Bauer Willi
Kommentare 13

Erfahrungen eines Landwirten…(Podcast)

Die Erfahrungen eines Landwirten mit einem „moralischen Feldversuch“. Sehr hörenswerter Podcast der „ZEIT“. Dauer 15 Minuten. Also was für sonntags.

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13 Kommentare

  1. Walter Parthon sagt

    Der Amazonas, die grüne Lunge unseres Planeten wird gerade abgefackelt, dem Erdboden gleichgemacht. Warum? Weil internationale Lebensmittelkonzerne billige Anbauflächen am anderen Ende der Welt für Ihre noch billigeren Produkte brauchen. Und hinter diesen großkriminellen Netzwerken stehen Legionen von geschmierten – also spendenabhängigen – Politikern und Meinungsbildnern, die zwar beim abstrakten Klimawandel ihr großes Maul mutig aufreißen, internationale Konferenzen und Mahnwachen organisieren, aber bei der großflächigen Vernichtung von Ressourcen und Lebensräumen feig schweigen. Ein gesamtes Ökosystem dieses Planeten wird vernichtet, dem Flammenmeer des Kommerzes übergeben, damit eine kleine Minderheit von gierigen Investoren, sogenannte Kriegsgewinnler, fette Bilanzen schreiben, das Wirtschaftswachstum nur in ihren eigenen Geldtaschen spürbar machen lassen. Und mit deren ethisch und ökologisch giftigen Produkten werden unsere Märkte geflutet und gleichzeitig unsere eigenen Klein- und Mittelbetriebe in der Landwirtschaft in den Ruin getrieben. Und was macht Europa, was machen Europas Staatskanzleien? Was machen die Merkels und Macrons, was machen Staats- und Regierungschefs, die sich sonst so gerne bei jeder Gelegenheit das grüne Mäntelchen umhängen? Sie unterzeichnen in feierlichen Akten Freihandelsabkommen, damit man diesen mafiösen Wirtschaftsstrukturen die Handelswege nach Europa noch erleichtert. Sie kreieren sogenannte Gütesiegel, die in Wahrheit nur dazu dienen, uns Konsumenten zu belügen, die wahre Herkunft der Güter des täglichen Lebens zu verschleiern. Sie machen in Wahrheit jenen, die unseren Planeten zerstören die Räuberleiter. Und während das Entsetzen und der Aufschrei der einfachen Menschen unüberhörbar ist, sind jene sehr leise, die sich sonst so gerne und billig aufschwingen, als moralisch selbsternannte Instanzen den Klimawandel im Kampf gegen den „kleinen Mann“ zu bemühen. Sie begnügen sich diesmal mit sinnlosen Mahnwachen, nutzlosen Gebeten und heucheln sich über ihre eigene Gewissenlosigkeit fehlenden Mutes hinweg. Ja, wo ist denn die heilige Gretl und ihre Zwergenarmee von minderjährigen Weltenerklärern, wenn es darum geht, dieser kriminellen Industrie ihre Grenzen aufzuzeigen. Wo sind denn jene Politiker, die zwar in Europa CO2- und Schnitzelsteuern, die Erhöhung der Treibstoffpreise der Menschheit diktieren wollen, aber den Kampf gegen die wahren Vernichter des Planeten nicht aufnehmen. Nein, das tun sie nicht. Denn eine Hand die einen füttert, beißt man nicht, heißt es so schön. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, heißt es an anderer Stelle. Es ist doch viel bequemer, die Menschen in ihrem Alltag zu geißeln, sie weiter zu bevormunden, anstatt diesem Wahnsinn der Landwirtschaftsindustrien den Gar aus zu machen. Es ist viel PR-trächtiger, jeden Freitag auf Plätzen zu stehen, sinnentleerte Transparente in die Höhe zu halten, das Gewissen zu beruhigen, als sich mutig gegen ein System zu stellen, das breite Teile unserer Gesellschaft direkt und indirekt in ökonomischer und politischer Geiselhaft hält. Mut kann man bekanntlich nicht kaufen, die Untätigkeit der politischen Eliten sehr wohl.
    https://m.youtube.com/watch?v=f8iOJTcLKwE

