Video
Kommentare 39

Vor 50 Jahren – was hat sich geändert?

Was hat sich in der Landwirtschaft und Agrarpolitik seit 1968 geändert? Eine sehenswerte Reportage des Bayrischen Rundfunks. Da kommt man schon ins Grübeln…

(Aufrufe 679 gesamt, 1 heute)

39 Kommentare

  1. fingerphilosoph sagt

    Wenn man demselben Text (minimale Anpassungen inklusive) Bilder aus der Landwirtschaft 2018 unterlegt, kann kann gut erkennen, dass es eben doch die Technisierung ist, die den Bauern zunehmend aus dem Bauerntum verdrängt. Mit ihrer Verehrung für Fendt & Co. leben die Bauern ganz im christlichen Geist: Liebet eure Feinde und tut Gutes denen, die euch Böses tun.

    In dieser Hinsicht sind die Bauern heute ja sogar noch einen Schritt weiter als die Bauern von vor 50 Jahren. Damals haben die Bauern noch Strohpuppen mit Namensschildern aufgehängt, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, die Bauern von heute hingegen säen ein paar Blümchen, lächeln freundlich und dienen sich denen an, die ihnen den Garaus machen.

    Seit 50 Jahren sind es also immer dieselben Probleme, die die Bauern beschäftigen. Da frage ich mich schon, wie die Bauern auf die Idee kommen, dass die Probleme ausgerechnet jetzt, zu eben diesem Zeitpunkt, gelöst werden.

    Wenn es seit 50 Jahren immer schlimmer wird statt besser, könnte man sich, glaube ich, sich schon mal mit den Ursachen befassen, statt mit immer noch größeren Anstrengungen die Folgen aufzufangen.

    0
    • Alois Wohlfahrt sagt

      Der Historiker Dr. Karl Bosl, sprach 1998 als Festredner zum 40-jährigen Jubiläum des Bayerischen Bauernverbandes über den „Landmann des ausgehenden 20. Jahrhunderts“.

      „Der traditionsverhaltene Landmann des 20. Jahrhunderts steht der wortgewandten, selbstbewußten Welt der Händler und Manager, dem ungewohnten Marktmechanismus hilflos gegenüber. Vorsicht und Tradition allein helfen dem ernsten, unsicheren, schlichten und ehrlichen Menschen auf dem Lande nicht mehr. Sein Lebensstandard bleibt weit hinter dem der Städter zurück. Technik und Organisation sind an sich seine Helfer, aber die fortschreitende Technisierung zerstört auch seine Lebenswelt.“

      Der Bauernverband hat diese Worte sogar in eine Festschrift geschrieben, aber verstanden worden ist es wohl nie. Sowas wurde und wird in den landwirtschaftlichen Verbänden nie reflektiert. Statt dessen galt und gilt nach wie vor: „Weiter so“.

      0
    • Inga sagt

      „Seit 50 Jahren sind es also immer dieselben Probleme, die die Bauern beschäftigen. Da frage ich mich schon, wie die Bauern auf die Idee kommen, dass die Probleme ausgerechnet jetzt, zu eben diesem Zeitpunkt, gelöst werden.“

      Siehst du Fingerphilosoph,
      die Antwort hast du dir jetzt selbergegeben:

      „Wenn es seit 50 Jahren immer schlimmer wird statt besser, könnte man sich, glaube ich, sich schon mal mit den Ursachen befassen, statt mit immer noch größeren Anstrengungen die Folgen aufzufangen.

      Ja,
      es wird Zeit sich mit den Ursachen zu befassen, endlch mal!

      und wie man oben aus dem Film heraus hören kann
      gibt es diese Festpreise, die damals festgelegt wurden.

      Das ist du Ursache, da muß man dran rütteln, wenn es ginge, ohne dne Verbraucherer niedriger in die Tasche greifen zu lassen!
      Und die Umwelt soll auch ws davon haben.

      Na ja alle in die Industrie gehen, um unser Lebensunterhalt zu verdienen und alles verwildern lassen,
      so ein paar beamtete Rancher können wir wohl bezahlen.

      Die Lebensmittel wo anders aus der Welt holen, die kaufen ja dann auch unsere Wirtschaftsgüter!??!

      Geht das auf?

      0
    • Paulus sagt

      @ Fingerphilosoph
      Deiner Argumentation, dass die Technik (Fendt & Co) Feind der Bauern sei, kann ich nicht folgen. Schließlich bedienst Du dich auch nicht mehr des Reis’schen Telefonapparates oder dem des Alexander Graham Bell. Nur mal so als Beispiel.
      Ich bin, wahrscheinlich im Gegensatz zu Dir, auf einem Hof in ungünstiger Mittelgebirgslage aufgewachsen und musste schon als Kind z.B. Futterrüben hacken, Kartoffeln auflesen und wer weiß was alles. Wenn mein Vater in bestimmten Lagen Holz gerückt hat, mit dem Pferd wohlgemerkt, musste ich mit raus weil es zu gefährlich war allein zu arbeiten. Und ob Du es glaubst oder nicht, ich habe mit dem damaligen Wallach auch selbst Holz gerückt, ganz allein, als hochgewachsener schmächtiger junger Spund. Eine elende Plackerei war das und mit einer Forstwinde an einem ordentlichen Schlepper hätte man das mit weitaus weniger Aufwand erledigen können. Das Argument mit der Bodenverdichtung stimmt übrigens nur bedingt. Ein schweres Rückepferd, das x-mal über eine Rückegasse trampelt verdichtet den Boden mehr als ein ordentlich geführter Vollernter, sprich Harvester.

