Statement
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Agrarrohstoffe auf anhaltend hohem Niveau…

Gestern ist der Konjunkturbericht des BVE (Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie) erschienen. Dort ist unter anderem zu lesen, dass “sich die Preise für Agrarrohstoffe auf einem anhaltend hohen Niveau befinden” und “dass die Verbraucher höherwertige Lebensmittel kaufen”. Bin ich jetzt blöd oder warum nehme ich das ganz anders wahr? Mich ärgern solche Statements ganz gewaltig! Hier der Link zur Pressemeldung. Was sagt ihr dazu?

http://www.bve-online.de/vd/87760134211/43153

 

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19 Kommentare

  1. Gepard sagt

    Vielleicht handelt sich um einen altbekannten psychologischen Trick. Wenn jetzt die Billigheimer überall lesen, dass die Deutschen wieder mehr auf Qualität statt auf den Preis achten, werden sie sich auf dem absteigenden Ast sehen und eventuell umdenken.

  2. Friedrich sagt

    Das ist genau die Linie von Brüssel und Berlin . Alles was Nahrungsmittel sind soll billig sein.
    Autos , Reisen usw. sollen gekauft oder gemacht werden. Das bringt die Wirtschaft in Gang.
    Die Rohstofferzeuger müßen nur kurz vor dem Tod bewahrt werden, damit weiter produziert wird. Hier entlarvt sich die Politik selbst mit dem Nachhaltigkeitsgerede.Aber wie sagt man so schön :Wahltag ist Zahltag !!

  3. Walter Parthon sagt

    Artikel vom Bauernverband
    Leitmedien an Seite der Bauern.
    Die Medien zeigen Verständnis für die Landwirtschaft.
    Dagegen sinkt das Verständnis für die Politik.
    „Die Welt“: Ökopopulismus behindert Lösungen
    Christian Malzahn von der WELT sieht in der Agrarpolitik einen Ökopopulismus, der Krisenlösung behindert. Man leiste sich eine hysterische Diskussion um Glyphosat, das seit Jahrzehnten ohne einen Schadensfall im Einsatz sei. Manch Grüner und Sozialdemokrat zeichne ein Zerrbild moderner Landwirtschaft als Boden- und Brunnenvergifter. „Das ist Öko-Populismus, sonst gar nichts“, so Malzahn.
    Bestraft würden Bauern, die in der Vergangenheit genau das getan hätten, was ihnen geraten wurde: Höfe modernisieren, Kapazitäten erhöhen, in Technik investieren. Nun könnten sie oft ihre Kredite nicht mehr bedienen, weil der Verfall der Milchpreise ihre Einkommen halbiert. „Das hält keine Branche dauerhaft aus. Dennoch dringen die Bauern nicht durch: In der Politik wird nicht darüber debattiert, wie man das Verschwinden des Landvolks verhindern kann“.
    „Der Spiegel“. Fair Trade nicht für deutsche Bauern
    Jakob Augstein schreibt im SPIEGEL: „Es verfallen nicht nur die Preise. Es verfällt das Vertrauen. Bauern werden scheel angesehen. Als handelten sie mit Sondermüll. Jeder hat eine Meinung. Kaum einer hat Ahnung.“
    Er zitiert Werner Schwarz, den Präsidenten des Bauernverbands von Schleswig-Holstein, der seinen Landwirten aus der Seele gesprochen habe: “Ich kann Ihnen heute sagen, dass unsere Landwirtschaft so gut ist wie vielleicht nie zuvor und dass sie weltweit ihresgleichen sucht. Sie werden mir das glauben, denn Sie kennen die Fakten. Aber erzählen Sie dies einmal einem Journalisten, einem Tier- oder Umweltschützer.”
    Augstein akzeptiert dies, verweist aber auch auf die Verbraucher: „Sie wollen gute Lebensmittel zu bezahlbaren Preise, die jederzeit lieferbar sein sollen, aber das Wort industriell wollen sie nicht hören. Und das Schreddern von Hähnchenküken soll bitte auch aufhören.“ Fair Trade solle für Kaffeepflanzer aus Costa Rica gelten – aber nicht für deutsche Milchwirte.
    Auch manche Forderung nimmt Augstein aufs Korn: Romuald Schaber, Chef des BDM verlange eine Anti-Melk-Prämie. Augstein augenzwinkernd: „Das könnte ein Weg sein, nicht nur für Landwirte. Man sollte viel mehr Leute dafür bezahlen, ihre Arbeit nicht zu tun: zum Beispiel Journalisten für nicht geschriebene Artikel.“
    „FAZ“: Der Verbraucher entscheidet über eine Kultur
    Über das Schicksal der Bauern entscheidet laut Berthold Kohler von der FAZ der Verbraucher. Er warnt: „Die Politik, die Milliarden in den langsamen Abschied vom Bergbau steckte, will nun mit Millionenhilfen die Brutalität des Preisverfalls mildern. Die Entscheidung aber, wie viele deutsche Bauern nach diesem Überlebenskampf noch auf ihren Äckern wirtschaften werden, trifft ein anderer: der Verbraucher.“
    Kohler warnt: Der Verbraucher solle nicht übersehen, dass auch die reine Orientierung am Preis einen hohen Preis habe: „Aufgegebene Bauernhöfe werden zu Ruinen. Mit ihnen stirbt eine ganze Kultur.“

  4. bauerhans sagt

    es handelt sich um eine PRESSEINFORMATION,
    das sagt eigentlich alles!
    hier gibts einen grossbäcker,der viel roggen verarbeitet und in einer pressemitteilung jammerte,dass der roggenpreis so gewaltig gestiegen wäre.
    roggen liegt preislich immer am unteren ende der preisskala.

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