Bauer Willi
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Wie europäisch ist Europa?

Ein Gastartikel von Thomas Apfel

Einheitlicher Pflanzenschutz in Europa ???

„Pflanzenschutz ist Phytomedizin und sichert das Überleben der Menschheit !“

Diesen Kernsatz haben wir versäumt zu kommunizieren !!!

Auffassungen wie in dem nachfolgenden Zitat aus dem Spiegel, werden seit Jahrzehnten als Dauerberieselung durch alle Medien über die geneigten Leser, Zuhörer und Zuschauer ergossen:

„Täglich müssen die Käufer zwischen zwei Übeln wählen. Sollen sie sich mit den Pestiziden des Bauern von nebenan vergiften und so eine Mitschuld an der verseuchten Natur tragen ?  Oder sollen sie den Bioapfel aus Übersee kaufen und so den Klimawandel beschleunigen ?“

(Bioäpfel vom Ende der Welt – eine Ökosauerei ? Spiegel 11.06.2007)

Insbesondere diese Dauerberieselung ohne Gegenargumentation von unserer Seite (Bauern, Verbände und Phytopathologen) hat dazu geführt, dass die Bauern als „Umweltvergifter“, „Bodenzerstörer“, „Bienenkiller“ und „Tierquäler“ dargestellt, und teils auch wahrgenommen werden. Die technische Ausbringung der Präparate, das „Spritzen“ ist medial zum Kampfbegriff gegen die Landwirtschaft aufgebaut worden. Dabei hat sich gerade beim Pflanzenschutz in Deutschland in den letzten 30 Jahren sehr viel verändert.

Ich möchte das Ganze an einem Beispiel aus der Praxis illustrieren:

„Wenn Obst aus anderen Ländern in deutsche Kisten „hüpft“

Im Herbst 2016, ich war gerade auf dem Feld bei der Pflaumenernte, bekam ich einen Anruf von unserer Absatzgenossenschaft: „Komm bitte sofort ins Büro und bringe deine Spritzaufzeichnungen für Pflaumen mit.“

Dort wurde ich dann mit dem Ergebnis einer Kontrolle bei einem Straßenhändler im Berliner Raum konfrontiert.:

Präparat Probe
mg/kg
Grenzwert
mg/kg
Dursban (Chlorpyrifos)
Anwendungsverbot
Insektizid0,020,20
Folicur (Tebuconazole)
Anwendungsverbot
Fungizid0,041,00
Mospilan (Acetamiprid)
in DE zugelassen
Fungizid0,020,03
Carbendazim
Anwendungsverbot
Fungizid0,040,50
Ordoval (Hexythiazox)
in DE zugelassen
Akarizid0,020,50
Kiron (Fenpyroximat )
in DE zugelassen
Akarizid0,020,30
Dimethoat (Bi 58)
Anwendungsverbot
Insektizid0,090,02

Von den nachgewiesenen Mitteln haben 4 in Deutschland Anwendungsverbot in Pflaumen. Bei Dimethoat (systemisches Breitbandinsektizid) war der Grenzwert 4 fach überschritten.

Wie kommt fremde Ware in meine Kisten?

In dieser Probe sind sowohl die Anzahl der nachgewiesenen Mittel (7!) extrem hoch. Zudem handelt es sich um relativ ungenau und schlecht wirkender Mittel. Die Überschreitung der Grenzwerte bei Dimethoat deutet auf einen Behandlungszeitpunkt zu nahe an der Ernte hin.

Der Händler hatte nachweislich auf dem Berliner Großmarkt 2 Kisten a´6 kg mit meinen Pflaumen gekauft. Auf Grund der QS-Kennzeichnung war ich als angeblicher Erzeuger der Ware in 2 Stunden benachrichtigt. Das zeugt erstmal davon, dass Rückverfolgbarkeit und Reaktion auf Vorfälle in Deutschland grundsätzlich gut funktionieren. Für mich persönlich war das Problem in meinem Betrieb angekommen und ich musste den Nachweis antreten, dass das nicht meine Ware ist.

Aus den Kofferräumen von PKW´s heraus und aus Kleintransportern wird den Händlern auf den Parkplätzen um den Berliner Großmarkt schon immer osteuropäische Ware billig angeboten. In deutschem Leergut, als deutsche Ware deklariert erzielt der Händler eine bessere Spanne. Das ist auf fast allen Wochenmärkten hier im Osten Gang und Gäbe.

Die Ware in den Kisten war sehr wahrscheinlich polnische Ware von Kleinerzeugern, denn alle nachgewiesenen Mittel sind in Polen und weiteren 11 EU Ländern in Pflaumen zugelassen.

Der Kollege hat nach den Richtlinien seines Landes (fast) nichts falsch gemacht. Als z.B. polnische Ware gekennzeichnet, wäre diese Ware in ganz Europa zum Handel zugelassen (soweit er die europäisch einheitlichen Rückstandshöchstmengen einhält). Als deutscher Erzeuger wäre ich mit solchen Rückständen für mindestens ein Jahr gesperrt worden.

An den verwendeten Mitteln selbst erkenne ich die Spritzfolge und die Fehler in derselben. Solche Spritzfolgen zeugen von mangelnder Beratung und es gibt sie in Deutschland seit 30 Jahren nicht mehr.

Der Kollege hat gegen Pflaumenwickler mit Breitbandmittel gespritzt (Dursban), und das scheinbar zum falschen Termin. Mit dieser Maßnahme hat er sich alle Raubmilben „weggeschossen“ und musste deshalb 2 mal gegen Spinnmilben spritzen (Akarizide). Als die Pflaumen reif wurden, hat er wahrscheinlich festgestellt, dass doch kleine Maden drin sind und noch schnell mit Dimethoat versucht das Problem zu lösen. Er hat dann wahrscheinlich auch noch innerhalb der Karenzzeit geerntet.

Da wir noch in bei der Ernte genau dieser Pflaumen waren (Elena), Ware im Lager der Genossenschaft stand und die Bäume von denen geerntet wurde ja nicht weglaufen können, wurden mehrere amtliche Gegenproben gezogen (Blätter und Früchte). Es wurde als einziger Rückstand Boscalid (Signum), ein Fungizid gegen Fruchtfäule, an der Nachweisgrenze (0,01 mg/kg) gefunden. Gerade bei Pflaumen der späten Reifegruppe ist es bei guter Beratung möglich annähernd rückstandsfrei zu produzieren.

Auf deutscher Ware werden kaum noch Rückstände gefunden. Die Bauern arbeiten mit Nützlings-schonenden, bienenungefährlichen Präparaten, die keiner Giftklasse angehören.  In der Vergangenheit war die Bienen-Ungefährlichkeit der Mittel und die Minimierung der Rückstände Hauptgegenstand der Pflanzenschutzberatung.  Die Betriebe werden seit 30 Jahren darin geschult, Schadschwellen und Gegenspieler zu erkennen und dementsprechend zu behandeln oder auch nicht. Das wurde sehr erfolgreich umgesetzt.

Das wird in vielen anderen europäischen und außereuropäischen Ländern anders praktiziert. Der Umstand, dass die Menschen dort genauso lange leben wie wir und keine Fälle von Vergiftungen bekannt sind, zeugt davon, dass Risikobewertungen sehr unterschiedlich gehandhabt werden können, und vor allem davon, dass Pflanzenschutzmittel neben Medikamenten zu den bestuntersuchten Stoffen gehören.

„In der derzeitigen Diskussion über eine „Agrarwende“ wird vollkommen ausgeblendet, dass nach 10.000 Jahren Subsistenzwirtschaft eine „Agrarwende“ ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Entwicklung unserer modernen Gesellschaft überhaupt erst möglich gemacht hat. Die Archaische Landwirtschaft hatte schon zu diesem Zeitpunkt die Grenzen ihrer Ertragsfähigkeit und Bodenfruchtbarkeit erreicht. Die heutigen überzogenen Forderungen nach Biodiversität in den Produktionsflächen setzen das Grundprinzip der erreichten Produktivität, nämlich die erfolgreiche Kontrolle der Biodiversität zu Gunsten der Nutzpflanzen auf den reinen Ackerflächen außer Kraft.

Besonders kritisch ist hierbei die Diskreditierung des modernen Pflanzenschutzes zu sehen. Es hat sich ein Teufelskreis der Meinungsbildung etabliert, der in weitgehender Unkenntnis der Tatsachen und Zusammenhänge dem Sägen an dem Ast auf dem wir sitzen Vorschub leistet.

„Es geht in diesem Zusammenhang um eine wesentliche Grundlage unserer heutigen Zivilisation und zugleich um ein Grundrecht, das auf gesicherte Ernährung. Allein die Wiedererlangung der Fähigkeit einer sachgemäßen Bewertung von Nutzen und Risiko kann eine Gesellschaft zukunftsfähig machen.“

(sinngemäß aus Prof. Andreas von Tiedemann Göttingen „Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten“ Vortrag 11/2015))

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118 Kommentare

  1. Ottmar Welker sagt

    Selbst die Schweizer COOP Genossenschaft verspricht nun Thailand ihre Bioware ohne Rückstände in Zukunft abzunehmen. Mit Recht haben manche in der Schweiz ein schlechtes Gewissen.
    Niemals sollte jemand nicht verwenden wenn es die Zukunft betrifft und der Teufel ist manchmal ein Eichhörnchen.

    0
  2. Thomas Apfel sagt

    Ottmar Welker
    Es ist richtig, dass nach wie vor Rückstände gefunden werden. Das hängt mit den immer genauer werdenden Analysemethoden zusammen. Demnächst werden unter den Slogan´s „Enkeltaugliche Landwirtschaft“ und „Ackergifte – Nein Danke“ Untersuchungen zum sogenannten Grundrausche an Wirkstoffen in Umwelt und Atmosphäre aufploppen.
    BioCompany hat über eine Aktion vieler Bio-Lebensmittelproduzenten 25 Cent je gekaufter Packungseinheit in ein Projekt gegeben über welches rund 170 Filter über ganz Deutschland verteilt werden. Diese Filter saugen in definierten Zeiträumen Luft an, die über sogenannte Windeln (Mattenfilter) in der Atmoshäre befindliche Stoffe sammeln.
    Aufploppen wird das Ganze zur nächsten „Wir haben es satt“ und zur „Grünen Woche“.
    Aktivisten dieser Aktion sind einerseits Johannes Heimrath und andererseits die Bio-Verbände und PAN Deutschland (Pestzid Aktion Network). Alle anderen werden sich ankoppeln. Johannes Heimrath ist durch den Streit um das Rapsherbizid Clomazone bekannt geworden. Seine Heimstatt ist die Esotheriker Kommune Klein Jasedow im Lassaner Winkel in Vorpommern. Die 2018 durch ihn gegründete „Europäische Akademie der heilenden Künste“ hat dort ihren Sitz. Diese Leute beschäftigen sich u.a. mit Geomantik und sind Anhänger der Homöopathie. Für Homöopathie-Gläubige ist sicher jedes gefundenen Molekül von „Störstoffen“ ein Problem. Auf alle Fälle werden wir zum Thema Grundrauschen eine Antwort finden müssen. Für die BIO-Branche steht nämlich die „Reinheit“ ihrer Produkte auf dem Spiel und entsprechend hart wird die Auseinandersetzung werden.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Das ist doch wie mit dem Artenschutz und der Biodiversität……das wird ein nie endendes nicht zuzuordnendes multifaktorielles Problem, dass allein der Landwirtschaft zugeschoben werden wird und zwar dauerhaft.

      1+
    • Ottmar Welker sagt

      Die Biomembranen beschäftigten mich schon früher sehr am Frauenhofer Institut für Grenzflächen in Stuttgart. Verwende ich jetzt auch bald, um den Schischaproduzenten im Industriegebiet Dreifelderstraße seine Geruchsbelästigung beim Abdampfen von flüssigem Pflanzenglyzerin im Freien nachzuweisen. Wo gibt es das so billig? Leintücher aufzuhängen sind mir zu schade dafür.
      Diverse Farbstoffe kommen aus Norddeutschland geliefert sowie Pakete aus Fernost. Die Gewerbeaufsicht ist schon zwei Jahre erfolglos. Einmal angemeldet und nach einer Woche schon kann einer damit anfangen vorher Gebäude gekauft , Bewohnerin gekündigt, umgebaut, Porsche für das Prestige zugelegt.
      Behauptet in der Werbung und bei der Behörden Anmeldung Tabak sei darin. Pustekuchen, Konzentrate passen in die kleinen Pakete gerade mal. Glyzerin ist aber viel und mächtig aus Kreis Böblingen, arabisch beschriftet notwendig.

      Das Frauenhofer Institut für Produktautomation in der Nobelstraße mit Reinraumzentrum bot mir auch Gelegenheit Staubpartikel mit dem Zählgerät zu messen und Radioaktivität; aber PSM Abtrift in der Luft ist doch noch einfacher?

