Bauer Willi
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Liebe Politiker, wir verstehen euch nicht mehr

Ein Gastkommentar von Volker Hahn, Vorsitzender Landvolk Hannover

Liebe Politiker, wir verstehen Euch nicht mehr

Ihr wollt das Grundwasser schützen, die Bienen und das Klima retten und gleichzeitig den Untergang der bäuerlichen  Landwirtschaft verhindern.

All das wollen wir auch, aber anscheinend steht mir mein umfassendes Wissen im Weg, Eure Beschlüsse zu verstehen.

Habt Ihr in den letzten Wochen und Monaten nur einmal uns Bauern gefragt, was wir zu all diesen Themen aktiv beitragen können?

Wir haben verstanden, dass eine intakte Natur unverzichtbar ist und wir unseren Anteil dazu beitragen müssen. Das wollen wir auch und arbeiten auf allen Ebenen daran.

Wir machen Vertragsnaturschutz, engagieren uns vor Ort in vielen Umweltprojekten und wissen sehr genau, dass früher halt nicht alles besser war, oder glaubt Ihr, dass es den Insekten zu Zeiten von DDT, Lindan und E 605 besser ging?

Grundwasserschutz geht uns alle an und wir wollen eine Verbesserung der Meßwerte erreichen.

Seit über zwanzig Jahren arbeiten wir in Grundwasserschutzkooperation und haben  in dem Zeitraum aktiv Methoden entwickelt, den Nitrataustrag ins Grundwasser  zu verringern.

Wie sollen wir das Grundwasser fachlich gut schützen, wenn Ihr uns die Instrumente aus der Hand nehmt?

Ihr fordert eine ganzjährige Bodenbedeckung und nehmt uns mit dem Glyphosatverbot eine wichtige Möglichkeit, dies umzusetzen.

Fachleute warnen uns vor dem Anbau von Leguminosen als Zwischenfrüchte, weil dadurch mehr Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen werden kann. Mit euren immer schärferen Düngeauflagen zwingt Ihr uns, diese Leguminosen zur Zwischenfrucht quasi auf und werdet uns verantwortlich machen, wenn Eure Verschärfungen nicht greifen und die Nitratwerte im Grundwasser nicht sinken.

Wir verzichten in freiwilligen Vereinbarungen schon lange auf einen Teil der Düngung. Unsere damit verbundenen wirtschaftlichen Nachteile wurden uns ausgeglichen. Was wird aus unseren Kooperationen, wenn gesetzliche Auflagen deren Inhalte ad absurdum führen?

Wir sollen teure Güllebehälter und Lagerplatten bauen. Das fällt vielen Betrieben finanziell sehr schwer. Aber wir verstehen, dass wir die Gülle gezielter ausbringen müssen . Trotzdem ist es oft unmöglich, dafür Baugenehmigungen zu bekommen, weil Ihr die Gesetze zu  kompliziert gemacht habt .  In den Kommunen versickern riesige Mengen Abwässer in maroden Kanälen oder laufen bei stärkeren Regenfällen eins zu eins ungeklärt weiter in die Flüsse. Sowas  wird nicht diskutiert und  das versteht kein Bauer.

Inzwischen will die ganze Welt die Bienen retten. Da sind wir ganz vorne mit dabei. Wir haben verstanden, dass Fruchtfolgen breiter werden sollen, aber kennen auch die massenhafte Vermehrung von Schädlingen innerhalb kürzester Zeit.  Ihr verbietet Beizen und notwendige Insektizide zum Schutz der Pflanzen:  aufgefressene Raps-,Senf- und Bohnenbestände  sind die Folge und ihr wundert Euch dass  wir dann halt die Kultur anbauen , die am besten ohne Pflanzenschutz auskommt: Mais!

Wenn Ihr Euch mal von Berlin aus raus aufs Land bewegen würdet , dann hättet Ihr in diesem Sommer z.B. eine extrem große  Population von Schwalben sehen können – die leben tatsächlich von …Insekten…..!!!,  oder so viele Störche wie noch nie, die sich  gerade in unseren Ackerbauregionen  toll vermehrt haben.  Immer mehr Greifvögel werden bei uns heimisch, weil sie ein reichhaltiges Nahrungsangebot vorfinden.  All das mag noch nicht genug sein, aber es ist auf alle Fälle wesentlich mehr als noch vor einigen Jahren!  Wenn Ihr bei uns nachts auf dem Land Licht anmacht, schwärmen innerhalb von wenigen Minuten zig Insekten um den Lichtkegel- macht das mal bei Euch in der Stadt- ihr werdet kaum ein Insekt finden!

Nehmt Ihr eigentlich wahr, dass wir überall im ganzen Land ganz viele Blühflächen und Ruheflächen für die Artenvielfalt anlegen ? und dass es jedes Jahr mehr werden? Und dass wir noch mehr Flächen aussäen wollen?

Bei uns in der Region Hannover sind in den letzten 25 Jahren fast 10.000 ha Fläche ( 8% der LF) verloren gegangen durch Bautätigkeiten aller Art. Glaubt Ihr ernsthaft , dass wir das auffangen können?

Ihr wollt uns den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten verbieten und macht Euch über die Folgen keine Gedanken?

Ihr erzählt den Menschen, dass wir durch den Einsatz von chemischen Mitteln, z.B. zur Unkrautvernichtung, die Biodiversität verringern. Was, bitte schön, macht ein Pflug oder ein Grubber anderes?  Oder eine Hacke oder ein Striegel? Was, bitte schön, ist an einem Abflammgerät besser? Wer treibt Euch zu solch haarsträubenden Aussagen ? Denkt Ihr keine Sekunde mehr über das nach, was Ihr sagt?

Die Klimaveränderung geht uns alle an und wir Bauern können ganz viel Positives dafür tun:

Wir können mehr Humus im Boden aufbauen, um CO2 zu binden, wassersparende Bodenbewirtschaftung  durchführen, Wind –und Bodenerosion verhindern: Aber wie soll das funktionieren, wenn ihr uns die nötigen Werkzeuge dazu nehmt und nach einem Verbot von Glyphosat schreit, dass sich fachlich mit nichts begründen lässt.

Wie sollen unsere Zwischenfrüchte gedeihen und als Co2-Speicher dienen, wenn wir sie nicht mehr düngen dürfen ?

Ihr packt alle Häuser mit Styropor ein, um die Dämmwerte zu verbessern. Dazu wird danach die Fassade schön gestrichen – mit Fungiziden, die bei uns schon seit dreißig Jahren verboten sind! …Und wir sind nachher die Schuldigen, wenn im Grundwasser  deren Abbauprodukte gefunden werden.

Wir sollen Tierwohl mehren und Emissionen mindern. Mit Euren Vorschriften des Baugesetzbuches und der TA Luft erreicht ihr nur eins: Die Ställe werden woanders in Europa gebaut: weniger Tierwohl- mehr Emissionen .

Ihr fordert immer bessere Haltungsbedingungen für unsere Tiere, aber lasst dem Billigwettbewerb freien Lauf . Schaut mal auf die Verpackungen im Tiefkühlregal, wo denn die  Zutaten der Fertigprodukte herkommen: Oft kommt nur das Wasser aus Deutschland, alles andere aus fernen Ländern.

Ihr siedelt den Wolf bei uns an und lasst uns mit unseren Mitmenschen auf dem Land mit allen Folgeproblemen allein?  Ihr fordert Weidehaltung und sagt uns nicht, wie das gehen soll . Also lassen wir unsere Tiere im Stall.

Ihr redet fast jeden Tag davon, dass wegen unserer Tierhaltung der Regenwald gerodet werden muss: wenn Ihr uns man genügend Raps anbauen ließet, was die mit Abstand  größte heimische Eiweißquelle ist, bräuchten wir nicht mehr viel Sojaschrot, aber das hatten wir ja oben schon………………..

Ihr weisst großflächig rote Gebiete aus und erzählt den Menschen, dass dort die Bauern besonders böse sind und sie deshalb noch weniger düngen sollen. So wenig, dass die Pflanzen hungern und die Zwischenfrüchte gar nicht mehr wachsen sollen.  Damit schafft Ihr eine Zweiklassenlandwirtschaft und verurteilt die Betriebe in den roten Gebieten zum langsamen Sterben. Wir sind bereit,  alles für die Umwelt zu tun, aber ja, auch wir müssen Geld verdienen. Das wollt Ihr so, dass wir im Wettbewerb mit der ganzen Welt und mit unseren Kollegen außerhalb der roten Gebiete konkurrieren müssen. Ich  würde gerne von Euch erklärt bekommen, warum Ihr uns wirtschaftlich töten wollt. Denn nichts anderes ist es, wenn wir ganz artig und brav all das befolgen sollen, was Ihr da vorhabt!

Und dann sagt ihr immer, ihr wollt die bäuerliche Landwirtschaft erhalten! Wie heuchlerisch und boshaft muss man sein, um so in Mikrofone und Kameras lächeln zu können?

Und überhaupt…habt Ihr einmal darüber nachgedacht, welcher bäuerliche Betrieb all das leisten kann??????????????

Ich prophezeie Euch, dass das unumkehrbare Strukturbrüche zur Folge haben wird.

Wir verstehen Euch nicht mehr und glauben inzwischen, dass Ihr uns gar nicht verstehen wollt

Ihr lauft Meinungsumfragen und NGO`s hinterher. Euch interessiert nicht wirklich, wie wir gemeinsam zu wirklich guten Lösungen kommen können, sondern vielmehr, wie Ihr Euch beim Wähler beliebt macht. Da sind einfache Antworten gefragt: Ist ja auch grad voll modern. So wie in den USA bei Trump oder in Großbritannien bei Johnson. Uns ist bewusst, dass auch wir Dinge ändern müssen und sind auch bereit dazu. Redet mit uns und seid bereit, nach der besten fachlichen Antwort zu suchen und keinen Dauerwahlkampf auf unsere Kosten zu führen.

Liebe Politiker: Wer von euch kann mir die Widersprüchlichkeiten erklären?

Volker Hahn

Vorsitzender Landvolk Hannover e.V.

Hier dazu eine Pressemeldung

https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Hannover-So-protestiert-Bauer-Hahn-gegen-die-Vorgaben-der-Politik

 

 

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122 Kommentare

  1. Obstbäuerin sagt

    Schon heute werden medial die Schlagzeilen für Morgen vorbereitet, indem ganz bescheiden tief gestapelt wird. In Berlin erwarte man 10.000 Teilnehmer an der Klima-Demo, obwohl die umfassenden Werbestrategien der 400? unterstützenden Institutionen (freigestellte Beamte, fff, Kirche, Gewerkschaften, NGO´s, Grüne, Linke, SPD u.v.a.) schon rechnerisch eine höhere Zahl erwarten lassen. Ich rechne im Durchschnitt mit 400 x 80 Teilnehmern als untere zu erwartende Teilnehmerzahl. Vielleicht irre ich mich aber auch und es sind sehr viel weniger. Wir werden sehen.

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  2. sonnenblume sagt

    Soeben gelesen, dass sich alle Ökoverbände incl. Abl u.a. an der Freitags-Demo beteiligen. Das erklärt natürlich die Zurückhaltung und Ablehnung unserer Aktion. Also alles beim Alten – Grüne Woche im September.

    4+
  3. firedragon sagt

    Salamander, die LW will niemandem ein schlechtes Gewissen einimpfen!
    Grüne Kreuze mahnt die politischen, nicht mehr nachvollziehbaren und praktisch anwendbaren Gesetze an. Da diese sich zum Großteil gegenseitig aushebeln.

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  4. Salamander sagt

    Nachdem ich mir die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen/Flächenbelegung Ernährungsgüter 2010-2017 des Statistischen Bundesamts angesehen habe, gebe ich das Unverständnis, das die Bauern gegenüber den Politikern äußern, an die Landwirte zurück.

    2017 wurden 62,3% der in Deutschland verbrauchten Ernährungsgüter importiert, die Importquote bei Ernährungsgütern tierischen Ursprungs betrug 52,2%, bei Ernährungsgütern pflanzlichen Ursprungs sage und schreibe 78,1%. Bei dieser Sachlage kann man nicht mehr davon reden, dass die deutschen Bauern die eigene Bevölkerung ernähren. Nur etwas mehr als ein Drittel der Nahrungsmittel kommt aus heimischer Produktion. Ein Veganer bezieht gar 4/5 seiner Ernährungsgüter aus dem Ausland.

    Wenn 62,3% der Nahrungsmittel bereits Importware sind, wozu brauchen wir dann überhaupt noch konventionelle Landwirtschaft? 37,7% der Nahrungsmittel können durchaus extensiv erwirtschaftet werden, mit Blühstreifen und genügend Abstand von Gewässern. Und wenn die Bio-Bauern das nicht schaffen, importieren wir eben noch 10% oder 15% mehr. Darauf kommt es dann auch nicht mehr an. Wenn das die Denke der Politiker sein sollte, kann ich das nachvollziehen.

