Bauer Willi
Kommentare 62

Berlin – Insektenschutzgesetz verabschiedet

Das Agrarpaket, dass die Ursache für das Aufstellen der Grünen Kreuze war und das die Bauern auf die Strasse gebracht hat ist nun mit dem Insektenschutzgesetz durch.

https://www.topagrar.com/acker/news/das-insektenschutzgesetz-ist-beschlossen-diese-regeln-gelten-jetzt-12602323.html?utm_campaign=start&utm_source=topagrar&utm_medium=referral

Dagegen stimmten die gesamte Opposition und 7 Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion.

https://www.topagrar.com/acker/insektenschutzgesetz-bekommt-nicht-alle-stimmen-der-union-im-bundestag-12602152.html?utm_campaign=start&utm_source=topagrar&utm_medium=referral

Ganz ehrlich: ich bin fassungslos. Sollen wir Landwirte das kommentarlos hinnehmen? Oder ist es nicht wieder Zeit, Kreuze in den Feldern aufzustellen? Wie wäre es mit gelben Kreuzen? So wie eine gelbe Karte…

In jedem Fall weiß ich jetzt, wo ich bei der Bundestagswahl im Herbst mein Kreuz nicht machen werde…

(Aufrufe 2.165 gesamt, 1 heute)

62 Kommentare

  1. Christian Bothe sagt

    Mein Kommentar eben bei Top agrar.
    “Der Bundesrat hat beschlossen… Das Ganze ist ein Witz und schädigt die deutsche LW! Unsere Nachbarn freut’s und die Koll. in Übersee sowieso! Mein Gott, habe jetzt ein ganz schlechtes Gewissen, meine Windschutzscheibe ist voller Insekten…”
    Man sieht, was fehlender Sachverstand so fabrizieren kann. Bin beim Glyphosateinsatz aber zuversichtlich,was die Entscheidung in der EU ( ausnahmsweise mal…)betrifft.

    • Inga sagt

      ‘Wieviel Blühpflanzen für Insekten tötet Glyphosat im Kulturbestand?
      Sonst wo hin verteilt die Landwirtschaft kein Glyphosat!

      In Bahndämme und Einfahrten, da blühen gute Unkrautpflanzen für unser Wildinsekten, die unsere Ökologie erhalten!

      Warum schämen sich die Besitzer der fehlenden Sachverstände nicht, wenn sie so irgendwelche Halbwahrheiten verbreiten!

  2. Thomas Apfel sagt

    Uns fällt einfach auf die Füße, dass wir seit Jahrzehnten Funktionsweise und Notwendigkeit von Pflanzenschutz und Mineraldüngung wie ein “Igitt-Thema” behandelt haben. Mehr Erklärung hilft auf Dauer – jetzt ist aber die Zeit dafür erstmal vorbei. Erst wenn die Öko-Erweiterungspläne real an die Wand gefahren sind (in etwa 2 Jahren kann man wieder neu beginnen – frei nach dem Titel eines bekannten isländischen Krimi´s “Zeit das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen”.
    Ich bediene seit einiger Zeit Weiterbildungsveranstaltungen (Tagesseminare) zum Thema Pflanzenschutzgeschichte und Pflanzenschutz versus Biodiversität im klassischen und ökologischen Obstanbau vor Publikum aus der grünen Szene (Baumpfleger, Naturschutzfachleute und interessierte Laien). In der Regel gehen selbst ausgesprochene Fundi´s recht nachdenklich aus diesen Veranstaltungen – so auch Gestern in einem Naturparkzentrum in der Oberlausitz.
    Wenn wir die Gelegenheit bekommen oder organisieren, tiefer in die Materie einzusteigen, können wir viele Vorurteile und platte Behauptungen neutralisieren.

    • Inga sagt

      Das glaube ich
      und das ist auch nötig!

      Vor ein paar Wohnhäuser in der Stadt, wollen weniger Eigentumswohnungsbesitzer eine Blühwiese auf den Rasen vor ihrem Haus.
      Ist genehmigt, können sie machen, aber auch selbst bezahlen!

      Eine Frau dazu in der Nachbarschaft, sie kennt das Gleiche aus einer anderen Stadt,
      das hat so viel gekostet und jetzt haben sie es wieder weggemacht, weil sich nach ein paar Jahren da das Unkraut durchgesetzt hat, bzw. dominiert und das sieht nicht schön aus,.

      Wenn die Blühmischung als Saat wirklich untersucht ist und für unsere Breiten geeignet ist, dann könnte man doch, bevor sich unschönes Unkraut, wie Disteln oder so, das ganze Beet mit einer Gartenfräse durcharbeiten und neu einsäen, oder?