      Der Abteilungsleiter hieß so ähnlich wie „Dreck“ aus meiner Heimatstadt. Genaueres steht in den Stuttgarter Zeitungen.
      Er hatte mir am Stammtisch als er Anfänger bei seinem Studium des Maschinenbaus in Stuttgart war, erzählt, dass er damit richtig reich werden könne. Er war naiv und anscheinend harmlos und als er bei der Geburtstagsfeier des damals höchst bezahlen deutschen Ingenieurs seine Umwelt mit der Vorführung eines „Narrengerichtsspektakels“ nerven wollte, fuhr einer resolut mit der Stechkarre vor , lud den spratchlos gewordenen( von Jugend auf hinkend wie mein fieser Chemielehrer) auf und mit dem Ruf „der Dreck muss weg“ verschwand er aus dem Blickfeld.
      Die Lithiumabbauverträge seiner Firma wurden vom Bolivischen Präsidenten Morales jetzt gekündigt und der Thüringische SPD Wirtschaftsminister W. Tiefensee (Harz IV Gesetz passend Macher durch falsche Behauptung auf angeblich existierende Statistik stromverschwendender Arbeitsloser).
      Das Zweigeschäft in Thüringen samt Repräsentant vor Ort und beiden Wolfgangs aus Zimmern ob RW und Minister T. sind nun ohne Bombengeschäftsgrundlage. Perdü.
      Wahlverlierer, Verlierer beim Urteil des Gerichtes gegen Strafmaßnahmen bis zur Existenzvernichtung durch Entzug der Leistungen beim Harz IV Urteil).
      Steht heute wie damals in der FAZ.
      Nur manchmal trifft es die Richtigen!
      Sagt BK Angela Dorotea Merkel beim Drama um die Lebensleistungsrente, dass die Auswüchse von statistisch vernachlässigbaren 1 % gering wären. Wo gibt es eine Statistik von etwas, das es noch gar nicht gibt? Aufgewachsen im nicht real existierenden Traumland und nun fragte L. ?
      „Fasanen seien für ihn ein Ungeziefer“ sagte mir ein Lanwirtschaftlicher Techniker auf dem Versuchsbetrieb Eckartsweier in Baden der Uni HH.
      Auch 1973 wurde in Deutschland Mais noch mit Quecksilber gebeitzt, so dass er das nicht mehr mochte. Dann brauchen andere das „nutzlose“ Getier auch nicht, weil es giftig ist. Zynisch aber wahr in der radikalen Konsequenz.
      In Schweden war das damals schon verboten.

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  3. Thomas Apfel sagt

    Ich habe gerade von Beispielen gelesen, wie mit hohem Aufwand in der Ägyptischen und Libyschen Wüste Landwirtschaft aufgebaut wird („Flur und Furche“ Herbst 2019). Basis ist der Nubische Sandstein Aquifer, ein tertiäres Grundwasserreservoir (das größte der Welt,-nicht erneuerbar), das schon von Ghadafi für die Wasserversorgung Libyens genutzt wurde. Wegen des hohen Aufwandes für die Erschließung (es muß bis 1.000 m tief gebohrt werden) wird vorrangig Bio-Ware (Kräuter, Gemüse, Kartoffeln) hauptsächlich für den Europäischen Markt produziert. Die Basis ist oft Kompost aus Reststoffen und Pflanzenmasse aus dem Niltal. Bio geht in der Wüste recht gut, weil kaum schädliche Insekten, Unkrautsamen und Pilzkrankheiten da sind.
    Auf der anderen Seite muß Ägypten 60 % seines Weizenbedarfs importieren und subventioniert insbesondere Mehl und Brot um Revolten wie 2011 zu verhindern. Die Bevölkerung in Ägypten ist in den letzten 50 Jahren von 25 auf 95 mio. Menschen angewachsen. Hier potenzieren sich Probleme der Landwirtschaft ganz anders als bei uns.
    Eigentlich wäre es ja ein sinnvoller Weg, den reichen Europäern das teuer produzierte Bio-Zeugs zu verkaufen und dafür preiswertes Getreide aus Gunstgebieten zu importieren. Da auf Grund des hohen Investitionsaufwandes aber nur kapitalstarke teils ausländische Unternehmen die Wüstenlandwirtschaft aufbauen verschwindet natürlich auch das dort verdiente Geld dorthin. Nur mal so als Beispiel, wie wenig Nationalstaaten die Wirtschaftskreisläufe überhaupt beeinflussen können wenn sie vom Kapitalfluss entkoppelt sind.
    Das ist bei uns nicht so viel anders, und deshalb kann man viel darüber diskutieren und Philosophieren, was ein anderes Wirtschaftssystem vielleicht könnte oder nicht kann.
    Für mich als Landwirt sind politisches und Wirtschaftliches Umfeld von Globalisierung bestimmt und ich kann sie kaum beeinflussen. Daher muß ich sehen, wie ich innerhalb der Gegebenheiten klarkomme und dazu gehört ganz praktisch und unmittelbar, dass in Gunstgebieten auch mehr Pflanzenschutz nötig ist, weil die Insekten und die die von Insekten leben da sind wo ihr pflanzliches Futter wächst und eben nicht in der libyschen Wüste.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      1) Kann man die energieaufwändige Erschließung fossilen Wassers ökologisch und nachhaltig nennen? Vor allem, wenn es statt als Trinkwasser zur Bewässerung unter extrem ariden Verhältnissen verwendet wird?
      2) Ist Getreide, das mit Subventionen produziert wird, tatsächlich billig, vor allem, wenn es in Zeiten des Klimawandels tausende km transportiert werden muss?
      3) Wie sinnvoll ist es, der gesellschaftlich erwünschten Biolandwirtschaft in Europa, die ohnehin unter Absatzproblemen leidet, zusätzlich Konkurrenz zu machen?

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    • Berthold Lauer sagt

      Auch ich habe diesen Artikel gelesen und versuche immer noch zu verstehen wie man dies als nachhaltig bezeichnen kann insbesondere im Bezug auf die Nutzung dieses Wasservorkommens! Und die Produkte liegen dann als Demeter – Ware in unseren Regalen und machen den hiesigen Erzeugen Konkurrenz! Ich glaube auch nicht, dass der Beweggrund für Bio und Export so sehr viel mit dem Fehlen von Schädlingen oder Krankheiten zuhat sondern vielmehr mit den hohen Kosten der Produktion, die nur in einem Hochpreismarkt wie für Demeterware wieder zu erwirtschaften sind.

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      • Thomas Apfel sagt

        Mit dem nutzbaren Anteil dieses Grundwasserspeichers könnte man die Fläche der Bundesrepublik 50 m hoch unter Wasser setzen. Ein deutlich kleinerer Tertiärer Grundwasserspeicher ist (oder war) der Dakota Stream. Der ist inzwischen für Beregnung Landwirtschaftlicher Kulturen aufgebraucht. Wer kann mit welchem Recht Afrika verbieten dieses Wasser zu nutzen? Kritischer sehe ich den Entzug von organischem Material aus dem Niltal, für Ägypten insgesamt eher ein nachteiliges Projekt. Für die Betreiber ist bei den Haupterzeugnissen nur der Europäische Markt interessant, Grundnahrungsmittel für den einheimischen Markt lassen sich so ganz sicher nicht produzieren. Wäre es allerdings ein Staatsprojekt (wie zum Beispiel von Libyens Ghadafi geplant) könnte das Geld über Importe wenigstens der einheimischen Bevölkerung zu Gute kommen.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Es geht nicht darum, den Ägyptern etwas zu erlauben oder zu verbieten. Aber man darf darüber diskutieren, ob man die Produkte hierher importieren soll oder nicht.

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  4. Bauer Willi sagt

    Ich habe eben erfahren, dass es ein Problem mit dem Aufrufen der Seite gibt. Wenn man über Google geht, ist alles normal, es wird auch der aktuelle Artikel mit allen Kommentaren angezeigt. Wer eine andere Einstellung für den Schnellaufruf hat, könnte ein Problem haben.
    Da ich eine Firma mit der technischen Betreuung beauftragt habe, weiß ich nicht, ob das Problem heute noch gelöst wird.

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  5. Sabine Norbisrath sagt

    Da hast Du das Problem der Verbraucher: Wir müssen uns darauf verlassen, was auf der Packung steht, dass ist oft nicht viel und sehr oft nicht wahr.
    Ich hab schon alles an „gefälschten“ Lebensmitteln gesehen, Chinatrüffel, gepanschte Ente, geschummeltes Öl…. so ziemlich alles war mal in den Schlagzeilen, von falschem persischen Kaviar bis zum Pferd in der Fertig-Lasagne. Egal, ob billig oder sau-teuer überall wird gestreckt, gefärbt, umetikettiert.
    Viele Verbraucher wissen, dass sie fast bei jedem Einkauf bei irgendeinem Artikel nicht das bekommen, was sie wollten.
    Kann man dem Käufer dann wirklich verübeln, dass er das billigste kauft und dann wegschmeißt, was nicht seinen Erwartungen entspricht?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Man kann dem Verbraucher nie vorwerfen, dass er das günstigste Produkt kauft,
      Ich glaube auch, dass wir uns hier und in allen anderen Foren nur im Kreise einer Blase bewegen und sich nichts ändern wird, weil das System einfach vorgibt, wie Kauf und Herstellung miteinander verzahnt sind. So lange unsere Form des Denkens und Handelns auf unserem Wertesystem mit seinen Instrumenten beruht, wird sich nichts ändern. Die Landwirtschaft ist eingebunden in dieses System, passt dort aber nicht hinein, weil die Skalierung von Produkten und dessen monetären Wert nur Schäden verursacht. Sie wird aber hineingezogen und nun wird an ihr eigentlich deutlich, was im System falsch läuft. Die Landwirtschaft steht als Sinnbild eines Systemfehlers, den sie aber nicht ursächlich hervorgebracht hat und auch nicht lösen kann. Man macht sie zum Sündenbock, ohne es wirklich zu bemerken.

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      • Karl Timme sagt

        Herr Reinhard Seevers der Systemfehler besteht darin, das 60-80 % der Nahrungsmittel, je nach Produkt über die Discounter und Supermärkte vermarktet wird. Die Nahrungsmittel sind aber „genormt“ als Beispiel Deutsche Markenbutter: Ob die Umverpackung blau ist, eine rote Ecke hat, oder ob Weidemilch darauf steht, sie ist austauschbar und dennoch erhält der Verbraucher eine gesetzlich zugesicherte Qualität. Das versetzt den LEH natürlich in eine Komfortable Situation, er kann die Hersteller problemlos austauschen, ja Preislich unter druck setzen, den die anfallenden Mengen lassen sich nicht kurzfristig umlenken oder langfristig lagern.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Sie müssen einen Schritt zurücktreten, um das ganze Bild zu sehen…..das System ist die Form unseres Wirtschaftens und der Kapitalismus in seinen Auswüchsen. Hinzu kommt die Globalisierung und die Geschwindigkeit aller, die sich in dem System bewegen…..das was Sie anmerken ist nur die Folge des ganzen.

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          • Karl Timme sagt

            Herr Seevers ich trete etwas zurück, der erweiterte Blick zeigt mir das wir offensichtlich das System aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Sie aus der Politischen und ich aus der Marktwirschaftlichen. Komunissmus vers. Kapitalismus – Planwirtschaft vers. Marktwirtschaft nach Adam Smith. Diese Reinformen finden sich so aber Global nirgendwo. Durch Gesetze und Ordnungsrecht gibt es nur Mischformen in die eine oder andere Richtung. Wir bewegen uns gerade in Richtung Planwirtschaft, aus Ihrer Perspektive Richtung Komunissmus.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Nein, da verstehen wir uns miss….ich betrachte lediglich das „System“ unserer westlichen Wertegesellschaft. Ich sehe nur die Ursache und keinen Lösungsweg. Es gibt innerhalb dieses „Systems“ keinen „Schuldigen“ als das System an sich. Ob und wie sich ein anderes etablieren wird, das wird die Zeit zeigen. Wir sind jedenfalls auf dem Weg dahin, es in Frage zu stellen.Deshalb ist ja auch die ganze Welt in Unruhe.
              Weder die reine Lehre des einen wie des anderen Systems sind eine Lösung. Es muss und wird einen neuen Weg geben müssen. Innerhalb dieses Spannungsfeldes ist die hiesige Landwirtschaft als erstes in den Blick geraten und an ihr wird sich schon mal versucht, die Welt neu zu denken. Alle anderen dürfen derweil noch weiter der Ressourcenverschwendung und der CO2 – Emission frönen.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Es gibt sehr wohl Schuldge: Die Politik hat dem Geld in den 90er Jahren die Fesseln abgenommen und es zum Selbstzweck gemacht. Das war unnötig, denn ohne die Legitimierung der Spekulation ist es uns besser gegangen. Das hat nur einer kleinen Oberschicht gedient.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Das ist für den Klimawandel und die Ressourcenverschwendung nicht relevant. Jeder einzelne der sich am Konsum beteiligt und unsinnige Dinge verbraucht, oder aus Spaß Ressourcen verschwendet ist „schuldig“. Es ist unsere Art und Weise zu leben, nichts anderes.
                  Ein Kind aus der Savanne ist nicht das Problem, erst wenn sich alle am Anlieger der Kreuzfahrtschiffe treffen, wirds problematisch.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Sie haben schon recht, dass jeder Einzelne Verantwortung trägt. Aber wenn es legal ist, Aktien des LEH im Sekundentakt vom einen zum anderen zu verschieben, dann kann ein Einkäufer nicht anders als auf die Bauern Preisdruck auszuüben und sich mit allerlei sonstigen faulen Tricks Vorteile zu verschaffen, denn sonst ist er Einkäufer gewesen. Wenn es in einem Dorf zwei oder drei Tante Emma-Läden gibt, deren Besitzer und deren Machenschaften man kennt, dann haben auch faire Methoden eine Chance. In den 1980ern ging es durchaus in diese Richtung. Wenn aber die Tante Emma-Läden von den Supermärkten weggeblasen werden mit schienbar vertrauenswürdigen Lockangeboten, dann können die Großen hernach Schindluder treiben. Und wegen der undurchschaubaren Strukturen hat der Kunde nicht mehr genug Vertrauen, dort das Teure einzukaufen.

