Bauer Willi
Kommentare 41

Was soll man ihm sagen?

Ein junger Mann möchte sich seinen Traum vom eigenen Hof verwirklichen.

https://www.zeit.de/arbeit/2020-01/bauernprotest-agrarpolitik-biohof-existenzgruendung-landwirte?utm_campaign=ref&utm_content=zeitde_redpost_zei_link_sf&utm_term=facebook_zonaudev_int&wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zei.link.sf&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_medium=sm&fbclid=IwAR0i9-z3VcFOdgT6z1y8veCMiQEF36QJDqd8ZmFialcukiIKGR4tpBtOvCU

Hat er eine Chance? Oder ist er wirklich ein Träumer? Soll man seinen Mut beneiden oder seinen Naivität bedauern?

Eure Meinung.

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41 Kommentare

  1. Elisabeth Ertl sagt

    Solchen Leuten ist der Applaus (wenn schon nicht das Geld) der Bevölkerungsmehrheit sicher. Daher wird die Bevölkerungsmehrheit zunächst diese Landwirtschaft durchsetzen – siehe Farm-to-fork und Biodiversitätsstrategie. Die NGOs beherrschen ja mittlerweile die EU. Dann wird es Lebensmittelrationierungen, wenn nicht -mangel geben, und empfindliche Teuerungen, entweder weil Bio-Kleinbetriebe nicht billiger produzieren können, oder weil Bio-Latifundien in der Größe ganzer Fürstentümer alle von sich abhängig gemacht haben und nach dem Dumping (Österreicher wollen bio, aber billig) verlangen können, was sie wollen. Und was dann sein wird, darüber kann nur spekuliert werden. Gegen die Bevölkerungsmehrheit anzuschreiben ist nur deshalb wichtig, damit man nachher nicht gesagt bekommt: Warum habt ihr nichts gesagt? Erreichen kann man damit vorerst nichts.

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  2. Bauer S sagt

    Eigentlich „ Hut ab“ für solchen Träumern. Die Realität wird sie einholen. Musste heute meinen Antrag ändern wegen 270qm ( kleinste Überlappung 6 qm) . Das nenne ich Schikane und moderne Agrarwende😉

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    • Arnold Krämer sagt

      …..das sind die Konsequenzen der Digitalisierung, 0 oder 1, richtig oder falsch. stimmt schon, gibts nicht

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Im Regierungsbezirk Freiburg hat einer die Frechheit gehabt und hat einen Kanaldeckel, der sich auf dem Feld befand nicht herausgerechnet, das war ganz klar Subventionsbetrug. 😉
      Und sie mosern jetzt mit 270 qm rum. 😉

      Der betreffende Mann hatte einen Draht zum Abteilungsleiter und der sprach ein Machtwort, dass es so nicht gehen kann.

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  3. Berthold Lauer sagt

    Wenn dieser junge Mann seinen Traum verwirklichen will, dann soll er es doch tun! Wer sollte ihm das verbieten! Das müssen doch andere weder beneiden noch bedauern! Wenn er darauf setzt dass ihm die Gesellschaft seinen Traum finanziert, und darum geht es ihm ja eigentlich, wenn er in Berlin für mehr Geld demonstriert, wird’s schon schwieriger. Gleichzeitig demonstriert er damit aber auch gegen andere Menschen, die vllt ganz andere Zukunftsträume haben, die vllt von einem großen konventionellen Betrieb träumen! Zählen deren Träume nichts, weil sie nicht politisch korrekt sind? Hätte irgendeiner mit einem solchen Traum solches mediales Interesse erzielt? Demonstriert einer von denen gegen seinen Traum? Ein Hoch auf die Toleranz!!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn der seine Träume auf dem Hof verwirklichen will, dann kann er das tun. Zumindest ich kritisiere das nicht, aber in der Zeit wird diese Form der Landwirtschaft hochgejubelt, ich behaupte, dass dies ein Auslaufmodell ist.

      Die heutigen Bäuerinnen kommen nicht mehr aus dem hintersten Tal und warten auf den Bauern mit 250 Hühnern. Die Frauen heutzutage sind gut ausgebildet, haben ihren Beruf und wollen San Francisco nicht nur auf Bildern sehen.