      Disteln können an Bahndämmen oder Feldrain wachsen, denn sie gehören wohl zu unserem Ökolsystem!

    • Wäre es nicht gut, wenn Willi und Kollegen mal solche Angebote sammeln und an alle, die es haben wollen (und besonders an die, die es nicht haben wollen 😉 ) verteilen?
      Wir machen solche Seminare zur Gentechnik (für alle denkbaren Vorbildungsstufen).

      • Inga sagt

        Alle die es nicht wollen, sind nicht mehr “In”

        Warum hat sich den die Frage um die Ökologie von ca. 1970 bis jetzt hoch gehalten.
        Alle wollten da mitmachen, wenigstens zum Schein, sogar alle politischen Parteien!

        Also lehnt keiner mehr so ein Angebot ab!

  3. Ludwig sagt

    Brandenburgbauer

    Richtig so. —- Willi , nein , wir brauchen keine gelben Kreuze aufstellen. Wir kreuzen auf dem Wahlzettel einfach gelb an ! Die CDU vertritt uns doch nicht mehr.

  4. in der heutigen FAZ schreibt Herr Hendrik Kafsack in seinem Bericht unter anderem: “Die deutschen Bauern erhalten derzeit rund 280 Euro je Hektar”.

    Wieso können Redakteure so ungehemmt falsch berichten? Nach meinen Informationen erhalten die Landwirte nur einen Bruchteil davon, der Rest bleibt beim BMEL kleben.

    Und das Schlimme ist, große Teile in der Bevölkerung glauben das sogar, meinen die Landwirtschaft erhält soviel Geld, dass sie sich bitte nicht beschweren darf.

    • Reinhard Seevers sagt

      Kann denn die Bevölkerung überhaupt zuordnen, was es heißen würde X-Euro pro ha zu erhalten? Ich glaube kaum….

      • schwer zu sagen, aber eine sachlichere Berichterstattung die auf Fakten beruht und nicht auf 1000 fach verbreitete Pauschalismen und Vereinfachungen wäre immerhin ein Anfang.

    • Thomas Apfel sagt

      Das IST die durchschnittliche Summe der Betriebsprämie und Punkt. Bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße von rund 70 ha sind das 19.600 €. Über die Jahre waren das 46 % der Einkommen. Das wiederum entspricht bei 6 Tagen die Woche und 8 h am Tag rund 6,25 €/h Vergleichs-Brutto gegenüber Angestellten aus Subvention (eigentlich der Lebensmittelpreise).
      Dementsprechend werden rund 7,50 €/h aus der tatsächlichen Arbeit erlöst. In Summe sind das 13,75 €/h – verbunden mit dem selbst zu tragenden Risiko aus den erheblichen Investitionen für diesen Arbeitsplatz.
      Das ist sehr vereinfacht und trifft wahrscheinlich auf Niemanden genau so zu, zeigt aber über diese Durchschnittszahlen das eigentliche Dilemma der Landwirte, nämlich die Unmöglichkeit, über reale Erzeugerpreise ohne Subventionen Geld zu verdienen.

      • Arnold Krämer sagt

        Herr Apfel, von Unmöglichkeit ohne Subventionen Geld zu verdienen, würde ich nicht sprechen wollen. Die Unterschiede zwischen den Produktionsrichtungen und auch zwischen den Betrieben sind doch sehr groß und die statistischen Durchschnittsbetriebe gibt es so eigentlich auch überhaupt nicht mehr. Das Schlimme ist, dass die Politik immer noch mit statistischen Durchschnittswerten argumentiert und darauf auch eine gewisse, gleichwohl weitgehend überflüssige und schädliche Feinsteuerung aufbaut. Ein noch größerer Skandal für eine angeblich marktwirtschaftlich ausgerichtete Landwirtschaft ist die bewusste Ausrichtung von Betrieben nach den angebotenen Subventionen. Den Landwirten mache ich aber hiermit keinen Vorwurf. Es sind die Politiker, die immer unverantwortlicher mit dem Steuergeld der Bürger umgehen, und jetzt sogar das Geld selbst schaffen (über die Zentralbank), um das Wahlvolk bzw. ihr vermeintliches Klientel bei Laune zu halten. Aktuelles Beispiel ist die von der CDU ausgehandelte Kompensation beim Insektenschutzgesetz..

        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          “….ist die bewusste Ausrichtung von Betrieben nach den angebotenen Subventionen”

          Genau hierauf basiert doch der aktuelle BIO-Landbau-Hype. Die noch vor kurzem “Viel-hilft-viel”-Fraktionen, die damit sämtliche Produktionsfehler kompensierten, sind heute die überzeugtesten Biobauern. – Jetzt einfach völlig verzaubert von unseren roten Svenja?

