Bauer Willi
Kommentare 115

Sind Sie auch gegen…GenFood?

Was der Papst segnet und Greenpeace hasst: Golden Rice. Doch um den geht es nicht. Dieser Reis ist ein Synonym für grüne Gentechnik. So wie Glyphosat für „Pestizide“ steht.

Der nachfolgende Artikel stellt die Meinung des Redakteurs dar. Erst lesen und dann kommentieren.

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/04/gentechnik-genfood-pflanzen-ernaehrung-gesundheit/komplettansicht

Bevor jetzt wieder einer um die Ecke kommt und mir vorwirft, ich wolle die Gentechnik verteidigen: Ich möchte eine Meinung zur Diskussion stellen, die nicht dem Mainstream entspricht. 

Euer Bauer Willi

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115 Kommentare

  1. Heinrich Graf sagt

    Wenn ich mir die Kommentare zum Thema durchlese, komme ich zu dem Ergebnis, dass wir in Deutschland ein Stadium relativen Wohlstandes und Sattheit erreicht haben. Wir betrachten und beurteilen Sachverhalte und Entwicklungen zunehmend weniger rational und faktenbasiert. Einige kritische Geister machen sich ihre eigene Wahrnehmung der Dinge als unumstößliche Wahrheit plausibel und begründen diese mit abstrusen Verschwörungstheorien. Das wird zu sozialer, politischer und weiter zu rechtstaatlicher Instabilität führen mit der Folge der wirtschaftlichen Stagnation. Die Konsequenzen daraus werden zu breiten Wohlstandsverlusten der Menschen und damit verbundener wirtschaftlicher Unsicherheit führen. Ich befürchte, dass erst dann unsere Gesellschaft wieder zur sozial- und wirtschaftspolitischen Vernunft kommen wird. Wenn nicht, dann wird unser Gemeinwesen auf Staatsebene auseinanderbrechen, mit allen Folgen die in der jüngeren Menschheitsgeschichte studiert werden können. Am Beispiel EU ist das mit der Entscheidung der Briten für den Brexit sowie der Unwilligkeit der EU-Staaten untereinander mit dem Umgang der Flüchtlingsproblematik und der Untätigkeit bei der Hilfe für überforderte Länder wie Griechenland und Italien zu beobachten. Die EU ist bereits dabei, politisch auseinanderzubrechen. Da wirkt auch das Wahlergebnis in Italien als ein Katalysator.

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  2. Bauern – und jetzt meine ich nicht nur Willi, sondern auch einige von denen, die hier kommentieren – die den Verbraucher bashen, weil der sich willfährig von Lebensmittelkonzernen abhängig macht und die sich gleichzeitig willfährig von Saatgutkonzernen abhängig machen, indem sie sich für Gentechnik aussprechen, kann ich nicht wirklich ernst nehmen. Da wird mir doch zuviel mit zweierlei Maß gemessen. Denn es ist ja wohl klar, dass aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen und Prüfvorschriften, Gentechnik nur von Konzernen betrieben werden kann, weil sie in der
    Entwicklung eben enorm teuer ist.

    Ich glaube, die großen Saatgutkonzerne freuen sich über die NGOs wie Greenpeaces, NaBus & Konsorten und es würde mich nicht wundern, wenn die Konzerne die NGOs über zwei Ecken sogar finanzieren. Die NGOs sind die willfährigen Diener der Konzerne.

    1. durch ihren Protest und ihr Geschrei zwingen sie immer noch mehr gesetzliche Bestimmungen herbei, die in der Umsetzung so teuer werden, dass nur ein Konzern sich das leisten kann. Damit werden alle kleinen und mittelständischen Konkurrenten vernichtet.

    2. durch die teilweise idiotischen Argumente der NGOs, die manchmal falsch, manchmal verzerrt, manchmal gelogen sind, um Spendengelder einzutreiben, wird der kritische Blick von den wirklichen Problemen der Gentechnik abgelenkt und jede berechtigte Kritik verunmöglicht. Besser kann man Kritiker gar nicht mundtot machen.

    Ich wünsche mir eine Diskussion, die über die Eigeninteressen der Konzerne, der Bauern und der NGOs hinausgeht.

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    • BerndK sagt

      Du sprichst ein Hauptproblem an: Genforschung kostet Geld! Aber anstatt durch staatlich-universitäre Forschung grüne Gentechnik vehement zu fördern, um sie meinetwegen auch aus sozialethischen Blickwinkeln zu betrachten, wird sie (von allen Parteien-siehe Koalitionsvereinbarung) verteufelt. Somit werden gewinnorientierte Firmen geradezu dazu aufgefordert mit Paketen aus Patenten, GVOs und massgeschneiderten Chemikalien Monopole aufzubauen zum Nachteil bäuerlicher Landwirtschaft.

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      • Ja, ja, die sozialethisch betrachteten armen blinden Kinder, die dann auch noch herhalten müssen, damit Geldmacher und Wissenschaftler die Welt mit Produkten beglücken können, die keiner braucht und keiner will. Gerade so als ob Golden Rice alternativlos wäre. Lass mal die Ethik und das Moralgetue weg. Darum geht es weder den gewinnorientierten Firmen noch den NGOs noch den Bauern.

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      • Kontext sollte ja auch in jeglicher Betrachtung oberste Priorität haben und kann daher nicht oft genug thematisiert werden. Nur weil wir zunehmend Kontext durch die Möglichkeiten von Fremdenergie ersetzen, schaffen wir ein robust scheinendes Gebäude, das auf einem immer fragiler werdenden Fundament steht.

        Isolierte Meinungsbildung und Interpretationsnudging ist in der Wissenschaft längst Alltag und ein Armutszeugnis. Ein Armutszeugnis ist es auch, sich selbst keine eigene Meinung bilden zu können und sich stattdessen, mal eben auf die Schnelle, auf den “Durchblick“ qua(c)kender Stimmen zu verlassen – ohne den Text mal durchzugehen und sich damit zu beschäftigen.

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        • Mark Rössler sagt

          Wie kommen Sie darauf, ich hätte mir nicht schon Texte dort durchgelesen?
          Mir war die Organisation bekannt, es gibt immer wieder Personen, die die verlinken.

          Fragil ist Ihre fragwürdige Quelle, mit Pseudowissenschaft, nennt man auch Quacksalber.
          Es steht Ihnen ja frei daran zu glauben, genau auf diesen Ihren Glauben wird ja in dem Artikel eingegangen. Aber das merken Sie anscheinend nicht, es reicht nur das Wort Gentechnik und schon schaltet die German Angst ein.

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          • Angst vor der Gentechnik, egal in welcher Form und bei welchem Organismus angewandt, habe ich keineswegs, weil ich die Versprechen und Möglichkeiten dieser Technologie in den Kontext unseres Treibens einzuordnen vermag. Angst machen mir eher die Blindheit, die offenbar immer mehr Menschen befällt, und das sich verbreitende Unvermögen ganz einfache Zusammenhänge zu erkennen sowie die Konsequenzen zu verkennen, die sich aus der fortschreitenden Vereinfachung und Veralllgemeinerung einfacher Zusammenhänge ergeben. Fortschreitende Probleme durch Vereinfachungen, sie haben keine Grenze, jenseits welcher sie uns als untragbar erscheinen. Solange sie langsam genug geschehen, können sie immer schlimmer werden, ohne als immer schlimmer werdend empfunden zu werden. Das ist, was wir im Grunde unter Fortschritt verstehen.

            Allein, dass CRISPR und Co, sowie andere Formen der Genmanipulation derart diskutiert werden, zeigt doch bereits, wie wenig Verständnis über die einfachen Zusammenhänge des Lebens vorliegt … und das gilt nicht nur für die Gentechnik, sind wir doch die einzige Spezies, die immer mehr Zweifel dahingehend hat, was sie essen soll/muss, um sich zwecks Gesunderhaltung angemessen zu ernähren.

