Bauer Willi
Kommentare 35

Divide et impera – wenn Bauern sich streiten…

Vor einigen Monaten haben sich diverse Organisationen wie LsV, die Freien Bauern, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) zu Gesprächen mit dem Lebensmitteleinzelhandel zusammengefunden und über Wochen Gespräche geführt, von denen man hört, dass sie – trotz der unterschiedlichen Interessenlage – sehr konstruktiv sind. Die Gremien sind von Seiten der Landwirte meist von praktizierenden Landwirtinnen und Landwirten besetzt, die die Sachlage daher aus der eigenen Praxis sehr gut beurteilen können. Doch nun droht diesen Gesprächen das Aus.

https://www.agrarzeitung.de/nachrichten/wirtschaft/faire-preise-agrardialog-vor-dem-aus-97535

Die Sachlage ist etwas unübersichtlich. Es gibt Meldungen, die sagen, dass der DBV in diesen Gremien Sitz und Stimme bekommen soll(t)e, was dieser bisher abgelehnt haben soll. Der Handelsverband Deutschland (HDE), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und der Deutsche Bauernverband (DBV) haben eine Koordinationsstelle eingerichtet, die angeboten hat, den Agrardialog in diese Koordinationsstelle von DBV, DRV und HDE einzubinden.

https://www.agrarheute.com/politik/agrardialog-hoffnungsvolle-gespraeche-leh-drohen-abzubrechen-585494

Verwirrung herrscht wegen der Aussage, dass der BVLH, in dem der LEH auch organisiert ist, nun mitteilt, dass der Rückzug des Einzelhandels aus dem Agrardialog nicht überraschend kommt. So habe der Einzelhandel „bereits frühzeitig angekündigt, dass eine Überführung des Agrardialogs in die Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft geplant ist“.

Entsprechend kommentiert wird dies von den am Agrardialog beteiligten “Freien Bauern”.

https://www.freiebauern.de/index.php/8-mitteilungen/333-freie-bauern-versus-bauernverband-lebensmitteleinzelhandel-muss-sich-entscheiden

Mein persönlicher Eindruck: hier versuchen einige landwirtschaftliche Organisationen die verlorengegangene Meinungshoheit wiederzuerlangen.

Meine persönliche Meinung: Es geht um die Sache. Der Agrardialog hat bisher funktioniert und alle, die dazu einen positiven Beitrag leisten können, sollten ihre persönlichen Animosiäten beiseite legen und mitmachen. Von der Koordinierungsstelle gibt es bisher nur Ankündigungen.

https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/lebensmittelhandel-landwirtschaft-gruenden-koordinationszentrale-578681

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35 Kommentare

    • Huch,
      Das sollte unter die Bemerkung
      Von Reinhard S. unten

      3 Bauern, die nicht unter einen Hut zu bringen sind.

  1. Bauherr sagt

    Wenn ich das richtig lese, sabotiert der Bauernverband einen Dialog mit echten Bauern?
    Das ist doch nicht neu, dass der DBV gegen Bauern arbeitet.
    Beispiele:
    -Für Molkerei-Interessen -Abschaffung der Milchquote
    -Für Leitungsnetzbetreiber (Strom, Gas, Telekommunikation) Bauernverband erhält verdeckt Zahlungen.
    -Landwirtschaftliche Sozialversicherung- Bauern können nicht wechseln wie alle anderen Berufsgruppen. Bauernverband kassiert deutlich mit.
    – Stiftungen des Bauernverbands beteiligen sich aktiv an Flächenfrass und an der Zerstörung von hochwertigem Ackerland.

    Alles nicht neu und mal schauen wer so im DBV organisiert ist.

    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Das läuft unter dem Stichwort “Pfründesicherung”. – Sind das vollkommen neue Erkenntnisse!?

      Jeder weiß es – nur wenige tun was!

    • “-Landwirtschaftliche Sozialversicherung- Bauern können nicht wechseln wie alle anderen Berufsgruppen. Bauernverband kassiert deutlich mit.”

      Sind die verschiedenen selbstständigen Handwerker nicht auch an ihre Innungskrankenkasse gebunden?

      • Bauherr sagt

        Mein Arzt sagt, dass es so etwas nur bei Bauern gibt. Und daraus resultiert eine Leistungsverweigerung der LKK.

        Ich glaube nicht , dass es eine Pflichtmitgliedschaft bei den 6 verbliebenen Innungskrankenkassen gibt. Lasse mich aber gern belehren.