        • Thomas Apfel sagt

          Herr Krämer, ich denke, Sie haben zu sehr die Tierhaltung im Blick, dort dürfte der Subventionsanteil über Betriebsprämie ähnlich niedrig liegen wie im Obst.
          Andererseits versuchen die Ackerbaubetriebe auf ärmeren Standorten im Osten die geringe Wertschöpfung je Flächeneinheit über Größe auszugleichen. Dort haben die Direktzahlungen einen viel höheren Anteil am Einkommen. Trotzdem gibt es auch jede Menge Betriebe (z.B. teilweise die “Weicher” der nahen Zukunft) die aus Vielfältigen Gründen, wie z.B. zu geringe Flächenverfügbarkeit, nur über Selbstausbeutung und Cash Flow überhaupt noch Einkommen generieren.

          • Arnold Krämer sagt

            Ackerbau auf leichten Standorten in Ostdeutschland muss genauso wie im Westen durch produktive Tierhaltung ergänzt sein. Die Familienarbeitskräfte müssen aufs ganze Jahr gesehen produktiv beschäftigt sein, weil die Hauptkomponente des Einkommens das Arbeitseinkommen ist. Die Entlohnung des Faktors Boden und des Faktors sonstiges Kapital ist von untergeordneter Bedeutung. Im Osten haben die Betriebe in der Regel allerdings den Vorteil, dass der Boden weitgehend nicht quer subventioniert werden muss. Die Bodenpreise sind deutlich niedriger als die Preise in den Veredelungsgebieten im Nordwesten. Ein großer Nachteil ist allerdings vermutlich die Tatsache, dass nach der Wende die Tierhaltungsanlagen oft in die Hände von westdeutschen, niederländischen oder dänischen Investoren gelangt sind. Die Arbeitsplätze in der Tierhaltung sind sehr, sehr teuer und ihr Aufbau ist eigentlich nur mit öffentlicher Förderung, langem wirtschaftlichem Atem und ausreichender Eigenkapitalbildung möglich, also alles Voraussetzungen die bei gleichzeitigem gesellschaftlichen Widerstand selten gegeben sind.

      • merkwürdig, ich kenne mehre Landwirte aus verschiedenen Wirtschaftsformen ganz gut. die bekommen von den etwa 280 Euro rund 60 Euro ab. Machen die denn irgendetwas falsch?

      • fingerphilosoph sagt

        Nimmt man den Stundenlohn von 13,75 Euro/h als Basis, müssten die Nahrungsmittel etwa doppelt so teuer sein, wenn die Subventionen abgeschafft würden, um auf diesen Stundenlohn zu kommen.

        Die deutschen Bauern erhalten 6,2 Milliarden an Subventionen. Wenn man dies umlegt, subventioniert jeder Deutsche (bei 80 Mio.) die deutsche LW mit 77,50 Euro im Jahr.

        Die Ausgaben für Lebensmittel pro Jahr und Person dürften sich schätzungsweise auf 1.800,- Euro belaufen (356 Euro pro Haushalt monatlich) Wenn die Lebensmittel doppelt so viel kosten, macht das also 3.600,- pro Person und Jahr.

        Also über den Stundenlohn kann man Erzeugerpreise und Subventionen so doch gar nicht miteinander verrechnen.

        • Thomas Apfel sagt

          die Erzeugerpreise stecken ja nicht 1 : 1 in den Nahrungsmitteln. Insgesamt müssten die Lebensmittel je nach Ansatz um 18 bis 25 % teurer werden (wenn der Mehrpreis durchgereicht würde) Meine Rechnung ist im Grunde eine Milchmädchenrechnung, da auch Agrarrohstoffe, die nicht der Ernährung dienen berücksichtigt werden müssen. Das geht so pauschal eigentlich nicht, schon weil die Preise für fertige Lebensmittel aus der Urproduktion und verarbeitete LM sich in ihrer Entstehung und Struktur gravierend unterscheiden.
          Solche vereinfachten Zahlen sind zugegebenermaßen eher Propaganda tauglich, genau die fehlen uns aber oft. Die zugrundliegenden Daten sind der statistische Durchschnitt der Familieneinkommen aller erfassten Betriebe 2019. Da bei den Familienarbeitskräfte im Voll- und Haupterwerb mehr als 40 Wochenstunden geleistet werde (ich habe pauschal aus meiner Erfahrung 205 Monatsstunden kalkuliert), liegt das Vergleichsbrutto je Monat bei rund 2.800,- € je Familien AK. Das dürfte der Realität schon sehr nahe kommen.
          Der Subventionsanteil am Einkommen in meiner Branche (Obstbau) liegt nur bei 8 – 10 %.