      Um dem Neid der Leser vorzubeugen, zu den Reisen wurde ich von meiner Frau eingeladen, die ist Arbeitnehmerin, die darf auch Reisen nach Übersee vornehmen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Evtl. findet er ja seine Lebensgefährtin unter den Nachhaltigkeitsanhängerinnen, dann wird sie mind. Flugreisen ablehnen….ja es gibt auch Frauen, die so ticken wie der Ökobauer. Ich behaupte sogar sie sind in der Mehrzahl…..

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wenn man den Link liest, dann weiß man auch, dass er eine Frau gefunden hat.

          „Da Erz direkt nach der Gründung zu wenig Einnahmen hatte, arbeitete er in den ersten drei Jahren zusätzlich im Außendienst eines anderen Unternehmens, verkaufte Saatgut an andere Bauern. Seine Frau bewirtschaftete in der Zeit den Hof. Heute haben die beiden das geändert: Erz kümmert sich mittlerweile um den Hof, seine Frau macht Teilzeit in einem Großbetrieb. Ein Zuverdienst. „Irgendwie müssen wir ja auch Investitionen finanzieren“, sagt Erz.“

          Offensichtlich gibt es solche Frauen, manche suchen ihren Helden bei Bauer sucht Frau, dass es viele von der Sorte gibt, die in romantischer Verklärung in solch einen Betrieb einheiraten wollen, viel leicht solche, die einen Stellplatz für das Pferd brauchen.

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          • Karl Timme sagt

            Und ich habe schon geglaubt der einzige zu sein der den Artikel durchgelesen hat!

            Danke Ehemaliger, warst schneller.

            Habe die Beregnung rein geholt, hatten gestern 14 mm und bis heute Abend 9 mm Regen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ein paar tropfen, mehr war es nicht.

              Der Wetterbericht bringt bis zu 30 Liter.
              Kommt ein Gewitter vorbei, dann kann es die 30 Liter auch in 15 Minuten geben.

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        • bauerhans sagt

          hier hatte einer ne lebensgefährtin mit geld gefunden,welches in seinen betrieb investiert wurde.
          beide hatten den betrieb runter gewirtschaftet,allerdings hatte sie ihr kapital im grundbuch sichern lassen und beim auszug zurück gefordert.
          da musste er land verkaufen und kam nicht mehr „auf die beine“.

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  4. Reinhold Bonfig sagt

    Wenn es ihm Freude macht… Wer Landwirtschaft gleichsetzt mit Nahrungsmittelerzeugung springt zu kurz. Für mich ist Landwirtschaft mehr, nämlich mit dem „Land wirtschaften“. Das bedeutet Unternehmer sein, Chancen suchen und nutzen in, nahe und außerhalb der üblichen Landwirtschaft. Es geht für den einzelnen Landwirt per se nicht nur alleine um Erzeugung von Nahrungsmitteln, sondern um Sicherung und Mehrung des Vermögens ohne sich und die Familie über die Maßen zu belasten. Ich weiß, wovon ich rede aus eigener Erfahrung und in Kenntnis mancher landwirtschaftlicher Betriebe.

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    • bauerhans sagt

      „…um Sicherung und Mehrung des Vermögens ohne sich und die Familie über die Maßen zu belasten.“

      ich bin stadtrandbauer und staune immer wieder darüber,dass meine kollegen ihr bauland in noch mehr arbeit investieren.

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  5. Karl Timme sagt

    Das ist die gesellschaftlich unterhaltene, outdoor Zoo Landwirtschaft.
    Kann ein Geschäftsmodell sein wenn der Betreiber fest im Klientel der Beführworter verankert ist.

    Auch an anderer Stelle entstehen solche Freilichtmusen:
    Aus sich heraus nicht wirtschaftlich zu betreiben, aber als Alibifunktion für den Agrarumbau (-Wende) sehr gut geeignet. Gilt ja auch für den ABL bei WES.
    Die Unterstützung der Medien ist hier gewiss.
    Beispiel NDR hier wurde ein Beitrag unter zwei verschiedenen Titeln zweimal gezeigt.
    Der beschriebene Betrieb ist genauso unwirtschaftlich wie der Betrieb aus der Zeit,:

    https://www.youtube.com/watch?v=1TLobCiO7gg

    https://www.youtube.com/watch?v=i7kTgHg-SeI

    Es steht noch die neu Ausrichtung der GAP und farm to fork an. Dieses muß Medial unterstüzt werden! Dabei wird hier weitaus professioneller vorgegangen wie bei unseren Berufsverbänden.

