Bauer Willi
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Die Sache mit dem Nitrat…

Der Grenzwert für Nitrat im Leitungswasser liegt bei 50 mg/l. Es gibt keinen Grenzwert für Lebensmittel.

Folgende Analyse zeigt den Nitrat-Gehalt in Rote Beete. Er liegt bei frischer Ware zwischen 1.900 und 4.000 mg/kg.

https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/warengruppen/wc_25_frischgemuese/ue_2013_rote_bete.htm

Mann/frau kann das Nitrat aber aus dem Fläschchen  zu sich nehmen. Auch aus Rote Bete.

https://www.beet-it.com/nitrate-3000

250 ml kosten bei Amazon oder ebay so um die 12 bis 13 €.

Empfohlen werden 35 ml pro Portion, zum Beispiel ins Müsli. Das sind dann 428 mg Nitrat pro Portion. Für schlappe 1,71 €.

Bin jetzt in die Küche zum Saftpressen. Scheint mir eine gute Geschäftsidee zu sein…

Euer Bauer Willi

 

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59 Kommentare

  1. Hans-Günter Felser sagt

    Die Qualifizierung des Trinkwassers allein über die Nitratwerte ist irreführend und unzureichend. Ich bin dafür, auch andere „Inhaltsstoffe“ aufzuführen, u.a. Hormone und Antibiotika. Nitrat ist nicht gänzlich ungefährlich, aber die anderen Stoffe schon. Es bilden sich weltweit Resistenzen gegen Antibiotika und woher das kommt, ist hinreichend bekannt.
    Zurück zu Nitrat: In NRW sind inzwischen 40% der Trinkwasserentnahmestellen sehr kritisch, denn sie überschreiten die Grenzwerte zum Teil alarmierend. Da wird dann immer tiefer gebohrt, gemischt und verdünnt, bis das es mit Not gerade so hinkommt. Der Konsument – also auch der Landwirt – zahlt dann mal eben 30% und mehr für das Wasser. Das sind die Kosten, die in keine Kalkulation einfließen bei den ach so günstigen „Lebens“-Mitteln. Da kann ich wieder Parallelen ziehen zum Atomstrom: Angeblich der biligste Strom aller Zeiten…. Tja, wir werden an den Spätkosten noch in Generationen diesen „billigen Strom“ der Vergangenheit bezahlen. Und wenn das Grundwasser versaut ist, ist das unumkehrbar. Z.T. braucht die Gülle, die heute aufgebracht wird, 30 Jahre bis dass die Inhaltsstoffe, die die Pflanze eben nicht aufnehmen konnte (vielleicht zu viel?) es zur Tiefe der Grundwasserentnahme schaffen. D.h. die Gülle und die Mineralsalze, die Hormone und das Antibiotika, Arsen, etc., was heute aufgebracht wird, werden erst so richtig die Werte in 2050 beeinflussen.

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    • Hans-Günter Felser sagt

      Korrigiere meinen obigen Satz „Nitrat ist nicht gänzlich ungefährlich, aber die anderen Stoffe schon. “ – Es soll heißen „Nitrat ist nicht gänzlich gefährlich, aber die anderen Stoffe schon.“

