Bauer Willi
Kommentare 145

Die Amnesie der Grünen

Amnesie (altgriechisch μνήμη mnémē, deutsch ‚Gedächtnis‘, ‚Erinnerung‘ mit Alpha privativum) bezeichnet eine Form der Störung des Gedächtnisses für zeitliche oder inhaltliche Erinnerungen. (Quelle: Wikipedia)

So eine Erkrankung muss wohl in den letzten Monaten bei dem überwiegenden Teil der Grünen eingesetzt haben. Aber worum geht es? Es geht um das

BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung)

Dieses Bundesinstitut wurde 2003 von der damaligen Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) ins Leben gerufen um dem damaligen BSE-Skandal angemessen zu begegnen. Ihre damalige Rede ist sehr beachtenswert und hier nachzulesen:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/rede_der_bundesministerin.pdf

Für den eiligen Leser hier ein paar Auszüge:
Der gesundheitliche Verbraucherschutz in Deutschland und in der
ganzen EU musste neu organisiert werden. Hinter dieser funktionellen und strukturellen
Trennung steckt der Gedanke, dass die Bewertung von Risiken unabhängig erfolgen
muss.
Erstens unabhängig von politischen Erwägungen, zweitens unabhängig von wirtschaftli
chen Interessen und drittens auch unabhängig von den Anforderungen des Krisenma
nagements.
Wer Risiken bewertet, muss in erster Linie zwei Dingen verpflichtet sein: Den Grundsät-
zen der Wissenschaft und der Verantwortung gegenüber den Menschen.

Wer Risiken bewertet, muss das unvoreingenommen tun können – ohne Schere im
Kopf.

Man beachte:
Die Bewertung von Risiken soll unabhängig von politischen Erwägungen und nur nach den Grundsätzen der Wissenschaft erfolgen. Ohne Schere im Kopf.
Wie wahr! Und genau das macht das BfR seit fast 15 Jahren so. Mit einer Heerschar von Wissenschaftlern, die die Verantwortung gegenüber dem Menschen wahrnehmen. Da hat Frau Künast (Grüne) eine sehr gute und neutrale Institution geschaffen.
Doch genau diese Institution, die so lange die Anerkennung aller hatte, wird nun als befangen erklärt und in einer Weise diffamiert, die ihresgleichen sucht. Doch von wem? Von den Grünen! So meinte Katrin Göring-Eckhard (Grüne) während des Fipronil-Skandals, dass „es unerträglich sei, wie das….Bundesamt für Risikobewertung abwiegelt“.
http://www.deutschlandfunk.de/fipronil-skandal-keine-eier-mehr-bei-aldi.2852.de.html?dram:article_id=392696
Diese Abwiegelung des BfR unterstellt auch Friedrich Ostendorff (Grüne). Christian Meyer (Grüne) meint in einem Interview, dass man laut BfR  „kübelweise Glyphosat trinken könne“. Eine solche Aussage wurde niemals gemacht und muss somit eine Lüge genannt werden.
Was ist von einer Partei zu halten, die ein von ihr eingerichtetes Institut mit über 300 Wissenschaftler und über 800 Mitarbeitern dann nicht mehr für glaubwürdig erklärt, wenn die Aussagen, die nur nach den Grundsätzen der Wissenschaft erfolgt sind, nicht den eigenen politischen Erwägungen entspricht? Was ist von einer Partei zu halten, die bewusst mit Unwahrheiten arbeitet?
Wer einmal lügt…dem glaube ich nicht mehr. Und in Jamaika hat der auch nichts zu suchen
meint jedenfalls

Euer Bauer Willi

Quelle Ostendorff:

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145 Kommentare

  1. Lieschen Müller sagt

    Bei den Rechten (die ich sonst natürlich nicht lese :-), aber jemand hatte die Seite hier verlinkt) habe ich heute einen Artikel gefunden, der beschreibt, das oft Gutes gewollt ist, aber Schlechtes erreicht wird. Weil alles so kompliziert ist, und keiner die Zusammenhänge versteht. Und weil man zwischendrin vergisst, was man eigentlich erreichen wollte. Der Artikel heißt: „Der Fluch des guten Willens“.
    http://www.achgut.com/artikel/neue_Serie_der_fluch_des_guten_willens_1

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  2. Sabine sagt

    Jetzt mal egal, ob es die Grünen gibt oder nicht. Wir können da ja lange über den Sinn und Unsinn von Verboten und Vorschriften reden, wenn es – und so schaut es aus- da wo eigentlich die Fakten herkommen sollen, kaum Geld und Fachpersonal vorhanden ist, was Fakten statt Meinungen schaffen könnte. Da wird bedauert, dass Studien für und wider einer Sache ja von den jeweiligen Interessengruppen beauftragt werden. Wie steht es also um die freie Forschung in diesen Gebieten? Gibt es da Lehrstühle z.B. für den Klimawandel und seine Auswirkungen? Gibt es sowas wie einen Lehrstuhl für Habitat-Management, wo die Erfolge und Misserfolge von Umweltschutzbemühungen wissenschaftlich aufgearbeitet werden? Und wenn ja wo und was sagen die? Wo sind eigentlich die Umweltschutzfachkräfte? Ich weiß, dass es diese Weiterbildung gibt, aber begegnet bin ich da glaub ich noch niemandem. So wie auf die Landwirtschaft eingedroschen wird, müssten doch eigentlich Heerscharen von Fachkräften über die Dörfer ziehen und ihre Beratungszelte auf den Marktplätzen aufschlagen, um jeden dort zu erzählen wie das jeweilige Dorf zum Umwelt-Schutzstandort Nummer 1 werden kann. Solange man es den Hobby-Naturfreunden überlässt, wird das wohl nix. Ich denke, die vielen Kommentare zum Insektensterben zeigen, dass niemand so viel Interesse an einer funktionierenden Umwelt hat, wie die Landwirte selber… ich hör aber irgendwie nix von den Bauernverbänden, dass sie da jetzt flächendeckend was auf die Beine stellen wollen, um aktiv Fakten zu sammeln und ggf. Lösungen zu finden. Dafür braucht man eigentlich weder die Grünen noch irgendeine andere Partei.

