39 Kommentare

  1. Smarti sagt

    Heute war die Generalversammlung unserer Genossenschaft.
    Die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten ist seit Jahren rückläufig, es fällt derzeit nur nicht auf, weil gleichzeitig auch die Produktion gedrosselt ist, weil viele Kühe geschlachtet werden. In Freiburg ist bei den “Milchprodukten” etwa 30 % des Ladenregals vegan, aber in Hamburg sind es bis zu 70 % – der Trend ist unaufhaltsam.

    Bio wird auch für hochpreisige Exportprodukte nicht nachgefragt, die meisten Länder kennen Bio gar nicht – Einkäufer in Saudischen Ländern denken, dass sei “was mit Soja”.

    Haltungsstufen 1-4 ( Handel ) oder 1-5 ( Cem ) – solange nicht geklärt ist wer am längeren Hebel sitzt… oder wie lange der Cem…. außerdem braucht Importware keine Kennzeichnungen… Nicht mehr lange und es geht uns so wie jetzt den Schweinehaltern.

    Doch das wichtigste Thema ist seit längerem die Klimaneutralität… Audits, Baumassnahmen, Zertifizierungen in Millionenhöhe… zig Arbeitsplätze. Alleine für die Kompensationszahlungen für die “Milchherstellung auf dem Hof” wären pro Jahr 3 Mio Euro nicht ausreichend !
    Der Handel wird das bald einmal einfordern, Rezession hin oder her.

    Die klare Aussage von unserem Geschäftsführer – nicht nur Putin führt Krieg – es herrscht der pure Krieg auf den Märkten. Jahrelange Geschäftsbeziehungen gelten nichts mehr – es gilt der Kampf um Marktanteile ohne irgendwelche Rücksicht auf Verluste.

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  2. Inga sagt

    Und wenn jetzt in Zukunft die Lebensmittel, auch Heizenergie und der Strom teurer wird, dann hat man kein Geld mehr für solche Ideologie, Jürgen D.
    Es ist doch in der Vergangenheit für diese Leistungsfähige Landwirtschaft genügend Steuergelder ausgegeben worden. Es werden gesunde Lebensmittel erzeugt, so das fast alle gesund 100 werden.
    Dann ist doch BIO Luxus und nur Ideologie.
    Sollten wir dann noch Steuergelder da rein investieten, wo wir sie vielleicht jetzt anderswo für brauchen und die Flächen für intensivere Bewirtschaftung vielleicht auch?

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    • Andreas sagt

      Inga:
      “Es werden gesunde Lebensmittel erzeugt, so das fast alle gesund 100 werden.”
      Alle, die über 100 Jahre sind, wurden in einer Zeit geboren, wo in der Landwirtschaft noch keine Pesdizide verwendet wurden.
      Von den Menschen, die nach 1950 geboren wurden, wurde noch keiner auch nur 80 Jahre alt.
      Das muss doch den größten Betonkopf zu denken geben.

      • Karl Timme sagt

        Was für eine Milchmädchenrechnung ist das denn??

        1950 geboren ist heute 72 Jahre alt!!

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        • Seevers Reinhard sagt

          Das Schlimmste ist, dass alle, die vor 120 Jahren geboren wurden bereits tot sind! 😄
          Und dass derzeit mehr Menschen auf dem verseuchten Planeten leben, als jemals zuvor.
          Andreas hatte wieder einen Albtraum, der Arme.😛

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          • Karl Timme sagt

            “Das muss doch den größten Betonkopf zu denken geben.”

            Sollte er sich selbst mit dem letzten Satz gemeint haben? Soviel Selbsterkenntnis hätte ich Ihm nicht zugetraut.

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      • Mark sagt

        “Von den Menschen, die nach 1950 geboren wurden, wurde noch keiner auch nur 80 Jahre alt.”
        Genial richtig!! Grün halt.

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        • Inga sagt

          Aber sie sind wohl gesünder als früher die 72igjährigen, oder?
          Leben auch noch %ual mehr von der Gruppe als früher?
          Und sind im Durchschnitt gesünder?

          Es werden voraussichtlich mehr von ihnen den 100sten Geburtstag erleben als früher, oder?

          Wenn kein Krieg oder sonst was kommt.

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      • Schmeckt gut sagt

        Kennst du einen Turbo, den man so anwerfen kann, dass wir alle deutlich schneller älter werden? Andreas, du hast eine sehr fragwürdige Argumentationsweise.

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      • evo.... sagt

        Hat der Andreas da gescherzt oder meint er es ernst? Dass er scherzt traue ich ihm kaum zu und dafür das er das ernst meint..hmmh das wäre ja zu bedenklich!

        Aber als Argument für ihn:

        Alle, die jetzt 100 Jahre alt sind , haben die Pestizide voll “genossen”!