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  2. Sabine sagt

    Eigentlich ist die Frage doch nicht, wie hoch die Nitratwerte im Wasser sind. Die Frage ist doch, wie kann ich als Landwirt verhindern, dass der wertvolle und oft teuer zugekaufte Stickstoff nicht vom Feld abwandert. Man will ja nicht das Wasser düngen, sondern eine gute Ernte. Und da sehe ich echt großen Forschungsbedarf. Wie genau funktioniert das Bodenleben, wie sind die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Pilzen, Bakterien und anderen Lebewesen im Boden. Das könnte viel spannender sein, als eine Diskussion über Grenzwerte.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Im Obst und Weinbau verenden wir ENTEC-Dünger
      ENTEC-Dünger sind stickstoffhaltige Mineraldünger, die den Ammoniumstabilisator DMPP enthalten. Dadurch wird die Nitrifikation verlangsamt und damit der Ammoniumstickstoff des Düngers im Boden “stabilisiert”. ENTEC enthält neben dem stabilisierten Ammoniumstickstoff auch immer einen Anteil Nitrat für die schnelle Startwirkung. Das bedeutet, dass die Pflanze beide Stickstoffformen über einen längeren Zeitraum gleichzeitig aufnehmen kann und damit die Effizienz der Stickstoffdüngung erhöht wird. ENTEC-Dünger stehen in Form von Stickstoff-Schwefeldüngern und als Mehrnährstoffdünger auf Basis von Nitrophos®/Nitrophoska® zur Verfügung. Alle ENTEC-Produkte zeichnen sich durch hohe Kornqualität aus, die eine problemlose Lagerung und exakte Ausbringung gewährleistet.

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  3. AdT sagt

    @Sonnenblume

    Der Kommission wurden nicht die Werte des EUA-Messnetzes (rd. 1.200 Messstellen)gemeldet, sondern des Teilmessnetzes Landwirtschaft (rd. 700 Messstellen). Die Nitratrichtlinie sieht nämlich vor, dass die Belastung unter landwirtschaftlich genutzten Flächen erhoben wird.

    Möglicherweise hätten sich durchaus bessere Werte bei einem größeren Teilmessnetz Landwirtschaft ergeben. Das kommt auch in dem Nitraturteil zum Ausdruck. Während sich die Bundesrepublik und die Kommission noch um die anzuwendende Erhebungsmethode stritten (arithmetisches oder gewichtetes Mittel), wollte der EuGH nicht viel davon wissen.

    Der EuGH meinte nämlich, es sei egal, „nach welcher Methode der Anteil der Messstationen zu berechnen ist, bei denen die Nitratkonzentrationen bei 50 mg/l und höher lag, oder welches Messnetz für die Nitratsituation des oberflächennahen Grundwassers am repräsentativsten ist.“

    Denn Gewässer werden nicht nur dann als verunreinigt angesehen, wenn Grundwasser mehr als 50 mg/l Nitrat enthält, sondern insbesondere auch dann, wenn in Binnengewässern, Mündungsgewässern, Küstengewässern und Meeren eine Eutrophierung festgestellt wurde. So sei die deutsche Nordsee insbesondere wegen der zu hohen Stickstoffeinträge über die Flüsse und die Atmosphäre ein Eutrophierungsproblemgebiet. Auch befänden sich die in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Bundesrepublik Deutschland klassifizierten offenen Seegebiete und Küstengebiete der Ostsee in einem moderaten bis schlechten Eutrophierungszustand, und fast alle deutschen Küstenwasserkörper verfehlten den guten ökologischen Zustand aufgrund von Eutrophierungseffekten.

    Daraus folgte für den EuGH, „dass der von der Bundesrepublik Deutschland im Kern nicht bestrittene Befund, dass eine Eutrophierungsproblematik besteht und, wie dem fünften Bericht zu entnehmen ist, der Eutrophierungszustand der Küstengewässer sich durch die gemäß Art. 5 Abs. 4 der Richtlinie 91/676 getroffenen Maßnahmen nicht verbessern ließ, bereits die Schlussfolgerung zulässt, dass zum einen die bei Ablauf der in der mit Gründen versehenen Stellungnahme gesetzten Frist geltenden Maßnahmen zur Verwirklichung der in Art. 1 der Richtlinie 91/676 festgelegten Ziele, insbesondere der Verringerung der Gewässerverunreinigung, nicht ausreichten, und dass es zum anderen erforderlich war, nach Art. 5 Abs. 5 dieser Richtlinie zusätzliche Maßnahmen oder verstärkte Aktionen zu treffen, ohne dass es einer Erörterung der Frage bedürfte, nach welcher Methode der Anteil der Messstationen zu berechnen ist, bei denen die Nitratkonzentrationen bei 50 mg/l und höher lag, oder welches Messnetz für die Nitratsituation des oberflächennahen Grundwassers am repräsentativsten ist.“

    Mit anderen Worten: Deutschland, spar dir dein Messstellennetz, deine Gewässer sagen schon alles.

