Bauer Willi
Kommentare 164

Können wir noch Dialog?

Was mich derzeit bewegt

Irgendwie hat sich das Diskussionsklima verändert. Nicht erst seit Corona, aber jetzt noch deutlicher. Es kommt immer mehr zur Lagerbildung, wobei es fast egal ist, um welches Thema es geht.  Im Laufe der Zeit wechseln auch viele das Lager.

Wurden die Flüchtlinge anfangs noch willkommen geheißen, steht man der Zuwanderung heute kritisch gegenüber.

Äußert man sich zum Thema Klima, ist jedes Wort schon fast zu viel, um nicht als Klimaleugner abgestempelt zu werden. Überhaupt ist „Leugner“ ein in letzter Zeit gern benutzter Begriff.

Stellt man fest, dass sich die Sterblichkeitsrate in Deutschland nur unwesentlich verändert hat, wird einem unterstellt, man wolle Corona verniedlichen. Und so wie es Klimaleugner gibt, gibt es auch Corona-Leugner. Und natürlich Impfgegner.

Die Arbeit der Saisonarbeiter wird mit Sklaverei verglichen. Wer sie beschäftigt muss sich dafür rechtfertigen. Spargel, Erdbeeren und Fleisch werden mit einem Mal für nicht mehr systemrelevant erklärt. Was mich betroffen macht: all die vielen, besonders auch mittelständischen Unternehmen, die seit Jahren eine anständige Arbeit machen und fair mit ihren Mitarbeitern umgehen, werden pauschal mitverurteilt. Es heißt ganz schnell „die Fleischbranche“ oder „die Spargelbauern“.

Übrigens: wenn die polnische oder rumänische Alten-Pflegerin dem eigenen Vater oder Mutter die Windeln wechselt, spielt die Herkunft der – zudem oft illegal beschäftigten – Altenpflegerinnen auf einmal keine Rolle mehr. Und selber machen? Nein, unmöglich. Wir haben alle schweren, dreckigen und unangenehmen Arbeiten „outgesourct“.  Und das nicht nur in der Landwirtschaft oder auf Schlachthöfen. Das momentane Entsetzen von Medien, Politik und NGO ist geheuchelt, denn die Verhältnisse haben sich seit Jahren nicht geändert. Und sie sind seit Jahren allen bekannt. Allen, also auch den Grünen, den Linken und der SPD.

Wie kann es weitergehen?

Warum schaffen wir es nicht mehr, strittige Themen so zu diskutieren, ohne dass wir Menschen mit anderer Meinung diskreditieren, verurteilen oder lächerlich machen?

Urteilen und verurteilen wir nicht einfach zu schnell? Müssen wir, muss ich, wirklich zu jedem Thema „den Senf dazugeben“? Auch wenn ich keine Ahnung, aber viel Meinung habe? Und muss ich diese Meinung wirklich sofort in die Tasten geben und öffentlich machen? Können oder wollen wir nicht akzeptieren, dass es fachliche, wissenschaftliche und auch politische Unsicherheiten gibt? Dass wir Dinge nicht wissen und dass sich Erkenntnisse auch ändern können? Warum suchen wir immer für alles einen Schuldigen?

Übrigens ist das alles keine Frage des Alters. Eher im Gegenteil, ich habe manchmal den Eindruck, je älter die Menschen sind, um so vehementer vertreten sie die Meinung, dass sie im Besitz der Wahrheit sind. Ich bin 65 und da durchaus selbstkritisch.

Wie kommen wir wieder zu einer guten Diskussionskultur zurück? Oder ist das in Zeiten der digitalen Medien eine Illusion? Sollten wir nicht häufiger zögern? Zögern könnte ja zu der Erkenntnis führen, das es zumindest möglich ist, dass der andere auch Recht haben könnte.

Bauer Willi

 

Quelle des Titelbildes: Twitter

Renate Künast ist ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin, Martin Hofstetter ist Agrarexperte bei Greenpeace Deutschland.

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164 Kommentare

  1. daasunflower sagt

    Der Artikel spricht sehr toll aus, was wahrscheinlich uns allen irgendwie schon ein wenig auffällt an unserer Diskussionskultur.

    Meiner Meinung fördert das Internet aber zB auch Zeitungsartikel bzw viel mehr Überschriften von Artikeln dieses Halbwissen über Themen, mit Infos, die mehr aufgeschnappt wurden als wirklich gelesen und hinterfragt. Aus diesem Halbwissen erwächst meiner Mienung nach oft (v. a. im Internet) eine (natürlich auf wenige Zeilen oder Minuten begrenzte, komprimierte) Meinung, die dann oft erstmal recht stark durch oftmals Beleidungen zw. den Meinungslagern verteidigt werden.
    Ich merke selber, dass ich viel zu oft nur eine Überschrift oder ein paar Sätze im Internet und v. a. in den sozialen Medien lese und diese nicht überprüfe oder nicht mehr dazu lese (manchmal aus fehlender Zeit- und Hirnkapazität, aber auch aus Faulheit oder auch einfach aus Überforderung durch diese Reiz-und Infowelle, die ja im Internet so oder so auf einen zurollt. Und dann besteht ja zusätzlich noch die Gefahr (wie auch teils im Echten leben) dieses starke Filtern und Aussortieren von komplizierteren oder unangenehmeren Quelle vorzunehmen…… ))
    Ich erwische mich leider dann teils dabei, wie ich dann in Diskussionen oder Dialogen entweder dieses nichtüberprüfte Halbwissen mitteile oder auch mehr oder weniger die Meinung einer anderen Person wiedergebe, die mir zwar gefällt mit der ich mich aber nicht unbedingt kritisch auseinandergesetzt habe.

    Ich finde es persönlich sehr schwierig, richtig mit diesem Informationshaufen umzugehen und nicht überfordert zu sein oder einfach so weiter zu machen.

    Diese ganzen Fragen über unsere Art Dialog zu halten, haben mich merken lassen, dass ich auch teils mehr auf meinen Umgang achten muss&möchte! Vielen Dank dafür 🙂

    (Ich hoffe meine verwirrten Gedanken, waren mehr oder weniger verständlich.)

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  2. Thomas Apfel sagt

    Was mir nach der Wende an den Kollegen aus den alten Bundesländern immer gefallen hat, war, dass auch nach harten Diskussionen zur Sache danach normal miteinander geredet wurde, bzw. man dann noch „das sprichwörtliche Glas Bier“ miteinander trinken konnte.
    Diskussionen im Osten wurden härter und unversöhnlicher geführt, daher meine Vermutung @Privatier betreffend. Das mit dem schnellen Duzen kenne ich eher aus dem Rheinland (wir haben gute Kontakte in den Raum Meckenheim). Die Kollegen aus Hessen sind deutlich distanzierter, mit den Einen wie den Anderen kann ich gut zusammenarbeiten. An allgegenwärtiges Duzen kann ich mich aus meiner Zeit vor der Wende in meinem Umfeld nicht erinnern. Keiner muß mehr von sich preisgeben als er möchte, aber es trägt schon zum Verständnis bei, wenn man dem Gegenüber etwas Information zu seinem Background zugesteht. Das sollte sicherlich nicht ausufern, verbessert das Gesprächsklima aber erheblich.

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  3. Maik Reichel sagt

    Die Frage nach dem Dialog ist interessant. Wichtig finde ich, dass man eine Meinung hat, aber auch eine andere Meinung, die mir nicht genehm ist, respektiert. Eine ordentlich und ich betone SACHLICHE Streitkultur ist wichtig. Wie es nicht gehen sollte, zeigen viele Kommentare bei YouTube. Persönliche Beleidigungen haben zu unterbleiben, egal ob ich den anderen mag oder nicht. Und auch wichtig, bin ich auch bereit mal zu sagen, du hast recht? Sich Fehler eingestehen ist keine Schande, aber leider kratzt das vielen an die eigene Ehre. Und das wird immer schlimmer. Aber leider macht es uns die Politik vor. Ich habe Recht und die anderen nicht. Das gehört nicht zu einer sachlichen Streitkultur.

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  4. Oberländer sagt

    Willi ,
    hast Du im ernst geglaubt das sich unsere Linksgrünninen und
    ihre NGO´s ändern ?
    Corona wird es nicht schaffen dieses Gesindel mundtot zu machen.
    Sie werden weiterhin hetzen egal ob abgehalfterte Politikerin oder
    Bankrotteur.
    Pauschale Verunglimpfung wird für sie immer ein willkommenes Mittel sein für ihre billige Propaganda.
    Es ist zum Kotzen zum Kotzen auf unsere Grünninen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat 1 Oberländer:“Pauschale Verunglimpfung wird für sie immer ein willkommenes Mittel sein für ihre billige Propaganda.“

      Zitat 2 Oberländer:“Willi ,
      hast Du im ernst geglaubt das sich unsere Linksgrünninen und
      ihre NGO´s ändern ?
      Corona wird es nicht schaffen dieses Gesindel mundtot zu machen.
      Sie werden weiterhin hetzen egal ob abgehalfterte Politikerin oder
      Bankrotteur.“

      Ist das nicht geil, wenn man sich selbst entlarvt? Ich hau mich wech!

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      • Ein Privatier sagt

        Zitat Seevers:
        „Ist das nicht geil, wenn man sich selbst entlarvt? Ich hau mich wech!“

        Ja, danke, aber das hätten Sie gar nicht tun müssen. Sie sind bereits entlarvt.

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  5. Obstbäuerin sagt

    Zu einer guten Diskussionskultur gehört meiner Meinung nach auch die Achtung vor dem Gegenüber. Ich habe an zwei Herren der Schöpfung hier im Blog eine Frage gestellt und keine Antwort bekommen. Da frage ich mich doch warum? Könnte es sein, dass die Herren unter sich bleiben wollen – es sind ja eh nicht mehr viele Diskutantinnen dabei. Bekomme ich keine Antwort, weil ich anderer Meinung bin oder kann ich im Niveau nicht mithalten? Falls ich das Gleiche auch schon praktiziert haben sollte, streue ich schon mal Asche auf mein Haupt.

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    • firedragon sagt

      Obstbäuerin,
      eventuell wurden die Fragen als solche nicht erkannt oder die Herren können Dir keine Antwort geben – die Asche auf Deinem Haupt gönne ich Dir – meine Frage gestern hattest Du mir auch nicht beantwortet …;-)

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      • Obstbäuerin sagt

        Aber ich habe Dir doch einen Hinweis gegeben. Falls das nicht gilt eben Asche.

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    • Stadtmensch sagt

      Habe gerade nochmal geguckt: Eine Frage von dir hatte ich kommentiert, aber wahrscheinlich nicht beantwortet (Asche). Die zweite Frage hielt ich für eine rhetorische und wusste und wollte mich nicht auf Glatteis begeben. Gestern hatte ich dem Privatier eine ellenlange Frage gestellt, die aber leider nicht in sein Sendeschema gepasst hat – keine Antwort. *leere Dose tret*

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      • Ein Privatier sagt

        Also, im Nichtbeantworten von Fragen sind Sie geübt.

        Ich bekomme keine Benachrichtigungen, was ein Grund dafür ist, dass ich nicht alles bemerke.

        Um welche Frage handelte es sich denn?

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  6. Marta Boss sagt

    Tja genau das lebt uns unsere Bundeskanzlerin ja vor. Während der Bauerndemos hat sie offen auf eine Nachfrage der FDP, warum denn jetzt nicht mit den richtigen Zahlen und Fakten gerechnet würde, gesagt:“Dazu haben wir keine Zeit.“ Das war für mich DIE Klatsche, wo ich jede Erfurcht vor unserer Bundeskanzlerin verloren habe. Vielleicht liegt es wie sie sagen am Alter (Altersstarrsinn)? Die Beschlüsse zur DÜV sind vorgezogen und unter Bedrohung (so sehe ich das) einiger Landersminister durchgeboxt worden.
    Und jetzt die Coronazeit. Sie verfährt genau nach der gleichen Masche. Sie hat Herr Drosten als Berater und jeder andere Arzt, Anwalt oder Wissenschaftler wird nicht mal gehört. Der Protest zieht immer größere Kreise und was passiert? Die Leute werden als Rechte und Verschwörungstheoretiker verunglimpft. Ich möchte einfach selbst entscheiden, ob mich mich impfen lasse, mit einem Impfstoff, der in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft wird. Dazu ist in den letzten Tagen wieder alles klammheimlich in die Wege geleitet worden und heute 15.5.20 soll abgestimmt werden.
    Und unsere freien Medien schüren fleißig mit. Von Anfang an bis heute die Coronaangst und die Verunglimpfung von zigtausend Menschen, die für unser Aller Grundrechte auf die Strasse gehen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat: „Sie hat Herr Drosten als Berater und jeder andere Arzt, Anwalt oder Wissenschaftler wird nicht mal gehört“

      So geht Lügen im Netz. Wie kann es sein, dass sich so verrennen?

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      • Ein Privatier sagt

        Jetzt haben Sie schon wieder 95% des Textes eines Kommentators vernachlässigt und ihn wegen einer verzeihbaren Nachlässigkeit diffamiert und diskreditiert.

        Und wenn das einer mit Ihnen macht, dann sind Sie beleidigt und stampfen mit dem Fuß auf …

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Marta Boss,
      eine Impflicht für Erwachsene wird es nicht geben, ich glaube das Grundgesetz lässt es nicht zu. In Schulen kann es verlangt werden.

      Es kann durchaus sein, dass es Räume gibt, wo einem nicht geimpften der Einlass verwert wird.

      Was das soll mit der Verweigerung eine Impfung, ist mir schleierhaft.

      Als Kind bekam ich keine Windpocken, aber im Alter von 35 Jahren, hat mich unser ältester Sohn angesteckt.

      Mit 39,5 Grad Fieber stand ich auf der Leiter und Erntete im strömenden Regen Zwetschgen, als Obstbauer kann man das Einkommen nicht auf den Bäumen lassen.

