Bauer Willi
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200.000.000 Schweine…in China…

China nimmt einen Strategiewechsel in der Tierhaltung vor. Wurden Schweine bisher vor allem auf dem Land von Kleinbauern erzeugt, werden nun „Schweinefarmen“ in Stadtnähe gebaut, die bis zu 150.000 Tiere an einem Standort konzentrieren. Insgesamt ist die Zahl der neuen Stallplätze in Schweine-Hochhäusern (siehe Bild im Artikel) für die Produktion von 200.000.000 Tiere ausgelegt. Der Bau in der Nähe der Städte soll die Logistik erleichtern.

Eine ähnliche Entwicklung (immer größer) wird auch die deutsche/europäische Schweinehaltung machen. Allerdings ist hier der Grund in den immer strengeren Auflagen zu suchen, die von kleinen Betrieben nicht mehr wirtschaftlich erfüllt werden können.

https://www.agrarheute.com/markt/tiere/china-baut-riesige-schweine-hochhaeuser-570116?utm_campaign=ah-mo-fr-nl&utm_source=ah-nl&utm_medium=newsletter-link&utm_term=2020-06-25&fbclid=IwAR3FVwyNdZYiubaGsVmgAb1hWjfRpPnSPEmdQwb4R6bPBqGHlS9SVcZBbIY

Das Bild oben habe ich auf einen Betrieb in Franken aufgenommen, der Weideschweine hält und vermarktet. Eine Nische für wenige, wohl kaum eine Lösung für alle.

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26 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt
  2. Friedrich sagt

    Leute , es geht nicht nur immer in eine Richtung. Das hat die Geschichte schon immer gezeigt. Ich sage mir schon seit einiger Zeit, etwas gelassener zu sein , denn die „Große Transformation“ der Politik wird in einem „Großen Desaster“ enden. Unser Bruttoinlandsprodukt beträgt im Jahr rd. 3000 Mrd. Euro. Davon geben wir im Jahr rd. 500 Mrd. Euro für Dokumentation aus. Das ist beschriebenes Papier , was sich keiner mehr ansieht und später im Mülleimer landet. Diese Vergeudung können wir uns in Zukunft nicht mehr erlauben. Auch die ständige Niedermache der Wirtschaft nimmt uns allen den Wohlstand. Das wird sich kaum einer noch längere Zeit gefallen lassen. Man denke an die nicht eingehaltenen Versprechen gegenüber den systemrelevanten Leuten.
    Auch sind wir wieder die Letzten. Viele unserer Politiker, Verwaltungsmenschen usw. waren im Lockdown monatelang bei vollem Einkommen komplett untergetaucht und führen heute wieder das „Große Wort“. Wir alle sollten überlegen , ob wir uns das alle still und leise gefallen lassen sollten ? Schließlich sind wir“ Systemrelevanten Leute“ diejenigen , die hier den Laden am Laufen halten und die wirtschaftliche Grundlage erarbeiten. Ich träume davon , daß alle , Schausteller, Spediteure , Busunternehmer , Motoradfahrer, Krankenpfleger,Altenpfleger usw. mit uns eine große Demo machen und es denen mal klarmachen , daß es so nicht weitergeht. Auch wir verlangen schließlich „Soziale Gerechtigkeit“. Warme Worte und nichts dahinter nutzen uns nichts.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Schausteller?……Systemrelevante Leute? Motorradfahrer? Ganz ehrlich? Soziale Gerechtigkeit…Hitzestau?

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  3. Günter sagt

    Die Pandemien und Seuchen werden halt dann überhand nehmen, aber in China juckt
    das kein Schwein.
    Wer einmal in der chinesischen Provinz auf einem Wochenmarkt unterwegs war,
    wundert sich sowieso dass nicht mehr passiert.
    100000 Tote in China jucken auch niemanden, ideale Voraussetzungen für Tönnies und Co.

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    • Brötchen sagt

      Na na, Sie unterstellen da jemandem was !

