler Scholz kann innerhalb der Ampel kein verstetigtes “out of order” durchgehen lassen, sonst werden unsere Grenzen in Bälde ungebremst überrollt; verursacht wird damit ein allgewaltiger Dauerschaden, an dem wir alle lange, sehr lange ganz gehörig zu knappern haben werden.

      SIE WOLLTEN REGIEREN -verdammt nochmal (ich leiste an dieser Stelle gleich mal Abbitte für diese verbale Entgleisung)- dann sollten Sie es JETZT(!) verantwortungsbewusst auch endlich tun, gerade im Agrarumfeld!!!

      CEM ÖZDEMIR ist bis dato leider ein Totalausfall, den wir uns in einer solchen brandgefährlich hochgekochten Krisenlage wahrlich nicht leisten können.
      Deutschland nicht – Europa nicht – weltweit in seiner Funktion als bloßer Millionen-Kofferträger schon gar nicht!!!

      Der Hunger wird schließlich UNS ALLE “auffressen”!!!

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  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Unsere Lebensmittel verteuerten sich von heute auf morgen exorbitant, würde es eine Gleichbehandlung aller Flächen hierzulande realiter geben.

    Wird erst einmal generell übergreifend nach den Öko-Landbaustandards bewirtschaftet, bestünde damit einhergehend sofort eine Gleichheit unter allen Bauern, die Verbraucher wären von ihrer „Last der Entscheidung“ vor den Regalen endgültig befreit. Durchgängig teuer löste sodann ein bislang für uns Bauern desaströs „spottbillig – billig genug für die Tonne“ systematisch ab.

    Der quotale Anteil der alljährlichen Subventionen am Betriebsgewinn würde parallel hierzu allerdings auch dramatisch sinken, wenn die gesamte LN in Deutschland – weit besser noch EU-weit- nach selbigen Standards erst einmal bewirtschaftet würden; natürlich ohne Düngereinsatz und PSM.

    Jeder Bauer erhielte sodann wieder mehr für die eigene Hände Arbeit. Ein wahrer Run auf Lebensmittel setzte ein. Aus einem jahrzehntelangen erbittert gnadenlosen inszenierten Käufermarkt würde sodann gegenläufig endlich ein gefestigter Verkäufermarkt; innerhalb nur kürzester zeitlicher Verläufe.

    (EINSCHUB: Aktuell kommen die nackten Wahrheiten auf den Tisch: Von den über Jahre hinweg gemutmaßten „komfortablen, gigantischen Getreideüberschüssen“ weltweit (dienten wohl allenfalls der Erzeugerpreisdeckelung), bleibt kaum noch etwas übrig. Man findet die dunklen Kanäle wohl einfach nicht mehr, in denen selbige ganz plötzlich verschwunden sind!? – Gegenwärtig haben wir nur noch im regionalen Dinkelmarkt einen Käufermarkt, wo entsprechende Preismanipulationen offensichtlich greifen – NOCH! Dinkelbrot/Brötchen sind heiß begehrt in unseren Bäckereien – anerkannt hipp einfach nur mega-gesund. Dieses Mehl ist übrigens absolut nudeltauglich. Ergo, was ist jetzt in unseren heiligen Discounterhallen rationiert? Richtig, u.a. Nudeln… Nichtsdestotrotz wird kommuniziert, man sitze noch auf Dinkelmengen aus der Ernte 2021!? Einfach nur unglaublich lachhaft!!! – Das eigene Schicksal fordert man damit sprichtwörtlich heraus, realisiert beispielgebend nicht den heute doch recht bitteren Werde-/Untergang unserer Durummühlen u. Nudelhersteller. – Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Hier frisst selbst jetzt eine nachweisliche Gier erheblich Hirn!!!… )

    Wie positiv demnach eine solche vor unseren Toren stehende BIO-Landbau und -Ernährungsdiktatur sich für unsere hungrigen Bäuche in Reihen unserer dekadenten Industriewohlstandswelten auswirken würde, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.

    Bis Johanni konnten die Spargelbauer bislang für viel Wasser problemlos um die 16,00 Euro verlangen in den vergangenen Jahren, die auch preislich seitens unserer Genussgaumenfreunde zugestanden wurden. Jetzt, da die Nahrungsmittelpreise für viele Familien dramatisch angestiegen sind, lässt sich für dieses Edelgemüse ein enormes Absatzproblem feststellen. Viele Spargelbauern setzen deshalb aktuell ihren Pflug ein.

    Einer der ganz wenigen, der sich über vorstehend gedanklich in Szene gesetzte Entwicklung enorm freute, ist sicherlich unser grasgrüner Cem. Viele Bundesbürger würden gezwungenermaßen seiner Ernährungsweise auf dem Fuße folgen müssen, leider aber keineswegs in tiefster Überzeugung, sondern weit eher aus der Not geboren, weil man sich das gute Stück Fleisch in den heimischen Töpfen kaum mehr leisten könnte.

    Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Bedeutend weniger Hungrige weltweit drängte es an unsere Futtertröge hier in unseren Landen, wo Schmalhans als Küchenmeister das Zepter übernommen hat; schließlich zöge der Hunger selbst im „reichen“ Deutschland wieder ein. Eine grandiose Achtungsleistung innerhalb nur einer Legislaturperiode; das muss man erst einmal hinbekommen, dergestalt die unverzichtbare Stabilität unseres sozialen Friedens, ein Grundpfeiler jeder funktionierenden Demokratie, zur Disposition stellen zu wollen/dürfen(?)!!!…

    ***Aufwachen aus einem solchen Albtraum, schnell aufwachen…!!!***

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    • Reinhard Seevers sagt

      Eigentlich ist doch alles ganz simpel. Es geht in der Gesamtdiskussion immer um diejenigen, die sich gesunde und ausreichende Lebensmittel nicht leisten können, angeblich. Was spricht dann gegen Lebensmittelkarten für Bionahrung…..kein Bargeld oder Steuersenkung. Bedürftige bekommen ihre Karten und müssen weder hungern, noch sich falsch ernähren. Finde den Fehler!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “Bis Johanni konnten die Spargelbauer bislang für viel Wasser problemlos um die 16,00 Euro verlangen in den vergangenen Jahren, die auch preislich seitens unserer Genussgaumenfreunde zugestanden wurden. Jetzt, da die Nahrungsmittelpreise für viele Familien dramatisch angestiegen sind, lässt sich für dieses Edelgemüse ein enormes Absatzproblem feststellen. Viele Spargelbauern setzen deshalb aktuell ihren Pflug ein.”

      Die derzeitigen Spargelpreise im LEH können nicht der Grund für die Kaufzurückhaltung sein.

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      • Inga sagt

        Ja, die Angst vor dem Bevorstehenden verdirbt den Appetit.

        Also nur noch das Lebensnotwendige kaufen und anbauen.
        Da werden dann viele Felder für Getreide frei, das wir für das fehlende aus der Ukraine kompensieren können.

        Ein Teil Luxus ade!

  5. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Ich schaue hier auf eine Roggenfläche,wo bisher nur die Saat im Oktober 21 durchgeführt wurde.
    die Pflanzen sind ungefähr knie- bis hüfthoch und umzingelt von allen Begleitkräutern,die es gibt.
    Der Bauer redet was von Bio und zahlt für die Fläche sogar Pacht.
    Muss ich wahrscheinlich phylosophisch betrachten.

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    • Pälzer Buh sagt

      Der Roggenbestand ist wahrscheinlich für den Futtertrog, hatte die Diskusion schon mit einem Ackerbaubetrieb bei uns im Ort.
      Die Angst bei um gestellten Bio- Betriebe ist doch eine ganz andere. Kann sich der Staat überhaupt 30% Biobetriebe leisten? In der Vergangenheit war es etwa so: War das Ziel erreicht, wurden die Subventionen so weit runter gestrichen daß es sich gar nicht mehr lohnte biologisch zu wirtschaften. Der Markt entscheidet was er braucht und was nicht und das geht natürlich nur über den Preis. Ist im Weinbau auch nicht anders. War hier schon einmal im Blog.Thema: Brücken bauen.
      Immer wieder die selben Kamellen von der Politik.
      Ich bleib konventionell, Basta.

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  6. Klemens Minn sagt

    @Bauer_Willi: Ist mit Gewinn das Ergebnis nach Abzug aller Personalkosten incl. Betriebsleiter gemeint und wenn ja, welcher Stundensatz wird angesetzt?

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  7. Elisabeth Ertl sagt

    Das was der Artikel beschreibt ist der Grund, warum es in Österreich so viele Biobetriebe gibt: weil wir viele Grenzertragsstandorte haben. Da wird v. a. Milch und Fleisch produziert, und dafür gibt es dann auch einen Markt.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Wo es passt, spricht ja auch prinzipiell nichts dagegen.

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  8. Brötchen sagt

    Bio hat massive Absatzprobleme.
    Ich habe an einer Veranstaltung teilgenommen, wo das so eingeschätzt wurde.
    Das war mir auch vorher klar und hatte das schon immer so gedacht weil:

    – die wahren Kosten für Bio verschleiert werden bzw. nicht in Rechnung gestellt werden, weil man die gute Sache nicht gefährden will
    – man eine Rückwärtsrechnung macht…festlegung eines utopischen Endpreises der für einen rel. geschlosssenen Vertragsmarkt so einigermaßen funktioniert
    – sinnlose produktionsbeeinflussende Vorgaben, die die Kostenstruktur wesentlich beeinflussen, aber nicht geändert werden können

    In Krisenzeiten, wo die Geldausgaben begrenzter sind, kann Bio die Preise nicht mit in gleicher Weise anheben, weil diese schon sehr hoch und künstlich aufgeblasen sind!