      Die größte Gefahr bei einer Varizellen-Infektion im Erwachsenenalter ist das erhöhte Risiko für komplizierte Verläufe: Etwa jeder fünfte Erwachsene mit Windpocken entwickelt eine sogenannte Varizellen-Pneumonie. Das ist eine durch die Windpocken-Infektion bedingte Lungenentzündung. Sie kann sehr schwer und sogar tödlich verlaufen. Schwangere Frauen sind besonders gefährdet, an einer solchen Lungenentzündung zu erkranken. Zudem können Schwangere mit Windpocken ihr Ungeborenes anstecken. Dann droht ein fetales Varizellen-Syndrom mit Fehlbildungen und Schäden beim Kind.

      Außerdem können Windpocken bei Erwachsenen (und Kindern) Komplikationen im Bereich des zentralen Nervensystems verursachen. Dazu zählen zum Beispiel Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Krampfleiden. Auch eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) kann sich entwickeln.

      In einzelnen Fällen ziehen Windpocken bei Erwachsenen (und Kindern) weitere Körperbereiche in Mitleidenschaft. Das kann zum Beispiel zu Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Hornhautschäden in den Augen, Gelenkentzündung (Arthritis), Nierenentzündung (Nephritis) oder Leberentzündung (Hepatitis) führen. Auch eine erhöhte Blutungsneigung ist möglich.

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      • Ein Privatier sagt

        Ehemaliger Landwirt

        16. Mai 2020

        Na na Herr Privatier,
        schlechte Kinderstube, oder Ehekrach?

        Weder noch. Das war eine harmlose Retourkutsche.


        Schmeckt gut
        „(…)Und „ein Privatier“ fordert, die Schnauze zu halten – neeneenee/Kopfschüttel.“

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  7. Christian Bothe sagt

    Diese Tweets der beiden grünen Weltverbesserer sind typisch und dem Mainstream folgend.So etwas kann man nicht für voll nehmen und Covid 19 zeigt eben unterschiedliche Befunde am Individuum! Zwingt irgend jemand die osteuropäischen Mitbürger hier zu arbeiten? Keiner, und sie machen es trotzdem(sh.Lohngefüge v.B.Willi vor ein paar Tagen)und gern für „Westgeld“…Übrigens die o.g.Äusserungen und diese Personen scheinen absolut nicht dialogbereit und ~fähig zu sein.

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    • Ein Privatier sagt

      „So etwas kann man nicht für voll nehmen (…)“

      So etwas muss man für voll nehmen!

      Warum?
      #Bolschewiki (#WirSindMehr)

      „Die Bolschewiki (russisch Большевики, wiss. Transliteration Bol’ševiki, IPA: [bəlʲʂɨvʲɪˈki]; auch Bolschewisten; wörtlich übersetzt „Mehrheitler“)(…)“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Bolschewiki

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  8. Moin!

    Dialog ist richtig und wichtig, egal, welcher der Zeitgeist herrscht. Viel Meinung und wenig Ahnung ist auch den Medien geschuldet, die oft ohne Hinterfragen des Botens konsumiert werden (Aluhüte – leider auch von links – und Rechtspopulisten lassen grüßen). Sicherlich hätte man konstruktivere Diskussionen, dürften Zeitungen nur noch Informationen verbreiten, aber keine Meinungen und Kommentare mehr.

    Arbeit zu Dumpinglöhnen unter widrigsten Umständen bezeichne ich auch als „Lohnsklaverei“. Man argumentiert damit, daß für deutsche Verhältnisse unterirdische Löhne und Arbeitsbedingungen für Menschen aus anderen Ländern ja immer noch viel wären. Sprich man ändert einfach den Maßstab: Als würde man sagen, unsere Pflege wäre super, in den USA ist sie ja viel schlechter, man vergleicht nach unten statt nach oben, entsprechend geht gerade alles über die Wupper.

    Das gilt in der Landwirtschaft ja nicht nur für Saisonarbeiter, sondern auch ein Blick in die Fleischindustrie offenbart Gruseliges. Und mit Werkverträgen etc. machen sich alle einen schlanken Fuß. Oder anders gesagt: Das Freiwilligkeitsprinzip geht meist nach hinten los, die unsichtbare Hand des Marktes ist nicht sehr sozial und solidarisch.

    Aber wir waren beim Thema Dialog:
    Wie wär’s, wenn jeder, der was kritisiert, nur noch konstruktiv kritisieren darf?
    Wenn man sich immer verpflichtet sieht, möglichst das ganze Bild zu zeigen (beim Thema Saisonarbeiter die Lebensmittelpreise, Konsumverhalten etc.)?
    Und wenn man auf jede persönliche Anfeindung verzichten würde (Martin Hahn aus Baden-Württemberg ist auch ein GRÜNER, er aber lehnte das Volksbegehren ab, insofern finde ich pauschales GRÜNEN-Bashing daneben, ich selbst kann als oller Linker auch die Fundis und Betonköpfe in eigenen Reihen kritisieren und bei der CDU Herrn Polenz sehr wertschätzen oder den Flügel CDA)?

    Um die Sache geht es leider denen, die die Stimme erheben, meist nicht. Sondern darum, sich gegenüber anderen durchzusetzen. Vermeintliche Dialoge sind Monologe, die nur dazu dienen sollen, dem anderen seine Meinung aufzudrücken … oder als Hinhaltetaktik wie die Elephantenrunde rund um die Landwirtschaft vor einiger Zeit. Wenn man nicht mehr weiter weiß, bildet man ’nen Arbeitskreis. Von wegen laß uns lieber nochmal reden, damit wir nichts entscheiden müssen!

    So lange jeder meint, sein Weg wäre der einzig Wahre, wird das nichts.

    Auch fehlt es am Controlling: Viele Aussagen werden in den Raum geworfen, aber sind meist nicht haltbar oder blenden was anderes aus (die wiederholt angesprochenen Zielkonflikte). Einfachstes Beispiel: Wald unberührt lassen für mehr Artenvielfalt oder selektive Bewirtschaftung, um das im Holz gebundene CO2 dauerhaft zu verbauen für mehr Klimaschutz?

    Ich kann nur von mir erzählen, wie ich nach einigen blauen Augen und emotionalen Diskussionen auf Facebook und Co. versuche ranzugehen:
    „Sind die aktuellen Maßnahmen und Verhältnisse langfristig ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltig?“

    (Beispiel Glyphosat: Mit zunehmendem Resistenzdruck – siehe USA – ist das Zeug eh nutzlos, also jetzt Weichen stellen, um anders ranzugehen an das Thema Ackerbau. Oder warum ein weiter so forcieren, wenn das mit massivem Höfesterben einhergeht?)

    Vielleicht muß man an zentraler Stelle zu jedem Thema einfach nur mal Listen anlegen pro und contra, die regelmäßig gepflegt werden und der Öffentlichkeit zugänglich wären. Und wenn ein Argument von der einen Seite das Argument von der Gegenseite entkräftet, wird dieses kenntlich gemacht als gestrichen.

    Dann kann auch keiner immer nur Halbwahrheiten erzählen und hoffen, er kommt damit durch. Siehe E-Mobilität: Autohersteller dürfen diese Fahrzeuge als 0-Emissions-Fahrzeuge in ihren Pool aufnehmen, um ihre gesamte Fahrzeugflotte ökologisch aufzuwerten. Allerdings kommen diese 2-Tonnen-Fahrzeuge mit einem riesigen CO2-Rucksack aus der Produktion daher und Strom aus der Steckdose ist meist Kohlestrom, vom Recyclingproblem dieser Fahrzeuge ganz zu schweigen. Aber Hauptsache, die Bilanz stimmt. (Bei SUVs werden die Emissionen ins Verhältnis zum Fahrzeuggewicht gestellt, aber sollte es nicht eher darum gehen, wieviele Emissionen pro km Fahrtstrecke ausgestoßen werden bei einer ökologischen Bewertung … alles ist relativ?)

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Suhr 1: „Sprich man ändert einfach den Maßstab: Als würde man sagen, unsere Pflege wäre super, in den USA ist sie ja viel schlechter, man vergleicht nach unten statt nach oben, entsprechend geht gerade alles über die Wupper.“

      Zitat Suhr 2:“ Beispiel Glyphosat: Mit zunehmendem Resistenzdruck – siehe USA – ist das Zeug eh nutzlos, also jetzt Weichen stellen, um anders ranzugehen an das Thema Ackerbau. Oder warum ein weiter so forcieren, wenn das mit massivem Höfesterben einhergeht?)“

      Jaaaa, neee, jetztet bin ich von der „Fakten-Lage“ aber sehr geflasht…..mal darf man, mal nicht, oder wie?

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  9. Ein Privatier sagt

    „Irgendwie hat sich das Diskussionsklima verändert. Nicht erst seit Corona, aber jetzt noch deutlicher. Es kommt immer mehr zur Lagerbildung, wobei es fast egal ist, um welches Thema es geht. Im Laufe der Zeit wechseln auch viele das Lager.“

    Dieses spezifische Diskussionsklima hat mit den 68ern in die Öffentlichkeit Einzug gehalten. Friedens- und Umweltaktivisten (Antiatomkraftbewegung) haben in den 70ern konkret begonnen, den „Marsch durch die Institutionen“ anzutreten, indem sie die Bildung von Parteien vorangetrieben haben. Seit 1980 ist diese zutiefst ignorante, aggressive und charaterisierende Art der Kommunikation mit den Grünen in den Bundestag eingezogen.
    Sehr viele dieser 68er Menschen waren Mitglieder von „K-Gruppen“. Diese Kommunistischen Gruppen wurden ideologisch und finanziell von der DDR unterstützt. Das Ziel war die Zersetzung des faschistisch-imperialistischen Kapitalismus im Westen.

    „Wurden die Flüchtlinge anfangs noch willkommen geheißen, steht man der Zuwanderung heute kritisch gegenüber.“

    Wer Argumente vorträgt, die eine Kritik der Zuwanderungspolitik darstellen, wird als Nazi, Neonazi, Faschist, Rassist und islamophob diffamiert. Das ist in diesem Forum nicht anders als sonstwo auch.
    Liest man sich alte Artikel im „Sturmgeschütz der Demokratie“ zum Thema Migration durch, dann merkt man, wie sehr eine sachliche Diskussion verunmöglicht wurde.
    Zum Beispiel:
    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174775.html

    „Warum schaffen wir es nicht mehr, strittige Themen so zu diskutieren, ohne dass wir Menschen mit anderer Meinung diskreditieren, verurteilen oder lächerlich machen?“

    Weil „divide et impera“ funktioniert.
    An „Informellen Mitarbeitern“ wird es auch in Zukunft nicht mangeln, wie die sogenannte Corona-Krise deutlichst zeigt.

    Denunzianten können hier ihre Anliegen vortragen:
    https://hassmelden.de/

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat; „Das ist in diesem Forum nicht anders als sonstwo auch.“
      Das ist der Beweis für deine Verschwörungstheorien…..ist ja schon pathologisch mit dir.

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      • Ein Privatier sagt

        Ihre spezifische argumentlose Faktenallergie halten Sie selbst für die einzig wahre Haltung, Genosse Seevers.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Überprüf einfach deine Sprache, das würde schon helfen, den Stress rauszunehmen.

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          • Ein Privatier sagt

            Weil es hier so ist, wie es ist, wird es Ihnen wieder einmal gelingen, mir das Wort „Verschwörungstheoretiker“ anzuheften.

            Feind markieren, den Schwarm die Abwehr erledigen lassen. Sie sind tierisch gut, Herr Seevers. Und Sie sind nicht allein.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Das ist doch eine sehr schöne „self fulfilling prophecy“ privatier

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              • Ein Privatier sagt

                Jetzt sind wir schon wieder einer Meinung.

                Wir werden noch dickste Genossen, Comrade Seevers!

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                • Ostbauer sagt

                  Ihr seid ja heute Beide gut drauf. 🙂
                  „Venceremos“

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                • Bauer Willi sagt

                  Ich wollte gerade schreiben „Kinder, nun vertragt euch doch wieder“…
                  Scheint nicht mehr notwendig zu sein 🙂

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    • Christian Bothe sagt

      @privatier,ziemlich weit hergeholt das mit den“K“ Gruppen und Unterstützung durch die DDR und Zersetzung des imperialistischen Systems.Klingt wie „Bild“Jargon und total daneben.Sie sollten mal die Sendungen im RBB zu Berlin ab 1961 anschauen.Da wird auch die 68 Bewegung bewertet…

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      • Ein Privatier sagt

        Das ist nicht weit hergeholt. Das sind Tatsachen.
        Die Wörter, die ich benutzt habe, bieten tatsächlich den Geschmack eines bestimmten Jargons, was aber Ergebnis der Konnotationen und häufigen Verwendung dieser Wörter über die Jahrzehnte ist.
        Schicken Sie mir doch einen Link zu diesem RBB-Bericht über die 68er.

        Vielen Dank


        Kennen Sie Dutschke, den ehemaligen DDR-Bürger?

        Für Google:
        de.wikipedia.org/wiki/Rudi_Dutschke
        Rudi Dutschke

        „Alfred Willi Rudolf Dutschke, Rufname Rudi (* 7. März 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde; † 24. Dezember 1979 in Aarhus, Dänemark), war ein deutscher marxistischer Soziologe und politischer Aktivist. Er gilt als Wortführer der Studentenbewegung der 1960er Jahre in West-Berlin und in Westdeutschland.(…)“

        Kennen Sie den SDS?

        Für Google:
        de.wikipedia.org/wiki/Sozialistischer_Deutscher_Studentenbund

        „Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) war ein politischer Studentenverband in Westdeutschland und West-Berlin, der von 1946 bis 1970 bestand. Er war der Hochschulverband der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), bis sich im Mai 1960 der Sozialdemokratische Hochschulbund (SHB) von ihm abspaltete. Im November 1961 schloss die SPD-Führung den SDS aus. Dieser bildete von 1962 bis zu seiner Selbstauflösung am 21. März 1970 die einzige deutsche parteiunabhängige sozialistische Hochschulorganisation. Er verstand sich als Teil der internationalen Neuen Linken, seit 1966 auch als Teil der westdeutschen Außerparlamentarischen Opposition (APO), und vertrat einen antiautoritären Sozialismus. Er beeinflusste wesentlich die westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre. Diese zerfiel besonders seit dem Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke (11. April 1968) in verschiedene, untereinander verfeindete K-Gruppen, linkssozialistische sowie einige terroristische Gruppen.“

        Kennen Sie die K-Gruppen?

        https://de.wikipedia.org/wiki/K-Gruppe

        Wer hat die RAF unterstützt?