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    • Alexander Borchert sagt

      Top Kommentar,
      endlich jemand, der verstanden hat, um was es geht.
      Die Bauern und auch die übrige Bevölkerung muss Verantwortung übernehmen. Wir als Bauern setzen die Mittel ein und nicht die Grünen. Und damit müssen wir die Frage stellen, was ist sicher und was nicht.

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      • bauerhans sagt

        „die übrige Bevölkerung muss Verantwortung übernehmen.“

        die kaufen gut und günstig.

        „Wir als Bauern setzen die Mittel ein…“

        die geprüft und zugelassen sind.

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    • bauerhans sagt

      „Umweltschutzfachkräfte? “

      zb. in der biologiestation bei uns gibts welche.
      die zählen vögel und anderes getier und überwachen den vertragsnaturschutz.
      in den ordnungsämtern der gemeinden hier sitzen oft landespfleger,die um jeden baum kämpfen.

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    • Die Wissenschaften sind inzwischen so in Spezialgebiete zerfasert, dass sie nur noch fragmentierte Ergebnisse liefern, die kein Mensch und keine KI zu einem sinnvollen Ganzen zusammensetzen kann.

      Wieviel Studien kann ein Mensch im Laufe eines Jahres durcharbeiten? 50, 500, 5000, 50.000? Allein in der Medizin gibt es 26 Millionen aktuelle Studien. Wer soll da noch den Überblick behalten?

      Übrigens: Wenn man in der Medizin eine randomisierte Blindstudie mit exakt denselben theoretischen Vorgaben, aber mit anderen Personen wiederholt, kommt nicht dasselbe Ergebnis heraus, selbst wenn die Personen des Wiederholungsversuchs der Beschreibung des ursprünglichen Versuchs entsprechen, bspw. was Gewicht, sozialer Status, Gewohnheiten oder dgl. angeht.

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  3. Mark Rössler sagt

    Anton Hofreiter hat heute ein interessantes Interview über die konventionelle Landwirtschaft gegeben.
    Vielleicht sollte man schleunigst Pachtverträge abschließen und die nächsten 5 Jahre von den Pachteinnahmen in der Toskana Rotwein schlürfen.

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  4. Friedrich sagt

    Unsere GRÜNEN kämpfen mit allen Mitteln um an der Macht zu bleiben. Dazu gehört auch der „Kampfname“ Monsanto. Die Patente von Roundup (Glyphosat) sind schon lange abgelaufen. Trotzdem kämpft man weiter gegen Monsanto obwohl weltweit viele Hersteller das Produkt nachbauen. Als die Atomkraftwerksstillegungsentscheidung kam standen die Grünen plötzlich ohne Thema da. Eine PR-Agentur aus der Schweiz hat denen die Landwirtschaft als neues Thema emphohlen und auch gleich die Reihenfolge der Themen empfohlen. Nach dieser Reihenfolge wird abgearbeitet. Wenn das eine Thema z.B. Nitrat nichts mehr bringt , gehts eben mit Insekten weiter usw.. so bleibt man immer im Gespräch und bedient seine Leute.Das sichert dann Wählerstimmen. Schade , daß unsere SPD , CDU und auch die Medien immer mitmachen. Da scheint keiner das ganze zu hinterfragen. Frau Künast hat das BFR gegründet und auch die Biogasanlagen . Heute redet man gegen beides an . Man will Weidetierhaltung und den Wolf , eine Sache die nie aufgeht. Wie unkritisch sind doch die Leute um den Humbug der Grünen nicht zu erkennen. Man will die Feldlärche, den Kiebitz und den Hamster , läßt aber die Greifvögel und die Krähen sich geschützt massenweise vermehren. Oft sehen wir Bauern wie die Greife und Krähen Junghasen oder Gelege fertigmachen . Da ist es kein Wunder wenn diese Tiere weniger werden, aber Sachargumenten will man bei den Grünen nicht hören. Die sind so Beratungsresistent , oder auch verbrettert , daß nur die Abwahl hilft.

    20+
    • sonnenblume sagt

      Unsere Ortsgruppe von NABU ist der Meinung, das die Gelege gelegentlich von nachtaktiven Tieren Marder, Fuchs und Co. zerstört werden, und nur sehr selten von Krähen. Unsere Beobachtungen über Tag zeigen was anderes. Aber das passt nun mal nicht ins Bild. Es sind doch auch Vogelkundler unterwegs, die hier Kiebitze beobachten. Ich frage mich manchmal, ob diese Leute das zufällig nie sehen, oder immer zur falschen Zeit unterwegs sind? Von diesen Kämpfen die da abgehen in den Brutkolonien liest man nie was in der Zeitung. Einfach erstaunlich. Mich regt es jedenfalls ziemlich auf, wenn ich das beobachte. Und da bin ich nicht alleine.