    Herr Erz hat seine Berufung gefunden und soll sie ausleben. Er muss aber auch wissen, wenn seine Unterstützer Ihr Ziel erreicht haben, lassen Sie Ihn fallen oder wenden sich gegen Ihn. So hat das die Windkraftindustrie, die Biogasindustrie, Solarindustrie u.a. erlebt.

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    • Arnold Krämer sagt

      …. das ist ja auch alles -Industrie und kapitalistisch und böse und nicht bäuerlich.
      Ja, Sie haben recht, man wird solche Menschen fallen lassen, entweder weil kein Geld mehr dafür vorhanden ist, oder weil ihr Modell letzendlich doch eigentumsbasiert und damit kapitalistisch ist.

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      • Karl Timme sagt

        Herr Krämer,
        meine Wortwahl bei den Beispielen hatte mich auch erst inne halten lassen. Aber als die Befürworter oder Puscher der Windenergie mitte der 1990 die Energiewende propagierten, spachen Sie noch nicht von der Windindustrie, heute bezeichnet das gleiche Klientel diese Branche als Industrie und mehr.

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        • Stadtmensch sagt

          Ist nicht die gleiche Klientel. Heute ningeln die Neo-Romantiker über die Verschandelung der Landschaft. Konrad Adam „Kampf gegen die Natur“ ist ein prominenter Vertreter. Oder unser Fingerphilosoph. Wohlstand wollen sie alle, aber dass man mittlerweile einen Todesstern dafür bauen muss, will ihnen nicht in den Kopf. Kohle und Gas sind bald alle und hier frönt man dem Kapitalismus mit 40TSD Euro Pacht pro Monat pro Windkraftanlagen-Standort. Für Vermögensbildung. Oder Abwrackprämie für Rendite bei Dino-Technologie.
          Die Chinesen werden ganz ruhig an uns vorbei ziehen. Solche Mäzchen gibts da nicht. Den letzten Satz nehme ich zurück. Davon habe ich keine Ahnung.

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          • bauerhans sagt

            die chinesen werden uns übernehmen und dann gehts aber los!
            ich werde aber wohl nicht dabei sein.

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          • Karl Timme sagt

            Haben Sie Herrn Tritin als BMU und Frau Künast als BMEL unter Schröder zugehört? Dann hören Sie mal heute hin.

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        • Karl Timme sagt

          Um am Beispiel Windenergie zubleiben, der propagierte zukunftsfähige Wirtschaftszweig (Anlagenbauer Enercon) kam nach Änderung des EEG in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
          Zeig sich doch hier die sehr hohe Abhängigkeit von politischen Entscheidungen und nicht vom individuellem Wirtschaftlichem Vermögen (Managment).
          Diese starke politische Abhänigkeit bei derart gepuschten Unternehmungen sind in einem hohen Risiko der wechselnden Politischen Mehrheit ausgesetzt.

          Diese Freilichtmusen mögen eine Touristische Attraktion werden und damit Ihr Einkommen generieren, das hat aber mit Landwirtschaft wenig zu tun.

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          • Arnold Krämer sagt

            Beispiel Windenergie:
            Der gebürtige Emsländer Aloys Wobben, Gründer der Firma Enercon, Sitz in Aurich, Ostfriesland wurde vor wenigen Jahren von der Regionalpolitik gedrängt, auch ein Zweigwerk zur Herstellung von Windflügeln im emsländischen Haren zu bauen. Nach 2 oder 3 Jahren war die Firma insolvent. Die großen neuen Hallen stehen leer. Gleich nebenan brummt es seit etwa 15 Jahren bei Emsland-Frischgeflügel (Rothkötter), weil Hähnchenfleisch im Markt gut angenommen wird und ohne Subventionben auskommt. Das aber nur am Rande.

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      • Bührmann sagt

        Wenn es funktioniert sei es ihm gegönnt aber ich würde ihn aus eigener Erfahrung als Träumer bezeichnen, ich mache nämlich fast das gleiche als konventioneller Landwirtschaftsmeister im Kreis Oldenburg Nds. Hier herrschen hohe Bodenpreise und Konkurrenzdruck und ich bräuchte ebenfalls 300.000€ um einen Resthof mit ein paar ha Fläche zu kaufen, um meinen 5ha Pachtbetrieb wirtschaftlich zu erweitern. Ich halte aktuell im Nebenerwerb 350Legehennen im Mobilstall mit Direktvermarktung aber für ein gutes Einkommen bräuchte ich ca. 1000 Hühner und dann sollte man zur Sicherheit immer noch einen anderen Job haben um regelmäßige Einnahmen zu haben, ansonsten ist das finanziell sehr wackelig
        Aber die Einstellung des Herrn Erz zur zur konventionellen Landwirtschaft strotzt nur so von Klischees, der Artikel fällt schon fast in die Kategorie Lügenpresse