      Könnte man auch den „ÖkoTaliban“ unterstellen

      Machen Sie einen Schlachthof auf und erledigen das Unangenehme?

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  4. Ehemaliger Landwirt sagt

    In meinem Kreis wohnen 340.000 Menschen.

    Gleichzeitig gibt es 9.000 Mastplätze für Schweine, bei 2 facher Belegung macht dies gerade 5,3 Kg Schweinefleisch je Person.
    Die wenigen Metzger klagen, dass es immer schwieriger wird, einheimische Schweine zu bekommen. Einer im Nachbarort holt sie in 80 Km Entfernung.
    In BW einen Schweinemaststall genehmigt zu bekommen, ist so selten wie ein sechser im Lotto.

    Würden Mastplätze in nennenswerter Zahl abgebaut, werden wir halt die Schweinehälften von China beziehen, es sei denn, der Toennies geht mit samt seine Schlachtern nach Rumänien und baut dort auch noch Ställe mit hunderttausenden Mastplätzen.

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  5. Moin!

    Vorab: Auch Tönnies souct out nach China, siehe hier, „bessere“ Arbeitsbedingungen (also für Tönnies):
    https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/toennies-baut-schlachthof-china-559430

    Fakt ist: Steigt der Wohlstand für einen Teil der Gesellschaft, will man auch was darstellen, dazu zählt auch der Konsum. Der Fleischhunger steigt massiv wie bei uns während der Wirtschaftswunderjahre. Das hat nichts mit der Ernährung der Bevölkerung zu tun, sondern ist Luxus.

    China investiert massiv Geld in Aufklärungskampagnen hin zu weniger Fleisch:
    https://www.globalcitizen.org/de/content/china-reduziert-fleischkonsum-fuer-den-klimaschutz/

    Aber die Einwohner zeigen sich davon unbeeindruckt, man will ja was darstellen und Essen ist Luxus, den sich auch jemand mit kleinem Einkommen oft noch leisten kann. Man will ja was darstellen:
    Fleisch = Wohlstand, Auto = Freiheit, Zigarette = Emanzipation

    Außerdem Teil einer Strategie Chinas ist die Entwicklung von Fleischersatzprodukten auf pflanzlicher Basis. Mit Pflanzen können mehr Menschen ernährt werden statt die Flächen an Tierfutter zu verlieren sozusagen.
    https://www.dw.com/de/sierens-china-die-gro%C3%9Fe-fleisch-frage/a-51622346
    https://www.handelszeitung.ch/panorama/der-veggie-boom-ist-auch-china-angekommen

    Echts Fleisch ist natürlich echter Luxus, aber wenn man keine Gäste hat, reicht auch Fleischersatzgepreßtes. Naja, bei uns holt man sich ja auch eher das Dumpingfleisch aus dem Supermarkt, es sei denn zu Weihnachten, wenn man zum Metzger rennt. Daß Essen ein Statussymbol ist, zeigen auch Sonderkulturen wie Spargel (kaum Kalorien, nährstoffarm) oder Nobelrestaurants, bei denen man sich fragt, ob der Rest vom Essen sich unterm Salatblatt versteckt und was daran so teuer sein soll.

    Wie paradox es ist, zeigt auch die Bereitschaft der Menschen, überteuerten Fastfood-Kaffee von Starbucks zu kaufen, nur um zu zeigen „seht her, ich kann mir teuren Starbucks-Kaffee leisten“. Fleisch hat das Image, teuer zu sein, ist aber besonders hierzulande billig, man sieht es dem Stück Fleisch ja auch nicht an, ob es vom Discounter oder Metzger aus regionaler Erzeugung kommt. Aber wer das Geld für Fastfood hat, hat prinzipiell auch das Geld für höherwertiges Fleisch. Mit Masse werden die Tierhalter nicht auf einen grünen Zweig kommen, weder hier noch in China.