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  3. Sabine sagt

    Ja, die Sache mit dem Hai in der Nordsee und der Gefahr beim Baden in derselben zu Fischfutter zu werden.
    Schauen wir uns mal an, was in den letzten Jahrzehnten wirklich Probleme macht. Eingeschleppte Arten und Krankheitserreger, die per Schiff, Flieger und LKW fröhlich um die Welt reisen. Also Schluss mit der unkontrollierten Mobilität von Waren und Menschen? Und dann Steckrüben- statt Avocadorezepte im Winter? PCs aus Deutschland statt China?
    Würde vllt. auch der Klimabilanz gut tun, wird aber nicht passieren. Nicht nur, weil dann die Wirtschaft so richtig ins Schleudern kommt.
    Es ist halt mit der Weltrettung nicht so einfach. Man muss sich was raussuchen, worauf der Verbraucher in Europa und Nordamerika verzichten kann ohne es wirklich zu vermissen und es muss einfach sein und , ja, das richtige Bild, das braucht es auch.
    Wenn man sich das so anguckt, könnte man zum Verschwörungstheoretiker werden. Denn die von Greenpeace und Co. angezettelten Medienschlachten helfen nicht bei der Lösung der wirklich wichtigen Probleme, sie lenken nur Geld und Aufmerksamkeit ab. Es gibt sicher in den Firmenzentralen sehr viele sehr dankbare Manager, die froh sind, dass sich niemand damit aufhält darüber nachdenkt, ob John Lockes Thesen wirklich so doll waren, dass man ganze Staaten und Wirtschaftssysteme darauf gründen und rechtfertigen kann.

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  4. Philipp sagt

    Der durchaus sehr differenziert verfasste Artikel beschäftigt sich primär mit den gesundheitlichen Risiken beim Menschen, nach dem Verzehr von GV Nahrungsmitteln und der darüber geführten Debatte.

    Für mich ist nach wie vor eine der wichtigsten Fragen, ob dieser „Transfair“ (oder wie man das nennt) von GV Pflanzen durch z.B. Pollenaustausch ausgeschlossen werden kann. In der Praxis: Wenn ich konventionellen Mais anbaue (oder auch züchte/vermehre) und mein Nachbar GV Mais anbaut, ich mir sicher sein kann, dass sich das Erbgut nicht ungewollt vermischt und so der Anbau von GVO freien Pflanzen nicht mehr garantiert werden kann.
    Kann diese Vermischung ausgeschlossen werden, ist es möglich bei einer vielleicht erst in 100 Jahren erkannten Negativfolge den Anbau sofort zu beenden. (Mais war nur ein Beispiel und steht für alle Pflanzen).

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    • Jochen Böhrer sagt

      Da wurden zu Zeiten, da hierzulande GVO erlaubt waren, genug Versuche gefahren und Grenzabstände bestimmt

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    • In Mexiko hat man einen solchen Austausch bei Mais nachgewiesen. Dort sind transgene DNA-Sequenzen, die eindeutig Monsanto-Mais zugeordnet werden, mehrfach in alten heimischen Landsorten aufgetaucht.

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      • Mark Rössler sagt

        Die sind dort aufgetaucht, wo mexicanische Landwirte illegal gvMais angebaut haben.

        Wie meinen Sie, würde man heute in der USA neue Mais oder Raps Sorten züchten, wenn sich alles kreuz und quer verbreiten würde?
        In Deutschland findet man auch keine Mon810 Auskreuzungen, obwohl der hier angebaut wurde.

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      • Staub aus der Sahara findet sich in ganz Europa bis hinauf zu Spitzbergen. Inseln, die Tausende von km von den Landmassen entfernt liegen, sind bewachsen. Da kann man mir nicht ernsthaft erzählen, dass Pollenflug eingrenzbar ist und die Auskreuzung von GvOs durch einen Mindestabstand zwischen Feldern dauerhaft verhindert werden kann. Das ist ja lachhaft.

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      • Philipp sagt

        Das habe ich auch schon in einer Doku gesehen…
        Es ging wohl teilweise soweit, dass (anderes Beispiel, aber vom Prinzip das gleiche) Monsanto die Bauern mit den transgenen DNA-Sequenzen in ihren Pflanzen verklagte, da sie ja „deren“ Pflanzen unrechtmäßig anbauten. Diese Zustände möchte ich hier und sonst nirgends haben! Mag natürlich sein, dass das wieder nur „Medienpropaganda“ war, aber da wär ich mir nicht so sicher.

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        • Mark Rössler sagt

          „Medienpropaganda“
          trifft es genau.

          Percy Schmeiser hat illegal RR-Raps vermehrt und angebaut, nicht ohne Grund hat er die Unkrautbehandlung mit Glyphosat durchgeführt.
          In Deutschland sind auch Landwirte verklagt worden wegen unerlaubtem oder nicht angemeldetem Nachbau, ganz ohne Gentechnik.

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          • bauerhans sagt

            „..sind auch Landwirte verklagt worden…“

            sogar wegen auskunftsverweigerung,obwohl seitens des aufbereiters nix gemeldet worden war.

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  5. Thea S. sagt

    Ein lesenswerter Artikel, der leider nichts ändern wird. Wir Deutschen lassen uns leicht Angst vor neuen Technologien einreden. Alles was nicht die Hypothese der Aktivisten bestätigt, ist grundsätzlich falsch und/oder von der Industrie bezahlt. Ein Satz aus dem Artikel faßt es gut zusammen: „Die Europäer betrachten die grüne Gentechnik so postfaktisch wie Donald Trump den Klimawandel.“

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  6. Ein Buch und ein Text, die aufzeigen, warum nicht alles, was uns möglich ist, auch notwendig und problemlos ist. Gentechnik, also die von natürlichen Kontexten befreite Manipulation von Erbgut, gehört komplett verboten. Punkt.

    http://www.biocommunication.at/pdf/publications/Artificial%20Natural%20.pdf

    https://www.amazon.de/Altered-Genes-Twisted-Truth-Systematically/dp/0985616903/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1520433445&sr=1-1&keywords=altered+genes+twisted+truth

    Aber wen interessiert das wirklich und wer nimmt sich Zeit, die Zusammenhänge von Grund auf zu verstehen?

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    • Bauer Willi sagt

      Gilt das nur für Grüne Gentechnik oder auch für Gentechnik bei Zusatzstoffen zu Lebensmitteln, die gerade bei veganen Produkten sehr oft eingesetzt werden. Was ist mit grauer, blauer und roter Gentechnik?
      Bauer Willi

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      • Für alle Farben gilt: Gentechnik hat die Schwächung von Leben zur Folge. Warum? Weil, wie bereits angemerkt, Gentechnik sowie Technologien an sich Kontexte auflösen, die über lange Zeiträume und viele Zyklen miteinander verwoben (worden) sind. Gentechnik ist gleichfalls eine Vereinfachung dieser Verwobenheit, die anschließend verallgemeinert wird und so für Probleme sorgt, die es von Natur aus nicht (in diesem Ausmaß) gibt, die wir wieder mit vereinfachenden Technologien angehen usw.

        Lebewesen verkörpern ihre Lebensbedingungen. Gene werden dabei aktiviert oder stumm geschaltet, wobei jede dieser Aktionen Auswirkungen auf das gesamte Genom hat, nicht unbedingt sofort, manchmal erst nach Jahren. Wir manipulieren Gene, weil wir bestimmte eigennützige Vorstellungen von dem jeweiligen Lebewesen haben, dahingehend, was es leisten soll. Allerdings haben wir keinerlei Vorstellung davon, welche Auswirkungen unsere Eingriffe haben. Drukers Buch ist diesbezüglich mehr als lesenswert. Dummerweise passt diese Leistung, die andere Lebewesen für uns leisten sollen, aber nicht zur Umgebung, in welcher das Lebewesen zum Einsatz kommt, weshalb wir zudem die Umwelt an das manipulierte Lebewesen anzupassen versuchen, damit unsere Vorstellungen auch Früchte tragen. Das aber führt zu weiterem Kontextverlust und weiterer Zerstörung der Verwobenheit. Neue Probleme zuhauf.

