Bauer Willi
Kommentare 109

Wollen Bauern Biodiversität?

Es freut mich, dass ich für eine wissenschaftliche Zeitung der Biologen einen landwirtschaftlichen Artikel veröffentlichen darf. Wolfgang Nellen hat es mir angeboten und ich habe es gerne gemacht. Aber eigentlich ist mein Text nicht besonders wissenschaftlich, obwohl es um Biodiversität geht. Aber lest selbst:

https://www.biuz.de/index.php/biuz/article/view/7046/6289

Wolfgang Nellen hat sich in der gleichen Ausgabe mit den Neuen Genomischen Techniken (NGT) befasst.

https://www.biuz.de/index.php/biuz/article/view/7044/6287

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109 Kommentare

  1. firedragon sagt

    Mädels, nicht auf Herrn Arens “rumhacken”.
    Ihr wisst doch, dass es diese Menschen gibt, die Empathie mit allen! Lebewesen haben … Herr Arens, wirklich mit allen Lebewesen?
    Was noch nicht geklärt ist in dieser Gesprächsrunde mit Ihnen, was verstehen Sie unter Biodiversität, was beinhaltet dieser Begriff für Sie und wo wünschen Sie sich Ihre Vorstellung von Biodiversität?

    • Marian E. Finger sagt

      Guter Ansatz, firedragon! Man kann dann aber noch weiter gehen und sich fragen, ob “Empathie mit allen Lebewesen” überhaupt ein Wert an sich ist. Wenn einer glaubt zu fühlen, was ein anderes Lebewesen fühlt, ist das zunächst mal eine Projektion der eigenen Gefühlswelt, der eigenen Subjektivität, auf einen Anderen. Wenn der Andere ein Mensch ist, kann dieser sich mit sprachlichen Mitteln gegebenenfalls gegen eine solche Projektion wehren.

      Ein Veganer kann sich bspw. schlecht dabei fühlen, wenn er aus irgendwelchen Gründen doch mal Fleisch isst oder wenn er Fleischessern dabei zuguckt, wie sich diese ihr Schnitzel einverleiben. Wenn er daraus den Schluss zieht, dass alle Menschen sich eigentlich schlecht dabei fühlen (müssten), wenn sie Fleisch essen, dieses Gefühl aber nicht wahrhaben wollen bzw. verdrängen und er nun seine Aufgabe darin sieht, den Fleischessern ihr angeblich menschliches Gefühl von Schlechtigkeit beim Fleischessen bewusst zu machen, kann ich mich als Fleischesser dagegen wehren und dem Veganer entgegenhalten, dass er mir gerade seine eigene Gefühlswelt überstülpt. Ein Tier kann das nicht, da es sich auf dieser abstrakten Ebene uns nicht mitteilen kann.

      Diese Art von Projektion findet sich nämlich recht häufig in Diskussionen mit Tierschützern, die davon überzeugt sind, dass ein Nutztier in Wirklichkeit nur glücklich sein kann, wenn es so lebt wie seine ursprüngliche Wildform, also bspw. in freier Natur statt im Stall, während der eine oder andere Landwirt ganz real beobachten kann, dass einige seiner Kühe lieber die ganze Zeit im Stall bleiben, während andere Kühe nach draußen auf die Weide streben. Oder so.

      In ähnlicher Weise muss man sich fragen, ob diejenigen, die sich für Artenvielfalt einsetzen, dies aus Liebe zu den Arten oder aus Eigenliebe bzw. Egoismus tun. Kann man “Arten” wirklich lieben? Oder kann man nur Lebewesen lieben, mit denen man konkret in Kontakt ist? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass ein Landwirt, der täglich mit Kühen zu tun hat, diese in Wirklichkeit mehr liebt als ein Stadtbewohner, der bloß Bilder/Filme von Kühen kennt, aber nicht mal weiß, wie diese riechen. Ist der Begriff “Art” nicht lediglich ein Abstraktum, eine Erfindung unserer Geistes, um eine Anzahl ähnlich aussehender Individuen zusammenzufassen?

      Wenn sich jemand für Artenvielfalt einsetzt, heißt das womöglich nur, dass dieser Mensch beim Joggen lieber eine bunte Wiese sehen möchte als ein Weizenfeld. Oder noch schlimmer: dass er lediglich seine Vorstellung von der Welt als bunter Wiese der Wirklichkeit aufoktroyieren möchte, während er sich so gut wie immer in geschlossenen Räumen (Stadtwohnung, Arbeitsplatz) aufhält.

      Nach solchen Vorüberlegungen schließt sich dann nahtlos die Frage an, was sich der Artenschützer überhaupt unter “Biodiversität” vorstellt.

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      • firedragon sagt

        Herr Finger,

        Ihre Ausführungen sind Gedanken, die ich anregen wollte, danke für die Ausführlichkeit.
        Wobei mir die Aussage “Empathie mit allen Lebewesen” schon zu weit geht.
        Für mich, was Ihre Ausführungen auch beinhalten, gibt es eigentlich nur einen “Maßstab” (wenn man das überhaupt so nennen kann) – schließe nie von dir auf andere.

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      • Schmeckt gut sagt

        Dank an euch für diesen Gedankenansatz. Es gibt tatsächlich noch eine Steigerung: Die Forderung von PETA, Tierdarstellungen auf Kinderkarussells zu unterbinden. Reiten auf Tieren geht schließlich garnicht. Ich könnte nur noch schreien in diesem Irrenhaus 😉

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  2. Ekkehard Arens sagt

    Liebe Leute, vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ich habe inzwischen begriffen, dass man auch hier nicht wirklich diskutieren möchte, sondern nur eine Bestätigung der eigenen Meinung erwartet.
    Dabei will ich nicht weiter stören.
    Viel Spaß noch!

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    • Limes sagt

      “Ich bin 20 Jahre als Schulbusfahrer in den örtlichen Bauernschaften unterwegs gewesen.
      Da hatte ich einen sehr guten Blick auf die Realitäten, was sie mir wohl gerne absprechen wollen.”
      Herr Arens falls sie es doch noch lesen. Meine Wahrnehmung näher dem Erdboden als Bauernjunge aufgewachensen auf einem Hof in Dorflage (Realteilungsgebiet) anfangs zu Fuss zur Dorfschule dann mit dem Fahrrad 5 km (gelegentlich Bus) zur weiterbildenden Schule in der nächsten Kleinstadt. Im ersten Jahr waren es noch 4 km die neue erbaute Gesamtschule mit grosszügigen Parkplätzen und Flachbauten am Stadtrand auf einer ehemaligen Wiesenfläche war noch nicht fertig gestellt.
      Die heute häufig beschriebenen ehemaligen Blühflächen habe ich schon als kleiner Junge weder auf Feldern noch am Strassenrand wahrgenommen.
      Die Landwirte achteten alle auf möglichst blühfreie Äcker denn die Gefahr des Aussamens unf damit Mehrarbeit bzw Ertragsverlustes hatten sie seit Generationen gelernt. Aus eigener Erfahrung ständiges Hacken bei immer wiederkehrendem Auflauf aus Samenunkraut kann mühsam sein. Die heute häufig erwähnte Vielfalt von Insekten oder Schmetterlinge auf den Feldern haben wir bei der Feldarbeit nicht wahrgenommen ausgnommen der Spezies die sich an den Kulturpflanzen auf dem Acker gütlich halten wollten. Wiesen waren ebenfalls keine Blühwiesen wie heute allgemein angenommen die wurden frühzeitig gemäht denn je später die Mahd um so schlechter die Qualität und den Kühen oder Hasen wollten wir ja schon damals bestes Futter servieren. Gut die Pferde haben geringere Qualitätsansprüche aber deshalb hat niemand die Blüte abgewartet je länger man wartet umso weniger Ertrag im 2ten Schnitt. Zirpende Grillen waren zu hören, lästige Bremsen oder Schnaken je nach Lage der Wiese zu spüren.
      Die Strassengräben wurden bis in die frühen 60er von Bewohnern der Neubausiedlung am Ortsrand meist Vertriebene bzw Arbeiter genutzt um Futter für ihre Ziegen, Hasen oder teilweise Meerschweinchenzu zu gewinnen, von reichhaltigen Blühpflanzen war nichts zu sehen. Die ersten Blühpflanzen die ich beim Radfahren zur Schule durch Dörfer und Felder wahrgenommen habe wuchsen zu meiner Freude auf dem Acker eines Landwirts der begonnen hatte Raps anzubauen. Roch angenehm wenn man mit dem Rad fuhr und statt gelegentlich Tannen- bzw Waldhonig gabs dann auch Rapshonig.
      Fahre ich heute die Schulstrecke sehe ich immer noch Felder aber deutlich weniger Ackerfläche und Wiesen mehr Blühfläche das ist aber der Ausdehnung des Rapsanbaus geschuldet. Die Strassengräben wurden mehr da neue zusätzliche Umgehungsstrassen und Radwege, zusätzlich Verbreiterung der Strasse sowie neue Strassen als Zugang zum Naherholungsgebiet. Strassengräben blühen nicht wirklich anders als früher da regelmässig gemäht was aus Sicherheitsgründen auch sinnvoll ist. Auffällig am Wegesrand die weiteren neuen Versiegelungen wie Neubaugebiete, Parkplätze vor alten Häusern, Gewerbeflächen, Kulturzentren…… alles zu Lasten von weniger Fläche für Landwirte.
      Meine realistische Sicht der Dinge aus Erfahrung: Ich kann den Ärger der Landwirte verstehen sie werden undifferenziert an den Pranger gestellt und haben wohl das Gefühl sie sind ein Bauernopfer für Dinge die andere verursacht haben.

