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Sorge um den Weizen

Ich mache mir Sorgen. Rein optisch sieht der Weizen gut aus. Die „Überraschung“ kam aber, als ich mir die Ähren genauer angesehen habe. Es fehlen viele Körner oder sie sind sehr klein geblieben. Aber seht selbst, dann könnt ihr meine Sorgen vielleicht verstehen…

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40 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Kleine Orientierungshilfe für ldw. Fremde. Wenn die Getreideernte los geht wissen wir nicht wieviel Getreide wir ernten . Wieviel Tonnen wir mit dem Mähdrescher in der Stunde
    mähen , wieviel wir einlagern müßen und wie die Qualität ist. Die Spannbreite der Leistung
    liegt bei 30 – 40%. Dafür müßen wir Kapazitäten vorhalten oder auch wieder zurückschrauben. Es passiert auch , zwar selten , daß wir die ganze Kolonne nach einer Stunde wieder zum Hof schicken müßen , weil das Getreidestroh bei reifem Korn einfach noch nicht zu Mähen ist. Dann muß eben noch ein bis zwei Tage die Sonne in den Bestand brennen ,um das Stroh durch den Mähdrescher zu bekommen. Wenn bei einem reifen Bestand vielleicht 18 ltr/ha Diesel gebraucht werden , kann das bei unreifen Stroh auch mal über 30 ltr/ha gehen. Es ist eben viel unberechenbar bei uns. Mit der Industrieproduktion oder Handwerk nicht zu vergleichen. Viel ist von der Natur, dem Wetter , der Getreidesorte, Nässe oder Trockenheit, Boden usw. abhängig. Diese Herausforderungen kennt kaum einanderer Beruf. Von den verschiedenen Arbeitszeiten garnicht erst zu reden. Auch Urlaub ist nicht immer leicht zu planen. Sicherlich haben wir auch Vorteile . Das Wohnhaus ist am Arbeitsplatz. Familie und Beruf gehen ineinander über. Freizeit und Arbeitszeit sind individuell zu planen. Es gibt arbeitsreiche und arbeitsarme Zeiten. Wir , als geborene Landwirte sehen da aber keine Probleme.

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  2. Schweinebauer Piet sagt

    Oh man, das sieht ja nicht so gut aus! Ihr hattet mehr Regen als wir, bei uns geht es, nur die Gerste hat unter dem Regen gelitten. 80 dt wo sonst über 100 drin sind.

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  3. Friedrich sagt

    Lieber Bauer Willi. Wir hatten so eine Situation 2002 . Da fielen an zwei Tagen im Juli rd. 200 mm Regen. Der Weizen war wie gewalzt. Der Ertrag 30 – 40% geringer zu Normaljahren. Die Ähren waren mit Pilzen /Fusarien) voll . Der DonWert war bei 2,5 , also sehr hoch und nicht mehr für menschliche Ernährung geeeignet. Wir haben dann mit 2 – 3 maliger mechanischer Bearbeitung (Windsichter) den DonWert auf 0,5 herunterbekommen.
    Der Weizen ist dann in die eigene Schweinehaltung und im Verkauf in die Putenfütterung gegangen. Der Boden war beim Mähen so naß , daß wir den Korntank bei halber Füllung leeren mußten. Der Stoppel war nach dem Mähen höher , als vorher die Ähren. Viele Ähren
    konnten vom Mähdrescher garnicht erfaßt werden und blieben auf dem Acker liegen. Mehrere Male mußten wir den abgesackten Mähdrescher aus dem Schlamm ziehen.
    Raupenfahrwerke waren damals noch selten , hatten aber voll zu tun. Stellen wir uns diese Situation bei dir oder auch von damals bei uns einmal 100 Jahre früher vor. Eine Hungersnot wäre die Folge. Durch die weltweite Logistik läßt sich heute viel Elend verhindern. Das wird immer wieder vergessen oder nicht bedacht. Deshalb kann ich immer nur darauf hinweisen , mehr Vorräte anzulegen. Die Vorräte von heute reichen nur für max. zwei Monate.

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    • Gephard sagt

      Eine Frage vom Laien: Warum musst der Mähdrescher denn auf’s Feld, wo es doch noch total matschig war. Hätte man nicht warten können, bis es trockener wird?

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      • Bauer Willi sagt

        Berechtigte Frage: Sobald Getreide reif ist, tritt es in eine kurze Keim-Ruhephase. zu diesem Zeitpunkt muss geerntet werden. Lässt man es weiter auf dem Feld stehen, fängt es an, in der Ähre zu keimen. Vorher verliert sinken aber noch bestimmte Qualitäts-Parameter, wie z.B. die Fallzahl, die einer von mehreren Werten für die Backqualität ist. Dann ist es nur noch Futtergetreide. Bei Roggen gibt es nur eine extrem kurze Keimruhe, da ist es also besonders kritisch. Bei Raps stellt es sich etwas anders dar. Das Korn sitzt in einer Schote, die kurz nach der Reife aufplatzt, das Korn fällt zu Boden und kann nicht mehr geerntet werden. Es tut einem Bauern schon in der Seele weh, wenn er bei nassen Bodenverhältnissen auf den Acker MUSS! Abwarten und Tee trinken ist leider keine Alternative.
        Übrigens auch bei der Heu-Gewinnung beim Alois im Allgäu. Das Gras verholzt sonst (ja, so heißt das) und gibt nur noch eine schlechte Qualität.
        Bauer Willi

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  4. bauerhans sagt

    bei der gerste hatte ich in 2016 auf der spitzenfläche ca.85dt pro ha,in 2015 waren es 114dt pro ha auf der fläche.

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