Bauer Willi
Kommentare 70

“Veredlungstag”: Abwarten, Stillstand, Resignation… und die Nische

Arnold Krämer, im Emsland ansässig, wollte im benachbarten Kreis Cloppenburg mehr über Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung der Schweinehaltung erfahren. Was daraus wurde? Hier sein kurzer (subjektiver) Bericht:

Der Veredlungstag 2023 des Deutschen Bauernverbandes (DBV) wurde am Dienstag in Cloppenburg, also mitten in der Hochburg nicht nur der deutschen Schweineproduktion, sondern auch der Geflügelhaltung und -mast durchgeführt. Trotzdem ging es thematisch ausschließlich um die Schweineproduktion und ihre Zukunftsaussichten, weil dieser Betriebszweig das größte verbandspolitische Sorgenkind des DBV ist. Das liegt vor allem daran, dass sich Medien, Politik, Gesetzgeber und Verwaltungen sich fortwährend und fast vorrangig an der Ferkelerzeugung, der Schweinemast und der Ernährung mit (Schweine-) Fleisch abarbeiten. Die Nachfrage geht stetig zurück. Gleichzeitig werden mit der Begründung „Tierwohl“ die produktionstechnischen gesetzlichen Daumenschrauben immer weiter kostensteigernd angezogen. Und der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) verkündet ehrgeizige eigene Nachfrageziele beim Fleisch bezüglich der Haltungsformen, die über dem gesetzlichen Standard liegen.

Nach zwei sehr schwierigen Jahren konnten die Schweinehalter im letzten Wirtschaftsjahr überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen. Die aktuelle wirtschaftliche Situation steht allerdings im krassen Gegensatz zur Stimmungslage im Berufsstand. Dieser war zahlenmäßig nur schwach vertreten, obwohl die Maisernte in der Region praktisch abgeschlossen ist.

Befremdliches mussten sich die Teilnehmer anhören durch den Vertreter der Firma Lidl. Diese verkündet hochtrabende Ziele und setzt bei ihrer Strategie auf „bewusste Ernährung“ der Verbraucher und auf „klimaeffiziente Produktion“ bei den Landwirten, hat also klassische „Fremdsteuerung“ im Auge. Bekanntlich geht das aber meist schief.

Eine eher nüchterne Sicht der Dinge vermittelte dann der Direktor der niederländischen Firma Connecting Agri&Food, Gé Backus. Er führte aus, dass 2050 rund 84% der Menschen in Europa in großen Städten leben werden und für 85 % ist bereits heute und bleibt auch zukünftig das begrenzte Haushaltseinkommen ausschlaggebend für die Bezahlbarkeit von Lebensmitten. Europa könne es sich nicht leisten, gleichzeitig auf Nachhaltigkeit und Effizienz in der Lebensmittelerzeugung zu verzichten. Dazu seien aber „bahnbrechende Innovationen“ nötig, für die gleichzeitig Landwirte wie Gesetzgeber und Genehmigungsbehörden verantwortlich seien.

Und dann hörte man auch einen Satz, für den zurecht Bauer Willi die Urheberschaft beanspruchen darf. Der Vertreter der Firma Vion, einem genossenschaftlichen, niederländischen Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen mit mehreren Produktionsstätten auch in Deutschland sagte: Wir können die Schweinefleischproduktion nicht schieben, sie muss durch kaufkräftige Nachfrage gezogen werden. Wie es aber damit aussieht, wissen die Landwirte zu Genüge. Und sie erfahren immer wieder auch die nicht vorhandene Bereitschaft des Staates, die kostentreibenden nationalen Alleingänge in den Produktionsvorschriften dauerhaft finanziell zu stützen, was bei offenen Grenzen in der EU aber unumgänglich ist, wenn man eine gewisse nationale Eigenversorgung nicht aufs Spiel setzen will. Stichwort: Systemrelevanz!

Ein guter informativer Bericht eines engagierten Schweinemästers aus der Lüneburger Heide zeigte den Zuhörern, dass es produktionstechnisch durchaus möglich ist, dauerhaft auf einem hohen Tierwohlniveau zu produzieren. Die ökonomische Basis dafür ist wie in allen vergleichbaren Fällen auch aber die „Sondervermarktung“, also Nischenproduktion. Und damit ist eigentlich alles gesagt.

Abwarten, Stillstand, Resignation, Agonie, ganz vereinzelt aber auch der mutige (übermütige?) Sprung nach vorn, so lässt sich die aktuelle Lage im Sektor beschreiben.

Gastartikel stellen die Meinung des Autors dar

Und so berichtet die Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/regional/niedersachsen/ndr-schweinebauern-in-sorge-schweinefleisch-weniger-nachgefragt-100.html

Und auch das hier passt gut zum Thema: Woher kommt Haltungsstufe 3 und 4?

https://www.br.de/nachrichten/bayern/nur-noch-fleisch-aus-den-haltungsformen-3-und-4-wo-soll-es-herkommen,Tt9pHOt

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70 Kommentare

    • Brötchen sagt

      Hebamme hab ich auch gesehen…..was erwartet der Kollege von dem Herrn Ö.

      Immer schön brav bleiben, dann wird es bestimmt werden.
      Und auf keinen Fall niemals AFD wählen, auf gar keine Fall!

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      • Ferkelhebamme sagt

        “Der sollte den Preis ganz öffentlich nicht annehmen…das wäre ein Zeichen.”
        Nein, wäre es nicht. Das hätte einen Satz in der Fachpresse gegeben und wäre sonst nirgends wahrgenommen worden.
        Er hätte die Aufmerksamkeit für sich nutzen können, sich bauchpinseln lassen können für den Schritt, den er betrieblich gegangen ist, ganz im Sinne der Regierung. Er hätte sich instrumentalisieren lassen können, nach dem Motto: seht doch, es geht. Selbstoptimierung. Hat er aber nicht. Er springt für andere in die Bresche und wagt es, Özdemir auf großer Bühne direkt und emotional zu kritisieren. “Tun Sie was!”
        Das ist öffentlichkeitswirksamer als Rukwieds Rede zum Veredelungstag.
        Meinen Respekt hat er. Ich hätte mir auf der Bühne in die Hose gemacht.

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      • Brötchen sagt

        Zum Beispiel!

        Wenn Özdemir tätig wird, dann nur für seine Interessengruppen!
        Wer das noch nicht begriffen hat, weiß ich auch nicht.