    Ist nicht Versorgungssicherheit das Argument, mit dem die landwirtschaftlichen Subventionen gerechtfertigt werden? Die Zahlen machen deutlich, dass die Versorgungssicherheit im Ernstfall mitnichten gegeben ist. Die Landwirte erfüllen den Auftrag der Versorgungssicherheit, auf den sie sich berufen, längst nicht mehr. Und angesichts dieser Sachlage soll dem Verbraucher mit Hilfe von „grünen Kreuzen“ auch noch ein schlechtes Gewissen eingeimpft werden? Das ist unfair.

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    • Karl Timme sagt

      „62,3% der Nahrungsmittel bereits Importware“ Das ist die halbe Wahrheit, dagegen steht der Export, der überwiegend aus hochwertigen veredelten Produkten besteht. Der Import ist überwiegend Rohware z.B. Sojabohnen (gen-verändert?), aus denen Öl und Sojaschrot (Tierfutter und Veganprodukte (Tufo, Wurstersatz u.a.) hergestellt wird. „Und wenn die Bio-Bauern das nicht schaffen, importieren wir eben noch 10% oder 15% mehr“ _Bio-Ware zu 6o % aus Chinaz.B.: (Bio-Buchweizen Bode Naturkost mit Aufdruck Vegan Charge: BN36582.0) Also weniger als 20% wenn schon 60% aus China kommt und der Markt ist bei Milch und Getreide übersätigt.
      „Ist nicht Versorgungssicherheit das Argument, mit dem die landwirtschaftlichen Subventionen gerechtfertigt werden“ _Das war bis Ende der 70iger der Fall, heute ist es
      1. der Ausgleich für die Höheren Auflagen ( Bau- Immisionschutz- Produktions-, Tierschutz-, Bodenschutzauflagen und vieles mehr) die innerhalb der EU, Innerhalb Deutschland’s gegenüber der Globalen Agrarwirtschaft geschaffen wurden. (Bei der Milch bestimmt z.B. Neuseeland den Globalen Markt.
      2. Der Versuch für höhere Umwelt- und Enteignungs ähnliche Vorgänge zu Entschädigen.
      Auch Veganer sind nicht in der Lage die importierten Rohwaren ohne weiterverarbeitung zu Konsumieren. Sie sollten Ihr Studium schon etwas genauer betreiben!

      8+
      • Salamander sagt

        Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 16,687 Mio ha landwirtschaftlich genutzt, davon für den Inlandsverbrauch/Ernährung 7,105 Mio ha, für Energiepflanzen 2 Mio. ha und für den Export 6.944 Mio ha. Der Rest für Industrieverwertung. Andererseits wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse importiert, die im Ausland mehr als 19 Mio ha (!!) Fläche belegen. Das sind mehr Hektar, als in Deutschland für die Landwirtschaft insgesamt zur Verfügung stehen.

        Was ist denn hochwertige Veredelung? Das ist doch Schweine-, Rinder- und Geflügelzucht inklusive des Nitratproblems, das zu Lasten der Ackerböden, des Wassers und der Bevölkerung geht, oder irre ich mich da? Trotzdem werden noch 52,2% Ernährungsgüter tierischen Ursprungs importiert.

        Abgesehen von Schweine-,Rinder- und Geflügelzucht ist es nicht der Landwirt der importierte Rohwaren „veredelt“ oder „weiterverarbeitet“, sondern die Lebensmittelindustrie, die vom Landwirt mit Rohwaren beliefert wird. So gesehen, kann der Veganer durchaus auf die „Veredelung“ durch die deutschen Landwirte verzichten.

        Ich verstehe nicht, warum der deutsche Verbraucher über seine Steuern landwirtschaftliche Subventionen als Entschädigung für Höhere Auflagen zahlt, wenn die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zum großen Teil ins Ausland gehen, ergo gar nicht auf seinem Teller landen. Der Verbraucher hält mit seinen Steuern eine Landwirtschaft am Laufen, von der er selber kaum einen konkreten Nutzen hat, weil auf seinem Teller zu 62,3% Produkte aus dem Ausland landen, die nicht unter denselben Höheren Auflagen, für die er bezahlt hat, erzeugt wurden. Überdies belegt diese „Veredelungs“-Landwirtschaft im Ausland Ackerflächen, deren Ernährungsgüter dann der Bevölkerung im jeweiligen Land fehlen.
        Unter dem Strich also ein Verlustgeschäft für den deutschen Verbraucher und nicht für den deutschen Landwirt.

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        • Karl Timme sagt

          Denkfehler, Ihre aufzählung der ha sagt nichts aus, wenn in der Hildesheimer Börde durchschn. 100 dt/ha Weizen geerntet wird sind dies in Argentinien oder Brasilien 10 dt/ha. –
          Nach dem Verbot der Käfigeier wurden diese Käfige ins Ausland verkauft, von dort kommen über 80 % der Industieeier ( Nudeln, Backwaren u.a.)-
          Über die Subventionen wird den Einkommens schwachen Haushalten Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu erträglichen Preisen geboten.- Im übrigen steht die Agrarwirtschft bei der Subventionierung hinter der Banken- und Versicherungswirtschaft.-
          „Unter dem Strich also ein Verlustgeschäft für den deutschen Verbraucher und nicht für den deutschen Landwirt.“ – Ein Kompensationsgeschäft zugunsten der deutschen Auto- und Maschinenbauindustie (Mercosur). Eine ausschließlige Pflege der Kulturlandschaft käme dem Steuerzahler teurer.

          7+
          • Salamander sagt

            Wenn in Deutschland 100 dt/ha Weizen pro Hektar geerntet werden, ist es umso unverständlicher, warum Deutschland sich überhaupt genötigt sieht, Weizen bzw. Getreide aus dem Ausland zu importieren. Lt. dem Stat. Bundesamt importierte Deutschland 2017 jedoch 9.596.000 Tonnen Getreide, wofür im Ausland 1,803 Mio. ha Fläche in Anspruch genommen wurden. Tendenz übrigens steigend.

            Wenn der deutsche Verbraucher in Form von Steuern, die als Subventionen an die Landwirte fließen, dafür bezahlt, keine Käfigeier auf den Teller zu bekommen und er bekommt in Form von Nudeln und Backwaren Industrieeier aus ausländischer Käfighaltung, wird er, genau genommen, betrogen. Wenn er dann im Handel nochmal extra für Bodenhaltung und Freiland bezahlen muss, wird er doppelt zur Kasse gebeten.

            Was ist an den 62,3% der Nahrungsmittel, die aus dem Ausland importiert werden, „hochwertig“, wenn im Ausland nicht dieselben Auflagen gelten wie in Deutschland? Der deutsche Verbraucher, ob einkommensschwach oder -stark, zahlt für eine angebliche „Hochwertigkeit“, die er in fast 2/3 aller Fälle nicht bekommt oder für die er ein zweites Mal extra bezahlen muss.

            Ich habe keine Information darüber, was die Pflege der Kulturlandschaft kostet, vermute aber, dass die an Landwirte ausgezahlten Subventionen dafür mehr als ausreichen würden.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Bekanntlich ist der Bauer kein Nudelfabrikant, also diese Kritik an die richtige Adresse bitte! Es zwingt den Konsumenten ja niemand, zu Billigeiern, Billiggetreide etc. zu greifen, wenn er zuerst die qualitätvollere deutsche Produktion mit seinem Steuergeld ermöglicht hat. Er kann die qualitätvolleren Produkte auch den europäischen Geldadel verspeisen lassen, der sie sehr wohl zu schätzen weiß. Ja, der Verbraucher zahlt selbstverständlich doppelt, weil Deutschland zu den reichsten Ländern der Erde gehört mit für andere Völker unvorstellbarem Luxus, der über Ausbeutung von Drittländern (zu dem auch der Billigimport von Lebensmitteln gehört) finanziert wird. Und weil auch der Bauer in diesem Hochpreisland seine Kanalgebühr, seinen Arbeitsbedarf, seine Baufirma etc. auf deutschem Preisniveau begleichen muss. Sie können sich gerne auf Import beschränken und Deutschland in die von Städtern geliebte Wildnis verwandeln (die nichts mit der ursprünglichen Natur zu tun hätte, denn die Evolution verläuft nicht rückwärts). Die Frage ist nur, wie lang das in einer unsicheren Welt gut geht.

              7+
              • Elisabeth Ertl sagt

                Und für die reine Pflege einer Kulturlandschaft, mit der nichts mehr erwirtschaftet werden kann, weil ohne Pflanzenschutz halt nichts mehr wächst, was man verkaufen kann, dafür reichen die Subventionen natürlich nicht.

                3+
            • Brötchen sagt

              Jeder Einwohner hat ca. 1500 bis 2000 m² Ackerfläche zur Verfügung in D.
              Ein ha hat 10000 m², wenn man auf dem ha im Durchschnitt 56 dt Getreide erntet ( Durchschnittswert 2019 SA) dann hat jeder Einwohner 1120 kg Getreide zur Verfügung.
              Jeder Einwohner braucht ungefähr 250 – 300 kg Getreide pro Jahr.
              Bleiben ca. 820 kg übrig. Damit könnte man ca. 3,2 Schweine pro Jahr füttern.
              Der Durchschnittsertrag Bio beträgt ca. 25-30 dt/ha. das wären dann ca. 500 kg/Einwohner entspricht der Getreideversorgung plus nicht ganz einem Schwein.

              Nur mal so ganz vereinfacht kalkuliert.

              3+
            • Brötchen sagt

              Herr Salamander lernen Sie schon mal polnisch oder ukrainisch, da ist zukünftig ihre Kritik hinzurichten! Falls Strom und Heizung ausfallen, bitte an Gazprom.
              Die alte DDR war auch kein Selbstversorger und hat je nach Ernte einpaar Mio t Getreide importiert, auch weil die Tierbestände fast dreimal so hoch waren, wie heute und jedes Gramm tierisches Eiweiß, was anfiel auch verfüttert hat (Tiermehl, Knochenmehl, Hähnchenkot, Eiweißmischsilage, Küchenabfälle). Selbst das alte Kaiserreich hat immer importiert und da gab es noch die Getreidekammern Schlesien und Ostpreußen und die Einwohnerzahl war geringer.

              Wir leben in einer Luxusgesellschaft und da geht es nicht nach müssen, sondern nach können.

              5+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Wenn die ganze deutsche Bevölkerung auf tierische Lebensmittel verzichten würde und außerdem keine Lebensmittel mehr im Kühlschrank vergammeln ließe, dann könnte die deutsche Landwirtschaft allerdings extensiver wirtschaften und trotzdem die eigene Bevölkerung zu 100% ernähren. Aber dann würden die Lebensmittel auch empfindlich teurer. Wie setzen Sie diese drei Faktoren (Veganismus, Rationierung, um die Verschwendung zu beenden, und Verteuerung) politisch durch?

          1+
          • Brötchen sagt

            Elisabeth es wird immer ein Teil Lebensmittel geben, die verderben.
            Das wird nie gegen Null gehen. Allein aus rechtlicher Sicht, geht das nicht anders.
            Meines Erachtens ist das eine Scheindiskussion.
            z.B. kann ich ja auch fordern, das kein Tropfen Trinkwasser daneben geht, es weiß aber jeder wo überall was daneben läuft und bei Rohrbrüchen läuft richtig was weg.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Es gibt aber noch etwas zwischen „nichts“ und den angebissenen Jausenbroten, die im Straßengraben landen, den halbvollen Getränkedosen, die auf den Wanderwegen eingesammelt werden, den ganzen zähen Wecken, die in der Mülltonne zu finden sind etc., weil das Essen eben eh so billig ist. Außerdem finde ich es richtig, wenn Supermärkte wie in Frankreich das Übriggebliebene am Ende des Tages an Sozialprojekte spenden müssen, anstatt wie bei und, sie am nächsten Tag unter „nimm 3, zahl 2“ zu verscherbeln, sodass der Kunde, der nur 2 isst, halt das dritte kübelt. Da lässt sich sehr wohl noch was tun.

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              • Brötchen sagt

                Frau Ertl, als Ostkind bin ich so erzogen, ich habe ein schlechtes Gewissen über einen Rasen zu laufen.
                Ich kann da nicht ausblenden.
                Meine Erinnerung ist so, das zu Ostzeiten viel mehr vergammelt ist, weil es die techn. Möglichkeiten nicht gab.
                Heute ist die „Müllerzeugung“ das Geschäftsmodell der Gesellschaft!
                Ihr Ansatz erinnert mich stark an den alten Osten!
                Könnt Ihr ja in Österreich wieder einführen. Muss ich nicht mehr haben.
                Das heißt nicht, das ich viel wegwerfe, mein Auto muss jetzt gehen, es ist 19 Jahre alt. Gestern habe ich aufgebratene schmierige Wurst mit Kartoffeln gegessen.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Warum soll mich das trösten, dass in der DDR noch mehr vergammelt ist? Nicht alles, was an den alten Osten erinnert, ist schon mit ihm identisch.