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    • sonnenblume sagt

      Gut, sparen wir uns das Messstellennetz. Aber wenn die Landwirtschaft als alleinige Eintragsquelle ausgemacht wurde, dann heißt das, dass das Leben und Arbeiten, incl. Industrie, Wohnen, Verkehr usw. von 80 Millionen Menschen klinisch rein eingestuft werden muss. Oder gibt es in Deutschland doch mehr Baustellen über die man gezielt den Mantel des Schweigens legt, weil der Staat einfach nicht in der Lage oder Willens ist, diese zu benennen und zu beseitigen. Durch die jetzige Zuordnung der Problematik hat er sich auf jeden Fall eine Komfortzone geschaffen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „“Der Kommission wurden nicht die Werte des EUA-Messnetzes (rd. 1.200 Messstellen)gemeldet, sondern des Teilmessnetzes Landwirtschaft (rd. 700 Messstellen). Die Nitratrichtlinie sieht nämlich vor, dass die Belastung unter landwirtschaftlich genutzten Flächen erhoben wird.““

      Ein „nationales Ranking“ der Nitratwerte im Grundwasser, wie es der Bericht aufzeigt, ist mit den verwendeten Daten belastbar
      nicht möglich, da die Messnetzkonzeption von der EU nicht vorgegeben und zwischen den beteiligten Nationen auch nicht abge-
      stimmt wurde. Deutschland hat ein konzentriertes Belastungsmessnetz (186 Messstellen) generiert, in dem per se ganz überwiegend
      Nitratwerte über 50 mg/l auftreten, während möglicherweise andere Nationen ein Flächenmessnetz aufgebaut haben. Dies trägt
      dazu bei, dass Deutschland sich auf dem vorletzten Platz dieses „Nitrat-Rankings“ wiederfindet.
      https://www.landtag.rlp.de/landtag/drucksachen/3187-16.pdf

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    • sonnenblume sagt

      Eine technische Frage. In wieweit kann man bei einer Messstelle sicher sein, das hier tatsächlich nur Grundwasser aus der landwirtschaftlichen Fläche zur Probe kommt? Grundwasserströme sind doch häufig sehr großflächig. Hängt das mit der Tiefe der zusammen?

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Meines Erachtens ist das in unserem dicht besiedelten Landschaft kaum möglich.

        Man kann die Grundwasserfahne durch Probebohrungen verfolgen, man kann nicht sagen, dass alles Wasser nur (und damit Schadstoffe) unter den Feldern gebildet wird.

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  4. AdT sagt

    @Mark
    „Wenn es nachweisbar wäre, dass ein solches Urteil bewusst herbei geführt worden ist…“

    Mir fehlen da etwas die Anknüpfungspunkte. Soweit ich weiß, nimmt Keckl an, dass das Belastungsmessnetz nicht repräsentativ sei, weil es mit 1.200 Messstellen weniger dicht sei als das Messnetz bestimmter anderer Mitgliedstaaten. Und dann behauptet er einfach, dass wegen grüner Gesinnung in der Politik oder der Verwaltung eine bewusste Manipulation vorliege.

    Das Messnetz wird durch die Länder ausgeführt. Wo soll die Manipulation liegen? In den Landesregierungen unterschiedlicher Couleur und Interessen, aufgrund einer Absprache in der UMK? Im Beamtenapparat? Sind die unkündbaren Beamten wirklich alle so grün und politisch leicht instrumentalisierbar, gegen rechtliche Vorgaben? (Und die im BfR sind die einzigen standhaften Beamten, rechtstreu und der Wissenschaft verpflichtet?)