          • fingerphilosoph sagt

            Das heißt, wenn die Preise für Lebensmittel im Laden um 18 bis 25% angehoben (und durchgereicht) würden, könnte man die Agrarsubventionen abschaffen?
            Und dann wäre der Stundenlohn auch 13,75 Euro?
            Habe ich das so richtig verstanden?
            Wobei 13,75 Euro/h ja auch eher ein Nasenwasser und kein adäquater Entgelt für einen Unternehmer ist, der diverse Risiken trägt.

            • Thomas Apfel sagt

              Ja, genauso sähe eine Milchmädchenrechnung über die gesamte LW momentan aus. Da sind Betriebe dabei, die ihre Abschreibungen “aufessen” und somit die Fähigkeit verlieren zu investieren. Verkonsumierte Abschreibung wird in dieser Rechnung nicht als Einkommen betrachtet, deshalb lebt diese Art von Betrieben oft über Selbstausbeutung fast ohne Gewinne oft noch eine ganze Weile weiter. Betriebswirtschaftlich betrachtet liegt der echte Stundenlohn (aus Gewinn) dann oft weit unter den 13,75 €.

            • Inga sagt

              Ja, mit Ausbildung, Wissen, Können, Verantwortung und Risiko!

              Was bekommt einer in der gleichen Position in der Industrie?

    • Jörg Johannes sagt

      Was ist den falsch an der Ausage das man aktuell rund 280€/ha bekommt – zumindest wenn man Basis und Greeningprämie zusammen nimmt? Und was meinen Sie damit das auch Geld beim BMEL hängen bleibt? BG Jörg

  5. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Der Bundesrechnungshof rekapituliert äußerst kritisch, dass das eingesetzte Kapital in unserer Subventionspolitik keine Wirkung zeigt: 100 Mrd. alleinig für die Grundeigentümer (so grundehrlich formuliert das jedoch keiner)!

    Am wenigsten plagen sich mithin unverkennbar diejenigen, die nicht wirtschaften müssen, dafür aber hoch effizient abkassieren dürfen. Und genau eben diese Gruppe ist groß, wird immer größer. Ein grünes Deckmäntelchen kann diese Gegebenheit auch nicht verstecken, welche Gruppierung in immer gigantischere Dimensionen anwächst. – Sind das jetzt nun die allseits viel gehuldigten Heiligen oder vielleicht doch weit eher unzählige Scheinheilige, die extrem beißwütig nicht mehr zu stoppen sind und damit ungebremst noch viele Bauernhöfe ans Messer liefern werden.!?

    Eine große Genossenschaft, die zur Veröffentlichung Ihrer Zahlen verpflichtet ist, resümiert dieser Tage, dass seit 2015 deren Pflanzenschutzmittelabsatz, elegant aus berufenen Managermunden umschrieben mit Phytomedizin, um 23 Prozent eingebrochen ist; …für niemand spürbar!?

    Wenn ein solcher PSM-Verzicht derart rasant Fahrt aufnimmt, setzen die Bauern schon in 5 Jahren maximal etwa 25% Prozent dessen ein, was noch vor 10-15 Jahren ausgebracht wurde, mit Auswirkungen, die heute noch niemand in einer sodann wohl gravierenden Tragweite abzuschätzen weiß, geschweige denn realistisch heute schon zu analysieren vermag. Driften selbige „Erfahrungswerte“ ins Negative ab, wird‘s äußerst „umtriebig“ werden, darauf dürfen wir Bauern schon heute wetten…

    Einen überzeugenden Fachverstand jedenfalls haben wir schon heute zu Grabe getragen, leider!!!

  6. Günter sagt

    Die Demontage des Bauerntums hat mit der Gründung der EWG schon begonnen, da hat es die Grünen noch gar nicht gegeben.

    • Arnold Krämer sagt

      Wenn Sie das als Demontage ansehen, dann war sie aber auch dringend erforderlich. Die Impulse seitens der EWG waren zunächst sehr gut. Die Politiker hatten aber früher wie heute das Problem, Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen, die Ursachen ehrlich zu benennen und rechtzeitig Kurskorrekturen vorzunehmen. Ersparen Sie mir konkrete Beispiele. Es gibt genug.

      • Günter sagt

        Bleibt die Frage, für wen war sie gut?
        Heute jammern halt diejenigen, welche die anderen bereits damals kaputtgemacht haben. Das Radl dreht sich immer weiter und schneller

        • Reinhard Seevers sagt

          …Wie gesagt Günter, die Gesetzmäßigkeit des Kapitalismus ist Wachstum. Das bedeutet, dass immer einer weichen muss, damit der andere wachsen kann. Wenn man das ändern möchte, muss man das System ändern. Nichts anderes wird funktionieren. Es hat nur niemand eine Antwort auf die Frage nach der Alternative zum Kapitalismus.