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  3. Schorsch Summerer sagt

    Das eigentlich interessante ist dass es jetzt dazu kommen könnte dass in Zeiten des Mangels eine Noch- Weniger-Produktion rentabler ist als die Mengen zu steigern. Es fehlen zur Steigerung bezahlbare Düngemittel, bezahlbares Futter, bezahlbare Technik und bezahlbare Arbeitskräfte. Nennt man das eine Stagflation? Wenn dem so ist dann droht ein Brutalaufschlag in der Lebensmittelversorgung.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Danach siehts wohl aus, wenn man Technikpreise, Betriebsmittelpreise, Löhne und Arbeitskräfteverfügbarkeit sieht. Saisonkräfte auch aus dem Nachbarland sind selbst bei 10 – 12 € netto kaum noch zu kriegen. Jeder Landwirt versucht seinen Status quo irgendwie zu halten, in der Hoffnung, dass der Irrsinn in 2 – 3 Jahren endet.

      Die bei einer eventuellen Tesla-Insolvenz freigesetzten Arbeitskräfte werden auch keine Lust haben unter freiem Himmel schwere Arbeit zu verrichten.

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      • Inga sagt

        Müssen die aber, denn wer eseen will muss auch arbeiten.
        Wer keinen eigenen Bauernhof.hat, muss sehrn, wie er die Nahrungsmittel bekommt.
        Das ist das komplizierte an
        unserem Erdenleben.

      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        “Die bei einer eventuellen Tesla-Insolvenz freigesetzten Arbeitskräfte….”

        Credit Suisse hat Tesla gerade auf einen Börsenwert von 1000$ pro aktie abgesenkt.

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  4. Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

    Die Grüne Politik hilft, “Bio” zu zersetzen. Das werden die Grünen aber niemals zugeben. Rückwärts nimmer!

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  5. Thomas Bröcker sagt

    Ich verfolge ja aus Interesse auch die Auszahlungspreise für Milch. Ist schon interessant, dass sich die Reihenfolge derart umgekehrt hat. Rücker Wismar stand ja lange Zeit immer ganz am Ende mit den schlechtesten Auszahlungspreisen und steht nun plötzlich an der Spitze. Das kann doch eigentlich nur mit Rohstoffmangel zu tun haben. Hat sich die Milcherzeugung im Norden derart verringert ? Wo liegt denn momentan der für die Vollkostendeckung erforderliche Preis ?? Mit einer Preissteigerung (Auszahlung) von rund 70 % in 24 Monaten (wie bei Rücker) würde ich im Obst blendend klarkommen.

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    • Smarti sagt

      Ein Erklärungsversuch: weil am Spotmarkt viel zu wenig Milch vorhanden ist, ist diese “molkereifreie” Milch sehr gut bezahlt. Aufgrund dieses hohen Preises rentiert es sich mehr, wenn man die Milch unverarbeitet gleich weiterverkauft, anstatt sie zu den versch. Produkten zu verarbeiten ( Lohn und Energie, Handel bezahlt schlecht…).

      Ein Molkerei, die vorher durch eine hohe Veredelungsrate eine hohe Wertschöpfung pro l Milch erzielte, ist jetzt gelackmeiert. Das sind Verträge vorhanden,..
      Auch als Landwirt ist man an die Molkerei gebunden, man muss “jeden Liter” abgeben.

      Dass der Spotmilchpreis so lange so hoch bleibt, ist für mich ein Zeichen, dass kaum mehr Landwirte mehr Milch erzeugen – anders als früher.

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    • Brötchen sagt

      Thomas ich hatte mich im letzten! Jahr mit einem Lohnmischer unterhalten. Der wollte damals zum Jahresbeginn 22 aufhören, wegen der Dieselpreise und sonstigen Kosten.

      Weil er auch weniger Kunden im Milchviehbereich! Hatte!

      Bedeutet im Osten haben reihenweise Betriebe aufgehört!

      Bio ist ja ein geschlossener Vertragsmarkt, der nicht immer unbedingt die wahren Verhältnisse abbildet.
      Ich weiss dass BioWare in Kombination mit konv. Wäre angeboten und vermarktet wird.

      Also du bekommst die Menge zu dem Preis wenn du mir so und soviel Bio abnimmst.

      Zum anderen du kannst nicht einfach bei sehr hohen Preisniveau einfach die preise im gleichen Verhältnis anpassen!
      Weil dann der Ansatz extrem einbricht!

      Zudem sind die Kosten bei Bio auch verzerrt, in Wirklichkeit ist das alles viel viel teurer.

      Vor der Krise könnte immer überall noch woanders aus Europa was zugekauft werden….das ist nun langsam vorbei!

      Mir war z.b. nicht bewusst, das Spanien keine grossen überschüsse bei mais hat……also haben bestimmte aufgepimmpte Bereiche dort gar keine Basis.

      Jemand hatte Mal ein schönes Bild……der Baum wo die Wirtschaft bei uns hochklettern kann, dem haben sie alle äste abgehackt.
      Man kann nicht einfach auf einen anderen Ast springen.
      Das wird ab einem Punkt dann sichtbar und so eben auch bei der Milch.