        Was mich wundert hier geht es großen Bevölkerungsgruppen an die Existenz und die Politiker wundern sich, warum sich plötzlich eine gewisse Wut aufstaut.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Dann hätte er sich vorher gar nicht bewerben dürfen…er wird ja nicht vorgeschlagen für den Preis, man muss sich aktiv bewerben.

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        • Brötchen sagt

          “Die Bewerbung zum CERES AWARD kann auch über die Nominierung Dritter erfolgen.”

          Bist Du dir ganz sicher ?!

          Die Kollegen die den hier bekommen haben, bezweifel ich, dass sie sich direkt beworben haben.

          Gut es wäre ja nur ein Anlass Öffentlichkeit zu bekommen.
          Weil es gibt ja einige die haben automatisch immer “Öffentlichkeit”.
          Der normale “Arbeiter” nicht.
          Deswegen wundern sich die welche ersteres haben, das sich schnuckiPurzel7865 erbost äußert.
          Wie konnte der nur……

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    • Schmeckt gut sagt

      Wo wir gleich beim Thema “klarer ansprechen” sind: wie wäre es denn, wenn wir einfach mal nicht zur Agritechnika gehen? 90% der heutigen Betriebe können sich die dort gehypte Technick eh nicht a) leisten oder b) sinnvoll einsetzen. Das wäre ein überdeutliches Zeichen an die Politik. Zeige uns den Weg des Geldes und schon erkennst man, wie es wirklich läuft. Im Mainstream laufen ist in der heutigen Zeit gefährlich.

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      • Ferkelhebamme sagt

        Auf der letzten Euro-Tier waren kaum Aussteller zur Schweinehaltung da. Hat außer der Fachpresse jemand Notiz genommen?
        Für Aufmerksamkeit musst du zu anderen Mitteln greifen: einen Frontlader als Galgen nutzen oder so

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  1. Ehemaliger Landwirt sagt

    “Aldi Süd zeigt sich auf BR-Anfrage jedoch zufrieden mit der Entwicklung: “Bereits heute stammen über 33 Prozent des Frischfleischs aus Haltungsform 3 und 4″, schreibt das Unternehmen.”

    Mich würde interessieren, wo das Fleisch mit den Haltungsstufen 3 + 4 verkauft wird, in den Läden in unserer Gegend sind es höchstens 5 %. Bei Lidl ist es auch nicht anders.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Nur Frischfleisch! Der Anteil am Fleischsortiment ist recht gering, davon 33 Prozent, da landest du wohl bei deinen beobachteten 5 %.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ja, Frischfleisch, egal ob Geflügel, oder Schwein. Rinderhack ist alles Stufe 1.

        Bio Qualität kann man mit der Lupe suchen, spielt für uns keine Rolle, weil wir bei Discountern kein Fleisch kaufen.

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  2. Smarti sagt

    Danke Herr Krämer für Ihren Bericht. Nüchtern, sachlich, ohne zu beschönigen und auf den Punkt, wie man es von Ihnen kennt.
    Auf einer Versammlung von Milchbauern kam auch mal ein etwas höheres Tier von Edeka – unglaublich, wie abgehoben und egoistisch der “seine” Ansprüche an uns Tierhalter gestellt hat. So kann ich mir gut vorstellen, wie der Lidl-Mensch argumentiert/ gefordert hat.

    Wenn jetzt der Wolf sich immer weiter vermehren darf in Deutschland, dann werden die meisten Mutterkuhhalter so wie die Schafhalter nicht lange fackeln und aufhören. Das grosse Geld ist damit sowiso nicht zu machen und lange zuschauen werden die nicht. Auch Milch mit Weidehaltung wird weiter zurückgehen und deshalb das Rindfleisch bald einmal knapp und teurer. Pferdehalter mit Offenställen und Weidehaltung ( sehr schlecht wolfssicher zu machen ) treibt es zusätzlich in die nun leer werdenden Rinderställe – dies ist ein guter Zeitpunkt zum Umstellen auf Pferdchen für Rinderhalter die noch Ställe abzuzahlen haben.
    Zusammen mit dem Preisbewusstsein der Verbraucher sind das gute Argumente für Schweinehalter. Geflügel gerät gerade so richtig ins Visier der Tierabschaffer und Naturfreunde. Schaffleisch, Wild und Pferd holt sich der Graue. Rind kann kaum mehr jemand bezahlen – also wird wieder mehr preiswertes Schwein nachgefragt. Wie geht es weiter mit der Zikade bei den Zuckerrüben und Kartoffeln ? Fruchtfolge.. günstigeres Schweinefutter… ich würde sagen totgesagte Leben länger.
    Ob die Veganer ihr Gemüse noch lange vom Ausland kriegen ist auch nicht sicher. Das der Körper sich früher oder später gegen das hochverarbeite Kunstfleisch wehrt ist absehbar.

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    • Brötchen sagt

      Smarti, man hört vereinzelt (noch)

      “Umstellen auf Pferdchen für Rinderhalter die noch Ställe abzuzahlen haben.”

      Das Pferdehaltung nur noch schwer zu finanzieren ist und das gesamte Geschäftsmodell Pferd schwierig wird.

      Aufgrund der allgemeinen Inflation und aufgrund der TA Kosten.

      Bei uns ist in BB und auch was ich in MVP so sehe rel. stabil mit den Weidetieren. (Fleischrinder)
      Man sieht sehr gute Herden mit tollen Tieren.
      So im Detail stecke ich nicht drin. Vor allem Hobbyhalter, die erst sehr euphorisch waren hören auf, was Schafe betrifft. Die Profis bleiben eigentlich.

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      • Brötchen sagt

        Mastgeflügel hat für mich in Zukunft das größte Potential und wird sich sicher noch ausbreiten.

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        • Arnold Krämer sagt

          Dafür spricht die Demographieentwicklung in D. Geflügelfleischesser setzen mehr Kinder in die Welt als die Schweinefleischesser. Bei den Zuwanderern sieht es vermutlich ähnlich aus. Die Nachfrage in D ist weitgehend konstant, anders als beim Schweinefleisch. Und Hähnchenfleisch hat eine deutlich bessere Futterverwertung als Schweinefleisch. Weitere Gründe: Gemeinschaftsverpflegung mit Rücksichtnahme auf Muslime, Geflügel ist einfacher als Convinience-Produkt zu verarbeiten und zu vermarkten.