          • Günter sagt

            Das mag schon so sein Reinhard, ich persönlich habe eben in jungen Jahren meine Erfahrungen diesbezüglich gemacht.
            Bauertum taugt nicht für Kapitalismus, weil es so viele Unabwägbarkeiten gibt und allumfassend ist, von der Familie angefangen bis zu den Strukturen in den Dörfern.
            Die Landwirtschaft versucht sich den Kapitalismus zu stellen wird aber daran scheitern weil zu viele und zu starke Kräfte daran ziehen. Das Drumherum von Landmaschinenhändlern, Banken , Chemiekonzernen, usw. wollen Geld verdienen, die Lebensmittelkonzerne wollen nichts zahlen, so wird das nicht funktionieren, Reinhard.

          • Stadtmensch sagt

            “Wie gesagt Günter, die Gesetzmäßigkeit des Kapitalismus ist Wachstum”

            Das sind Geschichten, die immer wieder ohne Nachzudenken reproduziert werden. Du hast doch sicher auch das neue Buch von Frau Wagenknecht gelesen. Zur Stabilisierung einer Gesellschaft brauchst du immer eine Geschichte, damit diejenigen, die die ganze Arbeit machen nicht aufmucken und diejenigen die nur absahnen, dies weiterhin tun können.
            Im Feudalismus war es die Geschichte, dass nur der Adel Recht sprechen darf und deshalb Privilegien hat. Jetzt sind es eben die Erben von Betriebsvermögen und Shareholder, die nichts besseres zu tun haben, als dieses zu mehren und zu mehren und immer weiter zu mehren, bis Rohstoffe und Energie alle sind. Sie tun dies im Auftrag der arbeitsteiligen Gesellschaft und in dem Glauben, dass Gerechtigkeit und Solidarität in einer Gruppe größer 150 Individuen nicht mehr möglich ist und Geben und Nehmen übers Geld abrechenbar sein muss. Das Problem ist, dass niemand mal kurz innehalten kann, um ein paar Sachen besser zu organisieren. Dann welkt immer gleich alles dahin. Transformation muss irgendwie “im Fluss” passieren: hier ein paar Experimente mit Grundeinkommen, da ein paar Experimente mit nicht gewinnorientieren Unternehmen usw..

            • Reinhard Seevers sagt

              Stadtmensch, Geschichten sind dazu da, den Kapitalismus am Leben zu halten. Werbung ist z.B. einer der größten Player, um Gefühle so zu steuern, dass der Kunde das kauft, was er soll und davon möglichst viel.
              Du kannst versuchen, was du möchtest, der Kapitalismus ist und bleibt so lange der Treiber aller positiven wie negativen Elemente des täglichen Handelns, bis es kracht, oder eine Alternative auftaucht. Letzteres sehe ich nicht.

              • Stadtmensch sagt

                Klar, für eine möglichst objektive Beobachterrolle (“klarer Kopf”), darfst du nicht Teil der Versuchsanordnung sein. Also keine sozialen Medien und kein Fernsehen. Kein Umfeld. Keine Sozialisation…
                Mist: wir sind das System…

              • fingerphilosoph sagt

                Jedes System muss scheitern, solange die Menschen irgendwelche Ideale vor sich hertragen, denen sie nicht gerecht werden, weil sie dies weder können noch wollen. Seit mindestens 2.000 Jahren reden wir uns nun permanent gegenseitig ein, dass wir eigentlich (!) nichts lieber wollen, als füreinander zu sorgen und uns bescheiden, damit der andere auch genug hat. Und das ist eben nicht wahr.

                Jeder Mensch will erstmal für sich selber und seine Kinder sorgen, das gerne auch auf Kosten von anderen oder der Gesellschaft, und jeder Mensch will möglichst so viel haben, dass es auch noch üppig reicht, wenn die anderen oder die Gesellschaft ihm immer mehr wegnehmen und angeblich gerecht verteilen.

                Der Antrieb für das Hamsterrad, in dem wir uns immer schneller drehen, besteht darin, dass wir nicht zugeben, dass uns unser eigenes Wohl am meisten am Herzen liegt. Es ist ja viel bequemer, sich selbst für uneigennützig, hilfsbereit und solidarisch zu halten und den “Kapitalismus” an den Pranger zu stellen, als sich selbst zu hinterfragen.

                Ich stelle immer wieder fest, dass diejenigen, die ständig Solidarität (sogar mit Insekten) einfordern, auch diejenigen sind, die gern auf Kosten der Gesellschaft leben.