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                • Paulus sagt

                  Elisabeth Ertl, sie sollten sich weiterhin mit ihren 100 Kräutern, den Schafen und dem noch nicht angekommenen Wolf beschäftigen. Die Sache mit diesen klitzekleinen H2-Molekülen sollten sie auch lieber den Experten überlassen, so ganz nebenbei.
                  Was denken sie denn aus welchen nicht kapitalistischen Quellen sie ihre Pension beziehen? Glauben sie im ernst ihre Pensionskasse hätte die Rücklagen auf einem Konto zu 0% Zinsen bei der Sparkasse liegen? Genau sie sind doch Nutznießerin der Möglichkeiten, die das legitime Handeln kapitalistischer Spekulation ermöglicht.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Paulus, das Wasserstoffproblem haben tatsächlich die Experten:

                  „Durch seine geringe Molekülgröße diffundiert Wasserstoff relativ gut durch eine Vielzahl von Materialien, sodass viele Materialien für die Tankhülle ungeeignet sind. Durch hohe Temperaturen und hohen Innendruck wird der Diffusionsprozess verstärkt. Durch Wasserstoffversprödung werden metallische Tankhüllen zusätzlich belastet. Bei Hüllen aus Kunststoff tritt dieser Effekt nicht auf.
                  Bei der kryogenen Wasserstoffverflüssigung kommt es durch unvermeidbare thermische Isolationsverluste zum Verdampfen/Ausgasen. Damit der Druck in den Behältern nicht zu hoch steigt, wird das Wasserstoffgas mittels eines Überdruckventils abgelassen. Kann dieses entstehende Wasserstoffgas nicht genutzt werden, entstehen erhebliche Verluste. Beispielsweise leert sich der halbvolle Flüssigwasserstofftank des BMW Hydrogen7 bei Nichtbenutzung in 9 Tagen.“
                  https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffspeicherung#Problemstellung

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Und dass die Pension von der Spekulation kommt und nicht von den arbeitenden Menschen, ist ungefähr so wahr, wie dass man Geld essen kann.

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    • Karl Timme sagt

      Sabine Norbisrath viele Verbraucher wissen….., woher wissen das die Verbraucher, doch nur wenn die Konvi-LW durchs Dorfgetrieben werden, wie beim Lasagne-Skandal, war nicht gesundheitsgefährdent im gegensatz zum Sprotten-Skandal aus dem Ökobereich. Es findet keine Aufklärung statt, es wird Manipuliert. Geschäftsmodell einiger Gruppen.

      2+
      • Sabine Norbisrath sagt

        Die Sprotten? Ich nehme mal an die Sprossen und Ehec sind gemeint.
        Egal, mir geht es da auch gar nicht um konvi vs. bio.
        Und es muss auch nicht immer Massenware sein, obwohl kaum eine Woche vergeht ohne einen Rückruf bei einem Supermarkt. Die hängen brav im Eingangsbereich, da weiß man dann, dass da was nicht richtig sein kann, oder?
        Aber gehen wir mal weg, von den Discountern.
        Gehen wir mal in den richtig hochpreisigen Bereich, z.B. Gewürze und da der Safran.
        Fragt man nach Safran bekommt man Gewürze für 5 bis über 50 Euro pro Gramm angeboten. Bei dem für 5 Euro handelt es sich meist nicht um die Staubblättchen von Crocus Sativa (Safran-Krokus), sondern um die getrockneten Blüten der Färberdistel, Gelbwurz manchmal auch der Ringelblume, die gemahlen wurden. Bei guten Fälschungen hat man vllt. sogar etwas echten Safran zugesetzt.
        Also erstmal Hände weg von gemahlenem Safran.
        Blöd nur, dass der hohe Preis auch recht aufwendige Fälschungen der Safranfäden lukrativ macht und, selbst wenn es echter Safran ist, ist es noch lange nicht immer guter Safran. Denn die Fädchen sind empfindlich und selbst minimale Fehler bei der Verarbeitung und Lagerung lassen den Wert schnell schwinden… wenn man ehrlich bleibt.
        Aber warum nicht schummeln, wenn kaum ein Kunde genau weiß worauf er achten muss und er erst bei Verwendung seinen Irrtum erkennen kann?
        Wenn er ihn überhaupt erkennt. Und Schaden? Ist noch niemand gestorben, weil er zu viel Färberdistel im Kuchen hatte, oder? Die Strafen, wenn man erwischt wird… naja, eher mäßig.
        Safran ist nicht das einzige Beispiel, dass beim Lebensmittelpfusch unglaublich verdient werden kann und der inzwischen oft lukrativer ist als Drogenhandel.
        Und nein, keine Iso und keine Lebensmittelaufsicht schafft es bisher diesen Pfusch zu beseitigen.

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    • Paulus sagt

      Sabine Nobisrath, es liegt z.T. schon an den Verbrauchern selbst. Trüffel aus dem Périgord oder der Dordogne unterscheiden sich nicht nur vom Preis her von China-Trüffeln. Ein schönes Beispiel ist auch dieses Crevettenzeugs. Die kannst du einzeln mit der Schieblehre nachmessen, kommt einschl. der Färbung alles aus der gleichen Matschpresse. Bei dem verpackten Dreck findet sich ja noch ein kleinstgedruckter dezenter Hinweis, nicht so bei den Verkaufsbuden die oft vor den SB-Märkten stehen.
      Interessant finde immer die Wochenprospekte von Aldi und Co. Versuch mal bei denen ein Fleisch- oder Fischprodukt zu kaufen, das nicht schon mariniert oder mit sonst einem Pseudo-Mehrwert versehen wurde. Italienische Olivenöle mutieren nach diversen Schritten und Verschnitten von Lampatölen zu hochpreisigen Ölen erster Qualität. Man muss sie nur in 250 ml Fläschchen abfüllen und mit dem richtigen Etikett versehen. Ähnlich war es mit den in der Gastronomie inflationär angebotenen Hirschkalbrückensteaks usw. Gerade gibt es argentinische Hasenkeule; zu dem Preis kann man Hasen nur halten wie Wiesenhof seine Hähnchen.

      Das scheint mir auch eine Ursache für das Dilemma der Gastronomie zu sein. Statt 18,50 € für ein Zigeunerschnitzel mit Sauce aus dem Eimer von der Metro, kann ich mir etwas ungleich Besseres und Höherwertigeres leisten.
      Statt ein wenig vom Diesem an einem Hauch von jenem mit einer Zutat von was weiß ich anzubieten, hätten sie mal besser einen strammen Max oder Reibekuchen u.Ä. gemacht. Dass es funktioniert sieht man an einem Lokal, ausgerechnet im feinen Köln-Lindenthal. Die Bude ist allabendlich brechend voll.

      Es scheint mir tatsächlich der unkritische Verbraucher zu sein, der außerstande ist
      Qualitätsunterschiede festzustellen. Unsere Mitmenschen, die aus welchen Gründen auch immer in prekären Verhältnissen leben, nehme ich selbstverständlich aus.

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      • Sabine Norbisrath sagt

        Ich kann nicht mit einem Chemiekasten und Mikroskop unterm Arm einkaufen gehen. Ich muss mich bei vielen Produkten auf die Hersteller- und Händler-Infos verlassen können.
        Dem Betrogenen vorzuwerfen, dass er zu dämlich ist, finde ich problematisch. Man stelle sich das mal in anderen Bereichen vor, wo schon der Versuch einer Täuschung strafbar ist.
        Sicher hilft der gesunde Menschenverstand weiter. Wenn die Wurst im Supermarkt billiger ist als das Katzenfutter zwei Regale weiter, kann man davon ausgehen, dass da nicht die höchste Qualität verarbeitet wurde. Dennoch oft wird auch gut und hochpreisig gefälscht und geschummelt und oft ist das noch nicht mal verboten.
        Zudem, woher soll man wissen, was Qualität ist, wenn man von der Kita und der Schule oft Essen vorgesetzt bekommt, von dem sogar einer Hyäne schlecht werden würde?

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    • firedragon sagt

      Es wäre wünschenswert, stünde auf den Etiketten woher das verarbeitete Produkt tatsächlich stammt.
      Ein Beispiel Speiseöl, auf den ersten Blick konnte ich eines erkennen, auf dessen Etikett eindeutig sichtbar „Raps aus Deutschland“ stand. Bei anderen nach ausführlicher Betrachtung nicht ersichtlich.

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    • Thomas Apfel sagt

      Guten Morgen Frau Ertl,
      der Autovervollständiger in der Kopfzeile auf dem Display funktioniert irgendwie nicht. Wenn ich über den gehe bekomme ich im Moment weder den neuen Beitrag, noch neue Kommentare angezeigt.
      Über Google und die Hauptseite Bauer Willi funktionierts.

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      • brötchen sagt

        Auf Android Geräten geht bei mir überhaupt nichts, trotz Cache löschen und anderem neu installiertem Browser.

        Direkt im neuesten Beitrag wird mir kein Kommentar angezeigt.

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  6. Peter sagt

    Wir haben hier sicher wieder einen guten fachlichen (Gast-) Artikel. Viele interessante Reaktionen …und vor allem der selbst erklärte Nicht-Experte versucht sich wieder ellenlang an Fachvokabeln.

    Mich stimmt aber folgendes sehr nachdenklich:

    „Der Händler hatte nachweislich auf dem Berliner Großmarkt 2 Kisten a´6 kg mit meinen Pflaumen gekauft. Auf Grund der QS-Kennzeichnung war ich als angeblicher Erzeuger der Ware in 2 Stunden benachrichtigt. Das zeugt erstmal davon, dass Rückverfolgbarkeit und Reaktion auf Vorfälle in Deutschland grundsätzlich gut funktionieren. „

    Das zeigt sehr deutlich, dass die Rückverfolgbarkeit landwirtschaftlicher Produkte eben nicht funktionieren, sondern nur die Rückverfolgbarkeit der Verpackung. Warum soll also jemand auf einen Wochenmarkt gehen, höhere Preise für ganz tolle frische Ware bezahlen, wo Händler vom Großhändler Produkte anbieten, die irgendwie immer zu manipulieren sind? Schade eigentlich!
    Da bin ich ganz bei @fingerphilosoph aus dem vorletzten Beitrag: „Ich kaufe also weiter im Supermarkt, solange es ihn noch gibt.“

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    • Obstbäuerin sagt

      Das stimmt leider Peter, die Ware kann jederzeit ausgetauscht werden. Aber wie will man das lösen? Mit Plastefolie verschweißen ist nicht mehr angesagt und auch zu teuer.

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  7. Friedrich sagt

    Hier in Deutschland will man den Bauern schaden, während in den anderen Ländern überhaupt wenig Infrastruktur für Staatskontrolle vorhanden ist. In Spanien z.B. wächst die Schweineproduktion rasant . Kontrollen , Umwelt, usw. sind dort eher unbekannt. Von dortigen Schweineleuten hört man , daß die EU-Gesetze in Deutschland dort das Spanische Ministerium noch nicht verlassen haben.Leider ist das so fast überall in der EU. In Deutschland versucht man Ideologie mit Ordnungsrecht durch zu setzen. Diesem Wahnsinn muß mit weiteren Demos ein Ende bereitet werden. Vielleicht gesellen sich auch die Autobauer, Energieproduzenten und alle, die , die Umweltleute vernichten wollen dazu. Das käme dann schon einem Generalstreik nahe. – Wer die Landwirtschaft in die 1950er Jahre zurückversetzen will , muß wissen , daß er damit Millionen Hungertote auf der Erde in Kauf nimmt. Die Rechnung ist ganz einfach. Heute brauchen wir für jeden Menschen rd. 1500 m2 Land . Mit Bio wären es rd. 3000 m2. Nur mit mehr Intensivierung,Wissen und technisch-biologischen Fortschritt läßt sich die Weltbevölkerung weiterhin ernähren. Es sei denn , daß einige Leute den menschl. Genozid wollen ? Diese Leute gibt es vereinzelt und die sind im linksgrünen Ökodiktaturbereich zu finden. Auch haben diese Leute die Schülerdemos unterwandert.
    Empfehle mal das Buch von Dr. M.Krall „Der Weg aus der Knechtschaft“.