          Die Tiere sind aber andererseits auch von den benötigten Futtermitteln echte Nahrungskonkurrenten für den Mensch.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            “Geflügelfleischesser setzen mehr Kinder in die Welt als die Schweinefleischesser. ”
            Habe mich stets bemüht, trotz Schweinefleisch.😉🤣

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Heute um 0 Uhr wurde das Thema Wolf bei Markus Lanz behandelt. Bilder von zugerichteten Tieren wurden vernebelt, dennoch wäre es hilfreich, den Wolfbefürwortern, diese Bilder mal zu Auge führen. Aber wer kann es sich leisten, um diese Zeit noch Fernsehen zu schauen, außer ein ehemaliger Landwirt.😉

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      • Smarti sagt

        Bin extra nochmals aufgestanden. Der Herr Lohmeyer hat das richtig gut gemacht. Auch Herr Lanz war schon schlechter, mir hat die Sendung gut gefallen. Die Wölfe sind noch gut 40 km weit weg, haben auch Junge gehabt dieses Jahr. Wir werden die Offenstallanlage mit Doppelstabmatten 2 m hoch einzäunen, oben noch Strom drauf und unten etwa 50 cm tief Beton. Das wird ein Vermögen kosten, aber die Familie ist sich einig, dass dies die beste Lösung ist. Auch die Einsteller werden sich etwas daran beteiligen.

      • Pälzer Buh sagt

        Auch ich habe die Sendung Ausnahmsweise mal angeschaut, was mir fehlte, wie man den Wolfsbestand (dezimiert oder) zumindest Stabil halten soll. Durch Kastration??? Oder ab wann in Dt. der Bestmögliche Bestand erreicht ist. 8.000 oder doch 10.000 Tiere. Darauf stellte Lanz keine Fragen! Wäre aber auch zuviel verlangt von Ihm. Sendezeit leider zu Ende, Ohhh.

    • “dies ist ein guter Zeitpunkt zum Umstellen auf Pferdchen für Rinderhalter die noch Ställe abzuzahlen haben. ”
      Smarti, das sehe ich in dieser Pauschalität ganz anders.
      Schon vor einigen Jahren ist in der Pensionspferdehaltung der Sättigungspunkt erreicht worden. Die Entwicklung ist eindeutig rückläufig, unabhängig von der aktuellen ökonomischen Situation, die das natürlich verschärft.

      Apropos Pferd: Für mich passt das sehr gut zu dem sehr interessanten Bericht von Arnold Krämer. Denn in den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland gab es zumindest ” früher” eine sehr enge Verbindung zwischen den tierhaltenden Betrieben und dem Reitsport/der Pferdezucht.Und schon vor 40 Jahre war es in der Studentenreitgruppe in Kiel ein Thema, ob denn Massentierhaltung auf der einen Seite mit dem doch sehr intensiven Kümmern um das Pferd vereinbar sei. Bzw. wie das ‘ die Betroffenen” mit sich vereinbaren können. Ich erinnere mich an ein sehr intensives Gespräch auf einem Ausritt mit ” Geflügel-Werner “aus Visbek,
      Ganz anders hingegen meine Erfahrungen mit der Fleischindustrie der Region,die durchaus auch sehr starke Verbindungen ” zum Pferd” hat: ” 10000 Euro , gute Frau, keine Ahnung wo ich eine solch unbedeutende Rechnung auf meinem Schreibtisch finden soll”.
      Ja du mich auch😃
      Landkreis Emsland, ein völlig unbedeutender ” Feinkostproduzent” meinte das verkünden zu müssen.
      Hier sehe ich tatsächlich einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen den Nutztierhaltern und der verarbeitenden Industrie. Bei letzteres wird das Tier zum Geschäft abgewertet,bei euch Landwirten habe ich das so noch nie erlebt.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Bei Pferdeleuten ist das anders? Wie viel tausend Pferde hat allein Schockemöhle?
        🤗

        • Klar, Reinhard,der typische Pferdehalter hat mehr als 1000 Tiere. Das ist doch Unsinn . Was soll dieser Kommentar ?
          Ganz offensichtlich ist dir nicht klar, dass viele deiner extrem empathielosen Kommentare zur Tierhaltung den Tierhaltern schaden.
          Das ist eine Einladung für Peta-Aktivisten, was du da machst.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Sorry Lady, ich sehe es eben anders….Spaßhaben mit Pferden mit Nutztierhaltung zu vergleichen ist der Fehler, nicht mein Hinweis auf Schockemöhle. Ich weiß auch nicht, warum du persönlich werden musst, nur weil jemand eine andere Sicht auf die Dinge hat.🤔

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            • Peter sagt

              Einfach im Equidenpass die richtige Entscheidung zur Eintragung als “lebensmittellieferndes Tier” treffen…

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  3. Arnold Krämer sagt

    @UWw, Sie liefern – eigentlich wie immer – viele Stichworte für Widerrede, Zustimmung Nachdenklichkeit u.ä.. Ich will nur einen Satz herausgreifen:

    “Insofern sollte jedes weitere Invest in dieses neuzeitliche Sklaventum innerhalb bäuerlicher Mikroökonomien realiter auf der Kehrseite dieser Medaille detailversesssen durchgerechnet sein.”

    Selbstverständlich muss man richtig (finanzmathematisch) und vollständig rechnen.
    Entscheidend ist m.E. aber letztlich nicht das Rechnen, sondern sind die Annahmen beim Rechnen.
    1. Insbesondere im Schweinebereich investiert man in einen schon länger (wie lange noch?) schrumpfenden Markt (abgesehen von einzelnen Nischen) .
    2. Was kann ich einzelbetrieblich wielange “verkraften”, wenn die Marktpreise (Ein- und Verkauf!) keine Vollkostendeckung erlauben. Will ich/muss ich von den erwartbaren/kalkulierten Gewinnen leben?
    3. In schrumpfenden Märkten lebt der Investor davon, dass andere früher die Tore schließen und Marktanteile, Produktionskapazitäten (hier Boden+Ställe) “freigeben”. Wie schätze ich diese Marktentlastungseffekte ein? (antizyklisch investieren?)
    4. Was darf ich mir (angesichts bisheriger Ergebnisse, meines Könnens, meiner Erfahrungen, meiner Belastbarkeit (monetär wie psychisch) zutrauen. Was trauen andere Banker, Berater, Familienmitglieder) mir zu?

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    • unkomplizizierter Wurzelwicht sagt

      Schreibtischanalysen – fragen Sie sich doch bitte selbst:

      WEN will ich damit jetzt “abholen”!?

      Wie erreichen SIE aber -leider extrem zu spät- eben jene armen Bauernseelen, die sich in ihrer Ausweglosigkeit, verfrüht in jeder Hinsicht, bereits das Leben genommen haben!?