                • Thomas Apfel sagt

                  Wie steht schon in der Bibel: “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” !!!
                  Ein Anspruch der schon von unserer Natur her nicht erfüllbar ist. “Leben und leben lassen” gefällt mir da schon besser.

                • Lady sagt

                  “Ich stelle immer wieder fest, dass diejenigen, die ständig Solidarität (sogar mit Insekten) einfordern, auch diejenigen sind, die gern auf Kosten der Gesellschaft leben. ”

                  Da hast du nicht unrecht, Fiphi. Ist doch auch logisch!
                  Du hast es selbst geschrieben: Die Menschen sorgen sich natürlich zunächst um sich und um ihre Familie. Und ich sehe das durchaus positiv .
                  Auch die Bitte, den Nächsten genauso zu lieben, fußt auf diesem Gedanken. Da steht eben nicht, liebe den Nächsten mehr als dich. Denn das würde auch (kaum) jemand machen, auch wenn einige gerne das Gegenteil behaupten.
                  Irgendwelche Diskussionen über .ismen oder Systeme hingegen gehen aus meiner Sicht an den Menschen total vorbei und sind eher sinnleeres Gelabere.

                  Die Agrarsubventionen lassen sich nicht sinnvoll in Preise oder Stundenlöhne umrechnen. Thomas hat es selbst gesagt.
                  Wir sollten nicht vergessen, dass es für die Umstellung auf die Förderung pro Hektar sehr gute agrarökonomische Gründe gab und gibt. Die Verzerrungen, die sich daraus ergeben , sind deutlich kleiner als etwa die einer Produktkoppelung. Und es gibt bisher keine deutlich bessere Idee, um das Einkommen der Bauern zu stabilisieren. Auch hier im Blog habe ich noch keine gehört. Ein paar grundsätzliche Nachjustierungen wären natürlich sinnvoll. Meistens eben die Zahlungen betreffend, die gar nicht bei den eigentlichen Adressaten ankommen. Ob nun Hochwasserschutz diverser Kommunen oder was auch immer.
                  Daher ist es auch fatal, dass diese Grundidee durch ganz andere Ziele mittlerweile total aufgeweicht worden ist. Es steht immer noch im Gesetz, dass es vor allem um die Produktivität gehen sollte… Wie die Schadinsekten da weiterhelfen können, verstehe ich leider nicht. Und sonst offensichtlich auch niemand.

                • Paulus sagt

                  @Lady, ich habe mich hier, als Nichtbauer, schon mehrfach ausdrücklich für Agrarsubventionen, also auch für die Flächenprämie ausgesprochen. Das wollten die Bauern aber nicht hören. Jetzt scheint es nach meinem laienhaften Verständnis so zu sein, dass wir eine gigantische Verwaltung aufbauen um uns im klein/klein zu verlieren.
                  Ich denke da nur mal an die Unterschutzstellung der Streuobstwiesen. Wer jetzt noch keine Kettensäge hat dürfte den Umsatz der Fa. Stihl ankurbeln.

                • Lady sagt

                  “also auch für die Flächenprämie ausgesprochen. Das wollten die Bauern aber nicht hören.”

                  Paulus, die Subventionierung der Landwirtschaft war schon vor mehr als 100 Jahren auch ein Gerangel um Kompetenzen. Der Bauern kann dir sagen, wie Weizen angebaut wird, der Agrarökonom kann dir etwas über die Preisbildung beim Weizen erzählen. Man kann es auch andersrum machen, aber schon das geht schief. Heute scheinen sich alle möglichen Gruppen für kompetent zu halten, zu beiden Thema etwas Wertvolles beizutragen. Das kann nicht klappen.Da muss klein/klein rauskommen, und dann ist es noch günstig gelaufen. Oder es kommt eben einfach eher unsinniges Geschwurbel raus, weil das Basiswissen fehlt. Das kann einem schon langsam etwas Angst machen.

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Paulus

                  Das Unterschutz stellen der Streuobstwiesen, ist Irrsinn in höchster Potenz. Es ist klar zu sehen, dass die jüngeren diese nicht mehr bewirtschaften und natürlich auch nicht mehr pflegen, die gehen lieber mit dem Filius spazieren, als mit der Säge auf dem Baum herumkraxeln.

                  Wenn ich jetzt Streuobst pflanze, kommen 2 Tage später die selbsternannten Streuobstbaumschützer und melden die neue Anlage, die unbedingt unter Schutz muss, natürlich mit einer halbseitigen Zeitungsbericht, wo eben der “Schützer” abgebildet ist.
                  Somit ist man nicht mehr derjenige, der den Baum gepflanzt hat, sondern derjenige, vor dem man die Bäume angeblich schützen muss.

