Bauer Willi
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100 Millionen Hungernde mehr

Das Manager-Magazin hat ein Interview mit Prof. Qaim zur aktuellen und zukünftigen Ernährungssituation geführt. Er ist Direktor des ZEF in Bonn.

https://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/explodierende-weizenpreise-im-schlimmsten-fall-bis-zu-100-millionen-mehr-hungernde-a-d28f6d66-0184-4f72-8fd3-2bd94b486a25

Die wesentlichen Aussagen:

  • Der russische Exportstopp trifft schon jetzt die Länder des Nahen Ostens
  • Die fehlenden Mengen aus Russland und Ukraine lassen sich nicht ohne weiteres ersetzen, zumal weltweit Düngemittel fehlen
  • China und Indien haben Getreidevorräte, die jetzt abgebaut werden könnten
  • Warenterminbörsen sind für das Funktonieren der Märkte wichtig, allerdings sollten reine Finanzspekulationen unterbunden werden
  • kurzfristig kann die Verfütterung von Getreide nicht gestoppt werden, mittelfristig würde ein geringerer Fleischverzehr mehr Futter für die menschliche Ernährung freisetzen
  • Keine Bioenergie (Biogas, Bio-Ethanol, Bio-Diesel) mehr produzieren. Weltweit ist das ein großer Hebel.
  • kein Ausbau von Öko-Landwirtschaft, da ineffizient und unwirksam beim Klimaschutz
  • Genom-Editierung kann helfen, den züchterischen Erfolg zu beschleunigen

 

Wer etwas für die Menschen in der Ukraine tun will, hier die Spendenaktion der top agrar: https://www.topagrar.com/gemeinsam-fuer-die-ukraine-12971691.html?

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62 Kommentare

  1. Thomas Bröcker sagt

    Unser Aller Landwertschafts- und Bauernplanierminister Özdemir von Lemkes Gnaden, hat Gestern bei Tagesthemen (oder war´s Heutejournal – ganzegal) seine Position zu LW kundgetan. Er sieht auch keinen Grund irgendetwas an den Zielen zu ändern.
    1. Begründung: Klimakrise bekämpfen – Tiere und Fleischverbrauch reduzieren.

    2. Begründung: Artensterben aufhalten – PSM Aufwand (als Hauptursache) halbieren

    3. Begründung: Bauernhöfe retten – Ware verknappen – dadurch über höhere
    Erzeugerpreise Bauern retten, Tierwohlkennzeichnung (um den Leuten höhere Preise
    schmackhaft zu machen).

    Das Grundproblem ist die Tatsache, dass sich die Erzählungen der “Ökologen” aller Couleur und ihre Lösungsansätze durch dauerndes “Predigen” in Dogmen verwandelt haben, deren Hinterfragung “Ketzerei” ist. Bei der Masse und finanziellen Ausstattung der “Prediger-Phalanx” ist das auch kein Wunder.

    Nur mal ein kleines Schlaglicht auf das Thema Artensterben durch Landwirtschaft:
    Wir haben aktuell den Abschlussbericht von Dr. Esser (Büro für Freilandökologie Dormagen) über 10 Jahre Insektenmonitoring in IP Erwerbsobstanlagen in Sachsen erhalten. Die Herangehensweise war ähnlich der in Krefeld, zusätzlich aber Bodenfallen.
    Ohne weiter auf Details einzugehen: – es wurden insgesamt 1.721 Arten aus aus 16 Ordnungen nachgewiesen. Die Fangergebnisse wurden dem Verfahren des DNA-Metabarcoding unterzogen. Insgesamt wird die Anzahl der in Obstanlagen vorkommenden Insekten (die von Lebensweise und Habitat dort vorkommen) auf 2.275 bis 3.300 Arten geschätzt.

    Ich bin der festen Auffassung, dass das in Ackerbaugebieten mit genügend Landschaftsstruktur ähnlich ist, denn Dr. Essers Fazit war: Die Insekten besiedeln jedes noch so kleine halbwegs dauerhafte Mikrohabitat. Das Ganze ist, wie gesagt im Obstbau mit intensivem Pflanzenschutz ermittelt worden.

    Wir hatten jetzt einen Fall im intensiven Spargelanbau: dort soll eine Ackerfläche in Bauland gewandelt werden. Die Untersuchungen zu vorkommenden Arten zwecks Kompensationsmaßnahmen, förderten auf einmal viele der angeblich durch die Art der Bewirtschaftung vom Aussterben gefährdeten Arten zu Tage. Der Zweck der Untersuchung war hier halt nicht die Diffamierung der modernen Landwirtschaft, sondern (vom Bauherrn zu bezahlende) Ersatz und Ausgleichsmaßnahmen zu verifizieren.
    Ein Schelm, der Böses dabei denkt !