        Für Google:
        //www.mdr.de/zeitreise/ddr-als-unterschlupf-fuer-raf-terroristen-100.html

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        • Christian Bothe sagt

          @privatier,glauben Sie das wirklich alles?Ist ja fast schon ängstlich? Aber sei‘s drum.Glauben versetzt Berge…Die Fernsehsendung kommt immer Sonnabend 20.15 RBB oder Mediathek.Da können Sie vieles zur Thematik im geteilten Bln und später verfolgen.

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          • Ein Privatier sagt

            Ich habe keinen Fernseher und ich schaue seit Jahren kein Fernsehen.

            Schicken Sie mir einen Link und ich werde darauf eingehen.

            Vielleicht verraten Sie mir, was Sie für nicht korrekt oder unglaubwürdig halten in den Links, die ich Ihnen rausgesucht hatte.

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  10. Arnold Krämer sagt

    Die mangelnde Dialogfähigkeit und -bereitschaft beginnt bereits bei unserem Informationsverhalten. Viele gute Gedanken zu diesem Thema findet man in dem Buch von Maren Urner, Dozentin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien in Köln, “Schluss mit dem täglichen Weltuntergang“. Sie schreibt dort unter anderem, dass dem Menschen grundsätzlich das eigene Ego wichtiger sei als die Wahrheit. Das menschliche Gehirn verteidige die eigene Identität, indem es „Rosinen herauspicke“, fortwährend nach Bestätigung suche, sogar etwas wie aktive Informationsvermeidung betreibe. Außerdem existiere so etwas wie ein überaktives geistiges Immunsystem mit der Fragestellung: „Wer hat’s gesagt“ und „Wie ist es gesagt worden“.
    Um die Probleme zu verringern (ganz beseitigen lassen sie sich nicht) benötige man intellektuelle Demut und Aufgeschlossenheit. Offenheit und Neugier seien die Grundvoraussetzungen dafür. Den meisten Menschen falle es aber schwer, die eigene Voreingenommenheit und Selbstüberschätzung einzugestehen.
    Das von Bauer Willi geschilderte Dilemma kommt zugespitzt in dem Spruch von Bertrand Russell „Die Dummen sind sich sicher, die Intelligenten voller Zweifel“, recht gut zum Ausdruck.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat: „Bertrand Russell „Die Dummen sind sich sicher, die Intelligenten voller Zweifel“

      Ich ergänze: „Wirklich glücklich sind nur die ganz dummen Leute.“
      Johannes Scherr
      (1817 – 1886), schweiz. Schriftsteller und Literaturhistoriker, Politiker, als demokratischer Abgeordneter in die württembergische Kammer gewählt, musste 1849 in die Schweiz fliehen

      …Wie sagte einst ein Teilnehmer im Landtref: „Dumm sein ist wie tot sein, es merken immer nur die anderen“….:-)

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      • Inga sagt

        Dumm sein ist nicht schlimm,
        man muß sich nur zu helfen wissen!
        🙂

        ( heißt das, man juß nur wissen, wie man andere zu den eigenen Gunsten manipupieren kann?)

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die Intelligenz ist das einzige was bei der Geburt gerecht verteilt wurde,
          oder hast Du schon mal gehört, dass jemand zuwenig abbekommen hat? 😉

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        • Obstbäuerin sagt

          Es gab mal den Begriff »soziale Intelligenz«, die mit Bildung wenig zu tun hat. Das sind diejenigen, die andere nicht übers Ohr hauen und nicht für dümmer halten als sich selbst. Oft die angenehmeren Zeitgenossen, Inga.

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          • Inga sagt

            richtig Obstbäuerin,
            solche kenne ich auch, ich dachte das wäre eine besondere Begabung, die nur wenig Leute haben,
            ja, man könnte es auch „soziale Intelligenz“ nennen!

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    • Ein Privatier sagt

      Im idealfall identifizieren sich z.B. echte Philosophen nicht mit (ihren) Gedanken.

      Wenn sich ein Mensch mit (seinen) Gedanken identifiziert, dann ist eine Kritik an Gedanken eine Kritik an der Person. Das kann zu emotionalisiertem Verhalten führen.

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      • Inga sagt

        Die Person ist nun mal
        Körper und Geist in einem,

        aber die weiß auch, dass sie sich irren kann, aber der andere auch, also muß man es ausdiskutieren, oder?

        Das müssen aber beide wissen!

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    • Bauer Fritz sagt

      Die Corona-Wochen haben viel von dem gezeigt, was sie richtig als intellektuelle Demut und Aufgeschlossenheit ansprechen. Zu Beginn sind medizinische Fachleute zu Wort gekommen, die immer wieder festhielten, daß sie noch wenig über das Virus wissen, aber Tag für Tag aus aller Welt Informationen darüber erhalten und zusammenführen um die nächsten Schritte in der Vorgehensweise zu diskutieren und so der Politik eine möglichst gute Entscheidungshilfe zu geben.
      In den letzten Tagen da die wichtigen Parameter besser wurden, kommen nun immer mehr die Imperten (das impertinent sich gebärdenden Gegenteil von Experten), die eigentlich alles ohnehin schon immer gewußt haben und alle anderen haben nahezu alles falsch, zu spät oder zu langsam gemacht. Da ist sowohl wenig Intellektualität, wenig Demut, keinerlei Aufgeschlossenheit zu sehen. Man hat eher das Gefühl es geht nun vielen Personen oder Gruppen eher wieder darum mit „Sagern“ ihre (durch Nicht-Systemrelevanz) verlorengegangenen Fernsehminuten mit allen Mitteln rückzugewinnen (Motto: Hauptsache laut und der Name ist richtig geschrieben).

      Die NZZ schreibt in einem interessanten Beitrag (https://www.nzz.ch/wissenschaft/coronakrise-pseudowissenschaft-untergraebt-das-vertrauen-ld.1552865) dazu: Die Superspreader der Desinformation verbreiten sich so schnell, dass ihre Unschädlichmachung meist hinterherhechelt. Wie sagte Mark Twain sinngemäss: Eine Lüge kann die halbe Welt umrunden, während die Wahrheit sich noch die Schuhe bindet………. Das typische Symptom: Lauffeuer-Hypothese. Sie beruht auf zweifelhafter Evidenz oder Methodologie, verbreitet sich aber mit einer Geschwindigkeit, welche die Kritik auf der Strecke lässt. Und das Heimtückische daran ist, dass sie quasi asymptomatisch anstecken kann: Man bemerkt ihre Unqualifiziertheit gar nicht.

      Es steht aber auch zu befürchten, daß die klassischen Medien (TV, Radio, Zeitung), die ihre Versprechungen und guten Vorsätze nach der Causa Relotius schon sehr bald wird aufgegeben haben nun auch diese zweite Chance (Vertrauen stieg gegenüber sozialen Medien sehr stark an) binnen kurzer Zeit wieder vergeigen werden, weil schon jetzt offensichtlich wird, daß die alten Sendungen auch nach den alten Mustern einfach weitergestrickt werden.
      Ich denke auch, daß die mahnenden Worte des scheidenden Präsidenten des Verfassungsgerichtes an die Eliten (m.M. nach sind das nicht nur Politker, sondern auch Medien) und nur kurze Zeit nachklingen werde.
      (Zitate: In zahlreichen Gesprächen habe er wahrgenommen, dass die Menschen sich im Stich gelassen fühlen, sagte Voßkuhle der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Viele Menschen haben das Gefühl, mit ihren Problemen alleingelassen zu werden. Sie haben den Eindruck, dass ihre Interessen nicht hinreichend berücksichtigt werden“, so Voßkuhle.
      Das sei zwar nicht nur ein Problem der liberalen Elite, doch interessiere diese sich häufig eher für Menschen, die offensichtlich diskriminiert werden. „Das ist auch wichtig und richtig“. Aber darüber dürfe man andere Menschen nicht aus dem Blick verlieren, so Voßkuhle, „die große Mitte, all jene, die nicht offensichtlich benachteiligt sind, sondern die eher unter dem Radar ein normales Leben leben“. Diesen Menschen mit ihren Problemen und Sorgen habe die Politik „vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht“.)

      Haben wir als Bauern ja auch jahrelang so zusehen (müssen) ….

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      • Ein Privatier sagt

        Schweinegrippe, 2010
        Vor 10 Jahren behielt der „Verschwörungstheoretiker“ und „Imperte“ Wodarg recht. Der Panikmacher Drosten war im Irrtum.

        Sars-CoV2, 2020
        Der „Verschwörungstheoretiker“ Wodarg hat mit seinen Aussagen ziemlich recht. Der Panikmacher Drosten (Preisträger eines GlaxoSmithKline-Preises) ist schon wieder ziemlich im Irrtum.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Hinterher ist man immer schlauer.

          Zur derzeitigen COVID-19 Pandemie sollten wir mal nach Frankreich, Italien, Spanien und den USA schauen. Wir sollten dankbar sein, dass Deutschland so gut davon gekommen ist. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das schnelle Handeln der Regierung und vor dieser Katastrophe bewahrt hat.

          Südkorea hat den Lockdown gelockert.
          Inländische Neuinfektionen gab es nicht mehr. Seit Freitag letzter Woche ist das wieder anders. Ein 29-jähriger Partygast mit Covid-19-Erkrankung hat gereicht, um die Behörden in Alarm zu versetzen. Dabei wollte man sich doch schon mit der Rückkehr zur neuen Normalität befassen.

          34 neue Covid-19-Fälle meldete das KZSK am Sonntag. 24 davon standen in Verbindung mit dem 29-Jährigen, der am Wochenende zuvor durch Bars und Clubs des Multi-Kulti-Viertels Itaewon gezogen war. Das KZSK rief Besucher der betroffenen Clubs auf, sich in eine medizinische Isolation zu begeben, weil nicht auszuschließen ist, dass sie sich auch ohne Symptome das Coronavirus eingefangen haben.

          1510 Besucher könnten insgesamt in den Clubs gewesen sein, schätzen die Behörden, genau weiß man es nicht, weil das Erfassungssystem fehlerhaft gewesen sei.

          Südkorea hatte nie einen strengen Lockdown wie die USA oder viele europäische Länder. Viele Geschäfte und Cafés blieben offen, die Menschen durften auf die Straße. Das funktionierte nicht nur wegen des umfassenden Ermittlungs- und Testsystems der Behörden. Das funktionierte auch, weil sich die Menschen mit großer Disziplin an die Empfehlungen zum Infektionsschutz hielten.

          Gerade bei der Selbstdisziplin sehe ich die größten Probleme, wenn ich die derzeitigen Proteste ansehe.
          Ich verkenne nicht die prekäre Lage der Gastronomie, wenn ich mit Mundschutz den Urlaub verbringen müsste, dann bleibe ich lieber zu Hause.

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  11. Jochen Böhrer sagt

    Ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Diskussionskultur bei den Grünen geändert hat. Sie war schon immer so. Ich nehme sie, zumindest was landwirtschaftliche Themen betrifft, schon seit vielen Jahren auf diesem unterirdischen gehässigen an Volksverhetzung grenzendem Niveau wahr. Und die Zahl derer, die mich vor vielen Jahren (ich bin schon seit BSE.. also seit Herbst 2000 in internetdiskussionen aktiv) aufgrund meiner harschen Kritik und Abscheu und Wortwahl gegenüber Grünen, miltanten Veganern und manchen Medien kritisiert haben und mir HEUTE zustimmen, ist stetig am Wachsen.

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  12. bauerhans sagt

    R.Künast,M.Hofstetter und auch F.Ostendorff „hauen ja öfter einen raus“.
    das ist deren stil,politik zu machen.
    ich hab aber so meine zweifel,ob diese personen in diesen zeiten noch ernst genommen werden!

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    • Bauer Willi sagt

      Das sehe ich auch so. Und in die Reihe gehört auch m.E. auch Dr. Toni Hofreiter. Nicht aber Habeck. Ich wundere mich, welches Spektrum in so einer Partei Platz hat.

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      • Ein Privatier sagt

        Dauert nur 2 Minuten, und kurz vorm Ende erfahren Sie von Habeck selbst, warum ich die Erwähnung von „K-Gruppen“ für aktuell notwendig halte.

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        • Thomas Apfel sagt

          Das ist das Problem mit dem Herausbrechen kurzer Sequenzen aus den Zusammenhängen. Sie sind da „dauerspitz“ auf alles eingeschossen was Ihre antikommunistische Haltung und die entsprechende Sortierung von Gruppen aus dieser Sicht bestätigt. „Ja, das wollen wir“ ist wahrscheinlich der Satz, mit dem Sie Habeck und die Grünen auf das Ziel „Kommunistische Diktatur“ festnageln wollen. Die Äußerung bezog sich aber auf den vorherigen Kontext, dass die demokratischen politischen Entscheidungsstrukturen der Geschwindigkeit der Entwicklung und Kapitalakkumulation in der Wirtschaft nicht mehr folgen kann. Habecks Appell ist, dass sich die Politik in ihrer Arbeitsweise an die Geschwindigkeit der Wirtschaft anpassen muss, und zwar um die Demokratie zu erhalten. Das halte ich für relativ unstrittig. Die Demokratie wird momentan durch die Wirtschaft und deren zentralistische Strukturen zerstört, und das sehr effektiv. Die Gefahr einer „kommunistischen Diktatur“, was immer das bei der derzeitigen Lage sein soll, liegt meilenweit in der Milchstraße entfernt. Ich bin gewiss kein Freund der grünen Partei und ihrer Politik. Aber Ihre antikommunistische Paranoia vernebelt den Blick auf die wirkliche Gefährdung der Demokratie durch Globalisierung und Machtkonzentration durch Kapitalkonzentration der wir relativ ohnmächtg gegenüberstehen. Aber wir können natürlich auch weiter daran glauben, dass alle Milliardäre wie Soros un Co. Philantropen sind und mit ihrer Macht schon das Richtige tun werden.

