Bauer Willi
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Lasst dem Bürger den Zehnten…

Ich sitze hier im Zug. Auf der Rückfahrt aus dem Allgäu. Da bekomme ich diesen Brief. Er berührt mich. Aber er lässt mich auch ratlos zurück. Hat Herr oder Frau F. Recht?

 

Lieber Bauer Willi,

ich bin so ein Verbraucher, der gerade eben aus dem Supermarkt kommt, wo ich auf einen Schlag fünf blaue Scheinchen, also fünf mal zwanzig Euro losgeworden bin. Und da habe ich schon mal wieder Bauklötze gestaunt. Denn ich habe fast nichts im Wagen. Okay, zwei Flaschen Olivenöl von der teuren Sorte, um meine Vorräte aufzufüllen. Macht vierzehn Euro. Und ein Pappfass-Wein ist auch dabei. Acht Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und zweimal Erdnussbutter. Auch acht Euro. Für Erdnussbutter lass ich mein Leben. Erdnussbutter ist nicht verhandelbar. Dass das mal klar ist. Aber der Rest ist bloß das ganz normale Zeug: Mehl, Zucker, Butter, Eier, Joghurt, Shampoo und was man als zivilisierter Mensch halt sonst so braucht. Und eine neue Zahnbürste für 2,49 Euro.

Nach dem Bezahlen lege ich also meine Einkäufe brav in den Wagen zurück. Alles hat schön Platz nebeneinander. Da ist nichts aufeinandergestapelt. Mit ein paar Lücken dazwischen ist das grad mal ein Bodensatz. Und da krieg ich die Krise, weil ich mich frage, wo mein Geld hingeht. Hundert Euro weg für so ein Schuhkarton voll Zeug. Und ich lebe nicht auf großem Fuß, das kannst Du mir gerne glauben.

Als ich wieder zu Hause bin, gehe ich in Internet, um meinen Frust loszuwerden. Und da lese ich Deinen Greenpeace-Artikel mit den Kommentaren da drunter. Ja, super! Jetzt bin ich auch noch schuld, wenn es Dir und Deinen Kollegen schlecht geht. Unisono trompetet ihr alle ins selbe Horn: Der Verbraucher hat die Macht. Wenn der Verbraucher nicht immer billig…billig… täte, ja was denn … dann wäre die Welt ein Paradies oder was? Der Verbraucher ist also an allem schuld. Ja, geht’s noch?

Lieber Willi, jetzt erklär ich Dir mal was: Von 100 Cent, die ich verdiene, gehen schon mal 19,42 Cent für Renten-, Kranken, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung drauf. Mein Chef zahlt übrigens dasselbe nochmal, ohne dass ich davon überhaupt was mitkriege. Dann zahl ich, weil mir gar nichts anderes übrigbleibt, zudem brav meine Steuern. Das sind auch nochmal 20 Cent. Und dann kommen noch ein paar versteckte Steuern dazu: Grundstücksteuer, Hundesteuer. Wahrscheinlich ist inzwischen auch eine Pupssteuer dabei, von der ich noch gar nichts weiß. Die Methanausstoßpurifikationssteuer oder so was.

Bei den diversen Abgaben wird es dann heimlichtuerisch:  das werden beispielsweise in der Stromrechnung Ökostromabgaben versteckt. Der Staat ist da schon ziemlich einfallsreich, das muss man ihm lassen. Alles in allem werden mir mit solch heimlichen Griffen vielleicht nochmal 10 Cent aus der Tasche gezogen. So genau weiß ich das gar nicht.

Rechnen wir also mal zusammen: 19,42 + 20 +10 = 49,42 Cent, die schon mal gar nicht erst in meinem Geldbeutel eintrudeln. Kein Wunder, dass der immer so aussieht, als hätte er Magersucht. Sag mal, Willi, das muss Dir doch eigentlich gleich gehen, oder wie sehe ich das? Da müsstest Du doch eigentlich Verständnis für den Verbraucher haben. Du bist doch selber einer.

Aber das ist ja noch nicht mal alles. Denn auf jedem einzelnen von meinen paar kümmerlichen Einkäufen ist ja noch die Mehrwertsteuer drauf, das sind manchmal 7 und manchmal 19 Cent, also im Durchschnitt 13 Cent. Langer Rede, kurzer Sinn. Von meinen 100 Cent kassiert der Staat 62,42 Cent ein und mir bleiben also 37,58 Cent. Das ist nicht mal die Hälfte. Eher sogar bloß ein Drittel. Jaja, dem Trottel bleibt ein Drittel.

Wie war das nochmal mit dem Zehnten? War da in der Bibel nicht mal die Rede davon, dass einer wie ich nicht mehr als 10% an die Obrigkeit abgeben soll? Hat der Staat da was falsch verstanden? Sollen dem Mann oder der Frau auf der Straße nur noch 10% von dem bleiben, was er/sie verdient, oder wie läuft das eigentlich in unserem Land?

Und jetzt kommst Du daher und schiebst mir für all das die Schuld in die Schuhe. Du verlangst von mir, ich soll zu alldem auch noch teures Fleisch kaufen, damit es Dir besser geht. Also, lieber Bauer Willi, alles was Recht ist: Damit ziehst Du einem nackten Mann auch noch die Schuhe aus. Da geht mir aber schon der Hut hoch.