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  2. Dorfmensch sagt

    Wenn ich die Kritiken an der Bioenergieerzeugung lese, frage ich mich, ob die Grünen*innen schon immer dagegen waren oder während der rot-grünen-Regierung unter Gerhard Schröder diese Entwicklung mit gefördert und unterstützt haben?

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  3. André Lang sagt

    Die Ansicht zum Thema Öko-Landwirtschaft stammt ja wohl mit Sicherheit aus dem letzten Jahrhundert! Gute und gesunde Lebensmittel können mit etwas Verstand problemlos in global ausreichender Menge und ohne Düngemittel hergestellt werden bei gleichzeitiger Bodenverbesserung und substantieler CO2 Bindung im Boden

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      • Der Jens sagt

        Erst nachdenken, Leute!
        Die Idee vom Andrè ist richtig. Bei Rindfleischproduktion auf Grünland werden hochwertige Nahrungsmittel produziert. Grünland speichert nachweislich CO-2.
        Weltweit werden 70% der Agrarflächen als Grünland genutzt.
        Und eine Fleckvieh oder Deutsch-Angus Mutterkuh mit kleinem Kälbchen düngt ihre Weide selber und sorgt nebenbei dafür, daß die Insektenpopulation gefördert wird.

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        • Smarti sagt

          Hallo “Der Jens”, und was sagst Du zu Herrn Oezdemir, der aus umweltschutzgründen die Tierhaltung halbieren will ? “Deine Mutterkuh” bringt zu wenig Dünger für den Brotweizen auf dem Acker bzw. den Kohlacker -wie düngst Du den ?
          Jetzt will bald jeder seine eigene Umweltstrategie fahren, kaum einer versteht mehr was von Landwirtschaft – ich meine die, die Essen macht- aber jeder hat eine eigene Meinung und boxt sie auch durch. Das wäre ja nicht schlimm, das wird es erst, weil da neue Richtlinien und Gesetze entstehen, die eine Landwirtschaft bald verunmöglichen.
          Nicht mal die Umweltschützer und die Grünen sind sich noch einig…

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          • der Jens sagt

            Stelle diese Frage bitte bei landwirt-media.com (österreichisches Forum) oder bei Landtreff.de.
            Die Beantwortung deiner Frage an dieser Stelle mit anschließender Diskussion würde den Platz bei Bauer Willi sprengen.
            Meine Aussage bezog sich erst einmal darauf, daß der Andrè meinte, daß es Praktiken gibt, die gesunde Lebensmittel produziert UND Humus aufbaut. Alle Ing.agrar, nein Dr.agrar, meinte daß das nicht geht. Zitat: “Der 2. Satz ist so in ziemlich allen Punkten falsch.”
            70% GL weltweit ist eine Fläche, die wir zur Nahrungsmittelproduktion benötigen
            Rinder, Schafe, Ziegen, Kamele, Pferde …. fressen Gras und produzieren Fleisch
            Auf Grünland wird CO2 / Humus gespeichert
            Meine Kuh düngt ihre (meine) Wiese.
            Für deinen Kohlacker musst du selber Tiere halten.
            Kommst du aus einer Gegend wo es früher Großbetriebe gab? Ich meine, wegen dem “Obrigkeitsdenken”?

            • Thorens sagt

              Mal auf einen einfachen Nenner gebracht, Jens:
              Deine Kuh und ihr Kalb können so lange die Wiese düngen, die sie abgrasen, wie sie wollen. Wenn du auch nur einen Liter Milch oder gar ein Steak von dieser Kuh haben willst, dann hast du deinem “Kreislauf” Kuh-Boden etwas entnommen. Willst du das ersetzen, dann heißt das Düngung. Ersetzt du es nicht, dann ist das Raubbau. Auch ist dieses kein echter “Kreislauf”, denn das, was das Tier für seine Lebensfunktionen benötigt (Körpertemperatur z.B.) kommt nicht mehr zurück und fehlt im Boden.

              Denk mal drüber nach.