    2+
  8. Thomas Apfel sagt

    Hallo Herr Suhr,
    Die Mittel, die Sie auflisten kommen aus einem alten Ansatz der beabsichtigten Wirkung von Pflanzenschutzmitteln. Insbesondere die Missernten und Schädlingsinvasionen der Nachkriegszeit führten dazu, dass wichtigstes Kriterium die Langzeitwirkung war, um erst einmal über sichere Mengenerzeugung die Menschen ernähren zu können.
    Die Persistenz von DDT und Lindan war beabsichtigt und ist nicht „übersehen worden“.
    Als man später feststellte, dass sich diese Mittel selbst im Fett von Arktischen Robben und Fischen anreicherte, hat man sie vom Markt genommen. Tatsächlich nachweislich zu Schaden gekommen ist durch den Verzehr mit diesen Mitteln behandelter Lebensmittel Niemand. Es ist im Grunde genommen ähnlich wie mit Contergan im Pharmabereich: Das Verbot der Anwendung von DDT gegen Malaria übertragende Mücken hat wahrscheinlich tatsächlich eine Million Menschenleben gekostet, halt nur nicht bei uns.
    Contergan mit seinen schlimmen Mißbildungen der Kinder im Mutterleib ist andererseits das so ziemlich einzige wirksame Mittel gegen Lepra und hat über das Gesamtverbot in dem Bereich Lepra viele Menschenleben gekostet oder Menschenleben verkürzt. Halt nur auch wieder nicht bei uns. Ich will damit keinesfalls für die Wiederkehr dieser Mittel plädieren, aber darauf hinweisen, dass Nutzen und Risikoabwägungen sachbezogen vorgenommen werden müssen. Bislang hat technisch technologische Weiterentwicklung die Probleme des Anwachsens der menschlichen Population gelöst. Und ich denke, dass das vorerst auch so bleiben wird.

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  9. Naja, Vertrauen ist weg und die Erzeuger sind nicht sehr gut darin, den Verbrauchern das Verrauen wiederzugeben. Auch der Bauernverband – siehe Facebookseite vom Bauernverband Schleswig-Holstein – spart nicht mit Kritik an Verbrauchern und einseitiger Betrachtungsweise.

    Lieber wird denen vorgeworfen, sie würden nur zum Billigsten greifen, sie wollten es ja so, sie hätten ja keine Ahnung usw. Und dann fordert manch einer auch noch mehr Gentechnik, obwohl Verbraucher nicht mal der Agrarchemie vertrauen …

    Pflanzenschutz ist mehr als nur Agrarchemie. Und die Agrarchemie hat immer wieder für Aufsehen gesorgt, was soll daran denn jetzt besser sein, wenn man gleichzeitig merkt, daß bei Zulassungsprüfungen etc. gepennt wird und die Regierung ebenso ignorant ist?

    Hier mal ein paar Mittelchen:
    DDT
    Diuron
    Lindan
    Aldrin
    Chlordan
    dieldrin
    Endrin
    Heptachlor
    HCB
    Mirex
    Toxaphen
    Glyphost (in Komi mit Tallowamin, Letzteres wohl der Krebskandidat, würde ich aktuell vermuten)
    Neonicotinoide der ersten Generation

    Aus anderen Bereichen kennt man noch Contergan und Asbest … ich vertraue der Chemie null, wenn diese nicht wirklich gut getestet wird, was nicht der Fall ist (oft nur der Wirkstoff etc.).

    Chemie und Gentechnik stehen vor allem für günstige Ertragssteigerungen, Masse gegen den Niedrigpreis. Die Billigheimer-Mentalität, die auch die Verbraucher oft haben, ist gesellschaftlich in allen Bereichen zu finden.

    Schön, wenn es dann heißt, es gäbe weltweit immer mehr Menschen, die man ernähren müßte …

    Pflanzenschutz ist wichtig. Aber wenn die Erzeuger immer nur den politischen Weg gehen durch Druck mit dem Bauernverband auf die Regierung oder sowas, wird es nicht besser. Der Verbraucher ist der Schlüssel … auch die CSU kippt um, wenn der Verbraucher mehr Öko will … Nur das Öko, was er dann bekommt, ist dann nicht unbedingt im Sinne der Erzeuger.

    Und da kann man NGOs doof finden, Grüne als Öko-Faschisten bezeichnen oder ähnlichen Mist, so wird’s nicht besser. Höfe und Landwirte gibt es immer weniger, Mercosur, Düngemittelverordnung und Co. sind auch gekommen.

    Und niemand spricht über Biozide an Fassaden …

    Transparenz und Dialog können helfen. Aber auch andere Anbaustrategien, Lagerbedingungen, Fruchtfolgen, Mechanik etc. Doch da bin ich kein Experte, ich wünschte mir nur, man würde mal für alles auch mögliche Maßnahmen aufzeigen, pro und contra, nachvollziehbar für Verbraucher.

    Sterben Insekten wegen Agrarchemie oder weil Erntemaschinen so effizient geworden sind, daß sie keinen Halm mehr stehenlassen, damit auch alle Kokons von Insekten plattmachen, oder weil immer größere Flächen die Biotope voneinander getrennt haben, Biotope zugewachsen sind, Bodenversiegelung durch Wohnungsbau und Straßen zugenommen haben, Klimawandel … was ist die Ursache für Insektenschwund?! Usw.

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    • Obstbäuerin sagt

      Die Methoden zur Prüfung der Giftigkeit sind ja im Laufe der letzten Jahrzehnte sehr viel besser geworden und viele der von Ihnen aufgeführten Mittel gar nicht mehr zugelassen. Es ist jedoch für alle Bereiche der Landwirtschaft eine Herausforderung, die zugelassenen Mittel, die auch zunehmend weniger toxisch sind, so effektiv wie möglich einzusetzen. Welche Probleme im Bio-Anbau gern unterschlagen werden, zeigt das Beispiel Pyrethrum, das aus Chrysanthemen hergestellt wird, die in Afrika angebaut werden:
      „Doch das Öl aus den schönen Blüten hat keinen astreinen ökologischen Fingerabdruck. Die Chrysanthemen werden nicht etwa biologisch angebaut. Herbizide halten die Felder von Unkraut frei. Sogenannte Organophosphate schützen die Blumen vor Motten und anderen Schädlingen, die sich, obwohl die Pflanze ein Insektengift produziert, an den mehrjährigen Blumen zu schaffen machen. Ein europäischer Importeur formuliert es so: „Bei der Anzucht und der Ernte werden keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt.“ Aber dazwischen eben schon. Es sei widersinnig, räumt Hummel ein, dass ausgerechnet die Produktion eines Biopestizids chemische Spritzmittel erfordert.“ (wissenschaft.de)

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    • Reinhard Seevers sagt

      Das Vertrauen ist nicht weg, es wird nur als solches kommuniziert. Die Mehrheit interessiert schlicht die Diskussion nicht. Es kann gut an jedem Stadtfest oder jedem Event abgelesen werden, dass die Bratwurst nach wie vor gekauft wird, auch wenn nebenan Veggieburger oder veganer Wein angeboten wird. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen urbanen Zentren, sozialen Brennpunkten, Landgemeinden und Dörfern. Je urbaner, desto entfernter und desto weniger gefühltes Vertrauen.

      6+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Was ist ein Veganer Wein?
        Der Wein einem Abstich unterzogen, einfach gesagt die Hefe wird vom vergorenen Wein getrennt.
        Im die Trubstoffe zu entfernen, wird Gelatine zugesetzt, das nennt man Schönung, bei hochwertigen Weinen wird manchmal Eiweiß genommen.

        Vegane Weine werden zwar auch häufig geklärt, doch kommen hier beispielsweise Aktivkohle oder die Mineralerde Bentonit zum Einsatz. Auch mit pflanzlichen Proteinen aus Weizen und Erbsen wird experimentiert. Diese Ersatzstoffe brauchen zwar etwas länger, um ihre Aufgabe zu erfüllen, doch funktionieren sie ebenso effektiv.

        Kenne eine junge Winzerin, die veganen Wein produziert, sie sah da eine Marktlücke, ist selbst keine Veganerin, oder Vegetarierin.

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      • firedragon sagt

        Es gibt keinen veganen Wein.
        Das ist der größte Humbug und dient ausschließlich dem Marketing.
        Mehr auch nicht.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Grins, es gibt sogar vegane Äpfel….der Kunde bekommt, was er sich wünscht.
          Natürlich ist das Marketing, ein Teil des kapitalistischen Wirtschaftssystem der westlichen Wertegemeinschaft.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Feuerdrache,
          es gibt für mich auch Sachen die ich nicht verstehe, oder nicht informiert bin.
          Dann schreib ich einfach nichts dazu.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Weiß nicht was sie mit der Aufzählungen der Mittelchen längst vergangener Zeiten wollen.
      Diese Mittel waren damals notwendig, auch das DDT und das ist in manchen Ländern jetzt noch notwendig zur Malariabekämpfung.
      Jetzt sind wir froh, dass es bessere Mittel gibt.

      Asbest, PCB und Lindan zur Holzwurmbekämpfung führen immer noch zu teuren Haus- Sanierungen, das ist jedoch kein Medienthema.

      5+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Biobauern sind bereits die allseits anerkannten Experten für andere Anbaustrategien, Lagergedingungen, Fruchtfolgen, Mechanik etc. Wenn ein Bauer nicht auf Bio umsteigen will, dann hat er dafür Gründe und verdient, dass man ihm zuhört.

      1+
  10. Karl Timme sagt

    Der von Herrn Apfel geschilderte Vorgang erinnert mich an den Nitrofen Skandal unter Renate Künast. Nitrofen wurde in nicht unerheblichen Maß in Bio-Getreide nachgewiesen. Nachdem die Rede von „der Grünen Mafia (Raifeisenverbände und DBV)“ war, musste eine Erklärung her wie das geschehen konnte. Es war der Staub, aus der nicht gründlich genug gereinigten Halle aus DDR Zeiten, als hier noch Nitrofen als Vorsorgemittel in der Vorastschädlingsbekämpfung zugelassen war. Haarsträubend! Später sickerte durch welchen Weg dieses Getreide genommen hatte. Erzeugt in Rumänien, dort ordnungsgemäß behandelt, weil zugelassen, mit Nitrofen. Geliefert an einen Biobetrieb in Ungarn. Umetikettiert und nach Deutschland geliefert.
    Wir sollten uns in die Hände des Auslands begeben, dort wird besser Kontrolliert als in Deutschland.

    5+
  11. Bennet Jäger sagt

    Den Hipstern ist halt die Biene und ihre angebliche Vernichtung wichtiger als die Bauern, die sich täglich für sie abrackern. Öko ist zur neuen Religion nach Christentum und Sozialismus geworden.Und wie kommen Sie eigentlich darauf, dass diese Fakten nicht allgemein bekannt sind? Geht es nicht vielmehr darum, die Grundlagen zu zerstören, auf denen unser Land aufgebaut ist?

    4+
    • Was haben Sie gegen Sozialismus, in Thüringen haben die meisten Landwirte die LINKE gewählt, die Partei des demokratischen Sozialismus (nicht zu verwechseln mit DDR-Staatssozialismus oder National-Sozialismus a la Höcke)?

      Für andere ist ewiges Wachstum eine Religion. Und ich glaube, diese Religion ist Schuld am Höfesterben, denn Sozialismus haben wir hier nicht und die Bundesregierung hat auch keine Ökos in ihren Reihen.

      Wachse oder weiche kommt nicht von Ökos! Mercosur auch nicht! Wer sitzt im Agrarausschuß? Wer bestimmt seit Jahrzehnten den agrarpolitischen Kurs?

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      • Thomas Apfel sagt

        Die LINKE in Thüringen ist der ehemalige linke Flügel der SPD. Die Gewerkschaftsnahen Teile der Linken um Kipping, Ramelow und Riexinger haben nichts mit Linksaußenpositionen zu tun. Sie bewegen sich wie die Partei aus der sie kommen mehr im Mitte links Bereich des demokratischen Spektrums. Die Hälfte der SPD ist nicht weg, sondern heißt jetzt nur anders. Sie versuchen die Steuereinnahmen nur etwas anders zu verteilen als das Mitte Rechts Spektrum. Wenn sie in Regierungsverantwortung kommen agieren sie wie die Grünen in BW pragmatisch, weil die Gelder die zu verteilen sind nur aus einer funktionierenden Wirtschaft kommen können.
        In Bezug auf die Landwirtschaft ist es im Moment fast Wurscht wer gerade an der Macht ist.

        4+
      • „Was haben Sie gegen Sozialismus, “
        Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet war. Gegenfrage: Was soll ein demokratischer Sozialismus sein? Wie ist ein Sozialismus vereinbar mit dem Schutz des Privateigentums, wie es im Grundgesetz formuliert ist?
        Der von Ihnen oft zitierte Antrag der Linkspartei zur „Bodenspekulation“ spricht doch Bände!
        Nur wenig ist unserem Land so transparent wie der Erwerb bzw. der Verkauf von Grund und Boden! Jeder , der berechtigt ist, kann das einsehen. Und wer nicht berechtigt ist, sollte das auch akzeptieren. Das gilt auch für politische Parteien. Und niemand hat das Recht darüber zu urteilen, ob die Eigentumsverhältnisse gefallen oder nicht. Und schon gar nicht, irgendwelche Änderungen aufgrund ideologischer Irrsichten zu verlangen.

        Thomas, sehr guter Beitrag.
        Der Knackpunkt ist natürlich die sachgemäße Beurteilung von Risiko und Nutzen oder auch Kosten und Nutzen. Jeder will mitreden, nur wenige können die Zusammenhänge beurteilen. Wer nichts weiß, muss alles glauben. Gefühle statt Sachlichkeit. Fatal, für die Landwirtschaft.