      Haben diese bisweilen -natürlich eine “finanzmathematische” Correctness zunächst grundsätzlich abbedungen, wie irritierend ein solch verbales Ablenkungsmanöver, zumindest für mich- schlicht einfach nicht richtig rechnen können!? Erdrückt am Ende infolgedessen vom vollkommen unüberschaubaren Schuldenberg!?

      …Hochverehrter Herr Krämer, Willi mag keinen “schaukriegerischen Kindergarten” – und er hat Recht! Daher war’s das jetzt von meiner Seite.

      Erreichen Sie hoffentlich das Klientel, das Ihnen zuhören und nach wie vor treu auf dem Fuße folgen möchte…!!! Grundehrlich, ich war da ohnehin nie dabei. 😉

      Übrigens: Ohne gelingende Ökologie auch keine gelingende eigenbetriebliche(!!!) Ökonomie, da können wir soviel finanzmathematisch hin- und herrechnen auf den laut klappernden Computertastatürchen, wie es uns gefällt – draußen vor den Hoftoren spielt nämlich unsere hoffentlich zumeist, immer öfter von Erfolgen gekrönte “Bauernmusi,”… ähm formal korrekt “Bauernmusik”, istrumentalisiert von unseren triumphierenden hofeigenen Orchestern landauf, landab!

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Schreibtischanalysen – fragen Sie sich doch bitte selbst:

      WEN will ich damit jetzt “abholen”!?

      Wie erreichen SIE aber -leider extrem zu spät- eben jene armen Bauernseelen, die sich in ihrer Ausweglosigkeit, verfrüht in jeder Hinsicht, bereits das Leben genommen haben!?

      Haben diese bisweilen -natürlich eine “finanzmathematische” Correctness zunächst grundsätzlich abbedungen, wie irritierend ein solch verbales Ablenkungsmanöver, zumindest für mich- schlicht einfach nicht richtig rechnen können!? Erdrückt am Ende infolgedessen vom vollkommen unüberschaubaren Schuldenberg!?

      …Hochverehrter Herr Krämer, Willi mag keinen “schaukriegerischen Kindergarten” – und er hat Recht! Daher war’s das jetzt von meiner Seite.

      Erreichen Sie hoffentlich das Klientel, das Ihnen zuhören und nach wie vor treu auf dem Fuße folgen möchte…!!! Grundehrlich, ich war da ohnehin nie dabei. 😉

      Übrigens: Ohne gelingende Ökologie auch keine gelingende eigenbetriebliche(!!!) Ökonomie, da können wir soviel finanzmathematisch hin- und herrechnen auf den laut klappernden Computertastatürchen, wie es uns gefällt – draußen vor den Hoftoren spielt nämlich unsere hoffentlich zumeist, immer öfter von Erfolgen gekrönte “Bauernmusi,”… ähm formal korrekt “Bauernmusik”, istrumentalisiert von unseren triumphierenden hofeigenen Orchestern landauf, landab!

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      • Arnold Krämer sagt

        1. “Schreibtischanalysen” (allein) – NEIN, immer den Faktor Mensch mit einbeziehen und letztlich an die erste Stelle setzen.
        2. “arme Bauernseelen, die nicht richtig rechnen können” ???? Der Grad zwischen Mut und Übermut eines landw. Unternehmers beim Investieren ist oft schmal. Das hat nichts mit den Rechenkünsten zu tun.
        3. “unüberschaubarer Schuldenberg” – Man sollte immer zwischen UNPRODUKTIVEN Schulden und PRODUKTIVEM Fremdkapital unterscheiden.

        Die Fragen an den Landwirt in diesem Zusammenhang lauten: Wie konnten SCHULDEN entstehen, was ist der Grund und vor allem wie sind sie abzubauen? Ein ganz, ganz anpruchsvolles Thema. Da die meisten nicht früh genug auf die Bremse treten, nur durch Substanzabbau. Ansonsten nur mit teils massiven Änderungen im Einkauf, Verkauf, teilweise mit Wechsel der Geschäftspartner, Änderungen in Gewohnheiten der Produktionstechnik, Aufgabe von unwirtschaftlichen Betriebszweigen usw, usw.
        Bei FREMDKAPITAL lautet die Frage: Was muss ich tun, damit es produktiv bleibt. Besonders anspruchsvoll bei allen Rindviehhaltern, oft auch bei Schweinehaltern, weniger schwierig in der Geflügelhaltung.

        Kürzlich hat ein Kommentator hier auf ein großes Problem unserer Tage in der Politik und den gesellschaftlichen Diskussionen hingewiesen: Es gäbe nur noch Schwarz oder weiß, 0 oder 1, richtig oder falsch: Die vielen Grautöne dazwischen stehen aber für die Vielfalt der Lebens- und Wirtschaftswirklichkeit!! In diesem Sinne seien Sie froh und dankbar, wenn Sie unangestrengter als andere Berufskollegen durchs Leben schreiten können.

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Super im Abgang….für mich. – Damit ist all den anderen da draußen aber nun wie geholfen!?

          Es rattert immerzu – macht aber bei mir jetzt einfach nicht KLICK!!!

          So geht man die mannigfaltigen Problemfelder allenfalls von hinten an, für meine Begriffe wird das nix.

          Viele Betriebe sind mittlerweile besser beraten, ganz aufzuhören, sofern sie das überhaupt können. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende, das allenfalls viele Bauernfamilien komplett zerstört. Diese phänomenale Sprengkraft ist gesetzt – realisieren Sie das nicht, Herr Krämer!?

          Als ehemaliger Kammerdirektor sind Sie selbst sich aber offenbar keiner Mitschuld bewusst, was die Offizialberatung generell in der Vergangenheit angeht. In unseren verstaubten Amtsstuben waschen sich jetzt alle(!) ihre Hände in Unschuld. Kein einziger Tierhalter hat aber ohne den dortigen “Segen” sein Stallbauprojekt jemals eigeninitiativ realisiert. Heute lässt sich ein solches Invest nicht mehr amortisieren, die treugläubigen Tierhalter schauen damit recht alt aus, stehen vollkommen alleingelassen im Regen, werden sogar mit noch weiteren Zwangsbaumaßnahmen in der Umsetzung auch forthin seitens der Politik überfrachtet!? Wieder sofort verbranntes Bauerngeld in unserem 1000-Prozent-Deutschland.

          Wie lautet Ihr “MEA CULPA” zu eben diesen Vorgängen im zeitlichen Verlauf, werter Herr Krämer. – Haben Sie vielleicht schon immer entgegen einem solchen Mainstream beraten!?… Dann wären Sie tatsächlich die rühmliche Ausnahme!?

