Bauer Willi
Kommentare 61

Neue Chancen – neue Märkte: Mikrogreens

Im Urlaub hat mich unser Gastgeber Klemens Kössler vom Breitenhof in St. Pauls auf einen kleinen, aber feinen Betrieb in der Nachbarschaft aufmerksam gemacht. In einer ehemaligen Garage hat Ulrich mit Freunden die Firma Profarms gegründet und produzieren dort sehr professionell “Microgreens”. Das sind Keimlinge, die in der Gastronomie zur Veredlung von Speisen dienen.

Erst habe ich gemeint, dass das Anziehen von Kresse doch nicht so schwierig sein kann. Ulrich hat mich überzeugt, dass es schon sehr viel Erfahrung bedarf, ein standardisiertes Produkt zu erzeugen, wie es der Kunde haben will.  Da spielt die Blattgröße oder auch die Stiellänge eine Rolle, damit der Koch sagt: “Gute Ware”.  Profarms produziert mittlerweile Keimlinge von Senfkohl, Rettich, Rucola, Borretsch, Radieschen, Amaranth, Erbse, Brokkoli, Fenchel und Kapuzinerkresse und ist damit auf dem Weg, Marktführer in Südtirol zu werden. Noch ist das Ziel nicht ganz erreicht.

Und jetzt kommts: profarms vermarktet das Know how über ein Partnerprogramm. Wenn ihr nach einem neuen Geschäftsfeld sucht, könnt ihr euch also mit Ulrich und seinen Freunden in Verbindung setzen: info@profarms.bio

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61 Kommentare

  1. Norbert sagt

    Einer der interessantesten Beiträge seit langem, gerade die Kommentare. Vielen Dank.

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  2. Marian E. Finger sagt

    Microgreens: das ist doch wunderbar für Leute, die bevozugt im tiny house wohnen. Und als Nachtisch gibt es eine halbe Walnuss.
    🙂

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    • Olaf Schnuelle sagt

      Vielleicht ein neuer Weg… Pflanzen ohne natürliche Sonneneinstrahlung 🌞und ohne Kontakt mit der Erde 🌏zu haben…wie gut das niemand weiss….d🍂🍁🌿das für uns Menschen in Zukunft das für Auswirkungen haben wird…wenn diese Pflanzen in Zukunft unserer Grundnahrungsmittel werden , dann wird den Menschen etwas verloren gehen,das ein Teil des Inneren glücklich sein hervorbringt.. 🍀 die Menschen in dem Jetzt werden es noch unterscheiden nicht bewusst,doch unbewusst… die noch aus der direkten Natur lebenden, werden es bewusst unterscheiden…die nächsten Generation werden es weniger Empfinden, die darauf folgende Generation wird es nicht mehr kennen…auf das viele Menschen den Weg gehen,die Saat in die Erde zu pflanzen,so wie es schon Jahrtausende geschehen ist und Hunderttausende Jahre ohne das beisein des Menschen… um so die Ernte der Natürlichkeit zu kosten …wenn die Menschheit einen Schritt zurück macht…kann Sie zwei Schritte vorwärts gehen 🌈

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      • Marian E. Finger sagt

        In den industrialisierten Ländern ist der weitaus größte Teil der Bürger nicht “aus der direkten Natur lebend”, sondern direkt aus dem Supermarkt lebend und hat den Bezug zur Natur längst verloren.

        Immer noch mehr Technologie, um die Probleme zu lösen, die durch Technologie entstanden sind, ist das Credo der allermeisten. Heute schreien sie unisono: “Weg mit der umweltschädigenden, auf den fossilen Energien basierenden Industrie, her mit der E-Industrie, der Digitalisierung, der Gentechnik und der damit einhergehenden Transformation des Menschen.”

        Heute sind wir nicht nur existenziell von der Natur abhängig, sondern weit mehr noch vom Geld, vom Gütertransport, vom Strom, von den Fernwärmenetzen und vom Smartphone. Wir sind uns schon längst selber in die Falle gegangen.