        4+
        • Stadtmensch sagt

          Ihre libertäre Weltsicht ist ebenfalls sehr „ideologisch“. Können sie mir erklären, warum aus dem Grundeigentum so ein Geheimnis gemacht wird? Was ist mit dem Steuergeheimnis?
          Wozu all diese Geheimnisse, wenn alles selbst „hart erarbeitet“ wurde? Dann wäre es doch wie bei den Calvinisten ein Zeichen von Gottgefälligkeit, wenn einer viel besitzt?
          Von mir aus könnt ihr FDP wählen und über Mercosur jammern – euch ist nicht zu helfen in eurer Markgläubigkeit: https://www.fdpbt.de/pressemitteilung/114005
          Weiter gehts mit Feedlots, brennendem Regenwald, Sojalecithinen und Palmöl im Industriefutter für „Endverbraucher“. Bis sich nichts mehr regt, bis alles verwohlstandet ist. durch „die Tüchtigen“, in ihrer selbstgefälligen Eigenverantwortlichkeit. Fast wie bei der Kirche, die jedem Ungläubigen jegliche Moral abspricht.

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          • Eine „selbstgefällige“ Eigenverantwortung ist mir unbekannt. Ohne Eigenverantwortung wäre eine moderne Gesellschaft kaum vorstellbar und instabil. Oder bräuchte einen totalitären Rahmen, vielleicht schwebt Ihnen der vor.
            Und gerade in diesem Blog geht es doch darum, Höfe zu erhalten und/oder ggf. an die nächste Generation weiter zu geben. Das hat verdammt viel mit Eigenverantwortung zu tun!
            Über die Notwendigkeit, privates Eigentum durch den Staat zu schützen, muss man in diesem Zusammenhang erst gar nicht diskutieren. Egal ob selbst erarbeitet oder ererbt. Ihnen ist sicher nicht entgangen, dass bereits die im Agrarpaket formulierten Nutzungseinschränkungen als Enteignung empfunden werden.
            Leider kann ich mit Ihren Postings wenig anfangen, Stadtmensch.

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            • Stadtmensch sagt

              Kann ich auch nichts dafür, dass sie keinen Zugang zu meinem Geschreibsel haben. Der totalitäre Rahmen schwebt mir nicht vor, sondern er ist mein Schicksal. Es ist ihnen sicher nicht entgangen, dass sich die meisten Menschen hierzulande täglich viele Stunden in demokratiefreien Zonen aufhalten müssen und dass sie kaum Einfluss drauf haben, ob sie ihre Lebenszeit für etwas Sinnvolles gegen Geld tauschen. Das ist die traurige Realität in ihrem System der Tüchtigen. Achso, sie haben meine Fragen nicht beantwortet.
              N8, ich muss jetzt meine Arbeitskraft reproduzieren 😉

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Das war schon in der Geschichte ein ewiger Kampf: Übergordnete Instanzen (früher die Grundherren, dann der kommunistische Staat, heute „die Gesellschaft“) trachteten nach dem Grundeigentum der Bauern, um sie darauf als abhängige Sklaven für die eigenen Bedürfnisse arbeiten zu lassen. Dass dies Unrecht ist und ein riskantes Unterfangen hinsichtlich der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung, das war auch immer bewusst, und so kam es zwischendurch wieder zu Initiativen zum Schutz des Grundeigentums. https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernlegen_(Geschichte)

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Paulus, ich überlasse das Wasserstoffproblem gerne den Experten, die wie folgt argumentieren:

            „Durch seine geringe Molekülgröße diffundiert Wasserstoff relativ gut durch eine Vielzahl von Materialien, sodass viele Materialien für die Tankhülle ungeeignet sind. Durch hohe Temperaturen und hohen Innendruck wird der Diffusionsprozess verstärkt. Durch Wasserstoffversprödung werden metallische Tankhüllen zusätzlich belastet. Bei Hüllen aus Kunststoff tritt dieser Effekt nicht auf.
            Bei der kryogenen Wasserstoffverflüssigung kommt es durch unvermeidbare thermische Isolationsverluste zum Verdampfen/Ausgasen. Damit der Druck in den Behältern nicht zu hoch steigt, wird das Wasserstoffgas mittels eines Überdruckventils abgelassen. Kann dieses entstehende Wasserstoffgas nicht genutzt werden, entstehen erhebliche Verluste. Beispielsweise leert sich der halbvolle Flüssigwasserstofftank des BMW Hydrogen7 bei Nichtbenutzung in 9 Tagen.“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffspeicherung#Problemstellung

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Ich bin durchaus für Privateigentum, aber gegen Spekulation. Es ist nicht in Ordnung, wenn jemand, der durch Börsenspekulation zu Geld gekommen ist, jetzt mit Bodenspekulation die Bauern ausbootet, indem er die Preise in die Höhe treibt. Bodenbesitz soll denen vorbehalten sein, die den Boden bewirtschaften, und er muss für die leistbar bleiben.

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  12. Reinhard Seevers sagt

    Das ist ein gutes Beispiel für Sachlichkeit contra „gefühlter“ Gefahr……Die Grundproblematik bleibt bestehen: wer will dieses Problem durch wen sachlich kommunizieren lassen oder lassen dürfen.
    Das gleiche gilt doch auch für andere alternative Fakten wie den Wasserverbrauch für 1 kG Rindfleisch, was seit Jahren durch alle Medien geistert und sogar von der Regierung verbreitet wird…..wer klärt die Menschen auf?

    8+
    • Kaffee ist auch schönes Beispiel. Noch makaberer die Avocado.

      Aber ich erlebe auch bei Diskussionen unter Erzeugern, daß das Thema virtuelles Wasser kaum verstanden wird. Man verwechselt oft wieviel Wasser in einem Produkt drin steckt mit wieviel Wasser regnen und verteilt werden mußte für Futtermittel etc. bis zum fertigen Produkt.

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  13. Robert Niederprüm sagt

    eine hervorragende Zusammenfassung der Entwicklung hin zu rückstandsfreien Erzeugnissen und funktionierenden Kontrollen (und darüber, dass in Deutschland Anwendungs- und Zulassungsvorschriften weit über das gesundheitlich notwendige Maß gelten und somit nichts weiter als Kostentreiber sind). Wen interessiert es? In Diskussionen erlebe ich regelmäßig, dass sachliche Information einfach nicht akzeptiert wird. Ein Zeitungsartikel, so denn ein Journalist von dem Fund erfahren hätte, wäre denn auch vermutlich so überschrieben:
    Verbotene Pestizide und Betrug bei der Qualitätssicherung – Alltag auf deutschen Bauernhöfen

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    • Thomas Apfel sagt

      Genau: so ein Artikel in deiner lokalen Presse, und du bist als Direktvermarkter erschossen!! Daher habe ich auch lange überlegt ob ich damit an die Öffentlichkeit gehe.

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  14. fingerphilosoph sagt

    „Der Umstand, dass die Menschen dort genauso lange leben wie wir …“

    In der Liste der Lebenserwartung rangiert Deutschland inzwischen auf dem 28. Rang. Tendenz weiter absteigend. Das letzte Mal, als ich geguckt habe, war Deutschland noch auf Rang 22.

    In 27 Ländern (!) ist die Lebenserwartung höher. Dazu gehören asiatische Länder wie Hongkong, Japan, Singapur, Südkorea und viele der westeuropäischen Länder wie Italien, Spanien, Griechenland, Frankreich, Norwegen ….

    https://www.laenderdaten.info/lebenserwartung.php

    Ein Vergleich zwischen Lebenserwartung und Anwendung von PSM wäre interessant. Hat jemand Informationen?

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    • bauerhans sagt

      die lebenserwartung hängt in industrieländern nicht von pflanzenschutzmitteln ab,sondern vom STRESS.
      der Deutsche nimmt seine herztabletten und malocht weiter!!

      9+
    • Karl Timme sagt

      Ich sehe hier auch keinen Zusammenhang. Für mich wäre es interessanter herauszufinden ob ein Zusammenhang zwischen den Radioaktiven Wolken, z.B. Tschernobyl oder den Atomversuchsflächen besteht? Wie verändert sich in Zukunft die Lebenserwartung im und um das Fukushima Gebiet? Gibt es Untersuchungen in Japan zu der Lebenserwartung in den Gebieten um Hiroschima und Nagasaki
      Die Zuordnung nur eines Parameters auf die Lebenserwartung ist ohnehin Zweifelhaft, mit der Ausnahme von Signifikanten Abweichungen von der Statistik.

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    • fingerphilosoph sagt

      Wenn in Deutschland die Vorschriften für Pflanzenschutzmittel deutlich STRENGER sind als in Ländern mit höherer Lebenserwartung, ist das ein starkes Indiz dafür, dass die PSM für den Menschen KEINEN Einfluss auf die Gesundheit und die Lebenserwartung haben. Das wäre ein Argument FÜR den Pflanzenschutz, nicht gegen ihn.

      Das Argument lautet dann: Obwohl Deutschland in der Einschränkung der Anwendung von PSM europaweit an erster Stelle liegt – falls das stimmt, keine Ahnung, das müsste eben überprüft werden – liegt es in Sachen Lebenserwartung unter dem westeuropäischen Durchschnitt. Der westeuropäische Durchschnitt beträgt für Männer 79,22, für Frauen 84,38 Jahre, in Deutschland für Männer 78,6 und für Frauen 83,5 Jahre. Wenn in Frankreich, Spanien, Italien usw. mehr oder stärkere PSM zur Anwendung kommen,
      die Lebenserwartung also tatsächlich negativ mit der Menge der PSM korreliert, könnte man daraus also das Motto ableiten: „Wer grün wählt, stirbt früher“

      6+
    • Besonders hoch ist die Lebenserwartung in den Ländern, in denen das Geburtsjahr geschätzt wird, also Hongkong, Japan, Singapur, Südkorea und viele der westeuropäischen Länder wie Italien, Spanien, Griechenland, Frankreich, Norwegen …. 🙂

      2+
      • fingerphilosoph sagt

        Das Argument im Umkehrschluss, also die positive Korrelation dahingehend, dass in Ländern, wo Glyphosat und anderes zum Einsatz kommt (wie in Indien, Argentinien) die PSM für Todesfälle verantwortlich sind, habe ich in den Medien bestimmt schon 1000x gelesen. Und haben Landwirte je mit dieser von mir erwähnten Korrelation dagegengesetzt? Nö! Wenn Landwirte sich solche Argumente entgehen lassen und nichts draus machen, sind sie selber schuld, wenn die NGOs die Medien beherrschen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          In diesen Ländern werden noch Mittelchen wie Endosulfan (bei uns verboten) eingesetzt.
          Werden die mit dem Flieger eingesetzt und über den Köpfen von Menschen ausgebracht, ist das nicht gesundheitsfördernd.

          Dies wird von den Medien nicht kommuniziert.

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          • ottmarWelker sagt

            In der Bangkokpost.com vom 31.10.18 und zuletzt September 19 wird berichtet. So sollen Paraquat, Chlorpyrofos und Glyphosat als populäre Pestizide mit strengen Auflagen belegt und bis 1 Jahr Gefängnis oder 30 000 Euro Strafe bei Verstößen gegen Auflagen bestraft werden. Glyphosate werde nur noch bei Blumen und Obst erlaubt. Alle drei in Gemüse gar nicht mehr. Allerdings noch nicht in Kraft getreten. Sie hoffen noch dass Drohnen die Menschen ersetzen. Die Panik bei den Verbrauchern läßt sich nicht mit Maschinen verscheuchen.

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            • Schmeckt gut sagt

              Sie haben vergessen, zu erwähnen, für welches Land dieser Bericht gilt. Für D auf jeden Fall nicht, denn Paraquat ist schon seit längerem verboten, Chlorpyrofos nur noch als Zeckenmittel für Hunde zugelassen und Glyphosat hat sehr viel strengere Auflagen als in dem wahrscheinlich angesprochenen Land Thailand. Mit den Drohnen und dem Gefühl kann ich m.E. zustimmen.

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              • Ottmar Welker sagt

                Das deutsche Urlauberland ist im Winter für fast alle Sonnenfreunde bezahlbar. Neben Spanien sehr billig ist Thailand auch bei E20 Tanken bei japanischen Taxis mit Palmöl aus dem Nachbarland Malaysia vermutlich noch idealer für Ökotouristen. Wenn nicht das Gemüse mit Pflanzenschutzmitteln belastet wäre. Bei Kohl gibt es Entwarnung aber bei einheimischem Basilkum kennen die Käufer kein Pardon. Informelle Märkte werden daher empfohlen mit kleinblättrigen sich bei den Bauern von selbst aussamenden Dauerkulturen. Damit haben die Bauern keine Ausgaben für Dünger und Pflanzenschutzmittel. Atrazin wird auch noch verwendet und Paraquat ist selbst neuerdings in China, demHaupthersteller, und 30 Ländern verboten( Vietnam, Laos. 17 Länder haben alle drei Pestizide verboten.

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                • Schmeckt gut sagt

                  So kommen wir in der Diskussion weiter, denn es ist klar ersichtlich, über welche Region wir reden. Daumen hoch.

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        • Dann kann man eben den NGOs und Medien nicht mehr vertrauen, Punkt!