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              • Der Jens sagt

                Oohh, jetzt hast du mich aber überzeugt. Von jetzt an verzichten wir darauf, daß weltweit vorhandene Grünland zu nutzen. Weil es ja keine Kreislaufwirtschaft ist, wenn irgendjemand Fleisch zum Essen entninnt.
                Die Bewohner der Trockengebiete (Nordafrika, Südafrika, Naher Osten bis rüber nach China) werden sich freuen, wenn du ihnen die Existenzgrundlage (Viehhaltung) raubst.
                Sie können dort kein Gemüse anbauen, weil zu trocken, Boden zu schlecht, keine Abnehmer, zu kalt , zu warm … . Also hungern und Lebensmittelspenden erhalten?
                Auch Weizen kannst du nicht ohne “Raubbau” erzeugen, wegen der Nährstoffe, die in den Kläranlagen verschwinden.
                Du kannst aber den Stickstoff mit chemischen Dünger (mit Erdgas hergestellt) aus Russland für Rubel ergänzen. ….

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                • Thorens sagt

                  Du musst mir sicher nichts darüber erzählen, dass es mit Fleischverzicht nicht geht. Auch habe ich mit keiner Silbe die absolute Notwendigkeit der weltweiten Grünlandnutzung infrage gestellt. Und deine Erläuterungen dazu, was wo wächst oder nicht und die Gründe dafür, sparst du dir besser für diejenigen, für die das Spanische Dörfer sind.

                  Um deiner Wahrnehmnung auf die Sprünge zu helfen: Ich sprach von nichts Anderem, als dass es ohne Düngung, womit auch immer, dauerhaft nicht funktionieren kann.

                  Da du mir aber ein Schlauer zu sein scheinst, kannst du mir ja vielleicht erklären, wie es ohne Düngung gehen kann, denn darum ging es weiter oben in der Vorlage von André, auf die du dich bezogst. Ich bin ja so gespannt.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Streitet euch nicht, ihr seid lediglich von unterschiedlichen Intensitäten ausgegangen. Die einen sind Nomaden, die anderen stationäre/sesshafte Viehhalter.
                  Ich habe noch keine Massaiwiesen gesehen und in der Mongolischen Steppe gibt es sicher weniger als 0,00000GV/ha. 🤗

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                • Der Jens sagt

                  Ich hoffe mal, daß diese Antwort in der richtigen Reihenfolge erscheint (als Antwort auf thorens vom 1.4.)
                  Mein Beitrag bezog sich nicht nur auf den 2. Satz vom Andrè, sondern auch auf die Aussage vom Willi, daß diese in FAST allen Punkten fachlich falsch sei.
                  1. Gute und gesunde Lebensmittel
                  2. Etwas Verstand
                  3. Ausreichende Menge
                  4. (Meine Kuh düngt ihre Weide)
                  5. Verbesserung des Bodens
                  6. Gleichzeitige CO2 Speicherung
                  Mit dem Düngen sind wir ja ziemlich der gleichen Meinung.
                  Es gibt aber mehr Einträge als man gewöhnlich denkt.
                  Wie da sind: Schwefel aus sauren Regen, Saharastaub, Gewitter (30 kg N/Jahr), Leguminosen (2 kg je % Anteil), Kohlendioxyd, Staub und Bodenabschwemmungen von Nachbarbetrieben, Regenwasser, Hundedreck, Fall-Laub, und ganz besonders die Energie der Sonnenstrahlung
                  Zur Intensität: nach derzeit gültigen Vorschriften und Fördermöglichkeiten
                  Joel Salatin und David Brandt verbessern ihre Böden durch Zwischenfruchtanbau und Viehhaltung (Ertragsfähigkeit, Bodenleben, Wasserspeicherung , Versickerungsrate, Humusaufbau, Bodenlockerung …)
                  Erträge kann man auch steigern, indem man berücksichtigt, wie das Gras wächst. In Amerika wird das stark propagiert. (Sowohl von Umweltschützer sowie vom Staat – USDA) Dort hat die Landwirtschaft noch einen hohen Stellenwert.
                  Kurze Nutzung, lange Ruhezeit MOB-Grazing. Funktioniert.
                  Und wegen dem ohne Düngung: Hast du mal eine Birke irgendwo auf einer alten Fabrikmauer gesehen? Die wird jedes Jahr größer. Wer düngt denn die?

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Jens, wer sägt denn jedes Jahr die Birke ab und wie lange wächst sie nach?
                  Schon Mal drüber nachgedacht?

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                • Thorens sagt

                  …leider hat so eine Birke zeimlich wenig aufzubieten, was der menschlichen Ernährung dient. Als Pionierpflanze haben z.B. Birken ein deutlich besseres Aneignungsvermögen für Wasser und Nährstoffe als Kulturpflanzen, dies allein schon durch ihr deutlich tiefer reichendes, verzweigtes Wurzelwerk.

                  Das mit den langen Ruhezeiten mag funktionieren, immerhin kannte man in Europa vor hunderten Jahren die Dreifelderwirtschaft. Um uns so etwas leisten zu können, reichen aber die Flächen weltweit nicht aus, falls alle überleben sollen.