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      • Smarti sagt

        Hallo Herr Schnuelle, es gibt wohl schon jetzt sehr viele Deutsche, die nur im Supermarkt einkaufen. Die meisten Tomaten, Gurken und Wintersalate haben nie den freien Himmel gesehen und wuchsen nicht in echter Erde auf. Zumindest geschmacklich ist das ein riesiger Unterschied, von den Nährstoffen her vermutlich auch. Allerdings kann man Menschen ja jahrzehntelang am Leben erhalten mit künstlicher Nährlösung, also gehen tut so vieles, was man sich kaum vorstellen will.

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    • Ex-Baumschuler sagt

      … wobei der angehende Wurmbauer zur Aufzucht später wahrscheinlich gentechnisch veränderte Insekteneier aus der Zuchtlinie von Monsanto verwenden muss, um eine einheitliche Qualität zu gewährleisten, die EU-Zertifizierungen zu bestehen und von den Fördermitteln zu profitieren.
      Die Insekten sind ja auch ganz schon pilzanfällig und so und produzieren dann giftige Toxine, die, wenn sie unter dem Grenzwert bleiben sollen, bestimmte Pflanzen-, nein, Tierschutzmittel benötigen – jedenfalls die wilden Insektensorten.

      Erlaubt sind Insektenbeimischungen ja inzwischen EU-weit, müssen aber bei den Inhaltsstoffen deklariert werden. Beim Proteinbrot vom REWE habe ich nicht nachgeguckt, weil die Schrift zu klein ist. Wenn da so was wie Tryptophagus repellans(R) aufgeführt wäre, würde ich das Brot aber auch höchstens den Nachbarn geben oder dem Hund. Oder an Bauer Willi. Man weiß nicht, ob er Insekten isst, aber mit der Gentechnik ist er ja per Du.

      P.S. @Frank: Der Link führt zu einer Bezahlschranke. Das sollte man dazuschreiben, damit nicht wieder 50 Leute das klicken und sich über Stümperei, Fahrlässigkeit, Ignoranz und Irreführung ärgern. (Sorry, ist halt so. Ansonsten danke für die Themenanregung.)

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die Zeit verdient mit jedem anklicken Geld, den Bauernhasser sollte man nicht noch Geld in den Rachen schmeißen.

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  3. Ex-Baumschuler sagt

    Keimsprossen kann man zuhause in Keimgläsern auch selbst anziehen, länger wachsende und grüner werdende Keimlinge (Microgreens) in Saatschalen auch. Bei der Keimung werden die Nährstoffe bioverfügbar aufgeschlossen und werden zu den bekömmlichsten und wertvollsten Nährstoffe ihrer Art, z.B. die Aminosäuren.
    In der Küche lassen sich die Sprossen vielseitig verwenden. Eins meiner ständigen Alltagsgerichte ist Linsentopf (z.B. ind. Curry) (die Linsen ab 1,99 €/kg) mit zuletzt hinzugefügten, gerade noch knackigen Sprossen. Die Proteine dabei sind so hochwertig und reichhaltig, dass man kaum noch Fleisch braucht.

    Übrigens, ganz am Anfang der Genesis – 1. Mo 1:29-30 – weist Gott seinen frisch erschaffenen Geschöpfen ihre Nahrung zu: den Tieren das Grünzeug, den Menschen dessen Samen.
    Denn der Mensch ist in der Lage, fraßgeschützte und schlecht verdauliche Samen aufzuschließen – über Keimen, Einweichen, Backen, Kochen, Gären oder Fermentieren.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Die Proteine dabei sind so hochwertig und reichhaltig, dass man kaum noch Fleisch braucht.”