    Teil des Bodenfruchtsbarkeitsmanagements dort ist auch die Kritik an zuviel Tierhaltung und aus dem Lot geratener Stoffkreisläufe.

    Aber anders gesagt: Den Einwohnern kann man das Fleisch auch nicht einfach so verbieten … sonst gehen die Bürger auf die Straße wie in der DDR, kaum daß Kaffee durch Muckefuk ersetzt werden mußte mangels Devisen. Wie in Frankreich, wenn die Benzinpreise steigen … schei* auf soziale Ungerechtigkeit, aber wehe, der eigene Konsum ist gefährdet und man muß dann auf was verzichten … wenn’s nicht so traurig wäre …

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    • Reinhard Seevers sagt

      Sehr richtig Herr Suhr! Die Chinesesn sind wohl eines der wenigen Völker dieses Planeten, die sich nach und während des „Großen Sprungs“ von Dingen ernährt haben, von denen hier niemand zu träumen wagt. 1,2 Milliarden Menschen haben unsere Werte als Maßstab vor Augen, 1,2 Milliarden Menschen haben das gleiche Recht, wie wir….und auch die anderen Milliarden. Weil das so ist, wird sich durch Bauernbashing in diesem Land und durch moralische Höherstellung einiger Weniger in diesem Land auch nichts ändern….DAS sollte man nicht aus den Augen verlieren, wenn man den Maßstab verliert.
      Es würde reichen, den Rechenschieber oder den Taschenrechner zu nutzen, um die Realtionen endlich einmal zu erkennen…..

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    • Arnold Krämer sagt

      Herr Suhr
      „Mit Masse werden die Tierhalter nicht auf einen grünen Zweig kommen, weder hier noch in China“. Auch wieder so eine Behauptung ohne Sinn und Verstand (tut mir leid).

      Wissen Sie überhaupt, wieviel gut wirtschaftende Landwirte mit der Tierhaltung verdienen bzw. verdienen können und wieviel Einkommensteuer sie zahlen, das dann u.a. auch an Organisationen mit bullshit-jobs verteilt wird, die ihnen das wirtschaftliche Leben schwer oder sogar unmöglich machen? Das macht wütend.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Genau Herr Krämer….wenn dem nicht so wäre, wäre ich seit Jahren arbeitslos.
        Es ist aber wie bei allen Wirtschaftszweigen, es gibt erfolgreiche und weniger erfolgreiche. In der Landwirtschaft ist es so, dass man mit mehr Selbstausbeutung erfolgreich sein kann, oder mit besserem know how…..und dazwischen gibt es ganz viele Schattierungen. Wenn das Gros kein auskömmliches Einkommen erzielt kann man der Gruppe mehrere Gründe/Veränderungen vorhalten oder empfehlen: unbedingt auf Bio umstellen, besser werden, aufgeben, kämpfen, sich vereinigen zu einer stärkeren Einheit, Bauplätze verkaufen, politisch aktiv werden, Produktion umstellen auf Spendensammeln, den Naturschützern alles überlassen für umsonst…..usw.

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        • Arnold Krämer sagt

          Erfolgreich mit Selbstausbeutung? Das funktioniert nicht.
          Viel und hart arbeiten ist keine Selbstausbeutung wenn ein wirtschaftlicher oder sonstiger Erfolg damit verbunden ist. Auf Dauer muss aber immer die Balance stimmen zwischen Leistung, Gesundheit, sozialen Kontakten und Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns (magisches Viereck)

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      • Brötchen sagt

        Tja Niedersachsen ist bald das Land der Glücklichen…

        Autoindustrie runtergewirtschaftet, Veredelungsindustrie marginalisiert.

        Die Erlösung ist nah!

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        • Und MP Weil (SPD) möchte ab 2022 unbedingt wieder das Land mit den Grünen regieren. Dann geht es noch ein bisschen schneller.