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                • Brötchen sagt

                  Frau Ertl das soll Sie nicht trösten!
                  Wir haben damals die unsinnigsten Sachen gemacht, bloss um autark zu sein und waren zum Schluss pleite.
                  Das wollte ich eigentlich damit sagen. Eine autarke Wirtschaft ist nicht unbedingt sehr ressourcen sparend. Wichtig ist die Effektivität der Ressourcennutzung und nicht die vollständige Nutzung. Deshalb das Bsp.. Das finden Sie heute auch.

                  Und vieles was uns heute aufs Brot geschmiert wird, gab es unter anderem Deckmantel damals schon und ist krachend gescheitert. Auch diese Erziehungsbestrebungen. Der Mensch lässt sich nur über den Geldbeutel erziehen, alles andere ist vergebliche Mühe bzw. erreicht genau das Gegenteil!

                  2+
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ich bin ja nicht gegen Handel, nur gegen einen unfairen Handel. Ich will auch, dass bei Missernten andere einspringen, ich halte es auch für sinnvoll, wenn in der EU Arbeitsteilung herrscht gemäß den Naturvoraussetzungen, also in Südeuropa mehr Gemüse, in Mitteleuropa mehr Fleisch und Milch. Wenn aber in Neuseeland die wertvolle Natur an einem Überbesatz mit Schafen kaputt geht, damit in Österreich dafür die ökologisch wertvollen Almflächen verwildern, dann ergibt das keinen Sinn, außer dass irgend jemand Profit macht, dem es nicht zusteht.

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        • Arnold Krämer sagt

          Verbraucher und Steuerzahler sind nur identische Personen bei der 7-prozentigen MWSt., aber bei weitem nicht bei der Einkommensteuer. Wenn die Subventionen der EU wegfielen, würden innerhalb kürzester Zeit die Agrarrohstoffpreise steigen und zwar für alle Verbraucher, auch die die keine oder sehr wenig Einkommensteuer zahlen. „Brot und Spiele“, das Prinzip gilt auch heute noch. Deshalb sollen die EU- Subventionen ja möglichst weitgehend auf die Biobetriebe umgelenkt werden, um deren Rohstoffpreise absenken zu können. Sonst ist Öko zu teuer, so der Gedankengang. Subventionen werden in der Wirtschaft immer „eingepreist“, das können Sie mir glauben.

          5+
          • Salamander sagt

            Wenn die Subventionen der EU wegfielen, würden die Preise für die in Europa produzierten Agrarrohstoffe steigen, dafür verblieben aber die Subventionen im Geldbeutel des Verbrauchers, zugegebenermaßen zum Vorteil der einkommensstarken Schichten.

            Die 62,3% Importware sind preislich jedoch nicht nach einkommensschwach oder -stark differenziert, und diese Nahrungsmittel würden sich nicht verteuern. Da ausländische Billigprodukte unter diesen Umständen einen Wettbewerbsvorteil hätten, würden sie verstärkt auf den europäischen Markt drängen, sodass nicht der einkommensschwache Bürger den Nachteil hätte, sondern der europäische Landwirt, der nicht konkurrieren kann. Auch der Export landwirtschaftlicher Güter würde sicherlich zusammenbrechen, wenn die Subventionen wegfallen. Das heißt aber doch nichts anderes, als dass die europäische Landwirtschaft in einer globalisierten Welt schlichtweg nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Ganz genau, sie wird subventioniert, weil sie nicht wettbewerbsfähig ist, und das ganz bewusst.
              Denn wenn sie nicht subventioniert wird, dann findet sie nicht mehr statt, und dann gehen der Weltbevölkerung Lebensmittel für mindestens 70 Millionen Menschen ab, denn die Erdoberfläche wird ja nicht größer, wenn in Deutschland Wildnis herrscht. Und wer lieber billige Nahrungsmittel aus dem Ausland wünscht, der muss sich im klaren sein, dass er sie den Mitmenschen in anderen Ländern wegisst, und dass das dem Frieden mit diesen Beraubten nicht dienlich ist. Denn Ackerland ist global bereits verdammt knapp.
              Sie können eine Textilfabrik in Europa abbauen und in einem Billilohnland wieder aufbauen. Aber sie können die deutschen Börden nicht auf einen Tieflader packen und in ein Billiglohnland auslagern.

              4+
              • Salamander sagt

                Der Weltbevölkerung gehen weit mehr Nahrungsmittel ab, weil sich die Produktion tierischer Ernährungsgüter in den letzten 30 Jahren verdreifacht hat. Von 1445 Mio. ha Ackerland werden 260 Mio. ha für Nahrungsmittel und 1.030 Mio. ha für Futtermittel verwendet. Für die Tierproduktion stehen weltweit 3550 Mio. ha Weideland zur Verfügung. Das sollte doch wohl genügen, um die Menschheit mit den notwendigen tierischen Eiweißen zu versorgen, zumal die Fischerei, die 10% der Menschen ernährt, noch hinzukommt. Für die Tierproduktion – hier euphemistisch „Veredelung“ genannt – 1.030 Mio. ha Ackerland zu verbraten, schadet der Gesundheit der Menschen ebenso wie dem Tier, das der industriellen Produktion rigoros angepasst wird, wie auch der Umwelt. Ich verstehe nicht, warum die „Veredelungsindustrie“ in Deutschland, die brasilianisches oder amerikanisches Soja in Schweine und Hühner veredelt, subventioniert werden muss. Wenn die Regierung auf ihr „Spielgeld“ nicht verzichten will, sollte sie es wenigstens für sinnvolle Maßnahmen wie Aufforstung verwenden.

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                • Karl Timme sagt

                  In wenigen Jahren erübrigt sich diese Diskusion,
                  und Herr Salamander sie können dann Ihre Subventionsgelder behalten und zur Landschaftspflege verwenden.

                  Fleisch und Milch werden zum Auslaufmodell

                  Bis 2030 wird die Lebensmittelproduktion eine radikalen Wandel erleben. Die Denkfabrik RethinkX rechnet vor allem bei der Fleischerzeugung mit dramatischen Veränderungen. ­
                  Mehr :https://www.agrarzeitung.de/nachrichten/wirtschaft/kalifornische-denkfabrik-fleisch-und-milch-werden-zum-auslaufmodell-88617?utm_source=%2Fmeta%2Fnewsletter%2Fnewsletter&utm_medium=newsletter&utm_campaign=nl2233-basic&utm_term=efe7beaa44d6e14c30432d43b2522ba2

                  2+
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Da bin ich weitgehend bei Ihnen, aber nicht ganz. Ich denke, dass ein Drittel des Ackerlandes für Tierfutter Sinn macht, allein weil es in schlechten Jahren Getreide gibt, das für menschlichen Verzehr suboptimal geeignet ist; weil bei der Produktion von Lebensmitteln wie beispielsweise Öl und Zucker Abfälle anfallen, die wertvolles Tierfutter sind; weil es sinnvoll wäre, Reste von Großküchen zu verfüttern anstatt sie zu kompostieren, weil man zeitweise Viehfutter als Zwischenfrucht braucht, um eine ganzjährige Bodenbedeckung zu haben etc. Schweine und Geflügel waren schon immer die Resteverwerter. Außerdem gibt es keinen wertvolleren Dünger als Mist und Gülle.
                  Aber der Bauer ist ein Unternehmer, der nur erfolgreich sein kann, wenn er produziert, was nachgefragt wird, und das ist nun einmal dieses Übermaß an Fleisch, Milch und Eiern. Österreich hat bereits fast ein Drittel Biobauern, aber das Getreide stapelt sich im Lager, weil es niemand kauft. In der Schweiz musste man jetzt sogar einen Umstellungsstopp verhängen, weil die Biopreise so gefallen sind, dass die Existenz der biologisch Wirtschaftenden auf dem Spiel steht.
                  Und das, was Sie der Regierung vorwerfen, das ist hier in diesem Bauernforum am falschen Platz. Ich würde mich auch über ein paar tausend Euro für die Pflege von artenreichen Steilhangwiesen mit Schafen freuen, ich krieg sie halt nicht, weil dem Staat etwas anderes wichtiger ist.

                  0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Fleisch wird nicht zu Auslaufmodell.

                  Wenn alle mal den Kunstfraß konsumiert haben, kommen die wieder zum Fleisch zurück.

                  Ob sich die Produktion von Fleisch für den Bauern noch lohnt, ist eine andere Frage.

                  2+
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Herr Timme, was mich an solchen Artikeln immer fasziniert: dass da so getan wird, als könnten Milch erzeugende Hefen, In-vitro-Fleisch & Co. von Luft leben und nicht auch von irgendwas, was auf dem Acker wächst.

                  1+
                • Brötchen sagt

                  Gerade kam auf dlf, man hat in Indonesien hochwirksame Schadstoffe in soja- Maisprodukten entdeckt. In D. wohl noch nicht nachgewiesen. Die mykotoxine aus dem mais reagieren mit dem Soja.

                  Energetisch können biologische Kreisläufe am effektivsten umwandeln. Es ist auch nicht zu vernachlässigen, das tier. Organe, wie Filter funktionieren, Muskulatur ist mikrobiologisch super und auch schadstoffmässig. Die werden im fett und in den Organen abgelagert. Stichwort Mikroplastik.

                  Zum anderen der Mensch kann in den unwirtlichsten Klimazonen überleben, aber nur mit dem Tier, nie allein nur mit pflanzlicher Ernährung.

                  Dann hätten sich ja die landgrabber extrem verzockt.

                  Ich glaube da erst dran, wenn es wirklich nennenswerte Produkte gibt.

                  1+
                • Brötchen sagt

                  Frau Ertl die rechnen mit weniger Umwandlungsverluste, halte ich aber für eine Milchmädchenrechnung. Gibt ja schon Hafermilch und die schmeckt nicht so schlecht. Ist sicherlich ordentlich Emulgator drin, sonst würde sich dass extrem schnell entmischen. Aber gut wer ebenso schlau sein will, muss eben fühlen. Tier. Produkte werden dann wohl statussymbol werden und alle können sich in ihrer Gutmenschen Attitüde suhlen.

                  2+
                • firedragon sagt

                  Brötchen, nur ganz kurz:
                  (flüster)“Hafermilch“ ist falsch, da nicht tierischen Ursprungs.
                  Haferdrink, Sojadrink us.w. 😉

                  2+
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ja, Brötchen, weil man ja vermeintlich nur den Muskel und nicht den ganzen Organismus versorgen muss.
                  Aber richtig: Milchmädchenrechnung
                  Maschinen samt Energie zur Produktion von Nährlösung aus Ackerfrüchten = künstliche Verdauungsorgane
                  Transportfahrzeug samt Energie vom Acker zur Produktionsanlage und von dort zur Petrischale = künstliche Weidetierbeine
                  Beheizung der Petrischale auf 38° C = künstlicher Kreislauf.
                  Dazu kommt, dass so ein Vieh noch mehr liefert als Fleisch: Leder, Knochen für Seife und Leim, Därme für Wurst, Hormspäne für den Gemüsegarten
                  Die Natur hatte Jahrmillionen Zeit, dieses Energiesystem zu optimieren, das übertrifft man technisch nicht so leicht.

                  6+
                • Snegurotschka formely known as brötchen sagt

                  Feuerdrachen hast ja Recht! Was ist mit Kalkmilch? 😁

                  2+
                • Georg Summerer sagt

                  Nochmal nur zur Erinnerung: Der Arabische Frühling entand aus einer Nahrungsmittelkrise. Führte zu hunderttausenden Toten.
                  Vor ca 10 – 12 Jahren sagte ich zu einem Freund Angesichts eines Nahrungsmittelengpasses in den Ländern der 2. und 3. Welt: „Wenn wir so weitermachen mit der Ausbeutung und Aneignung der Nahrungs- und Bodenresourcen in Südamerika und Afrika werden wir eines Tages unsere Kinder losschicken zum Flüchtlingsbootversenken“. Ich bin noch heute erschrocken dass uns das so schnell eingeholt hat. Denn nichts anderes als Flüchtlingsbootversenken ist dieser Saustall im Mittelmeer. Jeder der meint wir müssen uns nicht selbst versorgen mit eigener Nahrungsmittelproduktion macht sich meiner Ansicht nach mitschuldig. Und jetzt noch zum Kunstfleisch: ich kann mir nicht vorstellen dass die Erzeugung von Kunstfleisch ohne immensen Energieaufwand geht. Haben wir denn bei unserem Energieverbrauch nicht das nächste noch zu lösende Problem? Kunstfleisch halte ich in der Gesammtbetrachtung als kontraproduktiv was Versorgungssicherheit und Energieverbrauch betrifft. Jede neue Technik hat den Energieverbrauch im gesammten Prozess bisher erhöht!