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          • Ein Privatier sagt

            Genosse Apfel,
            Sie reden wie ein echter Genosse.

            So viel zu „Können wir noch Dialog“
            Sie pathologisieren mich … genau wie Comrade Seevers … das ist eine ‚Eurer‘ Methoden … nichts Neues … frech wie Rotz, immer fordernd, immer anklagend auf Revolte und Widerstand aus … erstmal kräftig austeilen in der Runde und schauen, ob und wie der Feind sich windet …

            Probieren Sie es doch mal ruhig und friedlich!

            Hat der Habeck nun starke Sympathien für die chinesische Art des Regierens, die „effizienter“ sei, ausgesprochen, oder nicht? Hat er oder hat er nicht?
            Er hat! Und zwar explizit! („…radikale Schnitte in der Politik einführen…“)
            Und Sie wollen das zerreden, das Offensichtliche … und es gibt leider viele Menschen, die sich übertölpeln lassen.

            Auch geht es in diesem von Ihnen monierten Ausschnitt geht es nicht um den Kommunismus an sich, sondern um die politischen Möglichkeiten des Kommunismus in China.
            Sie müssen schon ganz genau hinhören, Genosse Bosskopp.
            Und mir ist es egal, ob das politische Label Grün, Blutrot oder Schwarz wie verbrannte Erde ist. Ich will in Freiheit leben und nicht von einer Phyrerin in eine softe schwarzrotgrüne EU-Diktatur geführt werden!

            Ich hatte mir vor Wochen das ganze Video angeschaut und halte diesen Ausschnitt für legitim.
            Das komplette Video ist wenige Zentimeter von dieser Sequenz entfernt.

            „Frisst der Kapitalismus die Demokratie?“
            Bei solch einem Titel geht jedem Genossen das Herz, das links schlägt, auf!

            https://www.youtube.com/watch?v=rUEnbw_mVcQ

            Soros steht übrigens politisch auf Ihrer Seite, Comrade Apfel.


            Die Europäische Zentralbank (EZB) will das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts einem Bericht des Spiegel zufolge ignorieren.

            Wie das Blatt unter Berufung auf „Notenbankkreise“ berichtet, will die EZB es der Bundesbank überlassen, die Öffentlichkeit und politische Institutionen in Deutschland besser über ihre Beschlüsse zu informieren.

            Zunächst habe EZB-Chefin Christine Lagarde noch vorgehabt, dem Bundesverfassungsgericht entgegenzukommen, das in der vergangenen Woche bessere Begründungen der EZB-Entscheidungen verlangt hatte. Doch unter dem Druck der Vertreter Italiens und Frankreichs sei sie auf einen konfrontativen Kurs eingeschwenkt. Das Bundesverfassungsgericht habe der EZB mangels Zuständigkeit nichts zu sagen, argumentiere sie. Die EZB sei einzig dem Europäischen Gerichtshof unterworfen.

            EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen prüft wegen des EZB-Urteils ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland. „Es geht darum, dass wir nun in einen Dialog kommen, wie wir sicherstellen, dass von diesem Urteil keine falschen Signale ausgehen mit Blick auf den Vorrang europäischen Rechts und europäischer Gerichtsbarkeit“, sagte von der Leyen dem Spiegel.

            https://www.finanzen.ch/nachrichten/obligationen/ezb-will-anscheinend-karlsruher-urteil-ignorieren-1029206010

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            • Schmeckt gut sagt

              Thomas Apfel – ein kapitalismusverachtender Genosse? Ich lach mich kaputt. Kritik am im Moment politisch favorisierten Kapitalismus ist ja wohl mehr als angebracht, oder? Die Lebensmittelketten stopfen sich die Taschen voll und sind sich nicht zu schade, natürlich unter Ausschluß der Öffentlichkeit, mit „kriminell“ erhöhten Margen ihre „Kriegskassen“ zu füllen. Ihre Macht (das heißt ihre Systemrelevanz) beschränkt sich einzig und allein auf die ausgefeilte Logistik. Urproduzenten werden erpresst, Mitarbeiter „ausgebeutet“, Natur über immer größere, versiegelte Flächen zerstört – und die Konzerne stellen sich in ihrer Werbung als „die Wohltäter“ der Nation dar. Ich könnte kot…n. Wozu haben wir das Kartellrecht? Kein Politiker hat genügend Arsch in der Hose, hier einzuschreiten. Ich sag´ ja: wir verkommen zur Bananenrepublik. Und „ein Privatier“ fordert, die Schnauze zu halten – neeneenee/Kopfschüttel.

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              • Ein Privatier sagt

                Apropos „Können wir noch Dialog“

                Ich habe noch nie irgendwo gefordert, „die Schnauze zu halten“, Sie ungenießbarer Gutdödel.

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                • Schmeckt gut sagt

                  Danke für die Blume. Die Beleidigung nehme ich als Auszeichnung an 😉

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Na na Herr Privatier,
                  schlechte Kinderstube, oder Ehekrach?

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              • bauerhans sagt

                Kapitalismus ist das ergebnis von Eigeninitiative.
                soziale umverteilung muss die politik gewährleisten,
                gerechtigkeit kann man da nicht erwarten,weil parteien da ihrem programm folgen.

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            • Thomas Apfel sagt

              Hallo, @Privatier,
              Warum dieses Eifern, man fühlt sich ja fast wie in der McCarthy-Ära.
              Wovon Gefahren für die Freiheit ausgehen kann man durchaus differenziert sehen. Eine persönliche Frage: So wie Sie bei diesem Thema die Contenance verlieren, würde ich Sie bei den Dissidenten aus DDR Zeiten verordnen ? Haben Sie eine anteilige Ost-Biographie ? Damit will ich ausdrücklich nichts einordnen, unterstellen oder sonstwas, es interessiert mich tatsächlich. Übrigens gefällt mir „Genosse Boskopp“ gut, erinnert mich an die Zeit in der Betriebs- Kabarett- Gruppe in meiner Ost-Biographie. Die nannten sich „Die Obstmaden“ und da war ich tatsächlich mal „Genosse Boskopp“.

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              • Reinhard Seevers sagt

                🙄 Privatier ist bestimmt IM „Obstkorb“, Thomas der war noch nicht enttarnt…..

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              • Ein Privatier sagt

                Den Boss in Bosskopp bitte nicht übersehen!
                Oder sollten Sie Ihre Genossen schon damals unterschätzt haben?

                Kennen Sie den Spruch „Vertraulichkeit führt zu Verachtung“?

                Mir ist es lieber, wenn die Menschen, mit denen ich hier interagiere, ihr Privatleben für sich behalten.
                Das ist für mich eine Frage des reziproken Respektes.
                Ich mag auch nicht dieses Distanzlose Duzen, dass in der ehemaligen DDR allenthalben geübt wird.
                Es ist invasiv und freiheitseinschränkend.

                In Wirklichkeit lächle ich, wenn ich eskalationsfördernd die an mich herangetragenen Blumen an die Ostmaden retourniere.

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                • Thomas Apfel sagt

                  Gut, dann Ende. Ich wollte nur Ihre arrogante Galligkeit begreifen. Keffern Sie weiter ohne mich. Viel Spaß!
                  Wenn man Dialog haben will, muss man die Arroganz schon ein wenig zurückfahren, wenn man ernsthaft auf Augenhöhe kommunizieren will.

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          • Arnold Krämer sagt

            Die Gelegenheit zur Überwindung des Kapitalismus und Ablösung durch ein alternatives Gesellschaftssystem, das sich bisher in der Geschichte als wirklich nicht konkurrenzfähig gezeigt hatte, ist objektiv wohl ziemlich günstig. Denn die Vorteile des kapitalistischen Systems sind offensichtlich weitgehend ausgereizt. Diese bestanden ja darin, dass das System über Produktinnovationen und Prozessinnovationen den Menschen wesentlich mehr und schneller zu Wohlstand verhelfen konnte als das alle sozialistischen Systeme vermochten.
            Wirklich neue Produktinnovationen sind nicht in Sicht. Alles konzentriert sich darauf, über immer leistungsfähigere Informationstechnologie immer mehr Daten auszuwerten und für unternehmerische oder auch sonstige Entscheidungen zu nutzen, wobei der Grenznutzen aber immer geringer wird oder kaum noch zu erkennen ist, auch wenn die Digitalisierung noch so euphorisch gefeiert wird. Und bei den Prozessinnovationen haben wir mit der Globalisierung und einer auf die Spitze getriebenen Spezialisierung und Arbeitsteilung ebenfalls ein gewisses Ende des organisatorisch-technischen Fortschritts erreicht. Also weg mit dem System! Auf dem Niveau was erreicht worden ist, kann man auch in einem anderen Gesellschaftssystem weiter arbeiten. Oder sehe ich da was falsch?

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            • Ein Privatier sagt

              Der schwer zu definierende Kapitalismus ist nicht nur „Gesellschaftssystem“, sondern eher Wirtschaftssystem, da sein Medium Geld ist.

              Dass man heutzutage nicht mehr über die „Soziale Marktwirtschaft“, die eine Variante des Kapitalismus darstellt, redet, sehe ich als Teil der nicht differenzierenden „antikapitalistischen“ Propaganda, die von wohlstandsverwahrlosten Wohlstandshassern aller Parteien verbreitet wird.
              Diese Dekadenten glauben den Linken, dass die globale Wirtschaft ein Nullsummenspiel ist.

              Es gibt annähernd 8 Milliarden Menschen auf der Welt und noch nie haben soviele Menschen gleichzeitig in relativem oder absolutem Wohlstand gelebt wie heutzutage.

              https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52680/armut

              Dass global extreme Armut in den letzten Jahrzehnten EXTREM gesenkt wurde ist primär mit Hilfe kapitalistischer Systeme erreicht worden.

              „Menschen sind von extremer Armut betroffen, wenn sie in Haushalten mit Einkommen von weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag und Kopf leben. 1981 galt dies noch für 44 Prozent der Weltbevölkerung bzw. knapp zwei Milliarden Menschen. Ende 2015 war weltweit weniger als jeder Zehnte von extremer Armut betroffen – rund 700 Millionen Menschen. Am stärksten hat die Region Ostasien und Pazifik zu dieser Entwicklung beigetragen: Zwischen 1981 und 2012 sank die Zahl der Menschen in extremer Armut von 1,1 Milliarden auf 147 Millionen. Gleichzeitig fiel der Anteil der Menschen in extremer Armut an der Gesamtbevölkerung von 80,6 auf 7,2 Prozent. Andererseits lebten im subsaharischen Afrika 2012 mehr Menschen in extremer Armut als 1990 (389 gegenüber 288 Mio.), wobei sich der Anteil der Menschen in extremer Armut an der Gesamtbevölkerung von 56,8 auf 42,7 Prozent reduzierte.“

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              • Ein Privatier sagt

                Und man sollte auch in Betracht ziehen, dass sehr viele der Probleme Afrikas und manch anderer Länder durch die sehr hohen Geburtenraten verursacht werden.
                Und an irgendeinem Punkt muss man auch als Gut-, Besser- und Bestenmensch den Afrikanern Eigenverantwortung zugestehen.

                Spaßeshalber beziehe ich mich jetzt mal auf die „Schnackselgräfin“ die ja umgehend als Rechtsradikale und Rassistin diffamiert wurde.
                https://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/317995/grundlich-verschnackselt

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              • Schmeckt gut sagt

                Blind bleibt blind. In einem halben Dutzend Regionen der Erde „krepieren“ Menschen unter fürcherlichen Umständen. Keinen Kapitalisten interessiert’s. Medien überfluten unsere Sinne mit absolut uninteressanten, aber in der Selbstdarstellung, „überlebenswichtigen“ Neuigkeiten über die Coronakrise. Realistische Ansätze zur Lösung der Krise werden populistisch in der Medienblase zerrissen, weil sie nicht zur „allgemeinen Meinung“ passen. Und jetzt erzählen sie uns, lieber Pravatier, dass alles gut ist – insbesondere der herrschende, westliche Kapitalismusstil? Das ist bullshit – Entschuldigung, für den Ausdruck. Musste jetzt mal raus.

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                • Ein Privatier sagt

                  „Und jetzt erzählen sie uns, lieber Pravatier, dass alles gut ist – insbesondere der herrschende, westliche Kapitalismusstil?“

                  „Dass alles gut ist“? – Das habe ich weder gesagt, noch insinuiert.

                  Was ist an der von mir präferierten Kapitalismusvariante „Soziale Marktwirtschaft“ nicht in Ordnung?

                  Warum sollte dieses System durch irgendeine Variante des Sozialismus/Kommunismus ersetzt werden?

                  Dass Sie, wie so viele hier, unter Druck stehen, und „Bullshit“ exprimieren müssen, gehört in einem Bauernforum eben zum guten Ton.
                  „So what…“

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                • Schmeckt gut sagt

                  Unsere Politik erlebt viel zu viel Selbstdarstellung. Meiner Meinung nach entlarvt sich die häufige Erwähnung der ach so tollen „sozialen Marktwirtschaft“ selbst. Unter Ludwig Erhard war sie gut und einfach zu erkennen. Seit langem schaufelt sie allerdings das eigene Grab, weil die partnerschaftliche Zusammenarbeit nicht mehr zu erkennen ist. Einige Marktteilnehmer stellen sich als sozial dar, sie sind es bloß nicht. Über „soziales (Markt) Verhalten“ ist keine öffentliche, zielorientierte Diskussion möglich. Siehe hierzu meine heutigen Posts und diesen Beitrag von Bauer Willi. Es gibt beispielsweise sehr viel mehr Betriebe mit Saisonarbeitskräften, die ihre Leute gut behandeln, als „schwarze Schafe“. Es wird aber nicht mehr über Positives berichtet, sondern idealerweise eine ganze Branche skandalisiert. So, jetzt habe ich Kurve zum Thema wieder genommen 😉

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Mit der Sozialen Marktwirtschaft hat dies nichts zu tun, auch weniger mit dem Kapitalismus.