        Das eigentliche Problem aber, das bisher kaum thematisiert wird, wenn es um Gentechnik geht, ist die Reaktion derer, die die Verwobenheit reparieren und Kontexte bewahren. Damit meine ich das Virom des Lebens:

        http://guidovobig.com/2018/02/27/2001-2010-2100-das-ende-der-menschheit/

        Mit anderen Worten: Je weiter und schneller wir mittels unserer Technologien Verwobenheit und Kontext zerstören, desto eher und deutlicher werden Viren auf unser kurzsichtiges Treiben weitsichtig reagieren müssen, um das Überleben des Lebens unter allen Umständen zu gewährleisten – so wie es das Virom seit Anbeginn des Lebens macht, mit allen Konsequenzen. Nur wollen wir die Konsequenzen nicht am eigene Körper ertragen, auch nicht jene Konsequenzen, die die Folgen unserer Vereinfachungen und deren Verallgemeinerung sind. Weshalb wir immer weiter von der Verwobenheit des Lebens fortschreiten werden – ohne dass wir uns unsere Blindheit eingestehen werden. Im Gegenteil, Schuld werden die Viren und sonst was sein … nachzulesen in einem anderen lesenswerten Buch (auch online möglich):

        http://www.birdflubook.org/g.php?id=5

        Wohin das führen wird? Zur zunehmenden Schwächung unserer Spezies und aller ANDEREN Arten, die wir meinen, mit Gentechnik beglücken zu müssen, damit diese nach unserer Pfeife tanzen. Doch tanzen sollen sie einzig, weil wir es immerzu selbst versäumt haben (und weiterhin versäumen) uns unsere eigenen Fehler einzugestehen und daraus zu lernen. Dafür aber wird die virale Antwort umso deutlicher ausfallen … und das umso wahrscheinlicher, je kälter das Klima sich entwickeln wird, in Abhängigkeit solarer Zyklen, vertragen sich Schwäche und Kälte nicht besonders, wie Winter es von Natur aus seit jeher zeigen. Und kälter wird es auf absehbare Zeit werden …

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        • Mark Rössler sagt

          Naturwissenschaft scheint für Sie eher belanglos,
          ist Ihnen das Agrobacterium Tumefaciens nicht bekannt?

          Ist Ihnen überhaupt bekannt, was Sie heute essen und wie diese Arten/Kulturen entstanden sind?
          Bei Ihrer Einstellung wäre der Teller sehr leer an Gemüse.

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          • Mit anderen Worten: Ohne künstlichen Eingriff unsererseits hätten wir keine Pflanzenkost auf dem Teller und Gentechnik gibt es in der Natur auch. Wollen Sie darauf hinaus?

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            • Mark Rössler sagt

              Sicher gibt es „Gentechnik“ in der Natur, die Süßkartoffel wäre für den Menschen heute ohne nicht genießbar.

              Und der Eingriff in die Entwicklung der Pflanzen (Zucht) beeinflusst seit Jahrtausenden die Pflanzenentwicklung.
              Es ist kein künstlicher Eingriff, es ist ein technischer, egal ob mit Gentechnik, Mutationszüchtungen und Co.

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        • BerndK sagt

          Ziemlich philosophisch Herr Vobig. Aber sie müssen sich im klaren sein, dass Genetiker die Werkzeuge benutzen, die Ihnen die Natur in die Hand gegeben hat. In einem asiatischen Hühner/Schweinestall, wo Nutztiere mit dem Menschen eng zusammenleben wird „natürliche“ Gentechnik in einer Potenz und einer Rasanz „betrieben“ die mit immer wiederkehrenden Grippewellen mehr zur beitragen als der Mensch durch gezielte genetische Manipulation irgendwelcher Spezies überhaupt in der Lage wäre.

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          • Ihr Kommentar zeigt, wie schnell Künstliches als Natürliches verkauft werden kann bzw. wie schnell man von sich verallgemeinerten Vereinfachungen um den technologischen Finger wickeln lässt. Die Werkzeuge, die der Gentechniker nutzt, sind keineswegs natürlicher, sprich, Kontexte bewahrender Art, weshalb der Techniker enormen Aufwand betreiben muss, damit die Gene bzw. die Zelle überhaupt mitspielen. Steven Drukers Buch “Altered genes, twisted truth“ beschreibt die künstlichen Überredungen ausführlich. Organismen tanzen von sich aus nicht nach jeder genetischen Pfeife, sondern bleiben in der Regel dem viralen Dirigenten treu.

            Das Labor des Gentechnikers ist nie der Ort, wo das Lebewesen unter natürlichen Bedingungen Veränderungen an seinem Genom erfährt. Allein aus diesem Grund spricht in vivo nie die Sprache, die der Techniker in vitro verstehen will. Oder anders ausgedrückt: In vitro entspricht den Emojis, in vivo aber spricht wortgewandt in unzähligen Dialekten die Sprache des Lebens.

            Was Sie als “natürliche“ Gentechnik auffassen ist keineswegs mit dem zu vergleichen, was der Mensch künstlich im Labor bewirkt, denn die natürliche Deutlichkeit und Schnelligkeit geschieht einzig, weil lokal epigenetischer Druck entsteht – in der Regel durch menschliche Einflussnahme auf Lebensbedingungen in Form biologischer Entartung, wie z. B. in der Massenhaltung oder durch Verbreitung von Monokulturen und/oder der Zerstörung von Diversität, einhergehend mit enormen Überschüssen von Energie oder aber extremen Mangel an selbiger. Je weniger Diversität besteht und je enger immer weniger verschiedene Arten auf kleiner werdendem Raum zusammengehalten werden, desto deutlicher fällt die natürliche Reaktion aus – muss sie gar ausfallen, damit Lebendigkeit, in welcher Form und mit welcher Konsequenz auch immer, bewahrt bleiben kann – und sei es “nur“ in bakterieller oder viraler Form. Bezüglich der Schnelligkeit anbei ein eindrucksvolles Beispiel:

            https://aeon.co/essays/the-selfish-gene-is-a-great-meme-too-bad-it-s-so-wrong

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    • Gentechnik: damit wird dem interessierten Laien bereits etwas suggeriert, was so nicht stimmt. Im herkömmlichen Sinn des Wortes befasst sich Technik mit Unlebendigem. Medizintechnik meint bspw. den Kernspintomographen oder das Skalpell. Kein Mensch sagt, dass er medizintechnisch manipuliert wird, wenn er zum Arzt geht. Sondern er wird dort behandelt. Gentechnik: es wird so getan, als bestünde zwischen einem Organismus und einem Apparat kein Unterschied. Welch ein Irrtum!

      Wären die Gene nämlich nur der Bauplan, als den sie dem interessierten Laien verkauft werden, gäbe es zwischen Genotyp und Phänotyp keinen Unterschied. Diesen Unterschied gibt es jedoch, und manchmal sind die Phänotypen so verschieden, das man nicht mal denselben Bauplan darin erkennt. Ein wunderbares Beispiel ist der Lachs, den man im Meer nicht wiedererkennt, wenn man ihn zum erstenmal im Süßwasser gesehen hat.

      Wenn man die DNA bloß als Bauplan zur Proteinsynthese identifiziert, kommt man zum Schluss, dass 90% der DNA bloß „junk“ sind. Unnütz, überflüssig. Na gut, ein paar der nicht-codierenden DNA hat andere Funktionen, regulatorische bspw. wie die Promotoren und die Enhancer, aber egal 85% sind immer noch „junk“, von dem die Wissenschaftler nicht wissen, was er eigentlich soll. Blöde, überflüssige Repetitionen. Von 85-90% der DNA weiß man also nicht, was das eigentlich soll, aber egal, trotzdem kann man beliebig Erbinformationen gegeneinander austauschen.

      Bauer Willi würde bestimmt auch nicht merken, wenn man seinen Sohn gegen einen anderen austauscht, der fast gleich aussieht. Nicht mal, wenns ein in Wahrheit ein Roboter ist. Denn zwischen einem lebenden Organismus und einer Maschine besteht ja kein Unterschied. Und selbst, wenn Bauer Willi das merkt, was soll’s? Schließlich hat auch der ausgetauschte Bauer-Willi-Sohn Landwirtschaft studiert und eine 1,3 in der Abschlussarbeit.