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      • Brötchen sagt

        Oder anderes was überall rumtrompetet wird….was Energie ist knapp und teuer….brauchen wir noch mehr erneuerbare Energien….das es dann noch schlimmer wird begreifen die D….nicht

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  6. Jürgen Donhauser sagt

    Für mich ist dieses “Phänomen” nicht überraschend. In meiner Bio-Schweinehalterzeit hatten wir gleiches erlebt – Bioferkel mussten wir mit Abschlag unter dem Preis konventioneller Ferkel verkaufen. Bio ist und bleibt eine temporäre Prestigesache. Solange ausreichend Einkommen verfügbar ist, “leistet” man sich diese Ideologie. Aber wehe das Einkommen schrumpft und/oder muss anders verteilt werden. Interessant wird es auch dann, wenn zunehmend die Erkenntnis reift, dass die dem Bio zugeordneten “positiven” Effekte in Wirklichkeit nicht vorhanden, oder sogar gegenteilig sind.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Die Flächen der ehemaligen “Konvi-Zombies” (also die sieben roten Kreuzchen) gehören dann den zwei “Restzombies” oder sind wiederverwildert (rewilded) ?

        Leicht überspitzt, aber der Trend stimmt. Statt des “Rewilding” gehen natürlich auch Photovoltaik.Flächen. Die schiessen im Wortsinn, grad munter ins Kraut. Vielleicht kriegen die jetzigen politisch Verantwortlichen ihr Kernziel: “Keiner soll hungern ohne zu frieren” mehr in Richtung hungern verschoben.

  7. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Die tägliche Nahrung ist teurer geworden und wenn der persönliche Spass auch teurer wird,wird am Essen gespart.

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  8. Pälzer Buh sagt

    Was mich wirklich wundert sind die recht hohen regionalen(Nord/Süd) Unterschiede zwischen Bio und Konv. Milch.

    Die Marktwirtschaft regelt den Preis, zwischen Angebot und Nachfrage und austauschbarkeit innerhalb eines Produkts.

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    • Smarti sagt

      Eine Molkerei, die “nur” Trinkmilch abpackt und Trockentürme hat, kann ihre Milch jetzt teuer verkaufen. Die brauchen keine Lieferverträge einhalten und haben keine teuren Anlagen, die sie auslasten müssen. Doch wie lange wird man sich die Milchtrocknung noch leisten können ?
      Wenn bald die ersten Molkereien pleite machen ( oder keine Milch mehr kriegen ) läuft das auf Preise hinaus wie in Amerika.

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  9. Klemens Minn sagt

    Marktmechanismen: Ist damit gemeint, dass gesundheitsbewusst handelnde von Bio-Milch zu Hafer- oder Mandel-Milch wechseln?

    • Bauer Willi sagt

      Im Artikel steht, dass Bio stagniert. Ich habe diese Infos auch aus Österreich und der Schweiz.

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      • Mark sagt

        Im Bio-Milchbereich gibts 3 Problembereiche. Seitens der Anbieter nimmt Milchmenge (bisher) stärker zu als die Nachfrage. Seitens der Verbraucher wird ein Teil der Verbraucher wieder zurückkehren auf konventionelle Qualitätsmilch. Der Teil der Hardcoreökos wird durchmarschieren in Richtung Hafer- und Mandelmilch etc. Folglich kommt der Biomilchmarkt richtig unter Druck.

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        • Smarti sagt

          Eine Molkerei, die Bio und Konvi hat ( das werden die meisten sein ) kann ja jetzt Bio auch konventionell unterbringen, wenn das mit der “keine Anbindehaltung” stimmt.
          Die Schwarzwaldmilch hat nächste Woche Generalversammlung… das wird spannend.

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          • Smarti sagt

            Wenn bald die Anbindehaltung für Biobauern vom LEH nicht mehr angenommen wird, bricht die Menge der Biomilch von alleine ein.

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          • Andreas sagt

            Smarti, zum Glück darf Bio-Milch oder Getreide ohne Probleme zum höheren konventionellen Preis verkauft werden.
            Umgekehrt ist das schärftens verboten und führt zu hohen Strafen wegen Betrugs. 🙂
            Das ist die Zukunft: Biologisch produzieren und konventuell verkaufen !

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            • Pälzer Buh sagt

              @Andreas
              Sofern die Qualität stimmt,ja. Tut dies aber oftmals nicht, jenach Produkt.
              Vom CO2-Abdruck pro erzeugte dt/ha, ganz zuschweigen.

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          • Inga sagt

            So regelt es der Markt, alle Mühe umsonst.
            Eigentlich heisst das, dass die, die Bio forden und verlangen, die Sache nicht so ernst nehmen.
            Aber dann Subventionen daür fordern, damit die Bauern umstellen?
            Um wieviel lohnt sich das Ganze?

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