          Die sollen doch Wahrheiten aufschließen, oder nicht?
          Ist das nicht deren Aufgabe?

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      • ottmarWelker sagt

        Nach altchinesischer Zählweise ist das Geburtsjahr um ein Jahr höher. Hier wird nichts geschätzt sondern 80 und höhere Alter werden erst gefeiert. Ab 110 gehört jemand auf der Insel Hainan zu den Alten.

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        • Ottmar Welker sagt

          Relativ unbestritten ist die Tatsache, dass materielle Sicherheit und Komfort keine zwingenden Voraussetzungen dafür sind, alt zu werden. In dem Ort Chengmai auf der chinesischen Tropeninsel Hainan leben viele Menschen in unbeheizten Behausungen von wenigen Dollars am Tag. Viele ältere Einheimische durchlitten Kriege und Hungersnöte. Dennoch haben sie eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt.

          Mehr als 200 der 560.000 Einwohner sind älter als 100 Jahre – das ist eine der höchsten Quoten weltweit. Mindestens drei sind über 110 Jahre alt – und gehören damit zu einem sehr kleinen Zirkel von gerade mal 400 Menschen auf der ganzen Erde.
          In einem Tal bei der Stadt Sanya, das wie eine Schildkröte, dem Symbol für Langlebigkeit, gibt es viele beisammen mit ihrem Geburtsalter und Bild sowie in Englisch ihr Lebensrezept auf einem Urwaldpfad zu bestaunen.

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    • Michael Metzger sagt

      Also wenn ich sehe das mein Vater 80 Jahre alt geworden ist und seine Berufskollegen noch älter sind. Bei dem Zeug was damals gespritzt worden ist, mit kurzer Hose, kurzärmeliges Hemd, keine Handschuhe, kein Mundschutz und offenes Verdeck am Schlepper, im Vergleich wie Harmlos jetzt die PSM sind. Dann frage ich mich schon, warum man in Deutschland immer noch eines drauf setzten muß in Bezug auf die Zulassung von neuen Mitteln.

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      • brötchen sagt

        Es gibt Leute die überleben alles! Ich wäre vorsichtig mit solchen Feststellungen!
        Kann auch ganz einfach Glück sein. Ich kenne auch Gegenbeispiele. Z.B. starke Raucher die sehr alt geworden sind.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          @Brötchen

          Die Kirschbäume sind bis 10 Meter hoch, auch die Zwetschgenbäume waren hochstämmig. Die Bäume wurden alle mit der Pistole gespritzt, die Reben genau so. Dann kam ein Gerät heraus, das nannte sich Solo Minor, da war man, wenn man nach unten fuhr vollkommen im Spritznebel. Gesund war das bestimmt nicht, trotzdem wurde mein Vater 90 Jahre alt.
          Aus der Praxis heraus verstehe ich die Ängste der Verbraucher vor den PSM nicht.

          2+
      • fingerphilosoph sagt

        Friedrich bringt in seinem Kommentar Spanien mit seinen mangelnden Umweltkontrollen ins Spiel. Spanien steht in der Liste der höchsten Lebenserwartung auf Rang 11. Männer werden dort im Schnitt 80,5 Jahre und Frauen 86,3 Jahre alt. Im Vergleich mit Deutschland leben Männer dort 1,9 und Frauen 2,8 Jahre länger. Und jetzt frag mal die Leute um die 80, ob sie gern noch fast 2,5 Jahre länger leben wollen. Da sagen die meisten dann schon ja.

        @Brötchen: Es ist eben nicht Zufall oder Glück, wenn der alte Herr Metzger 80 Jahre alt geworden ist, sondern schnöde Statistik, die in diesem Fall eindeutig zeigt, dass die ganzen Umweltkontrollen im Hinblick auf unsere Lebenserwartung und Gesundheit offenbar überhaupt nichts bringen. Wenn es überhaupt einen Zusammenhang gibt, dann einen negativen, was angesichts der täglichen Indoktrination eine Überraschung ist.

        Die Frage, was diese ganzen Umweltkontrollen dann überhaupt sollen, würde ich schon laut stellen, wenn ich Landwirt wäre. Und dann isst der Spanier zu allem Überfluss ja auch noch am meisten Fleisch von allen Europäern. Wie kommt es also, dass die Lebenserwartung in Deutschland mit den schärfsten Umweltgesetzen, Energiewende, BIO, Vegan und sonstigem Gesundheitswahn unter dem westeuropäischen Durchschnitt liegt?

        6+
        • @f…ph
          „Die Frage, was diese ganzen Umweltkontrollen dann überhaupt sollen, würde ich schon laut stellen, wenn ich Landwirt wäre.“ Ich sehe das genau so! Aber was passiert, wenn der Berufstand so argumentiert? „Die Bauern verteidigen Umweltvergiftung“ oder ähnliche Überschriften würden durch die Gazetten geistern. Also, ein richtiges Argument endet mit einem Schuss ins Knie??

          2+
        • Obstbäuerin sagt

          Und wie geht es den Insekten in Spanien? Haben die Spanier da auch Verlustängste? Würde mich ja mal interessieren.

          1+
        • brötchen sagt

          FP, Statistik ist Schall und Rauch, wenn man die Erfassungsgrundlage und die Datenstruktur nicht kennt. Ein großer Teil meiner Arbeit ist Statistik.

          Gibt es eine Statistik die getrennt alle Obstbauern und Landwirte, die mit Pflanzenschutzmitteln und Insektiziden Kontakt haben, mit den Sterberaten und Ursachen?
          Zudem überleben heute viele, die vor 20 jahren an schnödem Herzkreislaufproblemen gestorben wären. Bauer Willi war auch nur 3 Tage krank, jetzt bloggt er wieder Gott sei Dank.
          Frühchen kommen heute auch alle durch.

          Ich will jetzt damit nicht sagen, das nun das alles ganz schlimm wäre.

          Ich wäre nur vorsichtig! Mein Umfeld sagt mir was anderes, das kann Zufall oder Stress oder die Wende sein.

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            Es ist für eine gesellschaftliche Diskussion weder richtig noch Zielführend solche Argumentationen zu starten. Im Bereich des Immissionsschutzes wird derzeit bereits diskutiert, ob Menschen mit Vorerkrankungen oder Allergien einen besonderen Schutz gegenüber z.B. landw. Stallanlagen beanspruchen dürfen. Das würde bedeuten, dass jeder, der nachweisen kann, dass er eine Krankheit hat, die unter evtl. Emissionen aus der Tierhaltung leiden könnte, einen Stallbau verhindern würde. Es wird nicht mehr die Allgemeinheit als Maßstab angesehen, sondern das Individuum.

            3+
          • Thomas Apfel sagt

            Mahlzeit Brötchen,
            Ich denke, dass die Anwenderbetroffenheit nochmal eine andere Ebene ist. Für uns Anwender gilt eher: Alles ist Gift, die Dose macht die Wirkung, und wir haben es meist mit der Dose zu tun. Die Pestizidangst in der Gesellschaft bezieht sich auf Rückstände, also die Menge Wirkstoff je kg Lebensmittel und die Wahrscheinlichkeit der maximalen Mengenaufnahme in Relation zur Zeitschiene. Genau hier gibt es so gut wie kein Risiko. Wobei es immer schwierig ist bei solch komplexen Zusammenhängen, wie Leben oder Sterben und wann und warum, genau einen einzelnen Faktor zu bewerten. Trotzdem weist die allgemeine Statistik über das erreichte Lebensalter schon aus, dass PSM-Anwendung in ihrer jetzigen Form keinen offensichtlichen negativen Einflußpfad erkennen lässt.

            2+
            • Brötchen sagt

              Thomas gehe ich voll mit mit deiner Aussage!

              Wie gesagt wo ich nicht mitgehen, mein Opa hat geraucht wie ein Schlot und trotzdem ist er 90 geworden. Also ist rauchen nicht so schädlich.

              1+
        • fingerphilosoph sagt

          @ Mark
          Wenn die Bauern nun dank Willi und den Trecker-Leuten an dem Punkt sind, wo sie sich zusammenschließen, um eine Gegenbewegung gegen die grüne Indoktrination zu bilden, brauchen sie ein gemeinsames, positiv besetztes Motto, das alle Bauern unter einem Dach vereint und mit dem sie sich deutlich gegen die grüne Indoktrination abgrenzen. Es bietet sich an, den Mensch in den Mittelpunkt zu rücken:

          „Bei euch, liebe Umweltverbände, steht die Umwelt und die Natur im Mittelpunkt, bei uns Bauern jedoch der Mensch.

          Wir schauen uns um, wo die Menschen die höchste Lebenserwartung haben, und da können wir von unseren Kollegen in Spanien, Griechenland und Frankreich offenbar noch viel lernen. Wir schauen uns um, wo die Menschen am glücklichsten sind, und deshalb fragen wir die Bauern in Dänemark, was die anders machen als wir.

          Wenn wir herausfinden, dass die Menschen für eine höhere Lebenserwartung, mehr Gesundheit und mehr Glück Schmetterlinge und Feldhamster brauchen, nun, dann sind wir bereit, alles dafür zu tun, dass es künftig mehr Schmetterlinge und mehr Feldhamster gibt. Wenn die Menschen für eine höhere Lebenserwartung und ihr Glück erschwingliche Lebensmittel und ein Schnitzel auf dem Teller brauchen, dann produzieren wir erschwingliche Lebensmittel und Schnitzel. Und im Zweifelsfall fragen wir die Leute, ob sie lieber Schmetterlinge oder Schnitzel wollen. Was uns am allermeisten am Herzen liegt, ist das Wohl und das Glück der Menschen, und dafür stehen wir mit unserem Handeln ein.

          Ihr, liebe Umweltverbände, seid offenbar bereit, das Wohl und das Glück der Menschen zugunsten der Umwelt hintan zu stellen, aber das ist nicht unser Ziel, denn bei uns kommt zuerst der Mensch. Die Lebenserwartung der Menschen spielt für euch überhaupt keine Rolle, davon ist bei euch nie die Rede, bei uns aber schon. Es ist euch egal, wenn eure Energiewende Milliarden kostet und von Menschen bezahlt werden muss, die weniger verdienen als ihr, und die deshalb kein Geld mehr haben, um woanders als bei Aldi und Rewe zu kaufen, uns aber nicht. Was die Menschen glücklich macht, danach fragt ihr gar nicht, wir aber schon. Ihr redet den Menschen ständig ein schlechtes Gewissen ein, wir aber ernähren sie.

          Ob ihr tatsächlich der Umwelt dient, wagen wir zu bezweifeln, wenn wir sehen, dass Windräder auch mitten in Naturschutzgebiete gebaut werden und Feldhamster da ausgesetzt werden, wo sie offenbar gar nicht sein wollen. Wir fragen uns, ob den Menschen nicht mehr gedient wäre, wenn die Millionen, die für Feldhamster ausgegeben werden, in die Ausbildung unserer Kinder und die Renovierung ihrer Schulen fließen würden.“

          14+
          • Reinhard Seevers sagt

            Diese Argumentation wird sofort mit Biodiversität und Artenschutz konterkariert. Wer glaubt so einen Blumentopf zu gewinnen, der unterschätzt die gut genährten Menschen. Man sieht doch, was gerade in BW passiert, wo man genug Geld und genug Nahrungsmittel hat und dennoch oder gerade deshalb für den Artenschutz plädiert……
            Vielleicht müssen erst alle arm und hungrig werden, um ihren Ideen zu folgen, aber dann fehlt die kaufkräftige Kundschaft…..so what?

            1+
            • fingerphilosoph sagt

              Na, wenn ihr alle so drauf seid, dann wird das nichts mit eurem „Grüne-Kreuze-Bauernaufstand“. Mir ist es egal, dann kaufe ich im Supermarkt künftig halt Lebensmittel aus dem Ausland.

              4+
          • Stadtmensch sagt

            Ok – stellt ruhig weiter den Menschen in den Mittelpunkt. Die „Autoleute“ sagen z.B., sie hätten gerne breite schwere und somit sichere Autos, damit sie dann mit Airbag und allerhand Sicherheitsfirlefanz ganz mutig ihre 500PS loslassen können. Die „Schweineleute“ wollen nicht, dass man in ihre Ställe schaut, wo jeder empfindsame Mensch sofort unweigerlich an Scheiße, Elend und Tod denken muss. Von mir aus könnt ihr weiter Party machen, während euch der Laden bereits seit Jahrzehnten immer heftiger um die Ohren fliegt. Es geht nicht darum, Bienen und Hummeln zu „retten“, sondern die langfristigen Auswirkungen unserers Umgangs mit unserer Mitwelt zu erforschen. Und da ist es nach bisherigem Erkenntnisstand eben so, dass sich z.B. für Bienen\Hummeln die schädlichen Auswirkungen des Pilzbefalls mit Nosema und die Toxizität einiger Neonics gegenseitig verstärken und wie 2007 bei den Amis zu 37% Verlust infolge CCD (Colony Collapse Disorder) führten.
            Die Energiewende ist so teuer, weil Landeigentümer horrende Stellplatzmieten für Windkraftanlagen und Netzbetreiber eben 10% Redite erwarten! Nichts, gar nichts, ist falsch daran, natürliche Stoffkreisläufe (Kohlenstoff, Stickstoff) nicht weiter in der Art zu beeinflussen, wie wir es in unserer grenzenlosen Dummheit derzeit tun.
            Das versuchen Wissenschaftler seit Jahren zu vermitteln, nur leider ist das „Wirtschaftssystem der kleinen Leute“ (Werner Plumpe) nicht in der Lage, gegenzusteuern bzw. überhaupt grundlegende Elemente der Daseinsvorsorge bereitzustellen. Da hat man nun mit Gentechnologie einen Weg gefunden, Artemisinin (Malaria Behandlung) in Massen herzustellen, aber es „lohnt“ sich leider nicht, ein Medikament draus zu machen.
            Gilt für die Antibiotika-Forschung generell. Nur ein Zyniker (und das sind wir ja alle) kann darin einen Vorteil (gute Aussichten für Entvölkerung) erkennen.
            Also, hört auf mit dem Argument „den Menschen muss es gut gehen“ zu hantieren.
            Es geht immer nur um Wachstum im Geldsäckel. Bei uns hier gibts zum Beispiel keine Salamander mehr. Alle weg.