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  5. Alexander Borchert sagt

    Liebe Kommentarschreiber,

    was ich bei Euch allen am meisten vermisse und bei Dir Bauer Willi auch ist die Tatsache, dass man sich mit Fakten auseinandersetzt. Ich bin absoluter Insider in der Landwirtschaft. Seit 40 Jahren aktiv dabei. Ich habe 7 Wochen telefoniert unter anderem auch mit dem Studienleiter im BfR. Ich schimpfe nicht auf die Grünen und das BfR. Ich schaue mir nur unsere Landwirtschaft als Bauer an. Und da wird einem so manches klar, warum wir soviele Auflagen brauchen:
    1. Wir produzieren täglich für 83 Mio. Menschen im Land, die Lebensmittel als Lebensgrundlage. Dieses Menschen verlassen sich auf unser Tun.
    2. Keine andere Produktionsrichtung wirkt täglich in unser aller Leben so hinein, wie die Landwirtschaft.
    3. Werden wir dieser Aufagbe wirklich so gerecht, wenn es doch Wissenschaftler gibt, die einfach über ihre Pflicht hinausdenken und wir uns trotzdem keine kritischen gedanken machen?
    4.Haben wir Bauern den Mut dazu Fragen zu stellen, ob unsere derzeitige Produktionsweise wirklich nachhaltig ist?
    5. Muss ein Wissenschaftler nur seine Pflicht tun oder hat er auch ein Gewissen für sich, seine Familie und für die Gesellschaft?
    6. Ist unsere Verteidigungshaltung zukunfts- oder vergangenheitsorientiert?
    7. Gäbe es nicht sogar riesige Chancen durch eine Veränderung beim Pestizideinsatz, indem dass Wettbewerbsverzerrungen beseitigt werden?
    8. Ist der monetäre Zwang letzen Endes größer als die Zwänge und Vorgaben der Natur?

    Ich könnte nach 7 Wochen kritischen Nachfragens sehr viele fragwürdige landwirtschaftliche Praktiken darstellen, die ich mir als Bauer nicht in meinen kühnsten Träumen vorstellen hätte können. Für mich steht zu dem heutigen Zeitpunkt eines fest: Egal was verboten oder zugelassen wird, es gilt zum Schluss nur eines:
    Das Gesetz der Natur und das werden wir Menschen niemals aushebeln können, auch wenn wir es ständig versuchen.

    8+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Herr Borchert,
      vielleicht haben Sie nicht alle 1.200 Artikel in diesem Blog gelesen. Würde ja auch etwas viel, aber es sind genau Ihre Punkte, mit denen wir uns hier auseinandersetzen und trefflich streiten. Und das müssen wir auch. Das betrifft besonders Punkt 4. Sein eigenes Handeln hinterfragen (Siehe Artikel „Nach dem Sturm“) Es betrifft alle, auch uns Landwirte aber nicht nur die Landwirte.
      Wissenschaftler wie das BfR haben die Aufgabe, die Fakten zusammenzutragen und Entscheidungsvorlagen zu erstellen. So ist auch die Aufgabe beschrieben. Jeder Wissenschaftler hat natürlich seine persönliche Meinung, und das ist gut so. Das BfR soll aber ausdrücklich keine Politik machen, das obliegt anderen.
      Zur Verteidigungshaltung: Ich möchte über Hintergründe aufklären. Wie ist es zu erklären, dass das BfR von den Grünen installiert wurde, jetzt aber der Ergebnisse als nicht glaubwürdig dargestellt werden? Wenn Sie mir darauf eine Antwort geben könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
      Zu 7. Ja, wir Bauern können auch Bio und vollständig auf chemisch-synthetische PSM verzichten. Bio-Pflanzenschutzmittel sind aber auch „Pestizide“. Wenn ich also Bio mache, muss ich auch Kunden haben, die das bezahlen. Und ich produziere weniger auf gleicher Fläche. Um die gleiche Menge zu produzieren brauche ich mehr Fläche und das kollidiert wieder mit anderen Interessen wie z.B. dem Artenschutz.
      zu 8.: Auch ich bin seit 40 Jahren Bauer. Nebenerwerbslandwirt, also kein „richtiger“ Bauer in den Augen vieler. Wie kommt der Landwirt denn aus den ökonomischen Zwängen heraus. Da würde ich mir eine Antwort wünschen, die auch umsetzbar ist. Umsetzbar!
      Bauer Willli

