Bauer Willi
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“Zukunft Landwirtschaft” in Südtirol

Ich habe vor einigen Tagen über die Arbeit des Südtiroler Bauernbundes berichtet. Jetzt habe ich mich mit einem Vertreter der landwirtschaftlichen Gemeinschaft “Zukunft Landwirtschaft” unterhalten.

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9 Kommentare

  1. Georg sagt

    Die Gruppe ‘Zukunft Landwirtschaft’ sieht sich eigentlich bedroht, dass sie nicht so weiter machen kann wie bis her. Also doch keine Weiterentwicklung? Zumindest nicht ökologisch.

  2. Frikadellen piet 45 sagt

    es gibt es dort auch guten Senf weil unsere senfabrik hat geschlossen und wir suchen gerade kannst ja was mitbringen und bescheid sagen

  3. Elisabeth Ertl sagt

    Diese Kombination aus Eigenverantwortung und Loyalität ist charakteristisch für die Tiroler Mentalität. So ein Bergbauer früherer Zeiten war ja ein halbes Jahr eingeschneit, also abgeschnitten von der Welt, und da konnte er nicht warten, bis irgendjemand ihm etwas anschafft oder verbietet. Der musste selber wissen, was zu tun ist, um zu überleben, und da waren Ideen lebensnotwendig.
    Diese periodische Einsamkeit nährte aber auch die Sehnsucht nach unverbrüchlich treuer Zugehörigkeit zum “Heiligen Land Tirol”. Tiroler kämpfen nicht gegeneinander, daher auch Bauern nicht gegen den Bauernbund, Bauern nicht gegen den Rest der Bevölkerung, denn allfällige Feinde können in diesem Weltbild nur außerhalb Tirols vorkommen, in Gestalt internationaler NGOs zum Beispiel.
    Da macht man dann z.B. Wolfsabschussverordnungen, lange bevor ein Placet aus Wien oder Rom gekommen ist – aber nicht, nachdem man zuerst mit Traktoren in die Hauptstadt gefahren ist, sondern indem man sich einfach dumm stellt: Man hat eben angeblich alles anders verstanden.

    Im Jahr 1986 hat der Ötztaler Schriftsteller Hans Haid die vergehenden Existenz- und Arbeitsformen im Alpenbereich in dem legendären Bildband “Vom alten Leben” dokumentiert. Darin geißelt der den Tourismus, der ein freiheitsliebendes Volk dazu zwingt, sich zu prostituieren.
    Drei Jahre später folgte eine Fortsetzung: “Vom neuen Leben”
    In diesem Buch zeigt er schon 1989, wie sich kritische und vorausdenkende Menschen bemühen, durch neu entwickelte, oft an alte anknüpfende Wirtschafts- und Lebensformen die Zukunft in den Alpentälern zu sichern und so zu gestalten, wie es den natürlichen Gegebenheiten und den menschlichen Bedürfnissen entspricht. Er beschränkte seine Materialsammlung nicht auf die engere Heimat, sondern war auch in der Schweiz, in Süddeutschland, in Frankreich, in Piemont und in der Lombardei. So konnte er rund 100 Modelle solcher Lebens- und Wirtschaftsformen vorstellen.
    Hab gerade wieder hineingeschaut und war verblüfft, wie aktuell die Analysen des Ist-Zustandes noch immer sind.

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    • Bauer Willi sagt

      Was uns hier auffällt ist die unglaublich hohe Anzahl von Hotels und „Residenzen“ im Hochpreisigen Segment. Aktuell sind die aber alle geschlossen.
      Wenn der Gast mal den Euro nicht mehr so locker sitzen hat, wird es Probleme geben.
      Hier in Südtirol gibt es per Gesetz auch einen „Bettenstop“. Soll aber viele Ausnahmen geben.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Leider werden die Hotels und Pensionen, mit denen Einheimische etwas verdienen können, immer weniger zu Gunsten von “Chalets”, also Ferienwohnungen, wo sich die Gäste selber versorgen. Bei uns stimmen die Bürgermeister dem Neubau solcher Absteigen oft nur noch deshalb zu, weil sie während der Bauzeit Arbeitsplätze sichern. Gekauft werden diese Objekte dann von Superreichen, die an allen schönen Plätzen der Erde so etwas haben, um von Hotels unabhängig zu sein. Das sind dann die, die bei den Direktvermarktern kaufen.
        Die Einheimischen hingegen können sich keine Wohnungen mehr leisten bzw. müssen auch zum Arbeiten in die zentralen Orte pendeln.
        Mittlerweile werden sogar schon Schigebiete von Ausländern betrieben, je nachdem, woher halt die Gäste kommen.
        Hans Haid war ein Prophet!

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  4. Thomas Bröcker sagt

    Ich denke, dass es eigentlich genau der richtige Ansatz ist, wenn jeder Einzelne sich und seine Arbeit in die ihn umgebenden Strukturen einbringt und kommuniziert, was er warum und wie macht.
    Das hat nur einen Haken: während die zentralen Verbände wenig Zeit, Mittel und Gelegenheit haben das dafür notwendige Hintergrundmaterial zu kommunizieren, sind die Landwirtschaftsgegner finanziell und medial bestens aufgestellt. Diese Erzählungen schlagen dir allgegenwärtig ins Gesicht, wenn du versuchen willst zu erklären was du warum tust.
    Wenn dann dazu auch noch vorhandene Untersuchungen, die die Position und tägliche Erfahrung der Bauern bestätigen, von den eigenen Verbandsspitzen nicht kommuniziert werden, weil sie die Erzählungen der Öko-Mitglieder in den Bauernverbänden in Frage stellen, ist das eigene Tun vor Ort (fast) aussichtslos.

    Man erreicht die Menschen über Emotionen, die an Geschichten, Bilder und ständige Wiederholung derselben gebunden sind. Diese Möglichkeit ist aber von den Landwirtschaftsgegnern effizient besetzt worden – da ist keine Aufnahmebereitschaft für neues und anderes mehr da.
    So gesehen ist der Ansatz der “Zukunft Landwirtschaft” – Gruppe im Tiroler Bauernbund dann doch der richtige. Etwas Ähnliches wird in Deutschland aber wohl nur südlich des Limes gelingen. Die Norddeutschen sind zu staatstreu und scheitern regelmäßig damit es Allen recht machen zu wollen. Zum Schluß bleibt nach außen nur ein undifferenzierter Einheitsbrei sichtbar, mit dem Niemand etwas anfangen kann.

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  5. Frikadellen piet 45 sagt

    guten Morgen Ich kann das Video nicht öffnen und war sehr gespannt auf welcher Sprache ihr spricht und wie das Ergebnis ist nachher versuch’s noch mal vielleicht klappt es dann

    • Frikadellen piet 45 sagt

      jetzt hat es geklappt und ich weiß dass dort auch die Medien die Sachen nicht immer richtig wiedergeben ich bin jetzt sehr gespannt wie euer Gespräch mit ziemlich ähnlichen Jacken alkoholisiert weiter verläuft war bestimmt lustig
      hoffentlich habt ihr es gefilmt da das Ergebnis bestimmt bahnbrechend ist

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