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    • Ekkehard Arens sagt

      Ich möchte mich doch noch ein letztes Mal melden und mich bei allen bedanken, die sich mit meinen laienhaften Beobachtung so interessiert befasst haben.
      Ich nehme aus dieser Diskussion die wertvolle Erkenntnis mit, dass den Bauern das Artensterben offensichtlich völlig egal ist und niemand die Verantwortung spürt, daran etwas zu ändern.
      Nicht ein Wort des Bedauerns über diesen unersetzlichen Verlust.
      Im Gegenteil gibt es eine Menge Hass und Wut auf alles, was sich unerlaubter Weise immer noch frei auf Feldern und Wiesen so raumtreibt und die Menschen, die sich dafür einsetzen. Ein wirklich gruseliger Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Bauern.
      Vielen Dank dafür,
      ihr NGO geframter. Ekkehard Arens

      • Arnold Krämer sagt

        Sie machen laienhaften Beobachtungen (Selbstbeschreibung) und machen dann den Landwirten massive Vorwürfe abgeleitet aus oft unbewiesenen Kausalitäten. Damit verhalten Sie sich so wie viele, denen seitens der Landwirte folgendes zu Recht vorgeworfen wird: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie wissen aber alles besser.

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        • Ekkehard Arens sagt

          Hallo Herr Krämer
          In der Tat weiss ich durch die intensive Diskussion nun einiges viel besser, das ist richtig.
          Auch ihre Worte beweisen ohne Zweifel eine grundsätzliche Gegnerschaft zur Artenvielfalt und deren Freunde, genauso wie bei allen anderen hier im Forum.
          Einen Fürsprecher für Naturschutz habe ich dagegen hier nicht gefunden.
          Nein, ich säe nicht, ich ernte nicht und ich weiß auch nicht alles besser. Aber ich empfinde Empathie, Verantwortung und Mitgefühl für alle Lebewesen und habe große Sorgen um die Zukunft unserer Kinder.
          Darin unterscheiden wir uns offensichtlich.
          MfG

            • Peter sagt

              Nicht gewählte NGO`s geben was vor, der Steuerzahler soll blechen, die Bullshit-Job-Inhaber haben ihre Beschäftigungstherapie (…und werden immer mehr) und die lw. Betriebe sollen umsetzen…Ich kann da keinen Sonderweg erkennen. Alles die gleiche Sch.

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              • Schmeckt gut sagt

                Das Problem sind auch die NGOs. Das Hauptproblem sind für uns aber die “Überbürokraten” bei den Qualitätssicherungssystemen in den Kontrollunternehmen und im Lebensmittelhandel. Diese bringen uns mehr und mehr um den Verstand. Es ist alles nur noch ein Wahnsinn und ein Irrsinn.

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          • Smarti sagt

            Wäre Sie die Person, als welche Sie sich beschreiben, dann könnten Sie mal eine Zeit lang richtig auf einem Hof mithelfen, ein paar Tage dem Landwirt hinterherlaufen und alle Ihre Fragen stellen und bei allen Tätigkeiten zugucken. Das würde gegen die Angst vor der Zukunft enorm helfen, auch würde der Landwirt – wenn Sie es denn unbedingt wünschen und auch bezahlen – sicher gerne für Sie eine Blumenwiese anlegen. Da der Landwirt weiss, oder zumindest nachlesen kann, welche Pflanzen an welchen Standorten gut gedeihen, steht ihrem persönlichen Naturschutz nichts im Weg. Und das meine ich überhaupt nicht ironisch ! Vor ein paar Jahren war das ein grosses Thema mit Patenschaften für Blühwiesen, jetzt ist es wohl etwas eingeschlafen… wird wohl doch nicht sooo wichtig gewesen sein ?
            Doch leider sind Sie wohl eine künstliche Erfindung, extra kreiert um den Landwirten eins auszuwischen. Nicht echt, aber echt einfach durchschaubar in Ihrer Wortwahl und – wenn dann eine Richtigstellung Ihrer Lügen kommt – ganz viel mimimi. Das unterscheidet uns voneinander. Ich grüsse Sie trotzdem, durchschnittlich jeden Tag dreimal… 🙂 .

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          • Limes sagt

            “Einen Fürsprecher für Naturschutz habe ich dagegen hier nicht gefunden. Nein, ich säe nicht, ich ernte nicht und ich weiß auch nicht alles besser. Aber ich empfinde Empathie, Verantwortung und Mitgefühl für alle Lebewesen und habe große Sorgen um die Zukunft unserer Kinder.
            Darin unterscheiden wir uns offensichtlich.”
            Herr Arens das ist eine überhebliche Position und unangemessene verallgemeinernde Diffamierung aber gut das ist ihre Sicht!
            Bisher habe ich im Gegensatz zu anderen hier im Forum leider nicht wahrgenommen welchen Beitrag Sie persönlich in ihrem direkten Lebensumfeld leisten! Sie säen nicht haben wahrscheinlich keinen Garten, ihre Versorgung mit Nahrungsmitteln können Sie damit wie sehr viele in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft nicht selber sicherstellen. Das machen zB Landwirte aber dennoch werden sie ja sicher auch persönlich in anderen Bereichen einen Beitrag für die Zukunft unserer Kinder leisten. Ich meine jetzt nicht Bsp fahre mit dem Rad sondern etwas verbunden mit dem Thema Biodiversität.

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            • Thorens sagt

              Der Herr Arens, wie er sich nennt, ist also 20 Jahre lang Bus gefahren. Ein Fahrzeug mit einer Stirnfläche, groß wie ein Scheunentor.

              Ich frage mich, wie er die Verheerungen, die er selbst durch sein Tun in der Population der Fluginsekten in all den Jahren angerichtet hat, mit seinen so edlen Motiven zum Schutz der Biodiversität vereinbaren kann. Oder soll das hier so etwas sein, wie sein persönlicher Ablasshandel?

              Für die Biodiversität in der Natur wäre es wohl am besten, wenn sich die urbane Weltbevölkerung dem kollektiven Suizid hingäbe. Inklusive Kinder und Enkel. Wer das aber nicht will, muss Kollateralereignisse akzeptieren. Das sogar auch beim Anderen, Herr Arens.

