Bauer Willi
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Transformation oder gesunder Menschenverstand?

Wenn mir ein Begriff so richtig auf den Senkel geht, dann der Begriff der “Transformation”. Weil er das wusste, hat mir Arnold Krämer dann auch prompt einen Artikel aus dem “Cicero” zugeschickt, in dem sich der Autor ebenfalls damit auseinandersetzt (Bezahlschranke) Er hat im Koalitionsvertrag der Ampel nachgezählt: 43 mal taucht der Begriff dort auf, egal ob bei Mobilität, Gesundheit oder eben auch bei der Landwirtschaft. “Reform” oder “Anpassung” reicht heute nicht mehr. In einer Zeit, “in der wir die multiplen Krisen nicht gegeneinander ausspielen dürfen” (Zitat Cem Özdemir) muss es eben die Transformation sein. Dieser Begriff hat irgendwie etwas Bedrohliches, er signalisiert, dass bisher alles irgendwie suboptimal war und nun auf eine höhere, selbstverständlich bessere Stufe gehoben werden muss. Und alle, die es nicht betrifft, sind sich darüber einig, dass an einer Transformation kein Weg vorbeigeht. Doch mit denen, die transformiert werden sollen, redet meist keiner. So ist es auch bei der “Transformation der Landwirtschaft”.

Veränderungen

“Nichts ist so beständig wie der Wandel”. Diese Erfahrung macht jeder von uns jeden Tag. Wenn ich unseren Betrieb von 1960 mit heute vergleiche, so hat sich alles verändert. Aus einem typischen Familien-Gemischtbetrieb mit Kühen, Schweinen, Hühner und Enten ist ein spezialisierter Ackerbaubetrieb geworden, der in einer Kooperation betrieben wird. Das Einkommen reicht schon lange nicht mehr, damit eine Familie zu ernähren. Man kann es bedauern, aber es ist schlicht und ergreifend die Situation. Es interessiert auch niemand und so ist es auch mit dem weiteren Strukturwandel: es interessiert keinen Bürger, keinen Konsumenten.

Gesunder Menschenverstand

In Österreich nennt man ihn auch “Hausverstand”, im englischen “common sense”, was so viel wie Gemeinsinn bedeutet. So ist dieser Begriff auch bei Wikipedia erklärt. Irgendwie hört sich das schon sehr viel sympathischer an, weil es auf Gemeinsamkeit und auf Verbindendes abzielt und verständliche, unkomplizierte Lösungen erwarten lässt.

Am Sonntag sind Landtagswahlen. Es wäre doch schön, wenn sich der gesunde Menschenverstand durchsetzen würde.

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23 Kommentare

  1. Jürgen Donhauser sagt

    Die gelungene Transformation der GRÜNEN spiegelt sich schon in der nächsten Wählergeneration wieder. Entgegen der Annahme und Hoffnung der GRÜNEN hat sich bei der “Jugendwahl” der unter 18-Jährigen in Bayern die Mehrheit für die AfD entschieden und nicht für GRÜNE. Tja, vielleicht haben die von den trüben Aussichten schon die Schnauze voll von den leeren Versprechungen und ideologischen Gängelungen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Als die Jubelgesänge der Grünenanhänger nach der Wahl im Zeit Forum noch im Gange waren, habe ich folgendes geschrieben:

      Ihr werdet noch sehr Enttäuscht werden, von euer Partei, die sitzen jetzt mit an der Regierung.

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  2. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    „Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe,
    Die der Mensch, der vergängliche, baut?“
    (Friedrich von Schiller)

    …Immerhin, …wir reden hier miteinander, leider oft übereinander, aber wir reden!!!

    Wenn wir jetzt nach Israel schauen, so muss jedem verantwortungsbewussten deutschen Demokraten in vorderster Priorität gewahr sein und auch bleiben, dass wir nichts vordringlicher brauchen, als eine Befriedung dieser mehr und mehr aus den Fugen geratenden Welt!!! Unser ganzes persönliches Bestreben sollte in einem gegenseitigen Für- und Miteinander -selbst wenn das so manchen Einzelindividuen bisweilen eine extrem schwere Last aufbürdet- genau in diese Richtung gehen, ansonsten ist es mittelfristig schlecht bestellt auch um unsere Wohlstandsmenschlein auf diesem Blauen Planeten.