                  3+
                • firedragon sagt

                  Guten Morgen Snegurotschka,
                  (Brötchen war einfacher 😉)
                  der Gesetzgeber hat sich wohl gedacht, dass das Lebensmittel (Tier) – Milch besonderen Schutz bedarf. Jegliche andere Art von „Milch“ die kein Lebensmittel ist, scheint dem Verbraucher wohl klar zu sein, dass man es nicht zu sich nehmen sollte.
                  Wenn ich da jetzt so drüber nachdenke;da mutet der Staat dem mündigen Bürger ja tatsächlich Verstand zu… stell Dir vor, Menschen kippen literweise Kalkmilch in sich 😇

                  0
            • Arnold Krämer sagt

              Wenn die EU-Subventionen für die Ldw. wegfielen, würden sie eben nicht im Geldbeutel der Steuerzahler landen. Dann müsste die Politik ja auf „Spielgeld“ verzichten. Die Neigung ist in D nicht zu erkennen. Es gibt doch soviel Gutes zu tun. Die NGO‘s brauchen „Staatsknete“, die Biobauern, und auch der DBV wird nicht müde nach Subventionen zu rufen.

              3+
            • „Die 62,3% Importware sind preislich jedoch nicht nach einkommensschwach oder -stark differenziert, und diese Nahrungsmittel würden sich nicht verteuern.“

              Aha, also ihre Interpretation der genannten Statistik ist arg seltsam.
              Erstens steht da nicht , dass mehr als 60 % Importwaren sind. Es geht in der genannten Statistik um den Flächenverbrauch. Wie wenig das mit der Menge zu tun hat, steht da auch und wird am Beispiel von Kaffee und Kakao deutlich gemacht. Fast 23 % der Fläche der importierten Güter , Anteil an der Menge nur 4,5.
              Oder auch anders: 100 gr Weizenmehl brauchen eine Fläche von 0,15 qm, 100 gr. Schokolade nur für die Kakaobohnen 1,62.
              Und daher ist Ihre Aussage: „Wenn 62,3% der Nahrungsmittel oder landwirtschaftlichen Rohwaren importiert werden, dann versorgt sich Deutschland nicht zu 80% selbst, sondern nur zu 37,7%.“
              schlicht Blödsinn.

              „Die 62,3% Importware sind preislich jedoch nicht nach einkommensschwach oder -stark differenziert, und diese Nahrungsmittel würden sich nicht verteuern.“
              Bei Streichung sämtlicher EU-Subventionen ist auch diese Aussage abgesehen von der eh falschen Importquote falsch. Der Hauptteil der importierten Waren kommt doch aus der EU!!!

              Es stimmt sicher, dass bei Streichung aller Subventionen unsere Landwirtschaft anders aussehen würde. Sie wäre allerdings sehr wohl in Teilen auch dann noch auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig.
              Wer würde uns denn mit Billigprodukten fluten, ohne die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu gefährden?
              Es gibt übrigens durchaus Modellrechnungen , die einen kompletten Subventionsabbau untersuchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei die entwickelten Ländern die Gewinner sind, ist nicht ganz klein.
              Und das wäre fatal für die ärmeren Regionen.

              4+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Da der Selbstversorgungsgrad mit Lebensmittel in Deutschland unter 90 % liegt, kann die heimische Landwirtschaft in der Tat nicht die Versorgungssicherheit gewährleisten.

      Wer jedoch meint, man brauche in Deutschland keine konv. Landwirtschaft mehr, der solle sich fragen, ob er nicht den falschen Dampfer erwischt hat.

      7+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Die Bilanz aus Export und Import ergibt aber eine Selbstversorgungsrate von etwa 80% (Dürrejahr 2018) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/659012/umfrage/selbstversorgungsgrad-mit-nahrungsmitteln-in-deutschland/
      Wenn Sie mit einem Selbstversorgungsgrad von knapp 40% zufrieden sind, dann werden Sie Ihr Land schnurstracks in internationale Verteilungskämpfe hineinmanövrieren, denn die Weltbevölkerung wächst, und Ackerland ist knapp. Im Fall noch weitergehender Ausbeutung werden die Länder des Südens irgendwann nicht mehr bereit sein, für die Ernährung der deutschen Bevölkerung zu hungern oder ihren Regenwald abzuholzen. In Brasilien regt sich dagegen auch schon regionaler Widerstand.

      4+
      • Salamander sagt

        Wenn 62,3% der Nahrungsmittel oder landwirtschaftlichen Rohwaren importiert werden, dann versorgt sich Deutschland nicht zu 80% selbst, sondern nur zu 37,7%.
        Deutschland könnte sich zu 80% selbst versorgen, tut es aber nicht.
        Die Selbstversorgungsrate von 80% ist eine fiktive Zahl, in die die Exporte offenbar eingerechnet sind. Da die Exporte durch verbindliche Verträge abgesichert sind, stehen die auf 6,944 Mio ha produzierten landwirtschaftlichen Erzeugnisse der einheimischen Bevölkerung jedoch nicht zur Verfügung.
        Es ist lt. Stat. Bundesamt Fakt, dass die deutschen Landwirte die Bürger ihres Landes nur zu 37,7% mit Nahrungsmitteln versorgen, keine Frage meiner persönlichen Zufriedenheit.

        Das Problem, um das es mir geht, ist jedoch ein anderes: Die „Hochwertigkeit“, für die ich als Verbraucher in Form von Steuern zahle, wird offenbar zu einem guten Teil exportiert, während ich dafür importierte Ware auf den Teller bekomme, die nicht entsprechend „hochwertig“ ist. Will ich „hochwertige Ware“ muss ich als Verbraucher dafür doppelt bezahlen: einmal in Form von Steuern, die den angegebenen Zweck nicht erfüllen, und dann noch einmal an der Ladenkasse.

        Um diesen unsäglichen Mechanismus aufrechtzuerhalten, werden zudem ausländische Ackerflächen in Anspruch genommen, und zwar in nicht zu vernachlässigender Größenordnung.

        0
        • Elisabeth Ertl sagt

          Sie haben es als Verbraucher in der Hand, das auf den 6,944 Mio ha Produzierte der einheimischen Bevölkerung zu Verfügung zu stellen, indem Sie es im Supermarkt ganz einfach teurer kaufen. Niemand hindert sie daran, am wenigsten der deutsche Bauer. Und wenn Sie das unfair finden, weil der Reiche bevorzugt wird, dann wenden Sie sich an die Bundesregierung mit der Frage, warum sie die Sozialpolitik vom Parlament in den Supermarkt ausgelagert hat, denn auch daran hat der Bauer kein Interesse. Er ist es ja nicht, der die ausländischen Flächen zu Gunsten der deutschen Bevölkerung bewirtschaftet. Interesse an der Bewirtschaftung ausländischer Flächen zu diesem Zweck haben ausschließlich die Supermarktketten, hinter welchen – im Unterschied zu den deutschen Bauern – internationale Spekulanten stehen, denen es nützt wenn im Amazonas der Regenwald abgeholzt wird: die erste Kette, die die Produkte von dort im Regal stehen hat, zeiht die Investoren auf ihre Seite. Der deutsche Bauer schaut durch die Finger. Und indem sie den Billigangeboten im Supermarkt das Wort reden, heißen sie die Inanspruchnahme dieser ausländischen Flächen gut.

          2+
          • Salamander sagt

            Ich kaufe freiwillig teurer ein und sorge dafür, dass das Geld in Ihren Geldbeutel gelangt, wenn Sie dafür freiwillig auf die Subventionen verzichten und dafür sorgen, dass dieses Geld wieder in meinen Geldbeutel gelangt. Gehen Sie doch zuerst in Vorleistung und verzichten auf die Subventionen.

            0
            • Elisabeth Ertl sagt

              Wenn es Sie interessiert: Ich bin Hobbybäurin und bewirtschafte 3 ha ökologisch wertvolle Fläche auf eigene Kosten aus Idealismus. Ich produziere 200 kg Schaffleisch und 500 kg Obst, die bei wirtschaftlichem Denken gar nicht existieren würden. Ich nehme die paar hundert Euro Förderubng, die ich kriegen könnte, nicht in Anspruch, weil ich abseits der absurden bürokratische Vorgaben, die das mit sich brächte, viel angepasster ökologisch arbeiten kann, und das macht viel mehr Freude.
              Die meisten Bauern würden viel lieber einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten, um nicht von Subventionen abhängig zu sein, da rennen Sie offene Türen ein. Wer das verhindert, ist die Politik, die den sozialen Ausgleich an den Supermarkt delegiert hat.

              3+
              • Karl Timme sagt

                Und die Bauern damit in eine Abhänigkeit gebracht hat. Auf diese Weise ist es der Politik gelungen eine Art Planwirtschaft wie zu alten DDR-Zeiten herzustellen. Viele Dinge werden uns (wie zuvor schon beschrieben) vom städtischen Schreibtisch aus und über große Flächenkulissen hinweg vorgeschrieben, ohne auf die örtlichen Gegebenheiten einzugehen. Diese Gängelung und Bevormudung von Fachfremder Seite sind auch ein Aspekt der grünen Kreuze.

                4+
              • Salamander sagt

                Wenn hier von „dem Landwirt“ die Rede ist, dann ist das eine Kunstfigur, genauso wie „der Verbraucher“. Inwieweit sich der Einzelne mit „dem Landwirt“ oder „dem Verbraucher“ identifiziert oder nicht, ist seine Sache. Es geht darum, anhand dieser Kunstfiguren einen zerstörerischen Mechanismus aus Export-Import-Subventionspolitik zu beschreiben.

                0
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Was wäre Ihre Alternative zum „zerstörerischen Mechanismus aus Export-Import-Subventionspolitik?

                  0
            • Berthold Lauer sagt

              „Ich kaufe freiwillig teurer ein wenn….“: Diese verlogene Aussage haben wir doch schon so oft gehört! Zunächst einmal sorgen Sie dafür, dass Geld in den Geldbeutel des Verkäufers gelangt, ob der Landwirt davon profitiert, steht auf einem anderen Blatt!
              Zum Zweiten: Sie erwarten Vorleistungen????!! Wir Landwirte gehen jedes Jahr in Vorleistung: Wir bestellen jetzt unsere Felder und wissen nicht ob und was wir ernten werden! Wir investieren in modernste Produktionsanlagen und kalulieren diese Investitionen über Jahrzehnte ohne Garantie, dass schon ein paar Monate später irgend jemand mit ideologischem Fundamentalismus diese Investition ad absurdum führt! Wir verlassen uns auf eine solide Ausbildung und fundiertes Fachwissen und müssen zusehen, wie politische Feigheit dies alles beiseite wischt! Wir riskieren unsere Existenz….. und Sie???????

              14+
    • Berthold Lauer sagt

      Wenn der Verbraucher sich lieber von Dingen ernährt, die Landwirtschaft in Deutschland z.B. aufgrund des Klimas nicht produzieren kann oder die nicht ganzjährig verfügbar sind oder die anderswo aufgrund niedrigerer Standards ungleich günstiger zu produzieren sind, kann man das doch nicht ernsthaft der Landwirtschaft hier vorwerfen! Was sollen uns ihre Rechenbeispiele denn beweisen?? Bei den Importen sind ja auch in nicht unerheblichen Maße Bioprodukte dabei! Das alles kommt hierher, weil hier ein für günstig produzierte Güter lukrativer Markt ist und weil der deutsche Verbraucher gerne jeden Hype mitmacht! Und die für die Produktion notwendigen Ressourcen wie Boden und vor allem Wasser sind dort oft viel knapper als bei uns und stehen dann auch nicht mehr für die dortige Bevölkerung zur Verfügung! Was also soll die Aussage: dann importieren wir eben noch mehr? Und zum Thema Subventionen: Zeigen sie mir einen Wirtschaftszweig, der ganz ohne auskommt! Die allermeisten Landwirte würden sofort darauf verzichten, wenn Wettbewerbsgleichheit mit Importen in jedem Produktionsbereich bestehen würde und wenn die Preise die Kosten wiederspiegeln würden. Verteilt doch das Geld an die Konsumenten,die sich höhere Preise nicht leisten können, dann wären wir diese dumme Diskussion los!
      In Deutschland gibt es für fast keine Produktion der Exportindustrie irgendeinen Rohstoff! Alles, allem voran Energie wird in großen Mengen importiert um Güter herzustellen,die dann wieder exportiert werden! Nach Ihrer Logik: Wozu brauchen wir denn überhaupt eigene Industrie??

      8+
    • Moin!
      Die rot-grünen Gutmenschen wollen nicht nur öko sondern auch „fair“.
      Aber uns Deutsche fair zu behandeln und fair zu bezahlen wollen die nicht,
      daher beuten diese Gutmenschen eben Landleute im Ausland aus (natürlich unwissend 😉
      Nach einigen Wochen Generalstreik der Landbewohner inkl. Sperrung der Straßen+Wege die in unserem Eigentum sind sehen wir weiter.
      MfG Thomas Budich
      Lübben Spreewald

      1+
  5. Stadtmensch sagt

    @Heinrich Steggemann,
    Danke für Ihren konstruktiven Kommentar!
    Bin zwar nur interessierter Laie, aber hier scheint mir ein riesiges Potential für integrierten Pflanzenschutz und Ressourcen-Effizienz zu liegen. Wobei man ohne Kreislaufwirtschaft natürlich nicht von Effizienz reden kann. Auch ein guter Ansatz: Förderung für Weiterbildungsmaßnahmen. Schon wegen eingedampfter Offizialberatung.
    In der gebeutelten Forstwirtschaft beklagt man ja jetzt auch die Einsparungen bei den Beratungskapazitäten.