              • Ekkehard Arens sagt

                Aufgrund der aktuellen Eskalation der bäuerlichen Proteste gegenüber den Grünen halte ich es für nötig, zumindest verbal abzurüsten. Deshalb möchte ich mich hier bei allen entschuldigen, die sich von mir verletzt oder diffamiert fühlen. Sorry!!!
                Die Landwirtschaft bleibt grundsätzlich und unbestritten der wichtigste Wirtschaftszweig, weil sie für unsere Ernährung sorgt.
                Da es offensichtlich ein Interesse an meinem persönlichen Umständen gibt: Ich habe einen Garten mit Naturteich (ohne Fische und Technik), einheimischen Gehölzen wie Weissdorn, Eberesche, Buchenhecken, einheimischen Stauden, gut besuchten Insektenhotels, Totholzecken usw. Das Laub darf in den Beeten liegen bleiben und der Komposter liefert zusammen mit Pferdemist einen ordentlichen Dünger. Gewiss könnte ein echter Experte das alles noch besser machen, aber wir haben bei der Auswahl der Pflanzen darauf geachtet, dass einheimische Tiere hier Nahrung und Schutz finden. Für eine Blühwiese ist allerdings kein Platz mehr geblieben. Innerhalb unserer Siedlung in Buldern ist dieser Garten allerdings die große Ausnahme. Der allgemeine Trend geht eindeutig in Richtung klinisch sauberer Außenwohnzimmer mit Schotter, Beton, Swimmingpool und Kunststoffzaun. Wenn überhaupt noch gepflanzt wird dann Tuja, Kirschlorbeer und Palmen. Das soll dann wohl pflegeleicht sein, erfordert tatsächlich aber weitaus mehr Arbeit als ein lässiger Naturgarten.
                Unsere Tochter bewirtschaftet seit einigen Jahren eine kleine Wiese in der Nähe und zieht dort Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbis etc. in Bioqualität für unsere Familie. Ein durchaus mühsames Geschäft mit ungewissem Ausgang.
                Herr Thorens, der Schulbus ist ein definitiv umweltfreundliches Verkehrsmittel, da er zahlreiche Mama-Taxis ersetzt, da habe ich kein schlechtes Gewissen.
                Tatsächlich gibt es aber selbst in den Bauernschaften schon lange keine Fluginsekten mehr, die an den Scheiben kleben.
                Dies ist dann auch mein ganz persönlicher Gradmesser für Biodiversität.
                Nein, ich bin kein Vegetarier und habe kein grünes Parteibuch.
                Frau Finger, was eine Art oder Familie oder Gattung ist, kann man sehr gut in einem Bestimmungsbuch nachlesen.
                Lieben oder besser Wertschätzen kann man grundsätzlich alles, auch wenn man es nicht persönlich kennt, ob Tier oder Mensch, Musik oder Kunst. Ich muss nicht jeden Baum kennenlernen , um den Wald als solchen zu lieben.
                Darüber könnte man aber in der Tat lange philosophieren.
                Nun, ich hoffe, das allgemeine Interesse an meiner Person hiermit einigermaßen befriedigt zu haben.
                Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

          • Ferkelhebamme sagt

            “Aber ich empfinde Empathie, Verantwortung und Mitgefühl für alle Lebewesen und habe große Sorgen um die Zukunft unserer Kinder.”
            Same here. Nur dass ich die nicht vor dem Bildschirm auslebe, sondern im realen Leben. Sorgen um die Zukunft unserer Kinder mache ich mir, weil die heimische Lebensmittelversorgung durch die Vernichtung der bäuerlichen Diversität systematisch zerstört wird und damit auch eine tragende Säule des deutschen Wohlstandes! Ein bisschen Erdung mit dem Blick aufs Wesentliche würde Ihnen gut tun, statt sich mit diffusen Ängsten, geschürt von dubiosen Quellen, hysterisch im Kreis zu drehen.
            Wir Bauern können und leben Naturschutz, Nachhaltigkeit und Biodiversität. Letztere möchten wir aber nicht auf dem Acker haben. Und Sie auch nicht. es sei denn, Sie möchten Giftpflanzen, Pilz und Krabbeltierchen im Essen.

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        • Ekkehard Arens sagt

          Die Bauernverbände sind auch NGO’s, die dazugehörigen Bauern entsprechend geframt, was ist schlecht daran?

          • Reinhard Seevers sagt

            Quatsch, der DBV ist Unternehmerverband und Interessenvertreter für alle Landwirtinnen und Landwirte, ihre Familien…..

  3. Ekkehard Arens sagt

    Herr Sievers, da haben sie mich aber gründlich missverstanden. Es geht mir doch ganz eindeutig um das grundsätzliche Existenzrecht aller Lebewesen auf diesem Planeten. Dazu gehört natürlich auch der Schutz des eigenen Lebens.
    Ihre herabsetzenden Bemerkungen sind hier völlig unangebracht.

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    • Marian E. Finger sagt

      Genau genommen lässt sich aus der Genesis kein Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung ableiten. Das ist lediglich ein Zugeständnis der Kirche(n) an die Ökobewegung, an deren Erfolg sich die an Einfluss verlierenden christlichen Kirche(n) drangehängt haben.

      In der Genesis steht: “Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.”

      Diese Ermächtigung zur Herrschaft ist weder identisch mit Bewahrung noch mit Verantwortung für die Schöpfung. Zu allen Zeiten gab es gerade so viele verantwortungslose Herrscher wie verantwortungsbewusste.
      Die göttliche Ermächtigung zur Herrschaft sagt nichts über die Qualität der Herrschaft, zumal in der Offenbarung am Schluss der Bibel ja deutlich gemacht wird, dass der erste Himmel und die erste Erde sowieso vergehen.

      Die Bibel ist wirklich kein gutes Argument für das grundsätzliche Existenzrecht aller Lebewesen. Die Bibel bestätigt den Menschen darin, dass es nur um die Belange des Menschen geht und nicht um die Belange der Fische, Vögel und Getiers.

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        • Marian E. Finger sagt

          Auch in der Bergpredigt steht nichts über das grundsätzliche Existenzrecht aller Lebewesen. Und auch nichts über das Verhältnis vom Menschen zur Natur. Da steht nur was drüber, wie Menschen mit anderen Menschen umgehen sollen, über Feindesliebe, Almosengeben, übers Vergelten, Töten, Ehebrechen usw. Und das man nicht dem Mammon dienen soll.

  4. Ekkehard Arens sagt

    Es geht wie immer nur um die Belange des Menschen. Die Interessen aller anderen Lebewesen spielen dabei keinerlei Rolle.
    Dabei ist schon in der Genesis klar beschrieben, wie die Fülle der anderen Lebewesen die Basis unserer menschlichen Existenz bildet. Selten wurde Rolle und Verantwortung des Menschen in der Schöpfung besser beschrieben.
    Einfach mal durchlesen und wirken lassen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Wann möchten Sie denn Ihre Existenz auf diesem Planeten beenden? Geben Sie Bescheid, dann können wir Ihrer gedenken!
      Oder gestehen Sie lediglich anderen kein Existenzrecht zu?
      🥳🍺🦄

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      • Ekkehard Arens sagt

        Herr Sievers, da haben sie mich aber gründlich missverstanden. Es geht mir doch ganz eindeutig um das grundsätzliche Existenzrecht aller Lebewesen auf diesem Planeten. Dazu gehört natürlich auch der Schutz des eigenen Lebens.
        Ihre herabsetzenden Bemerkungen sind hier völlig unangebracht.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Her Arens, denken Sie einfach nach….als die Genesis geschrieben wurde gab es noch nicht einmal 100Millionen Menschen auf der Scheibe, wie man die Erde damals noch sah.
          Heute leben über 8 Milliarden auf einer Erdkugel. Die Universalität einer Genesis im Kontext der Geschichte ist eine schöne Erzählung für Menschen, die ihren Halt in Erzählungen, statt in der Realität suchen müssen. Inschallah!