      Solche Sätze liebe ich…..welcher “Normalo” entscheidet bei der Nahrungsaufnahme nach Proteinen in der Nahrung? Ich kenne niemanden. Der Mensch entscheidet immer erst nach Geschmack. Wenn mir einer ein Linsengericht mit Sprossen vor die Nase stellt, dann probiere ich erstmal. Danach entscheide ich, ob ich es evtl. ein weiteres mal essen werde oder nicht.
      Und die Bibel nutze ich nie als Entscheidung für meine Mahlzeit….Gott behüte.

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      • Ex-Baumschuler sagt

        Ob man jetzt Linsen oder Nudeln isst, ist für den Körper schon ein Unterschied. Das weiß nur nicht jeder.

        Und ob man sich auch als Christ an das biblische Gebot hält, z.B. auf Krabben oder Muscheln zu verzichten? Was war mit dem unreinen Schwein?
        Aber die Geschichte, dass Gott Mensch und Tier zuerst als Veganer (sic) vorgesehen hatte, ist trotzdem interessant, da sie zumindest von Leuten geschrieben wurde, die beanspruchten, einen größeren Überblick übers Ganze zu haben.
        (Später emanzipierten sich ja die Menschen und begannen, fröhlich Fisch und Fleisch zu verzehren, während der barmherzige Gott sogar begann, von ihnen Tieropfer zu verlangen, aber das ist ja die Fortsetzung der Geschichte und passt hier auch zu den Microgreens nicht.)

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ex-Baumschuler, Gnostiker meinen immer, sie würden die Lesart der Welt bestimmen können. Leider ist das ein Irrglaube. Die mongolischen Steppenvölker der Tuva haben Schuhe, die mit der Spitze nach oben zeigen. Das haben sie deshalb, weil in ihrer Weltsicht die Veränderung der Erdkrume, des Bodens eine Verletzung der Heiligkeit bedeutet. Sie ernähren sich fast ausschließlich von den Tieren und deren Erzeugnissen, mit denen sie durch die Steppe ziehen. Tja, so ist das mit der “richtigen” Religion und der “richtigen” Ernährung. Wat denn een sien Uuhl, iss denn annern sien Nachtigall.

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          • Ex-Baumschuler sagt

            Für Mongolen, Eskimos oder Massai, die sonst nur Fleisch, Fisch oder Blut essen, wären Microgreens eigentlich eine willkommene Ergänzung.

            Aber Du bist selbst auf Esoterik reingefallen mit Deiner Geschichte über die aufgerollten Schuhsohlen der – sind es welche? – Derwische. Die Geschichte kann ebenso wahr sein wie erfunden. Dagegen stimmt meine Geschichte und beruht auf nachvollziehbaren Fakten, dass Pflanzensamen den Großteil des menschlichen Nährstoffbedarfs decken, aber noch – etwa durch Keimung, um beim Thema zu bleiben – aufgeschlossen werden müssen.

            Und offen gesagt, schätze ich dieses verständnislose Missverstehen und Contra, das jedem meiner Beiträge durch @RS folgt, als satanisch ein. Diese Welt vergeht jetzt, und diese destruktiven Haltungen werden in Version 2.0 nicht mehr vorkommen. Überhaupt nicht. Sonst wäre ich auch nicht zuversichtlich.

            • Reinhard Seevers sagt

              “Und offen gesagt, schätze ich dieses verständnislose Missverstehen und Contra, das jedem meiner Beiträge durch @RS folgt, als satanisch ein.”

              Puuh, dachte schon rechts….aber mit satanisch kann ich leben, das ist so schön gaga.

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              • Ex-Baumschuler sagt

                “gaga” – ja ja, jeden meiner Beiträge pauschal abwerten und gar nichts Gutes darin erkennen mögen.

                Damit kommt man nicht durchs Jüngste Gericht.