      In einem gebe ich Dir Recht; nicht alles was uns als modern und notwendig verkauft wird ist auch wirklich gut oder erforderlich. Unserem 1.Auto, einem genial konstruierten Renault R4 trauere ich heute noch hinterher. Dafür leiste ich mir jetzt privat ein ebenso geniales und einfaches Auto russischer Herkunft. Zuverlässiger als meine hochgezüchteten und mit allem Pipapo ausgestatten Dienstkarren ist der allemal.
      Bin jetzt vom Thema abgewichen. Ach so, die größten Feinde der Bauern … sind wahrscheinlich bestimmte eigene Verbandsvertreter, nach den NGO’s. Jetzt bekomme ich garantiert was auf die Ohren.

      4+
      • Brötchen sagt

        @paulus. Mit dem Lada liebäugle ich auch. Mal längere Strecken ist in der Kiste möglich? Bzw. Was verbraucht der?

        0
        • Paulus sagt

          @Brötchen
          Ich fahre jetzt den 2. Niva, ein älteres Modell, war ursprünglich nur für die Jagd gedacht, wir fahren ihn aber auch sonst sehr gerne. Die längsten Strecken die wir praktisch an jedem 2. Wochenende zwischen dem Rheinland und Ostbelgien oder dem Sauerland fahren sind so ca. 130-150 km. Das klappt ganz gut und man übt sich in Gelassenheit. So 10 bis 12 Liter schluckt er und die Beschleunigung ist auch nicht so toll, eher unterirdisch.
          Dafür ist das Ding aber unverwüstlich, absolut zuverlässig und die Werkstatt sieht ihn nur mal zum Ölwechsel oder so oder wenn neue Reifen fällig sind. Die neueste Version kostet ab Importzentrum Buxtehude wohl gerade mal so ca. 11.000,00 EUR. Im Gelände und vor allem im Winter, auf nicht geräumten Straßen, nehme ich es mit jedem SUV der Edelmarken auf, garantiert! Wenn alles steht, brakt man mit so einer kompakten russischen Karre mal eben durch den Straßengraben und das war es auch schon.
          Ich hoffe, dass mein Beitrag jetzt nicht als unzulässige Werbung gelöscht wird, schließlich hat Brötchen gefragt.

          0
          • Brötchen sagt

            8danke Paulus! man sieht den ja im Gebirge oft und bei Jägern. wollte den auch eher für meine hobbylandwirtschaft, wo es nicht auf Schönheit ankommt. es gibt ja bei YouTube videos, wo der den Mercedes im Durchkommen schlägt. ist aber eben russentechnik, aus einem Stück Metall gefeilt.

            0
          • Brandenburgbauer sagt

            Paulus,der Brandenburgbauer hat im letzten Jahr einen von seiner Frau zum Geburdtag geschenkt bekommen. Keinen neuen aber einen solide gebrauchten. Er macht mir jeden Tag viel Freude. Das Familienauto, ein Mondeo- Kombi, wird nun endlich etwas geschont.
            Feld und Waldwege waren nicht so sein Ding. Spritverbrauch kann ich bestädigen.Ein Nachteil für mich, ist die fehlende Klimaanlage. Wenn es dann an die 30 Grad geht ist es drinnen nicht mehr so angenehm.
            Die Russen haben aber gleich eine Lösung in der Bedienungsanleitung
            mitgeliefert : wenn innen warm alle Fenster öffnen.
            Bei Bedarf kannst Du auch das ein oder andere Foto haben,zum Beispiel
            der Niva 4X4 beim Einsatz nach dem Sturm “ Friederike“
            hj-gresch@outlook.com

            0
      • fingerphilosoph sagt

        Etwas zu benutzen, heißt nicht, dass man es insgeheim gut findet und bloß nicht zugibt: eine unausgesprochene Botschaft, die in deinen Kommentaren regelmäßig irgendwie mitzuschwingen scheint.

        Oft hat man leider nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Sich der Technik vollständig zu verweigern, heißt heutzutage, mit der Gesellschaft, in der man lebt, nicht mehr kompatibel zu sein. Wer nicht ein Mindestmaß an Kompatibilität aufrechterhält, fliegt aus der Gesellschaft raus, wird zum Sozialfall und verspielt dadurch die Freiheit, sein Leben noch irgendwie selber zu gestalten. Unsere Welt ist inzwischen dermaßen technisiert, dass ein nicht-technisiertes Individuum darin keine Chance hat, sondern untergeht. Tja, Paulus, das habe ich in meinen jungen Jahren bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus ausprobiert. Ich weiß, wovon ich rede.

        Die körperliche Anstrengung ist beim Technikverzicht gar nicht das Problem. Die Bandbreite, in der ein Körper sich an Gegebenheiten anpassen kann, ist erstaunlich groß. Die Bauern früherer Generationen haben sich körperlich deutlich mehr angestrengt als heute, was diese Vorfahren jedoch offenbar nicht daran gehindert hat, abends auf den Dorffesten wie die Verrückten zu tanzen. Wie passt denn das deiner Ansicht nach zusammen?