  2. Elisabeth Ertl sagt

    Ein Beispiel für eine funktionierende Zusammenarbeit mit dem Handel ist die österreichische Rindfleischmarke ALMO. Mittlerweile 500 Bauern haben sich zusammengetan und vermarkten Qualitätsfleisch von Rindern mit garantierter Weide während der Vegetationsperiode, großzügigen Freiluftställen im Winter und gentechnikfreier Fütterung. Das ist dann schon eine Marktmacht, an der REWE nicht so leicht vorbeikommt, und wo man auf Augenhöhe verhandeln kann. Die Nachfrage ist so groß, dass der Verein schon wieder um neue Mitglieder wirbt. https://www.almo.at/

    • Reinhard Seevers sagt

      Das ist doch schön Elisabeth, dass einige eine Nische innerhalb des kapitalistischen Marktsystems gefunden haben…das ist aber weder übergreifend wirkend, noch verallgemeinerungswürdig. Es verdeutlich lediglich die Anpassung des Einzelbetriebes in Verbindung mit mehreren anderen Nischenakteuren, deren Überlebenschance.
      Das hat nichts mit der grundsätzlichen Beziehung zwischen den Akteuren des LEH und den Rohstofflieferanten Bauern zu tun, im Gegenteil, es ist sogar eine weitere Abhängigkeit, die nur funktioniert, so lange diese Nische aufrechterhalten bleibt.
      Es ist nicht so, wie früher, wo das Stück Rindfleisch ein Stück Rindfleisch war, heute ist es ideologisch und moralisch so aufgeladen, dass das Vermarktungssegment immer kleiner wird und temporär wirkt.

      • Bauer Willi sagt

        Also, ich finde die Idee mit ALMO gut und gelungen. Vor allem zeigt es, dass man mit Solidarität auch dem LEH etwas entgegensetzen kann.
        Mir sind DBV und DRV in Deutschland etwas zu nahe an der Politik. Ist auch kein Wunder, wenn deren Funktionäre teilweise auch noch ein politisches Amt innehaben. Was im Übrigen in einigen Bundesländern verboten ist.

        • Reinhard Seevers sagt

          “Vor allem zeigt es, dass man mit Solidarität auch dem LEH etwas entgegensetzen kann.”

          Das wird doch seit Jahren durch Erzeugerverbände und Genossenschaften auch gemacht.
          In dem österreichischen Beispiel ist das neue daran lediglich das Produkt, das sich einer neuen Form der Ernährung mit morlaischer Aufladung andient.

          Wir reden anscheinend auch nur über Fleisch, es gibt noch so viel mehr Produkte….

          • Über Fleisch von Weiderindern!
            Über Qualitätsfleisch.

            Dieses wurde firmiert und steht für diese Qualität und ist deswegen teurer!
            Garantiert dem Bauern, der dieses Fleisch, bzw. Schlachttiere liefert einen entsprechenden Preis.

            So brauchen die Weiderinder oder -bullen nicht verramscht zu werden.

            Also wen der Schlachter die mit Respekt tötet, dann tötet er so schonend wie möglich!

            Dieses Fleisch aber dann zu verramschen, ist dagegen die größere Sünde!

            Unethisch und respektlos vor Schlachter und Schlachttier!

        • Arnold Krämer sagt

          Es ist nicht die Nähe zur Politik. Die ist immer weniger wirksam und hilft höchstens noch im einen oder anderen Fall mal, das Schlimmste zu verhindern. Wobei die Kompromisse, die dabei herauskommen, oft neue Ungerechtigkeiten und weitere Verzerrungen schaffen (mein aktuelles Beispiel: Die Neuregelung der Umsatzsteuerpauschalierung ab 1.1.21).
          Das Problem ist, dass die genannten Organisationen in den Aufsichtsräten der Molkereien und Schlachtereien sitzen und dort deren Wohlergehen vorrangig im Auge haben. Das ist eng verbunden a) mit den Möglichkeiten der Drittlandsexporte (hier ist Politik Türöffner oder das Gegenteil, siehe Ruslandembargo) und b) mit der Kapazitätsauslastung der Werke, also der Rohstofflieferungen der Landwirte.

    • fingerphilosoph sagt

      Gentechnikfreie Fütterung? Damit kann man jetzt doch nicht mehr punkten, nachdem sogar Schwangere, Stillende und Kinder zuhauf mit m-RNA-Impfstoffen geimpft werden. Und soll keiner behaupten, m-RNA hätte mit DNA nichts zu tun. Haha! RNA kann sehr wohl in DNA umgewandelt werden, Stichwort: reverse transcription.

      Die ganzen Bio-Argumente gegen Gentechnik kann man doch endgültig kicken. Wer für “gentechnikfreie Fütterung” auch nur noch einen Cent ausgibt, dem ist echt nicht mehr zu helfen.

      • Reinhard Seevers sagt

        Naja, die einen sagen so, die anderen so:
        “Dass auch die Informationen aus mRNA-Impfstoffen ins menschliche Erbgut gelangen könnten, halten Forscher dagegen für unwahrscheinlich. Denn für den Start der reversen Transkription wird stets ein sogenannter Primer benötigt, an dem das Enzym ansetzen kann. Auch Chandramouly und Kollegen setzten für alle Experimente entsprechende Primer zu, damit Polymerase theta die gewünschten Sequenzen übersetzte. Die Impfstoffe liefern eine solche Startsequenz nicht mit und bieten somit nach aktuellem Kenntnisstand keinen Ansatzpunkt für Polymerase theta oder eine reverse Transkriptase.”