Viele Grüße vom Verbraucher M. aus F.

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83 Kommentare

  1. Gunter Häckner sagt

    Achtung Fake-News!! Ich geb allen Beiträgen recht, die unterstellen dass der Brief gefakt ist.
    Ich hab mal nachgerechnet wieviel „von dem ganz normalem Zeug“ der Herr M. aus F. nach Abzug der lebensnotwendigen Erdnussbutter und des Papp-Weins und der Zahnbürste kriegt.Die Behauptung die er aufstellt stimmt doch einfach nicht – man könnte auch sagen er lügt schamlos! Nach Abzug der genannten Dinge bleiben noch 67,50 Euro für Mehl, Zucker etc. Für diese Summe kriegt er bei Edeka (beim Discounter wärs noch billiger!) z.B. 5 kg Zucker (6,95), 10 kg Mehl (6,90), 20 Bio!-Eier(8,78), 5x 500g joghurt (4,25), 5 x 250g Biobutter (8,45), 10 kg Kartoffeln (9,95), usw.usw. – sind bis jetzt erst 45,28 – hab jetzt schon 28,75 kg Lebensmittel und noch 22 Euro übrig für „was der zivilisierte Mensch so braucht“ – passt auf jeden Fall nicht in „nen Schuhkarton“ und ich möcht mal den Herrn M. aus F. sehen wenn er das alles nach Hause schleppen müsste.
    Also bitte an alle engagierten Diskutanten: Erst mal die Datengrundlage prüfen bevor man losdiskutiert! ( will damit aber nicht sagen, dass die Diskussion nicht geführt werden müsste – dann aber bitte auf einer anderen Grundlage als diesem Lügenbrief). Bei der Steuer müsste man auch mal danach fragen was der Herr M. aus F. den an Schulen, Straßen, Sicherheit, etc.etc. für seine Steuern bekommt über die er sich so beklagt…
    Mir scheint das Teil einer umfassenden Kampagne z.B. der INSM vor der Bundestagswahl zu sein (beim genauen Lesen kommt schon der Verdacht, dass das Schreiben von einem Medienprofi verfasst wurde…).

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  2. Hmmm viel wahres an dem brief! Aber wenn in diesem Brief so viel wahres steht wo ist da die unwahrheit?? Wo geht das ganze Geld was den Bauern zusteht denn hin? Ich denke mal das auf dem Weg zwischen Bauer und Verbraucher eine ganze menge liegen bleibt und nun stell ich mir die Frage macht es denn vergleichsweise einen unterschied ob ich nun fleisch für 2 oder 5 euro kaufe?? kommt da im verhältniss soviel mehr bei Landwirt an? Natürlich kommt mehr an aber ich meine im Verhältniss? Denn wenn man sich diese Frage beantwortet dann müsste man ja eigentlich zu dem Schluss kommen das viel in die taschen der Konzerne wandert aber gut das steht ja schon lange fest aber was dagegen tun?

    Das war jetzt wahrscheinlich etwas text für die Katz weil all das was ich geschrieben hab ist bekannt und auch bewusst oder unbewusst verankert…

    Naja ich hoffe wirklich das der Mensch nicht das was ihn ernährt kaputt macht nur um sich das nächste iphone 8 1 tag vor dem erscheinen kaufen zu können…

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  3. Altbauer Jochen sagt

    Mir war schon immer klar das die ZA- Überlebenshilfe die der Bauer erhält
    nur eine Verbilligung der Endprodukte für den Lebensmittelkunden sind.
    (System DDR, EU konform)
    Geht es darum die Geringverdiener ruhig zu halten, oder einfach
    der Bevölkerung mehr Geld für Luxus und andere Verbrauchsgüter
    zu belassen? Trotzdem verstehe ich jeden der nach 100 Euro Einkauf noch tief in den Einkaufskorb gucken muss.
    Hier wird oft genug kritisiert das der LEH zu hohe Gewinnspannen
    „kassiert“und trotzdem ist unter allen vergleichbaren Ländern
    Deutschland ein Billigland bei Lebensmitteln.
    Von mir aus sind es 3 km nach Dänemark. Die Dänen überrennen unsere
    Einkaufmärkte und kaufen beileibe nicht nur Bier und Spirituosen !
    Lebensmittel genauso! eigentlich alles.
    Und anscheinend ist es in anderen Grenzregionen ganz ähnlich.

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  4. Ich hör immer nur Verbraucher gegen Landwirt
    Ich liefere meine Kartoffeln für 10 Cent ab pro Kilo und der Supermarkt verlangt 1 Euro dafür der Verbraucher bezahlt genug nur der Einzelhandel zockt alle ab

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  5. Oliver Sassenburg schreibt in seinem Kommentar: „Kann es sein, dass der „Verbraucher“ auch nur eine Art willkommene Ablenkung von den eigentlichen Ursachen ist, die irgendwie gar nicht thematisiert werden“.