      • Ex-Baumschuler sagt

        Für Leute mit Deutschproblemen gibt’s die Bibel ja extra noch mal auf Englisch (King James):

        29 And God said, Behold, I have given you every herb bearing seed, which is upon the face of all the earth, and every tree, in the which is the fruit of a tree yielding >>>>>seed; to you it shall be for meat.<<<<< 30 And to every beast of the earth, and to every fowl of the air, and to every thing that creepeth upon the earth, wherein there is life, I have given every green herb for meat: and it was so. 31 And God saw every thing that he had made, and, behold, it was very good. And the evening and the morning were the sixth day.

        Aber, wie gesagt, die Samen sind ohne die Nährstoffe aufschließende, menschliche, handwerkliche Nachbearbeitung oft schwer verdaulich. Und gerade Sprossen und Keimlinge haben – zudem in voller Lebendigkeit (die würden weiterwachsen) und Juvenilität – haben die besten Nährwerte unter sämtlichen Lebensmitteln.
        Und diese Erfahrungen korrespondieren da gerade mal mit der Bibel. Ich zumindest finde das zumindest interessant.

        Und man würde ein bisschen auf sein Karma und das Jüngste Gericht achten, wenn man "wilde", bescheuerte, unbegründete, destruktive und letztendlich beleidigende Kommentare verfasste. (Ich selbst mache mir da aber längst nichts mehr draus und wünsche viel Spaß beim weiteren Abgang.)

  4. Ertl Elisabeth sagt

    Der sinnvollere Lerneffekt, als es denen 1:1 gleichzutun, wäre halt, daraus zu lernen, dass es möglich ist, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, wenn man die Augen offen hält, wo sich in der Umgebung ein neuer Markt auftut, was immer das für ein Markt ist. .

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  5. Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

    Neue Chancen-neue Märkte
    Was ist damit gemeint? Es kann doch nicht jemand im Ernst glauben, dass dieses Geschäftsmodell den Bauern tatsächlich helfen kann.

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    • Bauer Willi sagt

      Doch. Ich. Sie können natürlich auch weiter jammern und kritisieren…
      Schönen Tag noch.

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      • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

        Ich bin schon auf Ihre betriebwirtschaftliche Berechnung neugierig.

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        • Bauer Willi sagt

          Die werde ich ganz bestimmt nicht liefern! Ich will andere doch nicht auf den Geschmack bringen….

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  6. firedragon sagt

    ” … Und jetzt kommts: profarms vermarktet das Know how über ein Partnerprogramm. Wenn ihr nach einem neuen Geschäftsfeld sucht, könnt ihr euch also mit Ulrich und seinen Freunden in Verbindung setzen: info@profarms.bio …”

    Ob das eine so gute Idee ist, sich “Konkurrenz” ins Haus zu holten?
    Nur, wenn die Vermarktung des Know-how’s das Geld einbringt.

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  7. Obstbäuerin sagt

    Die “gehobene Gastronomie” findet wohl bei den Preissteigerungen zur Zeit vor allem in der Nähe gehobener Verdienstmöglichkeiten statt. Dort kann sich dann eventuell auch so ein Geschäftsmodell erfolgreich etablieren. Problematisch sind die geringen Abnahmemengen im Verhältnis zum Transportweg. Restaurants, die Bio-Gerichte anbieten, sind in unserer Gegend kaum oder gar nicht vorhanden. Das sieht in Berlin und Potsdam anders aus, was meine These bestätigen könnte.