                  Die Bevölkerung merkt nicht wie gut es uns geht, sie möchte nur hören, dass es uns schlecht geht.

                  Genau dieses wird von den NGOs und von den Medien bedient.

                  Es betrifft nicht nur die Landwirtschaft, genau so wie die Oma, die zur Umweltsau wird, oder die ältere Generation,, die angeblich der Jüngeren die Zukunft nimmt. Dass die Alten den Jungen die Ausbildung bezahlt haben, interessiert vielfach nicht mehr.

                  Wie oft wurden die Bäuerinnen als Trampel vom Land bezeichnet, aber um ein Bauernbrot von dieser Bäuerin zu ergattern, fuhr man gerne mal 100 Km weit.

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            • Schmeckt gut sagt

              Nein, absolut nicht. Habe immer gedacht, in der besten Region, in der stabilsten und erfüllensten Gesellschaftsform zu leben und mit dem schönsten Beruf der Welt meinen/unseren Lebensunterhalt verdienen zu können. Es kommen mir zunehmend Zweifel.

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              • Ein Privatier sagt

                Aus welchen, das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem betreffenden Gründen, würden Sie aktuell lieber in welchem Land leben?

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                • Schmeckt gut sagt

                  Wenn nicht diese negative Selbstdarstellung und das Schlechtreden wäre, könnte man es in D ganz gut aushalten. Alle Regionen haben gute und schlechte Seiten. In Chile kann man sicherlich im Süden ganz gut leben und auch viel für und mit den indogenen Mapuche erreichen. Und das entspannte Leben in Australien würde passen. Allerdings ist dort der Kapitalismus weniger sozial ausgeprägt als in Europa 😉 In Europa gibt es auch schöne Ecken, wo Chancen mit gärtnerischem KnowHow vorhanden sind. USA zur Zeit definitiv „no“. Asien und Afrika habe ich noch nicht besucht.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @Schmeckt gut

                  Auf den Kanaren könnte man gut leben,
                  aber nur wenn man dort kein Geld mehr verdienen muss.

                  Gerechterweise lebe ich gerne an meinem Platz, habe 1 Hektar Gelände ums Haus und bin fast in der Dorfmitte.
                  REWE und Lidl, auch die S Bahn sind jeweils in 400 Meter Entfernung, da komm ich noch mit einem Rollator hin, wenn es mal notwendig wäre. 😉

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              • Ein Privatier sagt

                Schmeckt gut

                16. Mai 2020

                Wenn nicht diese negative Selbstdarstellung und das Schlechtreden wäre, könnte man es in D ganz gut aushalten. Alle Regionen haben gute und schlechte Seiten. … (…) …

                Das sehe ich teilweise so ähnlich … allerdings würde ich grundätzlich westlich geprägte Länder bevorzugen bzw. Länder der 1. Welt.
                Die USA werden bei uns seit Ende des Ersten Weltkrieges überwiegend negativ dargstellt, vermutlich weil es eines der freiesten Länder überhaupt ist. Der Hass auf den Kapitalismus geht meist Hand in Hand mit dem Hass auf die USA.

                Die Ansichten über „gute und schlechte Seiten“ ändern sich mit den Maßstäben, mit denen beurteilt wird, was als gut/schlecht zu gelten hat.
                Ich denke, dass man als Maßstab für Länder auch die Anzahl der Freiheitsgrade der Individuen benutzen kann, wobei man sich natürlich vorher über den Begriff „Feiheit“ einigen muss, da für manche z.B. das Höchstmaß an Freiheit ein der Religion gewidmetes Leben darstellt.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Zitat Bauer Willi: „Nicht aber Habeck“ ??????

        Zitat aus heutiger Nachricht zu Covid 19 in Schlachthöfen:
        „Die Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in mehreren Schlachthöfen werfe ein Schlaglicht auf die dramatischen Probleme der Agrarindustrie, schreibt Habeck. „Sie funktioniert nach dem Prinzip: Massenproduktion von Fleisch zu Dumpingpreisen dank Dumpingbedingungen.“

        Wenn dem so ist, dann müssen wir ja über Erntehelfer beim Spargel auch so diskutieren oder?

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        • firedragon sagt

          Nein Herr Seevers,
          muss man nicht. Schlachthöfe sind nachgelagerte Wirtschaftsbereiche und haben mit der sogenannten „Agrarindustrie“ eigentlich nichts zu tun – hat Habeck aber wieder „toll“ den Bogen gezogen.
          Immer wieder bemerkenswert, wie der Agrarsektor so passend in den Fokus gerückt wird.

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          • Arnold Krämer sagt

            Doch muss man schon, weil überall da, wo viele Arbeitskräfte für die Ernte und Verarbeitung der Produkte benötigt werden, diese immer weniger aus dem Pool von Einheimischen zu rekrutieren sind. Das hat im Gemüsebau auch viel mit Saionarbeit zu tun, die keine Dauerbeschäftigung zulässt. In den Schlachtbetrieben ist zwar Dauerbeschäftigung möglich, die Arbeit ist ist aber mit Ausnahme der Hähnchenschlachterei körperlich hart und hat ein sehr schlechtes Image.
            In der Tierproduktion gehören für ihre Kritiker die Schlachthöfe und Molkereien selbstverständlich zur Agrarindustrie, die es zu schwächen gilt. Molkereien bilden arbeitswirtscfhaftlich aber wiederum eine Ausnahme, weil dort der Mensch weitgehend durch Technik ersetzt worden ist. Der letzte Mensch, der die Rohmilch des Landwirts zu sehen bekommt, ist meist der Tanklastfahrer.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Das Gefährliche ist, dass wenn die Diskussion weiterhin an Fahrt aufnimmt, die Schlachtkapazitäten gefährdet sind und damit die Schweinehalter ins Spiel kommen, die dann keine artgerechte und Tierschutzgerechte Haltung mehr umsetzen können….Da stehen dann tausende von Mastschweinen in zu klienen Ställen …und die Ferkel könen nicht eingestallt werden, weil nicht ausgestallt wird…usw.

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              • Arnold Krämer sagt

                Das nehmen die Kritiker der „Agrarindustrie“ billigend (vermutlich mit Freude) in Kauf. Das Verständnis für wirtschaftliche, soziale und regionale Zusammenhänge ist ja bei denen auch selten vorhanden.

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                • firedragon sagt

                  Herr Krämer,
                  Thema: viele Arbeitskräfte oder meinetwegen auch, viele Arbeitskräfte auf engem Raum. Das ist so bei Fahrzeugbauern (Bandarbeiter), Nähereien (okay, sind im Ausland), Großraumbüro u.s.w..
                  Diese Wirtschaftszweige werden auch separat betrachtet und nirgendwo „zugeortnet“ oder gehören Nähereien, weil das Grundprodukt Baumwolle ist, jetzt ebenfalls zur „Agrarindustrie“.
                  Mir geht es um die Zuweisung, die Habeck mal ebenso „in den Raum geworfen“ hat.

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  13. Hubert Daubmeier sagt

    Was ich immer wieder mal beobachte: kaumt hat einer eine provokante These in den Raum stellt, geht es los mit den zustimmenden „ist wirklich schlimm“ Kommentaren. Sind dann mal die ersten vier oder fünf gesetzt ist die Lawine kaum mehr aufzuhalten. Es gehört dann schon Mut dazu mal einzuwerfen „man könnte es auch anders sehen“ oder ein „hast du xyz bedacht“. Denn die nächsten Kommentare sind dann immer noch aus der „ist aber schlimm“ Serie. Wieder ein paar Kommentare weiter merkt man dass doch ein paar aufgewacht sind und auch die andere Seite der Medaille sehen.

    Als mein Votum: Mut haben. Dagegen halten. Bei den Fakten bleiben (auch wenn es manchmal arg schwierig ist)

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    • Bauer Willi sagt

      Tja, das mit den Fakten. Erinnert mich immer an Watzlawik: „Der Andersdenkende ist kein Idiot. Er hat sich nur eine andere Wirklichkeit konstruiert“.
      Was ist aber, wenn der Andersdenkende eventuell doch Recht hat? Ist auch schwierig, eigene Fehler einzugestehen. So jedenfalls meine persönliche Erfahrung. Ich bin aber seit über 30 Jahre verheiratet, meistens klappt es also. 🙂

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      • Inga sagt

        Der Andersdenkende hat nur Recht, wenn er die Fakten zur Wahrheit um das Thema berücksichtigt

        Da fällt mir der Kategorischer Imperativ von Kant ein:
        Beim kategorischen Imperativ, den Kant für moralisches Handeln anstrebt, ist moralisches Handeln eben

        nicht an eigene Ziele oder Wünsche gebunden,

        sondern soll universell gelten. Dennoch ist der Einzelne an der Definition moralischen Handelns beteiligt, da er sich selbst fragen soll, ob sein Handeln als Vorbild für ein allgemeines Gesetz gelten kann. Nach dem kategorischen Imperativ zu …

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        • Ein Privatier sagt

          Kants Kategorischer Imperativ ist ein undurchführbarer Auftrag.

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          • Inga sagt

            „nicht an eigene Ziele oder Wünsche gebunden, “

            Damit ist doch gemeint, wenn man um ein gemeinsames Ziel (Corona, Ethik u. Moral, Natur oder Landwirtschaft) diskutiert oder kämpft,
            sollte man seine eigenen Ziele (Hass, Neid) und Wünsche zurückstellen.

            Damit dann das gemeinsame Ergebnis als universell gelten kann!

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            • Ein Privatier sagt

              Betrachten Sie doch mal das Wort „universell“.

              Da sollen also z.B. 2 Diskutanten bei ihrer Auseinandersetzung die gesamte Menschheit mit in ihre moralisch-ethischen Reflexionen einbeziehen.

              Halten Sie es für möglich, dass man z.B. 10 000 Menschen rund um die Erde verteilt, mit all ihren verschiedenen Kulturen, moralisch bw. ethisch mit einbeziehen kann?

              Allein die Vorstellung der Bedeutung der bloßen Anzahl von 7.000.000.000 Menschen ist schon undurchführbar.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ich frage mich, warum so viele meinen sich weltweit outen zu müssen, twitter, facebook und co MUSS man bedienen. Muss man wirklich? Frau Eskin hat einen Tweet rausgehauen, der ihr nun um die Ohren fliegt. Warum hat sie nicht den Finger still gehalten.
      Influencer beschweren sich, dass sie gedisst werden. Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um….oder nicht? Ich habe das Gefühl, dass hier eine Menge Naivität im Spiel ist……und Gruppenzwang….und Narzismus….und fehlende reale Beziehungen….und Langeweile….

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  14. Ehemaliger Landwirt sagt

    Stecht euren Spargel selber, so ein Ausspruch in einem anderern Online-Forum.

    Womit ein deutlich feststeht, bei einem Erntehelfer nennt man diese Arbeit Sklavenarbeit, eine Arbeit die man nur der Bauernfamilie zumuten kann.

    Der Leiter unserer Arbeitsagentur sagte einmal, die schwere Arbeit im Weinberg kann man einem Arbeitslosen nicht zumuten.

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    • Inga sagt

      Ja, hast du schon mal erwähnt!

      so ist es heutzutage eben mal,
      da brauchen wir alle Sklavenarbeiter um den Spargel zu genießen!

      Soll sich jeder selber an die Nase fassen, auch die Renate Künast!

      Mein Mann wollte mal Arbietsylose3 , die an der Bude Standen und Bier tranken, darum bitten bei der Strohbergung behilflich zu sein.
      Sie sagte „ja, aber nur wenn sie Schlepper fahren dürfen“

      Ansonsten wollten sie ihm 50 DM (es war noch in der DM-Zeit) geben, dass er sie damit in Ruhe ließe!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Weiß,
        dass ich das schon mal erwähnt habe. Es gibt immer neue Leser, die Willis Block lesen, die müssen auch Informiert werden.

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        • Inga sagt

          Ja ganz genau, da hast du Recht!

          Ich liebe die Menschen, die sagen ich möchte die Aufgaben es Bauern nicht haben, und ich möchte dafür auch kein Mercedes haben.

          Das sind die, die die Bauern fälschlicherweise beneiden, aber es auch dann einsehen. Die sind wenigstens ehrlich
          und machen aus der ganzen Sache kein Theater aus Übermut!

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  15. fingerphilosoph sagt

    Um Wahrheitsfindung oder dergleichen ist es den Menschen noch nie gegangen, sondern immer nur um die Durchsetzung der jeweils eigenen Interessen, was an sich ja schon legitim ist. Die eigenen Interessen sehen bei den meisten Menschen so aus, den größtmöglichen Profit bei höchstmöglicher Bequemlichkeit herauszuschlagen und dafür noch möglichst viel Anerkennung einzuheimsen. Je mehr verquere Moralvorstellungen die Menschen daran hindern, zu diesen ihren wirklichen Interessen zu stehen, desto weniger „Diskussionskultur“ kann es natürlich geben.

    In der Geschichte der Menschheit gibt es, wenn überhaupt, nur bei den sogenannten Naturvölkern eine „gute Diskussionskultur“. Das auch nur, weil die Gruppen mit 50 bis 200 Mitgliedern so überschaubar sind, dass jeder sich mit seiner Person, seiner Erfahrung und seiner Meinung einbringen kann. Dafür sterben bei den Naturvölkern regelmäßig bis zu 15% der Mitglieder an Gewalt, bei manchen Stämmen wie den Waorani sollen es sogar 60% sein. Die Mitglieder einer Gruppe hauen sich allerdings innerhalb derselben Gruppe nur selten auf den Kopf, sie reagieren die angestauten Aggressionen lieber an anderen Gruppen ab.

    Je größer die Zusammenschlüsse in Form von Dörfern, Städten, Stadtstaaten, Völkern, Staaten, Staatenverbünde werden, desto weniger kann der Einzelne sich einbringen,
    desto mehr wird aus jeder Diskussion ein Kampf um die Deutungshoheit zwischen bestimmten Gruppierungen, die sich wiederum gegen die „Anderen“ verbünden müssen, um sich durchzusetzen.

