Bauer Willi, Video
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Insekten- und Vogelsterben – anders betrachtet

Dr. Herbert Nickel beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Insekten. In seinem Vortrag, der viele sehr aufschlussreiche Grafiken enthält, macht er deutlich, dass die Begründung “Die Bauern und die Pestizide sind schuld” zu kurz gesprungen ist. Hier ein Zitat von seiner Homepage:

“Ganz grundsätzlich ist es der seit rund 200 Jahren ablaufende, soziökonomisch bedingte Wandel in der Landnutzung und das damit einhergehende Verschwinden der Weidetiere in traditioneller und extensiver Haltung aus unserer Landschaft. Dieser Nutzungswandel beeinträchtigt nicht nur die Zikaden und andere Insekten, sondern Flora und Fauna ganz allgemein.”

Und damit kann ich mich dann wieder anfreunden. Nehmt euch die Zeit, und schaut euch das Video in voller Länge an. Es lohnt sich.

 

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86 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    Aus dem neuesten WWF-Bericht:

    “Unter den EU-Ländern ist Deutschland für die meiste Abholzung durch Importe verantwortlich: Im Schnitt wurden dafür pro Jahr 43.700 Hektar Wald gerodet – eine Fläche etwa halb so groß wie Berlin. Nach Einwohnern gerechnet liegt Deutschland allerdings in etwa im EU-Schnitt. Der meiste Wald pro Einwohner wurde für Importe in die Niederlande, nach Belgien und Dänemark gerodet”

    Und aus dem BMU heißt es:

    “Täglich werden in Deutschland rund 56 Hektar als Siedlungsflächen und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einer Flächenneuinanspruchnahme – kurz Flächenverbrauch – von circa 79 Fußballfeldern. Zwar lässt sich “Fläche” im engeren Wortsinn nicht “verbrauchen”. Fläche ist jedoch – wie auch der Boden – eine endliche Ressource, mit der der Mensch sparsam umgehen muss, um sich seine Lebensgrundlagen zu erhalten. Flächenverbrauch ist ein schleichendes Phänomen. Bürger und selbst politische Entscheidungsträger nehmen es kaum wahr. Daher mangelt es weithin am nötigen Problembewusstsein.”

    56ha pro Tag bedeutet 20400ha pro Jahr….na das ist doch mal ein Beweis für nachhaltige Wirtschaft, 50% der gerodeten Flächen sind schon mal durch Neuversiegelung entstanden ….hinzu kommt demnächst also noch die verlorengegangene Agrarfläche für Bio!

    • Karl Timme sagt

      Reinhard, in deiner Rechnung fehlen noch die Ausgleichsflächen (1:1) für die Versiegelten Flächen. Diese sind auch auf dauer der Landwirtschaftlichen Produktion entzogen und die untere Naturschutzbehörde gibt sich nicht mit Grenzertragsflächen zufrieden!
      Fazit, unsere staatlichen Naturschützer helfen auch bei der Abholzung.

  2. Thomas Apfel sagt

    Habe jetzt erst Zeit gefunden, mir den Vortrag mal anzuhören. Bestätigt letztlich auch meine Beobachtungen und ist soweit alles richtig. Nur ist das auf Grund des Nutzungsdrucks und vor allem auch der Wolfsproblematik nicht umsetzbar (Beweidung eines Netzes kleinerer extensiver Flächen mit Rindern). Die Nabu´s könnten das auf ihren Schutzflächen eigentlich beweisen, dass das geht, aber da gehts ja eher darum mit möglichst wenig Geldeinsatz möglichst viel Fläche zu konfiszieren und dann irgendeine schnelle technische “Rasierpflege” zu betreiben.

    Die gute Entwicklung der Biodiversität in und um unsere Obstanlagen trotz des intensiven Pflanzenschutzes auf den benachbarten Produktionsflächen. geht übrigens auf genau solche Strukturen zurück,
    Vor 30 Jahren haben wir angefangen Flächen mit Hecken zu bepflanzen und seit 6 Jahren schlechte Standorte offen zu lassen.
    Eine dieser Flächen (6ha mit Wald- und Grabeneingrenzung) hatte, auch durch hohe Staudenfluren und befressene flache Strächer (hier Rot- und Rehwild) ) ähnliche Bilder wie aus Rumänien (in dem Vortrag) entwickelt. Wir haben 98 krautige Pflanzenarten (ohne Gehölze) darauf gefunden. Nach der Mahnung des Landwirtschaftsamtes ist die Fläche jetzt im Winter flach rasiert worden. Bin gespannt was wir dieses Jahr noch an Boden- und Strauchbrütern und Insekten sehen !

    Das Offenhalten durch Mahd oder mulchen und falsche Beweidungskonzepte sind sicher ein wichtiger Grund für den Artenrückgang. Die Frage ist nur, welche Konzepte und welche Techniken können das ändern ? Wie schon mal erwähnt, hat bei mir die Umstellung von Sichel- auf Schlegelmulcher fast unsere ganzen Lerchenbestände vernichtet. Das Problem war aber nicht die Mulchtechnik, sondern der Wechsel von Stützrad auf Stützwalze !
    Seit ich das geändert habe, werden die Lerchen wieder mehr. Es sind oft eben kleine Details in komplexen Zusammenhängen, die den Ausschlag in Richtung Erfolg oder Misserfolg bestimmen.

    • Ostbauer sagt

      Leider ist es eben oftmals so, dass die Auflagen auf Greeningflächen nur die Aktivität des Antragstellers erzwingen sollen; ohne irgendwelche Berücksichtigung auf Biodiversität.
      (Könnte ja jemand Geld bekommen ohne irgend etwas zu tun oder außerhalb festgelegter Fristen. Manchmal passen die Zeiträume ja, aber oft tränen dir beim “blankmachen” die Augen, was da alles aus der Fläche flüchtet.(und es interessiert in den Behörden absolut niemanden)
      Ich beschäftige mich seit kurzem mit einem Vertrag über Ablenkflächen für Greifvögel.
      Wohlgemerkt; ein privatrechtlicher Vertrag. 29 Jahre Laufzeit, Entschädigungszahlungen jenseits von gut und böse ( mit der Landwirtschaft nie zu erwirtschaften). Es sind zwar noch ein paar Knackpunkte zu klären, aber wie gesagt, freie Vertragsgestaltung. Sollten diese zu meiner Zufriedenheit gelöst werden, kann mich die ganze Brüssler Bürokratie mal!
      Da wir im “Roten Gebiet” wirtschaften und ein Ende nicht abzusehen ist,macht es die Entscheidung (auch für die nächste Generation) bedeutend einfacher.

    • Reinhard Seevers sagt

      Genau, die Parasiten erkennen an der Rasse, dass sie keine Chance haben….geheime Abwehrkräfte sog. Shi sorgen dafür, dass alte Rassen robuster sind…. 🙄

      • Inga sagt

        Die alte Rassen sind vielleicht deswegen robust, weil sie den Insekten zu sehr stinken oder denen machen die Insekten aus anderen Gründen nichts aus!

      • Inga sagt

        Wir brauchen halt ein Naturmanagement und dazu gehören auch Kenntnisse dazu.

        Man kann domestizierte und hochgezüchtete Rassen nicht einfach in den Wald jagen, wie ihre Vorfahren das noch kannten.
        Oder gab es da noch keine Insekten?

        Vielleicht kann ja der Onkel Dr. vet den modernen Rassen eine Spritze dagegen geben.
        Jedenfalls diese Überlegungen gehören in das Naturmanagement!

  3. Sabine sagt

    Tucken, außerhalb NRWs auch als Hühner bekannt, regen die Ausbreitung von Brennnesseln an. Kaum eine Pflanze kann sich gegen die Hühner wehren, Brennnesseln schon. Der hohe Stickstoffausstoß ist den meisten Pflanzen zu viel des Guten, Brennnesseln vertragen da eine große Menge Hühnerscheiße und das Wurzelsystem kann sich in der aufgescharrten Erde gut halten. Von daher, wenn jemand zu wenig Brennnesseln hat, Hühner anschaffen, dann wachsen sie. Ich weiß, dass Brennnesseln für einige Schmetterlinge Futterpflanzen sind, aber warum man Brennnesseln schützen soll und warum man sie in Streuobstwiesen haben will, ist mir jetzt nicht so ganz klar. Gerade die Tagfalter suchen nicht nur Brennnesseln, die wollen ganz besondere Standorte. Kleine Füchse wollen Brennnesseln auf Trockenstandorten in voller Sonne, Tagpfauenaugen wollen Brennnesseln in der Sonne, aber mit einer hohen Luftfeuchte bevorzugt direkt an Gewässern, der Admiral sucht eher beschädigte Brennesselbestände an Waldrändern, das Landkärtchen will möglichst vitale, dichte und große Brennnesselbestände, die möglichst stark beschattet sind. Und, Überraschung, die adulten Falter wollen ganz verschiedene Pflanzengemeinschaften. Das Landkärtchen braucht zum Beispiel neben der Brennnessel ne feuchte Hochstaudenflora, die kriegste auch nicht im Obi. Also die Brennnesselecke ist wieder so ein gut gemeint, aber wer Ahnung hat, weiß das die Ecke maximal ein paar Eulenfalter lockt, die dann vom panischen Naturfreund totgesprüht werden, wenn sie sich ins Haus verirren, weil sie die für Lebensmittel-oder Kleidermotten halten. Normalerweise möchte man auf Obstwiesen keinen Bewuchs der Wühlmäusen Deckung gibt und eigentlich möchte man auf einer Streuobstwiese auch keinen Boden so sehr stören, dass sie üppig gedeiht. Denn eigentlich ist die Brennnessel ein Druckverband der Natur gegen Bodenverwundungen. Gänse sind auch nicht erpicht auf Brennnesseln, wie Hühner fressen sie die nur als Smothie oder getrocknet (wobei selbst dann muss ich die irgendwo drunter rühren, sonst machen meine Tucken da garnichts mit, außer die Futterrinne umkippen), Puten fressen sie, sind aber auch da so ziemlich unten auf der Wunschliste der Futterpflanzen, wenn alles andere Grün im Gehege weg ist, wird da auch mal dran rumgezupft, während sie sich über Klee echt freuen.