    Das ist der Kern der Geschichte, warum ich Willi und Alois diesen „Verbraucher-Brief“ geschrieben habe. Ich glaube, dass es gar nicht um den „Verbraucher“ geht, denn der „Verbraucher“ ist eine abstrakte Größe, die so gar nicht existiert. Es gibt nur Herrn Müller, Frau Schmied, Bauer Willi, M. aus F. Jeder von uns steht in einer individuellen Situation, die nicht mit anderen Situationen verglichen werden kann. Und man kann eigentlich davon ausgehen, dass jeder versucht, aus seiner jeweiligen Situation das Beste zu machen.

    Statt Schuldzuweisungen vom Bauern an den „Verbraucher“ und umgekehrt, würde ich mir mit Willi, Alois und euch lieber mal Gedanken machen, was die eigentlichen Ursachen sind. Um es gleich mal zu sagen, ich weiß es auch nicht, aber ich sehe, dass einiges schiefläuft.

    Ein Punkt scheint mir der zu sein, dass Leute, die mit materiellen Dingen umgehen, also die in der Produktion, im Handwerk oder in der Landwirtschaft beschäftigt sind, gegenüber denen, die in Büros arbeiten, finanziell extrem benachteiligt werden. Dabei schaffen doch die in der Produktion, im Handwerk oder in der Landwirtschaft den eigentlichen Wohlstand für eine Gesellschaft. Woher kommt diese Benachteiligung? Man setzt sich inzwischen vehement für gleiche Bezahlung zwischen Mann und Frau ein. Warum nicht für gleiche Bezahlung zwischen Produktiven (um überhaupt mal eine Bezeichnung für diejenigen zu haben, die materiellen Wohlstand schaffen) und Bürokraten?

    M. aus F. heißt übrigens „aus Frankreich“. Ich kann euch eines flüstern: In Frankreich sind die Lebensmittel sehr viel teurer als in Deutschland. Ich kriege immer große Augen, wenn ich sehe, was ihr in Deutschland für 50 Euro beim Lidl oder Aldi kriegt. In Frankreich sind die Bauern jedoch auch nicht besser dran als in Deutschland. Die Bauern hier haben keinen Nutzen davon, dass die Lebensmittel im Supermarkt teuer sind.

    Man kann nicht argumentieren, dass die Leute nur 10% für Lebensmittel ausgeben, denn dafür sind die Wohnungen in Deutschland exorbitant teuer. Ob 30% für Lebensmittel und 30% für Wohnung oder 10% für Lebensmittel und 50% für Wohnung kommt für den Verbraucher aufs selbe raus. Vielleicht liegt auch hier eine Ursache.

    Oder darin, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Es macht einen Unterschied, ob auf einen Reichen, der sich teure Lebensmittel leisten kann, 10 Arme kommen, die sich das nicht leisten können, oder 100.

    Der Brief an Willi entspricht übrigens genau dem konkreten Erlebnis, bis auf die MWSt. Da habe ich die deutschen Werte genommen. Dass der eine oder andere Kommentator mir die Erdnussbutter nicht gönnt und mir Vorschriften hinsichtlich meiner Einkaufsgewohnheiten machen will, also da geht mir nicht nur der Hut hoch, sondern da stehen mir auch noch die Haare zu Berge 🙂

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    • rebecca sagt

      Über die Anwürfe auf Grund deiner Einkaufsgewohnheiten würde ich mir an Deiner Stelle keinen Kopf machen. Selbstreflektion ist für viele der hier kommentierenden kein Thema.

      Ist ja auch viel einfacher die Ursache für persönliches Ungemach bei anderen zu suchen und laut scheiend auf Verbraucher und Handel zu zeigen um eigene Unzulänglichkeiten zu vergessen.

      Mittlerweile weiss ich auch das es mindestens zwei Realitäten gibt. Die Bauer Willi und Co Realität und die von vielen die etwas tun und versuchen eigene oder andere Wege zu gehen. Unterhalte dich mal mit Selbstvermarktern oder engagierten Bio Bauern. Da ergibt sich ein anderes Bild und andere Argumente als hier.

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    • Berthold Lauer sagt

      Wie die meisten meiner Kollegen mache auch ich niemandem Vorwürfe wegen seiner Einkaufsgewohnheiten. Wir sind selbst Verbraucher und auch als landwirtschaftliche Unternehmer kaufe ich dort, wo ich es am günstigsten tun kann, wobei auch immer gewisse Bindungen eine Rolle spielen. Wir produzieren möglichst kostengünstig und der Verbraucher profitiert davon. Ich habe mir meinen Job selbst ausgewählt und ich habe die Bedingungen gekannt. Ich beklage mich nicht über mein Einkommen und über meine Arbeitszeit, denn wenn ich damit unzufrieden wäre, läge es allein an mir, etwas daran zu ändern!! Ich habe eine solide Ausbildung absolviert, bilde mich fortlaufend weiter und versuche immer neue Erkenntnisse in meiner täglichen Arbeit umzusetzen. Nicht immer bin ich mit den Ergebnissen meiner Tätigkeit zufrieden, nicht alles gelingt und es gibt immer etwas, was man noch besser machen könnte. Aber ich kann mein Tun als Landwirt jederzeit vor mir, vor meiner Familie und meinem Umfeld rechtfertigen. Wer als Verbraucher „meine“ Landwirtschaft nicht mag, für den gibt es genug Alternativen. Und für den, der als Landwirt nicht mit „seiner“ Landwirtschaft zufrieden ist, gilt oben gemacht Aussage: Es liegt an ihm, etwas zu verändern!