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  6. Friedrich sagt

    In Deutschland ohne Grundbuch schwierig , fast unmöglich. Z.B. in Dänemark mit 10-15% Eigenkapital mit den Banken machbar. Wende dich einmal an den dän.Bauernverband.
    Habe Kontakt zu einem Deutschen , dessen Vater einen Hof in Dänemark gekauft hat . Er hat jahreland beim dän. Bauernverband gearbeitet und jetzt eine riesige Biogasanlage leitet.

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  7. Christian Bothe sagt

    Ziemlich mutig von dem Jungbauern Erz. Warum er die Ökoschiene favorisiert,auch wenn er es gelernt hat,erschließt sich mir aber nicht. Dann die Unternehmenstätigkeit gleich mit Protesten in Berlin zu beginnen? Ist das der Weg für eine effektive zukunftsfähige LW von der er und seine Familie leben kann? Bevor er sich weiter „verrennt“, sollte er in Kontakt treten mit erfolgreichen Konvis der Region. Nichtsdestotrotz wünsche ich ihm eine erfolgreiche Zukunft in der LW.

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  8. Arnold Krämer sagt

    Wenn die Journalisten doch nicht so häufig dummes, manchmal auch entlarvendes Zeug von sich geben würden! Schreibt der Autor Gutensohn doch gleich im 1. Abschnitt.

    „Dort will er (Johannes Erz) gegen den Schwund der Bauernhöfe demonstrieren. Und für die Agrarwende – also für eine ökologischere Landwirtschaft. Denn das ist sein Geschäft“.

    Wenn jemand von Geschäft redet, dann ist Einkommenserzielung (und zusätzlich Vermögensbildung) gemeint und nicht Selbstverwirklichung. Und ein gewisses Einkommen braucht auch Herr Erz (als Junggeselle weniger, als Familienvater mehr, seinen Status erfahren die Leser aber nicht).
    Das Einkommen eines Landwirts besteht grundsätzlich immer aus drei Komponenten:
    – Landw. Gewinn = Menge x (Stückpreis-Stückkosten)
    – Transferzahlungen des Staates
    – Sonstige Einkommen (aus anderen Tätigkeitsfeldern, z.B auch einer Ehefrau)

    Aufgrund seiner Betriebsgröße (250 Hühner und 10 ha Land mit Kartoffel- und Kürbisanbau) ist J. Erz versteckt arbeitslos und muss seine Lohnansprüche (=Einkommensansprüche), auch wenn sie sehr gering sein sollten, auf wenig produzierte Eier, Schlachthühner, Kartoffeln, Kürbisse) verteilen. Er hat also extrem hohe Stückkosten, die er kaum über entsprechende Stückerlöse erwirtschaften kann. Er braucht also möglichst hohe staatl. Transferzahlungen, die an die Arbeitskraft (hier allerdings völlig unterbeschäftigt) gekoppelt werden sollen (so die allg. Verbändeforderung). Das ist aber ein versteckt sozialistisches Modell, das auf Dauer nicht reicher, sondern alle ärmer macht.

    Erz braucht Ausdauer und mehr als nur ein paar Eier, Kürbisse und Kartoffeln. Aber mit viel Kreativität und großer Anspruchslosigkeit kann er ja die „Kurve kriegen“. Warum nicht? Und die Journalisten müssen das Ganze nicht „hochjubeln“ und suggerieren, mit einer solchen Form von Landwirtschaft die immer urbaner werdende Bevölkerung satt zu bekommen, die Umwelt zu schonen und die Welt zu retten. Da sie das aber seit über 30 Jahren tun, hat sich davon schon eine Menge in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt. Die Leserbriefe zum Artikel in der „Zeit“ und die aktuellen Strategiepläne der EU- Kommission und der Bundesregierung sind ein klarer Beleg dafür. Die politischen Apparate sind bereits entsprechend besetzt.