      2+
      • Alexander Borchert sagt

        Lieber Bauer Willi,

        40 Jahre Agrarpolitik mit der Maßgabe „Wachse oder weiche“ hat uns aus dieser Misere nicht gebracht. Technischer Fortschritt und Anwendung aller neuesten Errungenschaften auch nicht. Kann also dieser Weg der Richtige sein?
        Unsere Bauernfamilien stehen mehr in der Kreide als je zuvor. Der Pachtanteil und die Abhängigkeit ist größer als je zuvor. Die arbeitswirtschaftliche und die psychische Belastung ist größer als zuvor und wir Bauern kennen nur noch eine Lösung: Die Politik ist schuld und soll es richten.
        Das ist der Irrweg, den wir über 40 Jahre gegangen sind. Die Politik kann nur reagieren. Gestalten müssen wir selber.
        Es gibt Betriebe, die ich persönlich und auch aus der Buchführung her kenne, die auch in der größten Milchkrise mit 80 Kühen 120.000 € zu versteuernden Gewinn haben. 120 ha in Bewirtschaftung bei 50 % Pachtanteil. Ist das kein ausreichendes Familieneinkommen? Ist in solchen Fällen ein Schritt auf 160 Kühe notwendig??? Reicht die Arbeit nicht auch so aus?? Könnte es sein, dass die junge Frau in dieser Familie lieber bleibt, weil noch Zeit ist? Kostet der bar bezahlte Schlepper noch Geld wenn er nur 120 ha statt 240 ha bearbeitet??? Kann es sein, dass in solchen Unternehmen Saatzeitpunkte optimiert werden können, weil einfach Arbeitsreserven da sind?? Kann es sein, dass dadurch die 3. oder 2. Fungizidspritzung wegfallen kann, weil noch Fruchtfolgen möglich sind? Könnte es sein, dass die Isektizidspritzung im Herbst wegfallen kann (Getreide)? Usw…
        Das sind die kritischen Fragen, die wir uns stellen müssen. Bringt die Mastsau noch einen Deckingsbeitrag, wenn schon 10-15 € pro Tier für die Gülleverfrachtung bezahlt wird?? Muss in klassischen Ackerbau-/Grünlandregionen erst das Futtergetriede verkauft werden und dann Milchleistungsfutter zugekauft werden anstatt eine Eigenmischung zu fahren? Freilich gibt es auch Anforderungen der Kuh, aber kann man die nicht mit Zukauf von Rohkomponenten decken?
        Das sind stichpunktartig die kleinen Bausteine, die das bäuerliche Leben von dem unterscheiden, was oft als die wirtschaftlichen Zwänge genannt wird.
        Ich frage mich daher, ob es nicht sogar die Pflicht einer Gesellschaft ist, von uns Bauern die Bereitschaft zur Diskussion einzufordern. Die anderen Bürger sind alle auf unser Tun angewiesen. Fast alle unsere Produkte kommen auf deren Tisch. Vielleicht haben wir das 40 Jahre versäumt zu kommunizieren. Ich meine nicht nur im Chat, sondern im täglichen Leben. Wir verteidigen Prämien und sonstige Subventionen anstatt uns unermüdlich um unsere Kunden zu bemühen. Wir brauchen Verarbeiter und Handel, aber ohne den Bauern gäbe es die alle nicht.
        Die Ökonomik hat jeder einzelne Bauer selbst im Griff. Zum einen mit seinem Können, aber vor allem auch mit der Fähigkeit bei wichtigen Entscheidungen die Rahmenbedingungen auszuloten. Bei einem GV-Besatz von > 2 GV/ha ohne Aussicht auf standortnahe Flächen ist eine Investition in die Viehhaltung niemals nachhaltig. Dabei ist nicht nur die Natur gemeint, sondern auch die Ökonomik. Für sowas dürfte es bei einer seriösen Bank keinen Kredit geben. Aber nicht die Bank ist schuld, sondern derjenige, der sich in diese Investition verrennt. Und so gäbe es viele Beispiele, die die Ökonomik von aller Anfang in Frage stellen. Und dabei ist die Politik nicht schuld.
        Und wenn dann der Karrn im Dreck steckt, dann hilft kein Geschrei, da gibts nur die Reissleine als letztes Mittel. Dann ist der Hof weg. Aber nicht wegen der Politik. Das beunruhigende heute ist, dass dieser beschriebene Ausweg für viele immer schneller kommt. Das Rad wird einfach immer größer und damit steigt die Schleudergefahr. Aber schuld ist nicht die Politik. Schuld ist die individuelle Fehleinschätzung der Rahmenbedingungen.
        Und zurück zum Thema:
        Als vorausschauender Betriebleiter würde ich mir jetzt schon Gedanken machen, was für mich ein Verbot bspw. des Glyphosats bewirken könnte. Mit welchem Verlust oder viellecht sogar Gewinn komme ich aus dieser Sache raus? Was muss sich in der Bewirtschaftung ändern? Müsste ich zur Not Getreide trocken? Muss ich mir einen anderen Grubber zu legen? Wie könnten wir die Mehrarbeit schaffen? Genau diese Gedanken entscheiden über die Ökonomik.

        7+
        • Mark Rössler sagt

          Was genau hat das BfR mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft zu tun?
          Sie schlittern hier am Thema vorbei.

          Das BfR ist dafür zuständig eine Risikoberwertung vorzunehmen, was man (Politik/BvL) damit anfängt ist nicht Sache des BfR.

          Soll das BfR jetzt auch noch wirtschaftliche Auswirkungen bewerten?
          Nein, dafür haben wir eben die entsprechenden Behörden.

          Wenn Sie mit dem BfR telefoniert hätten, dann dürfte man Ihnen das erklärt haben.

          1+
          • Alexander Borchert sagt

            Genau das bringt uns alle durcheinander. Umfassendes Denken ist gefragt, doch dann werden die Fragen nur noch mehr.
            Das BfR ist für einen Punkt zuständig. So einen Quatsch.
            Da steht Risikobewertung und dabei geht es um Boden, Wasser , Luft, Pflanzen, Tier, Mensch und eben auch die Ökonomik. Genau diese Spezialisierung wie sie sie fordern, kennt die Natur nicht. Wenn bspw. Glyphosat in der Natur ausgebracht wird, dann hat das Folgen und dazu gehört zu allerletzt auch die Ökonomik.
            So wie sie denken, so denkt fast die ganze Gesellschaft, aber wir spielen mit Dominosteinen und wenn einer fällt, aber dann…….

            3+
            • Mark Rössler sagt

              Sorry,
              das BfR ist keine Allmachtsbehörde, die wurde abgeschafft.
              Und die Gründe sprachen und sprechen dafür, hier hat Renate Künast wirklich was gutes gemacht,

              Das BfR hat ausschließlich das Risiko für Mensch und eventuell Tier zu bewerten, die bei sachgerechtem Einsatz vorhanden sind.
              Es geht ausschließlich um das Risiko durch die Aufnahme durch die Anwendung und die Ernährung.

              Risiken für die Umwelt werden vom UBA und dem Umweltministerium bewertet.

              Was Sie hier fordern war früher der Fall aber nicht wirklich zielführend.

              Hätten Sie nicht 7 Wochen sondern nur 5 Minuten mit dem BfR telefoniert, dann hätte man Sie vermutlich darauf hingewiesen.
              Wofür das BfR zuständig ist, das steht oben auf dieser Seite.