        • fingerphilosoph sagt

          Forscher halten es auch für unwahrscheinlich, dass nicht-gentechnikfreie Fütterung der Umwelt, dem Tier oder gar dem fleischessenden oder milchtrinkenden Menschen schadet. So what?

          • Reinhard Seevers sagt

            Naja, die Aussage über den Primer stammt auch von dem, der die reverse transcription entdeckt hat…insofern denke ich schon, dass er weiß, was er sagt….immer nach “aktuellem Kenntnisstand”!😎

            • fingerphilosoph sagt

              Es geht doch drum, dass der “aktuelle Kenntnisstand der Forscher” bei der Geschichte mit dem Impfen von den Bios, Grünen und NGOs nicht im geringsten hinterfragt wird, während dieselben Bios, Grünen und NGOs den “aktuellen Kenntnisstand der Forscher” in der landwirtschaftlich einsetzbaren Gentechnik vollkommen ignorieren. Und jetzt erkläre mir bitte mal den Unterschied zwischen dem “aktuellen Kenntnisstand der Forscher” einerseits und dem “aktuellen Kenntnisstand der Forscher” andererseits.

              • Grüne Gentechnik
                ist für Kultur-Pflanzen (vielleicht für eine Residenz) und kann in die Umwelt geraden, indem die ihre Wildformen, die Wildpflanzen bestäuben und ihre Nachkommen, die die Biodiversität erhalten, beeinträchtigen.

                Rote Gentechnik

                ist für unsere Organe, wenn ein Krebszelle genetisch manipuliert (unfähig) wird,
                oder der Impfstoff, der ein gefährliches Virus vorgaukeln soll, um eine Imunreaktion hervorzurufen.

              • “Es geht doch drum, dass der “aktuelle Kenntnisstand der Forscher” bei der Geschichte mit dem Impfen von den Bios, Grünen und NGOs nicht im geringsten hinterfragt wird,”

                Nö, wer interessiert sich denn für die Meinung von Laien zu diesem Thema?
                Für mich klingt das jetzt so als sei es nur Meinung, dass eine Umwandlung von mRNA in DNA nach einer Coronaimpfung so gut wie ausgeschlossen ist.
                Die Bedingungen für eine reverse Transkrption sind eben nicht gegeben. Bei HIV etwa ist das anders.
                Einfach da ein Stichwort rauszuhauen, finde ich in diesem Zusammenhang unseriös und wenig hilfreich.

                • fingerphilosoph sagt

                  “Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners” ist das erklärte Diktum der Gegenwart. Wahrheitsskepsis liegt im Zeitgeist. Es gibt auch in der Wissenschaft nur Meinungen. Ob das unseriös ist oder nicht, ist doch egal. Das habe ich u.a. gerade bei Greenpeace & Konsorten abgekupfert. So what?

                • fingerphilosoph sagt

                  @ Mark

                  So sieht es aus, das Informationszeitalter, das uns sozusagen als “Erlösung” von aller Unwissenheit angepriesen wurde. Immerhin ist der Wahrheitsgehalt dieser Aussage in der absehbaren Zeit von 3 bis 5 Jahren verifizierbar, das ist doch schon mal was.

                • Brötchen sagt

                  Ich sach mal, unsere “Elite” geht ja mit gutem Bsp. voran, was Bildung betrifft.

                  Es gibt ja so eine junge Frau Anhängerin der ” Zeugen des Klimas der letzten Stunde”, die kriegt ja mit Ach und krach in drei Wochen ihren spärlichen Lebenslauf kaum zusammen.
                  Mit Unterstützung des Wahlkampfteams und Riesenexperten in der Familie.

                  Und die “Heilige Greta und Luisa” ist vermutlich auch der Molekularengel erschienen, weil wenn die was sagen steht die ganze Politikergarde stramm und liest denen die Wünsche von den Lippen ab.

                • Brötchen sagt

                  @FP wirkliche Experten meinen, spätestens nächstes Jahr wissen wir, ob es gesichert mehr Nebenwirkungen der Impfungen gibt und ob das ADE Problem relevant ist.

          • Elisabeth Ertl sagt

            Wenn Du etwas vermarkten willst, ist halt der Kunde König. Und der zahlt halt gern mehr, wenn Du gentechnikfreie Fütterung garantieren kannst, wie sinnvoll das immer ist. Die kaufen das Futter halt in der EU, also relativ “regional”. Schlecht?

            • fingerphilosoph sagt

              Wenn du damit sagen willst, dass der Zweck die Mittel heiligt und der Zweck im Wesentlichen im Vermarkten besteht, hast du den Zeitgeist perfekt verinnerlicht. Bravo!

  3. Reinhard Seevers sagt

    Es ist wie immer, wenn man drei Bauern unter einen Hut bekommen möchte, muss man einen von ihnen erschlagen…..blickt noch einer durch?

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