          • Ekkehard Arens sagt

            Herr Sievers, 8 Milliarden Menschen machen die Sache nicht besser und einfacher, ganz klar. Umso wichtiger, dass wir unser Verhältnis zu den anderen Lebewesen überdenken, denn ohne diese haben wir als Menschheit keine Chance.

            • Reinhard Seevers sagt

              Deutschland wird biodivers, den Rest der Welt vernachlässigen “Wir”, weil “Wir” darauf keinen Einfluss haben werden….
              Ob die Menschheit ohne die “anderen” (welche?) nicht überlebt, wissen Sie nicht, weiß keiner….Angst wird da nicht weiterhelfen.
              P.s. vielleicht könnten Sie meinen Namen demnächst richtig schreiben?😉

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            • Arnold Krämer sagt

              Herr Arens, wenn Sie hier schon länger im Blog mitlesen und mitdiskutieren würden. wüssten Sie, dass Herr Seevers als belesener/erfahrerer Architekt und Kleinbauernsohn (ist nicht abwertend gemeint, bin selber einer😎) fachlich sehr gut, meist sehr pointiert und manchmal auch etwas bissig kommentiert. Leider fällt es ihm schwer, bestimmte Beiträge einfach mal unkommentiert stehen zu lassen. So hat eben jeder seine Art, steckt jeder in seiner Haut, aus der man mit zunehmendem Alter auch immer schwer herauskommt.

              Ich bin grundsätzlich froh über jeden “Externen”, der sich auf diesen Blog “verirrt” und mutig mitdiskutiert, weil man auch dadurch ein Stück weit erkennen kann, wie stark das (jahrzehntelange) Framing der NGO’s gewirkt hat und wie nötig es für den Berufsstand ist, argumentativ “gegenzuhalten”.

              Schöne Grüße aus dem Emsland!

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  5. Thomas Bröcker sagt

    Momentan arbeitet die QS-Bande an einem Modul zum Nachweis von Maßnahmen zur Förderung der Bio-Diversität in den Erzeugerbetrieben. Das ist dann schon wieder unbezahlter Standard. Irgendwann ist auch in diesem System genug genug. Ich weiß nur nicht, wie man sich dagegen wehren kann, dass immer mehr ohne finanziellen Ausgleich geleistet werden muss. Dafür muss sich die Politik nicht mal bemühen, das schaffen wir mit der ständigen Verschärfung und den immer detaillierteren Forderungen bei QS quasi selbst.
    Vor die Auditfirmen gehört eigentlich genau so eine Blockade mit Traktoren, wie vor die Lager des LEH.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Interessante Betrachtungen … aber derzeit wohl kaum mehrheitsfähig.
      Maier schreibt zum “Erlebniswert von Biodiversität” und der (behaupteten ) positiven Verschiebung der Präferenzen von Personen:
      … “dass die Präferenzen einer Person so verändert werden können, dass sie das Triviale dem Wichtigen vorzieht, die äußerste Enge (der Betrachtung) dem umfassenden Spektrum und sogar das “Schlechte” dem “Guten””.

      Das Bestreben möglichst viele Arten überall zu finden widerspricht dem Grundprinzip der Evolution, nämlich dem ständigen Wechsel von Aussterben und Neubesetzung der frei werdenden Lebensräume durch andere (“neue”) Arten.
      So hat z.B. Prof. Werner Kunz geschrieben: Auf ganz Europa bezogen ist keine einzige Vogelart vom Aussterben bedroht … es gibt allerdings territoriale Verschiebungen.

      Derzeit lässt sich aber mit der Methode bestimmte “Zeigerarten” möglichst überall finden zu wollen, gutes Geld verdienen. Das sielt sich meist im Umfeld der von Naturschutzorganisationen für sich postulierten Deutungshoheit bezüglich des Nutzens von Biodiversität ab.
      Das Beispiel der Zauneidechse (die massenhaft vorkommt, aber zur bedrohten Art erklärt wurde) ist nur ein Beispiel, wie mit “Gutachten” und teuren Umsiedlungsmaßnahmen wirtschaftliche Entwicklung behindert und teils extrem verteuert wird.

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      • Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

        Dieses Buch wird (oder wurde) an der Hochschule für Philosophie München für Ausbildungszwecke verwendet da die Argumentation und Heranführung an das Fazit wohl so einmalig sind. So was kann man heute im realen “Wahnsinn” natürlich nicht gebrauchen.
        https://hfph.de/studierende/archiv-lehrveranstaltungen/sommersemester-2015/donald-s-maier-what2019s-so-good-about-biodiversity-a-call-for-better-reasoning-about-natur2019s-value

      • Ekkehard Arens sagt

        Was die Bauern im Münsterland von Biodiversität halten, ist für jedermann zu jeder Zeit deutlich zu sehen. Da erübrigt sich jede Diskussion. Da sind eindeutige Entscheidungen gefallen, die auch nicht zurück genommen werden.

          • Ekkehard Arens sagt

            Ich lebe seit 66 Jahren hier im Münsterland und musste mit ansehen, wie aus einer vielseitigen, artenreichen, kleinbäuerlichen Landschaft mit blühenden Brachflächen und dichten Hecken eine monotone, industriell bearbeitete Agrarwüste geformt wurde.
            Insekten, die früher massenhaft die Luft bevölkerten, sind ebenso nicht mehr vorhanden wie die Vögel, die von diesen leben. Selbst aus ehemals blühenden Wiesen sind grüne Monokulturen geworden.
            Jede kleine Ecke wird mittels Mulchmahd so ausgefräst, dass selbst im Frühjahr kaum eine Blüte zu sehen ist. Von Schmetterlingen oder Feldhamstern, Feldlerchen etc. will ich gar nicht erst anfangen. Die Liste lässt sich endlos fortführen. Dazu kommen natürlich noch Straßenbau, Siedlungsbau und Gewerbegebiete, wie überall.
            Einfach mal selbst anschauen!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              ” Die Liste lässt sich endlos fortführen. Dazu kommen natürlich noch Straßenbau, Siedlungsbau und Gewerbegebiete, wie überall.
              Einfach mal selbst anschauen!”

              Dass sie das noch erwähnen, das ehrt sie.
              Meine Eltern hatten so eine Landwirtschaft, wie sie es sich wünschen, noch vor der Übernahme, machte ich daraus ein Obst und Weinbaubetrieb. Mit meinem 65 Lebensjahr endete der Betrieb, bzw. er wurde verpachtet.
              Früher war alles besser, da konnte man von einem kleinen Mischbetrieb noch leben.

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  6. Georg Johann Brand sagt

    Man darf auch nicht vergessen, dass die Verantwortung für den Erhalt der Biodiversität, jährlich um ca. 20.000 Hektar von der freien Natur (zu der nach BNSchG auch die Land- und Forstwirtschaft zählt) in die Siedlungsräume wandert, rd. 54 Hektar täglich.

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    • Reinhard Seevers sagt

      ….und wenn ich als Landwirt im Außenbereich eine bauliche Maßnahme umsetzen möchte, deren Versiegelung aufgrund der Wertigkeit der Fläche mit dem Faktor 1:2 kompensiert werden muss, dann schafft 1m² versiegelte Fläche aus der Sicht der Landwirtschaft 2m² Natur neu!

      Wenn eine Gemeinde ein Baugebiet gem. §13 b BauGB ausweisen möchte (ab 2024 nicht mehr möglich) dann muss sie nichts kompensieren….
      Auszug aus B-Plan:

      Gemäß § 13 a BauGB gelten planungsbedingte Eingriffe im Rahmen eines Bebauungsplanes nach § 13 b BauGB als vorhanden oder als bereits vor der planerischen Entscheidung zulässig, so dass ein Ausgleich von Eingriffen nicht erforderlich ist. Im Verfahren nach § 13 a/ b BauGB ist die Erstellung eines Umweltberichtes nach § 2 a BauGB nicht erforderlich. Die zu erwartenden planungsbedingten Eingriffe in Natur und Landschaft sind jedoch darzulegen. Darüber hinaus sind im
      Rahmen der Planung Vorkehrungen zur Vermeidung und Verminderung von Eingriffen darzustellen.”