    0
  6. Dr. Albrecht Kloss sagt

    Politiker, warum verstehen wir euch nicht mehr. Wir machen doch alles und keiner hat uns lieb. Immer wird über uns geschimpft. Das ist so gemein. Und kommen wieder drei Tanten und bringen uns eine böse Überraschung.
    Nein , die Frage muss lauten: Warum versteht ihr uns nicht. Wollt ihr nicht oder könnt ihr nicht. Müssen wir detlicher und lauter werden, damit ihr uns versteht. Wir sind nicht euer Gleitmittel für den Arsch, dessen Besitzer euch wählen soll. Das Ergebnis haben wir nun , überall regieren Wahlverlierer. Ergebnis , immer neues Gleitgel wird gesucht.

    4+
  7. Walter Parthon sagt

    Es sind doch immer wieder lustige Kerlchen, unsere Politiker, die uns viel Freude und Spaß mit ihren täglichen Gustostückerln bereiten. Die uns mit viel Phantasie jeden Tag aufs Neue überraschen, nein verarschen! Gerade in Hinblick auf diese Schlagzeile zielsicher immer letzteres. 200.000 Inlandsflüge in Deutschland für die rasenden und reisenden Beamten, für die Rudi Rastlos einer Regierung, die dem einfachen Bürger das Fliegen am besten verbieten will. Millionen Euro Reisespesen und ein CO2-Fußabdruck wie nach der Elefantenhochzeit von Goliath und King Kong für jene Beamte, die der Bevölkerung eine CO2-Steuer aufhalsen wollen, eine Fleischsteuer diktieren, das Ende des Diesel planen. Also jene, die uns Otto Normalverbraucher den Umstieg auf die Bahn mit bekanntermaßen sanften Zwang erleichtern wollen, nehmen selbstverständlich selbst das Flugzeug als Fortbewegungsmittel erster Wahl. Jene, die uns das schlechte Gewissen bei Fernreisen einimpfen, fliegen selbst im Inland. Jene, die der kleinen Gretl den roten Teppich ausrollen, das Gestammelte der klimabewegten Pampalatsch mit ernsten Mienen, wortreichen Versprechen und stehenden Ovationen begleiten, sind also die größten Umweltsünder aller Zeiten. Es sind exakt jene, die gegenüber der Autoindustrie die Hände aufhalten und uns das Elektroauto schmackhaft machen wollen. Es sind jene, die sich vorgeblich als Grüne gerieren und insgeheim für die Atomindustrie gegen ein wenig Bakschisch lobbyieren. Es handelt sich dabei um einen Kreis von frivolen Menschen, die auf Kosten der Hysterie und Angst gut leben, gute Geschäfte und viel Geld machen. Die Wölfe im Schafspelz, die falschen Fuffziger, die Pharisäer und Heuchler. Wie sagte schon Cicero: Der niederträchtigste aller Schurken ist der Heuchler, der dafür sorgt, daß er in dem Augenblick, wo er sich am fiesesten benimmt, am tugendhaftesten auftritt.
    https://m.youtube.com/watch?v=kPOepn9SkVk

    11+
  8. Stephan Kirsch sagt

    Eine Ergänzung : Die roten Gebiete Grundwasser sind identisch mit den Börden und Lößgebieten in Deutschland, dort wo die geringsten Viehdichten zu finden sind. schonmal jemand im Ministerium drüber nachgedacht ?
    Wo ist die Ursachenforschung auf seriös wissenschaftlicher Basis, Frau Klöckner ?
    Nicht , weil Frau mit grünem Gewand den politischen Gegner ganz links überholt, führt diese Route ins Kanzleramt !
    Sie führt ins Abseits, wie Sie doch in RLP schon erfahren haben …..

    5+
    • Mr Tom sagt

      Gestern Anne Will Sendung: Die Lufthoheit hatte eine Dame von Greenpeace, sie durfte in gefühlt unendlichen Redebeiträgen den Verkehrsminister, sowie die Autoindustrie verbal abwaschen. Und das mit freundlicher Unterstützung von Frau Will, die dem Minister bei jeder Gelegenheit dazwischengrätschte. Zumindest war das die Viertelstunde der Fall, in der ich mir die Sendung angetan habe.
      Tausche nun die Autolobby und Verkehrsminister gegen Bauernverband und Landwirtschaftsminister und Selbiges wird passieren – trotz dieses unsäglichen Agrarpakets – wage ich zu behaupten.
      Unser Land wird längst von Ideologie beherrscht und was mich daran am meisten ärgert: Jede Branche lässt sich für sich alleine gegen die Wand klatschen, ein branchenübergreifender Schulterschluss gegen diesen Irrsinn wäre überfällig.

      23+
    • Arnold Krämer sagt

      Vielleicht sind die Spitzenerträge für die in den Bördegebieten gedüngt wurde, bei Weitem nicht immer erreicht worden.
      Vielleicht ist das Denitrifikationsvermögen der leichten Böden in den Viehhaltungsregionen größer als bei Lößböden.
      Vielleicht sind sehr viele Nährstoffe in den viehstarken Regionen auch vorschriftsmäßig exportiert worden.
      Vielleicht hat der Mais auf leichten Standorten mit starker Viehhaltung viel höhere und stabilere Erträge und somit Nährstoffentzüge erzielt als die Kulturen in den Bördegebieten.
      Vielleicht ist der Verdünnungseffekt bei der Grundwasserneubildung durch höhere Niederschläge in den viehstarken Regionen größer.
      Vielleicht.
      Vielleicht.
      Wissenschaftlich nachweisen lässt sich da nichts, es gibt nur sehr, sehr komplexe Zusammenhänge, die nicht exakt steuerbar sind. Auf dem Acker werden keine Schrauben produziert.
      Aber ist doch schön, wenn man ein einfaches und klares Weltbild („Feindbild“) hat. (Damit meine ich nicht Sie, Herr Kirsch). Das Pippi-Langstrumpf-Prinzip („Widdewiddewitt…Wir machen uns die Welt Widdewidde wie sie uns gefällt“) zum politischen Leitmotiv erhoben.
      Und wenn das Ganze in Dauerschleife medial transportiert wird und damit quasi den Gütesiegel erhält.

      5+
      • Heinrich Steggemann sagt

        Ergänzung:
        Wie gut verwaltet das vorhandene Bodenleben die bis in einen Meter Tiefe im Humus enthaltenen +- 9000kg Stickstoff ? Ohne Mikrobiologie von tierischen Ausscheidungen ist sie möglicherweise deutlich einseitiger als in den Viehregionen.

        0
  9. Arnold Krämer sagt

    „Also was ist zu tun? Dabei ist zu bedenken, das nicht nur der Agrarsektor unter den Konsequenzen politischer Hyperaktivität zu leiden hat. Was sind die Gründe für die widersprüchlichen und vielfach missratenen Aktivitäten des Politikbetriebs? “

    Diese Fragen habe ich bereits gestern hier auf dieser Seite formuliert und eher Antworten erhalten, die entweder bei der Problembeschreibung oder an der Oberfläche stehen blieben.

    Nach meiner Meinung ist die Hyperaktivität folgendermaßen begründet:
    1. Durch die Computerisierung/das Internet werden Meinungen ungeheurer schnell produziert, verbreitet, verdichtet (In einem Gastkommentar der NZZ vom 14.9. ist von „Meinungsklumpen“ die Rede)
    Forderung also: „Das Internet muss weg“ (dies ist übrigens der Titel eines Buches von Schlecky Silberstein, seines Zeichens Betreiber eines Blogs gleichen Namens in Berlin)

    2. Es gibt zuviele Politiker, auch wegen der vielen Landesparlamente. Sie greifen zum Leistungsbeweis Themen/Problembereiche auf, treiben sie oft mit medialer Unterstützung voran, erhalten Zustimmung im Wege des Kuhhandels („Ich unterstütze dich hier, wenn du mich dort unterstützt“). Hinterher heben 95 % der Abgeordneten (vermutet) im Wege der „Arbeitsteilung“ und wegen der Koalitionsdisziplin zustimmend die Hand ohne sich Gedanken über die Konsequenzen gemacht zu haben/gemacht haben zu können.
    Denn das ist zu bedenken: Die 2 Augen im und die 2 Ohren am Kopf und was dazwischen sitzt sind grundsätzlich dieselben wie vor 50 Jahren und haben mit der Entwicklung der Informationerstellung und -vermittlung nicht Schritt halten können.

    3. Politik versucht vermeintliche oder tatsächliche Fehlentwicklungen/unerwünschte Konsequenzen fast immer mit detaillierteren Regulierungen zu unterbinden/einzugrenzen. Das regulatorische Netz wird dadurch immer dichter. Trotzdem stellt sich der gewünschte Erfolg (poltisch auch noch unterschiedlich bewertet) nicht oder nicht in Gänze ein, weil die Adressaten (Bürger und Unternehmen mit dem beratenden Umfeld) in der Summe immer kreativer und schlauer sind als die Ministerialbeamten, die sich sicherlich alle Mühe bei der Formulierung von Gesetzen geben. Also wird erneut nachgebessert usw. usw. Nicht nur der Agrarsektor ist voll von solchen Beispielen.

    4. Die EU-Vorgaben und die oberste Rechtsprechung bewirken ein Übriges

    13+
    • Brötchen sagt

      Arnold!

      Vereinfacht, populistisch und rechtsextrem formuliert :

      Viele Probleme gäbe es ohne Politiker nicht! 😉

      Die schaffen Probleme, die sie dann lösen können.

      Nicht nur, aber manchmal ;).

      9+
    • firedragon sagt

      Nach dem Motto „Viele Köche verderben den Brei“?
      Die Politik wird sich kaum selber „abspecken“.
      Und selbst wenn, es sitzt sehr selten, vielleicht auch gar nicht, jemand auf dem Posten, von dessen Aufgabe er/sie/div. eine Ahnung hat oder in dem Bereich ausgebildet ist.
      Das stört mich grundsätzlich an der ganzen Politik.
      Das ist jetzt nicht nur auf den Bereich LW bezogen, es zieht sich ja durch alle Bereiche.

      8+
    • Peter Brandt sagt

      Arnold, Du hast die Lobby vergessen! Es geht nur um Geld und Macht, sonst um nichts weiter.

      2+
  10. Paulus sagt

    Darf ich einen, für mich nicht unübersehbaren unterschwelligen Unterschied seitens des Blogbetreibers, zwischen dem gestrigen Vortrag von Sandra Harms und dem heutigen von Volker Hahn kritisieren?
    Bei der von mir geschätzten Frau Harms war es „ausdrücklich“ eine persönliche Meinungsäußerung, bei Volker Hahn hingegen ein Gastbeitrag. Ist zwar völlig korrekt, ich hätte mir allerdings gewünscht beide Beiträge neutral und somit als gleichwertig vorzustellen. Meine Sensibilität in Sachen Medien kommt nicht von ungefähr.

    1+
  11. Friedrich sagt

    Herr Hahn , toll gemacht. Wir wissen schon , was wir mit ihnen hier im Kreisverband gutes haben. Ja , unsere Politiker wollen die Realitäten nicht wahr haben. Viele gute und sachliche Texte wurden hier bei bauerwilli schon verfasst. Die Reaktionen darauf treten aber nicht ein. Man meidet uns. Man berichtet über unsere Sorgen nicht. Selbst die Großdemo in Münster wurde politisch und medial nicht gebracht. Man sortiert halt nach politischer und NGO – Meinung.
    Das hatten wir schon einmal und dann hieß es -Nie wieder ! Selbst unser, zur Neutralität verpflichteter Bundespräsident haut in die gleiche Kerbe der aktuellen Politik. Wie ein Ochse mit einem Brett vor dem Kopf verhält sich die Berliner Politik. Dabei sollten diese Herrschaften nicht vergessen , daß 58% der Wähler auf dem Lande wohnen. Diese Wähler gehen nach diesem Landvernichtungsfeldzug der drei Ministerinnen verloren , denn wer wählt schon jemanden der die Kohle-, die Automobil-, die Zuliefer-, die Ernährungsgewerbe-, die Landmaschinen-, die Bauerhofarbeitsplätze usw. vernichten will. Mit unter denke ich , daß ein Währungs- oder ein Energiecrasch die Ideologen zur Vernunft bringen müßte , denn die Verbohrheit in Dummheit dieser Leute ist auf der Welt schon einzigartig. Außer man nimmt sich ein Beispiel an Venezuela. In diesem Ölreichen Land mit Sozialismus pur läuft es doch nach Berliner Sicht wohl vorbildlich, sonst würde man sich nicht in diese Richtung bewegen. —- Zur Info . Seit der Pressekonferenz mit den drei Ministerinnen hat hier bauerwilli fast 100.000 Zugriffe und viele Kommentare erhalten. Das ist Spitze . Danke Willi !!! Leute baut Kreuze und stellt sie auf . Jedes grüne Kreuz an den Straßen ist eine Stimme weniger für die Regierungsparteien. Wer unseren Wohlstand vernichtet gehört schließlich abgewählt.