              Vielleicht lesen Sie mal die Vorraussetzungen für die Zulassung eines Pflanzenschutzmittels und welche Behörde für was zuständig ist.

              Vielleicht sollten Sie doch erst einmal die gesetzlichen Regelungen lesen?

              „Fragen und Antworten zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln“
              https://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/psm_faq.html;jsessionid=954F94D5CC79A31690B261A7CD526C4D.1_cid332

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        • bauerhans sagt

          „120.000 € zu versteuernden Gewinn haben.“

          wenn vier leute dafür arbeiten,ist das ein normales arbeitnehmereinkommen.

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      • Indem die landw. Produkte (sind das nicht eher Rohstoffe?) genau so teuer sind, wie die industriellen!?!

        Also wir wissen , wir versündigen uns an den Drittweltstaaten, weil wir sie als Rohstofflieferant für unsere Industrieprodukte ausnutzen, die Menschen dort und auch ihre Kultur u. Natur, oder? Eine große Rücksichtslosigkeit!
        Wollen wir uns nun auch noch an unserer Natur und Ökologie versündigen indem wir sie auf diese Art und Weise ausbeuten? Eine große Rücksichtslosigkeit!

        Sind uns diese Rücksichtslosigkeiten es wert, die Ökologie und Soziologie unserer Nachfahren mit Gedankenlosigkeit zu gefährden?

        Warum hat mein Sohn in den 90igern von seinem ehemaligen Lehrer 20 DM für ein kleines Bund Stroh aus der HD bekommen?
        Weil der Lehrer das mit anderen industriellen Produkten verglichen hat und eventuell noch den Bringdienst mit einkalkuliert hat!?!

        Also das Gefühl für die Wertigkeit ist doch da!

        Es fehlt an Aufklärung, oder?

        Was ist uns die Ökologie und wert?

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        • bauerhans sagt

          „Warum hat mein Sohn in den 90igern von seinem ehemaligen Lehrer 20 DM für ein kleines Bund Stroh aus der HD bekommen?“

          ich hatte da ab feld 1DM gefordert,was den leuten zu teuer war.
          der lehrer damals hatte sicher seinen „guten ruf“ im hinterkopf.

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      • Zenzi sagt

        Och Willi. Du immer mit deinen 1200 Einträgen, die man anscheinend erstmal durchlesen muss, bevor man sich hier in die Diskussion einbringt. Den Satz hast du bei mir schon angebracht. Es ist die nicht „Masse“ die hilft, sondern „Klasse“.
        Bei den Kommentaren hier ist aber soviel Quatsch und überflüssiges dabei, da wird das Nachlesen müßig.

        Außerdem heißt es gar nichts, dass wenn ein Thema hier gestellt wird, auch tatsächlich eine lösungsorientierte Auseinandersetzung stattfindet.
        Mir kommt es hier mehr wie ein Deko-Mühlrad vor: Es schaufelt und schaufelt und schaufelt… Wasserworte im Wind. Mehl wird hier nicht gemalen.
        Kommentare mit Substanz gehen unter und haben keinen weiteren Einfluss. Die ganz Eifrigen wehren ab – wie immer.
        Insofern: Danke an A. Borchert für seine vorrausschauenden Gedanken.

        1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „“Bei den Kommentaren hier ist aber soviel Quatsch und überflüssiges dabei, da wird das Nachlesen müßig.<<
          Wie Wahr, wie Wahr,
          manche meinen sogar, der Quatsch den sie schreiben hat was mit Substanz zu tun. 🙁

          Eigene Meinungen zu verbreiten, dazu ist ein Forum da, manche verbreiten die eigenen Meinungen mit päpstlicher Unfehlbarkeit vor.

          Sie liebe Zenzi, sind natürlich nicht gemeint.

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        • bauerhans sagt

          „Bei den Kommentaren hier ist aber soviel Quatsch und überflüssiges dabei, da wird das Nachlesen müßig.“

          schlechtmachen ist aber auch nicht hilfreich.

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    • Was hat es mit dem 7 Wochen telefonieren auf sich? Weshalb und mit wem noch? Warum haben Sie mit dem Studienleiter gesprochen?

      „Ich könnte nach 7 Wochen kritischen Nachfragens sehr viele fragwürdige landwirtschaftliche Praktiken darstellen, die ich mir als Bauer nicht in meinen kühnsten Träumen vorstellen hätte können.“ – ???

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      • Mark Rössler sagt

        Mich würde auch interessieren, welche Person aus dem BfR über landwirtschaftliche Praktiken diskutiert, ist ja überhaupt nicht deren Ressort.

        1+
        • Alexander Borchert sagt

          Jetzt haben Sie sich selbst ins Knie geschossen. Es ist nicht deren Ressort.
          Aber die sollen einen Einsatz eines Pflanzenschutzmittel und dessen Auswirkungen abschätzen. Wenn Sie mit Ihrer Aussage recht haben, dann haben wir fähige Leute, aber am falschen Platz. Das sind die Webfehler.
          Natur fragt nicht nach Ressorts. Die ist einfach da und funktioniert eigentlich von selbst.

          1+
          • Mark Rössler sagt

            Nein, Sie haben den Auftrag des BfR komplett missverstanden.