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  6. Berthold Lauer sagt

    Warum hat er oder sie diesen Brief nicht an Greenpeace geschrieben???? Die behaupten doch dass „der Verbraucher“ liebend gerne mehr ausgeben würde!! Jetzt erfahren wir: will er gar nicht, kann er gar nicht, weil er kaum was übrig hat für seinen täglichen
    Nahrungsmittelbedarf! Muss also doch billig sein! Wussten wir doch schon lange und sagen wir auch. Und wir tun doch auch alles dafür, dass es so bleibt. Das ganze noch bei vorzüglicher Qualität. Diese Kritik muss er/sie denen mitteilen, die uns immer wieder was anderes weismachen wollen!

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  7. Na, ganz weg ist das Geld aber auch nicht, was “ der Staat“ da einem alles von „Seinem“ weg nimmt. Jeder latscht, ob nötig oder nicht, wann er will zum Arzt und macht sich keine Gedanken was das kostet. (Privatversicherte vielleicht?) Kost keinen Cent, vllt die Rezeptgebühr, ok. Rente! Jeder schimpft wenn er Rentenversicherung zahlen muss, wenn er dann mal Rente bekommt, gibt´s Beschwerden das es zu wenig ist. Wer hat´s bezahlt? Der gute Mensch selber, vorher, im Arbeitsleben. Man fährt mal kurz zur Oma nach xy, 500 km bestens ausgebaute Autobahn, wer hat´s bezahlt ? Der Staat, aus Steuern. Man geht auf´s Klo, wo geht das hin, und wie? wer hat Kanalisation, Kläranlagen bezahlt damit man von dem Schei… nicht Typhus kriegt? Der Staat , aus Steuern. Überhaupt, Infrastruktur! Kindergarten, Schule Universität. Wie viele Länder bieten kostenlose Universitätsausbildung, auf unbegrenzte Zeit? Ich bin ab und zu im fernen Ausland, hab mit Behörden und Verwaltung zu tun. Wenn ich wieder hier bin, kann ich manchmal nicht andes als mich bei den Beamten der deutschen Verwaltung für die idR. reibungslose Bearbeitung meiner Anliegen bedanken. Wer bezahlt´s? usw, usw, usw. In Zeiten des Zehnten gab´s weder KV noch RV, ein jeder hat den Arzt selber bezahlt und sich überlegt ob er krank ist und das wirklich braucht. Es gab keine Infrastruktur und keine kostenlose Schulbildung. Staatsquote 50% +, stimmt, aber man bekommt auch eine ganze Menge zurück. Hintenrum, versteckt, wenn man nicht drüber nachdenkt. Kost alles, irgendwoher muss das ja kommen. Leute, manmchal bin ich überzeugt, ihr wisst gar nicht wie gut es euch geht! Hab noch was vergessen: in D. wird Europaweit am wenigsten vom Einkommen für Nahrungsmittel ausgegeben.

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  8. Friedrich sagt

    Der Mann hat nicht unrecht. Die Staatsquote liegt bei über 50%. Das heist , daß über 50% des Geldes vom Staat reguliert und bezahlt wird , sodaß im Durchschnitt die Bürger keine 50 % vom Euro haben. Jedes Verteilungsgesetz ( z. B. Hektarprämien , Dieselrückvergütung, Kinder- + Elterngeld, usw.) haben aus meiner Sicht eine Umverteilungsgebühr für Verwaltung usw. von bis zu 40 %. Jedes Wahlgeschenk wird vom Bürger teuer mit immer mehr Verwaltung bezahlt. Das Gerede von der Steuererklärung auf dem Bierdeckel war reine Heuchelei. Der Zehnte war früher deshalb ungerecht , weil früher kein Mindeseinkommenssatz gegeben wurde und so auch bei schlechten Ernten teilweise das Saatgut für das nächste Jahr und der Essensvorrat für den Winter mit abgeführt werden mußte. Von der absoluten Höhe wäre dieser Satz heute als sehr niedrig anzusehen. Wenn wir Bürger immer mehr fordern , sagen unsere Wahlkampfpolitiker immer ja zu neuen Wahlgeschenken und der Wähler denkt , was für tolle Parteien wir haben , was die alles zur Gerechtigkeit beitragen. Später merken wir , daß die Renten immer weniger ( 42 – 46%) werden, daß die Bemessungsgrenzen immer kleiner , die Renten versteuert werden müßen usw. . Will damit sagen , daß wir uns mit immer neuen Forderungen alle keine Gefallen tun. Auch die Frühverrentung mit 52 – 58 Jahren war ein feiger Beschluß unser Regierenden , genauso wie jetzt die Rente mit 67 . Bei allem fehlt die längerfristige Sicht der Dinge. Ein Staatsfonds wie in Norwegen , würde hier bei diesen Politikern nie gegründet werden. Damit könnte man gewisse Altersungleichheiten
    abfedern helfen. Auch die jetzt im Wahlkampf verkündete längere Arbeitslosenzeit auf vier Jahre wird speziell für die junge Generation sehr teuer werden. Jedem unter 40 Jahren sei geraten , gegen diese Verlagerung der Lasten anzugehen . Unsere Politiker machen sich das zu einfach , gerade auch deshalb , weil über 50% der im Bundestag vertretenen Politiker aus dem „Öffentlichen Dienst“ kommen und sich ihre Renten und Besoldung selbst beschließen. Die Beamten bekommen nach wie vor 2/3 von Netto, also garnicht bei der Rente betroffen sind. Dieser Zustand muß geändert werden !! Zum Vergleich : In Österreich bekommen die Rentner rd. 800 Euro/Monat mehr Rente , als hier. Woran das wohl liegt ?