      Das hat die CDU verbrochen…sie wollte eine Beschleunigung der Bauverfahren für EFH-Gebiete.

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    • Inga sagt

      Ja,
      In den Siedlungsräume ist viel Natur kaputt gemacht worden,
      Weil wir Menschen das zu brauchen glaubten,

      Den Rest wird für Nahrungsmittelherstellung gebraucht.
      Der moderne Forst ist nun mit der Biodiversität des Urwälder nicht zu vergleichen.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Der moderne Forst ist nicht mit der Absicht erstellt worden Biodiversität zu erzeugen, sondern Holz. Die Ökosystemdienstleistungen eines Waldes erfüllt er trotzdem. (Windschutz, Wasserspeicher und CO2 Bindung.)

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        • Ekkehard Arens sagt

          Der Nutzwald mit seinen Monokulturen und verdichteten Böden kann unmöglich die Ökosystemdienstleistungen eines Naturwaldes erbringen. Von wegen Windschutz. Schaut mal im Harz, Sauerland, etc..

  7. Burkhard Schön sagt

    Mir gefällt der Artikel sehr, kurz und leicht verständlich. Ich frage mich manchmal was hätten wir den für eine Artenvielfalt in D wenn die Flächen komplett unberührt wären ?

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  8. Marian E. Finger sagt

    Wenn der Bauer in Blühstreifen, Benjeshecken und Froschteichen macht, ist er kein Bauer/Landwirt mehr, sondern Naturschützer. Naturschützer haben wir allerdings schon genug.

    Wenn ich Brot esse, will ich ein Produkt essen, das von einem Bauern/Landwirt stammt, nicht von einem Naturschützer. Ich will nämlich auch keine Biodiversität in meinem Brot. Ich will weder Insekten noch Pilze noch irgendwelche Beikräuter, Disteln, Feldhamster oder Eier von Feldlerchen in meinem Brot, sondern Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel. Oder davon eine Mischung. Ich will, dass es weiterhin Bauern/Landwirte gibt, die dafür sorgen, dass ich weiterverarbeitete Reinkulturen auf meinem Teller habe. Ich will, dass der Urstoff für mein Brot von Bauern, nicht von Naturschützern stammt.

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    • Bauer Fritz sagt

      Ich bin auch der Meinung, daß alle die Biodiverisität bei den Bauern wollen, diese in ihrem eigenen Arbeitsbereich, im eigenen Produktionsbereich, ja nicht mal im eigenen privaten Lebensbereich wollen.

      Es würde mich sehr wundern, wenn Dienstleistungsbetriebe in ihrem Arbeitsbereich Mücken, Schnecken, Spinnen, kurz Ungeziefer jeglicher Art als besonders erstrebenswert für ihre Kunden oder Mitarbeiter ansehen würden. Nein, sie schauen auf peinlichste Reinlichkeit. Sogar von Gesetzes wegen.

      Es würde mich auch sehr wundern, wenn Produktionsbetriebe in ihrem Produktionsbereich Schimmel, Bakterien, Pilze oder Vögel und deren Ausscheidungen als qualitätsverbessernd für ihre Erzeugnisse bewerben würden. Nein, sie schauen auf peinlichste Reinlichkeit. Sogar von Gesetzes wegen.

      Und für den privaten Lebensbereich würde es mich auch sehr wundern, wenn eingeladene Gäste nicht raschest das Weite suchen, sobald sie feststellen, daß Ratten und Mäuse sich ein Stelldichein geben würden oder aus aus allen Ecken Ungräser und Unkräuter zu wuchern beginnen. Erst recht nicht, wenn auch noch der Hund ein Flohhaufen oder die Katze ein Wurmträger sind. Nein, jeder schaut auf (mehr oder weniger) Reinlichkeit.

      Keiner will in seinem Bereich eine Vermehrungsstätte dulden für Krankheitserreger, für Qualitätsminderer, für Erzeugnisdezimierer etc.

      Aber die Bauern sollen das alles in seinem Arbeitsbereich, in seinem Produktionsbereich, in seinem Lebensbereich fördern ? Weil Reinheit und Reinlichkeit bei ihm sch..egal sind ?Vielleicht sogar noch von Gesetzes wegen ?
      Echt jetzt ?

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      • Ekkehard Arens sagt

        Der Nutzwald mit seinen Monokulturen und verdichteten Böden kann unmöglich die Ökosystemdienstleistungen eines Naturwaldes erbringen. Von wegen Windschutz. Schaut mal im Harz, Sauerland, etc..

        • Thomas Bröcker sagt

          Auch der ökologische Waldumbau, so wie er betrieben wird, erzeugt Nutzwald. Nur ist Mischwald für die Wasserspeicherung und die Bodenfruchtbarkeit besser. Die umgebauten Wälder dürften aber über Jahrzehnte, wenn nicht für immer, mehr Geld kosten, als sie einbringen. Dichte Nadelwälder, aber auch reine Buchenwälder sind nicht gerade der Hotspot der Biodiversität. Je nach Boden, Klima und Lage sind sie aber auch natürlich vorhanden. Auch Naturwälder brechen zusammen, wenn sich Temperatur und Niederschlagsverteilung gravierend ändern (Sibirien und der gesamte nördliche Nadelwaldsaum).

      • Ekkehard Arens sagt

        Ich glaube, der wirklich große Sündenfall des Menschen ist der feste Glaube, er könnte die göttliche Schöpfung ( mit Glyphosat) verbessern. Das ist arrogant, einfältig und dumm.

        • Eben nicht,
          Wir brauchen die Pflanzenschitzmittel , um unsere Kulturpflanzen, die für unsere Nahrung sind, zu schützen.

          Und um die anzubauen, muss man in die Ökologie eingreifen.

          Die Menge an Nahrungsmittel, die wir brauchen, kann man nicht aus dem Urwald , mit der größten Biodiversität holen.

          2.
          Hat sich denn unsere Ökologie daran angepasst, so dass es nicht mehr schädlich für sie ist?

          1
          • Ekkehard Arens sagt

            1. Auf ca. 65% der Anbauflächen wird keine Menschennahrung angebaut, sondern Futtermittel und Energiepflanzen.
            2. Die Evolution haben wir mit unserer rasanten technischen Entwicklung schon lange abgehängt, keine Frage. Das ist aber definitv kein Vorteil für uns, weil die Naturgesetze weiterhin gelten und die Dinge nach eigenem Gutdünken neu regeln werden.
            Garantiert.

            • Reinhard Seevers sagt

              Daher weht der Wind….Sie sind NGO-Sprech-geframt.🤗
              Nochmal nachdenken, ob man Nutztiere nicht auch zur menschlichen Ernährung nutzt, bitte.
              Wir konnten ja nicht wissen, dass Sie so arg wissensbefreit sind, sorry.

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              • Ekkehard Arens sagt

                Lieber Herr Severs, ist das wirklich ihre Art zu diskutieren? Herabsetzung und Beleidigungen statt sachliche Argumente?
                Natürlich werden Futterpflanzen für Nutztiere angebaut, die Frage ist, ob wir wirklich so viele Nutztiere zu unserer Ernährung brauchen. Oh, ich höre schon, wie die nächste Schublade aufgeht, nein, ich bin weder Vegetarier noch Veganer.
                MfG

            • Bauer Fritz sagt

              Zu Punkt 1:
              *) wenn sie kritisieren, frage ich mich, warum sie Biodiversität wollen, aber anscheinend keine Tiere die man ernähren darf ?
              *) nur weil mein mal ein Zahl gehört oder gelesen hat, die man in keinen Zusammenhang stellen kann (oder will), läßt sich damit nicht argumentieren.
              So können sich ja mal weiterbilden: (https://www.dvtiernahrung.de/aktuelles-detail/zu-viel-fuer-futteranbau-in-deutschland-agrarflaechen-und-ihre-nutzung).
              Und für sie als Info aus der “guten” alten Zeit, auch bis ca. 1960 wurden ca. 30% der Fläche für die Ernährung von Tieren genutzt.