        Umgekehrt wird ein Schuh draus: Durch den Einsatz von Technik verliert der moderne Mensch zunehmend seine körperliche Leistungsfähigkeit und muss deshalb abends ins Fitnessstudio, um nicht zu verfetten. Der moderne Mensch verbraucht also zunächst Fremdenergie, um die körperliche Anstrengung zu vermeiden, und danach braucht er Fremdenergie, um sich im Fitnessstudio künstlich körperlich anzustrengen. Was allerdings nur eine Notlösung ist. Denn die Mädchen sind inzwischen ja trotzdem beinahe gleich stark wie die Jungs bzw. die Jungs so schwach wie die Mädchen. Da ist dann gut gendern.

        2+
        • Paulus sagt

          @Fingerphilosoph,
          von wegen „abends auf den Dorffesten wie die Verrückten zu tanzen … “
          Wenn Du diese elende Plackerei mal erlebt hättest, garantiere ich Dir eines: Du würdest am Abend nur noch einen sehr langsamen Walzer tanzen. Da hing die Hose um 21:00 Uhr kalt am Bett und so zwischen 04:30 und 05:00 Uhr in der Früh war Aufstehen angesagt. OK, heute mag das alles etwas anders sein.

          0
      • Alois Wohlfahrt sagt

        @Paulus: Der Fehler beim technischen Fortschritt in der Landwirtschaft ist nicht die Technik an sich. Sondern, das was man daraus macht. Und das sind Überschüsse, Preisverfall, Umweltprobleme und letztlich Strukturwandel, der die hochgelobte bäuerliche Kultur besiegelt. Das Übel beginnt mit dem alten Selbstbild, wo der Bauer nur produziert. Und sich um sonst nichts kümmert. Darum wird von bäuerlicher Seite immer über den LEH geklagt. Weil dort die technischen Innovationen, sprich Warenwirtschaft und Marketing, umgesetzt werden. Und die Bauern dabei zu anonymen, unter Preisdruck austauschbaren Rohstofflieferanten geworden sind. Das Klagen über diesen Sachverhalt täuscht dann darüber hinweg, dass diese Entwicklung mit tatkräftiger Hilfe bäuerlicher Verarbeiter und Berufsvertretungen jahrzehntelang vorangetrieben wurde und immer noch protegiert wird. Eine Änderung kann nur eingeleitet werden, wenn auf bäuerlicher Seite selbstkritische Reflektion betrieben würde.

        3+
      • Inga sagt

        Ja Fingerphilosph,

        der Fendt und Co sind nicht der Bauern ihr Feind, sondern Kollegen
        Er macht von den modernen Bauern höchstens die Produktionsweise und Technik schlecht, weil die etwas gegen die Natur ist.

        Aber ein Bauernfamilie will auch leben und den Kindern Markenklamotten kaufen.

        Was will man machen bei den Politischen Bedingungen, in die man eingebunden ist. Hast doch gehört, dass oben von den Festpreisen in 1961, die heute noch gelten gesprochen wurde.
        Und damals mußte die kleine BRD und DDR das ganze Deutschland von vorher als es noch Reich hieß, ernähren, weil ja die aus den Ostgebieten geflüchteten auch jeden Tag essen wollten. wo sollte es denn herkommen, deswegen hatten wir ja bis 1955 Hungersnot. Das dürfte nie mehr vorkommen und so haben dann die Politiker auch 1961 noch entschieden,
        Und die immer teureren Landmaschinen und ihre Reparaturen wollen auch von diesem 1961 festgelegtem Geld bezahlt werden. Da hängt ja eine ganze Industrie mit vielen Arbeitsplätzen dran.
        Haben Fendt u. Co Recht?
        Was kann man da machen, Denkfaule, die sich selber nicht gut genug sind, schieben den Bauern den Schwarzen Peter zu. Ist ja einfach, zu einfach um fachgerecht darüber urteilen zu können.

        Aber so etwas wollen wir doch unserem Fingerphilosophen nicht zutrauen, oder?