    • Stadtmensch sagt

      “Denn eigentlich ist die Brennnessel ein Druckverband der Natur gegen Bodenverwundungen.”

      Oh, da sagst du was. Jetzt sehe ich unseren Bauschutt-Wüstengarten an der NOx-Quelle Straße mit anderen Augen. Das mit dem Admiral passt auch…

      Schön, dass du mal wieder hier vorbei schaust!

  4. Karl Timme sagt

    Vor ein paar Wochen hatte ich berichtet, das der Institutsleiter von der Ohe des Bieneninstituts Celle in den Ruhestand gegangen ist.

    Dr. Kirsten Traynor ist neue Leiterin des Instituts für Bienenkunde in Celle:

    https://celler-presse.de/2021/04/09/dr-kirsten-traynor-ist-neue-leiterin-des-instituts-fuer-bienenkunde-ausgepraegtes-fachwissen-und-internationales-netzwerk/

    Mal sehen in welche Richtung das läuft?

    ” Ziele: „Krankheitsdiagnostik ist auch ein wichtiger Aspekt im Bieneninstitut Celle. Mit einer Virendiagnostik an den Bienen und Pestizid-Analyse in Pollen und Wachs könnten wir das Spektrum der Ursachenforschung von Bienenkrankheiten noch weiter ausbauen. Auch könnten die Fortschritte im Bereich des Smart Tracking bei der Untersuchung von Bienenvergiftungen durch Pflanzenschutzmittel stärker genutzt werden. So ließen sich traditionelle Laborarbeit und Feldarbeit sinnvoll ergänzen“, beschreibt Kirsten Traynor eine ihrer Vorstellungen zur Weiterentwicklung des Instituts. Zur Klärung der Frage, wie sich Pestizide und Bienenkrankheiten langfristig auf die Bienenvölker auswirken, ist noch eine intensive Forschung erforderlich. „Ich halte es für sinnvoll, verstärkt die Auswirkung von multiplen Stressoren auf die Bienengesundheit zu untersuchen“, so die Biologin. Das Institut in Celle sei mit seinen Stärken in Krankheits-, Pollen- und Honig-Diagnostik sehr gut dafür aufgestellt.

    „Mein Ziel ist es, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Institut so zu unterstützen, dass sie ihre Arbeit mit Freude weiterentwickeln und ihre Ziele erreichen können, um das Institut noch weiter voranzubringen. Nur gemeinsam können wir erfolgreich in unserer Untersuchungs-, Forschungs- und Bildungsarbeit sowie in der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit sein“, unterstreicht die Institutsleiterin. Auch die Kooperationen mit anderen Institutionen im In- und Ausland sowie mit imkerlichen Verbänden sollten ausgeweitet werden. Bundesweit ist das LAVES-Institut die einzige Berufsschule für die Ausbildung als Berufsimker/in. Auch hier möchte sie Akzente setzen und Lehrlingen Praktika im Ausland möglich machen.

    Das Institut in Celle wurde 1927 als Landesinstitut für Bienenforschung gegründet, seit 2004 gehört es zum LAVES und wurde in Institut für Bienenkunde Celle umbenannt.”

    Internationale Erfahrung hat sie. Wie meine Schwiegerutter (Imkermeisterinn) auch Erfahrung in den USA.
    Geben wir Ihr eine Chance.

    • Thomas Apfel sagt

      Unser Kreisoberimker war vorhin da und hat Honig für unseren Laden gebracht. Ich frage ihn, wie seine Bienen über den Winter gekommen sind ? Ganz schlecht, sagt er, einige Völker Totalausfälle.
      Interessant war seine Begründung: “Es gibt zu viele spät blühende Blühstreifen und “Feldbegrünungen” (Phacelia/Sonnenblume usw.) Die passen überhaupt nicht in den Rythmus der Bienen, weil sonst um diese Zeit von Natur aus kaum was blüht”.
      Er hat ab Ende August für die Einwinterung zugefüttert, hat aber übersehen, wieviel künstliche Blühflächen im Umfeld waren. Die Bienen haben fast alle Zellen mit Honig belegt und kaum etwas für Aufzucht freigelassen. Im Frühjahr waren dann die Winterbienen weg und neue kamen kaum nach.
      “Ist mir eine Lehre, hat er gesagt, dieses Jahr flieg ich die Umgebung der Überwinterungsstandorte mit der Drohne ab. Wenn zuviel Blühflächen da sind wandere ich woandershin.”
      Ist doch mal ein ganz anderer Aspekt der dämlichen Blühflächendikussion !!!

      • Brötchen sagt

        Du Thomas, das war meine Vermutung von meinem Nachbarn, die füttern nämlich zu, wenn es zu kalt wird! mit Zucker. ( der hatte Totalverlust 12 Völker !)

        Es war zwar kalt, aber ich habe noch Kartoffeln rausgeholt, die waren nicht erfroren.
        Also ging das alles noch.

        Davon hängt der ganze Zauber ab.

        Ich bin da auch nicht so im Stoff, was Bienen betrifft, ich wollte aber vielleicht mal selber anfangen. Habe das wieder verworfen, weil es eben doch ganz schön viel Arbeit macht. Man braucht da Erfahrung und muss entsprechend gucken und auch nicht zuviel machen. Weil man kann die auch todpflegen. Das lernt man nicht schnell mal in ein zwei Jahren und mit Kurs. Und zum anderen braucht man das ganze Gerümpel dazu, was wieder Platz braucht.

        Der Nachbar sagte sein Vater hat fast geweint und wahrscheinlich weil der Sohn es verbockt hat……und nicht wegen natürlichen Ursachen. Denn das alle hops gehen, ist schon etwas seltsam und deutet darauf hin, da waren alle Pflegemaßnahmen total falsch. Denn die Milben raffen nicht alles dahin, vor allem wenn man Gegenmaßnahmen ergriffen hat. Da kann man die schon in Schach halten.
        Und er entsprechend kontrolliert hat.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “Du Thomas, das war meine Vermutung von meinem Nachbarn, die füttern nämlich zu, wenn es zu kalt wird! mit Zucker. ( der hatte Totalverlust 12 Völker”

          Ein befreundeter Imker verfüttert seinen Rapshonig, er ist der Meinung, bei Raps kommen die besser über die Runden, als mit Zucker. Er hat ca 50 Völker.

      • sonnenblume sagt

        Ich fürchte, da werden auch viele Kollegen vom Imker die gleichen Probleme haben. Diese angebotenen Blühmischungen blühen zum Teil wirklich bis in den Herbst. Es gibt hier zur Zeit ein richtiges wettsähen. Private Gärten, städttische Anlagen, Randstreifen, es bleibt kein qm mehr ungenutzt. Je mehr, desto besser.

      • Karl Timme sagt

        Herr Apfel,
        meine Tochter hat 10 ha Bienenweide im Rahmen der GAP-Verordnung angelegt:
        https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/58/nav/2145/article/33900.html

        Zitat: “In Zusammenarbeit mit dem LAVES-Institut für Bienenkunde Celle und dem Landesverband Hannoverscher Imker e.V. wird auch eine spezielle “Imkermischung” angeboten.”

        In der Mischungsbeschreibung heißt es dann:
        ” Die vielfältige Artenzusammensetzung bewirkt einen möglichst weiten Blühzeitraum bis in den Herbst
        • Durch späte Aussaat rückt die Blüte noch etwas weiter in die
        trachtarmen Sommermonate (überhöhte Saatmengen reduzieren die Blühneigung der verwendeten Arten)
        • Für viele Fördermaßnahmen verwendbar, insbesondere nach
        den Vorgaben der neuen Greening-Maßnahme „Honigbrache“
        als ökologische Vorrangfläche konzipiert”

        Also wat nu?? Ich habe ebensowenig Ahnung von den Anforderungen einer solchen Blühmischung, wie meine Tochter, also muß mann sich doch auf die Experten verlassen?

        Zum Antrag hat sie sich auch einen Imker (Mindestanforderung schließt den Hobbyimker aus) als Paten zu suchen.