                  Die S-Einträge aus der Luft sind, zumindest hierzulande, Geschichte seit Einführung der Rauchgasreinigung in den 80er Jahren. Seit Beginn des Ausstiegs aus der Kohleverstromung ist sogar immer weniger günstigen REA-Gipses für eine S-Düngung zu haben.

                  Gewitter, 30 kg N/Jahr? Wo? Wo der Blitz einschlägt? Im Durchschnitt? Je ha? Überall? Bitte genauer.

                  Mal ehrlich: Wer würde sich auf Bodenabschwemmungen vom Nachbarn, gelegentlichen Saharastaub, Hundedreck und Falllaub bei der Sicherstellung des nächsten Ernteertrags verlassen wollen, wenn er von diesem Ertrag seine Familie zu ernähren hat?

                  Über den Sinn von Zwischenfrüchten und Leguminosen müssen wir nicht sprechen, denn die wirken tatsächlich bodenverbessernd.

                  Alles in Allem nicht wirklich überzeugend.

                  Ich lerne aber gern noch dazu…

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                • Thorens sagt

                  “Kohlendioxyd… und ganz besonders die Energie der Sonnenstrahlung”

                  Ja, natürlich. Mit der Nährstoffversorgung haben Co2 und Sonne aber nichts zu tun. Beide sorgen mit Hilfe der Photosynthese für den Aufbau von Kohlendhydraten. Wenn da die Phosphorversorgung über den Boden nicht gut ist, dann fehlt es u.a. an der Energieübertragung im Rahmen der Photosynthese, sprich, diese ist dann weniger effektiv. Da solltest du schon differenzieren, wenn wir über Nährstoffversorgung sprechen.

                • Der Jens sagt

                  Grünland ist die Mutter des Ackerlandes.
                  Dieser Spruch stammt aus uralten Zeiten, da es noch keinen Mineraldünger gab. Er besagt, daß das Vieh vom Grünland ernährt wurde, der gewonnene Mist aber auf dem Ackerland ausgebracht wurde. Wollte jemand mehr Mist auf seinen Acker streuen, wurde der Grünlandanteil erhöht, damit einerseits mehr Vieh ernährt werden konnte und andererseits pro ha AL mehr Mist zur Verfügung stand.
                  Die verkauften Ackerfrüchte, die Milch und das Fleisch haben dem Betrieb Nährstoffe entzogen. Nix Zukauf.
                  Ich bewirtschafte meinen Betrieb so, daß ich bei meinen Einnahmen geringe Kosten habe, damit am Ende was überbleibt.
                  Mein Nastbulle entzieht dem Betrieb weniger Nährstoffe, als ein ha Weizen.
                  Was würdet ihr mir raten? (Ich lerne gern etwas dazu.)
                  Soll ich Weizen anbauen?
                  Dazu müsste ich in einen Bioverband eintreten, damit ich mein Grünland umackern darf (Bio’s dürfen das).
                  Wenn ich Bio-Weizen anbaue, ernte ich hier etwa 30 dt/ha.
                  Mineraldünger oder PSM darf ich nicht, da ja Bio. Ob ich das Unkraut bewältige, weiß ich nicht. Zur Ernte könnten hohe Trocknungskosten entstehen. Die Nährstoffe sind auch weg und müssen teuer zugekauft werden.
                  Unabhängig davon, ob ich Biobauer mache oder konventionell wirtschafte und keine Prämien beantrage (damit ich Grünland umrechnen darf ?), habe ich hohe Nährstoffverluste.
                  Die Quelle kann ich gerade nicht sagen, aber es war irgend ein Düngeversuch mit Streifensaat von Mais in Grünland in der Nähe von Großraum Rheinland-Pfalz:
                  Es traten trotz guter Maiserträge und nur Teilflächenbearbeitung der Wiese im 1. Jahr enorme 400kg N/ha auf. Was kostet der Stickstoff aktuell? 3 Euro pro Kilo? Sind 1200 Euro Nährstoffverlust, die mein Konto und die Umwelt belasten.
                  Und wenn ich nur Bio-Entzüge habe und die volle Fläche umackern muss, sind die Verluste noch höher.
                  Soll ich immer noch Weizen anbauen?
                  Aber irgendwie habe ich keine Lust mehr. Und ab jetzt behaupte ich das genaue Gegenteil von meinem 1. Beitrag:
                  “Man kann keine guten und gesunden Lebensmittel ohne Verstand in unzureichender Menge und mit Dünger herstellen, ohne den Boden zu verbessern und CO2 zu speichern”.
                  MOB-Grazung ist 1 Tag nutzen, 30 Tage Ruhe (nicht 1 Jahr)
                  Der Blitz ist 30 kg/ha (Stickstoff in der Luft, Blitz hohe Energie, chem. Reaktion, Regen, Düngung)
                  Schönen Gruß, bis irgendwann.