        0
  2. Friedrich sagt

    Aus heutiger Sicht sehe ich die Landwirtschaft in den 1960er und 1970er Jahren noch als romatische Landwirtschaft. Alles ging seinen Gang. Der Einfluß auf die Höfe von „Außen“ kam nicht ständig und so hart wie heute. Die körperliche Arbeit war härter, aber es gab Regeln . Zusatscheinwerfer an den Schleppern und Mähdreschern waren nicht nötig , denn man arbeitete nur bei Tageslicht. Durch die in fast allen Betrieben vorhandene Tierhaltung war das so vorgegeben. Die Ernteerträge waren bei 50% der von heute. Die Preise mehr als doppelt so hoch wie heute. Wenn eine schlechte Ernte in Deutschland war , dann stiegen die Preise. Die Milch wurde noch in 20 ltr. Kannen zur Milchrampe gebracht. Dort, oder beim dörflichen Schmied fand der soziale Austausch statt. Ich erinnere mich , daß ich als Lehrling anfang der 1970er Jahre Weizen für 57 DM/dt (29Euro) zum Landhändler gebracht habe. Von diesen Preisen ,heute 17 Euro/dt , können wir jetzt nur träumen. Damals waren wir im Vergleich zu heute noch „Freie Bauern“. Je mehr die EWG oder EU Einfluß bekam , desto mehr Preisdruck , Bürokratie und Unfreiheit mußten wir erleben. Seitdem wurde kräftig rationalisiert, vergrößert, mehr gearbeitet und am Ende des jeweiligen Jahres war man nicht weiter als ein Jahr zuvor. Alle Bauern die das nicht mitgemacht haben gibt es heute nicht mehr. Die Hofaufgabequote seit den 1968er Jahren lag zwischen 3% – 10%/Jahr . Das hat sich bis heute nicht geändert. Deshalb sind es heute nur noch 275.000 Höfe und die Aufgabequote ändert sich nicht. Inzwischen haben wir die Weltmarktpreise erreicht . Die Flächenprämien decken inzwischen nicht mehr die EU-Bürokratiekosten mehr ab ,sodaß wir heute unter Weltmarktkosten wirtschaften müßen. Wenn wir mal die Versprechungen der Politik sehen , dann kann man feststellen , daß die Politiker uns immer belogen haben. Das gilt eben heute immer noch. Um uns noch mehr „Fertig“ zu machen , hat man heute die NGOs noch zur Hilfe geholt. Vertrauen in die Politik ist auch heute noch „Fehl am Platze“. Nur persönlicher Einsatz, Beraterhilfe , gute Produktion und der Einsatz des „Spitzen Bleistiftes“ sichern uns das Überleben.

    2+
    • Inga sagt

      Danke für den Beitrag, Friedrich,
      alles richtig
      aber warum gab es 1969 im HR-Fernsehen eine Sendung die hieß:
      Bauer mit dem Rechenschieber?

      also auch damals mußten Bauern rechnen.
      Und damals gab es auch Familienbetriebe, die aufgeben mußten.
      ach irgendwelche Auflagen gab es auch, „wie Milchkammern und gekühlte Milch“ vom Veterinäramt.
      Oben, das da auf dem Foto müßte 1968 schon illegal sein.
      Weiterhin war man mit Lieferterminen udn Wetter unter druck, wie z.B.:

      „In den 60igern und 70igern hat man sich freiwillig Extralampen an den Mähdrescher und Rübenroder gemacht, damit man in der Nacht oder späten Abend noch arbeiten konnte.“

      Mit dem Mähdrescherzeitalter war die Zeit, nur bei Tageslicht zu arbeiten vorbei.

      Selbst ich im 1. Schulljahr in 1961 habe abends im Dunkeln den Bulldog auf dem Stoppelfeld weitergefahren, als mein Vater die Garben von Selbstbinder aufgeladen hat und Mutter auf dm Wagen hat sie gestapelt.

      Aber sonst konnten die Leute in der Zeit, während der Ernte noch vor der Tür sitzen.
      Habe ich mir erzählen lassen.

      Und ich dachte der Mähdrescher wäre eine Arbeitserleichterung und auch Lebensqualitätverbesserung!?!

      War oder ist er das?

      2+
  3. Brandenburgbauer sagt

    Moin, ich finde das Thema was Willi heute ins Netz stellt sehr interesant.
    Die Reaktion war ja bisher bescheiden.
    Am 1.9.1968 habe ich meine Lehre zum Agrotechniker in einem Lehrausbildungsbetrieb begonnen.
    Damals wurde ich von der LPG meines Heimatorte dorthin delegiert. Mit der Forderung, nach Abschluss der Lehre kommst Du zurück. Ich kannte bis dato nur Korn (Roggen) Hafer und Futterrüben. Da wo ich jetzt Lahrling war gab es alles was der Feldbau zubieten hatte.Zu. Rüben Gesrste,Weizen und vieles mehr.
    Lehrjahre waren damals keine Herrenjahre das habe ich ganz schnell begriffen.
    Im gegensatz zu heute. UB 1 und UB 2 waren unsere Arbeitsgeräte. ( UB steht für Universalbagger ) 1 war der Spaten und 2 die Schaufel. Es war damals Knochenarbeit die wir verrichten mussten. Wenn man als Lehrling, nach dem 1 Lehrjahr gut war wurde man Gespannführer. Man war Chef über 2 Pferde. War für mich eine Schöne Zeit, aber auch mit vielen Macken der Pferde verbunden, die diese im Frühjahr so hatten, wenn nach dem langem Winter, endlich die Natur wieder zu sehen war. Durchgegangen sind sie mir dann öfter, das liegt aber in der Natur der Sache. Im 3. Lehrjahr hatten sich dann unsere Wünsche endlich erfüllt. Wir durften einen Traktor selbständig fahren. Es gab in der Lehrausbildund einen Pionier und einen Famulus. Das waren Traktorentypen die zu dieser Zeit Standart in unserem Ausbildungsbetrieb waren. In dieser Zeit kam auch der ZT 300 und der D4K auf den Markt. Eine Revolution, für die Landwirtschaft.
    Meine Geschichte könnte ich noch weiter fortsetzen. Aber ich will ja nicht langweilen.

    1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Der Brandenburgbauer hat es geschrieben:

          UB 1 und UB 2 waren unsere Arbeitsgeräte. ( UB steht für Universalbagger ) 1 war der Spaten und 2 die Schaufel.

          1+
          • Inga sagt

            Ja Danke,
            ich habe es noch mal gelesen und dabei die Firmenbezeichunugen von den Traktormarken auch erfahren.