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  8. Smarti sagt

    Oh, oh… das erinnert mich stark an ein von gescheitertes Projekt von mir. Vor etwa 15 Jahren habe ich für etwa 5000.- Euro aus China einen Sojabohnensprossen-Schrank bestellt. Etwa 1x2x2m, Pressspanplatte mit Alu(folie) beschichtet. Ich wollte nicht etwa “nur” Sojabohnen herstellen, sondern nach dem Vorbild der Scheichs Pferdegrasmatten aus Gerste.
    Wir haben bemerkt, dass es viele Pferde gibt, die im Winter viel öfters Koliken haben als im Sommer, was unter anderem sicher auch am frischen Gras in den Sommermonaten liegt. Da eine Kolik immer lebensgefährlich ist und auch richtig teuer, haben wir gedacht, dass uns so frisches Gras im Winter bestimmt aus den Händen gerissen wird. Auch einige vierbeinige Uraltlieblinge von mir sollten die glücklichen Versuchspferdchen sein.
    Ähm… falsch gedacht, der Schrott mit 1000 Kabeln vertrieb zuverlässig jeden Elektriker aus dem Haus. Die Pferdebesitzer denken, dass Gras ja ganz von alleine wächst und somit nicht viel kosten darf und dann noch jeden 2-ten Tag abholen – viel zu umständlich. Ja, das Ding steht immer noch kaputt im Keller, so als Mahnmal, wollte es eigentlich mal als Schrauben – und Werkzeuglager umfunktionieren.
    So eine tolle Anlage wie die vorgestellte, ja das wärs. Also nur, wenn ich im Lotto gewinnen würde. Allerdings haben sich die Zeiten geändert, bei Pferdebesitzern ist Gras allgemein und Hochleistungsgras im speziellen gerade “superböse”, macht Stoffwechselstörungen und ist damit wohl erst recht unverkäuflich.

    Anders als Sprossen sind Microgreens wohl weniger gefährlich in der Herstellung, sie müssen ja nicht gewaschen werden und wachsen auch bei niedrigeren Temperaturen, sind somit nicht so anfällig für krankmachende Keime. Bei Microgreens sieht man sofort, wenn was nicht stimmt, die Pflänzchen legen sich hin.
    Microgreens haben wir in der Solawi im Winter auch gezogen. Im Schlafzimmer unter den Pflanzenlampen. Danach die Tomaten, Gurken, Salat und Kohl. Das fand der neue Bio-Kontrolleur gar nicht witzig, wahrscheinlich vor allem, weil es ja nicht zertifiziert wurde. Es war dann am wirtschaftlichsten, die Solawi auslaufen zu lassen.

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    • Stadtmensch sagt

      ” Im Schlafzimmer unter den Pflanzenlampen. …. Das fand der neue Bio-Kontrolleur gar nicht witzig,”

      Waas? Habt ihr den in euer Schlafzimmer gelassen?
      😉

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      • Smarti sagt

        Stadtmensch, der hat mir nicht geglaubt, dass ich die Jungpflanzen für die Solawi fast alle selber ziehe, das ginge nicht im Februar… doch. Der Bio-Jungpflanzenlieferant hatte Mindestbestellmengen pro Sorte, das war das zehnfache von dem, was ich brauchte. Auch wollte er nicht direkt zu uns liefern, sondern an einen grossen Biogemüsler im Nachbarort. Die Pflanzen waren schlecht angeschrieben und wenns blöde lief, standen die ein paar Stunden in der Sonne und waren schon halbtot – oder wahlweise bereits irgendwo eingepflanzt.
        In unserem Schlafzimmer ist ein reges kommen und gehen 🙂 . Die netten Damen vom Veterinäramt kommen alle paar Jahre mal unangemeldet und wollen alle Räume sehen, wo sich unsere Hunde aufhalten. Die Hofführung ist jeweils lang.

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  9. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Hier werden Arbeitsplätze für wie viele Menschlein geschaffen!?

    Unser Sojasprossen-Experiment ist eingangs der 1990er übrigens schlechthin daran gescheitert, dass es wohl „Absatzmärkte“ um uns herum gegeben hätte, vor allen Dingen dann, wenn man diese Erzeugnisse fast hergeschenkt hätte.

    Fazit: Gescheitert, weil sich das ganze finanziell nicht hätte tragen können.

    Weit erschütternter jetzt die Ansage an Absolventen einer Landwirtschaftsschule, ein zentraler Ausbildungspunkt für unsere Meisteranwärter:

    Für Solarflächenanlagen ist derzeit etwa das 5fache Pachtentgelt zu generieren gegenüber Ackerflächen in der profanen Nahrungsmittelproduktion. Die Ausbilder gehen heute von 80% Pachtanteil auf den jeweiligen Höfen aus, wo der Bewirtschafter nicht gleichzeitig Eigentümer ist.