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  9. Paulus sagt

    Abweichend von Willis Eingangsfrage:
    Die Vertreter der Landwirtschaft (auch Willi) reduzieren sehr häufig alles Unglück auf „den Verbraucher“. Jedes Mal wenn ich in diesem Blog zaghaft fragte, ob die Bauern nicht auch zu den Verbrauchern zählen, erfolgte von deren Seite keine Resonanz. Ich kann versichern, dass so manche mir bekannte Landwirts- oder Bauersfrau ebenfalls bei Discountern einkauft. Die kaufen dort auch nicht nur Klopapier sondern haben die Einkaufskarre voll mit Lebensmitteln. Wie verträgt sich das mit der Forderung nach höheren Lebensmittelpreisen? Wenn ich jetzt noch mal an etwas mehr Ehrlichkeit appellieren darf?

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    • AdT sagt

      Landwirte möchten sicherlich nicht nur 100 Euro im Monat mehr verdienen, oder wie hoch die Mehraufwendungen für den Kauf von Fleisch besser gehaltener Tiere auch sein mögen. Dennoch finde ich, dass die Frage von Paulus sehr gut verdeutlicht, dass Menschen höhere Preise eher zu zahlen bereit sind, wenn alle höhere Preise zahlen müssen und nicht zu einem günstigeren Produkt greifen können. Wenn die meisten Personen in Umfragen angeben, sie seien bereit, für mehr Tierwohl auch mehr zu bezahlen, ist das also doch nicht so heuchlerisch, wie viele Landwirte immer behaupten, sobald solche Umfrageergebnisse veröffentlicht werden.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Paulus, ganz klar: Landwirte sind auch Verbraucher. Sogar sehr preisbewusste Verbraucher. Ich war jahrelang Geschäftsführer einer sog. landwirtschaftlichen Einkaufsgemeinschaft. Die Vorgehensweise: Einkaufsmengen bündeln, dann bekommt man bessere Preise. Es ist dasselbe Prinzip, das die Landwirte dem LEH vorwerfen. Aber ich habe damals als Landwirt eine entscheidende Lektion gelernt: Die Kunden und die Kundenbindung sind das Wichtigste. Denn der Kunde zahlt! Ein Normal-Landwirt kümmert sich nicht um Kunden. Das ist der entscheidende Fehler.
      Alois

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      • Mark sagt

        Hallo Alois,
        dort wo Landwirte Direktvermarktung betreiben, kümmern sie sich sehr wohl um Kunden. Ein Großteil der lw. Produktion geht jedoch nicht an Endkunden, sondern an Verarbeiter. Da reißt der Bezug zum Verbraucher/Kunden zwangslaufig ab. Das kann man den Bauern aber nicht zum Vorwurf machen. Trotzdem wird in vielfältiger Weise versucht mit Verbrauchern in Kontakt zu kommen (Tage des offenen Hofes etc). Klar sind Bauern auch Verbraucher und verhalten wie alle anderen. Verbraucherverhalten zu schelten ist QUATSCH.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Mark, es festigt ja gerade die Macht der Verarbeiter und des Handels, dass der Kundenkontakt zum Landwirt zwangsläufig abreißt. Denn dann ist der Landwirt anonym, er ist austauschbar, und zwar unter Preisdruck austauschbar. Der Ausweg aus diesem Dilemma ist zu kommunizieren, Marketing zu machen, Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Die höchste Stufe davon sind starke Erzeugermarken wie Berchtesgadener Milch, hinter denen Landwirte mit ihrem Gesicht stehen, die eben nicht austauschbar sind.
          Doch wenn ich so etwas vorschlage, dann beginnen die Ausreden: „wir haben keine Zeit“, „wir haben kein Geld“, „das ist doch gar nicht gewollt“, also sind wieder mal die Anderen Schuld.
          Wir sehen es ja in Punkto Öffentlichkeitsarbeit. Da ist überall in der landw. Branche das Geld knapp.

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          • rebecca sagt

            Die Landwirte müssten eine Starke Marke aufbauen durch die sie gegenüber Weiterverarbeitern und Handel eine starke Position haben. Aber wie du selber gemerkt hast scheitert das an allen möglichen Ausreden. Die Schuld auf Handel und Verbraucher zu schieben ist eben einfacher.