    32+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Liebe zur Natur kann ein humanistisch-aufklärerisches Anliegen sein (Humboldt), aber auch ein barbarisch-faschistisches, wie wir aus der Geschichte wissen. Wer für sich in Anspruch nimmt, auf der Seite der Natur zu stehen, steht nicht automatisch auf der richtigen Seite. Das gehört einmal in die Öffentlichkeit getragen

      7+
  12. Arnold Krämer sagt

    Frage: Wie kommen wir aus der völlig verfahrenen, nahezu alle Beteiligten überfordernden Situation wieder heraus?
    Krieg will niemand, Revolution nur einige Freunde eines bereits einmal gescheiterten Gesellschafts- und Wirtschaftssystems!
    Also was ist zu tun? Dabei ist zu bedenken, das nicht nur der Agrarsektor unter den Konsequenzen politischer Hyperaktivität zu leiden hat. Was sind die Gründe für die widersprüchlichen und vielfach missratenen Aktivitäten des Politikbetriebs?

    13+
    • Thomas Apfel sagt

      Die Ursache für die „vielen missratenen Aktivitäten des Politikbetriebes“ ist aus meiner Sicht die Abgabe der Deutungshoheit für fast alle gesellschaftlichen Entwicklungen an die Angst- und Mitleidsindustrie. Meine Hoffnung ist, dass die Aktion „Grüne Kreuze“ hilft, den gesellschaftlichen Diskurs wieder auf neutralere Betrachtung und Bewertung gesellschaftlicher Entwicklungen, die Landwirtschaft betreffend, zurückführen kann.
      Die Erwiderung von Ministerin Schulze auf Rukwieds Äußerungen vorige Woche in der Prignitz spricht da Bände: „Ja, Herr Rukwied, wenn sie Glyphosat einsetzen wollen, werden Sie eben keine Insekten haben !“ Ich habe das Gefühl, die glauben mittlerweile selbst in echt an die Dogmen, die ihnen über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, von der Angstindustrie eingepeitscht wurden.

      15+
      • Brötchen sagt

        Hendrik Broder bringt es auf den Punkt „Soviel Glaube, bei so wenig Wissen, das ist schon eindrucksvoll“

        Gerade im Presseclub kann man das live miterleben.

        11+
      • „„Ja, Herr Rukwied, wenn sie Glyphosat einsetzen wollen, werden Sie eben keine Insekten haben !“ Ich habe das Gefühl, die glauben mittlerweile selbst in echt an die Dogmen, die ihnen über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, von der Angstindustrie eingepeitscht wurden.““ Ich habe das Gefühl, auch Ruckwied & co. haben die Deutungshoheit verloren und sitzen vor der Angst- und Mitleidsindustrie wie das Häschen vor der Schlange. Auf den vagen Hinweis von J.R., dass die Bauern Glyphosat brauchen fragte Schulze zurück: „Wie haben sie es denn früher gemacht?“ Ganz ehrlich, diese Frage hätte ich so beantwortet, dass die Schulze so schnell keine Fragen mehr gestellt hätte.

        6+
        • Thomas Bröcker sagt

          Hallo Mark,
          die Frage ist nur, WER soll die Deutungs- und Vertretungshoheit für die deutsche Landwirtschaft wiedergewinnen. Entweder der DBV wird „graswurzelnd“ reformiert, oder man braucht eine neue Vertretung. Welche soll das sein ? Kleine Verbände mit Partikularinteressen gibt es genug. Die waren oder sind ja bisher auch im DBV Mitglieder. Hilft es Personen auszutauschen oder passt die Struktur „Verband der Verbände“ nicht mehr?
          Die vielen verschiedenen Interessenslagen in eine gemeinsame Stimme zu wandeln führt letztlich zu den seichten Reaktionen und Antworten auf drängende Fragen und feindselige Angriffe aus der Gesellschaft.
          Eine professionelle „Task Force“ für Kommunikation müsste her.

          4+
          • Bauer Willi sagt

            Das sind genau die richtigen Fragen. Habe in den vergangenen Tagen mit vielen gesprochen, die die Aktion „ganz gut finden“. Aber sich öffentlich dazu zu bekennen, das wollen sie dann doch nicht. Es könnte ja ihre eigenen Kreise stören. Andere wiederum stellen sich voll dahinter, weil sie merken, dass ihnen sonst die Mitglieder davonlaufen. Ich denke, dass in der kommenden Woche die Entscheidung fällt, ob die Aktion top oder flopp wird. Dann wird sich zeigen, ob genügend #grüneKreuze (bitte mal googeln) in der Landschaft stehen, dass es den Medien und der Gesellschaft auffällt. Dann wird man herausfinden wollen, was es damit auf sich hat. Und dann stehen 240.000 Bauern bereit, die Antworten zu geben. So der Plan. Wir werden sehen.

            Ein Flopp ist es schon jetzt nicht mehr, denn es hat das politische Berlin erreicht.

            8+
        • fingerphilosoph sagt

          „Grüne Kreuze“ aufstellen und einen hashtag „grüne Kreuze“ starten: eben das sind die Methoden, mit denen die Angst- und Mitleidsindustrie operiert. In meinen Augen ist diese Aktion eine Kopie der Kopie der Kopie der Kopie von irgendwelchen Greenpeace- oder NaBu-Aktionen.

          Wenn den Bauern nichts anderes einfällt, als die Angst- und Mitleidsschiene zu bedienen, um auf diese Weise die Angst- und Mitleidsindustrie anzuprangern, dann ist der Karren endgültig gegen die Wand gefahren.

          2+
          • Arnold Krämer sagt

            Alle Medienexperten sagen: Man muss mit Bildern arbeiten, Emotionen erzeugen. Der Ansatz „grüne Kreuze“ beherzigt dies in idealer Weise.
            Es ist also gerade keine Kopie der Kopie…..
            Die Bauern haben bisher immer versucht, auf der Sachebene Gehör zu finden. Die Gegenseite ist hochgradig emotional „unterwegs“ (Beispiel „Rettet die Bienen“) und erfolgreich bis in die Ministerien (grün, schwarz, rot regiert, egal)
            Was würde Ihrer Meinung nach denn helfen?

            3+
            • fingerphilosoph sagt

              Schon in den 80er Jahren war es beliebt, Särge und Kreuze durch belebte Fußgängerzonen zu schleppen, um ignorante Bürger auf den Tod von Grundrechten, Weltfrieden, Freiheit, Demokratie, Wald, Walen, Korallenriffen aufmerksam zu machen. Auch ich habe mich damals fleißig als „Totengräber“ betätigt. Natürlich sind Aktionen mit Kreuzen Kopien von Kopien von Kopien, hundertfach plagiiert, nichts Neues unter der Sonne. Die emotionale Wirkung dieses Symbols ist weitgehend verpufft.

              Was helfen würde? Die Position der Gegenseite übernehmen und sie maßlos übertreiben. Was bspw. heißt, sich nicht nur für die Rettung von Bienen stark machen, sondern im Rahmen von Insektenschutzprogrammen die Ausbreitung von Bettwanzen befürworten, frei nach dem Motto: gleiches Lebensrecht für alle Insekten. Schließlich fordern die Grünen ja ständig Toleranz ein.
              Nach dem Atom- und Kohleausstieg auch gleich noch den Erdgasausstieg fordern, denn schließlich ist Erdgas auch nicht CO2-neutral, und das nicht für 2030, sondern für 2024. Schließlich haben wir laut Greta ja nur noch 12 Jahre, und die müssen wir nutzen.

              Das Feindbild der Grünen radikal zerstören, indem die Landwirtschaft ab sofort nicht nur grüne, sondern supergrüne Positionen vertritt.

              Die Grünen wählen, so dass sie aus der Opposition raus und ihre unausgegorenen Konzepte in der politisch-gesellschaftlichen Praxis unter Beweis stellen müssen.

              Was es dafür braucht? Mut, Fantasie und Improvisationstalent, um das vermutlich ausbrechende Chaos zu überstehen.

              6+
              • Obstbäuerin sagt

                Diese Linie fährt DIE PARTEI und macht das sehr lustig und provokant. Z.B. mit der Forderung WEIßE WEIHNACHT FÜR ALLE!!! Die Lage für die Bauern ist aber zu ernst, um mit solchen Methoden mehr als Belustigung zu erreichen. Ich finde diese Aktion wirklich gut, weil sie es schafft, bundesweit den Berufsstand zu mobilisieren. Das die überregionalen Medien konzertant keine Meldungen darüber bringen, zeigt schon, dass hier etwas Größeres auf den Weg gebracht wurde.

                2+
                • fingerphilosoph sagt

                  Arnold Krämer spricht von „einer völlig verfahrenen, nahezu alle Beteiligten überfordernden Situation“ und „politischer Hyperaktivität“. Das entspricht in der Mythologie dem „Gordischen Knoten“, und der ist nicht mehr aufzulösen, indem man versucht, ihn zu entwirren. Man muss ihn zerhauen.

                  Die herkömmlichen (also“ernsten“) Methoden führen dazu, dass der Knoten sich weiter verwirrt, verknotet und verdichtet. Das geht so: Die „grünen Kreuze“ werden im Bundestag besprochen (weitere politische Hyperaktivität), eventuell wird ein „Grüne-Kreuze-Verwaltungsausschuss“ gegründet, wodurch zusätzliche Politiker und Verwaltungsbeamte in vom Steuerzahler abgepresste Sessel furzen können. Bei Erfolg der Aktion wird vermutlich Bauer Willi ein solcher Sessel angeboten, was sich für Bauer Willi auszahlt, aber das grundlegende Problem nicht löst, weil Bauer Willi so zu einem Teil des hyperaktiven politschen Apparats wird, den Du, liebe Obstbäuerin, mitfinanzieren wirst, wenn’s dumm läuft, von Deiner kargen Rente, auf die laut Beschluss des Grüne-Kreuze-Verwaltungsausschusses ein Bauernsolidaritätszuschuss erhoben wird.

                  Einen Gordischen Knoten zerhauen, heißt, Chaos als Lösung zuzulassen. Aus dem Chaos können die Kräfte sich dann wieder neu ordnen. Die „ernsten“ Methoden, um einen Gordischen Knoten zu zerhauen, sind Krieg und Rebellion, und das will niemand, wie Arnold Krämer ebenfalls richtig anmerkt. Außerdem sind Bauernaufstände in der Vergangenheit regelmäßig gescheitert.
                  Bleiben also nur die sogenannten „unernsten“ Methoden. Der Hofnarr, der den König auf die Schippe nimmt und für Gelächter sorgt, war zu allen Zeiten eine der mächtigsten Figuren in der Politik.

                  3+
              • firedragon sagt

                An den Schutz von unliebsamen Insekten im Haus (oh entschuldigt, UNGEZIEFER werden die armen Tiere ja genannt) hatte ich auch schon gedacht. Was die alles über sich ergehen lassen müssen. Und der Anwender benötigt keinen Spritzenschein, schon wieder falsch-Sprühschein und Anwenderschutzmaßnahmen muss da auch niemand einhalten…

                4+
                • firedragon sagt

                  fingerphilosoph, Du wünschst Dir von der LW, sie solle zum Clown werden?

                  0
                • fingerphilosoph sagt

                  Firedragon, als Philosoph bin ich über das Wünschen längst hinaus. Wünschen ist was für Kinder, die noch an den Weihnachtsmann glauben.

                  0
          • firedragon sagt

            Oh hallo fingerphilosoph, hab Dich schon vermisst.
            Hatte Dir zwei Fragen gestellt.
            Weiß Du, hier ist man bemüht
            -mit der Aktion zu mahnen
            -fachliche Dialoge anzusteuern
            -im besten Fall praktikabel umsetzbare Lösungen zu finden
            Meine dritte Frage an Dich :
            Kannst Du dem was beitragen?

            1+
          • Thomas Bröcker sagt

            Lieber Fingerphilosoph,
            mach doch mal einen Vorschlag wie man mediale Aufmerksamkeit bekommt ohne die Kommunikationsmethoden die opportun sind zu nutzen. Wie denkst Du, kann man in einen Dialog treten ohne darum zu streiten objektive Gesetzmäßigkeiten auch als solche zu erkennen und sie anzuerkennen.
            „Unter dem Stichwort „Diskurs“ führte ich die durch Argumentation gekennzeichnete Form der Kommunikation ein, in der problematisch gewordenen Geltungsansprüche zum Thema gemacht und auf ihre Berechtigung hin untersucht werden.“ J. Habermas „Wahrheitstheorien“

            Bei gegenteiligen Auffassungen, die nebeneinander Geltungsanspruch beanspruchen, müssen beide Seiten gleichberechtigten Zugang zu den Medien und Foren haben, in denen dieser gesellschaftliche Diskurs stattfindet. Das ist derzeit nicht gegeben, im medialen Bereich sind zu landwirtschaftlichen Themen Dogmen, Halbwahrheiten, Missionierung, Ablaßhandel und „Inquisition“ an der Tagesordnung.
            Es ist höchste Zeit, dass zu mindestens die öffentlich rechtlichen Medien hier neutraler werden und nicht jeder Redakteur, Schauspieler, Fernsehkoch seine beschränkte Wahrnehmung über Medienpräsenz zu scheinbar unumstößlichen „Lehrsätzen“ mutieren lassen kann.