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              • Reinhard Seevers sagt

                “Grünland ist die Mutter des Ackerlandes.”

                Echt? Was ist dann Heide-Plaggenwirtschaft, der Vater? 😎🤔

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    • Thomas Bröcker sagt

      Die realen Produktions- und Biodiversitätsdaten des Bio-Landbaus stützen Ihre Ansicht definitiv nicht. Die zur CO2 Bindung schon gar nicht. Von “Erzählungen” ist noch kein Mensch satt geworden, wegen Fehleinschätzungen der Möglichkeiten der “Rückwertigen Dienste” – also der Versorgungslage – ist aber schon mancher Krieg verloren worden und sind Millionen von Menschen verhungert.

      Bitte keine “wenn – dann” Geschichten, sondern den Blick auf die realen Produktionsdaten richten. Ich verfolge diese Daten seit 15 Jahren intensiv und kann Ihnen einige Antworten geben, die Ihnen nicht gefallen werden – es sei denn, Sie sind ein Freund der “Reduzierung” der Menschenanzahl z.B. durch “Dezimierens”, ähnlich wie es von den Römern betrieben wurde.

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  4. Smarti sagt

    Wenn man den Börsenmilchwert von 70 Cent anschaut, so kann man sich denken, dass zuwenig Milch auf dem Markt ist. Nicht nur in Deutschland, der Börsenwert steigt Europaweit.
    Wenn weniger Fleisch gegessen wir – uns so wie das gerade kommuniziert wird werden viele zu Vegetarier… dann steigt der Konsum von Milchprodukten.
    Auch wenn in einem Haushalt “nur” mehr fleischlose Tage eingeführt werden, könnte es gut sein, dass nicht wenig Fleisch durch Käse”dingens” ersetzt wird.
    Wenn Getreide erwartungsgemässe immer teurer wird, kann man es nicht mehr als Futtermittel für Milchkühe einsetzen, dadurch sinkt die Milchleistung enorm.

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    • Galinstan sagt

      Irgendwann versteht es auch der Letzte: Mangel erzeugt hohe Erzeugerpreise und das bringt der Landwirtschaft was. Es sind die Profiteure AN der Landwirtschaft welche die Erzeugerpreise niedrig halten wollen, mit allen Mitteln. Diese Leute sitzen mitten unter uns: Man braucht nur die zu filtern welche FüR die Abschaffung der 4% Stillegung sind!

      (Was für ein Unsinn, in Zeiten mangelnden Düngers auch noch MEHR statt WENIGER Fläche bewirtschaften zu wollen)

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      • Reinhard Seevers sagt

        Falsch Galinstan, es ist eben nicht allein die Menge, die bei landw. Produkten den Preis ausmacht. Wenn der Direktvermarkter für einen Kilo Kartoffeln 1,-€ erzielen kann, im LEH dafür aber nur 49Cent bezahlt werden müssen, dann ist der Kunde derjenige, der die Nachfrage generiert. Es könnten ja alle zum Dicounter gehen und die billigen kaufen, tun sie aber nicht.
        Das gleiche gilt für etliche Fleichprodukte oder Milch etc.
        Die Preisbildung landw. Erzeugnisse sind von vielen Faktoren abhängig, aber nicht allein von der Menge.

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        • Ostbauer sagt

          Ab einem bestimmten Punkt ist die Mengenbegrenzung aber der ausschlaggebende Faktor. An dem Punkt sind wir jetzt.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Genau, @smarti, Vegetarismus ist der scheinheiligste Mist überhaupt. Fleisch durch Eier, Milch, Käse -Dings ersetzen, aber die dafür notwendigen Viecher nicht essen wollen!
      Die “bösen Fleischesser” sollen die Anderen sein. Da ist Veganismus schon ehrlicher (wenn auch m.E. genauso absurd).
      Jedem Vegetarier ist ein Pflichtenheft zuzuordnen, in dem er Jemanden nachweisen muss, der die für seine verbrauchten Mengen an Milch, Käse, Ei und Leder notwendigen Tiere isst.
      Ansonsten wird seine Ernährung zwangsmäßig auf vegan umgestellt. Der Überwachungschip wird dann so eingestellt, dass er tierische Lebensmittel sofort wieder auskotzt.
      Zu jedem Liter Milch gehören 35 g Rindfleisch, die gegessen werden müssen. Ähnliches gilt für Eier und Eierzeugnisse.