    Also bitte, das ist nichts anderes als eine Verschwörungstheorie. Eine solches „Von hinten durch die Brust ins Auge“-Manöver wäre da auch nicht zielsicher. Wenn ich die Tierhaltung verändern möchte, kann sich der Fokus der Öffentlichkeit und der Medien auf Biogas legen, Tierhaltung ist dann plötzlich aus der Schusslinie und erscheint als nachhaltige Form der Landwirtschaft.

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    • Obstbäuerin sagt

      Hallo AdT, ja da gibt es durchaus personelle Überschneidungen, die Marks Vermutung untermauern. Wir haben auf der BRALA jemanden kennengelernt, der im Umweltamt des Landes Brandenburg für Gewässer zuständig und gleichzeitig im BUND Vorstand ist. Die Diskussion mit ihm war unbeschreiblich.

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      • Brötchen sagt

        obstbäuerin das stimmt, die müsste die Politik zurückpfeifen. das ist nicht deren Aufgabe und Aufgaben, die sie machen müssten (insektenmonitoring) machen sie nicht.

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    • Brötchen sagt

      Du adt lies mal genau den Artikel von keckl auf seiner webseite, das bundesumweltamt macht Politik. ich habe in so einem ähnlichen dunstkreis zu tun, aber so was was die vom bua machen ist keine neutrale beobachterposition. keckl könnte manchmal etwas neutraler schreiben.

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    • Mark sagt

      „Das Messnetz wird durch die Länder ausgeführt. Wo soll die Manipulation liegen?“ Nach Brüssel wurde die Daten aus dem „Belastungsmessnetz“ übermittelt. Das ist so, als wenn ich den Gesundheitsstatus der deutschen Bevölkerung ermitteln will und dazu nur Erhebungen von Patienten in Krankenhäusern durchführe. Wäre ein repräsentatives Messnetz gewählt worden, hätte Deutschland im guten Mittelfeld im EU-Vergleich gelegen und nicht an 2.letzter Stelle vor Malta. Das sind nun mal Fakten und haben mit Verschwörungstheorie wenig zu tun. Deshalb stellen sich mir die Fragen, wer hat die Daten gemeldet und wer hat Deutschland ver dem EUGH vertreten ? Diese Fragen sollten doch eigentlich erlaubt sein oder?

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      • sonnenblume sagt

        Nochmal die Frage nach dem Warum. Warum hat man das Belastungsnetz gemeldet? Gab es keine Vorgaben welche Netze zu melden sind? Warum ist man das Risiko eingegangen? War das alles so gewollt, incl. der daraus entstehenden Folgen? Wem nützt das alles? Um die konventionelle Landwirtschaft zu reduzieren, gibt es andere Möglichkeiten. Da muss man kein solches Urteil herausfordern und Millionenstrafen nach Brüssel verschieben. Das Geld hätte man an anderer Stelle besser einsetzten können. Irgendwo ist das doch alles sehr, sehr undurchsichtig.

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          • sonnenblume sagt

            Wenn es nicht nach Logik geht und sich kein Vorsatz und keine Ideologie dahinter verbirgt wie AdT meint, dann war es einfach nur Schlamperei? Oder was? Das die Arbeit der Verwaltung nicht immer logisch ist, ist wohl richtig. Aber bei den Summen sollte doch auch eine Kontrolle der Arbeit erfolgen.

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            • Brötchen sagt

              sonnenblume, weiss ich nicht. möglich ist alles. vielleicht wurden einfach nur die Messstellen gemeldet und keiner hat sich gekümmert. was da denn rauskommt.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wenn man die Landwirtschaft aus der Menge drängt,
          da liefert das Ausland die Lebensmittel und diese Länder haben mehr Geld um bei uns Maschinen zu kaufen.