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            • bauerhans sagt

              es scheitert nicht an ausreden,sondern an der fähigkeit,qualitative arbeit zu leisten!!
              hab hier z.b. zwei pferdebetriebe,die seit jahren so dahin dümpeln,weil sie fachkräfte nicht bezahlen können, besonders leidet die kundenbindung.

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  10. Bauer Klaus sagt

    Wann endlich realisieren wir, dass für die allermeisten unserer Mitbürger eben nicht der Kauf von teureren Lebensmitteln oben auf der Prioritätenliste steht? Kann ich voll und ganz nachvollziehen.

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  11. Paulus sagt

    Mir kommen die Tränen. Für 100 € eingekauft und fast nichts im Wagen?
    Sofern dies kein fiktiver Beitrag von Willi ist, sollte der Verbraucher M. aus F. dringend sein Einkaufsverhalten und seine Essgewohnheiten bzw. Nahrungsmittelzubereitung überdenken.
    Und seit wann sind Grundbesitzabgaben und Hundesteuern versteckte Steuern?
    Sorry, dieser Brief berührt mich nicht im Geringsten und lässt mich auch nicht ratlos zurück. Aber immerhin, ganz nett geschrieben.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Paulus, nein kein fiktiver Beitrag. Er war heute früh im Postfach. Aber Er oder Sie kann wirklich gut schreiben. Ich habe die Hoffnung, dass da vielleicht noch ein Kommentar mit einen „Outing“ kommt. Weil F. nimmt Bezug auf den Greenpeace-Artikel. Ich vermute stark F. liest mit!
      Alois

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  12. Andreas Schmid sagt

    Das mit dem zehnten ist etwas falsch. In der Bibel ist der Zehnte für Gott vorgesehen. Davon werden dann Pastoren usw. bezahlt.

    Aber wenn nur noch 10% vom Einkommen für das Leben übrig bleiben, ist das reichlich wenig.

    Mir fällt aber auch auf, je mehr die Lebensmittel verarbeitet sind, je teurer ist das fertige Essen. Vor allem weil die Bürokratie und Vorschriften viel Geld verschlingt. Manche tauschen auch fast das Angestelltenverhältnis mit der Arbeit Zuhause.

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  13. Frank Tietjen sagt

    Also mir geht bei dem Brief die Galle über!
    Ich gehe jede Woche 40std arbeiten, bin Landwirt im Nebenerwerb mit 40 Milchkühen und zur Ernte setzte ich meine Maschinen auch noch im Lohn ein. Der Lohneinsatz zahlt die Maschinenkosten, die Milchkühe werfen gerade genug ab um ihre Kosten zu decken und das Darlehen abzuzahlen, was auf dem Hof lastet -am Jahresende steht meist eine rote 0-an gewinne kann ich mich nicht erinnern in den letzten 10 Jahren.
    Meine Frau arbeitet bei einer Krankenkasse, ich bin Schlosser und meine Eltern Rentner.
    Rechne ich zusammen, haben wir 4 wohl ca 3700 Euro zur Verfügung. Allein die Lebensmittel sind schon um die 800 Euro, Medizin für meinen Vater, 3 Autos, weil das nächste Geschäft 4km entfernt ist und unsere Arbeitsplätze über 50 km, Strom, Wasser, Telefon, usw….Also das Geld wird jeden Monat alle!
    Aber trotzdem brauchen wir nicht bei den Lebensmitteln geizen! Niemand!
    Unser Verbraucher beschwert sich darüber 100euro auszugeben -und wofür? Ganz bewusst verschweigt er was er für Eier, Mehl, usw ausgegeben hat. …32.49 schon für andere Dinge, beim Rest steht ‚Shampoo und was man sonst so braucht‘ -wenn diese Person jetzt noch mal schaut, was nur die landwirtschaftlichen Produkte kosten, sind es vielleicht noch 20 Euro -wenn überhaupt?
    Er hat also gerade mal 20 Euro ausgegeben für wahrscheinlich 1 Woche und wagt es allen ernstes sich zu beschweren? Das ist nichts! Der soll erstmal wieder auf den Boden der Tatsachen kommen und sich überlegen, ob 1 Glas Erdnussbutter nicht reichen würde und diese 16 Euro monatlich vielleicht in hochwertige Lebensmittel zu investieren!

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  14. Sophus sagt

    Produzent nicht schuld, Verbraucher nicht schuld, bleiben nur noch die Einkaufspaläste des EH ?!

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    • bauerhans sagt

      die produzenten aus der landwirtschaft in D produzieren nunmal für ihr leben gern,pachten den nachbarn zu,kaufen grosse maschinen und schimpfen „wasdaszeughält“ über die preise.