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        • Inga sagt

          Sie sind ja was besseres,
          bestimmt auch Agraringenieur mit eigenem Großbetrieb, sie blicken voll und ganz durch gegenüber wir mit unseren Kleinbetrieben.

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          • Thorens sagt

            Tja, Inga, bis auf laut sein, pöbeln und Sprüche raushauen weiß man es nicht, was er ist oder kann. Und eigentlich ist es auch egal.

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      • Smarti sagt

        Bauer Willi, da hat Herr Bröcker eine Steilvorlage geliefert für Deinen Fleisch-Pass-Artikel…
        Wir brauchen endlich noch mehr Kontrolleure… wenn Fleisch rationiert wird, dann auch Milchprodukte.

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  5. Ludwig sagt

    Was jetzt gerade abläuft haben vorausschauende Volkswirte schon vor Corona und Putins Eroberungskrieg vorhergesagt. Nur das man das aus der Weltwährungssicht begründet hat.
    Schon 2014 hat Rußland seine Staatsdoktrin verkündet und darin das heutige Szenario angekündigt , aber keine deutsche Politik wollte es wahrhaben. Mit der Welternährung hat das ganze nur geklappt , weil das weltweite Logistiksystem reibungslos und ohne Störungen geklappt hat . Vorratswirtschaft und Vorbereitung auf evtl. Krisen wurden vom Tisch gefegt.
    Globalisierung und “Just in Time” waren die Werte die zählten. Jetzt die Rolle rückwärts, aber viele klimahysterische Ideologen haben den Schuß immer noch nicht gehört und pochen auf ihre Standpunkte. Gerade die Landwirtschafts- und Umweltminister der Grünen wollen von ihren Positionen nicht weichen und laden damit große Schuld auf sich , wenn sie nicht alles tun , um die Nahrungsmittelproduktion anzufeuern. Während die Chinesen rd. zwei Drittel der Weltgetreidevorräte horten , sieht es sonst äußerst trostlos aus. Auch hier in Deutschland kommen wir gerade an die nächste Ernte mit den Vorräten ran. Die 100 Tage Vorräte wurden in den 1990er Jahren abgeschafft , weil zu teuer. Als Beispiel soll hier Zucker genannt werden . Heute haben wir rd. 1,38 Mill. Tonnen Zucker am 30.9. noch liegen . Das reicht für rd. 7% des Jahres und keiner macht Alarm, während wir vor 40 Jahren rd. 30% des Jahresbedarfes an Zucker hatten und sowie dieser Wert unterschritten wurde , gab es Alarm. Vorratswirtschaft ist zu teuer war die Aussage von Politik und Medien. Ja , es gab sogar Wirtschaftsführer die wollten wegen des besseren Exportes die Landwirtschaft sogar abschaffen. Wir Bauern sind jetzt seit drei Jahren auf den Demos und wir haben immer auf diese Situation hingewiesen , aber überall hat man uns die Türen vor der Nase zugeschlagen. Nur Preisdruck war wichtig. Jetzt reagieren wir und reduzieren die Produktion . Auch deshalb gehen die Preise nach oben. Wir Systemrelevanten , wie auch andere Berufe, machen halt nicht mehr mit .Nur arbeiten für wenig Geld geht eben dem Ende entgegen.

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  6. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Rukwied hatte gerade im MOMA (ARD) gesagt:
    Unsere Ernährung ist gesichert!
    Hamsterkäufe sind Unsinn,im Frühjahr 23 könnte es punktuell zu unbedeutenden Verknappungen kommen,2% der ökologischen Vorrangflächen könnten in Produktion genommen werden.

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      • evo.... sagt

        Rukwied hat ja auf Bio umgestellt , deswegen kann man bei ihm schon eine Nähe zur Führerkultur vermuten. Was hat er für einen Verband?

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        • Thomas Bröcker sagt

          Wann soll Rukwied umgestellt haben und wo ist das veröffentlicht. Ich kann dazu nichts finden. Eigentlich müsste er seinen Posten dann räumen.
          Dass allerdings ein Bio-Bauer als Präsident nicht zwingend gegen moderne LW agiert, zeigt Hendrik Wendorff in Brandenburg.