    Ein kleiner Trost immerhin für die vorgenannten Absolventen die Tatsache, dass solche Meister heiß begehrte Arbeitskräfte auf einem leer gefegten Arbeitsmarkt sind. Vielleicht kommt es endlich in den Köpfen unserer maßgeblichen Entscheider an:

    Wir benötigen weit weniger Fläche für unsere Nahrungsmittelproduktion!!!

    In diesem Zusammenhang: Wem der einzelne Schweinestall gehört, weiß jeder. Wer die Eigentümer unserer dato bewirtschafteten Flächen sind, dahingehend weigert sich unser Vater Staat in schönster Kontinuität, hierüber weitreichendere Informationen zu teilen. – WARUM!?

    Für meine Begriffe ist ein Startup „Kressevielfalt“ ein tot geborenes Kind. Die gute Hausfrau kauft sich heute die Samen u. züchtet selbst auf der heimischen Fensterbank. Ob unsere Edelrestaurantbetreiber hier in die Puschen helfen könnten, erachte ich als sehr fraglich. Viele derselben führen mittlerweile ihren ganz eigenen Überlebenskampf…!!!

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  10. Ertl Elisabeth sagt

    Das ist ja die bedeutendste Schadwirkung des Bürokratismus, dass die Kreativität abgetötet wird.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Elisabeth, bisweilen wird Kreativität aber auch zur Normalität.

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  11. Reinhard Seevers sagt

    Für den Einen oder Anderen eine Geschäftsidee. Hat m.Ea. nichts mit Ernährung zu tun, ist eher etwas wie ” Lebensgefühl” aus dem Internet. Gegenüber meines Büros hatte sich vor 3 Jahren auch ein solches Start-up eingerichtet, dass u.a. Kresse aufzog und dann per DHL an seine www-Kunden versendete. Seit 1 Jahr ist die Firma dicht, in den Räumen ist jetzt eine junge Firma für Solarenergie drin. Ganz ehrlich, ich finde das Züchten, verpacken und Versenden von Sprossen dermaßen “nicht nachhaltig” wir nur was.

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    • Bauer Willi sagt

      Oh, da fallen mir im Moment aber noch viel mehr Dinge ein, die mit “Lebensgefühl” zu tun haben, nicht nachhaltig sind und per Internet verschickt werden.

      Dieses Unternehmen versendet übrigens nichts mit dem Internet sondern nur mit regionalen Händler oder eigenen Belieferung.

      Zielgruppe ist die gehobene Gastronomie, von der es in Südtirol viele gibt.
      Es können ja nicht alle nur Kartoffeln und Nudeln essen… 🙂

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      • Reinhard Seevers sagt

        Willi, es ist, wie es ist….Südtirol ist nicht überall und es bleibt, wie ich schrieb, eine für den Einen oder Anderen interessante Geschäftsidee. Natürlich sind andere Dinge ebenso “nicht nachhaltig”, aber das war ja nicht das Thema.
        Das Grundproblem des Widerspruches zwischen Ökonomie und Ökologie wird dadurch nicht verbessert, eher verschlechtert. Denn die ökonomische Grundlage des Tourismus in der Region ist an sich ja bereits nicht nachhaltig. Das Dilemma des derzeitigen Wertesystems unserer Gesellschaft beruht immer darauf, dass die ökonomische Sinnhaftigkeit mit der ökologischen Unsinnigkeit kollidiert. Das bleibt auch so, bis wir in der Kriegswirtschaft einer Ulrike Herrmann angekommen sind, dann ist Schluss mit Spaßreisen ins Kresseland.
        p.s.: Kartoffeln ziehe ich den Nudeln vor, bei den Nudeln kommt das Thema Tierwohl (bei Eiernudeln) wieder vor….und das ist wieder ein neues Feld.😁

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Und weil diese Welt vergänglich ist, und alles irgendwann wieder ein Ende findet, fängt man am besten gar nie etwas an, nicht wahr?