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    • fingerphilosoph sagt

      Also ich esse Fleisch und Fisch nicht, weil ich was darstellen will, sondern weil es mir, im Gegensatz zu diversen Gerichten mit Kichererbsen, Algen, Tofubratlingen, schmeckt und bekömmlich ist. Warum soll das bei Chinesen anders sein?

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    • bauerhans sagt

      „Fleisch = Wohlstand, Auto = Freiheit“

      DEUTSCHE AUTOS und DEUTSCHES FLEISCH!
      was gut ist für unsere VOLKSWIRTSCHAFT.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Sind Autos, die aus Polen kommen und bei uns zusammengeschraubt werden Deutsche Autos?:-)
        Ist das Schwein, was als Ferkel aus Dänemark kam und hier gemästet wurde ein Deutsches Schwein?:-)
        Es ist so schwierig heutzutage das Deutschsein zu definieren, und sich dann auch noch wohl zu fühlen….:-)
        Nur die Mohrrüben aus der SOLAWI sind echte Deutsche Mohrrüben!

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        • Smarti sagt

          Wer hat nochmal die Möhrchen in der Solawi gesät, vereinzelt und bewässert ? Mit Vlies abgedeckt und geerntet ? Wahrscheinlich der „kostenlose“ Praktikant aus ? :). Oder gleich die fleissige Angestellte aus Rumänien. Denn gutes Personal ist schwer zu finden bzw langfristig unbezahlbar…. und nennenswerte Mitarbeit der Mitglieder gibt es, ist aber die Ausnahme.

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  6. Thomas Apfel sagt

    Ein „Schweinehochhaus“ gab/gibt es glaube ich aus DDR-Zeiten in der Nähe von Halle.
    Das war so ein planwirtschaftlicher Testballon. Man ist (weil kein Platzmangel, billiger und leichter beherrschbar) aber bei der „einschichtigen“ horizontalen Haltung verblieben.
    Für China und andere große Ballungszentren ist das nüchtern betrachtet keine schlechte Wahl, weil man die Ver- und Entsorgung zentralisiert technisch gut lösen kann.
    Unsere „Tierwohlbetrachtungen“ sind eine sehr europäische Sichtweise.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn Schweine in einem 10 Stöckigen Haus gehalten werden, wo ist der Unterschied für die Schweine denen gegenüber die ebenerdig gehalten werden?
      Dies übersteigt den Horizont vieler Menschen, weil die nur die lieben Schweinchen auf der Weide sehen wollen, aber zu ALDI Preis.

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      • Brötchen sagt

        Ehemaliger mit dem Druck wird es schwierig was Gülle betrifft, wenn da das Ventil versagt, kommt da ne Mörderfongtäe 😉

        Wir hatten mal geblödelt, was man mit den Windrädern so machen könnte, wenn die ausgenudelt sind. Ein Vorschlag war, Güllelager.

        Getreidelager ginge auch.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Man braucht nur von den obersten Etagen eine Leitung zum Feld legen, erspart das Güllelager und die Ausfuhr.

          Warum unser Architekt noch nicht dahinter gekommen ist? 🤣

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  7. Brötchen sagt

    „Eine Nische für wenige,“ ist stark untertrieben, homöopathische Dosen sind das !

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  8. Reinhard Seevers sagt

    Ich glaube es gibt keinen Zusammenhang zwischen den beiden Systemen…..das eine basiert auf einer Wohlstandsgesellschaft, die meint ihren Wohlstand durch „weniger“ festigen zu können. Die andere setzt auf Ernährung für 1.2 Milliarden Bürger…,
    Aktuelles Beispiel wie das funktioniert: Weil groß böse ist, muss ein Demeter- Betrieb seine 9000Legehennen auf drei separat erschlossene Standorte aufteilen, anstatt sie in einem Stall unterzubringen. Das Ergebnis ist zwar das Gleiche, nämlich eine Anzahl Eier, aber die Landschaft ist zersiedelt, mehr Fläche versiegelt und mehr Ressourcen verbraucht. Das Huhn ist aber glücklich!

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