    Auf dem Weg zur „Weltgemeinschaft“ wird diese Erfahrung eben ins Extrem getrieben. Übrig bleiben in Sachen Deutungshoheit, was gleichbedeutend ist mit der Durchsetzung der eigenen Interessen, nur wenige Entscheidungsträger. Das sind vor allem die, die die Medien kontrollieren und über die Medien die öffentliche Meinung. Um die öffentliche Meinung – also die Meinungen von Millionen Menschen – zu kontrollieren, müssen die sog. „Wahrheiten“ radikal vereinfacht werden.

    Blogs und Internet-Auftritte sind nichts anderes als die Versuche, in die Reihen der Entscheidungsträger aufzusteigen, um so die eigenen Interessen besser durchsetzen zu können. Das geschieht, wie immer in der Geschichte der Menschheit, über Hauen und Stechen. Ich ziehe virtuelles bzw. verbales Hauen und Stechen realem Hauen und Stechen in Form einer kriegerischen Auseinandersetzung jedoch vor. Schon weil mein eigenes Interesse auch meinem eigenen Leben und meiner eigenen Bequemlichkeit gilt.

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    • Stadtmensch sagt

      Es ist nicht immer nur die eigene Bequemlichkeit und der zu erwartende Profit, der einen antreibt. Wir hatten ja hier schon die zig Grundmotivationen nach diesem Steven Reiss (vom werten Herrn Krämer in die Diskussion eingebracht).

      Es ist richtig, dass ständig irgendwelche Entscheidungen getroffen werden müssen, um aus zwangsweise anthropologischer Sich „weiter zu kommen“. Dabei werden Zielkonflikte oder Interessengegensätze heutzutage eben in einer bestimmten Qualität „ausgeglichen“.

      Ich wehre mich immer gegen den Gedanken, dass es stets auf ein Hauen und Stechen hinaus laufen muss. Meiner Meinung nach ist das Potential des Redens und Argumentieren noch noch lange nicht ausgeschöpft.

      Mir ist vollkommen klar, dass ich hier in so einem Blog keine ernsthafte Diskussion erwarten kann. Schon gar nicht als Hinz und Kunz. Aber um Menschen zu studieren taugt es allemal 😉

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      • Thomas Apfel sagt

        Das läuft schon deshalb auf ein Hauen uns Stechen hinaus, weil: „Was Du da machst ist falsch, und ich weiß was an Deinem Handeln falsch ist“, nur zwei Optionen offen lässt. Erstens, ich bin mir so sicher, dass mein Handeln richtig und fundiert ist, dass ich den Anderen für nicht kompetent halte.
        Zweitens, ich weiß das das was ich tue „falsch“ ist, habe aber wirtschaftlich keine Möglichkeit etwas Anderes zu tun.
        Nur liegt das selten in so schwarz- weißer „Reinform“ vor.
        Im ersten Falle kann ein echter Diskurs entstehen ( „strittige Auffassungen/ Standpunkte durch Austausch von Fakten und Argumente hinsichtlich ihres Wahrheitsanpruchs auf den Prüfstand gestellt“). Oder ein bzw. beide Seiten machen dicht, wenn ihr derzeitiger Erkenntnishorizont überfordert ist, und fangen an den Anderen moralisch zu attackieren oder unglaubwürdig zu machen.

        Im zweiten Falle wird es kaum auf inhaltliche Auseinandersetzung, sondern auf diffamierenden Schlagabtausch hinauslaufen.

        Da beide Varianten nie in Reinform auftreten, muß Jeder mit sich selbst ausmachen in wie weit er was bereit ist auszuhalten. Aber genau so läuft es ja, und das ist richtig so.

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        • fingerphilosoph sagt

          @ Thomas Apfel
          Wir haben uns als Gesellschaft ein System wechselseitiger existenzieller Abhängigkeiten geschaffen, deshalb kann es niemanden mehr egal sein, wie der oder die Anderen handeln. Ein Mensch, dessen Überleben existenziell von Anderen abhängt, kann es nicht einfach dulden, wenn diese Anderen in seinen Augen „falsch“ handeln, sondern er muss seinen „richtigen“ Standpunkt durchsetzen, weil dieser nun mal mit der Überlebensfrage verknüpft ist.
          Deshalb gibt es tatsächlich nicht viel mehr als Schwarz und Weiß.

          Auch die wissenschaftlichen oder angeblich sachlichen Diskussionen sind immer von diversen Existenzängsten überlagert. Da der Stadtmensch existenziell von Landwirten abhängt und sich von der Art ihres Wirtschaftens bedroht fühlt, sucht er sich die entsprechenden Fakten zusammen, die diesem Gefühl des Bedrohtseins Ausdruck verleihen. Und natürlich findet er entsprechende Fakten mit entsprechenden Interpretationen.

          Da der Landwirt wiederum existenziell von Stadtmenschen und ihrem in der IT verdienten Geld abhängt und sich bedroht fühlt, wenn er zu wenig von diesem Geld bekommt, sucht er sich entsprechend andere Fakten zusammen, die SEINEM Gefühl von Bedrohtsein Ausdruck verleihen.

          Deshalb sind auch die scheinbar inhaltlichen Auseinandersetzungen immer ein Schlagabtausch, bei dem man sich ständig irgendwelche Fakten um die Ohren haut, während es in Wirklichkeit um was anderes geht, nämlich um das Gefühl, dass derjenige, von dem man existenziell abhängt, einen nicht leben lässt.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Naja, heikle These…wenn man die Stadt-Bewohner von Berlin Marzahn oder Hamburg – Mümmelmannsberg fragt, da glaube ich weniger, dass sie eine Bedrohung spühren. Und auf der anderen Seite sind Leute wie Gemüse – Behr auch weniger Angst gesteuert, als man denkt.
            Es sind immer nur ganz bestimmte Minoritäten, die eine gewisse Mehrheit suggerieren und damit politisch agieren wollen. Die haben auch nie die Mehrheit der „Dummen“ gefragt….:-) im Gegenteil, das würde ja komplett in die falsche Richtung gehen.

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          • Obstbäuerin sagt

            Wenn ich den Stadtmenschen und Bauern in seiner Wahrnehmungswelt betrachte, stelle ich jedoch fest Fingerphilosoph, dass der Stadtmensch seine Fakten aus seinen persönlichen Kontakten, seiner Ausbildung und seiner Literatur (Internet inclusive) ableitet, während dem Landwirt eine weitere Dimension zur Verfügung steht. Die oft langjährige Erfahrung in der Praxis und die Überprüfbarkeit der Thesen aus der Literatur (inclusive Internet) in der wirklichen Welt. Oder sehe ich das falsch?

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          • Stadtmensch sagt

            Profund deduziert!
            Letztendlich gehts ums Überleben oder wenigstens ums Optimieren. Nein, Optimieren klingt zu sehr nach Bequemlichkeit oder Kopf frei kriegen für neuen Unsinn. Das Leben das dir als ideal erscheint, ist das eine Kynikers (Diogenes in seiner Tonne). Und jetzt sei mal ehrlich, würdest du das tatsächlich aushalten? Dasitzen und chillen? Die ganze Zeit? Es kommt dann ja auch niemand vorbei, den du beschimpfen kannst…

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            • Reinhard Seevers sagt

              Geh mir aus der Sonne Stadtmensch! 🙂 Vielleicht ist es des Pudels Kern, eben danach zu suchen, nach dem Sinn des Lebens. Wenn Anstelle der Sinnsuche die materielle Befriedigung tritt, dann wird es so, wie es ist.
              Menschen, die sich beschränken auf 100 Dinge, oder die alten Bettelorden sind doch bereits Beispiele für Verzichtsübung. Und der Streit zwischen Verzicht und Effizienz steht immer noch im Raum.

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          • Inga sagt

            Ja, Fingerphilosoph

            Aber der Mensch muß sich nun mal der Ökologie unterordnen!
            Warum ist es legitim, wenn er seine Interessen über die der Wahrheitsfindung setzt.
            Den grösstmöglichen Profit bei kleinster Anstrengung geht nur auf Kosten der Natur und der Allgemeinheit, das Soziale.
            Und das soll ethisch und moralisch ok sein?
            Wir sind in die Natur integriert und haben uns nach ihr zu richten. Sonst geht sie kaputt. Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur!
            Es ist unsere Aufgabe sie zu schützen!
            Innerhalb dem Ganzen dürfen wir unsere Interessen umsetzen!

            „Blogs und Internet-Auftritte sind nichts anderes als die Versuche, in die Reihen der Entscheidungsträger aufzusteigen, um so die eigenen Interessen besser durchsetzen zu können“

            Siehst du das individuell so?
            Wenn man eine Diskussion entfacht, dann doch nicht um sich zu profilieren oder eine Entscheidungsträger zu sein,
            dann geht es um ein Thema, in dem man die Wahrheit finden will, und nicht um persönliche Belange zu demonstrieren!

            Wenn Bauer Willi hier sein studiertes und fundiertes Wissen einbringen will, dann nicht um sich zu erhöhen, sondern die Wahrheit herauszufinden.
            Beneidest du ihn deswegen?
            Brauchst du nicht, denn du hast ja anderes Wissen und Qualitäten!

            Dann könnte man noch mal extaa philosophieren,
            ob der Mensch sein Wohlbefinden steigert, wenn er
            ökologisch oder sozial etwas leistet oder ein Ofer bringt;
            oder gar Wissen zu den Zusammenhängen erlangt, ohne sich damit profilieren oder erhöhen zu wollen!

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      • fingerphilosoph sagt

        Als Motivation gibt es auch noch diverse Ängste, allen voran die Angst ums eigene (Über)Leben. Stimmt. Habe ich vergessen zu erwähnen. Die Geschichte mit den zig Grundmotivationen nach Steven Reiss ist mir entgangen, sonst hätte ich an der Stelle schon vermerkt, dass sich eine Scheinvielfalt von Grundmotivationen schnell reduziert, wenn man diese mal genauer untersucht.

        Kooperation und Solidarität sind mit die tödlichsten „Waffen“, die der Mensch entwickelt hat. Ohne die enorme Kooperationsfähigkeit des Menschen gäbe es weder Atombomben noch sonstige Großtechnologien noch die Abholzung der Regenwälder. Es gäbe keine Kriege, keinen Kapitalismus und keine Konzerne.
        Der Kapitalismus hat als Wurzel weniger das Konkurrenzdenken als viel mehr die Kooperation. Denn im Wesentlichen kooperieren Menschen aus Eigennutz. Sie erhoffen sich mehr Profit, mehr Bequemlichkeit, mehr Anerkennung, größere Überlebenschancen, indem sie kooperieren und sich zu immer größeren Gruppen zusammenschließen.

        Der Mensch schließt sich so wahnsinnig gern zu „solidarischen“ Gemeinschaften zusammen, weil er darauf spekuliert, dass er von der Gemeinschaft mehr zurückbekommt, als er bereit ist hineinzugeben. Weil diese Rechnung nicht aufgeht, müssen die Gemeinschaften immer größer werden. Das ist wie mit den Kettenbriefen, mit denen man angeblich reich werden kann, wenn man sie an zig Bekannte weiter verschickt.

        Auch unter dem Deckmantel des Wohlwollens und der Solidarität findet stets das altbekannte Hauen und Stechen statt, das heißt, die Durchsetzung eigener Interessen. Reden und Argumentieren ist im Wesentlichen nichts anderes als Hauen und Stechen, nur eben mit unblutigen Mitteln. Ich vermute mal, „echte“ Diskussionen – falls es so was überhaupt gibt – können erst dort stattfinden, wo der Mensch sich über seine eigennützigen Motive bewusst geworden ist, nur für sich selber spricht und nicht so tut, als würde er die Interessen von anderen Menschengruppen oder gar von Kühen, Schweinen, Hühnern, Insekten, Bodenbakterien oder womöglich sogar der sog. „Natur“ vertreten.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Zitat filosof:“Ich vermute mal, „echte“ Diskussionen – falls es so was überhaupt gibt – können erst dort stattfinden, wo der Mensch sich über seine eigennützigen Motive bewusst geworden ist, nur für sich selber spricht und nicht so tut, als würde er die Interessen von anderen Menschengruppen oder gar von Kühen, Schweinen, Hühnern, Insekten, Bodenbakterien oder womöglich sogar der sog. „Natur“ vertreten.“

          Seh ich auch so. Ich denke, die Ursache für diese Motive liegt bei ganz vielen Menschen im schlechten Gewissen durch eigenes Fehlverhalten gegenüber der Natur. Deshalb sind auch Frauen so häufig vegan oder vegetarisch unterwegs. Sie sind feinfühliger und möchte einen Ablasshandel erwirken, der ihnen im Himmelreich einen Platz sichert (natürlich nur metaphorisch zu sehen, bitte)…..sie haben schlicht ein schlechtes Gewissen für all ihr Handeln und kompensieren es damit. (meine Theorie, die sich sicherlich in irgendeinem wissenschaftlichen Beweis wiederfinden lässt…)

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          • Stadtmensch sagt

            Frauen sind feinfühliger und leben deshalb lieber vegan, um sich ein Plätzchen im Himmelreich zu sichern?

            Wo bin ich hier nur hingeraten 😉

            Also mit meinem letzten Satz will ich deine Meinung lächerlich machen und mich moralisch darüber erheben um damit politisch korrekt im Gender Mainstreaming zu reüssieren. 😉

            Mit solche Grundvorstellungen (die sicher irgendwie in der Sozialisierung entstanden sind) wird es tatsächlich schwierig mit Objektivität und „langsamem Denken“.