            Im Übrigen habe ich mich, bisher „Thomas Apfel“ entschlossen weiter unter meinem Klarnamen zu kommentieren.

            9+
            • fingerphilosoph sagt

              Objektive Gesetzmäßigkeiten gibt es nur in den sogenannten „harten Wissenschaften“, und das sind, streng genommen, nur die Physik und die Chemie. Die Biologie ist keine „harte Wissenschaft“, die Evolutionstheorie kennt zum Beispiel keine Formeln, nach denen sich berechnen lässt, wie eine Art sich entwickelt und wann sie ausstirbt. Auch Ökologie, Medizin, und andere Wissenschaften, die sich mit lebenden Systemen befassen, sind keine „harten Wissenschaften“, sondern Wissenschaften, die sich anstelle von Formeln mit Statistiken begnügen müssen, also Korrelationen und nicht Kausalitäten darstellen. Und bei bloßen Korrelationen ist viel mehr Spielraum, um Eigeninteressen unter die „wissenschaftlichen Erkenntnisse“ zu mogeln als in der Physik oder Chemie. Was natürlich auch fleißig von allen Seiten getan wird.

              Es geht hier also mitnichten um „objektive Gesetzmäßigkeiten“ oder „Wahrheiten“, sondern um Narrative. Um Geschichten, die erzählt werden. Der beste Geschichtenerzähler ist der, der meisterhaft auf der Klaviatur der Emotionen seiner Zuhörer zu spielen vermag. Die Grünen haben das längst kapiert und sich deshalb zu den besseren Geschichtenerzählern entwickelt.

              Die Geschichte, die einer erzählen will, wird über die jeweils vorhandenen Kommunikationskanäle verbreitet. Der Erzähler, der die Kommunikationskanäle am geschicktesten nutzt, ist logischerweise im Vorteil. Meine Kritik richtet sich nicht gegen den Hashtag, sondern gegen die ausgelutschte grüne-Kreuze-Symbolik.

              Gute Geschichten, die in den Zuhörern was auslösen, und sei es Gelächter, werden gerne verbreitet und finden Zuhörer. Die Zahl der Klicks ist heute das maßgebliche Kriterium, und deshalb ist der Fernsehkoch in einer privilegierten Position. Wenn die Landwirte das nicht kapieren, ist Hopfen und Malz verloren.

              1+
              • Thomas Bröcker sagt

                Das sehe ich ganz anders: Die Welt funktioniert grundsätzlich nach objektiven Gesetzen, auch wenn wir sie (noch) nicht zu erkennen vermögen und sie in komplizierten und komplexen Zusammenhängen wirken.
                Das merkt man spätestens dann, wenn irgendeine Geschichte über irgendeinen Vorgang z.B. eben ganz anders entwickelt als behauptet und gedacht.
                Als Beispiel kann ich die vielen Theorien zu Humus-Auf- und Abbau nennen, die letztlich auch von den objektiven Zusammenhängen und Bedingungen bestimmt werden ,und nicht von temporären Lehrmeinungen oder gar gefühlten Zusammenhängen in den Köpfen von Welt- und Landwirtschaftsverbesserern.

                4+
                • fingerphilosoph sagt

                  Eine objektive Gesetzmäßigkeit lässt sich in einer aus einer Theorie abgeleiteten Formel ausdrücken, die in der beobachtbaren Welt anscheinend immer und überall Gültigkeit hat, Gravitationsgesetze bspw. oder den Energieerhaltungssatz. Einsteins Relativitätstheorie wurde als objektiv anerkannt, weil er damit vorhergesagt hat, dass bei einer Sonnenfinsternis zwei Sterne sichtbar werden, die die Sonne nach astronomischen Berechnungen eigentlich verdeckt, was dann tatsächlich genauso beobachtbar war.

                  Doch selbst dann muss eine als objektiv anerkannte Gesetzmaäßigkeit immer noch nicht für alle Zeiten stimmen, was bei Paradigmenwechseln deutlich wird. Das mittelalterliche Paradigma war, dass die Sonne um die Erde kreist und die damaligen „Wissenschaftler“ hatten eine äußerst komplizierte Epizyklentheorie ausgetüftelt, nach denen sich die Bewegungen der Gestirne tatsächlich berechnen und vorhersagen ließen. Und dann haben Kopernikus, Kepler und Galileo einfach das Paradigma verworfen und die Arbeit von Tausenden von Mathematikern auf den Müll gekippt.

                  Wenn es viele verschiedene Theorien zu Humus-Aufbau-und Abbau gibt, heißt das, dass die statistisch erfassten Korrelationen unterschiedlich interpretiert werden.

                  Um eine „objektive Gesetzmäßigkeit“ zu konstatieren, müsste sich der Humus-Auf-und Abbau duch eine mathematische Formel ausdrücken lassen. Wenn die Formel angewandt wird, muss sich der Humus in exakt immer wieder derselben Weise auf- oder abbauen. Es darf weder Ausnahmen noch Abweichungen geben.

                  Mir scheint, dass das Thema „Humus“ gerade so ein Mainstreamthema ist, ähnlich wie das Klima und der Klimawandel, das heißt, schon das Thema selbst ist vom Zeitgeist bestimmt und nicht von „objektiven Zusammenhängen“.

                  In der Medizin werden zur Wirksamkeit von Medikamenten Doppelblindstudien gemacht, die so etwas wie „objektive Zusammenhänge“ in Form von Statistiken erfassen. Es gibt die sog. „Signifikanz“. Das heißt nicht, dass das Mittel bei jdem Probanden wirkt, sondern nur bei einer bestimmten Anzahl, die „signifikant“ höher ist als in der Placebo-Gruppe. Man stellt meinetwegen fest, dass das Medikament bei meinetwegen 45 von 100 Teilnehmern wirkt, während das Placebo nur bei 35 von 100 wirkt. Man kann nicht berechnen, bei wem das Medikament wirkt und bei wem nicht. Diese Zahlen sind durchaus objektiv, trotzdem lässt daraus kein Naturgesetz ableiten, das durch eine Formel ausdrückbar ist. Wiederholt man eine Doppelblindstudie erhält man nie haargenau dasselbe Ergebnis, manchmal kommt es sogar zu signifikanten 🙂 Abweichungen. Nur wiederholt man Doppelblindstudien in der Regel nicht, da a) zu teuer und man b) das mit den Abweichungen lieber nicht so genau wissen will, weil sonst die ganze angeblichen „objektiven Erkenntnisse“ deutlich weniger wert sind.

                  2+
              • Brötchen sagt

                FP….
                „die Evolutionstheorie kennt zum Beispiel keine Formeln, nach denen sich berechnen lässt, wie eine Art sich entwickelt und wann sie ausstirbt.“

                Über Genomanalysen kann z.b. genau festgestellt werden, wo ein Erreger herkommt, über ein Stammbaum.

                Nur weil es heute die Möglichkeiten oder die Tools noch nicht gibt, heißt, das nicht, dass es die nicht bald geben wird.

                Ich gebe Dir Recht Biologie ist aus der Physik und Chemie/Biochemie abgeleitet.

                Die Physik ist nahe verwandt mit der Philosopie.
                Viele Grundlagenphysiker sind auch Philosophen.

                In der Tierzucht gibt es sogenannte Matingtools, damit kann man bestimmte Selektionsrichtungen berechnen.
                Wenn die Ausgangsbedingungen hinreichend bekannt sind, kann man gezielte Evolution schon berechnen!
                Wir nutzen sowas, Du kannst genau berechnen, welche Leistungen die Nachkommen haben werden, wenn die von Mutter und Vater bekannt sind.
                Das ist tägliches Handwerkszeug.

                In der natürlichen Evolution ist die Verpaarung zufällig, wenn Du die Varianz in der Population und die Erblichkeitsgrade kennst, kannst Du die Richtung berechnen.

                1+
              • Okay, ich habe mein grünes Kreuz wieder abgebaut, mein Bett grün gestrichen und an die Stelle des grünen Kreuzes gestellt, versehen mit dem Plakat „Rettet die Bettwanze“ (bewusst in Einzahl geschrieben um die Dramatik zu steigern). Mal sehen wann das Chaos ausbricht.

                6+
                • Brötchen sagt

                  Mark wenn Du Dich/mehrere reinlegst und eine Woche aushältst, könnte es was werden mit der medialen Aufmerksamkeit!

                  3+
            • Brötchen sagt

              Thomas Kommunikation funktioniert in den Medien nicht so, wie Du es gern möchtest. Fakten stören da nur.

              Sieh Dir den aktuellen Beitrag von Douglas Murray bei Tichy mal an, der beschreibt das recht gut an anderen Beispielen. Lohnt sich wirklich das Video anzuschauen. “ Wie der Wahnsinn der Massen….“

              Geschichte wiederholt sich in einer Spirale, da der Mensch nur durch Erfahrung lernt und die muss jeder selbst machen.

              0
          • Moin!

            Meine Informationsaushänge will die Grüne-Mafia verbieten und entfernen.

            Grund: Touristen und Nichtinternetnutzer können so die Wahrheit über SPD, UNESCO und GRÜNE „Umweltschützer“ erfahren die nämlich Bauern vertreiben+entschädigungslos enteignen und unsere Erlenwäler vernichten etc..

            MfG Thomas Budich, Ingenieur und Journalist
            Lübben Spreewald/Steinkirchen
            http://www.budich.org

            0
      • Karl Timme sagt

        „Meine Hoffnung ist, dass die Aktion „Grüne Kreuze“ hilft, den gesellschaftlichen Diskurs wieder auf neutralere Betrachtung und Bewertung gesellschaftlicher Entwicklungen, die Landwirtschaft betreffend“ Und da finde ich es wichtig das wir den Anfang dieser Aktion im Auge behalten und aus dem „stillen Protest“ keinen Krawall machen, hier wird sich die Nachhaltigkeit zeigen!

        5+
    • Heinrich Steggemann sagt

      Wie kommen wir aus dieser verfahrenen Situation wieder raus?

      Viele Hochkulturen sind in der Vergangenheit an einer Übernutzung ihrer Ressourcen zugrunde gegangen, speziell ihrer Böden.

      Ein Teil der Lösung wäre ein HAG ( Humusaufbaugesetz in Anlehnung ans EEG).
      Damit würde der jetzt schon im kleineren Kreis laufende weltweite Ideenwettbewerb zum Humusaufbau abseits der allgemeinen Lehrmeinung beschleunigt. Jeder der über GPS vermessene Bodenproben nachweisen kann, das er Humus aufgebaut hat und hält, erhält eine entsprechende Vergütung für die gespeicherte CO2 Menge. Das Geld kommt aus einem CO2 Zertifikatehandel und/oder aus einer ergänzenden Umlage z.B. zur Mineralölsteuer. Vorbild könnte der privatwirtschaftliche CO2 Zertfikatehandel der Firma Carbocert sein.

      Mit einem mehr an mineralischem Stickstoff und mehr Pflanzenschutz funktioniert es nicht. Ganz ohne aber auch nicht!!!!!!!!

      Es geht darum die Pflanze wieder mit dem Bodenleben zu verzahnen und neben einem gleichbleibenden Ertrag das Bodenleben mit mehr Wurzelexsudaten zu versorgen. Um diesen Prozess anzuschieben und am Laufen zu halten, müssen unter anderem mehr vielfältige Zwischenfruchtmischungen angebaut werden und erweiterte Bodenuntersuchungen gemacht werde( Zur Zeit ist mir z. B. kein Labor in Deutschland bekannt, das es kann)

      Mit einem noch mehr an gesetzlichen Detailregelungen z. B. bei der Düngung erreichen wir aufgrund der Vielfalt der Böden und Betriebe eher ein Weniger als Mehr in Richtung stark belebte Böden und verlieren gleichzeitig noch mehr kleine und mittlere Betriebe.