        Wie lautet das Fazit einiger Kommentatoren doch immer:
        –Und die Bauern sind schuld–

  5. Sabine sagt

    Also ich höre daraus: It is not the cow, it’s the how. Das ist doch schonmal eine gute Nachricht. Ich denke, 1000 Euro pro Hektar für das schlechteste Stück Land, was man auf dem Betrieb hat, ist jetzt nicht sooo schlecht. Plus, und da hakt es m.M. nach eher, eine ordentliche Vermarktung der dort produzierten Tiere. Die Tiere ordentlich halten, ist auch was anderes, wie das böswillige Aussetzen von Hausrindern und Hauspferden in irgendwelchen Nabu-Projekten. Wenn man solches Fleisch, oder vllt. sogar Milch und Käse, als Premium-Produkt vermarktet bekommt, könnte es wirtschaftlich interessant sein.
    Und als Liebhaberin alter Viehrassen, könnte so vllt. auch die ein oder andere alte Rasse wieder neu entdeckt werden.
    … wo ich jedoch Probleme sehe, ist bei dem Rückbau von Wohngebieten, die in ehemaligen Schwemmen und Siepen stehen. Das wird hart. Bei der Einbeziehung des Waldes in die Weidewirtschaft sehe ich auch Potential. Das muss dann ja nicht aussehen, wie auf alten Gemälden. Eine Energieholz-Plantage mit Fersen tut es ja vllt auch. Das müsste man allerdings erst mal ausprobieren und wissenschaftlich begleiten. Hochwald ist vllt. nicht zwingend immer die einzige Waldart.
    Ich find, da sollte man in den Dialog mit jemanden wie Hr. Nickel gehen.

    • Reinhard Seevers sagt

      Und wie hält man die Rinder Parasitenfrei, ohne Medikamente, die dann ja angeblich den Kothaufen als tot zurücklassen?
      Irgendwie scheint alles angesprochen, aber nicht zusammen und zu Ende gedacht zu sein.

      • Sabine sagt

        Nun, es gibt da z.B. die Möglichkeit über Esparsette als Zufütterung. Bei Schafen und Ziegen, die bekanntlich bei stationärer Haltung besonders unter Endoparasiten leiden, haben Fütterungsversuche in Frankreich gute Ergebnisse gezeigt. Grundsätzlich ist es wohl die einzige Leguminose die keinen Koliken auslöst, trotz sehr hohem Eiweißgehalts. Einen Teil, möglichst den Unretabelsten, in eine Weide umzuwandeln, heißt ja eben nicht die Tiere zu vernachlässigen. Es heißt ja auch nicht, dass die Tiere grundsätzlich nie in einen Stall dürfen, dass nie zugefüttert wird, nie behandelt wird und die Weidehygiene niemals nie stattfindet. Den Unfug haben sich die Nabus ausgedacht und auch deshalb verrecken bei denen die Viehcher. Grade wenn es um Saugwürmer geht, wird – so kenn ich das von Schafen- im Spätherbst und im Frühling also nach dem Aufstallen bzw. vor dem Weideaustrieb behandelt. Er hat da Ivermectin angesprochen, das u.a. als Ivomec als Kombi-Mittel oft als Pour-On gegen Endo-und Ektoparasiten eingesetzt wird. Imovec ist als Dungkäfer-Killer bekannt, auch Schäden bei Jungvögeln, deren Altvögel die Nester mit Imovec behandelten Tierhaaren ausgepolstert haben, sind bekannt. Imovec ist, so weit ich weiß, z.B. für Milchvieh überhaupt nicht zugelassen in Deutschland und wirkt wohl auch nicht gegen Saugwürmer i.e. Leberegel, die ich bei den angesprochenen Feuchtwiesen am Meisten fürchten würde. Auch Milchvieh was nicht immer im Stall steht, hat ja so seine Probleme z.B. mit Dasselfliegen und Würmern und da wird es auch mit was anderem gemanaged, also wird es da Möglichkeiten geben. So weit ich weiss, gibt es Ivermectin erst seit den 90igern und ist eigentlich das Mittel gegen Flussblindheit beim Menschen, die Vermarktung als “Rund-um-Sorglos-Drüber-Kipp-Paket” in der Tiermedizin kam, glaub ich, erst viel später. Ist halt die Frage, ob mehre Mittel mit selektiverer Wirkung weniger schädlich sind. Sowas wäre dann ja z.B. mal ein Ansatz die Käferforscher einzuladen und verschiedene Strategien mit ihnen auszuprobieren. Ich weiß, dass sich der Vortrag für viele eh angeschossene Landwirte ganz gruselig anhören muss, doch ich höre vor allem die massive Kritik an der bisherigen Naturschutzpolitik, die eben einfach mal irgendwas verordnet, was massive Nutzungseinschränkungen für Landwirte nach sich zieht, aber der so geschützten Natur überhaupt nichts bringt. Da als Landwirt einzuhaken und zu sagen, ja, das sehen wir auch so. Die bisherigen Unterschutzstellungen haben nicht wirklich was für die Natur getan, aber uns massiv geschadet und deshalb wollen wir mitgestalten und andere Strategien mit erarbeiten und durchführen, und wir wollen da nicht die Nabu-Romantiker im Entscheider-Gremium, sondern Leute wie den Zikaden-Mann, der das auch wissenschaftlich begleiten kann. Das wäre doch was, oder?

        • Reinhard Seevers sagt

          Sabine, das hört sich theoretisch immer gut an, was du dir vorstellen kannst. Leider ist in diesem Land die pragmatische Umsetzung guter Ideen in Verbindung mit Freiwilligkeit in allen Bereichen des Lebens sehr schwierig. Und man wird keinem Bauern eine freiwillige naturschutzrelevante Maßnahme zutrauen…die Massentierhalter und Bodenzerstörer machen nur was gegen Kohle – so der Tenor.

          Letzte Woche Leserbrief in der Regionalprawda: Obmann des Bienenzuchtverbandes wettert gegen Niedersäschischen Weg zur Pflicht eines Befähigungsnachweises für Hobbyimker: Da sollen die Massentierhlter erstmal ihre Befähigung zur Haltung von Nutztieren nachweisen.
          Vor mehreren Wochen in der Regionalprawda: Katzenfreunde wettern gegen den Abschuss wildernder Hauskatzen durch Jäger: Da sollen die Mörder doch erstmal aufhören das Wild zu töten.
          Heute Leserbrief in der selbigen Regionalprawda: Leinenpflicht für Hunde während der Brut- und Setzzeit in Niedersachsen: Da sterben hunderte Millionen Tiere jährlich durch die Massentierhaltung und den Fleischkonsum…..und unsere armen hunde dürfen nicht mal frei rumlaufen.

          Nee, in diesem Land ist es unmöglich einen Konsens zu finden, jeder hat ein Recht, niemand eine Pflicht und Gesetze bitte nur für andere. Corona hält diesem Volk doch eindrücklich den Spiegel vor!
          Außerdem ist der Nutzungsdruck auf die Fläche so groß, dass nur mit ganz viel Geld gegengesteuert werden kann, und das geht nur so lange gut, wie Geld im System ist.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Vor ein paar Tagen war ein Bericht in der Tageszeitung über einen Imker, den ich wegen seines Vollbartes zu den Alternativen zählen würde, es kam anders, als ich erwartet habe. Er lobte aus der Sicht eines Imkers die Wirtschaftsweise der Obstbauern für die Bienen. Er meinte, dass zu viele Bienen halten, die nichts verstehen und wenn die Natur zwischendurch die Bereitstellung von Nektar nicht liefert, dann muss man die Füttern und nicht verhungern lassen. Das Problem sind nicht die Bauern, sondern die wo hinter dem Kasten stehen.
            Derzeit werden Bienenvölker gestohlen und das können nur Imker sein, die durch Unfähigkeit ihre Bienen verloren (Verhungern und Parasiten) haben. und sich auf diese Weise Ersatz beschaffen.