  7. Christian Bothe sagt

    “Keine Bioenergie (Biogas, Bio-Ethanol, Bio-Diesel) mehr produzieren. Weltweit ist das ein großer Hebel.”Sehe ich nicht so: https://www.bioenergie.de/download_file/force/1348/725 Die anderen Aussagen von Qaim kann man so stehen lassen und sind richtig!Was die Spenden für die Ukraine betrifft, bin ich mehr für Sachspenden vor Ort( haben wir bereits getan)für die Flüchtlinge.Habe aber immer noch die Hoffnung, das die beiden Kriegsparteien endlich gezielt verhandeln,und das unsägliche Leid der Menschen beenden!

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    • Christian Bothe sagt

      Ergänzend: Die Nebenprodukte wie RES,Rapskuchen und Protigrain sind als Eiweißfuttermittel eine wichtige Alternative zu SES und non-GVO( wer‘s braucht).Im Übrigen auch Bestandteil diverser Kraftfuttermittel!Das sollte Qaim eigentlich wissen…

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      • Die Nebenprodukte der Biospritherstellung muss man nicht unbedingt an Tiere verfüttern. Sie sind auch eine interessante Alternative für eine vegane Eiweißversorgung. Bereits 100g Rapsextraktionschrot oder Getreidetrockenschlempe decken Bereits die Hälfte des täglichen Eiweißbedarf eines Erwachsenen. Den Rapsextraktionschrot habe ich bereits probiert. Er schmeckt etwas Kohlähnlich aber nicht unangenehm und die Blähwirkung ist deutlich niedriger als bei Bohnen. Getreidetrockenschlempe konnte ich leider noch nicht verkosten. Aber ich weiß daß der Geruch sehr gut ist, deshalb nehme ich an der Geschmack ist noch besser als beim Rapsextraktionschrot. Ausserdem wäre die flüssige Schlempe (im Tetrapack) eine interessante Alternative zur Hafermilch. Vom Nährwert kann ein Hektar Ethanolgetreide sechs Hektar Hafermilch-Hafer ersetzen .

        • Smarti sagt

          Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich als kleines Kind immer das Schweinefutter und das Hühnerfutter gegessen habe – auch Hundekekse und Meerschweinchenfutter fand ich lecker…. daraus schliesse ich, dass kleine Kinder durchaus umgestellt werden könnten.
          Dann fangen wie doch mal im Kindergarten an – man müsste der Getreidetrockenschlempe allerdings noch einen neuen Namen geben :).

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        • Christian Bothe sagt

          @Bauer Wolfi.Was soll das?Eine ziemlich befremdliche Aussage, wenn Sie Bauer sind?Das sind Futtermittel und nichts anderes! Vegane Versorgung ist eine krankmachende Ernährung für den Menschen, trotz Hype! Unterhalten Sie sich mal mit einem Ernährungsphysiologen und Arzt! RES, Rapskuchen und Protigrain sind non GVO Futtermittel, genauso wie SES( GVO+ non GVO).Im Übrigen kann und konnte man Lebensmittelreste und Küchenabfälle über den Schweinemagen veredeln,was ich bei 10000 MS getan habe…Damit haben dann die Gläubigen Veganer auch etwas richtiges zwischen den Zähnen…

          • @Christian Bothe es war Ironie. Ich wollte damit nur nochmal zum Ausdruck bringen, dass Ethanolweizen und Raps unsere ertragstärksten, heimischen Eiweißlieferanten sind. Und Hafermilch, Erbsenburger und Co. eine sehr schlechte Flächeneffizenz haben. Den RES habe ich wirklich schon probiert. Im Fall der Fälle wäre er mir lieber als Steckrüben.

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            • Christian Bothe sagt

              Na gut, bin da in die Falle getapst…Kann passieren bei soviel Müll, der heute von „Fachleuten“ interpretiert wird… Hatte mich schon gewundert! Übrigens SES haben wir als Lehrlinge auch verkostet…

              • War mein Fehler. Wenn man ein Landwirtschaftsminister hat der den Landwirten erlaubt 1 Million Hektar frisch gepflügte Felder noch vor der Saat zu beernten muss man mit allen Dummheiten rechnen .

  8. evo.... sagt

    Weg mit Salat, Radieschen, Spargel und Erdbeeren. Her mit Milchproduktion und Kraut und Mais. Mit Milch auf Grünland und Mais kann der Bauer mehr Energie und Eiweiß für die Menschen produzhirn .

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    • Thomas Apfel sagt

      Die Leute halten jetzt das Geld zusammen. Obst und Gemüseumsätze gehen zurück. Das gilt insbesondere für den Bio-Sektor. Meine Bio-Nachbarin hat in den letzten 4 Wochen nichts mehr an den Handel absetzen können. Die Nachfrage nach Bio-Mostobst liegt nahe Null.