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  9. Mark sagt

    Ob er es schafft oder nicht, ist für mich zweitrangig. Es wird immer und überall welche geben, die es schaffen und solche, die es eben nicht schaffen. Für mich viel entscheidender ist die Botschaft, welche von dem Artikel ausgeht. Deutlich wird diese, wenn man sich den Tenor der ca. 300 Kommentare zu diesem ansieht. Da werden wieder mal sämtliche Klischees gegen die bestehende Landwirtschaft bedient und dem gegenüber einer realitätsfremden, naiv illusorischen Heileweltlandwirtschaft gefrönt. Die Ahnungslosigkeit der Kommentatoren ist erschreckend, wenn es das Geschäftsmodell des Neueinsteigers ist, diese Ahnungslosigkeit zu reiten, so ist dies entschieden abzulehnen.

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    • bauerhans sagt

      das findet man bei allen artikeln dieser art in der presse und wenn ich aus der praxis kommentiere,werde ich „niedergeschrieben“ oder der kommentar wird als unsachlich gelöscht.

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    • Obstbäuerin sagt

      Wenn ich meine Enkelkinder besuche, fahre ich an dem Betrieb vorbei. Dass er seinen Traum von Landwirtschaft a lá Eberswalder Ausbildung in der Tat verwirklichen will, ist schon lobenswert, weil die wenigsten aus dieser Bildungsstätte einen Betrieb übernehmen oder selbst in der Praxis arbeiten wollen. Dort werden Biodiversitätsberater, Ernährungsberater und ähnliche Berufsbilder kreiert und jährlich auf den Berufsmarkt entlassen. Was die Förderung betrifft, wurde wohl ein größerer Betrag unter den Tisch fallen gelassen.
      …Trotz der steigenden EU-Subventionen sind viele Höfe nicht rentabel und oft fehlt ihnen der Nachwuchs. Die Folge: Es gibt immer weniger, dafür aber immer größere Bauernhöfe. Aus Sicht von Umweltschützerinnen und Biobauern, die am Samstag demonstrieren, ist das ein Problem. Denn industrielle Großbetriebe setzen häufiger Pestizide, Herbizide und Insektidize ein, tragen damit ihren Teil zum Bienensterben bei. Sie schädigen mit ihrer Dauerbewirtschaftung, der ständigen Wiederbepflanzung, die Bodenfruchtbarkeit und können mit ihrer Größe oft keine artgerechte Tierhaltung garantieren…. Abgrenzung durch eigene Überhöhung und Verunglimpfung der Gegenseite funktioniert scheinbar immer.
      Ich würde ihm sagen, mach weiter, wenn es dir Spaß macht aber bleibe realistisch, was deine Stellung innerhalb der Nahrungsmittelproduktion betrifft. Die Zukunft der Landwirtschaft liegt nicht in solchen unwirtschaftlichen Modellen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Diese ganzen Artikel sind nur Begleitmusik zur Neuordnung der GAP im Interesse der Öko-Branche. Der Betrieb kann von diesem Modell ohne Subventionen keineswegs überleben. Beim Boden handelt es sich um einen Auentonstandort (65 – 80 Bodenpunkte) mit normalerweise hoher Bodenfruchtbarkeit (wenn genügend Wasser da ist). Die Nachbarbetriebe investieren gerade stark in Beregnung. Die Kaufpreise liegen bei 30.000 €/ha, Pachtpreise um 400 – 500 €. Das ist mit extensiver Bewirtschaftung nicht zu erarbeiten.
      Diese Demo´s gehen letztlich um den Anspruch des NABU-Konzeptes für die GAP Umgestaltung: Jede Bio-Fläche soll als ÖVF betrachtet werden und mit 1.350,- €/ha Förderung versehen werden. Das wären für Herrn Erz jährlich mehr als 8.000 € mehr vom Steuerzahler als jetzt, da lohnt es sich schon mal zu ner Demo zu fahren. Der Betrieb dürfte nach meiner Einschätzung und KTBLGrundlage ca. 25.000,- € Bruttowertschöpfung generieren. Das ist ganz ordentlich, setzt aber 80 % Direktvermarktung voraus. Dieser Prozentsatz wird von dem Betrieb m. Erachtens auch realisiert. Damit ist diese Nische aber mit 10 ha für die 15.000 ha Umgebung auch abgegessen. Also definitiv „Spielwiese“ die mit dem „Ablassfaktor“ dieser moralisch aufgeladenen Community kalkuliert. Wenn sie doch nur machen würden und mal das Maul halten würden und sich über ihre Nische freuen würden. Aber nein, es muß immer die ganz große Nummer der Natur,- Welt,- und Ernährungsrettung sein. Einfach nur noch zum kotz….. .