    8+
    • Stadtmensch sagt

      «Ein Politiker erinnert sich, wie ihn nach einer kritischen Rede ein Agrarminister ansprach: ‹Wenn du irgendwann auch auf Linie bist, dann sorgen wir auch für dich.› Für den Politiker war klar, was gemeint war: Es winken lukrative Posten, wenn die politische Richtung stimmt. Abgeordnete wiederum berichten, dass der Bauernverband ihnen ganz unverblümt angeboten habe, Sprechzettel für Reden zu formulieren», heißt es dort unter der Überschrift «Wie Lobbyisten bestimmen, was wir essen». Wer nach intransparenten Strukturen suche, der finde sie in der deutschen Agrarwirtschaft landauf, landab: «Sie ist ein Paradies für Lobbyisten.»
      https://www.hintergrund.de/politik/inland/agrarpolitik-im-dienst-der-industrie/

      1+
      • Obstbäuerin sagt

        Ich glaube, Du hast die Zusammenhänge nicht richtig begriffen, Stadtmensch. Weder die Landwirte noch der Bauernverband haben die Freihandelsabkommen forciert oder abgeschlossen. Ganz im Gegenteil – es gab eine Menge, leider von der Politik nicht gehörter Protest.

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        • Stadtmensch sagt

          Ja, ich raff es einfach nicht. Ohne Freihandelsabkommen kein Exportweltmeister, keine Bankenrettung, keine Beschäftigung.

          Aus dem Beitrag:
          „Zwar soll sein Acker im nächsten Jahr überbaut werden – Zugezogene aus der Stadt werden dann dort in neue Häuser ziehen und Schottergärten anlegen.“

          Na dann – Prost! Die A4 soll jetzt achtspurig werden…
          Heeerlich: Wachstum! Beschäftigung! Augenmaß!
          Die vorvorletzte Grünfläche in unserer Betonwüste wurde gerade an einen Sicherheitsdienstleister versteigert. 600m² Sukzessionszone mit Weiden und Birken wird wohl zu Stellplätzen umgewandelt werden!

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  2. Bauer Fritz sagt

    Blieben noch zwei klitzekleine vergessene Fragen:
    1) Hat Bauer Lehner damit auch gleichzeitig zum Import von 2 Hektar Kartoffel aus Ägypten beigetragen (oder vermutlich sogar 3-4 Hektar wegen der geringeren Erträge) und somit einerseits der dortigen Bevölkerung Nahrungsmittel entzogen und andererseits die dortige Biodiversität reduziert ? Wird ihm das nicht bald mal vorgehalten werden und ist er dann wieder der Böse ?

    2) Und sind die Konsumenten in Deutschland nun glücklich, weil sie einerseits nichts lesen oder hören oder sehen müssen wie die Kartoffel in Ägypten produziert wurden weil sie sich ja vom Stress mit Nachdenken ja einfach über die hiesige Bienenfläche freigekauft haben. Und damit ist die Welt wieder im Lot …..

    9+
    • Thomas Apfel sagt

      Das Ganze ist (auch wenn Bauer Lehner das nicht beabsichtigt hat) eine neue Version des alten Ablaßhandels „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. In diesem Falle klingt das Geld im Kasten der NGO´s und aber auch wieder der Kirchen.
      Vor etwas mehr als 500 Jahren hat der Ärger über den Ablaßhandel zu einer Reform(ation) der Kirchen geführt. Eigentlich ist es wieder an der Zeit die Gesellschaft und die Macht der Medien so zu reformieren, dass nicht kleine Gruppen mit ihrem medialen Einfluß die Demokratie unterlaufen können.