      Und dann gibts auch noch das Phänomen der „springenden“ Gene: die bleiben im Bauplan gar nicht da, wo sie hingehören. Man weiß auch nicht, warum die eigentlich springen. Aber egal. Deshalb kann man genmanipulierte Organismen trotzdem in die Welt entlassen.

      Zwischen Mutation, einem springenden Gen und einer Genmanipulation gibt es keinen Unterschied. Suggeriert uns der Wissenschaftler, weil er es nicht besser weiß, denn schließlich ist für ihn ja kein Unterschied zwischen einem lebenden Organismus und einer Maschine mit einem immanenten Bauplan.

      Der Mensch darf beliebig an allen lebenden Organismen herumschrauben und sie verbessern, denn schließlich sind es ja bloß Maschinen. Und der Mensch, vor allem der Wissenschaftler, ist ja schließlich Gott. Auch wenn er keine Ahnung hat.

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      • Paulus sagt

        In dem Artikel geht es darum, wie sich NGO’s bestimmter gesellschaftlich relevanter Themen bemächtigen, bzw. diese aus eigenem Interesse dazu erheben und um sonst Garnichts. Was das mit einem geklonten Sohn und Ähnlichem zu tun hat erschließt sich mir nicht.
        OK, man kann als Philosoph schon mal daneben packen. Kommt bei dir aber auffällig häufig vor.

        2+
          • Mark Rössler sagt

            In Südkorea können Sie Ihren Hund klonen lassen und er wird außer dem Aussehen nicht der selbe sein.
            Ist aber ein anderes Thema.

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          • bauerhans sagt

            „Ich bin halt ein Querdenker..“

            ich versuche,um die ecke zu denken…….!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Querdenker mit einem weiten Horizont?

            Wer außer sie selbst ist auch der Meinung, dass sie einen weiten Horizont haben?

            1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wer außer sie selbst ist auch der Meinung, dass sie einen weiten Horizont haben?

              1+
            • Mein weiter Horizont zeigt sich u.a. darin, dass ich mir diesen nicht durch andere Meinungen bestätigen lassen muss, denn das würde den Horizont ja wieder beschränken.

              Damit will ich sagen, nur ein beschränkter Geist fragt in dieser Hinsicht nach der Meinung von anderen.

              Ich stehe für mich selbst und brauche keine Bestätigung durch Andere.

              1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Sich selbst lobende Menschen ist es eigen, daß sie die wenigen Ideen, die in dem engen Kreise ihrer Fassungskraft liegen, mit einer Klarheit ergreifen, die uns in der Schätzung ihres Geistes oft irre macht. Sie sind wie Bettler, die das Gepräge und die Jahreszahl jedes ihrer Cents kennen.

              2+
          • Paulus sagt

            Diese überhebliche Selbsteinschätzung zeichnet auch andere selbsternannte Philosophen aus.
            Es geht doch nichts über ein fundiertes Universalwissen und ich bin da, aufgrund eigenen begrenzten Horizontes, immer tief beeindruckt.
            Die Ursachen für dumme Arroganz sind allgemein bekannt. Manchmal hilft ein Seminar in Sachen Selbstreflektion – oder einfach mal die tägliche Dröhnung wegzulassen.
            Ein gewisser Herr Einstein war übrigens durchaus dankbar für die Meinungen anderer.
            Jaja, ich weiß, alles nur Fachidioten in Sachen Physik und Technik und so …
            Jetzt musst Du schnell die Wikipedia bemühen.

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      • Bauer Willi sagt

        Doch, ich würde es merken. Der Klon würde mir wahrscheinlich weniger widersprechen 🙂
        Bauer Willi

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        • Ich schätz mal, dass der Widerspruch schon dringend notwendig ist und euch beide weiter bringt. 🙂

          Aber mal im Ernst: Die Gentechniker wissen doch tatsächlich nicht genau, was sie tun. Wenn man 85% bis 90% eines Systems oder einer Struktur für „junk“ hält, hat man sie nicht begriffen. Meine Meinung. An den 10%, die man glaubt begriffen zu haben, wird dann jedoch beliebig rumgebastelt. Das nennt sich dann verantwortungsvolle Wissenschaft. Und weil du als Bauer einen kurzfristigen Vorteil davon hast, springst du eben auf den Zug auf.

          Aber ist dir eigentlich bewusst, dass um eine Eigenschaft gentechnisch zu verändern, ich nenne mal die Photorespiration, auf Gensequenzen von 40 Enzymen aus 17 verschiedenen Lebewesen zugegriffen wird, sogar auf welche vom Mensch? Kannst Du es wirklich verantworten, diesen Mischmasch aus Tier, Mensch, Pflanze und Seestern auf deine Felder zu werfen? Beim aktuellen Wissensstand, wo man noch nicht mal die Hälfte begriffen hat?

          Ja, stimmt schon: seit 30, 35 Jahren sind gentechnisch veränderte Organismen im Umlauf und bis jetzt ist nichts passiert. Das ist aber ein ziemlich blödes Argument.

          Der Mensch produziert seit 100 Jahren Kunststoffe. Wir wissen aber erst seit ein paar Jahren, dass das Zeug, fein verrieben, im arktischen Schnee und in unseren Flüssen wieder auftaucht und dass manche Flüsse, wie die Donau, inzwischen mehr Plastikteilchen als Laich pro Liter enthalten. Die Veränderung der Welt durch Kunststoffe lässt sich, da es sich um anorganisches Material handelt, leichter nachweisen als das, was GvOs mit ihrer Umwelt machen.

          Es stimmt, was Guido Vobig sagt: Lebewesen sind in erster Linie die Verkörperung ihrer Umwelt.

          Du siehst doch schon an den durch Züchtung entstandenen Lebensformen, wieviel Aufwand und Energie ständig notwendig ist, um sie am Leben zu erhalten. Wieviel Diesel, Maschinen, PSM und Dünger du brauchst. Und anfällig bleibt das Zeug ja trotzdem, wie man aus deinen Berichten hier mitkriegt, wenn es mal zuviel oder zuwenig regnet, oder zu warm oder zu kalt ist. Die Toleranzspanne von dem, was Bauer anbaut, ist im Grunde doch sehr gering. Es ist doch jedes Jahr ein Bibbern bei euch Bauern, ob aus der Ernte was wird. Das liegt eben daran, dass es Züchtungen sind, und je hochgezüchteter, also ihrer Umwelt entfremdeter, desto empfindlicher, desto mehr Aufwand seitens der Bauern.

          Das gilt auch für diese Hochleistungskühe. In irgendeinem von deinen Berichten war mal zu lesen, dass diese Rieseneuter-Kühe eine Klimaanlage im Stall brauchen und sozusagen unterkühlt werden müssen, weil sie sonst überhitzen.

          GvOs sind ihrer Umwelt aber noch weit mehr entfremdet als Züchtungen. Züchtungen sind immerhin nur Veränderungen innerhalb derselben Art, die auf natürliche Weise miteinander eingekreuzt werden können. GvOs sind in der Regel aber artüberschreitend. So was wie das obige Beispiel. Und das macht schon einen erheblichen Unterschied. Deshalb ist Gentechnik nicht nur eine schnellere Züchtungsmethode, wie manch einer hier zu glauben scheint.

          Ich garantiere dir, dass GvOs dauerhaft noch mehr Aufwand und Energieeinsatz für den Bauer bedeuten als Züchtungen es jetzt bereits tun. Und noch mehr Bibbern, ob die Ernte was wird. Und das ist die optimistische Variante der Folgenabschätzung. In der pessimistischen Variante kommt was dabei raus, was unser Plastikproblem als geradezu unbedeutend erscheinen lässt.

          3+
          • Philip sagt

            Zum Begriff „junk-DNA“
            Dieser wurde erstmals in den 1960er Jahren geprägt, als sich zeigte, dass nah verwandte Arten sich manchmal um 10er Potenzen in der DNA-Masse unterscheiden. Damals vermutete man, dass grosse Teile keine Funktion haben dürften.
            Heute sieht man das nicht mehr so, man spricht eher von non-coding-DNA, DNA die nicht für Proteine codiert. Grosse Teile dieser DNA sind in der Tat regulatorisch aktiv.