            Der gesetzliche Auftrag für das BfR ist genauestens geregelt:
            http://www.bfr.bund.de/de/gesetzlicher_auftrag-7465.html

            „Das BfR hat den gesetzlichen Auftrag über mögliche, identifizierte und bewertete Risiken zu informieren, die Lebensmittel, Stoffe und Produkte für den Verbraucher bergen können.“

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            • Hier agiert das BfR aber als Kooperationspartner der EFSA im Zulassungsverfahren nach genau vorgegebenem Prüfungsumfang. Nach eigener Aussage hat es – unter Zuarbeit u.a. des UBA – im Wesentlichen lediglich eine Plausibilitäts-
              und Fehlerkontrolle der vom Antragsteller vorzulegenden Unterlagen vorgenommen und nicht etwa die experimentellen Versuche repliziert. Über nicht in der Plausibilitätsprüfung feststellbare Manipulationen durch Monsanto darf daher weiter nach Kräften spekuliert werden. 😉

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            • Mark Rössler sagt

              Die ECHA hat das dann ja auch noch mal auf dem Tisch gehabt, ich denke Spekulationen sind daher eher Verschwörungstheorien.

              Immerhin kommen über 20 Behörden weltweit zu den selben Ergebnissen, wie das BfR.
              Alle geschmiert, über 30 Jahr lang?
              Wird ein teurer Spaß, da wäre es wohl günstiger gewesen den Wirkstoff gar nicht zu vermarkten.

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            • Das BfR spricht in den FAQ vom 13.10.2017 davon, dass den Bewertungsbehörden europa- und weltweit, die zum gleichen Ergebnis wie es selbst kamen, „die Originalstudien vorlagen“. Es hängt also weiterhin alles an Monsanto bzw. der Glyphosate Task Force (GTF). Aber nochmal: Ich sage nicht, dass Monsanto und die GTF die Originalstudien manipuliert hätten. Dafür habe ich keine Anhaltspunkte; die „Monsanto Papers“ kenne ich nicht. Und wenn das BfR solche Anhaltspunkte nicht kennt und auch nicht die „Monsanto Papers“ inhaltlich auswerten und deren Echtheit überprüfen muss, hat es auch nichts falsch gemacht. Dann sollte man in Zeiten, in denen Institutionen immer mehr auf paranoide Weise misstraut wird, nicht den Ruf dieser Institutionen durch völlig bodenlose Behauptungen beschädigen, nur weil man sich nicht über die Zuständigkeiten, Aufgaben und Verfahrensweisen informiert hat.

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    • In mindestens einem Punkt haben Sie 100%ig recht: Verteidigungshaltung ist nicht zukunftweisend. In diesem Forum werden unter Bauern und anderen, die sich Gedanken machen, Zukunftsfragen diskutiert. Das sollte eigentlich die ganze Gesellschaft machen. Bauern sollten der Gesellschaft viel öfter und viel offensiver den Spiegel vorhalten. Bitte unbedingt dabeibleiben, denn einen solchen fruchtbaren Dialog finden Sie woanders nicht.

      1+
      • Gephard sagt

        Womöglich sehe ich es arg selektiv, aber mein Eindruck ist hier seit einiger Zeit, dass hier weniger Zukunftsfragen diskutiert werden als dass versucht wird den Istzustand zu halten oder schön zu reden. Hinzu kommt dieses Fehlerpicken bei allen, die umfassend Kritik an der heutzutage üblichen Produktionsweise üben. Da wird um Details gefeilscht, dass die Fetzen fliegen, um den prallen Obstkorb komplett für Kompost zu erklären, weil zwei Äpfel dunkle Stellen habe. Und Willi feuert diese Herangehensweise gehörig mit seinen gelegentlich populistischen Beiträgen an.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es macht keinen Sinn, über mögliche Einsparungen bei PSM nachzudenken, wenn man genau weiß, dass der Apfel mit 2 kleinen Pünktchen in Stecknadelgröße unweigerlich in der Saftpresse landet.

          Hier sollten sie mal beim Verbraucher vorsprechen, der Obstbauer ist der falsche Ansprechpartner.

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  6. Was Göring-Eckardt und Ostendorff da gesagt haben, ist unmöglich. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass das BfR seinen gesetzlichen Auftrag und die Bewertungsvorschriften der EU nicht beachtet hätte. Das BfR hat einen vorgegebenen Prüfungsumfang, und der besteht lediglich in einer Plausibilitätskontrolle der vom Antragsteller (Monsanto) einzureichenden Unterlagen. In Zweifel gezogen wurde die Wahrheitsgemäßheit der von Monsanto in Auftrag gegebenen Studien und die Einhaltung der Verfahrensvorschriften für die Anfertigung der Studien seitens Monsanto. Das BfR hat aber nicht die Aufgabe, eigene Ermittlungen anzustellen. Es geht – völlig korrekt – auf die Manipulationsvorwürfe („Monsanto Papers“) und die Studien der Monsanto-Kläger nicht ein, weil es schlicht nicht seine Aufgabe ist.

    Ob man sich auf Studien verlässt, die von Beteiligten in Auftrag gegeben wurden, die ein Interesse an einem bestimmten Ergebnis haben, ist eine andere, eine politische Frage. Eine politische Frage hat aber nicht das BfR zu entscheiden, geschweige denn zu bewerten. Daher ist es völlig verquer, nun auf das BfR rumzuhacken. Das BfR kann in dem „Spiel“ nur auf seinen Auftrag und Prüfungsumfang verweisen.

    1+
    • Hier die Aussagen des BfR zu seinem Prüfungsumfang:

      Aus FAQ, BfR v. 13.10.2017:

      „Das Verfahren zur Bewertung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen wie Glyphosat ist durch eine EU-weit geltende Gesetzgebung geregelt. Diese Gesetzgebung sieht explizit vor,
      dass der berichterstattende Mitgliedsstaat – im Fall von Glyphosat Deutschland – alle Informationen der durch die Antragsteller eingereichten Dokumente auf Plausibilität und Korrektheit prüft. […]

      Was sind die „Monsanto Papers“?
      Eine einheitliche Definition der „Monsanto Papers“ ist dem BfR nicht bekannt.
      Als „Monsanto Papers“ werden in der öffentlichen Diskussion sowohl Dokumente interner Kommunikation eines Antragstellers, als auch vermeintlich durch Monsanto beeinflusste Publikationen in der wissenschaftlichen Literatur bezeichnet.