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  5. Günter Reichard sagt

    Des hat alles Methode.
    In Europa hat der Kampf um das Wasser noch gar nicht begonnen.
    Zuerst werden alle möglichen und unmöglichen Schadstoffe die angeblich unsere Lebensgrundlagen gefährden, öffentlich gemacht. Dann fühlen sich mehr oder wenig kompetende Wissenschaftler genötigt, Studien in alle möglichen Richtungen zu erstellen und zu publizieren. Jetzt kommen die Bauern und Lobbyisten ins Spiel. Die Bauern weil sie die Schuld haben, es war nie einfacher als heutzutage den Bauern als die Schuldigen auszumachen, kaum ein Berufstand ist so konträr zueinander wie die Bauern, das nutzen dann wiederun Lobbyisten der internationalen Konzerne aus, die den verantwortlichen Politikern und Entscheidungsträgern Ihre Sicht der Dinge einflüstern.
    So ähnlich läuft es mit der Glyphosphat Diskussion, so ähnlich läuft es mit dem Tierwohl,
    wenn ich lese, dass Stalleinbrüche schon fast legal sind, und auf der anderen Seite die Gegenwehr der Bauern sehe, komme ich schon ins grübeln, ob dies die Zukunft sein kann.
    Noch ein Beispiel aus Pakistan. Vor etwa 10 Jahren war ich beruflich dort, und habe mitbekommen wie sich ein großer europäischer Konzern in bestimmten Regionen die Wasserrechte von den dortigen Provinzbehörden gesichert hat. Das Bergwasser dort war relativ stark verunreinigt. Der Konzern versprach im Gegenzug zu den Wasserrechten sauberes Wasser, das jetzt im 10l Plastikgebinde teuer an die Einheimischen verkauft wird.
    Bei uns nicht möglich? Man braucht nur nachlesen was in den sog.
    Freihandelsabkommen mit verschiedenen Nationen vorgesehen ist. Der Kampf ums Wasser wird alles in den Schatten stellen was die Landwirtschaft bisher erlebt hat.
    Viele Grüße aus Südtirol

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  6. Stefan sagt

    Du hast mit Deinem Beitrag die Leute von der Umwelthilfe so geärgert, dass die jetzt die Bunderegierung wegen des Nitrats verklagen. Hut ab! Bauer Willi. Gruß Stefan

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  7. Altbauer Jochen sagt

    Hat jetzt nichts mit Nitrat zu tun, aber ich muss das jetzt raushau´n.
    Heute im Supermarkt VEGANE Blaubeeren !!! im Angebot.
    (Und andere Früchte, -alles vegan)
    Ich werd´ verrückt, hab ich was verpasst ??
    Gibt es Blaubeeren mit tierischen Zutaten ???
    Ich lasse mich gerne belehren wenn es so ist.
    Anscheinend lernt man wirklich nie aus !

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      • Mark sagt

        Einen kleinen Hoffnungsschimmer habe ich bei der Angelegenheit. Vielleicht kommt bei dieser Klage der Schwindel um die Nitratwerte ans Tageslicht, die DUH verliert ihren Prozeß und die Abteilung des BMU, welche die falschen Daten gemeldet hat, wird in Haftung genommen!

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        • Dorfmensch sagt

          @Mark,
          der Schwindel mit den Nitratwerten und die nicht repräsentativen Ergebnisse des Nitratmessnetzes werden vielleicht jetzt öffentlich, aber ändern wird sich vermutlich nichts, so sehr ich mir das auch wünsche.
          Zum Vergleich: deutsche Gerichte legalisieren Stalleinbrüche durch „Tierschützer“, um eventuelle Rechtsverstöße durch Tierhalter zu ermitteln, obwohl dafür nur die zuständigen Behörden das Recht haben. Landwirte dürfen das nicht und bei anderen nachschauen, ob nicht doch irgendwo ein Gesetzesverstoß vorliegt.
          Eine neutrale und objektive Bewertung des deutschen Grundwassermessnetze würde äußerst interessante Dinge zu Tage fördern. Aber wenn der Landwirt für alles Schlechte verantwortlich ist, braucht man keine andere Bevölkerungsgruppe als Zielscheibe suchen. Praktisch!