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          • Reinhard Seevers sagt

            ‘Kein einziger Tierhalter hat aber ohne den dortigen “Segen” sein Stallbauprojekt jemals eigeninitiativ realisiert. ”

            DAS ist Unsinn und falsch.

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          • Arnold Krämer sagt

            1. “….ehemaliger Kammerdirektor” – Nein, aber fast 30 Jahre Leiter der Bezirksstelle Emsland, immer nah bei den Landwirten.
            2. In der Region Nordwest (Südoldenburg, Emsland, Osnabrück) sind in den zurückliegenden Jahrzehnten die meisten Investionsvorhaben angestoßen worden durch a) die Vorbildwirkung von Berufskollegen nach dem Motto: Wat de kann, könnt wi uk” b) durch die Steuerberater und Buchstellen. Das dürfen Sie mir glauben (müssen Sie aber nicht), schließlich habe ich seit 1981 (mit zwei Jahren Unterbrechung im Politikbetrieb in Hannover) in der Region beraten und Weiterbildung betrieben. In anderen Regionen Westdeutschlands mag das mit dem Einfluss der Offizialberatung anders aussehen.
            3. Für ein MEA CULPA meinerseits sehe ich keine Veranlassung, auch wenn ich der einen oder anderen Familie vor allem in meinen Anfangsjahren als Berater nicht gerecht geworden bin. Da gibt es schon den einen oder anderen, dem ich die spätere sehr positive Unternehmensentwicklung nicht zugetraut hatte. Umso mehr freut es mich für diese Familien.
            4. Die pauschalen Beratungsaussagen der LWK-Zentralen (nicht nur in Niedersachsen) zu Fragen der Betriebsentwicklung auf der Grundlage der Markteinschätzungen habe ich immer sehr kritisch gesehen. Meine Positionen können Sie am besten nachvollziehen, wenn Sie meine Artikel in den letzten 25-30 Jahre in top agrar und vor allem in den DLG-Mitteilungen nachlesen.

            So, jetzt reichts (für heute)!

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            • Reinhard Seevers sagt

              Über die Übertechnisierung sollte man ebenfalls ernsthaft sprechen. Wenn man schon über falsche Investitionen spricht. Gibt genügend Kollegen, die Technik für die dreifache Flächenausstattung ihr Eigen nennen und stolz damit durch die Feldflur fahren.

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Kammerdirektor hatte ich für mich geparkt im Hinterstübchen, war keineswegs als Beleidigung gedacht. – Sorry, wenn ich falsch informiert war.

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          • Bauer Willi sagt

            ukWW
            Hier im Blog muss sich niemand entschuldigen, es sei denn, er hat einen anderen Kommentator ungerecht behandelt oder gar beleidigt.
            “Kammerdirektor” ist zwar keine Beleidigung, aber der Leser versteht, was damit ausgesagt werden soll.

            Ich möchte darum bitten, die Kommentare in der Anzahl und in der Länge auf ein gesundes Maß zu beschränken und ad-hominem-Argumente zu vermeiden.

            Ich möchte, dass niemand frustriert aus der Diskussion aussteigt, weil ein anderer die Diskussion für sich “gewinnen” will.

            Vielleicht beim nächsten Mal überlegen, ob das was man sagen will, die Diskussion wirklich weiterbringt. Und dann auch mal auf einen Einwand verzichten. Fällt schwer, geht aber. Andere können es auch…

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Lieber Willi, ernsthaft zu diskutieren bedeutet für mich, sich gegenseitig auszutauschen.

              In eben solchen gesunden Diskussionen gibt es jedenfalls für mich keine Verlierer oder Gewinner, eher eine Erweiterung des eigenen Horizontes bestenfalls…

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  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Werter Herr Krämer, „reicht die Rente zum Leben!?“ – Dieser Frage widmete sich u.a. Herr Halaschka im gestrigen „STERN TV“ mit erschreckenden Zahlen und Fakten!

    Jeder sechste Deutsche hat keine Altersvorsorge. Ein Leben lang schuften und doch reicht es nicht im Alter!? Wer heute in die Rentenkasse des Staates einzahlt, braucht sich keinerlei Illusion hingeben zu wollen. ALTERSARMUT ist beileibe nicht nur ein imaginäres Angstwort, sie bildet eine überaus reelle erbarmungslose Drohkulisse hier in unserem wohlhabenden Leuchtturm-Deutschland ab; deprimierend für einen hohen quotalen Bevölkerungsanteil.

    Knackige Wahrheiten, enttarnt in einem „Rentenquiz“, basierend auf dem Rentversicherungsbericht der Deutschen Bundesregierung bei STERN TV, hier die Auflösung:

    Mehr als 3.000 € Rente erhalten gerade einmal 50 Rentner(!) hier in Deutschland,
    2.400 € Rente um die 0,6%.
    Von den heutigen Vollzeitbeschäftigten wissen rund die Hälfte aktuell schon, dass sie weniger als 1.500 € Rente erhalten werden, mithin über 9 Mio. Menschen dato in Vollzeitbeschäftigung, denen die eigene Rente in Zukunft nicht reichen wird.

    Diese Rentenlücke steht heute schon synonym für eine katastrophale Altersarmut, wo man einem gravierend verschlechterten Lebensstandard gnadenlos ins Auge schauen muss!!! Viele Rentner müssen infolgedessen dauerhaft jeden Monat Defizite auf dem eigenen Konto aufbauen, sofern Mann/Frau keinen Hinzuverdienst realisieren können.

    Cut…

    Die überaus berechtigte Frage steht hier undiskutierbar im Raum:
    Welcher Rentnerhaushalt kann sich mithin überhaupt Fleisch auf dem eigenen Teller, wie oft, noch leisten!?

    Von den gemutmaßt 84 % jener Menschen in Europa, die 2050 in Städen leben sicherlich nur jener quotale Anteil, der in Wohneigentum lebt, der Speiseplan eben derjenigen, die monatlich Miete zahlen müssen, sieht da erheblich magerer und extrem übersichtlicher aus.

    Viele Diskutanten hier bei Willi gehören gemutmaßt der Babyboomer-Generation an, die meisten kannten vornehmlich nur einen stetigen Aufwärtstrend: Mehr Konsum – mehr – unersättlich mehr.