    Ich zähle morgen auf Hessen und Bayern, dass die Vernunft obsiegen mag, damit wir Zukunft pragmatisch ideologielos, in kluger Vorausschau nach vorne gerichtet zu gestalten wissen. – Die amusische Ideologenherrschaft der verstetigten Dissonanzen auf unserem politischen Parkett in Bund und Ländern muss aufhören; nicht nur viele Bajuwaren und sicher auch die Hessen sehnen sich förmlichst nach mehr Harmonie in diesem hoffentlich intelligent besetzten Politikorchester. – Dazu bedarf es ergibnisorientierter Gespräche, einem beherzten Anpacken anstelle von erbitterten verbalen Kriegsszenarien krass grüner Potemkinscher Dörfer.

    Ihr lieben Hessen und Bayern – setzt morgen in Vorreiterrolle eure geerdeten ZeitZeichen – das große Versuchsmodell der Proteststimmen-Armada ist Stand heute nachweisbar kläglich gescheitert…!!!

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  3. Arnold Krämer sagt

    Die “Klimakirche” bietet sich mit der geforderten und politisch teilweise eingeleiteten Transformation als neuer Erlöser der Menschheit an.
    Zitat Cicero:” Was jetzt gefordert wird, ist der ganz große Sprung: Nicht Umkehr, sondern Überwindung! Nicht “re” und “zurück”, sondern “trans” und “hinüber” und auf hoffentlich “drüber hinweg”.
    So wie es auch in der Bibel steht: “In der Welt habt ihr Angst, doch seid getrost, ich habe die Welt überwunden.”

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  4. Obstbäuerin sagt

    Laut wikipedia kommt “Transformation (von lateinisch transformare „umformen“)”. Dieses “Umformen” könnte durchaus positiv daherkommen, wenn die Umformer von der Materie ausreichend Kenntnis hätten und das Fachwissen und die Erfahrungen der Umzuformenden ausreichend berücksichtigt würden. Hinzu kommt, dass die Umformer manchmal ganz andere Interessen verfolgen, als eine Umformung im gesamtgesellschaftlichen Interesse.

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    • Schmeckt gut sagt

      Es geht fast ausschließlich um Penunse, Knete, Cash… Der Heiligenschein ist hilfreich, aber zu oft (und deutlich erkennbar, wie bei dem gestrigen Post) eher “scheinheilig”.

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  5. Ludwig sagt

    Ich verbinde das Wort Transformation von den Regierenden als Vernichtung oder Kleinmachen des Vorhandenen mit dem Ziel den Umbau des Staates in Richtung DDR 2.0 voranzutreiben. Wirtschaftlich gesehen hat das nichts mit dem gesunden Menschenverstand zu tun , sondern mit Abwracken und vernichten unseres Wohlstandes . Ich kann nur hoffen , daß bei den anstehenden Landtagswahlen die Wähler diesem politischen Weg die “Rote Karte” zeigen. Das die Beamten in unserem Lande den jetzigen Weg unterstützen ist doch klar , weil die mit 73% vom Gehalt rd. 50% mehr Rente bekommen als der Erarbeiter mit nur 48%. Auf diese Art hält man sich auch die Verwaltung zur Stange, denn die wissen , daß bei einem politischen Umbruch dieser Vorteil wegfallen würde. — Übrigens kann ich noch berichten von den aktuellen Agrargesetzen. Bei den Infoveranstaltungen für die Bauern bekamen sich die Agrarberater vom Amt mit den Beratern der Beratungsringe dermaßen bei der Auslegung der Gesetze in die Haare , daß die Bauern aus Protest den Saal verlassen haben. Jetzt haben wir den Zustand , daß durch die Gesetze und Verordnungen selbst die Berater nicht mehr durchsteigen. — Diesen Zustand kann man auf das ganze Land in allen Bereichen übertragen. Der politideologische Bereich hat sich überall festgefahren. Die vielen Gesetze und Verordnungen sind kaum noch von Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten zu bewältigen , aber auch in Schulen , Kindergärten usw. herrscht Kaos. Auch in der Wirtschaft werden ständige Dokumentationen und Berichte gefordert die letzlich nur noch gelocht und abgeheftet werden. Für nichts !! So hat sich unser Gemeinwesen festgefahren und dies kann nur mit dem großen Reset, also dem Streichen aller Gesetze auf einen bestimmten Stichtag , z. B. 1985 erfolgen. Danach gelten alle Gesetze halt nicht mehr. Dies würde wieder Schwung in Gesellschaft und Wirtschaft bringen.