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          • AdT sagt

            Sie dürfen das sogar in Bezug auf Menschen – und hochrangige Juristen in ihrer Wohnung filmen. Nicht nur in USA. Sonst glaubt es womöglich keiner, zu welchem Unrecht der nette smarte Richter fähig ist.

            Siehe Youtube: US-Richter peitscht Tochter mit Gürtel aus.

            Achtung, es ist höchst brutal und erschütternd und soll bitte nicht als Vergleich mit dokumentierten Zuständen in Ställen verstanden werden.

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            • Mark sagt

              Frage an den Experten AdT:
              Am 21.06.2018 ha der Europäische Gerichtshof Deutschland zur einer hohen Geldstrafe im Rahmen der sog. „Nitratklage“ verurteilt. Wer verteidigt in einem solchen Prozess eigentlich Deutschland? Sind dies Juristen aus dem Fachministerium „Umwelt“ oder welche aus dem Justizministerium oder gar externe Anwaltskanzleien? Wie kann man dies in Erfahrung bringen?

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            • AdT sagt

              Das ist ganz unterschiedlich. In manchen Angelegenheiten beauftragen Ministerien und andere Behörden (als Vertreter der BRD oder eines Landes) Anwaltskanzleien, in manchen handeln sie in Gerichtsverfahren selbständig.

              Prozessuale Europarechtsangelegenheiten des Bundes sind ressortübergreifend im BMWI, Kompetenzzentrum Europarecht gebündelt.

              Die dürften je nach Sachmaterie selbst entscheiden, ob sie sich anwaltlicher Hilfe bedienen oder nicht. Im Rubrum des Nitraturteils sind nur BMWI-Mitarbeiter und kein Rechtsbeistand aufgeführt. Es gibt wohl auch wenige Kanzleien mit Erfahrung in Sachen Nitrat/Messstellennetz.

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            • AdT sagt

              … und die BRD wollte sich ja verurteilen lassen, schon von daher verbot es sich, noch eine Kanzlei zu ihrer Verteidigung zu beauftragen. 😉

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            • Mark sagt

              „… und die BRD wollte sich ja verurteilen lassen, schon von daher verbot es sich, noch eine Kanzlei zu ihrer Verteidigung zu beauftragen. 😉 „. Genau dies ist mein Gedanke. Wenn es nachweisbar wäre, dass ein solches Urteil bewusst herbei geführt worden ist, wäre dies nicht eine Amtspflichtsverletzung, wonach Schaden vom „Deutschen Volke“ abzuwenden ist (oder so ähnlich)?

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            • sonnenblume sagt

              Hallo AdT und Mark. Es drängen sich in dem Zusammenhang doch viele Fragen auf. Warum wurde das Netz so ausgewählt? Die Auswahl wurde doch von der EU schon mal beanstandet. Warum wollte man dieses Urteil? Wer hat das alles bewusst so gelenkt und wer hat einen Vorteil davon? Ist es Aufgabe der Ministerien für unser Land und die Bevölkerung zu arbeiten und es voran zu bringen, oder ungeliebte Produktionszweige rigoros aus zu merzen? Das kann man auch ohne solche Urteile und millionenschwere Geldstrafen. Was will man mit dieser Vorgehensweise bezwecken und wo liegt der Sinn dieser Aktion?