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  15. Ehemaliger Landwirt sagt

    Lieber Verbraucher M. aus F.,

    sie sind nicht der einzige, bei denen am Monatsende nicht mehr über hat und dass sie für ihren kleinen Einkauf 100 Euro gebraucht haben, glaube ich ihnen nicht, es sei denn, sie waren bei Feinkost Käfer einkaufen.
    Sie behaupten Grundstückssteuer zu bezahlen, das ist schon mal gut, da gehören sie für 60% der Deutschen zu den Kapitalisten. 😉 Hundesteuer braucht man nur bezahlen, wenn man einen Hund hat, ist der Hund notwendig überhaupt notwendig und wenn man den nicht in die Hosentasche stecken kann, dann ist jede Menge Geld für Futter notwendig, Tierarztkosten fallen auch noch an.

    Alle anderen Kosten fallen für den Landwirt auch an, nur bei den Beiträgen zu den Sozialversicherungen ist es anders, die darf der Landwirt selbst bezahlen, hier hat der Arbeitnehmer bessere Karten, von einer ev. Zusatzversicherung ganz zu schweigen.

    Vorteile habe ich beim Gemüse und Obst, das baue ich selber an, das kostet keine Umsatzsteuer, Gewinn des Gartens muss ich auch versteuern. Der Gewinn muss jedoch gering sein, die anderen Gartenbesitzer pflegen den Rasen und kaufen das Gemüse bei ALDI & Co ein, deren Laden muss günstiger sein, als ihrer.

    Da ich sonst auch Verbraucher bin, mit einer Rente unter HarzIV kaufe ich auch gerne preiswert ein (nicht zu verwechseln mit billig), aber ich halte es so, wie Bauer Willi, wenn man ein Hünchen für 2,14 Euro das Kg. kauft, darf man nicht die Haltung dieser Viecher kritisieren.

    Ps: Ein Bankvorstand hat mal zu mir gesagt, manche verdienen 2000 Euro und sparen noch was an, andere verdienen 8000 Euro und denen reicht das Geld nicht.

    Noch einen Tipp für den Fall, dass sie ein Single sind:

    Für einen armen Vater kann man nichts, wer einen armen Schwiegervater hat, ist selber schuld. 😉 🙂

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    • Stadtmensch sagt

      Jetzt nicht schon wieder Kapitalisten, Unternehmer und Lohnsklaven verwechseln!
      Kapitalisten sind z.B. jene 110000 Haushalte in diesem Land, die 2013? im Schnitt jeweils 250000 Euro Kapitalrendite „erwirtschaftet“ haben (Jens Berger, Wem gehört Deutschland). Und sie werden die Springquellen dieses Reichtums an ihre nächste Kapitalistengeneration vererben und ihr werdet euch weiter um die Brosamen prügeln, wirtschaftsfreundliche Parteien wählen und euch gegenseitig Milch und Butter in den Hals zählen 😉

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        mein lieber Stadtmensch,

        ich habe von 60% der Bevölkerung geschrieben, die Wohnungseigentümer als Kapitalisten sehen. Große teile der Bevölkerung sind neidisch auf diejenigen, die sich unter großen Einschränkungen im persönlichen Bereich den Traum vom Eigenheim verwirklicht haben, meine Schwiegereltern gehörten auch dazu.

        Was wir aber nicht machen sollten, ist des ewige klagen über die eigene Situation, habe extra nicht von „jammern“ geschrieben, diese Auszeichnung steht nach Meinung von 91 Millionen Deutschen nur den Bauern zu.

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      • bauerhans sagt

        “ die 2013? im Schnitt jeweils 250000 Euro Kapitalrendite „erwirtschaftet“ haben “

        die werden im moment mit 25% besteuert=62500€ und was passiert,wenn die mit 50% versteuert würden???
        das kapital würde „flüchten“,die mehreinnahmen würden wieder von den parteien für zusätzliche wohltaten ausgegeben.

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    • bauerhans sagt

      „….wer einen armen Schwiegervater hat, ist selber schuld. 😉 🙂 “

      das stimmt absolut!
      mein nachbar hatte mich damals extra darauf hingewiesen und mich auch gleich auf 2 gute partien aufmerksam gemacht,ich hatte nicht auf ihn gehört.

      3+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Mich hat niemand darauf hingewiesen und in meiner damaligen Naivität habe ich nicht darauf geachtet. 😉

        Trotzdem kann ich nach fast 40 Jahren sagen, lieber eine Frau ohne Mitgift, als ein lebenslanger Drachen im Haus. ; ):-)

        3+

  16. Verbraucher und Landwirte. Nichts dazwischen. Ist der Verbraucher wirklich nicht bereit, „mehr“ für Lebensmittel auszugeben? Er tut es doch. Ich kann in den Laden gehen und Bio-Kaffee kaufen. Fair gehandelt, 12-15 EUR. Oder zu einer Rösterei meines Vertrauens gehen. 20,- EUR, vielleicht 25. Aber was machen viele? Kaufen mittelklassigen Kaffee in hübschen Alukapseln, macht ja ein Clooney Werbung. Nicht fair gehandelt. Nicht bio. In Alu. 80,- EUR.