            • Sabine sagt

              Das ist genau das, was ich auch von Imkern höre. Die wären sehr glücklich, wenn es wenigstens einen “Kleinen Schein” für Hobby-Imker gebe. Falsche Behandlung, gerade mit Ameisensäure, verursacht maßenhaftes Tierleid, die Unwissenheit um die häufigsten Bienenkrankheiten würde oft zu massiven Problemen führen. Der sehr ideologisch geführte Kampf um bestimmte Haltungsformen und Bienenrassen würde vieler Orts sogar an den armen Tieren ausgelassen. Da werden Stöcke mit Dunklen Bienen abgefackelt, nicht von irgendwelchen Vandalen, sondern von anderen Imkern. Hier klappen die Absprachen zwischen dem Imkerverein und den Landwirten sehr gut. Wenn mal ein PSM-Einsatz gefahren wird, machen die einfach die Fluglöcher abends zu oder versetzten die Kästen. Imker sind oft Landwirte ohne Land und verstehen die Sorgen der Landwirtschaft. Auch sie kämpfen gegen gepanschte Billigimporte und auch sie werden oft Opfer von Naturfeunden, die aufs Land ziehen, dann aber einen Bienenstock am Ortseingang als Bedrohung ihrere nachmittaglichen Terrassenrunden sehen, weil sie Bienen nicht von Wespen unterscheiden können. Böse Briefe man möge seine “Drecksviehcher” gefälligst wo anders halten, bekommen Klein- und Großviehhalter und Imker egal, ob Hobby, Nebenerweb oder Vollerwerb wohl im gleichen Maß. Anzeigen wegen Stichverletzungen, weil Bienenkästen zu nah an häufig frequentierten Wanderrouten stehen, häufen sich in letzter Zeit. Da klagen Hundebesitzer, weil ihr degenerierter Fiffi, nen ordentlichen Tritt von nem Pony, ner Kuh oder ein paar böse Stiche von Bienen erhalten haben. Das die sich mit Hund auf fremden Eigentum bewegen, stört die dabei nie. Daher, bitte das hier unterstützen, sonst werden Dörfer zu Sanatorien für überstresste Leute aus der Stadt, die bei jedem Geräusch nen Film fahren. https://www.openpetition.de/petition/online/ortsuebliche-emissionen-des-landlebens-als-kulturelles-erbe-schuetzen

              • Reinhard Seevers sagt

                Die Petition ist ja eine schöne Idee. Leider sind unsere Gesetze schon so differenziert, dass Gerüche und Geräusche/Lärm rechtlich definiert sind und messtechnisch verifizierbar sind. Der Anspruch auf körperliche Unversehrtheit ist nicht verhandelbar und schon gar nicht politisch wegzuregeln. Er ist ein Grundrecht….Art 2, GG.

                • Sabine sagt

                  Die Franzosen haben es auch hinbekommen. Und wir erinnern uns noch an den Dummfug, dass Kindergärten und Schulen wegen der akustischen Umweltverschmutzung, die Kinder durch Spielen verursachen, plötzlich nur noch in Industriegebieten gebaut werden dürften. Da hat man dann doch irgendwie noch die Kurve bekommen. Und ich bin mir sehr sicher, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes bei körperlicher Unversehrtheit eher an das Verbot von Folter dachten und weniger an Kuhglocken, Bienen und krähende Hähne oder balzende Tauben… wobei Ringeltauben…. Ich hab da ein Paar, da werden meine Hähne blass vor Neid.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Ja Sabine, das sind aber bei beiden Beispielen zwei Paar Schuh.
                  Frankreich ist nicht Deutschland und Schulen sind staatliche Institutionen….Der Anspruch der körperlichen Unversehrtheit ist individuell, und damit auch so zu begutachten.
                  Es gab Landkreise, die haben Ställe genehmigt in Ortslagen, wenn der Nachbar schriftlich erklärte, dass er keine Einwände gegen das Vorhaben hätte und negative Einflüsse hinnähme.
                  Das wurde vom Umweltbundesamt abgelehnt, weil das Recht auf körperliche Unversehrtheit z.B. bei Verkauf des Nachbarn nicht auf andere übertragbar ist.

            • Inga sagt

              Seit wann sind denn Inker gegen Bauern?
              Die Bauern spritzen (betreiben Pflanzenschutz) doch mit der Berücksichtigung auf Bienen, schon so lange ich denken kann!

              Und Obstbauern doch auch, oder?

              Heute war in ARTE den ganze Nachmittag:
              https://www.arte.tv/de/guide/

              Ich habe das gesehen:
              https://www.arte.tv/de/videos/069769-002-A/geheimnisvolle-wildblumen/

              also ob es das ideal ist, wenn Bauern das als Randsteifen anbauen?
              Und das Getreide braucht auch keine Bienen zur Bestäubung, das wußte die Frau auch nicht!
              Hauptsache die hatte ein Erfolgserlebnis als den Bauern damit rumkriegte, dass sie ihm erklärte, dass in der Mischung auch ein Pflanze drin ist die die Bienen anziehen und die dann das Getreide besser bestäubt!

              Das wären doch Streuobstwiesen geeigneter, oder?

        • Thomas Apfel sagt

          Hallo Sabine,
          ich habe nix mit Tierhaltung zu tun, aber mal eine Frage: Ich war voriges Jahr bei einem extrem extensiv arbeitenden Streuobstanbauer (Nähe Neubrandenburg).
          Der hatte für das Freihalten der Fläche Kamerunschafe. Die hatten auf der Fäche, auf der sie gerade standen sehr viele Rainfarnstauden (Tanacetum vulgare). Die werden ja sonst von den Tieren weitgehend verschmäht. In diesem Falle waren alle zur Hälfte abgefressen (vor allem die Blütenstände). Der Kollege meinte, dass sie seit sie auf dieser Fläche stehen kaum mehr Probleme mit Endoparasiten hätten. Woher wissen die Viecher, in deren natürlicher Umgebung diese Pflanze nicht vorkommt, dass selbige gegen Parasiten hilft. Die Pflanze an sich ist ja leicht giftig und wurde im Mittelalter auch bei Menschen gegen Würmer eingesetzt.

          • Sabine sagt

            Das ist ne gute Frage. Das kann man bei vielen Tieren beobachten. Vom Affen bis zum Hasen findet man dieses Verhalten. Man vermutet, dass es der Geschmack oder die Struktur ist und die Tiere sehr wohl den Zusammenhang zwischen dem was sie fressen und dem was bei ihnen Hinten raus fällt, herstellen können. Auf der anderen Seite gibt es da auch zahlreiche Beispiele mit Vergiftungen, Koliken etc. wo dieser Zusammenhang scheinbar für die Tiere nicht erfahrbar ist. Wir kennen das bei uns ja auch. Der berühmte Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel steht wohl oft auch im Zusammenhang mit temp. Mangelzuständen. Dass wir z.b. fette Würste gerne mit Senf bestreichen oder mit Majoran würzen und grundsätzlich gerne bittere Getränke als Aperitif oder als Absacker trinken, hat wohl auch was damit zutun, dass sie so viele Gerichte bekömmlicher werden und unser Magen-Darm-Trakt das weiß, ohne die genauen Gründe unserem Gehirn mitzuteilen. Auch von Rindern hat man mir in England erzählt, dass zu bestimmten Jahreszeiten bestimmte Heckenpflanzen oder Beikrautstauden geradezu von Kühen geplündert werden, die sie sonst ignorieren. Eine genaue medizinische Wirkung konnte der Halter da zwar nicht nachvollziehen, aber er nahm an, dass sie zu der Zeit sehr viel Eiweiß oder Mineralien enthalten und weniger Bitterstoffe, die sie sonst geschmacklich unattraktiv machen. Bei den abgefressenen Rainfarnblüten könnte z.B. das Eiweiß im Pollen in Verbindung mit weniger Bitterstoffen in der Blüte die Pflanze für Schafe erst attraktiv machen und die Wirkung auf den Darm dann eher ein Nebenprodukt der Suche nach hochwertigem Eiweiß sein. Liegen Wirkung und Verzehr nah genug zusammen, merken sich die Tiere das vllt. und steuern in der Zukunft die Pflanze bei Beschwerden gezielt an.

          • Elisabeth Ertl sagt

            Mir ist aufgefallen, dass Schafe, wenn sie auf eine unbekannte Pflanze treffen, auf jeden Fall einmal nur ganz wenig davon kosten. Dann warten sie, was passiert. Wenn ihnen schlecht wird, meiden sie hinfort diese Pflanze. Das kennen wir Menschen ja auch: im Fall von Erbrechen wissen wir meist genau, wovon uns schlecht geworden ist.
            Und wenn die Tiere merken, dass ihnen etwas gut tut, fressen sie mehr davon.
            Es gibt auch in der Alternativmedizin den Tipp, immer sehr bewusst darauf zu achten, wie man sich etwa eine halbe Stunde nach dem Genuss einer Speise fühlt, energiegeladen, müde, verstimmt, unbehaglich, wohlig etc. Das sagt viel darüber aus, ob uns etwas gut tut oder nicht.

        • Sabine sagt

          Also eigentlich kenn ich nur Zebu bzw. Brahma, die gegen verschiedene Parasiten, besonders Zecken, und Tropenerkrankungen sehr viel residenter sein sollen als Rinder aus europäischen Linien. Das viele alte Rassen besondere Merkmale haben, ist ja der Grund, warum man sie erhalten sollte. Oft hängt diese Unempfindlichkeit jedoch auch mit der Leistung zusammen, natürlich kann ein kleine Dexter-Dame, die nur Milch für ihr Kalb produzieren muss, Parasitenbefall besser überstehen, wie eine Holsteinerin, die in einer Laktation mal eben 12.000 kg raushaut. Das hat aber ganz viel damit zu tun, wie Energie im Körper gelagert wird, wie schnell der Stoffwechsel ist und wie viel Energie z.B. durch die Milch wieder abfließt. Viele Hochleistungsrinder haben schlicht nicht genügend Fett auf den Rippen, um ein paar Tage zu überbrücken, wenn sie sich nicht gut fühlen und weniger fressen.