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          • Reinhard Seevers sagt

            Elisabeth, derzeit ist jede Handlung auf dem Prüfstand. Das erleben wir täglich. PV-Freiflächen stehen in der Kritik der Bewohner, Windkraft ebenso. Tierhaltungen sind gar nicht erwünscht und Flüchtlingsheime ebenso nicht in der Nachbarschaft. Ob jemand sich traut eine ökonomische Nische mit Hilfe von Sprossenkulturen zu schaffen, ist doch sein Ding. Dennoch wird ihn die ökologische Realität dann einholen, wenn er seine Produkte mit einem fahrenden Boten zu seinen Kunden schaffen will. Denn dann werden ihm die Kosten der Decarbonisierung entgegenschlagen. Wir können ja nicht ale in Südtirol Urlaub machen und gleichzeitig dort Sprossen produzieren…wie sagte Marco Scheel von Nordwolle so schön. “Wir können ja nicht alle mit einem Chai-Latte in Berlin im co-working-space sitzen…irgendeiner muss sich die Hände schmutzig machen, verdammt.”😎

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            • Smarti sagt

              Herr Seevers, in der Haut des Herrn Scheel möchte ich gerade auch nicht stecken. Hat der doch tatsächlich ein Stalldach auf seinen “Stall” bauen lassen… Provokation ? Ein paar Euro sparen wollen ? Tatsächlich nicht gewusst ? Das müsste ein Architekt / Bauleiter / Statikunternehmen wohl bemerken ?!

              • Reinhard Seevers sagt

                Der Marco ist ein wenig spookie. Er ist wie etliche Bauern auch: zu schnell unterwegs und wenn man ihn ausbremst, schimpfen wie ein Rohrspatz, anstatt sich vorher umfänglich zu informieren, oder sich mit den Behörden abzustimmen. Der Marco Scheel ist in meinen Augen mittlerweile ein Protagonist für die Darstellung : “Wir Macher gegen die Bremser”. Vieles ist aufgrund seiner Medienpräsens auch schon überzogen…..manchmal denke ich, er WILL polarisieren.
                Das mit der Halle ist mir ein Rätsel, denn es gibt ja keine spezielle Konstruktion für eine spezielle Nutzung. Der Prüfstatiker und der Statiker sind das Problem, so wie ich es sehe…..waren wieder einige zu schnell unterwegs.😁

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          • Bauer Willi sagt

            Genau das denke ich auch. Nur nichts Neues probieren, es könnte ja klappen!
            Überall in Südtirol gibt es solche kreativen Köpfe, die ihre Nische gefunden haben.

            Unser Sohn ist auch so drauf. Probieren, hinfallen, aufstehen und weitermachen. Muss er von der Mutter haben…

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            • Reinhard Seevers sagt

              Willi, in der Vergangenheit haben gaaanz viele Heuerlinge, Häuslinge oder Knechte und kleinbauern in unserer Gegend Flachs gedroschen, Leinen gewoben, Strohhalme geschnitten, Strohhüte gebastelt, Wolle gewoben etc…..davon haben eine ganze Region und mehrere Generationen gelebt. Das waren Nischen, die den Menschen das Überleben sicherten. Dann kam die Industrie und alle Nischen waren weg, die Menschen arbeiteten in den Fabriken oder in den aus deren Wohlstand entstandenen Tätigkeiten.
              Im Grund stehen wir im Moment vor der gleichen Situation, nur dass die Nische nun eine andere Dimension hat und schon zu Beginn der Tätigkeit auf wackeligen Beinen steht. Wir diskutieren hier doch nicht die Sinnhaftigkeit von neuen Ideen, wir diskutieren eigentlich die ökonomische Umsetzbarkeit….und das auf Kosten derer, die das tun wollen. Das finde ich vermessen, weil man doch nicht das Risiko desjenigen übernehmen kann und auch nicht wird. Man kann die Idee ja gerne beklatschen, man kann sie aber auch ebenso kritisch betrachten, weil das Erfahrungswissen dies zulässt. Ich bin immer wieder überrascht, dass ökonomische Kriterien sofort ausgeblendet werden, wenn es etwas “Neues” zu geben scheint, die andere entwickeln….nur weil es etwas “Neues” zu sein scheint, was dann auch noch in den mainstream zu passen scheint.