        • Arnold Krämer sagt

          Die Entwicklung war für die meisten Bauern gut, für die Verbraucher auch, für die Tiere, für die Umwelt zunächst eher nicht, seit geraumer Zeit aber auch in diesem Bereich.

          • Reinhard Seevers sagt

            Tja, leider reicht das nicht Herr Krämer. Jetzt muß man zusätzlich noch etisch-moralisch, nachhaltig und artenfördernd handeln. Hier wird der kapitalistische Faktor mit gesellschaftlichen Ansprüchen erweitert. Das bringt Landwirtschaft an den Rand der Existenz.
            Aber das gute Gewissen der Kapitalismus – Profiteure und deren Geschäftsfelder gewinnen.

            • Günter sagt

              Siehst Du Reinhard ,
              Die Gründerväter der Republik hatten dazu die soziale Marktwirtschaft geschaffen.
              Eine Zeitlang hat das ja auch funktoniert.

            • Arnold Krämer sagt

              Genauso ist es, Herr Seevers. Es sind allerdings nur relativ kleine teil-gesellschaftliche Ansprüche, deren permanente und penetrante Artikulation sich die meisten Medien zur Aufgabe gemacht haben.

            • Stadtmensch sagt

              “Hier wird der kapitalistische Faktor mit gesellschaftlichen Ansprüchen erweitert. ”

              Sicher. Und was macht der kapitalistisch sozialisierte Mensch draus?
              Er erfindet ein Label- und Zertifizierungs-Unwesen. Da rollt der Rubel und es brennen dann eben TÜV-geprüfte Textilbuden mit vergitterten Fenstern ab. Das neue Lieferkettengesetz ist der blanke Hohn. So viel Lärm um Nichts war selten. Das macht doch keinen Spaß, so zu wirtschaften! Zum Glück geht eh alles den Bach runter. Ich ertrage das Nachhaltigkeitsgelaber auch nicht mehr.

              • Reinhard Seevers sagt

                Genau Stadtmensch! Das Lieferkettengesetz schiebt ganz simpel die grundsätzliche Problematik der Externalisierung auf die Unternehmen ab. Eigentlich ist jeder Konsument Schuld, denn sein Konsumwahn und der Wunsch, es möglichst billig haben zu wollen, ist die Ursache. Leider ist Verzicht eben auch die Grundlage für weniger Produktion, weniger Wertschöpfung, weniger Beschäftigung, weniger Wohlstand. Deshalb verschiebt man aus politischer Sicht erstmal die Ansprüche an den Produzenten…..bevor man vom Bürger umfangreichen Verzicht fordern kann…..und wohl auch muss.

    • Reinhard Seevers sagt

      Wenn man ein Industriestaat mit Wohlstandsmehrung, basierend auf den Export sein will, ist man unweigerlich gezwungen die Landwirtschaft ins kapitalistische System einzubinden. Nun, da die Folgen ungezügelten Wachstums erkennbar werden, wird das schwâchste Glied der ökonomischen Kette geschreddert…..man glaubt an die finanzielle Kraft der Bürger, die dann die Nahrung weiterhin im Ausland einkaufen werden können. Deshalb muss der Kampf um den Erhalt des Wohlstands auf dem Rücken der Bauern beginnen, andere werden folgen.

      • Stadtmensch sagt

        Das ist aber eine steile These. Der Input an Agrarrohstoffen aus der heimischen Landwirtschaft ist doch nur der Hebel für die viel größere Wertschöpfung aus Verarbeitung und Verteilung. Da wird angesichts zu erwartender steigender Transportkosten niemand drauf verzichten wollen. Schon gar nicht die landwirtschaftsfernen Investoren, die sich hier in dem relativ dicht besiedelten Land nach und nach sämtliche landwirtschaftlichen Produktionmittel unter den Nagel reißen, weil sie ansonsten wohl momentan keine sinnvolle Anlagemöglichkeit haben.

        Energiepreise werden steigen und das führt automatisch zu einer sinnvollen Kreislaufwirtschaft. Werden sehen…

        • Stadtmensch sagt

          Nachtrag
          Also solche Kapriolen wie “ich spare mir 200K € für einen Güllebehälter und kaufe mein Futtergetreide in aller Welt, statt es selbst zu produzieren, weil ich ohne Güllepuffer zu unflexibel mit der Düngung bin”, wird es hoffentlich nicht mehr lange geben.

        • Reinhard Seevers sagt

          “Energiepreise werden steigen und das führt automatisch zu einer sinnvollen Kreislaufwirtschaft. Werden sehen…”

          Was soll denn das für ein Kreislauf sein oder werden?