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  10. Günter Reichard sagt

    Zukunft hat nur, wer Visionen hat.
    Mehr denn je wird dies die Landwirtschaft betreffen.
    Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen

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    • Reinhard Seevers sagt

      Stimme voll zu. Es ist mit diesem Beispiel aber eine andere Intention verbunden. Man will suggerieren, dass diese Form der Bewirtschaftung eine Wegweisende sei und man will dokumentieren, dass sie nicht unterstützt wird, sondern eher behindert wird.
      Beides finde ich ein fatales Signal an die Mehrheit der Bevölkerung.

      Jedes start-up Unternehmen muss seine Geschäftsidee mit einem Plan untermauern und finanzieren. Die Motivation der Ideeninhaber setze ich voraus.
      Ich habe vor 10 Jahren einen Milchviehbetrieb betreut, der finanziell so am Ende war, dass keine Bank im auch nur den laufenden Betrieb finanzieren wollte. Man hatte ihm sogar einen Betreuer an die Hand gegeben, der jeden Euro kontrollierte.
      Gemeinsam mit der LWK und der GLS- Bank haben wir den Betrieb auf neue Beine gestellt und heute melkt er 100 Kühe und produziert Biomilch. Wenn der Plan stimmt, ist auch der Finanzier bereit zu helfen. Wenn aber lediglich der Steuerzahler moralisch dazu verpflichtet werden soll diesen Betrieb besonders zu fördern, weil er vermeintlich der „Gute“ ist, dann ist das für mich inaktzeptabel.

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  11. Andrea sagt

    Ganz genau so habe ich angefangen. Bin ausgelacht worden, haha, hoerst sowieso nach 14Tagen auf, eine Frau und Rinder…
    Das war 2003.
    Danke, es geht anders.
    Jetzt, 40 Milchkuehe Rotbunt DN, Ferienbetrieb, Kursprogramm. Wir leben gut davon. Nicht mehr Subventionen wie ein anderer Betrieb, aber wohl viel weniger Kosten.
    Ja, ich finde, jeder Mensch, der beginnt, hat verdient, das man ihr oder ihm Mut macht!

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    • bauerhans sagt

      Andrea,du bist ja auch eine sehr willensstarke ausnahmepersönlichkeit!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Ferienbetrieb, Kursprogramm“

      Wo genau wird jetzt das Geld zum Leben verdient?

      Es gibt genug Betriebe, mit Gästezimmer, Hofladen, Hofkäserei usw. Die haben genug Geld, weil sie keine Zeit haben, dieses Geld auszugeben.

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    • Inga sagt

      Eine Frau und Rinder?
      Wer hat die meiste Melkarbeit dieser Welt mit Kühen gemacht?

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      • knuffel61 sagt

        Wir hatten 45 Milchkühe in einen offenen Laufstall auf Festmist. Eigentlich die natürlichste Art die Kühe zu halten. Der Betrieb konnte keine Fördermittel beanspruchen bei der Umstellung von Anbindung auf Laufstall, da in den Jahren diese Art der Umbauten nicht gefördert wurden. Letzt Endlich hat der Betriebsnachfolger aufgeben müssen, da der Arbeitsaufwand zu hoch gewesen ist.
        Also als Familienmitglied habe ich genug Euter massiert, nach meiner regulären Arbeit. Aber meist wird die Arbeit im Melkstand von Frauen erledigt.

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  12. Reinhard Seevers sagt

    Ich hatte den Bericht im Januar bereits gelesen. Ich finde das einfach peinlich, naiv und träumerisch. So eine Einstellung gibt es wohl nur in diesem Land. Diese Dauermoralisierung gegen die „normale“ Landwirtschaft und die Höherstellung einer spinnerten Idee eines Hobbybauern. Und dann soll dafür der Steuerzahler noch Geld geben?
    Wer eine solche Klitsche anfässt und so viel Geld investiert, der kann ökonomisch nur mit Hilfe moralisierender Teile der Bevölkerung seinen Weg finden. Ich wünsch ihm alles Gute, aber ich bin mir fast sicher, dass er das wirtschaftlich nicht überleben wird.
    Es sei denn Spender und Förderer zeigen uns allen, dass es auch anders geht: Nicht denjenigen subventionieren, der die meiste Fläche hat, sondern denjenigen, der die schlechteste Idee hat.

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