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          • fingerphilosoph sagt

            Die Kooperation von Männern gründet in der gemeinsamen Jagd. Jagd auf Großwild war i.d.R. Männersache. Die Kooperation von Frauen gründet in der Kinderaufzucht. Sie mussten sich seit jeher Helfer und Helferinnen suchen, die auch mal auf den Nachwuchs aufpassten. Deshalb sind die Methoden der Kooperation unterschiedlich. Männer bilden eher Hierarchien, Frauen manipulieren eher Gefühle, um ihre jeweiligen Interessen durchzusetzen. Offen zur Schau getragener Veganismus ist eine verdeckte Form von Hauen und Stechen, die auf der Manipulation der Gefühlsklaviatur beruht, eine eher weibliche „Waffe“, in der Tat, die deshalb auch mehr von Frauen benutzt wird und häufig gegen Männer zum Einsatz kommt, denn Männer essen, genetisch bedingt, i.d.R. deutlich mehr Fleisch als Frauen.

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        • Arnold Krämer sagt

          @fp
          Es sind 16 Grundmotive menschlichen Handelns, die Steven Reiss in seinen Arbeiten weltweit meint identifiziert zu haben. 14 davon sind seiner Meinung nach auch im Tierreich anzutreffen. Die Ausprägungen sind individuell sehr unterschiedlich. Die Beschäftigung mit den Grundmotiven hilft bei der Selbstkontrolle und der Selbststeuerung, also „Dingen“, die manchen Zeitgenossen völlig fremd zu sein scheinen.

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          • fingerphilosoph sagt

            Was sind das für Grundmotive? Ich kenne diesen Steven Reiss nicht.

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              • Reinhard Seevers sagt

                ….irgendwie schwingt in amerikanischer Erweckungsliteratur immer der Weg zum „Erfolg“ eine große Rolle…..muss wohl an der anglikanischen Wertekultur liegen. Ich bekomme von solcher Wegweisung immer eine Gänsehaut…keine Ahnung warum.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Bei amerikaniser Literatur bin ich auch immer sehr vorsichtig. Aber das hat mit Erweckungsliteratur nichts zu tun und mit Wegweisung schon garnicht.

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              • fingerphilosoph sagt

                @ Arnold Krämer
                Ich finde die 16 Grundmotivationen, ehrlich gesagt, nicht so wirklich gut durchdacht. Ehre und Status sind beispielsweise keine primären Motivationen, es geht dabei letztendlich doch um Anerkennung, die der eine mittels Verdiensten und der Andere mittels Besitzes zu erlangen versucht. Anerkennung wiederum ist nicht getrennt von den Beziehungen zu sehen, denn wo Beziehungen nicht durch Macht, sondern durch Freiwilligkeit unterhalten werden, geht es meistens um gegenseitige Anerkennung. Ein besseres Wort wäre dafür Sympathie, die in der Liste aber gar keine Rolle spielt.

                Essen, Bewegung und Ruhe sind keine Motivationen, sondern körperliche Grundbedürfnisse, zu denen auch noch Atmen, Ausscheiden und dgl. gehört.

                Eine meiner hauptsächlichen Grundmotivationen ist Lebensfreude. Der Sinn meines Lebens besteht darin, mich lebendig zu fühlen, mich selber immer wieder neu zu erfinden, mich zu entfalten, die Welt zu gestalten, mehr von diesem Stoff aufzusaugen, der Leben heißt. Lebendig fühle ich mich weder indem ich Macht ausübe noch Ordnung halte noch spare, sondern wenn ich tun kann, was ich selber will, wenn ich selber kreativ sein kann. Kreativität kommt in der Liste aber ebensowenig vor wie Lebensfreude oder Sympathie. Deshalb kann ich mit der Liste nicht so wirklich was anfangen. Klingt alles ziemlich leblos und hölzern.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Man muss schon etwas tiefer einsteigen in die Thematik, um die Arbeit des Herrn Reiss beurteilen zu können. Letztlich wird es nie gelingen, mit menschlichen Begrifflichkeiten zu beschreiben, was den einzelnen Menschen antreibt, diese oder jenes zu tun oder auch nicht zu tun. Die Arbeit des Herrn Reiss ist der Versuch, über Befragungen das, was vom „Eisberg“ Mensch unterhalb der Wasseroberfläche verborgen ist, ein Stück weit an die Oberfläche zu holen und der Selbsterkenntnis zuzuführen. Was treibt mich an, was ist mir wichtig, was ist weniger wichtig oder unbedeutend?
                  Ich habe in meiner aktiven Berufszeit über rund 20 Jahre einen abgespeckten, nicht autorisierten Fragebogen zum Thema mit angehenden Landwirtschaftsmeistern besprochen, individuell ausfüllen lassen und anonym ausgewertet. In der Diskussion über die Ergebnisse ging es auch um die Frage, welche Grundmotive sollten bei einem zukünftigen Unternehmer in der bäuerlichen Landwirtschaft, wo die Doppelrolle von „Herr und Knecht“ und die Selbststeuerung eine ganz besondere Bedeutung haben, stark ausgeprägt sein. Mit welchem Motivprofil bin ich – weiß Gott kein schlechter Mensch aber – als landwirtschaftlicher Unternehmer wohl eher nicht geeignet. Spannende Themen, auch mit der Möglichkeit, das Wissen darum für eine erfolgreiche Beratung von Landwirten zu nutzen. Mir hat es jedenfalls sehr geholfen und vermutlich auch vielen meiner Klienten und den Zuhörern meiner Vorträge.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Das ist ja eher unter dem Begriff Psychoanalyse zu sehen, finde ich. Mir geht es vorwiegend darum, dass der Mensch keinen freien Willen hat und lediglich von seinen Synapsen gesteuert wird. Niemand ist in der Lage sein Selbst zu steuern. Uns werden ständig Geschichten erzählt, die uns in eine Richtung bringen. Man kann tun, was man sich wünscht, man kann sich aber nicht wünschen sich etwas zu wünschen.
                  Das Ziel sollte eigentlich sein, das Leid auf der Welt zu lindern, jedwedes. Das reicht eigentlich, um jede Handlung ins Positive zu richten, wird es allerdings nicht. Gründe sind u.a. Geschichten über Nationalismus, Reichtum, Religion, Macht etc…..

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                • Lady sagt

                  Fipho schreibt:
                  „@ Arnold Krämer
                  Ich finde die 16 Grundmotivationen, ehrlich gesagt, nicht so wirklich gut durchdacht. “

                  Wisst ihr was, ich bin fast vom Stuhl gekippt vor Lachen!
                  Exakt so geht Dialog nicht!
                  Denn das ist nichts anderes als eine Ohrfeige für Arnold Krämer. Nicht durchdacht, viel schlimmer geht es kaum.
                  Und dieses Nichtdurchdachte dann mal so auf die Schnelle zerlegen zu wollen, toppt die Sache tatsächlich noch. Noch mehr Herabwürdigung.
                  Vermutlich nicht ganz durchdacht, Fipho 😉

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Lady, ich kann ihren Gedanken nicht folgen. Filosof hat das Buch von REISS angezweifelt, doch nicht Herrn Krämer….in keinster Weise.

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    • Inga sagt

      Aber der Mensch muß sich nun mal der Ökologie unterordnen!
      Warum ist es legitim, wenn er seine Interessen über die der Wahrheitsfindung setzt.
      Den grösstmöglichen Profit bei kleinster Anstrengung geht nur auf Kosten der Natur und der Allgemeinheit, das Soziale.
      Und das soll ethisch und moralisch ok sein?
      Wir sind in die Natur integriert und haben uns nach ihr zu richten. Sonst geht sie kaputt. Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur!
      Es ist unsere Aufgabe sie zu schützen!
      Innerhalb dem Ganzen dürfen wir unsere Interessen umsetzen!

      „Blogs und Internet-Auftritte sind nichts anderes als die Versuche, in die Reihen der Entscheidungsträger aufzusteigen, um so die eigenen Interessen besser durchsetzen zu können“

      Siehst du das individuell so?
      Wenn man eine Diskussion entfacht, dann doch nicht um sich zu profilieren oder eine Entscheidungsträger zu sein,
      dann geht es um ein Thema, in dem man die Wahrheit finden will, und nicht um persönliche Belange zu demonstrieren!

      Wenn Bauer Willi hier sein studiertes und fundiertes Wissen einbringen will, dann nicht um sich zu erhöhen, sondern die Wahrheit herauszufinden.
      Beneidest du ihn deswegen?
      Brauchst du nicht, denn du hast ja anderes Wissen und Qualitäten!

      Ja, der Mensch strebt nach Deutungshoheit, darf er aber so nicht, denn er ist im Korsett der Ökologie, Ethik und Moral!

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  16. Reinhard Seevers sagt

    Eigentlich ist die Frage „Können wir noch Dialog?“ so nicht ganz richtig. Eine derartige Form des Dialogs hat es in der Geschichte der Menschheit doch noch gar nicht gegeben.
    Nie konnte Otto-Normalo seine Gedanken, seinen Frust, seine Meinung weltweit so verbreiten. Wir leben in einer Gesellschft der „Singularitäten“. Wer sich nicht zu Wort meldet, der lebt nicht, so wird es uns suggeriert. Demokratie hautnah, so meint man.
    Das Medium Internet ermöglicht es, dass der Mensch all seine Attribute ausleben kann, und das tut er.

    1
    • Altbauer Jochen sagt

      Welches Mittel zum Dialog soll ich wählen
      wenn der andere mich zur Zielscheibe
      auserkoren hat und auf mich schießt?
      Ignorieren ist das Stressfreieste und
      trotzdem sein Dasein behaupten!

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      • Inga sagt

        Man kann auch mit anderen den Dialog wählen und weiterführen,
        nicht nur mit denen, die einen zur Zielscheibe auserkoren haben!
        Die können sich andere Zielschieben aussuchen oder überlegen, warum sie Zielscheiben brauchen!

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  17. firedragon sagt

    Wie kommen wir wieder zu einer Diskussionskultur zurück?
    -vorweg, bin mir nicht sicher, ob mein „Senf“ überhaupt noch gewünscht wird –
    Ein Tipp von mir, so ganz generell :
    zuhören, eine andere Meinung erst einmal annehmen und nachfragen, wie die Meinung, die einem nicht passt, entstanden ist – versuchen ein höfliches, auf Augenhöhe, „Gespräch“ zu führen.
    Speziell zum Blog hier, da „Gespräche“ nur in Schriftform stattfinden, entstehen schnell Misstöne. Was ich im letzten halben Jahr versucht habe hier, wurde von einigen oft als Stuss moniert oder vom Thema ab – das mag so aussehen. Ich habe versucht einzelne Blogschreiber „kennenzulernen“, sofern das „zwischen den Zeilen lesen“ in kurzer Schriftform möglich ist. Nur wenn man ein wenig Hintergrundwissen über eine Person (hier Nick) hat, ist es möglich, den passenden Ton zu treffen, oder den Ton des Anderen nicht in den falschen Hals zu bekommen.
    Im Gegenzug habe ich auch einiges „erzählt“, so dass man sich ein „Bild“ von mir machen hätte können.
    Tschö

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    • Stadtmensch sagt

      Drachen, du musst Geduld haben. @brötchen und @paulus werden schon wieder zum Vorschein kommen. So ein Blog ist auch nur ein Biom 🙂

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      • Bauer Willi sagt

        @Stadtmensch
        Da bin ich mir auch ganz sicher! @Paulus braucht uns… 🙂

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        • Paulus sagt

          Sehr geehrter Herr Dr. Kremer-Schillings, das Entscheidende ist nicht was meine Wenigkeit möglicherweise braucht, sondern das dieser Blog oder diese Community schlicht und ergreifend keinen Paulus braucht. Das ist auch gut so!
          Die eigene Unwichtigkeit zu erkennen ist eine Disziplin die nicht jeder beherrscht. Ich darf ihnen allerdings versichern, dass diese Stufe der Erkenntnis befreit.

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            • Obstbäuerin sagt

              Warum werden Sie denn so oft ausfällig, Privatier? Das macht den ganzen Blog kaputt.

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              • Ein Privatier sagt

                Wann immer Sie eine Ausfälligkeit meinerseits entdecken, sollten Sie unbedingt schauen, ob nicht jemand von mir das retourniert bekommen hat, was er mir kurz vorher geliefert hat.
                Probieren Sie’s aus. Sie werden erstaunt sein.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Paulus,
            ich gebe dir vollkommen Recht, diese Forum braucht keinen Paulus, auch keine Ehemaligen Landwirt, genauer gesagt außer dem Betreiber keinen.
            Aber dann wäre es wiederum kein Diskussionsforum.

            Wie manns macht, isches nit richtig. 😉

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        • firedragon sagt

          Paulus,
          falls Du hier nochmal lesen solltest – danke Dir für die paar „Gespräche“, die wir hatten, hat mir wirklich Freude bereitet. Tschüß.

          Brötchen,
          denke Du liest hier ab und an mal, sicher bin ich mir natürlich nicht – alle „Gespräche“ mit Dir waren super, haben mich zum Denken angeregt, habe manches Mal gelacht, war ein entspannter Gedankenaustausch mit Wohlfühlcharakter.
          Warum ich das schreibe, habe gerade einen Kommentar gelesen und festgestellt, dass „Vertrautheit“, so wie ich sie schätzen gelernt habe, hier nicht (mehr) gewünscht wird. Tschüß hier im Blog.

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          • Ein Privatier sagt

            Nur für den Fall, das Sie meinen Kommentar meinen:
            Vertraulichkeit und Vertrautheit sind zwei Paar Schuhe.

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            • firedragon sagt

              „Das“ nach dem Komma, schreibt man mit doppeltem „s“ – Du Achsogescheit!

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          • Thomas Apfel sagt

            Hallo @ firedragon,
            verabschieden Sie sich nicht auch noch nur wegen dem giftigen Spaltpilz !!

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            • Ein Privatier sagt

              Jetzt stellen Sie sich mal vor, ich hätte einem solchen Puplikum Vertrauliches über mich erzählt.

              Vertraut sind wir ja schon miteinander … und an Hackordnungskämpfen nehme ich nur sehr ungerne teil.

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              • firedragon sagt

                Privatier,

                niemand hier im Blog hat mir jemals etwas Vertrauliches „erzählt“.

                Die „Vertrautheit“, die ich meine, wirst Du hier nie kennenlernen. Dazu bist Du zu unfähig.