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            • Sabine sagt

              Vllt. sollte man dazu sagen, dass diese Aufnahmen von dem Opfer stammen. Gerade in protestantischen Gemeinden in den USA wird noch immer gepredigt, dass wer die Rute schont, das Kind verdirbt. Dort werden Seminare nach der biblischen Erziehungsmethoden von Dr. James Dobson oder Michael and Debi Pearl immer noch angeboten. Dr. Dobsons Buch „The Strong-Willed Child“ und das Buch der Pearls „To Train Up a Child“ sind hervorragende Einführungen in die systematische Folter von Kindern für ambitionierte Sadisten und gibt ausführlichen Anleitung zu sehr wirksamen patriarchalen Psycho-Terror und Unterdrückung von Ehefrauen und Kindern. Allerdings darf man bei diesen Methoden nicht ungeduldig sein, sonst stirbt einem auch mal sonne kleine Bratze weg oder das blöde Weib haut einem mit den aufsässigen Bälger ins nächste links-alternative Frauenhaus ab.
              Letzteres ist dem ehrenwerten Richter Adams wohl passiert. Seine Frau ist in dem Video als Mittäterin zu bewundern, allerdings sind ihr wohl mit der Zeit Zweifel gekommen. Sie hat sich scheiden lassen. Tochter und Mutter wurden noch Jahre nach der Scheidung von Richter Adams terrorisiert, der übrigens auch im örtlichen Rat für Jugend- und Familienangelegenheiten saß. Der typische Bock mit Gärtner-Job also. Die Tochter hat als Reaktion auf diesen anhaltenden Terror acht Jahre nach dem Vorfall das Video veröffentlicht, um endlich von ihm los zu kommen. Sie selber sagte, dass sie das Video online gestellt hat, damit das endlich jemand sieht und sagt: Das, was da geschehen ist, war Unrecht. Denn nach eigenen Aussagen kamen ihr oft Zweifel daran, ob sie nicht vielleicht doch irgendwie „falsch“ war und ihr Vater ihr nur helfen wollte.
              Das nur als Hintergrund.

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          • sonnenblume sagt

            Eine Frage. Was ist mit den Stickstoffeinträgen aus Verkehr(AdBlue) und Industrie? Gibt es da keine nennenswerten Einträge, oder werden diese nur nicht erwähnt, weil die Gegenspieler zu schwierig sind? Siehe Dieselskandal. Wenn nicht darüber gesprochen wird, besteht auch kein Handlungsbedarf?

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wenn ich mich recht entsinne, wurden 126 Nitratwerte übermittelt, alleine in Baden-Württemberg gibt es 2.000 behördliche Messstellen.

          In Baden-Württemberg wird knapp drei Viertel des Trinkwassers aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Karlsruhe überwacht daher regelmäßig das Grundwasser an bis zu 2.000 Messstellen. Zusätzlich kontrollieren die Wasserversorgungsunternehmen an weiteren rund 2.300 Messstellen in Wasserschutzgebieten die Grundwasserqualität und stellen diese Daten dem Land zur Verfügung. Neben Nitrat und Pflanzenschutzmitteln wird das Grundwasser dabei regelmäßig auch auf organische Spurenstoffe untersucht. „Das Messnetz informiert uns permanent und gut über die Qualität und Quantität des Grundwassers“, betonte der Umweltminister und ergänzte: „Sollten Probleme auftauchen, können umgehend entsprechende Maßnahmen auf den Weg gebracht werden.“

          https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/ergebnisse-der-landesweiten-grundwasserueberwachung-2016-veroeffentlicht/

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  8. Andreas Schmid sagt

    Ein Bekannter von mir hat einmal einigen Naturschutzbeamten gesagt, sie sollen doch die Nitratwerte im Wald messen und veröffentlichen. Der wurde von denen fast geschlagen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Im Auftrag von unseren Wasserwerk wurden mal Nitrat-Bodenproben gezogen,

      der niedrigste Wert war beim Intensivobstbau,

      der zweitniedrigste im Wald,

      der höchste in der umzäumten Grundwasserentmahmestelle.

      Ob da jemand Blaukorn über den Zaun geschmissen hat?

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  9. Hans-Günter Felser sagt

    Nun ja, auf die Idee, Trinkwasser mit (Winter-)Wurzelgemüse (oder am Ende eventuell gar mit Pökelfleisch) gleich zu setzen oder zumindest zu vergleichen, bin ich noch nie gekommen.
    Ganz schön kreativ…. aber auch ganz schön provokativ.
    – Werde mich versuchsweise demnächst mal mit Rote Beete Saft duschen oder Kartoffeln darin kochen.