          • Reinhard Seevers sagt

            Wenn der Inder Keime und Bakterien besser verträgt, als der Deutsche, spricht niemand vom Alter der Rassen, da sind Umwelteinflüsse, Sozialisation, Genetik etc. verantwortlich. Und der Hochleistungssportler knickt auch bei der kleinsten Erkältung ein, der Clochard überlebt sie häufig leichter.

            • Inga sagt

              Der Inder und der Deutsche sind doch moderne Menschenrassen, wenn überhaupt, ich denke wir alle haben die Gene der Afrikaner in uns!

              Der Neandertaler ist eine robuste Rasse!
              der kann bestimmt auch Zecken und anderes Ungeziefer besser vertragen!

                • Sabine sagt

                  Ja, dazu gibt es mehrere Theorien. Allerdings ist es eben klein Umwelt- oder Sozialfaktor, der ein Shetland-Pony auf Yell überleben lässt, es ist Genetik und darum geht es in der Zucht. Man selektiert auf Merkmale, die genetisch festgeschrieben sind, das ist was anderes als eine zufällige genetische Anlage durch Training, Ernährung und positives Umfeld zu stimulieren und so das Individuum dazu zu bringen diese genetischen Anlagen auszuschöpfen, wie bei menschlichen Spitzensportlern. Ein Dexter-Mädel kannst Du nicht mit Training, Kraftfutter und Gut-Zu-Reden auf 12.000 kg/pro L. pushen, die ist bei 3000 fertig. Und ne Holsteinerin, da sinkt die Milchleistung zwar mit energieärmerem Futter und robusteren Haltungsbedingungen, aber was viel schlimmer ist, die kippt dir um. Die kann nicht auf 3000 kg reduzieren, die wird immer noch 8000 kg machen und daran verrecken. Und ich denke, genau das ist es was Nicht-Züchter nicht versehen. Wir modellieren nicht an irgendwelchen Oberflächlichkeiten herum, wir operieren am Genom. Wir schreiben Eigenschaften für zukünftige Generationen weiter fest oder löschen sie und was wir löschen ist weg. Auf ewig verloren. Es gibt keine Rückzüchtung, Züchtung ist eine sehr, sehr enge Einbahnstraße ohne jede Wendemöglichkeit. Wir haben bei vielen Nutztieren zwar noch die Art, aus denen sie entstanden sind, aber wir haben genetisch gesehen nicht die Tiere, aus denen sie entstanden sind. Diese Individuen, mit denen alles anfing, gab es genau einmal zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte und jede Generation, jedes einzelne Tier, zwischen diesen ersten eingefangenen Wildtieren und dem was wir jetzt als Holstein, Dexter, Hochlandrind… was auch immer… im Stall stehen haben, war einmalig. Geht ein Zuchttier unter, geht diese Einmaligkeit mit ihm. Das ist der Grund, warum man genaugenommen keine größere Verantwortung für Tiere über nehmen kann, wie die Zucht. Und das ist auch der Grund warum sich im Moment viele Züchter von der Politik verhöhnt fühlen, wenn man ihnen für einen gerissenen Zuchtbock 50 Euro Entschädigung gibt und sagt, er soll sich einen neuen kaufen. Ab davon, dass ein gutes Zuchttier teurer ist. Da wird Zucht schlicht nicht verstanden. Und ich vermute hier mal ganz dreist, das gerade die Naturschutzverbände gerade das nicht verstehen. Sonst würden die bei Koniks und Heckrindern nicht von Wildtieren reden. Das ist so falsch, da fehlen mir die Worte, da will ich einfach nur was schweres nach denen werfen.

                • Schorsch Summerer sagt

                  Da musste ich erst mal nachsehen wer dieses Märchen verfilmt hat. Sabine hat es genau erklärt, das im Film sind Heckrinder. Es sind Abbildzüchtungen. So wie man sie in ihrem Wesen vermutet hat. Übrigens auch so ein Symboltier der Nationalsozialisten wie der Wolf.

                  https://de.wikipedia.org/wiki/Auerochse

                • Sabine sagt

                  Da bin ich keine 3 min in dem Vid und da krieg ich schon das dringende Bedürfnis auf den Märchenonkel einzudreschen. Also unsere Hausrinder tragen ähnlich lang ihre Frucht wie wir. Kuh 282 Tage, Frau 267 Tage beide asaisonal. Der Zyklus bei einer Frau beträgt grob gemittelt 28 Tage bei Kühen sind es grob gemittelt 21 Tage. Ohne auf den ganzen endokrinen Zirkus einzugehen, der so einen Zyklus etabliert, ist die kürzeste Antwort darauf, warum es ihn überhaupt gibt: Energieeinsparung. Um durchgehend fruchtbar zu sein, müssten Frauen wie auch Kühe unglaublich viel Energie aufwenden. Energie, die für den Erhalt der Mutter und des Kindes später fehlen würden. Und da finden wir auch dann den Grund, warum es sowohl bei Frauen als auch bei diesen Kühen trotz genetischer Asaisonalität zu saisonalen Fortpflanzung kommt. Die Antwort ist gruselig: Abort und früher Kindstod. Diese Kühe haben nicht ihren Kalender rausgekramt und entschieden, dass sie im April der Mai ihre Kälber zur Welt bringen wollen und daher den Bullen bis August auf Abstand gehalten. Diese Kühe verlieren ihre Jungtiere oder verkalben solange, bis sie im günstigsten Rhythmus sind. Und vllt sogar noch schlimmer, sie sind den Rest des Jahres so schlecht in der Konstitution, dass sie die meiste Zeit des Jahres keinen Zyklus zu Stande bringen. Mach das mal als normaler Tierhalter und der Amtsveterinär sperrt dich auf Lebenszeit und die Tierschützer ziehen dich auf Links und hängen dich zum Trocknen raus.
                  Gerade bei der Heckrinderzucht und da finden wir dann auch die Parallele zum Video, wurde in einer Zeit wo Zucht noch eher was mit Educated Guesses zu tun hatte, als mit wirklicher Wissenschaft und … nun … selbst in der Wissenschaft das Ding mit Rasse, Art etc. nicht so ganz so richtig interpretiert wurde, ein Look-A-Like gezogen. Und selbst die Bilder nach denen gezüchtet wurde, waren und sind ganz stark selektiert. Wir haben Abbildungen aus steinzeitlichen Höhlen, die wir für genau halten. Wir gehen davon aus, dass der Maler dort die Tiere so dargestellt hat, wie sie wirklich waren. Warum? Sieht man die wenigen Darstellungen von Menschen daneben oder, vllt. noch deutlicher, die Frauenfiguren aus diesem sehr langen Zeitraum, haben die nichts, aber auch gar nichts mit wirklichen Menschen zu tun, Das sind künstlerische Reduktionen oder Überzeichnungen. Wir wissen ja noch nicht mals warum unsere Vorfahren dies Kunstwerke anfertigten. Wir haben Beschreibungen und Zeichnungen aus dem 15.Jhrd., toll, schaut euch mal die Nashörner in solchen Büchern an oder die Krokodile, Giraffen etc, da kannste in Afrika lange suchen, solche Tiere findest Du da nicht. Wir haben Knochen- und Hornfunde aus verschiedenen Zeiten, aus ganz verschiedenen Entwicklungsstadien des Tiers und ganz verschiedenen Regionen, aus denen wir dann versuchen ein Tier zu konstruieren. Aber dabei sagen solche Rekonstruktionen oft eher etwas über das Weltbild der Leute aus, die diese Rekonstruktionen machen, als über das was da wirklich mal lebte. Ich mein, guckt euch an wie sich der Neantertaler in den letzten 70 Jahren verändert hat. Genetische Forschung in dem Bereich ist noch viel jünger und viel begrenzter als in allen anderen Bereichen und auch da ist viel Spielraum für Interpretationen, denn DNA ist noch instabiler als Knochen und ein DNA-Fragment sagt genau so viel oder so wenig über das wirkliche, lebendige Tier aus wie ein Knochensplitter. Dann, weil Zucht eben eine Einbahnstraße ist und weil jedes Individuum so einmalig ist, wurde wirklich wild im vorhandenen Züchtungspool der Rinder herumgekreuzt. Da wurden Torro de Lidia – das sind Tiere, die seit dem 14.Jhrd auf Aggression und Fleischqualität selektiert wurden und aus sehr heißen und feuchten Gegenden stammen- mit Murnau-Werdenfelsern gekreuzt, einer Alpinenrasse, die besonders gute Fahrkühe und Zugochsen hervor brachten und besonders gutmütig galten, nur weil man das Mehlmaul und den Alstrich im Heckrind haben wollte. Und das soll dann ein Wildrind geben?
                  Wie bei der Anlage und Pflege von Naturschutzgebieten, wird da versucht ein Abbild produziert was sehr oberflächlich Ähnlichkeiten mit dem hat, was da mal war, in Wirklichkeit aber noch nicht mal ein Abklatsch von dem ist, was verloren wurde.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Keep cool Sabine….😉
                  Mich erinnert die Sprache immer an Leute wie Grzimek oder Kieling ….so weise, wissend, mitfühlend, so vermenschlichend. Da stellen sich mir immer die Nackenhaare auf.😳

                • Inga sagt

                  Diese zurück gezüchtete Wildrinder habe ich nur hier reingesetzt, um zu beweisen, dass Sabine Recht mit der unwiederbringlichen Rückbuchung hat, also dass man kein Individuum in diesem Fall die Urform, 100%ig zurück gezüchtet hinbekommt!