            0
    • Inga sagt

      Das ist doch nicht langweilig, Brandenburger!

      Wie viel PS hatten denn die Traktoren und welche Technik?
      Wir in unseren Familienbetrieben hatte bestimmt kleinere Traktoren, aber mit 3Punktanhängung und Frontlader.

      Und die 3Punktanhängung konnte man verschieden Maschinen anhängen, die dann mit der Zapfwelle angetrieben wurden.

      Wie lange es die Zapfwele gab,weiß ich nicht, jedenfalls hatten wir die an dem alten Schlepper aus den50igern schon, denn damit ist auch der Selbstbinder (der später wie auch die Dreschmaschine von Mähdrescher ersetzt wurde) angetrieben worden.

      Mit dieser Zapfwelle wurde auch der Miststreuer angetrieben.
      Diesen Miststreuer haben wir1961 bekommen, aber der Traktor aus den 50iger war zu schwach für den, deswegen konnte dessen Zapfwelle auch dessen Triebachse antreiben, damit er voll beladen mit Rüben oder so aus dem tiefen Tal an die Anhöhe gezogen werden konnte.

      1968 war natürlich ein größerer Bulldog (DEUTZ Bauj.1962) da mit Technik wie Bauer Willi sein JD 1120 Bj 1970.

      Er hatte nicht nur diese Doppelbremse, mit deren Hilfe man einen kleineren Wendekreis machen konnte, sonder er hatte auch eine Doppelkupplung, wenn man die ganz durchgetreten hat, dann blieb die Zampfwelle erst stehen.
      Also konnte man beim Pressen auch mal stehen bleiben und die Zapfwelle betrieb die Presse weiter; für wenn mal zu viel an Heu oder Gras für sie da war.
      Im Stall war die alte Eimermelkmaschine auch nicht mehr, man hatte eine Rohrmelkanlage mit 2 Melkwerken.
      Durch die Rohrmelkanlagen kamen die Milchkannen, wie oben auf dem Foto zu sehen sind, auch weg und man stellte sich Milchtanks mit Kühlanlage, die vom Veterinäramt vorgeschrieben wurden in die Milchkammern.
      Und auch die Entmistungsanlagen hatten Einzug genommen!
      Vielleicht gab es im Dorf noch Nebenerwerbslandwirte ohne Entmistungsanlage udnum die Milchkannen lief eine Wasserkühlung.

      In der DDR waren doch ganz andere Entwicklungsmöglichkeiten durch die LPG da, oder?

      Ob es nach 1968
      genauso viele Erdneungen in der Technik gegeben hat?
      Vielleicht, aber dann eben andere.
      Und man brauchte ab da auch nicht mehr so viele Fremdarbeiter.

      Der Rübenroder wurde da auch noch wie der Selbstbinder an die Seite des Schleppern gehängt und mit der Zapfwelle angetrieben, konnte nur eine Reihe ausmachen und hatte Blatt und Rübenbunker, die dann da abgelassen wurden wo sie hin sollten, die Rüben an den Feldrand und die Blätter immer da hin wo der Bunker voll war. Jedenfalls praktisch mit dem Frontlader aufzuladen und ins Silo zu laden.
      Und heutzutage ist er ein Selbstfahrer wie der Mähdrescher und macht gleich mehrere Reihen aus.

      Habe gerade jemanden erzählt, wie die Kantine im VW Wolfsburg frischen Spinat bekommt.

      Da wird von den Bauern bei Wolfsburg große Flächen Spinat angebaut, so Selbstfahrer wie Mähdrescher ernten sie ab und fahren das Erntegut so schnell wie möglich in die Kantine, wo er so gleich verarbetet wird.
      Einen frischeren Spinat kann man doch gar nicht bekommen,
      höchstens die Bäuerin aus dem eigenen Garten, die erntet nur mit Messer und Schüssel jeden Tag frisch.
      Sie kann auch vitaminschonend einfrieren fast so wie Fa. Iglo, die ja auch auch von den Bauern rund um Wolfsburg beliefert werden,damit sich die selbstfahrende Vollernter auch lohnen.

      1+
      • Brandenburgbauer sagt

        Moin Inga, hätte garnicht soviel Interesse für meinen Beitrag erwartet.
        Du bist ja sehr „Neugierig“ freud mich sehr. Details wie Du von mir erwartest,kann ich Dir leider nicht Exakt liefern.Von der Lehre bis zur Rente habe ich in diesem Betrieb
        gearbeitet, hat nur keiner gemerkt.

        0
        • Inga sagt

          Moin Brandenburger,

          also hast du im Herbst 1968 mit Deiner Lehre auf der LPG angefangen.
          zuerst mit der Hand Erde umgraben, dann mit dem Pflug hinterm Pferd und dann endlich mal mit dem Traktor.
          Das ist vollkommen richtig, so erlernt man einen Beruf.
          Mein Mann hat wie meine Schulkameraden den Beruf zu Hause im Familienbetrieben bei seinem Vater erlernt.
          Ist wie sie mit Traktor aufgewachsen, kennt aber auch noch Zugtiere.
          Er hat Ordentlich von seinem Vater das Pflügen erlernt und zwar richtig, aber wahrscheinlich gleich mit dem Bulldog, denn er ist ja damit auch groß geworden, d.h. er hat als Kind schon mal kleine Aufgaben übernommen, auch beim Garben oder Kartoffelsäcken aufladen den Bulldog vorgefahren, also hat man im Familienetrieb schon als Kind so seine Aufgaben und kann schon manchen, auch Traktor fahren.
          Also konnte er dann bestimmt gleich mit dem Schlepper anfangen.
          Wie oft hat er von seinem Vater eingetrichtert bekommen, dass man beim Pflügen geradeaus fahren muß und eine ordentliche Furche dahin legen muß, nicht dass das so aussieht:
          Als ob eine Osse da naus gepinkelt hat.