    Schöner als es Hans immer wieder auf den Punkt bringt, kann man es nicht formulieren:

    Spottbillig muss „das große Fressen sein“, hinter die Kulissen, den erkenntnisserhellenden Blick in unsere stylischen Architektenhäuschen, auf die dortigen Teller, haben wir nämlich nicht. Offenbar werden ganzjährig aber die überfüllten Flughäfen landauf – landab, der Start unserer Sonnenhungrigen zu den malerischen Sandstrandkulissen rund um unseren Globus. In selbigen Reihen ist quasi gefühlt ein solcher „Wohlstandsanspruch“ in unserem Grundgesetz verankert. Der SUV -jene Edelblechkarosse, die Angespartes gerne mal verschlingen darf, notfalls Kredite förmlichst aus dem Hut zu zaubern weiß- vor unseren Discounterhallen entzaubert welchen Detailblick beim jeweiligen Halter in dessen Einkaufswagen beim Verlassen dieser heiligen Hallen!?

    Nur DER(!) Schweinehalter, der heute seinen Stall leert, ist ein guter Schweinehalter. Unser Landwirtschafts-Abschaffungsminister steht glasklar hinter genau dieser Devise.

    Unter dem massiven Druck des gegenwärtig unverhohlenen Anspruchsdenkens unserer stets „kritisch beäugenden“ Wohlstandsbürger, den viele tagtäglich bedrohlich im Nacken sitzen haben, kann kein Schweinehalter die knechtende „Spottbilligerei“ dauerhaft erfüllen. Insofern sollte jedes weitere Invest in dieses neuzeitliche Sklaventum innerhalb bäuerlicher Mikroökonomien realiter auf der Kehrseite dieser Medaille detailversesssen durchgerechnet sein.

    Wer nämlich erst einmal das äußerst bedrohliche Damoklesschwert der „3-6-3-Managerriege“ über dem eigenen Haupte unerbittlich verspürt, kann nicht von heute auf morgen die eigenen Stalltüren soeben mal für immer verriegeln wollen, ohne vielleicht wirklich alles zu verlieren.
    Im übrigen gestatten das auch unsere staatlichen Förderrichtlinien, die dereinst in den Startlöchern stehend zunächst natürlich extrem verlockend wirken, ad hoc vor Ablauf eines exakt definierten Zeitraumes nicht; verlockend süßes Gift mithin bisweilen, das hier zum zusätzlichen lebensbedrohlichen Würgegriff mutiert.

    Entgegen dem, was wir Landwirte während unserer Ausbildung gebetsmühlenartig innert der vergangenen Dekaden eingebläut bekommen haben, sind wir in Reihen unserer heutigen Wohlstandswelten eben gesellschaftlich nicht unverzichtbar. Eine entsprechende Relevanz, die man im „inneren Kreis“ uns gerne vorzugaukeln weiß, entspricht einzig einer unverschämten Makulatur, um bisweilen noch bei Laune zu halten für die immense Billigheimerei.

    Überhaupt nicht einmal randständig gewürdigt ist vorstehend ein latent krankmachender Druck auf die Psyche der Bauern, mit nicht selten fatalen „Kollateralschäden“. – Wo ist derzeit die Selbstmordrate der Bauern in der EU angesiedelt!? Hinterleuchtet diese gerne unter Verschluss verwahrten Dunkelziffern medial grundehrlich transparent!!! Schaut nach in den verstaubten untersten Schublanden unserer Administration…

    Na ja – gegessen wird heute schließlich, was in den Regalen des LEH wächst, aus allen Herren Länder. – Mit Geld, viel Geld, kann man schließlich nahezu alles kaufen, man schreckt dabei vor keiner einzigen dauerhaft hungernden Seele, vor keiner dieser jämmerlichen Kreaturen weltweit zurück, die sich hiergegen nicht zu wehren vermögen. Was bedeutet MORAL heute mit Inhalten gefüllt überhaupt noch; eine bloße Worthülle, gelistet im Duden, mehr nicht…!!!

    Genau das untermauern dato auch die Konflikte in der Ukraine, mitten in Europa, und jüngst auch das bestialische Szenario im Nahen Osten, direkt vor unserer Haustür. Wir vergessen vollkommen, dass wir in vorderster Priorität unsere Welt zielführend befrieden müssen, in der wir ALLE(!) zusammenleben wollen. Wir sprechen heute nicht mehr allumfassend miteinander, tauschen uns aus, weil wir elitär abgehoben offensicht meinen, dass das nicht notwendig sei. Ans Stelle dessen tritt unerbittlich die Eskalation, sprechen zu uns barbarisch eingesetzte Waffen, die mitmenschlich tolerable Grenzen in kastastrophalen Dimensionen überschreiten, so dass eine notwendige Rückkehr an Verhandlungstische kaum mehr möglich scheint. Schon alleine in eben dieser Art und Weise über solche Ereignisse nachzudenken, macht in persona angreifbar. – In welcher Neuzeit sind wir damit aber angekommen!? *** Eben eine solche nüchterne Frage muss gesellschaftskritisch immer erlaubt bleiben….

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Toll geschrieben!
      Bist du eigentlich mehr Philosoph oder Landwirt oder Bauer?

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Ach Hans – diese Beurteilung steht mir nicht zu, dass überlasse ich gerne dir.

        Fühle mich natürlich geehrt und sogar ein bisschen beschämt, als empathischer Mensch meinen Mitmenschen verpflichtet, insbesondere allen Bauern, auch jenen, die für meine Begriffe bisweilen nicht immer Gutes für Ihre Berufskollegen tun… 😉

        Es erfüllt mich bis heute mit großem Stolz, in die Schublade eines gemeinen Bäuerleins gesteckt zu werden – allerdings verortet man mich und meinen Freigeist sicherlich nicht in der Kategorie “Kieselsteine”, anpassungskonform geglättet ohne Ecken und Kanten… 😉

        Ich hätte gerne mehr Zeit für meine Tastatur – das kann/darf aber nicht zu Lasten des hofeigenen Schweißapparates gehen, schließlich kostet jede Werkstattstunde heute mindestens 4-5 Dezitonnen guten, qualitätiv schlechtere 6-7 Dezitonnen “Werkstatt-Weizen”. 😉

        Unsere berufsständische Vertretung verpennt leider alles…!!!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “Die überaus berechtigte Frage steht hier undiskutierbar im Raum:
      Welcher Rentnerhaushalt kann sich mithin überhaupt Fleisch auf dem eigenen Teller, wie oft, noch leisten!?”