                  Deswegen muß man ja alte Sorten und Rasen aufbewahren!

                • Paulus sagt

                  @Schorsch, dafür hat das Neandertal-Museum eine durchaus plausible Erklärung.
                  Sie lebten sehr verstreut und es gab einfach zu wenig von ihnen, sodass sie sich nach bestimmten, naturbedingten Vorfällen untereinander nicht mehr paaren konnten.

                  Heute ist das etwas anders, aber zumindest ähnlich. Es gibt genug von uns, nur mit der Paarung ist das so eine Sache. Aufgrund der gesellschaftlichen Debatte und #metoo oder was es da so alles gibt würde ich als Mann niemals
                  eine Frau etwas intensiver anschauen, geschweige denn ansprechen. Es verbietet sich ja schon, allein mit einer Frau
                  einen Aufzug zu benutzen. Das ist jetzt kein Märchen sondern eine Tatsache!
                  Unter den heutigen Bedingungen, bzw. mit den gültigen Einschränkungen hätte ich meine wundervolle Gattin niemals kennengelernt.

                • Schorsch Summerer sagt

                  War ja auch nur eine nicht ganz ernst gemeinte Frage. Na ja, manchmal denke ich mir der ist gar nicht ausgestorben. :<)

                  Aber es ist trotzdem ein anschauliches Beispiel warum eine Spezies zum Scheitern verurteilt sein kann wenn bei der Fortpflanzung oder Züchtung ein Fehler passiert oder es im Stammbaum einer Population eine ungewollte Verengung gibt. Die Neandertaler waren ein sehr archaischer und vermutlich robuster Seitenarm der Menschheit aber daraus zu schliessen das das vom Aussterben schützt ist falsch. Auch sollte man nicht darauf hoffen dass man als Inder besser mit Krankheiten fertig wird weil man ein Inder ist. Es ist wohl viel mehr die ständige körperliche Auseinandersetzung mit verschiedensten Erregern die einen widerstandsfähiger macht. Aber wie hoch ist eigentlich die durchschnittliche Lebenserwartung in Indien? 69,4 Jahre! Deutschland 81 Jahre

  6. Ludwig sagt

    Die Analyse hört sich nicht schlecht an . Viele der vermissten Vögel wären sicherlich noch vorhanden , wenn man die Beutegreifer wie Krähen, Bussarde, Habichte usw. nicht schützen würde , sondern auf ein Normalmaß stutzen würde. Überall wo Windräder stehen wird das durch die Rotoren erledigt und das Niederwild und die Vögel sind plötzlich wieder vermehrt vorhanden. Mit der Finanzierung macht er es sich von der ersten in die zweite Säule auch sehr einfach , denn alle Bauern brauchen die Prämien der ersten Säule , um überhaupt nocht wirtschaftlich klar zu kommen. Bei dem derzeitigen Bauernvernichtungsfeldzug der Politik geht das garnicht. Wenn die Politik uns nicht die vernünftigen Marktpreise und die Prämien immer mehr abwürgt , wird das ganze sowieso nichts . Überall Staatsversagen . Wenn ich mir hier in der Gegend die Politikeraufstellung für die Bundestagswahl anschaue , dann kann ich bei allen Parteien nur Juristen, Verwaltungsleute , abgebrochene Studenten usw. erkennen. Jedenfalls keine Leute mit ökonomischer Erfahrung und entsprechend sind auch die Berliner Beschlüße. Die breite der Bevölkerung wird im Bundestag jedenfalls schon lange nicht mehr abgebildet . Entsprechend realitätsfern fallen auch die Gesetze aus. Man hat die Eindruck , daß das alles nur Einkommensoptimierer sind.

    • Thomas Apfel sagt

      Hieß aber schon vor 40 Jahren: “Der Bundestag ist mal voller und mal leerer, aber immer voller Lehrer.”

    • Dieter sagt

      Höflich, nett, zuvorkommend zu anderen sein, macht die eigenen Probleme leichter!

  7. Wilhelm Harms sagt

    Ob es die Grünen sind oder die 16 jährigen Rotzgören (denen un
    sere Altparteien ja schlauerweise das Wahlrecht eingeräumt hat um Wähler zu fangen – Scheißbumerang) oder andere eigenverantwortungslose Weltverbesserer ist egal:

    Ein Grüner in einem Heißluftballon hat die Orientierung verloren. Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden. Er sinkt noch weiter ab und ruft:
    „Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen; und ich weiß nicht, wo ich bin.“

    Die Frau am Boden antwortet: „Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10 m Höhe über Grund. Sie befinden sich auf dem 47. Grad, 36 Minuten und 16 Sekunden nördlicher Breite und 7. Grad, 39 Minuten und 17 Sekunden östlicher Länge.“

    „Sie müssen Ingenieurin sein“, sagt der Grüne.
    „Bin ich“, antwortet die Frau, „woher wissen Sie das?“
    „Nun“, sagt der Grüne, „alles, was sie mir sagten, ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll, und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt, waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.“

    Die Frau antwortet: „Sie müssen bei den Grünen sein.“
    „Ja,“ antwortet der Grüne, „aber woher wissen Sie das?“
    „Nun,“ sagt die Frau, „Sie wissen weder, wo Sie sind, noch, wohin Sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie nun in der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber merkwürdigerweise bin ich jetzt irgendwie schuld!“

    . . . .

  8. Dieter sagt

    Gestern Abend auf 3sat: Böden im Burnout – wie Chemie Bienen und Äcker bedrohen. Danach Diskussion (scobel): Schutz für das Ökosystem Boden.
    Bauer Willi war von dieser Doku geschockt.

    • Inga sagt

      Aber bei Scobel war man dafür, dass wir alle und nicht nur die Bauern dafür verantwortlich sind!
      Also alle müssen mitdenken nicht nur die Grünen.

      • Obstbäuerin sagt

        Inga, da musst Du eine andere Sendung gesehen haben. Schon die Auswahl der Protagonisten und der Gäste im Studio lässt sich an Einseitigkeit kaum überbieten. Und wenn die Ökos mit der Hand Erde aus ihrer Scholle nehmen (wird in jeder Doku zelebriert) und zeigen, wie toll der doch ist, kriege ich Brechreiz.

        • firedragon sagt

          Obstbäuerin, Filmteams wollen immer, dass der LW was in die Hand nimmt oder was guckt, wo’s nichts zum Gucken gibt.
          Für’n Beitrag sollten wir im Bestand was suchen, haben wir gesagt, da gibt’s nichts, was zu suchen wäre, andere LW würden den Kopf schütteln, wenn die das sehen, dass wir jetzt durch den Bestand latschen.
          Sollte trotzdem gemacht werden … mit irgendwelchen Bildern müssen die ja ihre Beiträge stützen.
          Sei gnädig mit denen, die in ihren Händen die tolle Erde begutachten.

        • Inga sagt

          Ich habe das gesehen:
          https://www.3sat.de/wissen/scobel/scobel–schutz-fuer-das-oekosystem-boden-100.html

          mit
          Andrea Beste Agraringenieurin für Bodenschutz und ökologische Agrarkultur – Fachfrau für soziale und ökologische Verantwortung
          und anderen,
          also…

          die Erklären doch gut
          und holen alle in die Verantwortung.

          die Bodenbelastung besteht auch aus Reifenabrieb von den Straßen usw.

          das find echt interessant dabei
          man kann in Zukunft nicht mehr mit dem Finger auf die Bauern zeigen!

          Frau Beste meint sogar, dass unsere Böden nicht zum schlucken von CO2 da ist, das von der Industrie ausgestoßen wird.

          also sind alle Menschen dafür verantwortlich und wir müssen gemeinsam zu sehen, wie wir das Problem so klein wie möglich halten!

          Ist das nichts?

          • Schorsch Summerer sagt

            Frau Beste meinte aber auch dass Düngung schädliches Doping für den Boden ist. Wie dann aber 8 Milliarden Menschen ernährt werden sollen das verriet sie nicht. Also wieder nicht zu Ende gedacht. Die jetzige Nutzung der Böden ist ein Ergebnis der Bevölkerungszahlen. Die Nutzung zu reduzieren bedeutet auch die Bevölkerung zu reduzieren. Wer fängt an?

            • Inga sagt

              Vielleicht hat sie Recht, wenn man den Boden mit einer
              hochgezüchteten und mit Milchleistungsfutter vollgepumpten
              ;Milchkuh vergleicht!

              Ansonsten kann ich mich an die Erwähnung des Kunstdüngers erinnern, dass der schädlich für den Boden sei,
              das ist ja so, als ob wir Eiweißnahrung in form von dem weißen im Hühnerei und Schweineschwarten essen,
              Kohle4nhydrate nur in Form von Zucker, eben Süßigkeiten
              und Fett
              in Form von Schweineschmalz.