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  9. Reinhard Seevers sagt

    Da die Hebel nur global eine Wirkung entfalten, wird man wohl vergebens eine Besserung der Lage erwarten können.
    National werden sich die Anti-Fleisch-Aktivisten den Teil der Reduzierung des Fleischkonsums herauspicken und dies wie ein Mantra vor sich hertragen. Leider ist eine Reduzierung in unserem System ausschließlich über eine Verteuerung möglich, so wie eine Ausweitung nur über den Preis entstanden ist…..oder aber, man beginnt beim Erzeuger und bringt weiterhin populistische Filme und Essays über die Folgen von Fleischkonsum, damit der Bürger sich von dem “Bösen” lossagt…..so wie es seit Jahren geschieht.
    Sie sollten mal versuchen “Außerhaus-Essen” anzuprangern oder es über Lizenzen für Restaurants zu verteuern….da würde der Bürger aber etwas böse reagieren. Also, wie will man das steuern? Übers Geld, über die Moral oder über Zwangsmaßnahmen?

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      • evo.... sagt

        Wir sind eh schon in einem Zustand, wie in der braunen Zeit, aus dem wir ohne Siegermächte nicht mehr herausfinden. Lasst doch den Ökos alles zugrunde richten.
        Und dann müssen wir diesmal erkennen, dass die wirklich ahnungslosen Fanatiker bei Demeter unterwegs sind. Demeter war ja schon die Landwirtschaft in den KZ´s und auch die SS hat in den eroberten Gebieten im Osten Demeter eingeführt.

        Im Kampf gegen den Faschismus würde ein Verbot von Demeter mehr nutzen, als ein Verbot der NPD oder ein Beobachtung der AfD. Und die Walldorf-Schulen gleich mit. Die hängen über Steiner ja auch mit Demeter zusammen.

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      • Obstbäuerin sagt

        Solange die konventionelle Landwirtschaft 95% der Nahrungsmittel in Deutschland produziert, macht sie das. Ich kann mich kaum an ein Jahr meines Daseins als Obstbäuerin erinnern, in dem sich nichts geändert hätte. Und wenn es von den Grünen kam, nicht unbedingt zum Besseren.

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      • Ostbauer sagt

        Scher doch nicht immer alles über einen Kamm!
        Wir sind ein konventioneller Betrieb mit Ackerbau und Milchvieh mit angeschlossener Biogasanlage. Da wir unser Milchvieh auf Tiefstreu halten, kommt in unsere Biogasanlage nur die “Gülle” von den Fressgängen, Festmist und der 3.Schnitt vom Grünland; nix Mais.
        Um meine Flächen nur noch organisch zu düngen, müsste ich entweder die Kuhzahl verdoppeln , die Hälfte der Fläche stilllegen oder nur noch 50% vom Bedarf düngen.( wir haben in Brandenburg einen Viehbesatz unter 0,5 GV/ha)
        Vielleicht kannst Du mir ja einen Tip geben?
        Außerdem ist Silllegung nicht gleich Stilllegung. So wie es weltweit Gunst-und Ungunststandorte gibt, so ist es eben in Deutschland sogar auf Betriebsebene auch.
        Deswegen seh ich das mit den 4% auch differenziert. Auf 25% meiner Flächen kann ich eh keinen Weizen anbauen (schon gut gerechnet), BZ unter 25, ausgesbrochene Vorsommertrockenheit. Auf den Flächen wächst mein Futter; Roggen, Triticale, Gerste,Lupinen oder Luzerne. Es ist nicht nur alles schwarz oder weiß!
        Weizengunststandorte per Order Mufti stilllegen ist Quatsch; da gibt es differenziertere Lösungen. Müsste man aber sein Hirn anstrengen.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Ich war jetzt im Spreewaldumfeld unterwegs, da pachten Betriebe aus Gunststandorten gezielt schlechte Äcker, von vornherein mit der Absicht diese stillzulegen und so (sinnvoll) die Quote von 4 % einzuhalten. Hier bei uns (Ostbrandenburg D2 bis D4 Standorte) hat fast jeder große Schlag 2 – 4 % Sandlinsen, Teilflächen fast ohne Ton und Humusgehalt mit echten Bodenwertzahlen zwischen 12 und 18. Diese Flächen gezielt und sinnvoll auszugrenzen und stillzulegen verbessert eher die Wirtschaftlichkeit, weil die nicht mal den Einsatz der Technik, Manpower und Betriebsmittel wieder einspielen. Sehe ich genauso wie Ostbauer:
          pauschale Festlegungen nützen Niemandem und Stilllegungen können durchaus sinnvoll sein.

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