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                • Ein Privatier sagt

                  Momentan erinnert mich Ihr Niveau an das von pubertierenden Mädchen.

                  Ich weiß, Sie können auch anders.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Haben sie Erfahrung mit pubertierenden Mädchen?

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                • firedragon sagt

                  Na dann Privatier,
                  wünsche ich Dir süße Träume mit Deinen Pubertieren.

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            • firedragon sagt

              Guten Abend Herr Apfel,
              gebe zu, es fällt etwas schwer, zu bleiben.
              Ich habe mich von zwei „Nick’s“ verabschiedet, war mir wichtig.

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      • firedragon sagt

        Stadtmensch,
        seltsam, dass ausgerechnet Du „zwischen den Zeilen lesen kannst“…
        Erinnerst Du Dich an „Hugo“? Ich hatte „grünes Licht“ ihn auf den Hof zu holen. Bei uns im weiteren Umfeld hätte ich ihm alle Rinderhaltungsformen zeigen können. Auch die, von ihm verteufelte, Anbindehaltung. Womit er recht hat, da Kühe Lauftiere sind – Punkt. Mir wäre es um die Gegenüberstellung gegangen, weg von der Pauschalierung und die Akzeptanz von Gegebenheiten, was nur in der Praxis vermittelt werden kann.
        Hat sich erübrigt.

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    • Bauer Willi sagt

      Mir hat mal ein Medienmensch (ziemlich weit oben) gesagt, dass er selten so einen gepflegten und disziplinierten Blog gesehen hat wie der von „Bauer Willi“.

      Darauf dürfen wir alle stolz sein. Ihr und ich.

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    • Lady sagt

      Drachen, sehe ich ganz genauso.
      Wenn wir etwas mehr von unseren Gegenüber wissen, entstehen weniger unbeabsichtigte Misstöne. Und auch die Antworten bringen mehr. Man gibt sich eben mehr Mühe.

      Warum hat sich das mit Hugo erübrigt? Du schreibst weiter unten dazu.
      Tolle Initiative von dir, woran ist sie gescheitert?

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      • firedragon sagt

        Lady,
        „Hugo“ ist weg, keine Möglichkeit, da noch etwas mehr „kennenzulernen“. Ganz „blind“ lasse ich mich nicht auf einen derartigen Versuch ein. Zumal ich nicht alleine bin, da benötige ich vorab schon ein bisschen „Beurteilungszeit“, ehe ich jemanden auf meine Familie loslasse. Kannst Du das nachvollziehen?

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        • Lady sagt

          Auf jeden Fall, Drachen.
          Völlig richtig da nicht eine Art Black-Box auf deine Familie los zulassen.

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  18. Stadtmensch sagt

    Bitte lasst euch von diesem Social-Media-Geplänkel nicht beeindrucken! Die „Ausbeute“ in Form von „stimmt eigentlich, so habe ich das noch nicht gesehen“ ist zu gering im Verhältnis zur Zeit, die man zum „Fischen“ investieren müsste. Die Äußerung von Hofstetter ist demaßen unmöglich… da wundert mich dann nichts mehr.

    Zitat @Thomas: „Messen, wiegen, zählen und Beobachtung haben da für mich immer noch den höheren Stellenwert“

    Sehe ich auch so. Messen soll jetzt sogar schon bei der qualitativen Zusammensetzung (Genom Profiling) des Bodenlebens möglich sein. Sicher bringt Bauer Willi als Wissenschaftler bald einen Beitrag, wo mit diesen Methoden die Auswirkungen von z.B. Glyphosat auf die Mikrobiologie des Bodens untersucht wird. Irgendwie wird das Thema immer unter den Tisch gekehrt. Wahrscheinlich, weil man phänomenologisch nix sehen kann.

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      • Obstbäuerin sagt

        Das ist sicher sinnvoll und vielleicht bringt es auch einen Gewinn für die Praxis, Stadtmensch. Was soll ich aber damit anfangen, wenn ich aus 40 Jahren Praxis mit Glyphosat eine hohe Biodiversität sowohl bei Pflanzen als auch bei Insekten in und um unsere Anlagen herum nachweisen kann. In der Regel war es früher so, dass erst ein Schaden eingetreten war und dann nach Ursachen gesucht wurde. Heute gibt es Untersuchungen, die einen flächendeckenden Schaden belegen, der in der Praxis gar nicht nachvollzogen werden kann (Bienensterben, Schmetterlingssterben, Grundwasserverseuchung usw. usw.) Das Problem dabei ist, dass fast 3/4 der Bevölkerung den Praxistest nicht mehr macht oder machen kann. Selbst unter den Teilnehmern meiner Schmetterlingsführungen waren einige dabei, die sich anschließend schriftlich darüber beschwert haben, dass ich Glyphosat als Mittel nicht verdammt habe und die Volkshochschule aufforderten für zukünftige Führungen einen kompetenteren Fachmann einzusetzen. Und das, obwohl sie mit eigenen Augen sehen konnten, dass direkt neben einer Apfelanlage mindestens 20 verschieden Schmetterlingsarten gleichzeitig beobachtet werden konnten. Das Mißtrauen sitzt schon so tief, das sie ihren eigenen Wahrnehmungen nicht mehr trauen oder wie soll man das beurteilen?

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        • Stadtmensch sagt

          Sicher. Insekten sind etwas, das man direkt sehen und evtl einen Zusammenhang darstellen kann oder auch nicht. Bei nicht sichtbaren Zusammenhängen (Beeinflussung der Kat- und Anionen Austauschkapazität) durch diverse Chemikalien, mit allen langfristigen Auswirkungen auf den Boden und damit u.a. auch auf die Pflanzengesundheit, wird es schon schwieriger mit der Vermittlung. Und da gehts dann los, dass die Profiteure der bequemen Lösung (wir alle wg. billiger Lebensmittel) uns schwer tun mit der Verantwortung.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Menschen, die sich in einem arbeitsteiligen System und derartigem Wohlstand befinden, die sich auf den globalen Finanzkapitalismus und der Freiheit des Individuums eingelassen haben = wir, versuchen immer die Verantwortung von uns selbst wegzuschieben, weil es ja Spezialisten gibt, denen wir diese übergeben haben….wieso sollen wir dann hieraus eine eigene Verantwortung ableiten wollen und können? Es ist ein selbstgemachtes Dilemma.

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          • Obstbäuerin sagt

            Mal überspitzt, Stadtmensch, Du würdest befürworten, den Obstanbau in der jetzigen Form über die Wupper gehen zu lassen, weil eventuell ein paar gestörte Kationen in ferner Zukunft langfristig (40 Jahre?) die Bodenqualität beeinflussen könnten. In den letzten 40 Jahren taten sie es nicht. Oder es hat keiner gemerkt, weil es keine Beeinträchtigungen gab?

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      • Thomas Apfel sagt

        In der Microbiomanalyse steckt sicherlich eine Menge Potential. Was wir bisher wissen ist lediglich dass das Ganze komplex ist. Der Rest ist Rate-, Behauptungs- und Interpretationszirkus. Es gibt derzeit auch eine Genration von Bodenkundlern, die die Frage des Dauerhumus für nebensächlich halten, weil de facto in den derzeitigen landwirtschaftlichen Verfahren kaum welcher entsteht. Das Microbiom und seine Fütterung sollen es allein richten. Ich halte diese Betrachtung für schlichtweg falsch.
        Dieses Forum ist aber nicht der geeignete Raum so etwas zu diskutieren. @Stadtmensch, da Sie sich sehr viel mit der Theorie zu diesen Themen beschäftigen, wäre ich sehr an einem Diskurs interessiert, zumal Sie nicht durch den Blickwinkel der traditionellen Bodenkunde eingeengt sind. Da müsste man dann mal die E-Mail Adressen austauschen , sofern Interesse besteht.

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  19. Es ist doch eigentlich schon lange so, daß die Menschen von einem Extrem ins andere fallen….nur das die die am lautesten schreien auch am besten gehört werden…..
    Die Politik macht es doch vor, hier ein Spruch von Julia Klöckner (ehemalige Weinkönigin)…“ Was interessieren mich Fakten—das ist Geselschaftlich so gewollt“

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Der Spruch, ehemalige Weinkönigin, zeugt doch davon, dass man das landwirtschaftliche Bashing einsetzt, um im Vorfeld Frau Klöckner abzuwerten, ohne die Fähigkeiten zu bewerten. Alle, die das Amt einer Weinkönigin negativ bewerten, sollten selbst mal in ihre eigene Allgemeinbildung investieren, der Mangel ist bei den Sprücheklopfern ersichtlich.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Also die anderen deutschen „Königinnen“ sind damit eingeschlossen? Oder gilt das nur für erlesene Weinköniginnen….ich hätte da nämlich auch andere Königinnen- Erfahrungen beizusteuern….:-)
        Bleib mal logger Ehemaliger. Ich würde sagen, Glück gehabt mit dieser Königin. Wäre sie nicht Weinkönigin, würde man sich hier nicht über diese unterhalten.
        Andere Attribute würde man ihr übrigens genauso um die Ohren hauen (Transgender, homo, behaarte Beine etc.)….wie gesagt: Internet eben.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die Wahl der deutschen Weinköniginnen, wird im Fernsehen übertragen, deshalb kann man die Allgemeinbildung der Kandidatinnen direkt verfolgen.

          Bei den anderen kann ich die Wahl nicht verfolgen, gehe aber davon aus, dass die auch mehr als eine Sonderschulausbildung haben.

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  20. Thomas Apfel sagt

    Ich neige zunehmend zum Zögern und ausklinken. Das macht aber nichts besser. Das „Rauschen im Blätterwald“ oder im Internet wird auch ohne mich nicht leiser und die Folgen der Nichteinmischung holen mich als Betrieb direkt, ökonomisch wirksam ein. Das eigene Handeln resultiert ja immer nur aus dem aktuellen Kenntnisstand aus dem heraus man versucht die Auswirkungen seines eigenen Handelns auf die Zukunft und Gegenwart einzuschätzen. Nach dem Abwägen einer bestimmten Menge von widersprüchlichen Informationen muß man ja irgendwann auch praktische Entscheidungen treffen. Hinterher kommen möglicherweise neue Informationen, die das vergangene Handeln in Frage stellen. Dieser Prozess begleitet mich doch ständig. Frei nach olle Karl aus Trier: „ALLES ist fortlaufend in Frage zu stellen“. Nicht desto trotz kommen die Dinge, die wir brauchen nicht aus dem „Geschwätz“ zu Stande, welches wir von uns geben oder nicht, sondern aus dem Handeln. Messen, wiegen, zählen und Beobachtung haben da für mich immer noch den höheren Stellenwert als Ergebnisse lesen und darüber reden.

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    • Sehr gut analysiert und treffend beschrieben Thomas Apfel!

      Ob die Bevölkerung wirklich im Detail alles gewusst hat bezweifel ich.
      Viele schon, aber die meisten Menschen in diesem Informationszeitalter suchen doch nach der ausgefallenen Nachricht um als Erster die Weiterleitung zu bedienen.
      Der Empfänger liked die Nachricht weil er ja ein „Freund“ ist und, obwohl er eigentlich an der Aussage der Nachricht gezweifelt hat, kontitioniert sich und durch den Like die ganze „Freundschaft mit und schon ist ein Meinungslager entstanden!

      Oft sind in den Nachrichten erschreckende Meldungen enthalten die der Leser fürchterlich findet.
      Stellt er aber nach kurzem Denken fest, dass er Teil dieser Kausalkette, damit Teil der Auswirkung und dieser empörenden Nachricht ist, entsteht dieses blöde Bauchgefühl, was jeder schon Mal hatte.

      Um einer gänzlichen Selbstschämung aus dem Weg zu gehen sucht er die, die aus seiner Sicht mehr Verantwortung dafür tragen.
      Blendet seine Verantwortung damit aus.
      Bekommt noch Bestätigung aus den Medien oder den eigenen „Freundeskreisen“, was die Gruppenzugehörigkeit wieder stärkt und freut sich über die Anerkennung, dass er doch als erster auf diesen Missstand hingewiesen hat.
      Er fühlt sich plötzlich wichtig.
      Oh, geiles Gefühl.
      Wo ist die nächste Sensation?

      Dieses ganze Nachrichtenzeitalter ermöglicht Menschen endlich einmal darüber nachzudenken, wie sehr sie Teil dieser Missstände sind.
      Wollen sie aber nicht.
      Das beschämt, das ist unbequem.
      Da zeige ich doch lieber auf Andere um von mir abzulenken.

      Ich hoffe das teilweise der Sarkassmus aber auch die Hoffnungslosigkeit durchgekommen ist.

      Lösung? Keine!
      Ist eine Frage der Unmündigkeit!

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  21. Reinhard Seevers sagt

    Ich zögere…gebe aber dennoch meinen Senf dazu, weil das Thema hier aufgemacht wurde. Ist das ok so?
    Das Medium Internet in Verbindung mit der Meinungsfreiheit führt automatisch zu diesen Auswüchsen. Ist wie damals, als der Buchdruck erfunden wurde und plötzlich einige Frauen zu Hexen wurden….muss man aushalten, denke ich.
    Wenn schon der Präsident des „wunderbarsten Volkes der Erde“ das Medium missbraucht, warum sollte man dann vom einfachen Fußvolk anderes erwarten.
    So, genug des Senfes! SchöWoE

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  22. Schmeckt gut sagt

    Ins Schwarze getroffen, Willi. Volle Zustimmung. Meine Meinung: es geht schon lange nicht mehr um die „gute Sache“, sondern einzig und allein um die Durchsetzung der politischen Agenda. Beispiel gefällig: Hubertus Heil hat in seinen letzten Verlautbarungen nichts besseres zu tun, als Werkarbeiter der Fleischindustrie mit Erntehelfern in einen Topf zu werfen und als „ausgebeutete Saisonarbeiter“ zu bedauern. Wohlwissend, dass sein Ministerium die Hygieneanforderungen an Erntehelferbeschäftigung mit formuliert hat. Intrigen, Heuchelei und Falschdarstellungen – wir leben in einer Bananenrepublik. Traurig, traurig

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