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              • Ekkehard Arens sagt

                Lieber Bauer Fritz, ich habe mich mit keinem Wort gegen eine Nutztierhaltung ausgesprochen, sondern für Biodiversität.
                Auch steht die Zahl von 65% definitiv nicht im leeren Raum, sondern zeigt eine wichtige Relation zur Nutztierhaltung. Vielen Dank für den Link, interessant!
                Allgemein kann ich mich als Neuling in diesem Forum nur wundern, wie unangenehme Meinungen von den selbst ernannten Platzhirschen sofort mit persönlichen Herabsetzungen beantwortet werden. Das ist aber kein Argument, ganz im
                Gegenteil, dies zeugt einfach von einem Mangel an Empathie, Seriosität und gutem Benehmen. Hey, das könnt ihr viel besser!!
                MfG

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Wer hat das geschrieben?
                  Können sie sich daran erinnern, dass sie das waren?

                  “Ich glaube, der wirklich große Sündenfall des Menschen ist der feste Glaube, er könnte die göttliche Schöpfung ( mit Glyphosat) verbessern. Das ist arrogant, einfältig und dumm.”

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            • Smarti sagt

              Herr Arens “auf 65 % der Anbauflächen wird keine Menschennahrung angebaut, sondern Futtermittel und Energiepflanzen”. Zu den Anbauflächen gehören auch Wiesen und Weiden, diese können nicht bebaut werden mit Brotgetreide, weil der Boden einfach nicht dazu geeignet ist. Aber die Nutztiere können das Gras wunderbar verwerten, machen Fleisch, Milch und Dünger daraus, mit dem dann auch der Acker mit dem Brotgetreide aufgewertet (Humusaufbau) werden kann. Wie in jedem Hausgarten muss auch auf dem Acker eine gewisse Fruchtfolge eingehalten werden, denn sonst würden die Pflanzen krank werden oder einfach sehr schlechte Erträge bringen. Für jedes Kilo Lebensmittelgetreide entstehen auch 4 kg Tierfutter oder Energiepflanze ( Sie essen nur den Mehlkörper… Spelzen, Blatt und Stiel nicht, und wenn dies den Tieren verfüttert/ eingestreut wird, dann entstehen nochmald die Hälfte der Kalorien, die sie vom Mehr erhalten – wollen Sie diese Kalorien lieber vernichten ?Und weil es nur wenige Menschennahrungspflanzen gibt, müssen es eben auch andere Pflanzen sein… dies ist ein Naturgesetz, das auch nicht ausgehebelt werden kann, wenn es drölfzigtausenmillionenmal von “Ich will aber eine Landwirtschaft wie vor 66 Jahren – Leuten” wie sie wiederholt werden.
              Dieses Framing nützt genau wem ?
              Ihnen und Ihren “Naturschützerkollegen”, um gegen die Landwirtschaft zu wettern und damit gewollt oder ungewollt auch der Politik der Bauernfresser. Ihr fordert, die Politik freut sich und fordert “einen Umbau” oder wandelt die Landwirtschaft in Naturschutzgebiete um.. anfangs noch bezahlt, dann unbezahlt aber mit Strafen bewehrt.
              Diese Demonstrationen sind wahrscheinlich aus dem Grund entstanden, weil die Landwirte plötzlich gemerkt haben, wie sie an der kurzen Leine laufen und gehorchen, und trotzdem hat man ihnen einfach so über Nacht mal einen Monatslohn gestrichen… mit der Option auf noch mehr Streichungen… das macht Angst ! Es ist eine dunkle Wand und die Strasse verläuft recht gerade darauf zu. Bremsen ist schwierig, auch ganz vielen Gründen wird von hinten geschoben… und so viele meinen es ja nur gut…
              Wenn jetzt wie gewünscht immer mehr Landwirte aufgeben ( müssen, weil keine Grundlage mehr zum Arbeiten da ist, denn es wird einfach bald alles verboten/verunmöglicht, was einkommen generieren würde..), dann wird das Land von grossen Gesellschaften aufgekauft. Dann entscheiden bald Banken, Versicherungen und irgendwelche Heuschrecken was und wie viel auf den Teller kommt.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Der Mensch hat die “Göttliche Schöpfung” äußerst erfolgreich zu seinen Gunsten verändert. Wie jede Populationsentwicklung bei Pflanzen und Tieren (zu denen wir ja letztendlich gehören) auf der Erde gibt es einen Anstieg, einen Gipfelpunkt und einen Rückgang. Wir sind noch nicht auf dem Gipfelpunkt, sind aber wahrscheinlich in der Lage den Rückgang so zu organisieren, dass er die Lebensgrundlage garantiert. Dazu wäre es allerdings notwendig alle Ressourcen dorthin zu stecken und nicht in Aufrüstung, Krieg und Zerstörung.
          Wenn Ich manche Politiker und Bürger höre, fühle ich in die Zeit vor und um 1914 versetzt. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein derartiges Kriegsgeschrei wieder gesellschaftsfähig werden kann. Davor sollten wir die “Göttliche Schöpfung” schützen.

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        • Bauer Fritz sagt

          Ich weiß nicht ob sie die Verbesserung ihrer Lebensweise durch etwa “Pestizide” in Wärmedämmungen auch für arrogant und dumm halten.

          Ganz zu schweigen von den arroganten und dummen Wissenschaftern (wie etwa Norman Borlaug im Agrarbereich), durch deren Hirnschmalz es möglich wurde, daß die Lebenserwartung sich in den letzten 150 Jahren mehr als verdoppelt hat. (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/185394/umfrage/entwicklung-der-lebenserwartung-nach-geschlecht/).

          Wohl auch einer dieser Sündenfälle, weil in den Zeiten um Christi Geburt war nicht mal das “geplant”. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei den Römer und Griechen grade mal bei 30. (https://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/fundiert/2013_02/12_thiele/index.html)

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Einerseits beklagen sie die Echos der Bauern, andererseits stellen sie unseriöse Beiträge ein, verbu7nden mit Beleidigungen.

      • Bauer Fritz sagt

        Aber jede NGO stellt solche Forderungen, falls es ihnen noch nicht aufgefallen ist.
        Allein das Dumpfbacken-Framing von den “Monokulturen” intendiert ja nichts anderes.

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          • Bauer Fritz sagt

            Haben sie sich jetzt wieder in ihrer Schublade versteckt, nachdem sie hier mit Realitäten konfrontiert wurden ?

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            • Ekkehard Arens sagt

              Meinen sie Dumpfbackenframing mit Realität? Das ist für mich die Schublade, in der all die unangenehmen Wahrheiten verschwinden. Die Realität ist auch das, was ich seit 50 Jahren in meiner geliebten münsterländischen Heimat beobachte: einen Rückgang einheimischer Tierpopulationen bis unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, die fortschreitende Vermaisung der Felder, ein Frühling ohne Blüten und ohne Vogelgezwitscher usw.
              Ich bin 20 Jahre als Schulbusfahrer in den örtlichen Bauernschaften unterwegs gewesen.
              Da hatte ich einen sehr guten Blick auf die Realitäten, was sie mir wohl gerne absprechen wollen.