      Warum hat das BfR die „Monsanto Papers“ in seiner Bewertung nicht berücksichtigt? Die gesetzlichen Anforderungen stellen die wesentliche Grundlage für die Wirkstoffbewertung durch die Mitgliedsstaaten dar. Dazu gehören die sogenannten „Monsanto Papers“ nicht.“

      Interview Top agrar mit BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Hensel:

      „Sind Ihnen die von US-Anwälten vorgelegten Belege über angebliche Lymphdrüsenerweiterungen und Krebserkrankungen bei langjährigen Glyphosatanwendern bekannt und für wie stichhaltig halten Sie diese Belege?

      Hensel: Zu den genannten Sachverhalten liegen dem BfR keine Unterlagen vor. Daher können wir auch nicht die sogenannte Stichhaltigkeit der Belege bewerten.“

      Man kann einem Schiri auch nicht vorwerfen, dass er ein Tor „gibt“, obwohl doch SPON den Torschützen vor dem Spiel mit einer Spritze am Arm gesehen und darauf hingewiesen hat. Regeln sind Regeln. Eigentlich mögen Grüne Regeln doch. 😉

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      • @ Adt
        Bin beeindruckt, ein sachlicher Kommentar ganz ohne Veganmissionierung! Klasse! – Oder kommt das noch? 😉

        4+
        • Och, ich habe auch in meinen Ernährungskommentaren Belege angesehener Einrichtungen angeführt, allerdings ohne Grünen-Kritik. Zum Thema Vegan erlaube ich mir nur den Hinweis, dass heute Weltvegantag ist. 🙂

          2+
    • Bauer Willi sagt

      Absolut richtig! Das BfR hat einen wissenschaftlichen Auftrag und den erfüllt es. Übrigens auch bei anderen Chemikalien, wie z.B. der gesundheitlichen Bewertung von Tätowierungen. Es liefert also nur die Grundlagen für politische Entscheidungen. Wer die Studie über Tattoos liest, müsste zu der Erkenntnis kommen, dass Tätowierungen verboten werden müssten. Hat man darüber jemals etwas in den Medien gelesen?
      Bauer Willi

      1+
      • Ja, ich habe darüber in der Tagespresse gelesen. Es lassen sich zwar ziemlich viele tätowieren, aber ob hierdurch höhere Kosten auf die Versichertengemeinschaft zukommen wie durch inzwischen regulierte Solariumbesuche, kann nicht gesagt werden. Nach meiner Erinnerung ist es noch ungeklärt, ob die durch Tätowierung eingetragenen Stoffe das Risiko erhöhen, während der Lebenszeit Krebs zu entwickeln. Und sich als Einwilligungsfähiger selbst zu verletzen und verletzen zu lassen, ist nicht verboten. Ich habe übrigens kein Tatoo.

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      • Ich habe den Slogan in den Massenmedien gelesen:

        Think
        before you ink

        Es wurde also in der Sendung diskutiert oder gewarnt!

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    • Mark Rössler sagt

      Studien in Auftrag zu geben ist in der Wirtschaft gängige Praxis, selbst in der Politik.

      „Auftragsstudien“ ist ein weiterer Punkt in dem Glyphosat Thema, der aufzeigt, wie einfach sich Medien und Medienkonsumenten in die Irre führen lassen.

      Diese Fake News hat sich selbst Mimikama mal angenommen.
      https://www.mimikama.at/volksverpetzer/glyphosat-gekauft/

      Warum fallen die Medien und Leser immer wieder auf solche Schauermeldungen rein?
      Sind die nicht schon bei den „Leserbriefen“, Letters to the Editor auf solchen Unfug reingefallen?

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      • Na ja, gängige Praxis ist es, aber ist es auch ideal in Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit?

        Bei Gutachten in Rechtsstreitigkeiten ist es so, dass sich Ergebnisse durchaus kaufen lassen. Angesehene Univ.-Professoren, die öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige sind, schicken den Entwurf des Gutachtens vorab der Kanzlei zur Abstimmung. Absolut gängige Praxis, aber ist es auch richtig? Allerdings ist ein solches Parteigutachten bei Gericht kein Beweismittel – seit mindestens mehr als 100 Jahren. Wenn die Gegenseite das Privatgutachten nicht akzeptiert, also eigentlich immer, holt das Gericht selbst ein Gutachten ein. Ein vergleichbares Vorgehen im PSM-Zulassungsverfahren – der Staat forscht selbst und zwar experimentell (!) oder lässt in seinem Auftrag experimentell forschen – wäre sehr ressourcenintensiv (s. den von Dir verlinkten Artikel). Und wenn der vom Gericht beauftragte Sachverständige dann sieht: auf der einen Seite steht Lieschen Müller, auf der anderen Seite ein Großunternehmen und als dessen Streithelfer mehrere Zulieferer, andere interessate Unternehmen, welche künftig sicherlich Bedarf für Privatgutachten und sonstigen Beratungsbedarf auf dem eigenen Sachgebiet haben – führt der Sachverständige seinen gerichtlichen Auftrag wirklich unbefangen aus? Ich weiß es nicht. Manchmal habe ich da so meine Zweifel. Mit Ideologie hat das überhaupt nichts zu tun. Ich, der es gerne einfach –
        aber nicht dumm einfach, einfältig – hat, halte es so: Einfach nicht drüber nachdenken (ist niveauvoller als spekulieren).