            Allerdings kann es sehr gut möglich sein, dass grosse DNA-Abschnitte wirklich ausschliesslich als Spielwiese der Evolution dienen und im augenblicklichen Moment der Untersuchung im Labor keine Funktion erfüllen, ausser eben „da“ zu sein. Und in so einem Fall wäre der Begriff „junk“ relativ passend.

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            • Exakt. In den 60er Jahren ging man davon aus, dass alles, was nicht codiert, „junk“ ist. Bei einem geringen (!) Teil dieses „junks“ hat man dann – Überraschung! – festgestellt, dass es gar kein junk ist, sondern dass dieser „junk“ überlebenswichtige (!) regulatorische Funktionen ausübt.

              Die Preisfrage ist nun, ist der Rest – immerhin noch um die 85% – tatsächlich junk oder nicht? Man weiß es bis dato nicht.

              Ist dieses „es kann sehr gut möglich sein“ als Basis für verantwortungsvolle Wissenschaft akzeptierbar? „Können“ ist ein Hilfsverb, das keine Tatsache, sondern eine Modalität ausdrückt. „Möglich“ ist weitaus weniger auf die Wirklichkeit bezogen als „wahrscheinlich“ und schon „wahrscheinlich“ drückt keinen Fakt, sondern bloß eine Annahme aus. Sollte Wissenschaft nicht auf Fakten und nicht auf Modalitäten und Annahmen basieren?

              Und immerhin haben sich die Wissenschaftler in ihrer ursprünglichen Annahme, was den „junk“ angeht, ja schon einmal geirrt. Warum sollten dann die derzeitigen Annahmen richtig sein?

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            • Philip sagt

              Es ist schwierig bis unmöglich zu beweisen, dass etwas das existiert unnötig ist. Denn dann müsste man es z.B. bis in alle Ewigkeit beobachten.
              Aber für mich zumindest ist „junk“ DNA schon dadurch hinreichend erklärt, dass diese als Mutationsspielwiese dient. Vielleicht gibt es gar keinen anderen Grund. Aber wie sollte man das beweisen und ist es überhaupt nötig das zu beweisen? Es genügt doch die philosophische Erkenntnis 🙂

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            • Um zu beweisen, dass etwas unnötig ist, kann man es weglassen, also in diesem Fall einen GvO produzieren, dessen Genmaterial rigoros um besagte 85% junk reduziert wurde. Wo ist das Problem?

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            • Philip sagt

              Das funktioniert ja auch, siehe hier als Einstieg:
              https://en.wikipedia.org/wiki/Minimal_genome

              Allerdings klappt es im Moment nur für Bakterien oder Viren, da diese zum einen kleine Genome aufweisen und zum anderen leicht im Labor in sterilen Bedinungen kultivierbar sind.

              Das Problem ist, man muss erst jedes einzelne Gen verstehen, was bei Pflanzen noch lange nicht erreicht ist. Und je nach Umweltbedingungen ändert sich das Set an essentiellen Genen, und damit auch die Menge der junk DNA.

              Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das irgendwann zumindest möglicher sein wird. Wahrscheinlich gibt es Zwischenschritte mit künstlichen Chromosomen, die definierte Gene enthalten.

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            • Das Problem besteht darin, dass die DNA gar kein Bauplan, sondern eine fluide Struktur und deshalb für uns prinzipiell nicht völlig verständlich ist.

              2+
            • Philip sagt

              Ich verstehe aber nicht, warum das genau ein Problem darstellen soll.

              Wir verstehen ja eigentlich nichts völlig.

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            • Brötchen sagt

              Das sind Schalter, eventuell ein genetisches Gedächtnis für Umweltfaktoren.

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            • Die Wissenschaften versuchen sich und uns einzureden, dass fluide Systeme (wie genmanipulierte Organismen) beherrschbar sind. Sind sie aber nicht. Und das ist sehr wohl ein Problem.

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            • Philip sagt

              Lebewesen sind generell nicht beherrschbar.

              Allerdings gibt es genmanipulierte Organismen ja nicht erst seit gestern.
              Diese und deren Produkte wurden und werden direkt oder indirekt seit Jahrzehnten von Menschen erzeugt und konsumiert.

              Bliebe die Frage wo und wie sich die Gefahr ausgehend von genmanipulierten Organismen jemals manifestiert hat, oder was genau die Gefahr überhaupt ist?

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            • Die Gefahr bei GvOs besteht im Wesentlichen darin, dass damit die Artenschranke fällt. Man muss sich fragen, warum Arten nicht beliebig untereinander kreuzbar sind, oder wenn sie es sind, warum die Nachkommen dann häufig steril sind, wie beim Pferd und beim Esel, wobei diese beiden Arten ja nicht mal sehr weit auseinanderliegen. Man versteht, dass Evolution der Prozess der Ausdifferenzierung ist. Ausdifferenzierung ist gleichbedeutend mit Schranken zwischen den Arten.

              Wenn bei GvOs nun bpsw. 40 Enzyme von 17 verschiedenen Lebensformen kombiniert werden, die so unterschiedlich sind wie Mensch, Pilz, Mais und Seestern, um eine gewünschte Eigenschaft bei einem GvOs zu erschaffen, dann ist das eine Situation, die die Evolution als Prozess der Ausdifferenzierung total auf den Kopf stellt.

              Das ist nicht (nachgemachte bzw. beschleunigte) Evolution, wie von den Gentechnikern gerne behauptet wird, sondern gerade das Gegenteil davon. Es ist nicht Aus-, sondern Entdifferenzierung.

              Wenn sich Lebensformen in der Welt verbreiten, die mit ihrem Dasein die Evolution selbst auf den Kopf stellen, beeinflusst dies das Leben auf diesem Planeten noch mal in ganz anderer Weise wie das bpsw. Plastikmüll vermag. Eines der Risiken, die Artenschranken einzureißen, besteht darin, dass das Leben insgesamt auf ein „niedrigeres“ Niveau zurückfällt, auf das Niveau von Pantoffeltierchen, Geißeltierchen und sonstigen Einzellern.
              Das geschieht nicht innerhalb von 30 oder 50 Jahren, aber mehr als ein paar tausend Jahre wird ein solcher Auflösungsprozess auch nicht dauern.

              Die Frage ist, ob man eines kurzfristigen Vorteils wegen ein solches Risiko tatsächlich eingehen will.

              1+
            • Mark Rössler sagt

              Das Risiko besteht also nur bei Pflanzen?
              Gentherapie scheint hier komplett unbekannt, die wird in der Medizin bereits erfolgreich angewandt. Da lese ich überraschender Weise nichts von irgendwelchen Weltuntergangsszenarien.

              Wenn es um die Grüne Gentechnik geht, dann werden Risiken konstruiert, die man eigentlich auf alles mögliche ummünzen könnte. bei Zuchtvarianten mit Bestrahlung oder Chemikalien wird und wurden solche Szenarien nicht diskutiert…

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            • Mark sagt

              @ f…ph Gelten Deine Bedenken auch gegenüber CRISPR/Cas ? Was ist mit den GVO-Kartoffeln mit Krautfäuleresistenzgen aus Wildkartoffeln?

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            • @ Mark Rössler

              Das Risiko besteht auch bei den andersfarbigen Anwendungsgebieten der Gentechnik. Aber da das hier der Bauer-Willi-Blog ist, wird hier hauptsächlich über grüne Gentechnik diskutiert. Das liegt in der Natur des Blogs.

              Zu bedenken ist jedoch, dass es bei der roten, weißen und grauen Gentechnik in erster Linie um Einzeller und deren Ausscheidungsprodukte geht. Einzeller gehen mit Mutationen anders um als komplexere Lebensformen. Beim Einzeller manifestiert sich eine Mutation eher als Variante oder neue Eigenschaft. Bei einem Vielzeller manifestieren sich Mutationen viel häufiger als Krankheiten oder Ausfälle denn als positive neue Eigenschaften.