            0
            • Obstbäuerin sagt

              Stadtmensch, Du hast viele Beiträge von Schweinetierhaltern hier im Blog gelesen. Du weißt auch, dass wir an einer Umwelt interessiert sind, in der auch Insekten und andere Tiere ihren Platz haben. Aber den Menschen soll es ebenfalls gut gehen, da hat fingerphilosoph vollkommen recht und Bauern gehören auch dazu.
              Die Umweltverbände streben so eine Art universelle Machtausübung an und wollen auch den Bereich der Landwirtschaft okupieren, von der sie erwarten und neuerdings über die Politik reglementieren, dass ihre Ziele zu übernehmen sind. Welche Diskrepanzen sich da so ergeben, wurde schon des Langen und Breiten erörtert. Eine Landwirtschaft, die vorrangig die Erhaltung von Insekten, Vögeln, Unkräutern und anderen Tieren im Focus hat, ist mit der Bereitstellung ausreichender Nahrungsmittel nicht kompatibel. Wer glaubt, dass es geht, soll unter normalen Produktionsbedingungen den Beweis antreten. Betriebe gibt es ausreichend, die dafür übernommen werden können.

              27+
              • Stadtmensch sagt

                Ich weiß, dass die Produktion von Obst und Gemüse in hoher Qualität viel Erfahrung, Wissen und zunehmend teure Ausrüstung erfordert. Allergisch reagiere ich nur, wenn es heißt, dass wir uns hierzulande im Hinblick auf laxe Kontrollen bei Wettbewerbern in und außerhalb der EU, auch auf dieses Niveau runterhangeln sollen. Als Steuerzahler würde ich gerne dazu beitragen, dass wir es hier nicht nötig haben, unsere Ökosysteme aus Bequemlichkeit oder Unwissen oder Kostendruck über Gebühr zu belasten. Dann findet Landwirtschaft eben marktfern statt! Wie es bei vielen anderen Industriezweigen auch der Fall ist. Landwirtschaft und Markt passen prinzipiell nicht zusammen. Wer das für dummes Geschwätz eines Ahnungslosen hält, könnte recht behalten, zumindest ist er kein selbsternannter Tiefenökologe

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ Stadtmensch

                  bei deinen Posts kann ich nicht anders als anzunehmen, dass du das, was Thomas Apfel oben in dem Artikel schreibt, überhaupt nicht zur Kenntnis nimmst. Er stellt dar, dass Obst und Gemüse in Deutschland so gut wie rückstandsfrei ist und dass integrierter Pflanzenschutz sehr wohl das Ziel hat, mit einem Minimum an Pestiziden auszukommen. Ich sehe keinen Grund, warum ich diesen Artikel nicht ebenso ernst nehmen soll wie das, was jeden Tag in den Mainstream-Medien verbreitet wird.

                  Ein Vergleich zwischen diesem Artikel und bspw. Artikeln in der ZEIT oder FAZ übers Insektensterben führt mich zu dem Schluss, dass dieser Artikel im Gegensatz zu den anderen keine immanenten Widersprüche aufweist und mir mehr konkrete Informationen liefert als die gesammelten Weltuntergangsartikel. Dann kommen mir Fragen in den Sinn, wie eben die mit der unterschiedlichen Lebenserwartung in den europäischen Ländern. Warum rutscht Deutschland in Sachen Lebenserwartung soweit hinter andere Länder zurück, die mit ihrer Landwirtschaft lockerer umgehen, wenn Landwirtschaft der große Umweltvergifter sein soll. Da stimmt doch dann was nicht. Erkläre mir doch mal, wie es kommt, dass Deutschland mit all seinen grünen Vorzeigeprojekten in Sachen Lebenserwartung unter dem westeuropäischen Durchschnitt liegt, wenn die Landwirtschaft so zerstörerisch sein soll wie behauptet. Also ich krieg das nicht unter einen Hut.

                  Es ist richtig, dass die Landwirtschaft nicht die idyllischen Bilder liefert, die man gerne hätte, um sich „gut“ zu fühlen. Es gibt da schon Dinge, die auf den Magen schlagen. Bloß: Die Natur liefert die idyllischen Bilder auch nicht, wenn man sie unvoreingenommen betrachtet. Da gibt es genauso Dinge, die auf den Magen schlagen. Ich frag mich, was besser ist: bestehe ich auf idyllischen, aber verlogenen Bauernhof- und Naturkulissen, oder setze mich mit der Welt auseinander, wie sie ist?

                  5+
            • Reinhard Seevers sagt

              An wen man seinen Frust auch adressieren möchte. Es ist Fakt, dass Massenwohlstand auch Massenprobleme mit sich bringt. Wenn man dem Rest der Welt den eigenen Wohlstand nicht gönnt, dann ist das mehr als heuchlerisch. Und wenn man ihnen den gleichen Wohlstand dennoch gönnt, dann muss es in der Katastrophe enden.
              Vom selbstfahrenden Rasenmäher über die Teilnahme an einem Festival über die Alufelgen bis hin zum Toaster ….alles Dinge, die weder lebensnotwendig sind noch Ressourcen schonend…..
              Eine Woche ohne Nahrung steht eine Woche ohne Urlaub wohl anders gegenüber und damit allein sollte schon klar sein, was eigentlich wichtig und notwendig und am wenigstens in Frage zu stellen ist. Dennoch wird dem Bauern in die Eier getreten, demjenigen, der dreimal täglich warm duscht geht das aber am Arsch vorbei.

              4+
          • @f..ph
            Danke! Diesen Ansatz einer berufständischen Argumentation halte ich für wesentlich zielführender als das arschkriecherische Gesabber des DBV als Berufstandsvertretung. Ich werde dies weitertragen.

            4+
            • Stadtmensch sagt

              Die „Energiewende“ wird jedenfalls nicht von jenen bezahlt, die hierzulande die Gewinne der Produktion maßgeblich abschöpfen und Folgekosten durch Klimaänderung, Pfadabhängikeit von Infrastruktur und Wirtschaft, vertane Chancen usw. nicht einpreisen. Sogar die Seilbahn zur Zugspitze ist von der EEG-Umlage befreit. Aber macht ruhig weiter mit solchem unreflektierten Mist werdet ihr argumentativ leicht zu zerlegen sein. Interessiert bloß keinen – weil ja eigentlich jeder vernünftige Mensch mit Augenmaß in den Kollaps schreiten will. Früher oder später wird es sowieso zum Showdown zwischen uns (den aktuellen Profiteuren von Ausbeutung, Sklaverei und Umweltzerstörung) und dem Heer der Prekarisierten, verslummten, billigen Arbeitssklaven (weltweit so 2 Milliarden Leutchen) kommen. Da steht Mensch auch weiterhin sehr im Mittelpunkt

              0
              • fingerphilosoph sagt

                Seit dem Jahr, in dem die Energiewende offiziell beschlossen wurde, nämlich 2011, ist der Primärenergieverbrauch von 13.599 PJ auf 13.525 PJ (2017) zurückgegangen und die Erneuerbaren haben von 1.153 PJ auf gerade mal 1.233 PJ aufgestockt. Für diese 154 PJ hat der Steuerzahler bis heute ca. 200 Milliarden Euro ausgegeben, bis 2025 soll es eine halbe Billion werden. Der CO2-Ausstoß ist seit 2011 in etwa gleich geblieben, 2018 sogar wieder angestiegen. Rückläufig waren die CO2-Emissionen, BEVOR die Energiewende offiziell beschlossen wurde.

                Die ganze Energiewende läuft darauf hinaus, dass Steuerzahler ausgeplündert und das Geld sinnlos verpulvert wird.

                Und jetzt zerlege mal schön mit deinen angeblichen Argumenten.

                2+
                • Stadtmensch sagt

                  Die Emissionen sind gesunken, weil Ostdeutschland deindustrialisiert wurde. Wenn Forschung und Entwicklung energiesparender Produktionverfahren und entsprechend energiesparender Geräte nicht subventioniert worden wäre und wird, gäbe es die Technologie nicht und wir lägen mit unserem Verbrauch viel höher. Der Markt sezt von sich aus keine Anreize zum ökonomischen wirtschaften, solange man Ökosystemdienstleistungen nicht in die Bilanz einbezieht.

                  1+
                • fingerphilosoph sagt

                  Bingo! Die Emissionen sinken nur im Rahmen gravierender Weltwirtschaftskrisen wie 2008 oder durch Strukturwandel wie im Osten. Sie sinken weder durch die staatlich verordnete Energiewende noch durch die Polemik der Grünen.

                  Andererseits steigen die Emissionen in anderen hoch entwickelten Industrieländern auch nicht stärker als in Deutschland an, obwohl in diesen Ländern staatlicherseits keine Energiewende durchgepeitscht und das bisherige Wirtschaftssystem nicht im selben Maß wie in Deutschland von Umweltschutzmaßnahmen sabotiert wird.

                  Das heißt, weder die Maßnahmen noch die Polemik sind zielführend, im Gegenteil.

                  2+
                • Stadtmensch sagt

                  „von Umweltschutzmaßnahmen sabotiert wird“

                  Und was soll das für eine Polemik sein? Novo-Polemik?
                  Man muss der DUH und vor allem Trump dankbar sein, dass sie uns in den Arsch treten. Kein Schwein braucht künftig technologisches KnowHow im Bereich Motoren- und Getriebebau für Verbrennungsmotoren. Weiß ich aus erster Hand. Das heißt nicht, dass wir bald alle mit E-Karren rumfahren sollen oder werden. De Zug ist für uns längst abgefahren. Wenn „wir“ in Zukunft noch etwas beitragen wollen zum „wachsenden Wohlstand“, dann eventuell in ganz anderen Bereichen. Da will ich mich jetzt nicht so weit rauslehnen.
                  Was den Energieverbrauch angeht, sieht man hier ziemlich gut, wer was macht.
                  https://www.electricitymap.org/?page=country&solar=false&remote=true&wind=false&countryCode=DE

                  Bei 11t CO² pro Person und Jahr ist hierzulande bei 13% Anteil Siedlungsfläche erst mal kein großartiges Verbrauchswachstum mehr möglich. Die Franzosen kriegen übrigens ihren neuen Druckwasserreaktor nicht hin. Wir dürfen gespannt sein.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Deutschland will Vorzeigenation in Sachen Energiewende und Umweltschutz sein. Mit dem Ergebnis, dass der Deutsche mit 9,15 t CO2 (lt. Wikipedia für 2018) nach den Niederlanden an der Spitze der europäischen Staaten in der Liste der Pro-Kopf-Emissionen steht. Deutschland tönt seit den 80er Jahren in Sachen Umweltschutz und seit den 2000er in Sachen Energiewende herum und verschwendet Milliarden, mit dem Ergebnis, dass jeder Deutsche mehr CO2 verbraucht als jeder andere Europäer bis auf die Holländer. Jedes Jahr ist die Pro-Kopf-Emission in Deutschland gestiegen statt gesunken. Vielleicht würden die Emissionen sinken, wenn man die Leute einfach mal in Ruhe lassen würde, statt sie in den Medien tagtäglich mit Weltuntergangs- und Klimakollapsartikeln in die Paranoia zu treiben.

                  Für die Industrie ist das Gedöns um den Klimawandel eine Riesenchance für neues Wachstum, neuen Profit, neue Produktreihen, neue Märkte.

                  Die Märkte sind gesättigt, der Absatz schwindet, die Wirtschaft lahmt, ergo wird den Leuten eingeredet, dass noch einwandfrei funktionierende Geräte durch neue klimaneutrale ersetzt werden müssen. Was für ein Geschäft! Und was für eine Ressourcen-Verschwendung, wenn die Geräte nicht mehr genutzt werden, bis sie kaputt sind, sondern alle fünf Jahre gegen neue umweltfreundlichere, energiesparendere, klimaneutralere und – haha – ressourcenschonendere Geräte ausgetauscht werden müssen.

                  Das Wachstum ist gesichert, die neuen Märkte boomen, wenn man die Leute dazu bringt, alle fünf Jahre ihr Auto, ihre Heizung, ihren Kühlschrank, ihren Staubsauger gegen eine Produkte auszutauschen, weil diese noch umweltfreundlicher, energiesparender, klimaneutraler sind. Noch besser ist es, wenn man den Staat dazu bringt, die alten Geräte zu verbieten, dann sind die Leute gezwungen, neue zu kaufen. Wow! Einfach genial! Was kann den Newcomern unter den Industriellen Besseres passieren als staatlich verordneter Konsumzwang.