              • Reinhard Seevers sagt

                Im Alter sind Wahrnehmungen häufig von der guten alten Zeit vernebelt, das ist normal. Nicht normal ist die Korrelation-Kausalitäts-Behauptung. ☝️

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                • Ekkehard Arens sagt

                  Lieber Herr Seevers, wie schön, dass sie intellektuell noch mal ein Schüppchen draufgelegt haben. Es geht ihnen aber offensichtlich nur darum, meine Beobachtungen und meine Person zu diffamieren, um diesen jegliche Relevanz zu rauben. Das haben sie sicher gar nicht nötig, bitte argumentieren sie vernünftig und sachlich, auch und gerade weil ihr Diskussionspartner eine andere Meinung vertritt. Ist doch total langweilig, wenn alle der gleichen Meinung sind.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Darauf habe ich keinen Bock mehr
                  …seit Jahren das Gleiche, das ist so ermüdend. Viel Spaß mit den anderen Teilnehmern, vielleicht ist bei den anderen ja noch Kraft vorhanden, die immer gleichen Argumente zu bringen.
                  👋

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  9. Sonja Dengler sagt

    Wir dürfen nicht vergessen: erst nach dem 2. Weltkrieg ist es uns hier in D gelungen, die Menschen auch über Winter und auch in den Städten nicht mehr hungern zu lassen – das haben wir der BASF und ihren Düngemitteln zu verdanken.
    In Sri Lanka hat man die Bauern/Regierung dazu überredet, keine Düngemittel mehr aufzubringen. Folge: Hungersnot, besonders in den Städten. Aufstand gegen die Regierung, weil die Menschen verzweifelt nach Essen suchten. Dort sind viele, alte und einsame Menschen, die verhungerten und Kinder, die hungern mussten.

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  10. Ina Körner sagt

    Biodiversität umfasst ja auch Bodenlebewesen. Pilze, Bakterien, Würmer etc. Die können doch auch für die angebauten Pflanzen sehr hilfreich sein?

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  11. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Biodiversität wird in D nach vorher festgelegten Vorschriften in Programmen umgesetzt und wehe man hält sich nicht daran! Mittlerweile muss man vorher schriftlich fragen,ob man eine Maßnahme umsetzen darf. Das dient doch nur zur Rechtfertigung all dieser Bullshitjobs.

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    • Smarti sagt

      Herr Gresshöner, ich vermute dass die Demonstrationen deshalb so gut von den Landwirten besucht sind, weil sie erkannt haben, dass sie die letzten Jahre immer mehr vom klebrigen Spinnennetz der Politik umwoben wurden und es jetzt kaum mehr ein entrinnen aus diesem Geflecht aus Vorschriften und Verboten gibt. Das war vielleicht früher nicht so “schlimm” – man wurde ja mit Subventionen getröstet – doch diese Gelder werden abgeschmolzen, ja können einfach so über Nacht weg fallen, während das tödliche Netz immer weiter gewebt wird.

      2
  12. Arnold Krämer sagt

    Mit den Schlagworten Biodiversität und Klima kann man heutzutage alles infrage stellen, was die konventionelle Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat zum Vorteil der Verbraucher und derjenigen, die im Verdrängungswettbewerb der Höfe übrig geblieben sind. Für eine Abkehr oder Umkehr (wohin eigentlich wirklich?) muss man den ökonomisch ausgerichteten Betriebsleitern, die mit ihren Steuern auch zum Erhalt eines teilweise fragwürdigen Politik- und NGO-Betriebs beitragen, deutlich mehr als den bisher üblichen NACHTEILS-Ausgleich für alternative oder zusätzliche Aktivitäten auf dem Acker und dem Grünland bieten.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Herr Krämer, ich glaube, dass jedwede Form des Ausgleiches FÜR einen irgendwie definierten Arten – und Biodiversitätsschutz in einem Monster der Bürokratie enden würde. Alles muss wiederum dokumentiert, kontrolliert und evaluiert werden. Ich sehe keinen Weg, wie man beide Fronten freidlich vereinen könnte.
      Es sei denn, die Gegenseite akzeptiert die zugelassenen Stoffe für den Pflanzenbau und deren Anwendung nach “guter fachlicher Praxis”. Dieses aber wird ja gerade in Frage gestellt….ergo, drehen wir uns im Kreis, denke ich.

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      • Arnold Krämer sagt

        Ja, ja, das abgrundtiefe Mißtrauen in dieser Gesellschaft, in diesem Staat. Daran gehen WIR alle kaputt.

        Nur ein aktuelles Beispiel aus einem anderen Bereich. Der Referentenentwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes (um den grundgesetzlichen Schutz der Tiere noch besser zu gewährleisten!) sieht u. a. eine komplette Videoüberwachung aller Arbeitsschritte von der Anlieferung der Tiere bis zum Ausbluten der Schlachttiere auf allen Schlachthöfen in D vor und beziffert den jährlichen Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft mit über 100 Mio Euro.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Als Gegenforderung würde ich die Forderung aufstellen, dass alle Bundestags- und Bundesratssitzungen im ÖRR live übertragen werden und die Abgeordneten offenlegen müssen, warum sie gerade nicht an den jeweiligen Sitzungen teilnehmen.
          Außerdem muss jeder Abgeordnete seine geleisteten Arbeitszeiten und seine Tätigkeiten wöchentlich in einer offen einsehbaren Liste veröffentlichen.
          Als Souverän sollte man dies in einer demokratisch gewählten parlamentarischen Demokratie fordern dürfen…..bevor man Schweine mit der Kamera beobachten lässt…Was für ein Kindergarten.🐷

          28
          • Hauke Jaacks sagt

            Wie sieht es mit dem Datenschutz aus bei den Tieren,man könnte da ja auch wieder schindluder betreiben .

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      • Thomas Bröcker sagt

        Ein extremes Beispiel für die Misstrauens(un)kultur ist die Feldüberwachung durch die Sentinel-Bilder. Ich habe gerade ein Schreiben erhalten, dass der Kontrolleur auf dem Überwachungsbild (Sentinel) einen Dauerkulturfeldblock als “Mähweide” identifiziert habe. Ich habe 5 Tage Zeit Stellung zu nehmen, ansonsten wird daraus ein Grünlandfeldblock.
        Ich war daraufhin beim zuständigen Landwirtschaftsamt … auf dem Luftbild waren eindeutig die Bäume zu erkennen, die dort seit 30 Jahren in Reih und Glied stehen.
        Die zuständige Mitarbeiterin sagte, der Kollege, der die Auswertungen gemacht habe, sei wieder versetzt worden. Da die Forderung aber nun einmal stehe, sollte ich doch bitte ein Geo-Referenz- basiertes Foto machen, ein Anschreiben dazu und es an sie schicken, damit sie das in der Akte abheften kann.
        Sie müsste sonst den Kontrolldienst schicken, der sei aber seit dieser “Luftüberwachung” hoffnungslos überfordert.
        Ich habe das verweigert und darum gebeten den Kontrolldienst zu schicken.
        Das ist eine derart abartige und überflüssige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, dass man in dem Moment vor Wut platzen könnte.
        Ich denke, ab einem bestimmten Punkt muss die Mitarbeit an solchem Müll kollektiv und konsequent verweigert werden.

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        • Heinrich sagt

          Thomas, genau das ist der Grund, der die Demos am Leben erhält. Nicht die zeitliche Streichung der Agrardiesel Rückvergütung (Faßüberlauf) sondern diese Vorgänge, nicht Einhaltlich in den verschiedenen Betriebsformen, aber immer Ähnlich in den Auswirkungen und Darstellungen und daher nicht einfach in ein paar Punkten für alle zu formulieren sind eigentlich der Grund das die Traktoren überall auftauchen.
          Wie aber bringt Man diese Nachricht unter die Leute?
          Vielfältig, Komplex, Verworren und schwer vermittelbar, das ist Landwirtschaft als Ganzes.

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      • Wolf Lützen sagt

        Die gute fachliche Praxis hat der Gemeinschaft aber verunreinigte Bäche und Seen, sowie ein erhebliches Nitratproblem beschert. Dazu hört man von Ihnen kein Wort.