      Es geht nur mit Anreizen zur Wissensvermittlung und zum Experimentieren hin zu einer Förderung des Bodenlebens, speziell des salzempfindlichen aufbauenden Bodenlebens. Dieses haben wir ungewollt, beginnend vor ca. 100 Jahren, unter anderem durch die breitwürfige Ausbringung von Mineraldünger heruntergefahren, um erst mal den Hunger nach dem ersten Weltkrieg zu besiegen(Getreideerträge davor bei ca. 25% des heutigen Niveaus). Gleichzeitig wurde die Rückführung der bodenlebenkompatiblen menschlichen Ausscheidungen an die Pflanzenwurzel durch Einführung der Wasserspültoilette Richtung nahezu null heruntergefahren und durch weiteren Mineraldünger ersetzt.
      Folgende positiven Nebeneffekte würden sich ohne gesetzliche Gängelung ergeben:
      – weitere Verbesserungen beim Grundwasserschutz
      – mehr Insekten
      – bessere Regeninfiltration durch rundkrümelige Lebendverbauung
      – stabilere Erträge durch mehr Wasserspeicherkapazität
      – durch Wechselwirkungen mit dem mehr an Bodenleben werden Pflanzen widerstandsfähiger gegen Pilzbefall und Schadinsekten (weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz)
      – vermutlich höherer Gehalt an Mikronährstoffen in den Lebensmitteln ( egal ob Bio oder Konvi)
      – durch hohe biologische Aktivität im Boden besserer Schadstoffabbau
      – mehr Weidevieh im Winter auf Zwischenfruchtflächen zur direkten mikrobiellen Beimpfung des Bodenlebens speziell in Ackerbauregionen
      – mehr Forschung zur bodenlebenkompatiblen mikrobiellen Stabilisierung von menschlichen und tierischen Ausscheidungen während der kurzen Lagerung
      – weniger Ammoniakanfall auf Grund der mikrobiellen Stabilisierung während der Lagerung und der fast ganzjährigen Ausbringung in mehreren Teilgaben in die wachsenden Hauptkulturen und Gründüngungszwischenfrüchte ( Vorverdauung und Lagerung für die nächste Hauptkultur)
      – weniger Ressourcenverbrauch und Kosten für Lagerbehälter
      – Konkurenzkraft kleiner Betriebe gestärkt, durch ein weniger an teurer Spezialtechnik

      Und ganz allgemein gesagt müssen wir hin zu einem System, das fliessende Übergänge zulässt. Als Beispiel sei hier das Abwassernetz genañnt. Solange ein undichter Abwasserkanal nicht einsturzgefährdet ist, die gröbsten Lecks preisgünstig repariert werden können, sollte die Anliegergemeinschaft z. B. entscheiden dürfen, ob sie Massnahmen ergreift, die Düngesalzfracht im Wasser deutlich herabzusetzen. Dies wäre mit Systemen zur unverdünnten Sammlung unsere menschlichen Hinterlassenschaften möglich. Gleichzeitig könnte bei ackerbaulicher Nutzung schrittweise ein Nährstoffkreislauf geschlossen werden. Als finanzieller Anreiz werden für diesen Personenkreis die Abwassergebühren gesenkt, und zwar um den Anteil der nicht entstandenen Kosten für die neue Kanalisierung und den anteilig geringeren Betriebskosten im Klärwerk.

      Die obige Erklärung ist schon wieder viel zu lang für den Durchschnittbürger.
      Deshalb nochmal zusammengefasst: Durch ein Humusaufbaugesetz werden Bodeneigentümer / -bewirtschafter finanziell neben einer gleichbleibend hohen Lebensmittelproduktion zur dauerhaften Festlegung von überschüssigem CO2 aus der Atmosphäre animiert mit vielen positiven Nebeneffekten.

      6+
      • Brötchen sagt

        Heinrich das bekommst du nie in ein Gesetz!

        Es wird immer mehr Gängelung bis zum vollständigen Niedergang geben.

        Das Problem liegt meines Erachtens in der EU. Wir haben die grundlegende Entscheidungsmacht outgesourced und entkoppelt. Die Landespolitik kann da nur noch ganz kleine schrauben drehen.

        2+
      • firedragon sagt

        Hallo Heinrich,
        Brötchen ist etwas pessimistisch… das was Du vormuliert hast ist nicht von schlechten Eltern. Ist praktisch umsetzbar (auf jeden Fall für unseren Betrieb). Sollte auf jeden Fall der Politik erklärt und näher gebracht werden.

        2+
          • Brötchen sagt

            Siehst du irgendeine Entschlackung oder eine Vereinfachung in einem Gesetz irgendwo ? Ich sehe nur verkomplizierungen.

            Die CO2 bepreisung wird die Kosten weiter hoch treiben.
            Gerade eine zahl gehört , ein Auto wird in der Herstellung 2000 euro teurer werden. Das wird jede Landmaschine treffen usw…. Jedes Blech und jedes Teil wird betroffen sein. LW transportiert ja auch viel. Da sind wir auch betroffen. Das ist die nächste welle, die anrollt. Nächstes Jahr ist Maut für 3 tner fällig. Diesel wird 10 Cent teurer. Das geht noch, danach wird es richtig teuer.

            2+
            • firedragon sagt

              Liebes Brötchen,
              es geht um die Machbarkeit. Was wir tun können. Wir können Humus aufbauen. Wir, bzw der Boden kann CO2 aufnehmen.
              Was natürlich etwas heikel ist, wäre die Finanzierung.
              Ich tue mir schwer damit, dass man CO2 produziert und danach Geld bezahlt, so als wäre alles in Ordnung. Es ist ja trotzdem da und verschwindet nicht, nur weil man sich freigekauft hat.
              Und eigentlich ist jedem hier klar, würden unsere Produkte die Preise erzielen, die sie wert sind, wären wir von staatlichen Geldern nicht abhängig, wir wären nicht erpressbar mit Auflagen und Sanktionen.
              Bitte nicht falsch verstehen. Es sollte Spielregeln geben, man kann nicht wie die Axt im Walde agieren, schon richtig. Fakt ist, wir leben von den „Subventionen“, wir sollten aber nicht davon leben müssen. Sie sollten der Bonus sein und wäre somit ein Garant für Qualität.

              2+
              • Brötchen sagt

                Firedragon, ich weiss es ist soviel machbar!
                Wir haben uns da missverstanden!
                Ich finde Heinrichs Vorschläge super.
                Ich habe nur so meine Zweifel, ob das gesetzlich gehen wird.

                Selber bin ich eher Optimist, aber so langsam kommen mir Zweifel.

                Die Flexibilität die man für eine naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung bräuchte, gibt kein Gesetz her.

                Aber deswegen kann man sich trotzdem Gehör verschaffen und weiter kämpfen, wo ich es kann, werde ich es auch machen!

                Grüsse!

                1+
                • firedragon sagt

                  Ach Brötchen, wir haben uns nicht missverstanden. Ganz im Gegenteil, ich glaube wir verstehen ganz gut.
                  Bei uns ist der Optimismus auch in Schieflage geraten. Schätze bei einigen anderen auch.
                  Dein dritter Absatz ist leider so was von wahr, wäre schon schön, könnte man an dieser Tatsache was ändern.

                  Ich wünsche Dir einen schönen Abend.

                  1+
                • Brötchen sagt

                  Ich kenne ja noch den Osten, da waren die Jahreszeiten per Gesetz festgelegt, 😉 . Ich glaube das wird noch getoppt heute. Obwohl Frau karrenbauer hat wohl auch schon geäußert, das es ein wenig viel ist mit den Regelungen. Der Dieselskandal ist ja aus diesen Gründen entstanden, weil von Ingenieuren unmögliches verlangt wurde, dann wurde eben geschummelt. Wahrscheinlich weil alle schummeln und der Druck von oben zu hoch würde. Nun sollen auch noch die Kühe emissionsarm sein, Entschuldigung die haben einen am Helm die das beforschen.

                  3+
        • Mr Tom sagt

          Es ist leider zu befürchten, dass das Ganze durch politisches Taktieren am Ende derart zerpflückt wird, dass nichts als weitere Gängeleien übrig bleiben….

          2+
      • bauerhans sagt

        wenn es gelänge,ein „Ministerium für Nachhaltige Landwirtschaft“ mit kompetenzen zu gründen,könntes was werden,wahrscheinlich aber ein Mysterium.

        2+
    • Peter Brandt sagt

      Wie gesagt, gegen den Lobbyismus mit seiner Macht und seinem Geld kommen sie nicht an. Es sind ja auch nicht die hellsten Lichter in der Politik. Wie viele kluge Köpfe hat Deutschland, aber der Politikbetrieb schreckt sie ab. Haben das nicht manche von uns noch von ihren Eltern gehört, dass sie mit Politik nichts zu tun haben wollen, weil sie schmutzig ist? Leider gibt es dafür ja reichlich Beispiele. Da müssen wir durch in Deutschland. Sich nicht scheuen, sich schmutzig zu machen, aber trotzdem das Richtige tun, das muss die Devise sein

      2+
  13. Mr Tom sagt

    Mir kommt das Alles mittlerweile wie eine Endlosschleife vor.
    Hut ab vor Dir, Willi und allen Anderen, die trotzdem nicht locker lassen…

    23+
  14. Oberländer sagt

    Alles auf den Punkt gebracht !
    Nachhaltig denken und handeln tun unsere Politiker
    fast ausschließlich beim monetären Eigenbedarf.

    29+
  15. Thomas Apfel sagt

    Danke für die gute vollständige Beschreibung dieser konfusen in vielen Punkten widersprüchlichen von der Politik ausgelösten Dampfwalze, die da auf die Landwirtschaft zurollt. Nur eine Anmerkung zum Thema Pflanzenschutz: Ich halte die völlig falschen Ansichten zum Pflanzenschutz und seinen Auswirkungen mit denen NGO´s, Politik und die Bio-Verbände unterwegs sind für selbst verursacht. Mit selbst meine ich die Bauern, die chemische Industrie und auch die Pflanzenschutzforschung und Beratung.
    Man war in der Kommunikation Jahrzehntelang mit der Devise „beschwichtigen statt erklären“ unterwegs. Dass gerade Pflanzenschutzmittel (resp. „Pesticide“) in ihrer heutigen Anwendungsmethodik in Deutschland den wahrscheinlich geringsten Anteil an dem (behaupteten) Rückgang der Insektenmasse haben ist durch die umfassenden Untersuchungen der Pflanzenschutzämter belegt. Der Verlust an geeigneten Lebensräumen ist die Hauptursache für alle Verschiebungen in Artenzusammensetzung und Masse der Insekten. Die eigentlich gut untersuchten, aber komplexen Zusammenhänge beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den PRODUKTIONSFLÄCHEN liegen vor und lassen keinerlei Einfluss auf selbst unmittelbare Nachbarflächen erkennen. Ein 3 – 5 m breiter Blühstreifen um die Felder kann diese Auswirkungen gegen Null fahren (insbesondere die Auswirkungen der Bodenherbizide auf Randstrukturen). Das ist bei uns im Osten auf Grund der Schlaggrößen unproblematisch zu lösen, vor allem, wenn es finanziert wird. Mein Nachbar (Agrargenossenschaft 1.600 ha) praktiziert das so.
    Schwieriger ist das in kleinstrukturierten und intensiv genutzten Gebieten in Deutschland. In diesen Gebieten wären betriebsübergreifende Maßnahmen die sinnvollste Lösung. Das ist beim derzeitigen betrieblichen Ansatz der Fördermaßnahmen zur Biodiversität zu mindestens nicht einfach.

    11+
  16. Uwe Reinecke sagt

    Danke. Sehr gut. Nur, ich behaupte, dass weniger als 1% der MdBs überhaupt wissen was die Abkürzungen“LF“ und „LN“ bedeuten. Im Agrarausschuss mag es ein paar Leute geben, aber sonst?
    Die Verachtung der Politiker für das Landleben und die Menschen auf dem Land zeigt sich auch in dem Satz, „5G braucht es nicht an jeder Milchkanne.“
    Doch und gerade auf dem Land muss die Infrastruktur erhalten und stetig ausgebaut werden.
    Stattdessen bekommen wir überall Insekten und Vögel tötende Riesen-Windmühlen.
    Dazu die Stromtrassen. Teilweise in Erdverkabelung. Ein Versuchsfeld wurde gerade angelegt, um einen Teil der Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Boden zu erforschen. Wie sinnvoll ist solcher Test, wenn die Erdverkabelung erstens schon beschlossene Sache ist und zweitens bereits vor Beginn des „Versuchs“ umgesetzt wird?
    Nein, wir verstehen die Politiker nicht. Das liegt aber nicht an uns, sondern an der unlogisch konzipierten Politik. Da werden ständig „Zeichen gesetzt“, aber etwas konsequent bedenken bevor man handelt? Fehlanzeige.
    Dieses „Zeichensetzen“ ist meist bloße Symbolpolitik. Leider oft mit schlimmen Auswirkungen für die Menschen vor Ort, die das dann ausbaden müssen.
    Als normaler Erwachsener kann man diese in die Kameras grinsenden Politgestalten nicht mehr ertragen.

    13+
    • Altbauer Jochen sagt

      Ich hab noch nie verstanden wenn Politiker am Wahlabend
      über ein paar Prozent mehr, jubeln als hätten sie das große
      Los gezogen.
      Dabei ist ihnen doch „nur“ Verantwortung in die Hände
      gelegt worden.
      Das aber für das ganze Land !!
      Wir Bauern sind gesellschaftlich an den Rand gedrängt,
      könnten aber die Konstante sein für die Zukunft im
      ländlichen Raum mit den anderen Bevölkerungsschichten gemeinsam.
      -Die Bauern müssen von ihrer Arbeit leben können.-
      Das sollte die Überschrift sein für die Politiker, bei allen
      Entscheidungen die sie treffen.
      Das Augenmaß behalten und nicht bei Maßregelung
      sich überbieten wollen.

      11+

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