      14+
  3. Friedrich sagt

    Wie widersprüchlich der Anspruch und die Wirklichkeit mit dem gelebten Klimaschutz ist , kann man gut an dem Kommentar hören. Die lieben Mitmenschen haben immer noch nicht kapiert , daß Stadt und Land auf einander angewiesen sind . Ich erinnere an die Thünschen Kreise die ja jeder Volkswirtschaftler kennt , aber im allgemeinen ignoriert werden. Hier wird die Abhängigkeit der Stadt vom Land gut dargestellt, obwohl heute , durch die weltweite Logistik, nicht mehr so wichtig. Erst durch eine Katastrophe wieder Realität gewinnen wird.
    Wie aus dem Kommentar zu hören war , gibt es genug Schlauberger, die alles haben wollen , aber selber nichts machen. Die Unwissenheit über Natur , Ernährung , Umwelt usw. ist schon sehr beängstigend. Deshalb haben wir hier in unserem kleinen Dorf die Initiative zu einem Waldkindergarten stark unterstützt. Auch hier zeigte sich , daß die Stadtverwaltung mit der Bürokratie die Initiatoren auf eine harte Probe gestellt hat. Einigen
    der Gründereltern sind inzwischen die Kinder schon aus dem Kindergartenalter herausgewachsen. Nach rd. zwei Jahren soll es jetzt im September losgehen. In der Endphase schlägt leider die Bürokratie wieder zu und versetzt mit dem Datum alle in Hektik. — Gestern war ich auf einem Waldtag , organisiert von einem Waldbauern. Dort gab es eine Podiumsdiskussion mit Politikern und Verwaltungsbeamten. Alle wollten den Wald retten , aber außer moralisierenden und wenig praktikablen Aussagen gab es nicht s zu hören. Wenn wir es nicht schaffen in der Zukunft mehr Leute aus dem praktischen Leben in die Parlamente zu bekommen , dann kann man nur schwarz für die Zukunft unseres Landes sehen. Diese Arroganz und Abgehobenheit unserer meisten Berufspolitiker ist schon beängstigend. Nur zur Wahl kriechen die uns hinterher und lassen sich blicken. An sonsten ist vier Jahre von dem „Pack“ nix zu hören.

    18+
    • Paulus sagt

      @Friedrich,
      die Sache mit dem Waldkindergarten kommt mir bekannt vor. Als es bei unserer Initiative endlich soweit war, befand sich unsere Tochter bereits auf dem Gymnasium. Du ahnst gar nicht welche bürokratischen Hindernisse es da zu überwinden galt und wie lange behördliche Entscheidungsprozesse dauern. Dabei sollten die Kinder eigentlich nur an die frische Luft und mit der Natur vertraut werden.
      In meiner dörflichen Kindheit war das, gemessen an heutiger Sicht, nahezu erschreckend einfach.

      5+
  4. Annick sagt

    Sehr gut erzählt, aber schon ein alter Hut, ab jetzt retten wir doch das Klima. Wieviele Paten gibts wohl dafür?

    1+
    • Inga sagt

      Die Bienen, bzw. Insekten sind doch ein wichtiges Teil der Ökologie und somit auch des Klimas, Annik!

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      • Annick sagt

        Wem sagen sie das? Ich bin auch Landwirtin. In den Köpfen der meisten Bienenretter ist aber jetzt das Klima wichtiger, nach dem Motto: Unser Klima ist wichtiger als eure Bienen….und nächstes Jahr erfindet man den nächsten Weltuntergang, um die Leute bei der Stange zu halten. Nach Glyphosat, Nitrat, den Bienen, dem Klima, was kommt wohl als nächstes, bin schon sehr gespannt und natürlich bin ich auch gespannt, wer dann wieder zum Sündenbock erkoren wird und das Ruder rumreissen soll.
        Natürlich gehören auch Bienen zur Ökologie, doch wen interessiert das jetzt noch. Jetzt löschen wir erst einmal die „Lunge der Welt“ in Brasilien und lassen die Taiga in Russland weiter brennen. Soll das wirklich noch ein klar denkender Mensch verstehen?

        7+

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