              Diese Nährstoffe brauchen wir alle, aber wir brauchen auch Vitamine und Mineralien und auch andere Arten von Eiweiß- und Zuckerbausteinen, die gibt es in Eigelb und Muskelfleisch oder anderen smarten Eiweißbausteinen in unserer Ernährung.

              Die Kohlenhydrate, Zucker kann man nicht nur aus Süßigkeiten sondern auch aus Früchten, Obst und Mehlen wie Brot und Grieß auch Reis u. Mais zu uns nehmen und die haben dann noch Vitamine und Mineralstoffe dabei.

              Schmalz ist ungesundes Fett, pflanzliches Fett wie Öl ist viel gesunder, weil es noch verschieden Fettsäuren und Vitamine u,. Spurenelemente hat.!

              So verhält es sich mit Kunstdünger zu

              Naturdünger (beides sind Nährstoffe für Pflanzen) , der alle mit Vitaminen und Mineralstoffen im Mist oder Gülle ist!

              Und weil nun mal nicht genügend Mist und Jauche da war, als die Bevölkerung hier in Westdeutschland (12 Mill. Flüchtlinge aus Ostgebieten) nach dem Krieg so große war, hat man eben Kunstdünger nehmen müssen.
              Man konnte auf dieser Fläche intensiv anbauen und alle wurden satt.

              Dazu bauchte man nicht nur Kunstdünger, sondern auch PSM und anderes high-tech.
              Gesten der Bericht erinnerte mich wieder an unsere Wiesen, und wir die Alten aus unserem Dorf 1962 die bunten Blumen drauf vermisst haben. Das Gras wurde mit Kunstdünger gefüttert, damit es sich so ausbreitete, damit die Unkräuter, Blumen keinen Platz mehr auf der Wiese hatte. Durch das maschinelle Mähwerk wurden ja wohl auch die Frösche vertrieben. aber man konnte mehr damit mähen und mehr Futter für die mehr Kühe im Stall holen.

              Deswegen wird der Boden mit Kunstdünger aufgeputscht, damit er mehr für die vielen Leute in der Stadt hergibt!

              das war doch dann eine ganz schöne Leistung in der Landwirtschaft, oder?

              Und nun werden wir von diesen Leuten beschimpft?

              • Reinhard Seevers sagt

                “Vielleicht hat sie Recht, wenn man den Boden mit einer
                hochgezüchteten und mit Milchleistungsfutter vollgepumpten
                ;Milchkuh vergleicht!”

                So etwas kann man wohl nur sagen, wenn man von der Fütterung von Hochleistungskühen absolut keine Ahnung hat.

                • Inga sagt

                  Warum?
                  Dann erkläre es mir besser!

                  Bein oden ist e ja etwas be3sser,

                  weil es verschiedene Bodenqualitäten gibt, und jeder Bauer achtget darauf, dass e rnihct ausgemerkelt wird.

                  Aber nur Kunstdünger ohne Naturdünger, wie Mist, Gülle und eingearbeitete Zwischenfrucht,

                  könnte den Boden schaden wie die Frau es meinte.

                  Ein schlauer Bauer weiß das und tut wa dagegen.

                  Funktioniert das bei Kühen auch?
                  Was ist alles im Kraftfutter für Milchleistung drin?
                  Bestimmt Mineralien und Spurenelemente, die der Kuhgesundheit dient, oder?

                  Man muß das Problem eben integrativ sehen!
                  Gesunde Ökologie im Kuhkörper hat viele Gesichter, sie ist sehr vielseitig!

            • Inga sagt

              Man muß das Problem eben integrativ sehen!
              Gesunde Ökologie hat viele Gesichter sie ist sehr vielseitig!

              Hat der Herr Nickel gestern auch gesagt!

              • Schorsch Summerer sagt

                Es ist ein physikalisches Gesetz: keine Energie geht verloren, sie wird nur umgewandelt.
                Was im Kreislauf verloren geht sind Nährstoffe die vom Menschen ausgeschieden werden und mangels Entsorgungsdisziplin in der Toilette verbrannt werden müssen. Was in diesem Kreislauf verloren geht sind Nährstoffe die der Fortbewegung dienen. Was auch an Nährstoffen verloren geht sind jene die an Haustiere verfüttert werden. Und unser aller Bewegung verbraucht Energie und damit Nährstoffe. Diese müssen nun mal in den Kreislauf wieder eingefügt werden sonst ist Schicht im Schacht.
                Noch immer haben sich die alles Besserwisser noch nicht von der Dreifelderwirtschaft verabschiedet, halten sie diese für die bessere Landwirtschaft obwohl das nichts anderes als massive Bodenausbeutung war. Hunger und Notzeiten werden verdrängt.

                • Thomas Apfel sagt

                  Mit der Energie ist es wie mit dem Geld, wenn es nicht mehr bei mir ist, ist es nicht weg, es besucht nur gerade Jemand Anderen. Nur findet es meist den Rückweg nicht.
                  So ähnlich ist das mit dem angeblichen Kreislaufgedanken von Frau Dr. Best(e) und sonstigen Öko-Konsorten. So lange ich das, was wir verbrauchen (abfahren) und was in die Mülltonnen und Kloschüsseln geht, aus verschiedensten Gründen nicht guten Gewissens zurück auf die Felder bringen kann, muss das Runtergekarrte ersetzt werden.
                  Teilweise geht das über Photosyntheseleistung von Zwischenfrucht, Untersaat und Gründung, allerdings im Wesentlichen nur für Kohlehydrate und Stickstoff (Leguminosen). Aber das kostet Vegetationszeit und damit Ertrag. Alle anderen Stoffe müssen wieder zugeführt werden, egal welche Geschichte ich dazu erzähle.
                  Die “Geschichten” beeindrucken nämlich die Chemie und Mathematik nicht im geringsten.
                  Sinnvoll ist es aus meiner Sicht, bestimmte Humusbildungsvorgänge, die so im Boden nicht mehr stattfinden zu externalisieren (MC Kompost, Stapelmist ect.). Das ändert aber nichts an der Notwendigkeit der mineralischen Düngung, es vermindert lediglich Auswaschung und verbessert die Pufferfähigkeit des Unterbodens, die durch die Nährsalzdurchwaschung schon örtlich sehr gelitten hat.

                • Inga sagt

                  Ja,
                  was wir machen
                  ist alle intensiv nutzen und dann leidet die Biodiversität, wie der Herr Nickel gestern erklärte.
                  so haben wir alles in Hülle und fülle, weil wir aber noch besserer Qualität haben wollen, holen wir noch Futtermittel aus anderen Teilen der Welt.
                  Und desween haben iqr auch zu vile Energie hier.

                  Weil wir unsere Menschlichen und Handlichen Ausscheidungen aus Hygiene- oder Verunreinigungsgründen nicht mehr auf den Acker lassen können, haben wir doch die aus den Futtermitteln aus anderen Teilen der in der Gülle!
                  Nichts geht verloren.
                  Sogar Asche düngt!

      • Dieter sagt

        Schau dich um auf der Welt: Klimawandel, Krieg, Hunger, soziale Ungerechtigkeit, Müll, Rassismus, Artensterben, Höfesterben, Dummheit, Irrglaube und Angst. Da könnte man eigentlich verzweifeln.
        Dennoch haben wir hier in Europa die Möglichkeit und auch die Verantwortung, uns mutig hinzustellen und zu sagen: Halt!

        • Reinhard Seevers sagt

          …..und mit unserem “Halt” retten wir die Welt?
          Die Menschen, die aus den Krisengebieten dieser Erde zu uns kommen haben bestimmt existenziellere Sichtweisen vom Leben, und die Erfahrung realer Bedrohungen und nicht nur gefühlte Ängste.

        • Ostbauer sagt

          Deine Beschreibung der Welt sah schon die letzten Jahrhunderte so aus.
          Nur sind die Menschen nicht 24 Stunden am Tag mit ausschließlich negativen News zugemüllt worden. Die haben sich auf Lösung der Probleme durch Fortschritt konzentriert und nicht Rückschritt.

  9. Inga sagt

    Ich sehe gerade
    Planet Wissen
    Zu dem Thema.

    Und der Experiment am Bodensee mit Handbestäubung.

    • Inga sagt

      Also die Bauern müssen finanziell gefördert werden, wenn sie Mehraufwand oder Minderertrag wegen der Erhaltung der Biodiversität haben.

      Streuobstwiesen mit Brennnesselecken werden gefördert.

      • Sabine sagt

        Hab ich Brennnesselecke gehört? Das muss ich meinen Tucken erzählen, sind 1a im Brennnesselecken anlegen. Vllt. kann ich die ja dann an die Regierung vermieten. Krähgor und seine Hennis als Landschaftspfleger, dann brauch ich nur noch nen bescheuerten Minister finden, der meinen Bock zum Gärtner macht und ich hab ausgesorgt.