                  Dazu muss man natürlich permanent auf den Konsumenten eindreschen und ihm ein schlechtes Gewissen ein- und den Kollaps herbeireden, sonst funktioniert das neue Geschäftsmodell nicht. Aber die Industrie hat das Problem gelöst. Das besorgen die NGOs, die dafür Greenwashing-Gelder und staatliche Förderung erhalten, und die Stadtmenschen, die das zur Freude der neuen Superreichen ganz umsonst machen.

                  Was für ein Geschäft, wenn allein in Deutschland 45 Millionen Fahrzeuge durch E-Fahrzeuge ersetzt werden müssen. Da wird dann natürlich eifrig in die Klimatrompete gepustet. Bloß was den ganzen Elektronikschrott angeht, da herrscht betretenes Schweigen. Agbogbloshie lässt grüßen. Und wo der Strom herkommen soll, weiß auch keiner. Aber Hauptsache, der Laden boomt erst mal wieder.
                  Wer da sabotiert, das sind die Neu-Industriellen aus dem Silicon Valley, die Kalif sein wollen anstelle des Kalifen und dazu wird die Öko-Bewegung benutzt. Die Gretas dieser Welt merken noch nicht mal, was da läuft, sondern spielen brav die Rolle, die man ihnen zugedacht hat.

                  1+
                • fingerphilosoph sagt

                  Frankreich setzt weiter auf Atomkraft, genehmigt gerade den Bau von sechs Reaktoren und will auch ins Exportgeschäft einsteigen.

                  1+
              • Thomas Apfel sagt

                Lieber Stadtmensch,
                warum beschimpfst du uns Landwirte so? Mach doch aus der konkreten Situation in Deutschland heraus mal ein par umsetzbare Vorschläge, was, wer, wie ändern soll und kann.
                Aus meiner Sicht findet keinesfalls, insbesondere in der Landwirtschaft ein „Weiter so“ (im Sinne von Stagnation) statt. Es wird um Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, gesunde Tiere und Pflanzen gerungen. Im Übrigen auch von vielen Wissenschaftlern, die für die Chemieindustrie arbeiten, schon weil die sich mit Fakten statt mit Wunschdenken auseinandersetzen müssen. Derzeit schießen Interessengemeinschaften wie „IG Gesunder Boden“ oder“ IG Gesunde Gülle“ usw. wie Pilze aus dem Boden. In deren Vernetzung und Wissensaustausch sehe ich ein Riesenpotential für die Lösung vieler Probleme, egal ob im Bio- oder konventionellen Bereich.
                Das entscheidende Kriterium für Nachhaltigkeit ist in den Betrieben aber immer die ökonomische Nachhaltigkeit, zu mindestens so lange der Staat nicht übernommen hat.

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                • Stadtmensch sagt

                  Ich bin der Letzte, der den Landwirten (den letzten ökologisch denkenden Menschen an der Schnittstelle zu unseren Lebensgrundlagen) „in die Eier tritt“, wie es hier jemand meinte.
                  Ich erkenne in den Argumentationsmustern einer „linksgrün ist gleich Menschenhass“ Argumentation aber nicht Konstruktives.
                  Die Lebenserwartung sinkt z.B. auch in USA, dem Vorzeigeland der Demokratie in unserer „Wertegemeinschaft“ und der modernen unbefangenen Landwirtschaft. Das hat ganz andere Ursachen als ein paar Grundregeln, beim Ressourcenmanagement. Wobei ich die Sichtweise Ressourcenmanagement eigentlich ablehne. Ich mag ihre Beiträge und stimme bis auf Novihum fast immer zu.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  @Stadtmensch, was soll ein österreichischer Landwirt von den Grünen halten, wenn die den einzigen Landwirtschaftsexperten, den sie noch hatten, 2017 feuerten, um ungestört den Städtern nach dem Mund reden und damit mehr Wählerstimmen generieren zu können? Und wenn sie darauf stolz sind, eine urbane Partei zu sein, nachdem am Land verstärkt ÖVP und FPÖ gewählt wird?

                  0
      • Thomas Apfel sagt

        Da fällt mir gerade ein, dass mir doch Vergiftungen mit Todesfällen bekannt sind. Und zwar durch DNOC (Di-nitro-orthocresol). Das sogenannte im Obst- und Weinbau eingesetzte Gelbspritzmittel (Selinon) war von seiner Wirkung her eher ein starkes Biozid (Desinfektion) und wurde gegen überwinternde Schädlinge eingesetzt („Austriebsspritzmittel“) .
        Es war Bayers erstes synthetisches Insektizid (Antinonnin) und wurde in seit 1892 bis Ende der 70-iger in Deutschland und bis 1992 in Europa angewendet. Wegen der stark ätzenden Wirkung wurde es 1925 auch als Getreideherbizid (Dinitrol) gegen einjährige Unkräuter zugelassen. Genau aus dieser Anwendung sind aus den ersten Jahren der DDR-Landwirtschaft Vergiftungsfälle bekannt. Der Grund war, dass beim Spritzen auch nebenbei mal ein Bierchen getrunken wurde. Alkohol in Verbindung mit DNOC kann das zu langsamem wie auch akutem Leberversagen führen. Das war bekannt, wurde aber oft nicht ernst genommen.
        Von solchen giftigen Mitteln sind wir heute meilenweit entfernt.

        0
  15. Piet van Veghel sagt

    sehe auch den Vortrag von Prof. Tiedemann: „Pflanzenschutz: Eine Herausforderung für die Zukunft“

    0
  16. Brötchen sagt

    Thomas guter Artikel! Wenn ein Text in HTML rübergezogen wird funktionieren Tabellen nie!
    Das müsste alles direkt in HTML kodiert werden.
    Deshalb kannst du üben, was du willst.

    1+
  17. Einfacher Bürger sagt

    Guter fachlicher Bericht. Super das signum bei dir nur noch in Ultraspur gefunden wurde also bei deutscher Produktion alle Kontrollwerte weit unterschritten. Ob nun die ausländischen Nahrungsmittel auch so gesund sind. Aus diesem Szenario könnt doch ein guter aber leider nur ein guter Pressemensch einen Pro heimische Landwirtschaft und heimische Lebensmittel Artikel schreiben. Es erweckt aber leider immer wieder das Gefühl das wir Deutschen uns selbst zerstören.

    9+
    • bauerhans sagt

      „dass wir Deutschen uns selbst zerstören“

      wir sind einfach nur SATT,jedenfalls materiell und lieben das Selbstmitleid,was dann dazu führt,dass wir andere beschimpfen,alles nur Emotionen.

      2+
    • Ottmar Welker sagt

      Das verbraucherportal-bw.de nennt in seinem Bericht vom 19.9.19, dass 30% der Obst- und Gemüsesorten Pflanzenschutzmittel enthielten,, selten hohe Mengen.
      In Futtermitteln einmal Raps und zweimal Sonnenblumen. Busgelder bis 10 000Euro im Lebensmittelbereich verhängt.

      0
      • ottmarWelker sagt

        Neue Herbizide wie „Sunfire“ und „Corida“ sowie das Insektizid „Fasthrin 10EC“ werden ohne Auflagen jetzt freigegeben: sz.de/wirtschaft/ julia-kloeckner-pflanzenschutz-1.466063 vom 29.10. 19.
        Ein Verwaltungsgerichtsurteil verwirft die Verfügung von Experten, ohne dass die Ministerin Widerspruch einlegte. Mit gleichem Argument der Enteignung wie bei Glyphosat von Vorgänger Christian Schmidt (er wollte gerne CSU Vize sein).
        So beteiligt sich Deutschland nicht anders wie Thailand an einer weiteren Vertiefung der Risse in der Gesellschaft.
        bankokpost.com/thailand/general/1763524/herbicide- ban-row-deepens.
        Bei zwei Herbiziden Diuron, Glyphosat und dem Insektizid Chlorpyriphos werden seit zwei Jahren Verbote oder Einschränkungen bei der Anwendung angehalten und im obigen Artikel vom 2.10.19 zwei Experten bedroht und beide Beführworter von Opfern der Pestizide aus Gremienmitgliedschaften vertrieben und aufgelisted (durch alttestamentliches markieren der zu Bestrafenden), ebenso zwei ihrer Anwälte.
        Kennen wir das bald auch bei uns?
        Wollte die CDU nicht die Pflanzen und Tiere der Allgemeinheit auch schützen?

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        • Schmeckt gut sagt

          Ottmar, was für ein wirres Zeug schreibst du denn. Das Gerichtsurteil beruht auf einem Rechtsbruch gegen Europarecht. Diuron ist schon seit fast 20 Jahren, Chlorpyrifos seit über 10 Jahren in Deutschland für landwirtschaftliche Anwendungen verboten. Allerdings darf Chlorpyrifos noch als Medikament bei Tieren (gegen Parasiten) und Diuron als Biozid in Fassadenfarben gegen Algenbesiedlung eingesetzt werden. Funde dieser Substanzen in der Umwelt werden aber der Landwirtschaft zugerechnet, eine Sauerei. Ich vermute mal, dass die anderen Aussagen auch an den Haaren herbeigezogen sind 😉

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          • Ottmar Welker sagt

            Schmeckt gut nun mal langsam!
            Syngenta. ch in der Schweiz 16.8.19 :
            Pyrinex W-51929 kann ab sofort bis auf weiteres verkauft und angewendet werden wegen aufschiebender Wirkung bis zum Schlussurteil !
            Landhandel-polen.de
            bietet nicht nur für Deutschschweizer oder Österreicher Pyrinex 480 EC an zu 49.90 Euro/Stück
            Dursban 480 EC Dow und Narella D 550 EC-Dow 39.90

            Seit 1973 in Deutschland zugelassen. In der EU seit 2005 bis Januar 2020.
            Das in Verkehr bringen in Deutschland sei 2008 nicht mehr erlaubt und die Nutzung laut Ökotest 28.8.19 bis 2015.
            Gramoxone von Syngenta alias Ciba Geigy alias Novartis und nun chinesisscher Staatsbetrieb.
            Pressemitteilung Nr. 45/07 11.Juli 2007
            Urteil des (Europäischen) Gerichts erster Instanz in der Rechtssache T-229/04
            Königreich Schweden /Kommission der EG
            gegen die Erfordernisse des Schutzes der Gesundheit von Mensch und Tier
            Auf gut deutsch: die nachgewiesenen Parkinsonerkrankungen und die getöteten Hasen wurden verschwiegen und auch nicht später zugegeben oder entkräftet
            Die Behandlung durch die Kommission erfüllt nicht die geltenden Verfahrensanforderungen und die Richtlinie verstößt gegen die Erfordernis des Schutzes der Gesundheit von Mensch und Tier. Die Zulassung ruht daher!

            Europarecht wurde vom Verwaltungsgerichtshof gar nicht in Betracht gezogen bei den deutschen Anwendungsbeschränkungen neuer Mittel.

            Ab 1. Dezember hat ein Gremium in Thailand 10:0 entschieden alle drei Pestizide zu verbieten. Zuletzt hat die amerikanische Botschaft Angst bekommen, dass kein Weizen und Soja mehr importiert von ihnen wird und sich dagegen ausgesprochen, was das Land sich aber verbeten hat. Irgendwie sind die gelagerten Bestände dann frei und geraten vermutlich doch über Umwege in den Handel und Anwendung. In China gelten Verbote ab 9.20.

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            • Schmeckt gut sagt

              Schön, dass sie uns haarklein darlegen, wie wenig Durchblick sie in der Pflanzenschutzmittelzulassung haben. Eine EU-Zulassung hat nicht das geringste mit einer legalen Anwendung in Deutschland zu tun. Das UBA ist Einvernehmensbehörde, dass heißt, dass sie allen PSM-Zulassungen ausdrücklich zustimmen muß. Bei den von ihnen genannten Mitteln wird sie diese Zustimmung niemals geben. Dass die Mittel in anderen EU-ländern zugelassen sind, heißt doch letztendlich, dass sie ihre Kritik überdenken sollten und uns deutschen Bauern eine „saubere“ Arbeit ohne diese „kritischen“ Wirkstoffe zugestehen sollten. Weil sie dies offensichtlich nicht vorhaben, zeigen sie mir, dass es ihnen nur um Krawall geht. Und ganz ehrlich: Was hat deutsches Zulassungsrecht mit Thailand gemeinsam. Richtig, garnichts. Außer, dass die in Thailand erzeugten Früchte durch bilaterale Abkommen ungehindert nach D kommen und ohne Einschränkungen verkauft werden. Es ist bekannt, dass in Thailand sehr viele alte Mittel (mit nachgewiesenen Rückständen) ganz ohne Sachkunde eingesetzt werden. Das Monitoring der Qualitätssicherungsprogramme bei Rückstanden an PSM stellt z.B. deutschem Obst und Gemüse ein sehr gutes Zeugnis aus. Bei O&G aus Drittstaaten sieht dies anders aus. Es wird aber trotz der immer wieder gefundenen Überschreitungen gekauft. Jetzt kommen sie 😉

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