              Natürlich gibt es auch bei Bestrahlungen und Chemikalien Risiken. Beispiel Medizin: Bestrahlungen und Chemo-Therapien sind selber wieder krebserregend, aber bis ein Krebs soweit gediehen ist, dass er diagnostiziert werden kann, vergehen im Schnitt 10 Jahre. Und da sagen sich die meisten, 10 Jahre sind besser als 1.

              Seit 1970 haben sich die Krebszahlen in D verdoppelt. Auch die Kinderkrebszahlen. Das kann man also nicht nur auf die gestiegene Lebenserwartung schieben. Aber es gibt für diesen sozusagen epidemischen Anstieg natürlich eine ganze Reihe von Kandidaten, nicht bloß die Gentechnik.

              Interessant ist bspw. dass man ungefähr 10 Jahre nach der Hochphase der oberirdischen Atomwaffenversuche eine Krebs-Anstiegswelle auf der nördlichen Halbkugel feststellen kann.

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            • Ich weiß nicht, ob beim Krautfäuleresistenzgen außer Wildkartoffel noch DNA-Sequenzen aus anderen Lebensformen zur Anwendung gekommen sind. Wenn nicht und wenn die Wildkartoffel mit der gewählten Kartoffelsorte kreuzbar ist, ist das Ergebnis keine transgene, sondern eine cisgene Pflanze. Da schätze ich das Risiko geringer als bei einer transgenen Pflanze ein, aber höher als bei herkömmlicher Züchtung.

              Mit CRISPR/Cas habe ich mich noch nicht ausführlich beschäftigt. Das Bild von der „Schere“, mit der man am DNA-Strang rumschnippelt, scheint mir allerdings schon eine grobe Vereinfachung zu sein.

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            • Philip sagt

              @fingerphilosoph
              Ich habe immer noch nicht verstanden was genau ihre Angst ist.
              Ihre Sätze:
              „Eines der Risiken besteht darin, dass das Leben insgesamt auf ein “niedrigeres” Niveau zurückfällt“
              „Ich schätze das Risiko geringer als bei einer transgenen Pflanze ein, aber höher als bei herkömmlicher Züchtung.“
              lassen mich glauben, dass sie denken, dass durch artfremde Gentechnik letzlich die Menschheit bedroht ist?
              Wie konkret wissen sie nicht; was ok ist, ich glaube niemand könnte auch konkrete Gründe liefern.

              Genau wie von @Mark angemerkt, empfehle ich ihnen in diesem Zusammenhang auch sich etwas mit CRISPR/Cas9 zu befassen. Alle ihre hier in diesem Thread geäusserten Befürchtungen treffen auf diese Art Gentechnik nicht zu, weil sie auch durch evolutive Prozesse so entstehen könnte, ganz einfach.

              Allerdings hat die CRISPR/Cas9 Gentechnik auch Limitierungen. Um nochmal auf das eigentliche Golden rice Thema zurückzukommen, so etwas könnte man mit CRISPR/Cas9 nur schwer erreichen.
              Golden Rice enthält 2 zusätzliche Gene (eines der Narzisse, eines eines Bakteriums) und fällt damit in ihre Kategorie der „Risiko“-Gentechnik.
              Aufgrund solcher Ängste wurde dieses Projekt ja auch letztendlich abgebrochen.
              Sie kennen ja den Hintergrund und das Ziel von Golden Rice. Man hätte es doch wenigstens mal versuchen können! In Abwesenheit konkreter (!) Gefahren. Glauben Sie nicht?

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            • „Befürchtungen treffen auf diese Art von Gentechnik nicht zu, weil sie auch durch evolutive Prozesse so entstehen könnten.“

              Das wird zur eigenen Beruhigung so gesagt, ja, aber diese Annahme ist schlicht und einfach Unsinn. Evolution ist immer und überall Manifestierung/Realisierung und nicht Möglichkeit. Als Möglichkeit verstanden, ist Evolution nämlich total beliebig. Als Möglichkeit verstanden, kann evolutiv auch das Einhorn, das sprechende Bambi, die Minions, der Vulkanier oder blaue Katzenmenschen entstehen. Das ist ein Null-Argument, das überhaupt nichts aussagt.

              Man kann natürlich argumentieren, wenn der Mensch jetzt Pflanzen gentechnisch manipuliert, ist das eine evolutive Realisierung. Das ist korrekt. Aber so gesehen, ist auch die Atombombe eine evolutive Realisierung oder Giftgas oder das KZ. Mit dieser Art von Argumentation kann man alles und nichts rechtfertigen und alles und nichts entschuldigen. Und ja, es hat auch unabhängig vom Menschen schon mehrere Massensterben gegeben. Eine tolle Rechtfertigung für uns Menschen, auch eins zu verursachen und es dann auf die Evolution zu schieben.

              Es geht drum, in welcher Welt wir leben wollen. Als Menschen haben wir da nämlich durchaus Gestaltungsmöglichkeiten, selbst dann, wenn wir uns als Opfer oder Spielball der Evolution definieren.

              Wollen wir in einer Welt leben, in der wir keinerlei Respekt vor anderen Lebewesen mehr haben? In der wir andere Lebewesen beliebig manipulieren, sie umgestalten, ihnen ihren Eigenwert nehmen, sie noch vor ihrer Existenz bereits in Formen zwingen, wie sie uns in unserer kurzsichtigen Denkweise gerade passen? Wir sind ja nicht mal in der Lage, uns sie Welt in 100 Jahren vorzustellen und jeder von uns wird von Eigeninteressen getrieben, die ihm den Blick auf das, was ist, verstellen.

              Ist uns unsere Macht über andere Lebewesen so wichtig, dass wir im Extremfall dafür sogar ein Massensterben in Kauf nehmen? Wer sich für Gentechnik ausspricht, beantwortet diese Fragen mit „ja“.

              Ich beantworte diese Frage mit „nein“. Ich will nicht in einer völlig vom Menschen gestalteten Welt leben. Mir ist es jetzt schon zuviel zu sehen, wie die Menschen die Welt verunstalten. Und darüber hinaus den Planeten gegen die Wand fahren.

              Meiner Ansicht nach sind die Menschen nicht fähig, eine lebenswerte Welt zu gestalten. Was wirklich lebenswert ist in dieser Welt, ist nicht von Menschen gemacht.

              Wenn ich wählen müsste zwischen einer natürlichen Existenz als taubstummer, krummer, pickliger, hässlicher, dummer Mensch und einer menschengemachten gentechnischen Existenz als Mensch mit überscharfen Sinnen, bildschön und hochbegabt dazu, würde ich die natürliche Existenz wählen, denn Glück, Zufriedenheit und ein gutes Leben hängen nicht von Schönheit und Intelligenz und dergleichen ab.

              Und auch nicht von überzüchteten Kühen und auf noch mehr Ertrag getrimmten Pflanzen, die keinen anderen Zweck erfüllen, als manche Leute reich zu machen, koste es, was es wolle.

              Und nein: gentechnisch erzeugte Pflanzen sind nicht notwendig, um in Zukunft eine Bevölkerung, die noch gar nicht existiert, zu ernähren. Das ist ein Schein-Argument, Pseudomoral. Es geht nur um Geld und um Macht.

              1+
            • Wenn es wirklich um die armen blinden Kinder ginge, hätte ein Konzern mit einem Milliardenvermögen im Hintergrund auch andere Möglichkeiten zu helfen, wenn er denn wollte. Die armen blinden Kinder werden doch nur benutzt, um ein Produkt auf den Markt zu werfen, dass außer Geldmachern, Wissenschaftlern und Technikern sonst keiner will. Und das ist eine – wie Bauer Willi so schön sagt – „Sauerei“.