  7. sonnenblume sagt

    Die LW ist für unsere Politiker, sowohl in der EU als auch in Berlin, nur ein Stapel Papier, den es ab zu arbeiten gilt. Folgenabschätzung im Ganzen und im Kleinen spielen keine Rolle mehr.

    • Friedhelm Hamhuis sagt

      Korrigiere:

      Der arbeitende und steuerzahlende Bürger (inkl. LW) ist für unsere Politiker,…….

      Ein Politiker hat, ich glaube letztes Jahr, im Bundestag ungefähr das hier gesagt:
      Wir alle (Er meinte alle Politiker im Bundestag) sind hier soweit entfernt und unwissend über die Lebenswirklichkeit der Bürger das es unerträglich ist……

      Das waren einige der wenigen wahren Worte im Bundestag seid langem…..

      • sonnenblume sagt

        Dann wird es doch wohl höchste Zeit, dass dieses Defizit aufgearbeitet wird.

  8. Mark sagt

    Die Verabschiedung des sog. Insektenschutzgesetzes hat weniger mit dessen Notwendigkeit als vielmehr mit Wahlkampf zu tun. 98,5 % finden das Insektenschutzgesetz entweder toll oder es ist ihnen gleichgültig. Damit hat die Politik aus wahltaktischer Sicht alles richtig gemacht. Damit wird immer deutlicher: auf die paar Bauern sch..t die Politik, und zwar quer durch alle Parteien.

  9. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin,tief enttäusch bin ich vom Wahlverhalten der CDU/CSU Fraktionsvize Gitta Connemann. Hier hätte ich mehr persönliche Haltung und weniger Parteidisziplin erwartet.
    Das nein durch die Oppositionsparteien ist unterschiedlich zu werten. Den Grünen geht es wie immer bei diesen Dingen ( Standartsatz nicht weit genug ). Auch ein Großteil der Linken Abgeordneten verfallen zu dieser Aussage. Welche Beweggründe die AFD zum nein hat kann ich signifikant nich einschätzen. Die FDP die hier teilweise gute Ansätze zeigt was die Unterstützung der betroffenen Landwirte betrifft muß erst beweisen das sie wieder inden Bundestag einziehen kann.
    Im Spreewald einer Hochburg des Gurkenanbaus hat die Ernte dieser Kultur nun auch bekonnen. Fazit heute in unserer Rundschau eine Aussage eines Gurkenbauers ”
    Falscher Mehltau und Spinnmilbe werden immer mehr zum Problem. Es gibt nur noch ein Mittel das wir einsetzen können. Wenn das wegfällt brauchen wir keine Gurken mehr anbauen”. Was würde Frau Connemann dem dann antworten?

    • Schmeckt gut sagt

      Leider ist es in allen kleinen Kulturen so, dass viele Schadorganismen eigentlich nur noch im geschützten Anbau (mit dem “pöhsen” Plastikeinsatz) einigermaßen in den Griff zu bekommen sind. Dass in der Schweiz sogar Versuche laufen, Äpfel im Bioanbau zu übertunneln, um u.a. Schorf in den Griff zu bekommen, ist einfach nur bescheuert und zeigt die Dramatik. Den vor etlichen Jahren mühsam errungenen Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz, in dem der legale Einsatz von drei Wirkstoffen pro Schadorganismus gefordert wird, ist definitiv für den Müll der Geschichte bestimmt. So fördert man Resistenzen und verhindert eine notwendige Bekämpfung “gefährlicher” Kulturschädiger. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist – sprich die Höfe aufgegeben haben, wird das Geschrei groß sein. Geld für einen Neuaufbau wird auch nicht mehr verfügbar sein, weiles für die ganzen, dämlichen “Transformationen” der Wirtschaft verbraten wird. Und es wird auch keine “Bekloppten” mehr geben, die die körperliche Arbeit machen wollen und/oder machen können. Super Aussichten. Wie kann man die Entscheider im Nachhinein zur Rechenschaft ziehen? Oder andersherum, wo bleiben die Folgenabschätzungen?

  10. Andreas Kainz sagt

    Deshalb bin ich für den Föderalismus. Politische Fehlentscheidungen sind dann nicht so Kapital! Je weiter sich Politiker von Realitäten entfernen, desto realitätsferner und toxischer werden ihre Gesetze.

    • Arnold Krämer sagt

      Durch den Föderalismus verschwimmen die Verantwortlichkeiten. Die Grünen sind seit 2000 ständig an der Gestaltung der Agrarpolitik beteiligt. Die meisten durch die Mitwirkung des Bundesrates erforderlichen Kompromisse in der APO sind und waren Mist. Und der Brüsseler Kommissionsapparat ist eh schon grün unterwandert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.