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  6. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    “Er hat im Koalitionsvertrag der Ampel nachgezählt: 43 mal taucht der Begriff dort auf, egal ob bei Mobilität, Gesundheit oder eben auch bei der Landwirtschaft. “Reform” oder “Anpassung” reicht heute nicht mehr.”
    Und warum taucht der Begriff dort auf? Weil die Welt im Sinne der Agenda 2030 radikal verändert werden soll und Transformation den enormen Umfang des Wandels unterstreicht.
    Nichts bleibt mehr so wie es ist. “Große Transformation” ist NICHT Verschwörungstheorie. Die Auswirkungen sieht man leider auch mal wieder bei der Kirche:
    https://www.alexander-wallasch.de/gastbeitraege/katholische-kirche-wandelt-auf-duesteren-pfaden-inquisition-im-namen-des-klimawandels

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    • Christian Bothe sagt

      Mit Baetzing als Chef der DBK und seinen Auffassungen habe ich als Katholik so meine Probleme! Hoffentlich leitet ihn der Papst mal wieder auf den richtigen Weg… Habe gerade mal den o.g.Link gelesen…

      • Reinhard Seevers sagt

        Die Katholischen Priester sollen erstmal ihre Triebe beherrschen, bevor sie ihren Schafen irgendetwas empfehlen oder von der Kanzel herunter predigen…..mir ist übel.

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        • Christian Bothe sagt

          Wenn schon denn schon R.S.das betrifft auch die Protestanten( leider)…Alles in allem ein schlimmes Kapitel in der Kirche aller Konfessionen…

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  7. Christian Bothe sagt

    Wir im Osten haben ja schon eine „Transformation“in der LW gemacht bzw. machen müssen! Manche bezeichnen das auch als „Wende.“ Bodenreform, Neubauern, LPG und VEG Gründungen, KAP, ZEG,ZBE, AIV,KIM sind nur einige Entwicklungen der LW in der DDR! Ich war und bin stolz , das ich diese Entwicklungen mit steuern konnte…Dann die Wende, die Transformation ging weiter: AG,GmbH und Wiedereinrichter sowie Auflösung von VEG und VEB der LW verbunden mit einer” technischen Revolution “in unserer LW und den Aufbau nachhaltiger Strukturen in Pflanzen-und Tierproduktion! Wo die s.g. “Transformation”noch hingehen wird??? Hoffentlich nicht in die von A.Kraemer zitierte Richtung( obwohl da kennen wir Ossis uns ja aus)…

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  8. Mark sagt

    Ich habe schon vor einiger Zeit vorgeschlagen, Transformation zum “Unwortdes Jahres” zu machen. Sobald irgendwas, und sei es noch so schwachsinnig, mit dem Unwort Transformation verknüpft wird, ist es automatisch die unumstößliche Wahrheit.

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    • firedragon sagt

      Nimm noch “Pakt” dazu.
      Es wimmelt nur do von Pakten: Deutschlandpakt, Chemiepakt, Industriepakt … usw
      Definition: Vertrag, Übereinkunft
      Und dann “Faustes Pakt mit dem Teufel” 🧐🙄

  9. Arnold Krämer sagt

    Transformation ist die sprachlich unverfängliche und wohlklingende Umschreibung für den Begriff Planwirtschaft. „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf“.

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    • Reinhard Seevers sagt

      ” The great reset” des Klaus Schwab oder “The great transformation” von Polany scheinen die Väter des “great News Deal”, also der gesellschaftlichen Neuausrichtung zu sein. Gott sei Dank versteht jeder etwas anderes darunter, so dass ein heilloses Chaos entstanden ist, das nur ethisch-moralisch einzuhegen ist. Deshalb wird ja auch der Verzicht auf Fleisch so vehement gefordert, damit überhaupt eine Änderung sichtbar, spürbar und als Alibi nutzbar ist. Halleluja!

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  10. Frikadellen piet 44 sagt

    moin ich glaube der Begriff wurde viel mehr gewählt um zu vertuschen dass der Politik nichts besseres einfällt um die Landwirtschaft der Bevölkerung näher zu bringen die stetig weg

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