              1+
  7. BerndK sagt

    Als ich die Koalitionsvereinbarung der neuen GROKO zu Themen wie grüne Gentechnik und Glyphosat usw. gelesen habe, bekam ich Angst wohin unsere politische Elite hinsteuert. Anstatt auf, von unabhängigen Seiten wie dem BfR, für unkritisch eingeschätzten Zukunftstechniken zu setzen und zu fördern, wollen sie Diese verbieten. De Facto regieren uns die NGOs. Oder besser: Die NGOs sitzen an dem Regierungstisch. Wie sollen solche Politiker, die der Wissenschaft nicht trauen, überhaupt den komplett Durchgeknallten wie Impfgegnern und Klimaleugnern entgegentreten, wenn sie bei anderen Themen alternativen Fakten hinterherhecheln? Die Glaubwürdigkeit unabhängiger wissenschaftlicher Expertise steht ganz massiv auf dem Spiel. Da hilft kein Globuli gegen den Kopfschmerz, sondern nur hochdosierte ASS, wenigstens bei mir.

    4+
  8. Friedrich sagt

    Wer von Spenden lebt muß den Mainstream beeinflußen. In Deutschland geht das immer gut mit einer Angstdebatte. Angst vor Atom, Gentechnik, Pestiziden,Nitrat, Glyphosat , Allergien,Monsanto, Klonen usw.. . Statt in der Zukunft Chancen zu sehen , wird hier die Angst propagiert. Permanentes Rückwertssehen bringt uns aber nicht weiter. Neue Technologien sind für mich immer zwei Schritte vor und einen zurück, aber immer vorwärts. Das hat unser Land vorangebracht, sind ja schließlich nicht umsonst Exportweltmeister. Inzwischen kann man sagen , daß wir ohne unsere NGOs , Grünen und sonstige Gutmenschen in vielen Dingen viel weiter wären , als wenn wir immer nur die Gefahren erklärt bekommen. Dabei muß jeder wissen , daß wir schon viele Jahrzehnte Gensoya als Futtermittel importieren. Auch div. Medikamente sind gentechnisch hergestellt. Gentechnik ist für mich Züchtung in kürzerer Zeit. Früher dauerte die Pflanzenzüchtung 10 – 20 Jahre für eine neue Getreidesorte .Heute ca. 7 – 12 Jahre und mit Gentechnik eben nur 1 – 5 Jahre . Welch ein Fortschritt.

    4+
  9. Paulus sagt

    Das Thema Golden Rice, bzw. Gentechnik ist hier vom Grunde her sekundär, jedenfalls nach meiner Auffassung.
    Der Artikel zeigt doch nur in erschreckender Weise, wie relativ einfach kampagnefähige Themen von Seiten der NGO’s allein zu deren Nutzen okkupiert werden können. Das Fatale ist, dass man, selbst wenn es sich als wissenschaftlich haltlos erweist, nicht mehr zurückrudern kann ohne einen gravierenden Verlust an Glaubwürdigkeit zu erleiden. Greenpeace musste ein solches Desaster anlässlich der Brent-Spar-Kampagne schon einmal erleben, mit Nachwirkungen bis heute.

    Es gibt ähnliche Beispiele, bei denen keine NGO’s sondern nur die nicht validen Aussagen eines Journalisten des WDR und des ehemaligen grünen Umweltministers in NRW zu nahezu irrsinnigen Aktionen führten. Das betrifft das AKW in Tihange in Belgien, unweit von Aachen.

    Zur Beruhigung, es gibt auch harmlose Beispiele. Wenn Wale grunzen haben wir dank Greenpeace gelernt, dass es sich um wundervolle Walgesänge handelt. Wenn bauerhans‘ Schweine grunzen handelt es sich um … – nein, ich lasse das jetzt. Obwohl, die Viecher sollen klassischer Musik ja durchaus zugeneigt sein. Die Frage an Frau Mörixmann verkneife ich mit jetzt.

    1+
  10. Anja Strauch sagt

    In diesem Artikel wurde, meiner Meinung nach, ein nicht unwichtiger Aspekt, ein nicht unwichtiger „Player“ vergessen: Monsanto. Wenn der Golden Rice in Ländern von Afrika bis Asien an die Bauern verteilt wird und diese ihr eigenes Saatgut selbst herstellen dürfen, dann hat Monsanto keine Schnitte mehr, seinen Genreis und seine Chemie zu verkaufen. Deren Genreis hat gerade in Asiatischen Ländern schon tausende Bauern in den völligen Ruin getrieben und sie werden trotzdem nicht müde, ihren Genreis als den einzig wahren anzupreisen. Die haben auch wenig Interesse, dass der Golden Rice verteilt wird. Wenn man sich nun anschaut, wer in Wissenschaft und Politik von Monsanto „gefördert“ wird, wird einem schnell klar, dass nicht nur Greenpeace ein Interesse daran hat, dass dieser Reis nicht in Umlauf kommt. Und Greenpeace ist, wie man unschwer an vielen völlig sinnfreien Aktionen in den letzten Jahren erkennen kann, zu einem Spendengeilen Haufen verkommen. Die Führungsriege arbeitet Gewinnorientiert und die Marketingabteilung tut ihr übriges.

    1+
    • Bauer Fritz sagt

      Das würde doch heißen, daß die Kampagnen von Greenpeace gegen Golden Rice als Hauptgewinner Monsanto haben und als Hauptverlierer die dortige Bevölkerung.

      Das würde doch weiter heißen, daß Greenpeace einmal mehr genau das Gegenteil dessen erreicht, was propagiert und vorgetäuscht wird.

      Da würde wohl auch heißen, daß Medien in diesem Schauspiel, das sie im Namen der Quotengeilheit und der unreflektierten Abstandslosigkeit und des sich Gemeinmachens „begleiten“, doch genau jene Mitschuld an den toten Kindern tragen im Namen einer Moral, die sie als allumfassendes Banner so gerne vor sich hertragen.

      Das würde doch auch heißen, wir bekommen ein kontinentales Gladbeck serviert – so wie vor 30 Jahren das deutsche Gladbeck-Drama.

      4+
    • Philip sagt

      Monsanto vertreibt weder Genreis noch Pflanzenschutzmittel für Reis.
      Somit bleibt von ihrem Beitrag nichts als verschwendete Energie.

      2+
      • Andreas Müller sagt

        Die Energie ist m.E. nicht verschwendet…

        http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/syngenta-chemchina-ist-bei-uebernahme-am-ziel/19760302.html

        Syngenta-Aktionären, die ihre Aktien bereits angedient haben oder das noch bis zum 16. Mai tun, winkt neben dem Kaufpreis von 465 Dollar – zum aktuellen Wechselkurs rund 461 Franken – zusätzlich eine Sonderdividende von fünf Franken. Endgültig vollzogen werden soll die Transaktion nach Ablauf aller Nachfristen dann am 7. Juni. Chemchina will Syngenta im Anschluss daran von der Börse nehmen. Die Agrarchemiebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Fallend Getreidepreise und instabile Märkte in den Schwellenländern haben den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zugesetzt. Bayer will den US-Konzern Monsanto schlucken, die US-Chemieriesen DuPont und Dow Chemical stehen vor dem Zusammenschluss. Kommen diese Transaktionen zustande, teilen sich zusammen mit BASF vier Riesen den Markt weltweit auf.

        1+
        • Bauer Willi sagt

          Vier Riesen. Genau so wie beim Lebensmitteleinzelhandel. Jetzt kommt noch Amazon dazu und niemand, wirklich niemand, regt sich auf. Doch, einer. Ich.
          Bauer Willi

          3+
    • Paulus sagt

      Rechteinhaberin für Golden Rice ist nach meinem Kenntnisstand Syngenta, nicht Monsanto. Ob Monsanto gentechnisch manipulierten Reis und darauf abgestimmte PSM auf dem Markt hat, konnte ich auf die Schnelle nicht herausfinden.

      GP ist eine international aufgestellte Organisation und lässt sich, allein aufgrund der Größe sowie der Kostenstrukturen wahrscheinlich nicht grundsätzlich anders führen als ein ganz normales Wirtschaftsunternehmen. Die einen verdienen ihr Geld mit Emotionen, die anderen mit Wissen und/oder Waren und die Dritten schaffen weitgehend imaginäre Werte in Form von Money, welcher Art auch immer.
      Wir sollten nicht vergessen, dass wir alle Teil dieses Systems sind – und jetzt versuchen sie mal da auszubrechen.
      Unser geschätzter Fingerphilosoph scheint ja emsig daran zu arbeiten. Ich warte nur noch auf die Erfolgsmeldung.