        • Schmeckt gut sagt

          Ich sage es ungern, weil ich beim Schreiben Schipfwörter zu vermeiden suche. Es gibt kein Nitratproblem. Das ständige Wiederholen macht es nicht zur Wahrheit. Bullshit bleibt bullshit. Es fängt bei den Entnahmeorten an: Marode “Kontrollbrunnen”, die in Gerichtsurteilen auch so benannt werden, Entnahmeorte an Flüssen, die von vornherein höhere Werte liefern “müssen”, Meldung viel zu hoher Werte nach Brüssel, “Modellierung” von Zahlen, die mit der Wirklichkeit so garnichts zu tun haben… Und das wichtigste Argument: Wir Bauern sind nicht blöd und werfen teuren Dünger zum Fenster heraus. Wie gesagt bullshit bleibt bullshit

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          • Arnold Krämer sagt

            Fehlentwicklungen, die es gab, sind längst erkannt und korrigiert worden. Aber es ist so einfach, immer wieder die alten Vorwürfe „rauszuhauen“. Man will die positiven Entwicklungen der letzten Jahrzehnte einfach nicht wahrhaben und verschließt gleichzeitig Augen und Ohren vor den Fehlern, die in Politik und Verwaltungen nach wie vor gemacht werden. Aber mit den Landwirten kann man es ja machen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Man kann auch Probleme schaffen, in dem man einfach politische Grenzwerte vorgibt, die auch unter strengster Einhaltung aller Auflagen schlicht unmöglich einzuhalten sind.
              Dann spätestens stellt sich die Sinnfrage. Zwischenzeitlich hat man aber etliche Straftäter produziert und Schuld adressiert. Das Toilettenspülwasser hat jetzt geringe Nitratwerte, jippie, alles gut! Das Trinkwasser wird parallel in Flaschen auf LKW quer durch Europa gekarrt…..wenn es nicht so dämlich wäre, könnte man drüber lachen

              8
        • Thorens sagt

          “Dazu hört man von Ihnen kein Wort.”

          Das von Ihnen aufgeworfene Thema, Herr Lützen, wurde längst an anderen Orten im Blogg von allen Seiten durchleuchtet. Wer sich dazu informieren möchte, findet mit ein bisschen Suchen die wichtigsten Aspekte dazu.

          Doch von dem Thema war hier eigentlich gar nicht die Rede.

          Man könnte annehmen, dass es Herrn Lützen mit der zusammenhanglosen Wiederholung gängiger Klischees hier in erster Linie um Stimmungsmache geht, wenn man nicht von Stänkern sprechen will.

          Sorry – so kommt es bei mir an.

          6
  13. Thomas Bröcker sagt

    Super auf den Punkt gebracht. Danke. Die Diskussionen um Biodiversität beginnen gerade wieder aufzuploppen. Da (in die Diskussion) Ordnung und Struktur hereinzubringen wird zu den wichtigen Aufgaben der nächsten Zeit gehören. Die Lügen bezüglich der angeblichen Schäden im Umfeld des aktuellen modernen Pflanzenschutzes werden weiter befeuert werden. Schließlich hat Frau von der Leyen ja schon eine Überarbeitung der SUR angedroht.

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    • Bauer Willi sagt

      @Thomas Bröcker
      Eigentlich ist es ganz einfach: Wir müssen nur klar und deutlich zum Ausdruck bringen, dass wir Landwirte auf unserem Acker keine Biodiversität wollen. Und das seit Tausenden von Jahren.

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      • evo.... sagt

        Man kann ja auch mal sagen, dass trotz immer mehr Bio die Biodiversität gelitten hat. Also scheint Bio entweder die Ursache zu sein, oder es sind andere Faktoren entscheidender.

        Nach meinen Beobachtungen auf meinen Feldern komme ich zu dem Schluss, dass andere Faktoren entscheidender sind. Die Diskussion mit den Pestiziden lenkt nur von den eigentlichen Problemen ab. Das Pferd Bio gehört mal “erschossen”, um den Blick auf die eigentlichen Ursachen frei zu bekommen.

        Andere Ursachen wären für mich:

        Reifenabbrieb. Da hat ja die Professorin neulich -auf meine Nachfrage- angedeutet, dass er das Immunsystem der Insekten schädigt.

        Pflanzenzüchtung. Da denke ich haben wir die Pflanzenchemie unserer Nutzpflanzen soweit verändert, dass für alles Leben unbekömmlich sind.

        Verseuchter Niederschlag. Da denke z.B. an Stickstoff und sonstiger Chemie aus Auspuffen und Schloten.

        Neophyten. Ich habe ja neulich Udo Pollmers Tofu-Video verlinkt. Ich folgere jetzt einfach mal, dass wenn Tofu die Menschen dement macht, dann wird die Pflanze auch für die Biodiversität bedenklich sein. Ich meine wegen der Co-Evolution.

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      • evo.... sagt

        Zum Nitrat im Grundwasser ist noch was eingefallen:

        Ich denke Straßengräben müssten Nitratbomben sein. Hier liegen jede Menge Pferdeäpfel auf der Strasse, die bei Regen in den Straßengraben gespült werden. Der Reifenabrieb enthält auch N. Erde die von den Reifen abfällt wird in die Gräben gespült. In Deutschland sollen ja pro ha und Jahr 40….69 kg N vom “Himmel fallen” . Da könnte man mal die Summe N von den ha Strasse ermitteln.

        Und es wird nur noch gemulcht und somit hat man keinen Nährstoffentzug.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Wieso ist Nitrat beim Spülen der Fäkalien ein Problem? Das Thema ist genauso geframt wie Biodiversität etc.
          Ich sehe die Nitratdiskussion als alleinige Hilfestellung für die ökonomisch geleiteten Wasserversorger, deren Kosten für Leitungsbau und Förderung des Grundwassers auf einem Rücken abgeladen werden müssen.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Wir hatten hier in einem Verticiliium – Projekt bei Erdbeeren einen Mikrobiologen, der hat immer gesagt: “je biodiverser es auf dem Acker wird, desto schwieriger wird es, die Probleme mit Pflanzenkrankheiten in den Griff zu bekommen”.
        Wieder so eine Erkenntnis, die den medial verbreiteten Frames und den wissenschaftlichen Ansätzen (“gesündere” Systeme durch mehr Biodiversität) diametral entgegen steht.
        Das Problem ist, dass wir es mit einer Wissenschaft zu tun haben, die Glaubenssätze zu erklären versucht, statt ergebnisoffen zu arbeiten.

        “Wissenschaft, die schon deshalb keine sein kann, weil sie keinen Zweifel duldet, eine Wissenschaft die unmissverständlich deutlich macht: “Du sollst keine anderen Wissenschaftler haben neben mir !” … die zulässt, dass unreife Kinder und Jugendliche im Zustand höchster emotionaler Erregung auf die Straßen gehen, um aus den aufgeschnappten Bruchstücken ungesicherten Halbwissens heraus eine neue Gesellschaftsordnung zu erzwingen, in welcher Angst und Panik der Kitt sind, der die Menschen zusammenhalten soll ” (Egon Kreutzer aktuell)

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      • Maarten Sillekens sagt

        Das Hauptproblem ist, dass die Gesetzgebenden Biodiversität als Ziel sehen. Biodiversität sollen wir in meinen Augen aber als Werkzeug sehen und auch nutzen! Und auch Bauer Willi wird im Herzen sehr froh sein, dass es unterirdisch sehr viel nutzliche Biodiversität gibt, die für seine gute Acker- Erträge verantwortlich sind. Bauer Willi wird auch froh sein, das oberirdisch zum Beispiel Greifvögel und Fuchsen u.a. die Mäuse im Schach halten. Und es gibt immer mehr Kollegen, die mit Mischkulturen von gleichzeitig abreifenden Getreidearten mit passende Leguminosen, netto höhere Gewinne auf ihre Flächen erwirtschaften lassen. Also Biodiversität nicht aufdiktieren lassen, aber klug für uns arbeiten lassen!

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