        • Inga sagt

          Brennnesseln werden von den Schmetterlingen geliebt, sie sind eine Art Biotope . Deswegen sind sie förderwürdigt wie auch alten Steuobstwiesen. Und auf so einer Streuobstwiese stören sie ja nicht. Sie bereichern sie.
          Ich glaube Gänse mögen die auch.
          Am besten auf der Landwirtschafskammer mal nachfragen.

          • Sabine sagt

            Tucken, außerhalb NRWs auch als Hühner bekannt, regen die Ausbreitung von Brennnesseln an. Kaum eine Pflanze kann sich gegen die Hühner wehren, Brennnesseln schon. Der hohe Stickstoffausstoß ist den meisten Pflanzen zu viel des Guten, Brennnesseln vertragen da eine große Menge Hühnerscheiße und das Wurzelsystem kann sich in der aufgescharrten Erde gut halten. Von daher, wenn jemand zu wenig Brennnesseln hat, Hühner anschaffen, dann wachsen sie. Ich weiß, dass Brennnesseln für einige Schmetterlinge Futterpflanzen sind, aber warum man Brennnesseln schützen soll und warum man sie in Streuobstwiesen haben will, ist mir jetzt nicht so ganz klar. Gerade die Tagfalter suchen nicht nur Brennnesseln, die wollen ganz besondere Standorte. Kleine Füchse wollen Brennnesseln auf Trockenstandorten in voller Sonne, Tagpfauenaugen wollen Brennnesseln in der Sonne, aber mit einer hohen Luftfeuchte bevorzugt direkt an Gewässern, der Admiral sucht eher beschädigte Brennesselbestände an Waldrändern, das Landkärtchen will möglichst vitale, dichte und große Brennnesselbestände, die möglichst stark beschattet sind. Und, Überraschung, die adulten Falter wollen ganz verschiedene Pflanzengemeinschaften. Das Landkärtchen braucht zum Beispiel neben der Brennnessel ne feuchte Hochstaudenflora, die kriegste auch nicht im Obi. Also die Brennnesselecke ist wieder so ein gut gemeint, aber wer Ahnung hat, weiß das die Ecke maximal ein paar Eulenfalter lockt, die dann vom panischen Naturfreund totgesprüht werden, wenn sie sich ins Haus verirren, weil sie die für Lebensmittel-oder Kleidermotten halten. Normalerweise möchte man auf Obstwiesen keinen Bewuchs der Wühlmäusen Deckung gibt und eigentlich möchte man auf einer Streuobstwiese auch keinen Boden so sehr stören, dass sie üppig gedeiht. Denn eigentlich ist die Brennnessel ein Druckverband der Natur gegen Bodenverwundungen. Gänse sind auch nicht erpicht auf Brennnesseln, wie Hühner fressen sie die nur als Smothie oder getrocknet (wobei selbst dann muss ich die irgendwo drunter rühren, sonst machen meine Tucken da garnichts mit, außer die Futterrinne umkippen), Puten fressen sie, sind aber auch da so ziemlich unten auf der Wunschliste der Futterpflanzen, wenn alles andere Grün im Gehege weg ist, wird da auch mal dran rumgezupft, während sie sich über Klee echt freuen.

            • Inga sagt

              Auf Streuobstwiesen können doch Gänse und Hühner laufen und dann wäre da eine Ecke für Brennnessel angebracht.
              Die Ecke für die Hühner kann man ja irgendwie abwechselnd einzäunen oder absperren, damit die nicht die Pflanzen der ganze Wiese mit Stumpf und Stiel wegfressen. Hühner müssen mobil gehalten werden, dann können sie auch als Rasenmäher dienen.

  10. Obstbäuerin sagt

    Sicher hat Dr. Nickel mit seinen Aussagen recht, wenn er die Entwicklung und die gegenwärtige Situation vorrangig oder ausschließlich im Verhältnis zu Weidetieren untersucht hat. Wenn ich jedoch die Biodiversität in Obstanlagen damit vergleiche, wo einfach jegliche Tierhaltung fehlt (außer Rehe, Hirsche und Wildschweine), dann kann ich seinen Aussagen nicht ganz folgen. Gerade die Vogelarten haben ja bei uns zugenommen aber ich vermute, dass die Arten andere sind, als in Weidelandschaften. Wie glücklich oder unglücklich die “Menschen” sind hängt wohl nicht von unseren Kulturlandschaften ab, sondern von den Bildern und Faces, die unsere Medien darüber verbreiten. Und je jünger, umso aufgeschlossener sind die Menschen dafür, unglücklich zu sein, weil ihnen eine Biene fehlt, für die sie sich eigentlich nicht im geringsten interessieren.

    • Reinhard Seevers sagt

      Die Frage ist einfach, was soll als Status Quo gelten. zur Zeit der Römer soll Deutschland zu 70% mit Wald bedeckt gewesen sein….auch das können wir uns ja wieder zurückwünschen. Da man weiß, dass das Blödsinn ist, reduziert man die Wünsche auf extensive Grünlandrefugien, das bringt ausreichend GLÜXX.

  11. Elisabeth Ertl sagt

    “Wir produzieren Glück” – der entscheidende Satz! Moderne Agrarlandschaften machen unglücklich. Die Unglücklichen sind die Mehrheit der Gesellschaft und werden ihr Glück mit Recht durchsetzen.
    Wir brauchen kein anderes Fleisch als jenes solcher Weidetiere plus jenes der Tiere, die “Abfälle” fressen. Wir brauchen keinen großflächigen Futtermittelanbau. Urs Niggli geht ja so weit, die nötige Reduktion des Fleischkonsums auf gesetzlichem Weg zu fordern, weil die Leute freiwillig noch immer nicht verzichten. Die jungen Leute allerdings denken und konsumieren schon viel fortschrittlicher, die ältere Generation bremst. Es braucht diese neue Generation, wie auch Urs Niggli weiß.

    • Reinhard Seevers sagt

      “Die jungen Leute allerdings denken und konsumieren schon viel fortschrittlicher, die ältere Generation bremst.”
      Was für ein Unsinn. MC Doof und Co leben von der jungen Generation. Die Treiber sind die mittleren bis hohen Altersgruppen, diejenigen, die sich ihren Ablass aushandeln möchten, um weiterhin in Urlaub fliegen zu dürfen, nichts anderes.
      Mjam.at, Lieferando und Co haben Zuwächse ohne Ende, und der Konsument schert sich einen Scheiß ums Klima, Hauptsache individuell ins Haus gebracht, ohne Nachzudenken.
      Nein Elisabeth, du bist immer noch auf dem falschen Weg unterwegs.
      Das Beste für alle ist dann wohl Verstaatlichung von Grund und Boden, Bauern können sich an Ausschreibungen für die Nutzung beteiligen, werden staatlich alimentiert inkl. Urlaubsanspruch und Krankheitstage, der Bürger erhält Bezugsscheine für Lebensmittel, angepasst an seinen BMI und dann ist das Volk glüxxlich.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn ein paar junge Mädels glauben, sie wären ohne Fleisch glücklicher, da sollen die das machen, erfahrungsgemäß denken die Jungs anders darüber. Derzeit ist es ein Hype die Moralkeule herauszuholen, eine Moralkeule nach der sie sonst nicht leben.
      So lange 10 Millionen fleischfressende Köter in Deutschland gehalten werden, soll mir keiner meinen Fleischkonsum vorwerfen.

      PS: Vor 2 Jahren, am Klassentreffenstammtisch, habe ich den Damen vorgeworfen (Spaßeshalber), ob sie nicht wissen, dass das Fleisch der Umwelt schadet und sie darauf verzichten sollten. Die nächsten 15 Minuten durfte ich mich nicht mehr in die Gespräche einbringen. 😉

    • firedragon sagt

      Ich muss Dieses und Jenes machen, damit andere glücklich sind … ?? Ernsthaft … wer so denkt, lebt an der Realität vorbei und übernimmt keine Eigenverantwortung für sein Leben …

  12. Ehemaliger Landwirt sagt

    Wenn der gute Mann meint, man solle Acker in Flussnähe wieder zu Weiden machen, verkennt er, dass viel dieser Flächen bebaut sind. Wir im Oberreihngraben sehen es vor Ort, wie schwierig es ist, die Wasserrückhaltebecken zu bauen.

  13. Reinhard Seevers sagt

    Tja, ganz schön und gut….endlich rückt das Rind ins richtige Licht. Leider kehrt sich das Bild dann wieder in die Richtung, in die es die “Schützer” immer drehen. Der Bauer ist Schuld, ohne auch nur den Ansatz eines anderen Schuldigen. Der Bauer ist gleichzeitig die Lösung, in die er aber gezwungen werden muss, für unser aller “GLÜXX”.
    Der eine Satz mitten im Vortrag zeigte doch in meinen Augen seine wirkliche Haltung: …”der Landwirt hat UNSERE Frösche getötet.”
    Nun ist die Zeit gekommen, da die “Schützer” dem mähenden Grünlandbetrieb hinterher hecheln und sich vor die Mäher legen werden. Kuhbefreiungsinitiativen werden aus dem Boden sprießen und die Wiesen werden von Umweltfachleuten besetzt werden…Halleluja, unser GLÜXX wird kommen.

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