          Deswegen mußtest du bestimmt erst mit der Hand umgraben, dann mit dem Pferd oder Ochse und erst mit dem Bulldog, oder? Ist doch irgendwie sinnvoll, oder?
          Mein Schulkamerad eben ein Jahr später, als du, bei seinen Eltern auf dem 30 ha Betrieb seine Lehre angefangen.
          Was, die Geräte vorher das Pferd gezogen hat, hat in 1968 dann der 2.Schlepper gezogen, meistens ein gebrauchter vom Händler gekauft, der hat erst noch die Geräte vom Pferd gezogen , dann nach und nach wurden diese Geräte für den Bulldog, Traktor entwickelt, auch gekauft und konnten somit mehr und waren entsprechen teurer, war ja mehr Technik dran.
          Dann hat man aber schon an den Nachbarn geschielt, der doch zur Arbeit in einem Industrieellen Betrieb ging, ob er die Landwirtschaft nicht aufgab und man seinen Betrieb pachten konnte,
          so kam es auch, aber nicht sofort , sondern ganz allmählich.
          man konnte seine Tiere mit in den eigen Stall stellen und seine Äcker und Wiesen mit den besseren teuren Maschinen mit bewirtschaften.
          So kam es, dass auch hier in der alten BRD Das ganze Dorf nur ein Bauernhof war, wie in der DDR früher.
          Deswegen sind ja auf dem Gebiet der ehemaligen DDR dieser Zusammenschluss der LPGs so geblieben.
          Das Eigentum wurde geregelt und den Eigentümern wird Pacht bezahlt, aber der Betriebsleiter war nur einer, der für sein Handeln selbst verantwortlich war. Wie das mein Schulkamerad für seinen Hof auch.
          Weil es in dem kleinen Dorf nur noch ein oder zwei Bauern gibt, hat er es wahrscheinlich auch verpachtet, denn er fand so ca. nach seiner Lehre Anfang der 70iger eine andere außerlandwirtschaftliche Beschäftigung.
          Damit er doch ein eigenes Auto leisten konnte.
          Denn das warf der Betrieb nicht ab.
          So wird es Bauer Willi auch gegangen sein.
          Nun steht er da und muß sehen, dass nicht alles den Bach runtergeht, denn da gibt es ja verschiedenen Strategien.
          Mein gleichaltriger Cousin ging es genau so, er mußte das Auto mit seinen Eltern teilen, war bestimmt nicht so schön, wenn seine Eltern Abends meine Eltern besucht hatten, mußte er um eine bestimmte Uhrzeit kommen und sie abholen.
          Das wird seine Freundin ganz schön gestört haben.
          Jedenfalls hat er dann irgendwann geheiratet, seine Frau hatte einen Beruf, wie inzwischen alle hier in in der BRD auch und gab ihn für den Bauernhof nicht auf.
          Dann hatte er die Gelegenheit noch ganze Betriebe dazu zu pachten, ich dachte schon der Hof geht auch in die nächste Generation weiter, aber irgendwann hat er ihn wohl auch verpachtet und geht einer Beschäftigung bei der Genossenschaft nach. Ob da der Beruf des Landwirts anerkannt wird?
          Mein Schulkamerad und Nachbar hat für den Industriebetrieb extra eine Umschulung gemacht.

          So sind wir mit dem Maschinen und Tieren auf dem eigenen Bauernhof große geworden.
          Das hat geprägt.
          Und wie war es bei Dir?
          Stammst du auch aus eine landw. Betrieb, wann sind deine Eltern zur LPG beigetreten?
          Was hattet ihr in den 50igern für eine Technik im Betrieb?
          Deswegen gibt es hier auf Oldtimertreffen so viele OldtimerTraktoren aus der ehemaligen DDR zu sehen, weil die vor dem Zusammenschluß zur LPG in der eignen kleinen Scheune eingemottet wurden und ihren neuen Zustand erhielten.
          Bei uns wurden sie gefahren bis zum auseinanderfallen, außer ein paar Ausnahmen.

          So, wenn man hier in den Familienbetriebenen als Kind schon eingebunden war,dann will man doch wissen, wie es den Brüdern in der DDR so ging.