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      • Inga sagt

        Ist das eine Alternative für Kartoffeln oder Nudeln?
        Doch eher für Gemüse und Salat, oder?

        • Smarti sagt

          Inga, je nach Samenart schmecken die Microgreens dann auch, es sind ja die ganz jungen Pflänzchen, würde man die wachsen lassen, gäbe es theoretisch Monate später Gemüse. Je nach Sorte sind sie recht scharf, also eher so wie frische Kräuter zu verwenden. Wenn im Winter sonst fast nichts im Gewächshaus wächst, ist es ein hübscher Farbtupfer auf dem Teller und bringt ein paar Vitamine. Warm machen geht eher nicht, das wird labberig und zäh. Aber klein geschnitten auf dem Butterbrot ist lecker.

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    • Frank sagt

      Eine Geschäftsidee, sicher.
      Veredlung von Speisen mit genormten Blättchen ist ungefähr so relevant für die Ernährung wie die Kräutertöpfchen in den wohltemperierten Grow-Schranken der Supermärkte (die zum Teil schon wieder zurückgebaut wurden, weil sie sich nicht rechneten) oder die weißglänzend designten myGREEN, growIt Spielzeuge für daheim, womit der urbane Wokie vorführen kann, wie so die böse Landwirtschaft ganz dolle unnötig wird …. ist aber auch scon durch die Welle wo die “in” waren.
      Aber natürlich geht für die gehobene Gastronomie was mit auf edel getrimmt Zutaten immer, zumal wenn man noch buzzwords wie “regional” oder “nachhaltig” drannagelt.
      Am Ende essen aber doch alle Kartoffeln und Nudeln, weil vom Streugrün oder den selbstproduzieren Grüngutminimengen eben keiner leben kann.

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  12. Frikadellen piet 45 sagt

    guten Morgen das hört sich sehr interessant an vielleicht kann der eine oder andere Bauer sein leerstehenden Schweinestall so so besser nutzen ich bin gespannt wieder Zuspruch ist und ob es wieder irgendwelche NGOs gibt dir was finden dass das Ganze doch nicht so gut ist schönen Tag

    • Ertl Elisabeth sagt

      Wär natürlich immer gut, wenn man von vorneherein weiß, wer die Abnehmer sind.

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      • Bauer Willi sagt

        Das ist immer die erste Aufgabe: Kunden finden, die die Ware haben wollen und bezahlen..
        Gilt übrigens auch für Stallbau -Architekten…😉

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        • Reinhard Seevers sagt

          Das ist falsch Willi….ich suche nicht, ich werde gefunden. Ich habe KEINE Möglichkeit, Menschen zu Investitionen zu zwingen oder Kunden zu motivieren, Millionen auszugeben. Meine Dienstleistung beruht auf der Hilfestellung zur Umsetzung von Gesetzen, die ein Kunde für sein Invest verpflichtet ist einzuhalten, oder zu schaffen. Ferner gibt es wenige Kollegen, die sich mit der Klientel und der Materie rumschlagen wollen….Frei nach dem alten Sprichwort: Einer muss den Schei. ja machen.😎

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          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Lieber Reinhard, eine Runde Mitleid… 😉

            Nur deshalb kannst du derart solidarisch bisweilen dich in Bauernhirne hineindenken. 🙂

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