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      • Philip sagt

        @Paulus
        Monsanto verkauft keinen genetisch manipulierten Reis, eine Quelle z.B. hier:
        https://en.wikipedia.org/wiki/Genetically_modified_rice (Punkt 2.1)
        Übrigens sonst auch keine Firma, die Info zu Bayer im selbigen Wikipedia Artikel ist falsch 🙂

        Natürlich wäre dies generell technisch möglich und beide Firmen (Monsanto und Bayer) haben auch solche Linien in der Vergangenheit entwickelt, jedoch nie kommerzialisiert.
        Nichtsdestotrotz gibt es Herbizid-resistenten Reis (z.B. von BASF), allerdings handelt es sich hierbei um eine konventionelle Züchtung.

        2+
  11. Ehemaliger Landwirt sagt

    >>Während die Amerikaner nach den Chancen neuer Technologien fragen, fragen die Europäer nach den Risiken.<<

    Das geht nur so lange Gut, wie man sich am Weltmarkt mit billigen Lebensmittel bedienen kann.

    1+
  12. bauerhans sagt

    das ist mal wieder eine wohlstandsdiskussion,wo der kapitalismus als „ausgeburt der hölle“ dargestellt wird,obwohl aller wohlstand nur dem kapitalismus zu verdanken ist.

    1+
    • Dann beschwer dich mal nicht, wenn immer mehr Bauern ihre Höfe aufgeben müssen. Oder wenn der Bauer für ein Schwein bloß 6 Euro bekommt. Oder wenn der Verbraucher doch nur billig kauft. Das ist alles Kapitalismus, und darauf beruht der Wohlstand. Jawoll! 🙂

      2+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die DDR ist bankrott unter gegangen, Kuba nähert sich dem Westen, bleibt nur noch Nordkorea, China und ich glaube noch Jemen um glücklich zu sein. 🙂

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        • Chemchina hat jetzt ja Syngenta aufgekauft. Bei Daimler findet wohl auch gerade eine Übernahme statt. Und auch sonst kaufen die Chinesen sich überall ein. Komischerweise immer in Unternehmen mit realen Werten, nicht bloß mit virtuellen Papierwerten.
          Ich glaube, die Chinesen haben das mit dem Kapitalismus inzwischen schon ganz gut begriffen.

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          • Mark Rössler sagt

            Venezuela ist ein Paradebeispiel wo der Sozialismus hinführt.
            Gefeiert von den Agrarkritikern der Welt, gehasst von der eigenen, verhungernden Bevölkerung.

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            • Venezuela ist vor allem ein Paradebeispiel dafür, wie Länder, die auf fetten Ölreserven hocken, gezielt zerstört werden.

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            • Mark Rössler sagt

              Ach so, die werden von dunklen Mächten daran gehindert ordentliche Landwirtschaft zu betreiben?
              Interessant, wo gibt es dazu was zu lesen?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Der chinesische Milliardär und Geely-Eigentümer Li Shufu hat Daimler-Anteile in Höhe von 9,69 Prozent erworben, das ist keine Übernahme.

            China kauft auch jede Menge landwirtschaftliche Flächen, auch in Deutschland. Dann sind es halt nicht mehr deutsche Bauern, die ihre Überschüsse nach China liefern, sondern wir Deutsche müssen bei den Chinesen betteln, dass sie uns was abgeben.

            Was genau jetzt das chinesische Volk von dem kommunistischen Kapitalismus hat, ist mir nicht bekannt?

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  13. Stichworte wie „Glyphosat“ oder „Gen-Food“ kanalisieren das Unbehagen, dem auf andere Weise im Mainstream kein Ausdruck verliehen werden kann. Das Unbehagen hat seine Wurzel in einer tiefen Enttäuschung gegenüber Technologie und Wissenschaft, denn weder das Eine noch das Andere haben gehalten, was versprochen worden ist.

    Jede Technologie hat zweifelsohne ihre Vorteile, aber sie hat eben immer auch ihre Nachteile, die sich regelmäßig erst im Laufe der Zeit zeigen.

    Die Industrielle Revolution hat wenige Menschen extrem reich gemacht, dafür aber zahllose Menschen zunächst mal ins Elend gestürzt. Durch die immer weitere Aufsplittung von Arbeitsprozessen ist die meiste Arbeit zudem sinnlos geworden. Umso mehr, wenn Maschinen und Roboter sie heute besser ausführen können als der Mensch.

    Die Industrielle Revolution hat das Leben sehr viel stressiger gemacht, als es früher war (man denke: vor Urban VIII gabs im Mittelalter 150 kirchliche Feiertage, an denen nicht gearbeitet wurde. Zur Zeit von Galileo Galilei, dieser Leuchte der Wissenschaft, wurden dann die Feiertage auf 50 reduziert. Komisch, warum ausgerechnet in der Zeit, als die Wissenschaften aufzublühen begannen?)

    Auto und Eisenbahn haben uns unbegrenzte Mobilität versprochen, den Menschen dafür aber entwurzelt und zudem, was das Auto angeht, Millionen von Menschen zwischen 1920 und 2000 giftigen Bleidämpfen ausgesetzt, und das, obwohl schon die alten Römer wussten, dass Blei hochgradig giftig ist. Trotzdem hat man das Benzin zunächst damit verbleit und die Umwelt damit verpestet. Das wurde erst im Jahr 2000 in der EU endgültig verboten. Eine solche Vorgehensweise der Techniker und Wissenschaftler ist eben nicht gerade vertrauensbildend.

    Technologie hat uns Wohlstand versprochen, inzwischen sind jedoch viele Menschen dieser Konsumwelt überdrüssig, weil endloser Konsum und das Ständig-zur-Verfügung-Stehen von immer mehr Produkten, die kein Mensch braucht, das Leben eben nicht lebenswert macht. Sondern das Gegenteil ist der Fall. Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen.

    Ich denke, es geht nicht gegen „Glyphosat“ und auch nicht gegen „Gen-Food“, das sind bloß Stichworte. Die tiefere Aussage dahinter ist: „Wir glauben den Versprechungen von Technik und Wissenschaft nicht mehr. Denn jedes dieser Versprechen hatte in der Vergangenheit eine Kehrseite, die verschwiegen wurde, zum Teil absichtlich wie beim verbleiten Benzin, zum Teil weil die Sichtweise der Wissenschaftler und Techniker eben doch eine sehr eingeschränkte ist.“

    3+
    • Bauer Fritz sagt

      Es gibt aber den seit Kindertagen bekannten Reim „Merk´ es bei Zeiten, jedes Ding hat zwei Seiten“. Demzufolge würde bei gleicher Bewertung oder Betrachtung oder „Vorsorge“ vermutlich nichts mehr in den überversorgten europäischen Ländern übrig bleiben, was nur eine Seite hat – außer man sieht es einseitig.

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    • Mausschubser sagt

      Um es mit Karl Valentin zu sagen: Früher war alles besser, auch die Zukunft. Sie vergleichen die (vermeintlich) besseren Aspekte der früheren Zeiten mit den (vermeintlich) negativen Aspekten von heute. Die so glücklichen Zeiten waren auch Zeiten in denen Zähne ohne Betäubung gezogen, eine Infektion oft tödlich verlief, regelmäßig gehungert wurde, für heutige Begriffe verdorbene Nahrungsmittel gegessen werden mussten,… bei genauem Nachdenken kann man sicher noch sehr viele Punkte finden, die wir so im Vergleich zu früher nicht wollen würden.
      Das Problem von heute ist aus meiner Sicht, dass die Ängstlichen und Bedenkenträger immer mehr Gewicht bekommen. Möglicherweise, weil sie dafür Zeit und Mittel haben, die sie früher – ohne die ach so böse Technik – nicht gehabt hätten. Da war das Lesen und Studieren nur der Vermögenden Klasse und dem Klerus vorbehalten.

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