      Wenn man alles NICHT kauft was man eh nicht braucht, reicht die Rente auch für Fleisch. Die Frage ist eher, kann man sich noch eine Blut/Schwarzwurst leisten, die kostet das doppelte.
      El landwirtschaftlicher Alterskasserentner

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  5. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Diese Veranstaltungen bringen alle nichts, egal ob Veredelungstag, Bauerntag oder was auch immer. Aber die ausführenden Verbände sind mit Organisation und Durchführung erst mal vollauf beschäftigt. Obendrein lassen sie sich von der Politik, wie z.B. von Hendrik Wüst auf dem Deutschen Bauerntag, einlullen und glauben das offensichtlich auch noch. So wie Hubertus Beringmeier vom WLV: “Herr Wüst hat ein eindeutiges Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft abgegeben”. Worauf warten diese Leute?
    Man muss sich mal klar machen was hier überhaupt abgeht und da ist zumindest die Einschätzung einer ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin ganz hilfreich (auch wenn im Text mal der Begriff AFD fällt), die ja zumindest nach früherer Einschätzung großes geleistet haben:
    https://vera-lengsfeld.de/2023/10/23/7272/
    Einfach mal lesen und Gedanken machen!

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    • Eifelbauer sagt

      EWNASWFEGW
      Möchte mich bedanken für den Hinweis auf den Text der Frau Lengsfeld, die anscheinend noch in der
      Lage ist selbst zu denken,Stellung zu beziehen und Schlussfolgerungen herzuleiten.
      Lesenswert !

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      “Diese Veranstaltungen bringen alle nichts”

      In den 70er Jahren wars so,dass man die Landwirte hinterm Ofen vorlockte,wenn das Thema hiess:”Wie lässt sich der Ertrag beim Weizen steigern z.B. mit der Sorte Maris Huntsman” oder “Was bringen Hybridzuchtsauen” oder ” Wieviel Kühe oder Mastbullen kann ich vom ha Silomais mehr füttern”.Da war die Bude rappelvoll!

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  6. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Bei mir läuft das mit den Schweinen so,dass für Gerste praktisch nichts bezahlt wurde und ich deshalb eingelagert habe,bekomme dann sehr gute Ferkel und füttere eine Mischung mit weniger Sojaschrot und HEU als Beifutter im Grossraumstall.Der hiesige Schlachthof nimmt die nicht,weil ich bestimmte Parameter nicht vorweise.Alle Tiere werden auf der Samstagstour zum Grossschlachter geliefert,der sehr gut klassifiziert.Wegen des Heus muss öfter gespült werden.

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  7. Brötchen sagt

    Achso noch was schönes, gestern im WDR hat ein Schafhalter rumgeheult, weil seine schönen Schafe der böse Wolf gebissen hat.
    Gezeigt wurde der neue Zaun, gaaaanz schick wurde gefördert vom tollen Land was NRW heisst.
    schätze mal ca. 1,4 m hoch……ohhh ja da ist der ja drüber gekommen…..

    Selbst ein Wildschein könnte diesen Zaun mit Anlauf überspringen, ein dreibeiniger Wolf schafft das aus dem Stand und meine Omi in Filzlatschen. :))))

    Aber die Zaunlieferanten wollen ja auch leben…

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    • Brötchen sagt

      Cem geht dann da kontrolliern, aber nein gaaaaaanz wichtig MHD muss unbedingt exakt angepasst werden.

      Früher dachte ich immer, das wird aufwändig ermittelt mit proben usw.

      Nein das schreibt die Firma nur drauf, eine rein rechtliche Sache.

      Da kam heute im MOMA extra ein Beitrag.
      Was geht den Lw. Minister und Foodwatch das MHD an, bezahlen die die Regressforderungen des LEH oder geben dem Kunden das Geld zurück…..die Muddis sind doch die ersten die im Laden rumnörgeln…..aber was ich gestern hier gekauft habe war schlecht, ich will mein Geld wieder haben…..
      verkehrte Welt dieses ….isch liebe deutsche Land….hat sich ausgeliebt…;)

      für unwissende …..https://youtu.be/7IPpUm-pDNw?si=Bk76gON4EcKHfU4l

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      • Brötchen sagt

        achja und Ohje auf dem Acker bleibt ja soviel liegen, da muss der gute Cem unbedingt eingreifen und die Redaktion vom ÖR, aber schade die sind ja dann gerade in Urlaub auf Bali….

        Es bleibt einem nur noch Sarkasmus und Beweissicherung!

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      • Christian Bothe sagt

        Brötchen:“Früher dachte ich immer, das wird aufwändig ermittelt mit proben usw.“Natürlich wird das ermittelt, das MHD! Abgesehen davon gibt der LEH vor wielange ein Produkt, in meinem Falle im Leichtkuehlbereich haltbar sein muss! Bei meinem gelisteten Klossteig waren es 28-30 d!Das bekommt man als Produzent nur hin, wenn man es Labor technisch untersucht und testet! Die Labore der CMA und DLG taten ein übriges dazu, wenn es um die Prämierung ging!

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        • Brötchen sagt

          Ja Christian, Du haftest aber, egal was da drauf steht….das kannst du aufwändig machen bzw. machen lassen, du kannst aber auch würfeln.

          Das obliegt Dir wie Du das machst……du fliegst doch sowieso aus dem Regal, wenn der LEH schlechte Laune hat.

          Zudem ist der Druck der damit gemacht wird ein Einflussfaktor auf Salz- und Zuckergehalt der Lebensmittel !
          Nicht weil Du unbedingt als Klosshersteller Millionär werden willst.
          Ich hab son Teig im Kühlschrank liegen, der ist vermutlich paar Jahre alt 🙂

          • Christian Bothe sagt

            Brötchen: letzteren kannst Du wegschmeißen …So läufst allerdings nicht beim LEH Brötchen wie von dargestellt! Immerhin habe ich fast 10 Jahre den LEH( Globus Deutschland u.a.) bedient! Listungsgespräche sind das entscheidende Kriterium und da ist schon einiges machbar( Bsp: Produktion einer Handelsmarke etc.),wenn man die Konkurrenzprodukte im Auge hat und haben muss!

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            • Brötchen sagt

              Ja Du warst Grossanbieter…..ich hab da anderes gehört….und wann war das nochmal?

              Sicherlich übertreibe ich in die eine Richtung, du aber etwas in die andere Richtung, können wir uns darauf einigen…

              der Teig bleibt noch ein Jahr liegen und dann reklamiere ich den 😉

            • Christian Bothe sagt

              Brötchen: da gibt’s nichts zu übertreiben ! So war es eben! Übrigens war ich ein kleiner Produzent,und vorwiegend in der Region tätig! Meine Kunden waren auch REWE Märkte, GV und weitere Kartoffelprodukte wie Schälkartoffeln (Bio~) und eine Lohnproduktion für einen TK Produzenten in Thüringen! Nun waren das genug Infos für Dich,Brötchen?