    Der Großteil Biokäufer sind nur Wechselkäufer und keine Stammkunden.

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    • Thomas Bröcker sagt

      So ist es, die Zuwächse im Umsatz haben in den letzten Jahren fast ausschließlich im LEH, also weniger in Bio-Supermärkten und gar nicht in kleinen Bio-Läden sattgefunden.
      Die Bio-Umsätze im LEH und beim Discounter gehen fast vollständig auf Wechselkäufer zurück – die jetzt eben wechseln – zurück zur preiswerteren Konvi-Ware. Hardcore Bio-Käufer aus Überzeugung machen keine 25 % des Umsatzes der Branche aus.
      Wie Frau Ertl es sagte: Grenzstandorte mit Viehhaltung und begleitenden “Geschichten” sind für Bio prädestiniert. BIO ist in erster Linie (extensive) Tierhaltung ! Genau deshalb wird der “Krieg” gegen die intensive Tierhaltung geführt.

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      • Smarti sagt

        “Bio ist in erster Linie ( extensive ) Tierhaltung ! Genau deshalb wird der “Krieg” gegen die intensive Tierhaltung geführt. ”
        So habe ich das noch nicht gesehen, aber das haben Sie wohl richtig erkannt. Bio behauptet von sich, “gut zu sein” … aber in Wahrheit vernichten einige wenige ? “Bioaffine Strippenzieher” nicht nur die konventionelle, sondern gleich auch die eigene Biolandwirtschaft in D mit. Und damit ist die Ernährungssicherheit in Gefahr.
        Wissen die eigentlich noch selber, was sie tun ?

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  9. Arnold Krämer sagt

    Warum sollte ein Unternehmer seine Wirtschaftsweise umstellen, die ihn in seinen Handlungsmöglichkeiten einschränkt, aber abhängig macht von staatlichen Subventionensentscheidungen ohne eine bessere wirtschaftliche Gesamtperspektive zu bieten?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Wenn er konvertiert ist, muss er seinen Glaubensgrundsätzen schon entsprechen, denke ich. 🤔😎

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    • Arnold Krämer sagt

      Wenn sonst keiner die Antwort gibt, muss ich es schon selbst machen. Es kann nur ein Gesinnungswandel sein ausgelöst durch Familienmitglieder, meistens die Ehefrau. „Echte“ Bio-Landwirtschaft ist Gesinnungs-Landwirtschaft. Deshalb auch der missionarische Eifer vieler seiner Hauptakteure.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich finde, die Thesen Eric Voegelins zur Wiederkehr der Gnosis sind gut auf BIo oder Vegan oder andere neue Weltrettungstheorien übertragbar.

        (Gnosis: Trotz aller Verschiedenheiten zeigen die gnostischen Lehren eine gewisse Grundtendenz: Eine oberste, über alle irdische Wirklichkeit schlechthin erhabene „gute Gottheit“ entfaltet sich in vielfachen Abstufungen und Ausströmungen (Emanation). Die sichtbare Welt schuf ein „Demiurg“, der auch den minderwertigen „fleischlichen“ Menschen bildete, indem er das zur göttlichen Oberwelt gehörende Pneuma mit der „bösen Materie“ vermischte. Die Erlösung des Menschen liegt in der Gnosis, d. h. in der Erkenntnis seines kosmischen Geschicks und der Göttlichkeit seines eigenen Selbst.[2] Quelle Wiki

        Eric Voegelin sah in der Moderne eine Wiederkehr der Gnosis, insbesondere in Form politischer Religion. Nach Voegelin[25] gibt es sechs Merkmale, welche die Gnosis auszeichnen:

        1. Der Gnostiker zeigt eine Unzufriedenheit mit seiner Lage in der Welt.
        2. Der Gnostiker glaubt, die Welt sei schlecht beschaffen, aber er glaubt nicht an die Unzulänglichkeit des Menschen.
        3. Der Gnostiker glaubt, vom Übel der Welt erlöst werden zu können.
        4. Der Gnostiker glaubt, die Seinsordnung könne in einem historischen Prozess verändert werden.
        5. Der Gnostiker glaubt, die erlösende Änderung könne durch eigene Tat des Menschen erfolgen.
        6. Der Gnostiker glaubt sich im Besitz des Wissens um die Methode dieser Änderung, erstellt von diesem Standpunkt aus Rezepte zur Selbst- und Welterlösung und verkündet prophetisch der Menschheit sein Erlösungswissen

        Es ist eine gesellschaftliche Art die verlorengegangene übergeordnete Instanz neu zu definieren, zu finden……

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