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  10. Friedrich sagt

    @Mark. Du hast völlig Recht mit der Gefährlichkeit . Mir hat ein auf Ernährung spezialisierter Arzt über das Nitratrisiko bei über 300 mg die Gefahr beschrieben. Unser Grenzwert heute und die Diskussion darüber ist ein Witz. Sowie die Leute im Ausland im Urlaub sind , spielt alles keine Rolle mehr, auch wenn das Abwasserrohr direkt am Badestrand
    liegt und die Abwässer dort eingeleitet werden. Selbst wenn man über die Gefährlichkeit von sauberen Wasser reden würde , dann würde es geglaubt. Als ob die Leute kein Gehirn hätten und das Einschalten vergessen. Darauf setzt das Geschäftsmodell der NGOs.

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  11. Ottmar Ilchmann sagt

    Wieviel Rote Beete nimmt man durchschnittlich am Tag zu sich, und wie viel Leitungswasser? Ich finde, bei Leitungswasser als dem wichtigsten und meistverbrauchten Lebensmittel sind strengere Grenzwerte durchaus angebracht.

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      • Inga sagt

        Wenn in Deutschland bzw. halb Europa die Nahrungsmittel in immer größerem Ausmaß importieren müssen, ob die dann auch diese Nitrat-werte haben müssen?

        Diese und andere Reglementierungsmaßnahmen sind doch für ins Verbraucher und unsere Gesundheit, eventuell. Umwelt gemacht, oder?

        So, um unserer Gesundheit zu schützen, müssen die Lebensmittel, die außereuropäisch hergestellt werden, mit den selben Standards aufgewachsen sein, oder?

        Das sollte es uns aber wert sein und wenn es etwas mehr kostet, oder?

        Wo bleibt unser Niveau?

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    • Obstbäuerin sagt

      Herr Ilchmann, Leitungswasser ist jedoch hier in Deutschland nicht nur Lebensmittel. Der Anteil des Wassers, den wir zum Baden, Reinigen, Bewässern oder für die Toilettenspülung usw. verbrauchen ist sehr viel höher als der, den wir tatsächlich trinken. Die Nitratwerte sinken seit Jahren konstant und liegen nur an einigen Stellen (die man auch kennt) über dem Grenzwert. Im Land Brandenburg sind das ganz wenige. Warum soll ein Grenzwert, der ohnehin schon eine Gesundheitsgefährdung ausschließt noch weiter abgesenkt werden?

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    • Mausschubser sagt

      Da Nitrat sich im Körper nicht anreichert ist ihre Aussage irrelevant. Nitrat finden Sie nicht nur in roter Beete, sondern auch in vielen anderen Gemüsesorten, Salaten etc.

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  12. Mark sagt

    Nitrat an sich ist harmlos. Selbst bei großen Mengen nitratreicher Gemüse und einer hohen Nitratbelastung im Trinkwasser werden akut toxische Mengen nicht erreicht. Aus verschiedenen aktuellen Studien liegen dagegen Anhaltspunkte vor, dass Nitrat sogar gesundheitlich günstige Wirkungen im menschlichen Organismus entfalten könnte. Zudem wird mittlerweile die Ni-trataufnahme beziehungsweise das Nitrit nicht mehr als alleinige Ursache für die Met-hämoglobinämie bei Säuglingen angesehen. Möglicherweise sind hierfür Infektionen des Magen-Darm-Traktes mitverantwortlich.
    Die Grenzwerte für Wasser sind rein politischer Natur, lange Zeit lag er bei 90mg/l, dann wurde er völlig willkürlich auf 50mg gesenkt, der BDEW fordert eine weitere Absenkung auf 35mg. Beim BDEW stecken rein wirtschaftliche Überlegungen dahinter!

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