          Deswegen die vielen Fragen an dich, Brandenburger

          Bestimmt nicht von mir und Marc

          0
          • Brandenburgbauer sagt

            Moin Inga,mit Deinen vielen Fragen an mich, hast Du viele wie ich dachte graue nicht mehr vorhandenen Gehirnzellen aktiviert.Um es vorwegzunehmen, über mein Leben und was ich alles erlebt habe, könnte ich Bücher schreiben. Wenn wir im Familienkreis oder bei Feiern die die Familie zusammensitzen dauert es meist nich lang und die Aufforderung kommt erzähl doch mal.
            Ich stamme auch aus einem landwirtschaftlichen Betrieb. Mein Opa von dem ich das meiste gelernt habe ist für damalige Verhältnisse sehr spät in die LPG eingetreten. Das er überhaupt eingetreten ist, war meine“ Schuld “ .Wenn ich ca.13.00 Uhr
            aus dere Schule kam hat mich meine Oma schon an der Hoftür empfangen, mit einem Zettel von Tätigkeiten die unbedingt heut zu erledigen waren. Es kam die Zeit da hatte ich auf deutsch gesagt „Die Schnautze voll. Es gab ein Gespräch mit meiner Mutter meinem Opa und der Oma. Fazit, wenn Ihr nicht endlich in die LPG eintretet haue ich von zu hause ab. Es war 1963 oder 1964. Nach langer Disskusion ja wir treten ein, in die LPG Typ I. Zum Verständnis Es gab damals 3 LPG -Typen. Bei Typ I wurden nur die landwirtschaftlichen Nutzflächen eingebracht. Alle Tiere die wir hatten wie Rinder, Schweine ,Schafe, Hühner wurden noch individuell in den eigenen Ställen gehalten.
            Seine Arbeitskraft stellt man aber der LPG voll zur Verfügung.
            Auch dieses Modell hat mir nicht gefallen, da die Aufgaben nicht viel weniger wurden. Früh morgens 4.00 Uhr aufstehen, mit meiner Mutter zusammen, Ausmisten, Kühe melken alle per Hand wir hatten keine Melkmaschine,füttern einstreuen und schon war es 6.30 Uhr. Frühstück, Ranzen packen und ab zum Unterricht, der begann 7.00 Uhr.
            Mein Vater arbeitete in diesen Jahren ausserhalb, heut nennt man das Montage.
            So, wenn ich an dieser Stelle nicht aufhöre finde ich bestimmt kein Ende.

            0
  4. Mark sagt

    Um auf die Frage von Willi einzugehen. Die (Markt-)Probleme von damals haben wir auch heute noch. Der Strukturwandel hat diese nicht gelöst. Aber er hat neue geschaffen, industrielle Landwirtschaft, Massentierhaltung etc.pp. sind noch hinzugekommen. Zurückblickend muss man nüchtern feststellen, wer den Sektor LW verlassen hat, hat alles richtig gemacht.

    6+
    • bauerhans sagt

      „Zurückblickend muss man nüchtern feststellen, wer den Sektor LW verlassen hat, hat alles richtig gemacht.“

      hier gibts einen betrieb mit 5ha eigentum,die immer nebenbei sehr erfolgreich schweine gezüchtet hatten.
      vor ca.35 jahren musste ein anderer betrieb seine 50ha verkaufen,weil er „heisse geschäfte“ gemacht hatte,der käufer verpachtete diese fläche an den nebenerwerber mit den 5ha,der dadurch zum vollerwerber wurde.
      die bewirtschaften heute um die 100ha und mästen ca.1500 schweine im „Geschlossenen System“(eigene ferkelzucht).

      2+
      • Inga sagt

        Ja, aber wie lange hat er Zukunft?

        Wie sinnvoll ist das?
        Wirtschaftet der Betrieb umweltfreundlicher und hat mehr Tierschutz, wenn die kleinen Ferkel im eigenen Betrieb bleiben dürfen und das einge Futter bekommen?
        Vieleicht sogar individuelle behandelt?

        Wie wird das von unserem Wirtschaftssystem gedankt und gefördert`?

        0
    • BerndK sagt

      @Mark, der Strukturwandel wurde mit der damaligen Politik doch nur hinausgezögert. Das „schöne“ Geld von damals hätte man besser in die Infrastruktur des ländlichen Raums investieren müssen, damit auch mit weniger Arbeitskräften in der Landwirtschaft, die Menschen dort nicht abgehängt werden. Und was haben wir heute? Kein vernünftiges Internet und marode Bahnhöfe incl Schienenwege…usw.usf. Und (dem technischen Fortschritt geschuldet) wenig Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Also ein langsames Ausbluten der Provinz, das in den sechzigern verhindert werden konnte, wenn dieses Geld anders investiert worden wäre.

      0
      • Mark sagt

        Brandenburgbauer erzählt gerade von der anderen Seite der Mauer. Dort hat man wohl Geld ausgegeben um den Strukturwandel massiv voran zu bringen. Und es wurden Strukturen geschaffen, die teilweise heute noch bestehen und denen im Westen weit „voraus“ sind. Die Probleme erscheinen mir heute ähnlich auf beiden Seiten zu sein. Auch im Osten sind die Betriebe, trotz „bester“ Strukturen auf die Direktzahlungen angewiesen.
        Die Probleme bzgl. vernünftigem Internet , maroden Bahnhöfen etc. hängen m.E. nicht mit der Agrarpolitikk der 60er zusammen.

        3+
        • Inga sagt

          Ja,
          so ist es.

          ob die niedrigen Preise, die Bauern für ihre Produkte erlösen nun besser bei die Maschinenpreise von heute passen?