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        • Christian Bothe sagt

          Zu den Haltungsstufen des LEH an sich sage ich nur soviel: das wird sich alles wieder beruhigen, weil die Marketingstrategen des LEH nämlich nicht genügend Fleisch aus hiesiger Produktion bekommen werden! Im Übrigen halte ich von diesem ganzen „Zinnober“ Strohschweine etc. garnichts! Es geht nichts über eine industrielle Haltung von Mastschweinen kupiert und kastriert auf Spaltenboden. Das in Grossbuchten und feuchtkruemeliger Fütterung! Das alles bringt ökonomische Ergebnisse(hohe MTZ,niedriger EA, niedrige Verluste)und rechnet sich nach wie vor, wenn man es so will, hohe Schlachtkörperqualitat eingeschlossen…

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          • Ferkelehbamme sagt

            Das ist denen sehr wohl bewusst. Warum fahren sie denn gerade proaktiv die Pflanzenbasiert-Nahrungsmittel-Kampagnen: natürlich aus ökologischen Gründen. Hust.
            Funktioniert dieser Test nicht, sind die Haltungsform-Ankündigungen auch ganz schnell vergessen…

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        • Ferkelhebamme sagt

          ““Früher dachte ich immer, das wird aufwändig ermittelt mit proben usw.“Natürlich wird das ermittelt, das MHD! Abgesehen davon gibt der LEH vor wielange ein Produkt, in meinem Falle im Leichtkuehlbereich haltbar sein muss!”
          Kann sein, dass der Handel bei Einkaufsverhandlungen vorgibt, wie lange etwas haltbar sein muss, grundsätzlich gibt es aber keine Vorgaben/Leitlinien.
          Erstaunlich für so ein durchregelmentiertes Deutschland. Aber dafür bist du als Hersteller ganz allein verantwortlich: du gibst nach eigenem Ermessen das MHD vor (darf auf dem Etikett nicht so abgekürzt sein, weil sie die Leute für doof halten…) und musst regelmäßig testen lasst, ob das auch so passt. Chargennummern nicht vergessen und eine Belegprobe zurücklassen. Das Lebensmittelüberwachungsamt prüft unangekündigt, nimmt Ware mit und lässt sie am MHD chemisch untersuchen.

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          • Christian Bothe sagt

            Ferkelhebeamme: natürlich gibt’s Vorgaben von der Lebensmittelhygiene für die Produkte! Vielleicht habe ich es oben nicht richtig erläutert…In erster Linie haben wir aber das MHD im Betriebslabor ermittelt, um die Vorgaben einzuhalten und den Anteil der notwendigen Additive zu ermitteln!Mein Klossteig war als regionales Produkt auch nur einer von teilweise 4-5 Wettbewerbern inklusive Handelsmarken! Da waren die Lustungsgespräche höchst interessant gegenüber den Anbietern von großen Herstellern in der BRD…

            • Brötchen sagt

              Christian,

              “In erster Linie haben wir aber das MHD im Betriebslabor ermittelt,”

              das war ja auch meine Aussage, wie Du das machst ist dir in rel. breiten Grenzen überlassen…..

              Die Vorgaben macht der LEH!
              Die haben teilweise auch noch eine Qualitätssicherung!

              Du kannst das extrem gewissenhaft machen, wenn was ist, haftest Du.

              Das Futtermittelrecht ist wesentlich detaillierter und auch noch sehr zersplitterter ….als das Lebensmittelrecht.

              Die Hygiene ist klar, die musst Du noch zusätzlich einhalten!

              Ich mache auch seit über 30 Jahren Abklatschproben und Wasserproben…..usw.

              Das hat aber nicht direkt mit Deinem Produkt was zu tun.

              Das musst Du alles dokumentieren und falls was ist, geht das dann auf die Sachen zurück.

  8. Bergamasca sagt

    Wenn ich sehe, wie in Norditalien gerade die Schweinepest wütet – schon 30.000 gekeulte Schweine in nur einer einzigen lombardischen Provinz (entspricht der durchschnittlichen Fläche eines Landkreises in Deutschland), weiß ich nicht, wie die Zukunft mit Offenställen und Auslauf aussehen soll. wenn ich mich recht erinnere, hat auch Herr Donhauser hier schon die entsprechenden massiven Probleme mit der Tierhygiene angesprochen.
    Am meisten Angst machen mir aber die militanten Tierschützer, die haben im Internet schon Namen und Adressen der involvierten Tierärzte veröffentlicht.

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    • Brötchen sagt

      Bergamsca, Du brauchst entsprechende Strohqualitäten.

      Man hat nicht aus Jux und Dollerei Stroh abgeschafft.

      Stroh ist gleichzeitig eine enorme Staubbelastung, was wieder Einfluss auf die Gesundheit von Mensch und Tier hat.
      Stroh braucht Lagerkapazität und Stroh ist immer auch eine erhebliche Brandgefahr.
      Staubexplosion in den Förderanlagen!
      Stroh ist ein ideales Versteck für Ratten und Mäuse. Ideale Zuchtanlagen …Kann ich aus leidlicher ERfahrung sagen.
      Stroh isoliert gut, aber eine Strohmatratze ist im Sommer eine erhebliche Wärmequelle.
      Supermilbenzuchtanlage bei Hühnern.

      Das muss man alles dann mitbezahlen, die entsprechende Arbeit hab ich jetzt noch nicht angeführt.

      Eine Mast in Tiefstreu entweder Schwein oder Huhn ist das einfachste was gibt!
      Brauchste eine Raum ein Podest wo Futter und Wasser und fertich.
      Geld dann von Bank holen.

      Problematisch wenn es mit der Gesundheit hapert und die Schwätzer müssen ja aus einer Großgruppe keine Einzeltiere rausholen….

      Und das was vorher passiert, eh ich die Ferkelz ins Stroh jagen kann 😉

      Ja und was mach ich mit den Bergen danach. Gut viele machen das ja nur, weil sie das für die Biogasanlage brauchen. Muss man immer dazu sagen.

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  9. Frikadellen piet 45 sagt

    schönen guten Morgen das ganze hört sich sehr verrückt an also haben wir auf der einen Seite Verbraucher die etwas wollen aber nicht dafür bezahlen dein Politiker die in der Entscheidung immer kurz umschwenken und damit dem Produzenten das Leben noch schwerer macht machen ich bin ja so gespannt wo das ganze Hin wird und was noch geschrieben wird

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