        Da ich nicht ausschließen kann, dass es in Zulassungsverfahren für PSM und Medikamente ähnlich ist, bin ich auch beim Thema Glyphosat gelassen. Nur der felsenfesten Überzeugung zu sein, dass Mitarbeiter von Monsanto und solche der herangezogenen Forschungsinstitute keinesfalls vertraut und ergebnisorientiert zusammengearbeitet haben, das wäre mir dann doch zu gutgläubig. Es gibt für eine Manipulation, wie Juristen es gerne formulieren: keine Anhaltspunkte (vorbehaltlich evtl der Monsanto Papers, die ich aber nicht kenne). Also brauche ich auch darüber nicht nachzudenken. Bringt ja nix, ich könnte auch nicht darüber sinnvoll nachdenken, ohne konkrete Anhaltspunkte kann ich nur glauben. Und wird Glyphosat verboten, kommt das nächste Pestizid. Damit ist für mich eigentlich alles gesagt zu dem Thema.

        Nachdenken könnte man aber über die Ausgestaltung von Zulassungsverfahren und über die grundsätzliche Ausrichtung der Landwirtschaft, s. Alexander Borchert.

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        • Mark Rössler sagt

          Es gibt nun mal spezialisierte Labore für solche Studien, für die Unternehmen wäre es ja ein unnötiger Aufwand solche Versuche immer selbst durchzuführen, dazu bräuchte man extra Mitarbeiter, Laborräume, eine ganze Logistik.
          Nur damit man dann alle paar Jahre mal die geforderten Studien durchführt?

          Was ist daran vertrauenswürdiger, wenn diese Studien bei den Herstellern selbst im Keller durchgeführt wird?

          Der Staat wäre mit der Durchführung der Studien komplett überfordert, daher hat man sich ja weltweit auf klare Richtlinien und Standards bei solchen Studien für die Zulassungen geeinigt.
          Das gilt ja nicht nur für Monsanto und Glyphosat, sondern für viele Stoffe des täglichen Lebens. Selbst für die Zulassung von Zusatzstoffen in Lebensmitteln sind die Richtlinien so gestrickt.

          Was würde es bringen, wenn ein Hersteller einen Stoff zulassen wollen würde, dieser sich aber in den Studien als gesundheitliches Risiko herausstellt?
          So weis der Hersteller, dass der Stoff nicht für die Zulassung geeignet ist und stellt erst gar keinen Antrag, sondern gibt die Forschung daran auf. Das kommt nicht mal selten vor.
          Von rund entwickelten 100 Wirkstoffen bringen Hersteller gerade mal einen in die Zulassung. Der Rest fällt bei allen möglichen Studien raus.

          Ob und wie sinnvoll das ist, darüber kann man sicher vielschichtig diskutieren.
          Nur Monsanto oder der GTF etwas medienträchtig vorzuwerfen, was seit Jahrzehnten anerkannte Praxis ist und Journalisten samt Leser fallen auf sowas rein, das zeugt eher von Phobien, Wahnvorstellungen und ganz schlimm, schlechter Information.
          Die Presse muss sich wirklich fragen lassen, wie einfach die sich von gewissen Akteueren immer wieder aufs Glatteis ziehen lassen.

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          • Alles richtig. Deswegen bin ich ja gelassen. Irgendwie passt es schon.

            Wer in einer komplexen Materie drinsteckt, weiß auch, wo er in der Dokumentation etwas pimpen kann, ohne dass es auffällt, selbst wenn später mal eine Gesundheitsschädlichkeit nachgewiesen werden sollte. Dann haftet vielleicht Monsanto – verschuldensunabhängig. Aber der einzelne Wissenschaftler, dem eine Manipulation nicht nachgewiesen werden kann, ist dann inzwischen schon karrieremäßig vorangekommen und vielleicht woanders. Es ist ja praktisch nie „der Konzern“, der böse ist. Es ist die Arbeitsteilung, die auch eine Haftungsteilung ist, die Manipulationen begünstigen kann. Der Vorstand übt allenfalls Ergebnisdruck auf Mitarbeiter aus, lobt Boni etc. aus, kann und will auch nicht alles wissen, was die Mitarbeiter genau machen, ihn interessieren nur die Zahlen. Mitarbeiter handeln ja auch mal gerne gegen die Interessen ihres Arbeitgebers, indem sie für bzw. gegen ihn große Haftungsrisiken eingehen, die ihnen selbst nicht nachweisbar angelastet werden können. Weil nur die spezialierten Mitarbeier über das dafür notwendige Wissen verfügen. Das klingt jetzt vielleicht nach John Grisham, ist aber eine nachvollziehbare Folge der auch innerhalb von Unternehmen gegensätzlichen Interessen und eines durch einzelne Mitarbeiter kontrollierbaren, ausschaltbaren Entdeckungsrisikos, sprich durch Vertuschungsmöglichkeiten.

            Das ist aber in der Tat überall so. Deshalb ja: Nicht so viel drüber nachdenken. Sonst entwickelt man wirklich Phobien und Wahnvorstellungen, oder hadert mit der Welt. Gegen letzteres hilft, sich seine eigene Doppelbödigkeit einzugestehen. Der Mensch ist, wie er ist, deswegen bin auch kaum politik-
            oder justizverdrossen und freue mich, dass unsere Staatsorganisation und unser Justizsystem trotz aller Mängel (s.o.) und der Mängel des Menschen so schlecht nicht sind und das Schlimmste verhindert wird oder über Selbstreinigungskraft korrigiert wird. 😉

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  7. bauerhans sagt

    wendehälse!
    weil es keine atomkraft mehr zu kritisieren gibt,suchen sie sich andere „gefahren“,die deutsche wähler bedrohen: diesel,feinstaub,glyphosat,konventionelle landwirtschaft und massentierhaltung.

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