          Die Maschine kann ja mehr als früher und ist dadurch noch teurer, aber die landwirtschaftlichen Preise sind immer noch die alten und deswegen müssen die Maschinen schneller mehr können …
          Wie sinnvoll ist das?
          Die beiden Wirtschaftssydteme haben sich ja angeglichen.
          Ist das kulturell sinnvoll?

          Wie leidet die Natur darunter?

          0
        • Obstbäuerin sagt

          In den 80ger Jahren waren die LPGen der Mittelpunkt der Dörfer. Sehr oft betrieben diese Kindergärten, Kultur- und Gemeinschaftszentren, Sportplätze, Kantinen usw.. Obwohl die technische Ausrüstung oft zu wünschen übrig lies, waren viele Genossenschaftsbauern mit ihrer Situation zufrieden. Einige haben das erst nach der Wende realisiert.

          1+
          • Brandenburgbauer sagt

            Ja so war das zu dieser Zeit. Alle Maßnahmen ob Dorfeste,Veranstaltungen der Feuerwehr oder vieler anderer Vereine im Ort wurden großzügig und unendgeldlicht durch die LPG unterstützt. Es wurde geholfen und unterstützt wo es notwendig war. Auch bei der Schaffung von benötigtem Wohnraum, es wurden unzählige Häuserblocks auf eigene Kosten erstellt,
            von der eingenommenen Miete konnte man nicht leben, im Gegensatz zu
            heute. Es war eine ganz andere Zeit.

            0
          • Inga sagt

            Ja,
            mein Vater hat Euch oft beneidet,
            weil seine Frau, meine Mutter ja bei uns im Familienbetrieb mit raus ins Feld mußte und deshalb kamen Kinder, Garten und Haushalt zu kurz.
            Und Kindergarten gab es bei uns im Dorf nicht.
            Dafür war die Oma da, die bei uns dann leider schon verstorben war.

            0
        • BerndK sagt

          @Mark. Vielleicht habe ich mich etwas genauer ausdrücken sollen: Der Strukturwandel in Westdeutschland wurde bis in die 70iger Jahre von der Politik durch die Garantiepreise ausgebremst. Der technische Fortschritt führt in jedem Wirtschaftszweig, und besonders in der Landwirtschaft (da es hier natürliche Grenzen (Boden)) des Wachstums gibt, zu strukturellen Umbrüchen und damit zurFreisetzung von Arbeitskräften. Durch eine Politik, die der kleinsten Einheit das Überleben garantiert, wurde versucht diese Anpassung zu verhindern. Das hat viel Geld gekostet, welches besser in eine wirtschaftliche Entwicklung des ländlichen Raums, neben der Landwirtschaft, investiert worden wäre. Diese Fehler hängen uns meiner Meinung bis Heute nach (deshalb der Verweis auf schnelles Internet und Schienennetze). Die Landflucht (ausserhalb eines Pendlerradius) wird doch eh schlimmer. Die Landwirte gelten bei vielen Steuerzahlern, wegen der EU Exzesse in den 60ziger Jahren, immer noch als „Subventionskönige“, welches dem Image der Landwirtschaft wirklich nicht guttut.
          Es können ja nicht mehr alle, die in den ländlichen Raum hineingeboren wurden in der Landwirtschaft arbeiten. Deshalb fehlen jetzt dort Arbeitsplätze, bzw sind durch mangelhafte Infrastruktur gefährdet.
          Der „Strukturwandel“ in der DDR war hingegen politisch gewollt und hat, wie man bei @Brandenburger nachlesen kann immerhin dafür gesorgt, dass die Leute einen geregelten Arbeitstag hatten. Die, wie Du sagst „besten Strukturen“ sorgen heute auch für Menschenleere Gegendenden. Und die Direktzahlungen werden von Investoren, die ausserhalb der bäuerlichen Landwirtschaft stehen, in Ihren Kalkulationen eingepreist.

          0
  5. Inga sagt

    Ja,
    dann sind die garatnierte Festpreise an allem Schuld.

    Und natürlich die vielen Umzüchtungen (Magerfleisch oder helles Kalbsfleisch durch mangelnde Fütterung) für den Markt, geht auch gegen die Natur und ist bis zum gewissen Grade Tierquälerei, oder?

    Und die teuren Lagerkosten sind ja durch regelnde Subventionen abgelöst worden, oder?

    0
  6. bauerhans sagt

    vor 50 jahren wurde hier massiv in die mastschweinehaltung investiert,weil bis zu 450 DM für ein schwein erlöst wurde.
    wenn dann jemand 150 mastplätze hatte,war das ein grossbetrieb.
    bei 100 DM deckungsbeitrag pro schwein und 2,2 umtrieben im jahr,ergab sich ein deckungsbeitrag von 30000 DM!
    die sauenhaltung war oft bei den nebenerwerbern zu finden und bestand aus 6 bis 12 sauen,ohne eber,die sauen wurden zum decken zum nachbarbetrieb gefahren!
    wenn eine maschine gekauft wurde,dann bezahlte oma diese nach anlieferung bar aus der zigarrenkiste!
    der dorfmetzger,den ich in den 1980er jahren belieferte,kam sonntagmorgens und bezahlte bar in kleinen scheinen!

    1+
    • Inga sagt

      Bis in die 80iger noch Barzahlung?
      Ach diese Zahlungsart war Tradition, Dorfmetzger schlachtete gewerblich?
      Nicht zu verwechseln mit Hausmetzger!

      0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.