    Bratkartoffeln. Ich kaufe meine Kartoffeln beim Bauern (wie auch mein Gemüse, da ich tatsächlich einer der „blöden Verbraucher“ bin, die saisonal beim Bauern direkt das kaufen, was es zu kaufen gibt: Kartoffeln, Kohl, Kürbis, Erdbeeren, Spargel und einiges mehr. Aber Kartoffeln: Gerade erst gestern wieder welche gekauft. Konventionell, 1,60 EUR / kg. Daraus werden neben Pommes (kaufe ich nicht aus dem TK-Regal) und Salzkartoffeln u.a. auch Bratkartoffeln. Mache ich ein Kilo, bleiben es 1,60 EUR.

    Ich kann aber auch Bratkartoffeln fertig kaufen (bäh!). 4,- EUR / Kilogramm. Wow. Was verdient daran der Landwirt? 0,01 Cent / kg? Kommt das hin? Was verdient Konzern, Spedition, Zwischenhandel, Einzelhandel daran? Jeder wohl mehr, als der Landwirt. Ist das fair? Nein. Aber: Der Verbraucher kauft. Zu 4,- das Kilo. Das ist kein „der Verbraucher ist nicht bereit höhere Preise zu zahlen“, nein. Das ist Werschöpfung und Gewinnoptimierung zu Lasten der Landwirte, ohne die es besagte Kartoffeln nicht mal geben würde.

    Kauft der Verbraucher für den Nahrungsmittelkonzern beim Bauern ein? Nein. Drückt er die Preise? Nein. Allerdings lese ich immer nur: „DER Verbraucher!“ Ich lese NIE Kritik an jenen, an denen die Landwirte tatsächlich sehr viel liefern und sehr wenig erhalten. Warum nicht? Traut man sich nicht?

    Als im vergangenen Jahr die Milchpreise derartig im Keller waren, wurde zwar die Milch „dank“ Preiskampf der Discounter immer billiger, aber was war eigentlich mit denen, die Milch weiterverarbeiten? Schokoladenhersteller z.B. oder alle anderen der Industrie? Gaben diese die desatrösen Einkaufspreise an den Verbraucher weiter? Nein. Sie profitierten ordentlich vom harten Überlebenskampf der Milchbauern. Wie oft wurde das Thematisiert? Nie. Warum nicht?

    Als einzelne Discounter auf die Idee kamen, „faire Milch“ zu verkaufen, die bewusst etwas teurer war – was taten viele Verbraucher? Sie kauften sie. Viele dieser „bösen Verbraucher“ zahlten freiwillig mehr! War der Preiskampf und -verfall wirklich dem Verbraucher geschuldet? Nein, er hatte andere Gründe. Marktmacht und -dominanz. Die, die dann (bekloppterweise!) diese Milch auch noch kauften, sollten in die Läden gezogen werden. Ja, auch diese Verbraucher gibt es – aber nicht nur.

    Was ist eigentlich mit denen, die oft und gerne beschimpft werden, weil sie Bio-Produkte kaufen? Sie zwahlen freiwillig mehr für ihre Waren. Aber gegen die ist man dann ja wieder, weil sie schließlich „Bio“ kaufen, was ja in den Augen einiger auch wieder Böse ist.

    Mal im Ernst: Kann es sein, das „der Verbraucher“ auch nur eine Art willkommene Ablenkung von den eigentlichen Ursachen ist? Die, die irgendwie kaum bis gar nicht thematisiert werden?

    Ein Bekannter von mir ist einer dieser Bio-Bauern. Rinder, Schweine, Geflügel. Eigene Hofschlachtung eigener Verkauf auf Märkten. Warum jammert der eigentlich nie über „den Verbraucher“? Ein anderer, auch Bio-Bauer, hält Hühner. Eigener Hofladen. Erhöhte im letzten Jahr die Preise, nannte es „Marder- und Greifvogelpauschale“ um Verluste zu kompensieren. Was passierte? Die Kunden blieben treu, bezahlen den Mehrpreis und diskutiert man mit ihm über den „bösen Verbraucher“ zuckt er die Schultern und sagt: „Ich merk davon nichts“.

    Gut, er erzählte mal von „Beratern“, die vor Jahren bei ihm auf dem Hof waren. Er solle umstellen, konventionell. Voll auf Hühner / Eier gehen, große Anlage bauen und sich dafür in Kredite stürzen. „Hätte ich auf die gehört, wäre ich heute pleite“ ist sein Kommentar dazu. Seltsam, es hätte wohl nicht am Verbraucher gelegen – denn genau wegen dem Verbraucher, seinen Kunden, ist er es heute nicht.

    Vielleicht ist Kritik am Verbraucher ja einfach, denn er kündigt keine Verträge. Vielleicht ist die „graue Masse“ der Verbraucher ja eine so undifferenziertes Zielscheibe für einen „Schuldigen“, dass es bequem ist. Nur, ob es den eigentlichen Probleme vieler Landwirte entspricht… Ich wage es zu bezweifeln. Vielleicht sollte man einfach mal darauf schauen, was die Großabnehmer so bezahlen – und dieses kritisieren. Aber das ist wiederum gefährlich, denn das sind ja die eigentlichen Abnehmer – die für ihre Produkte gutes Geld verlangen und bekommen. Was allerdings für die Rohstoffe bezahlt wird, steht wohl oft in keinem Verhältnis. Ein Kilo Eigenmarke-Bratwurst kostet bei REWE 8,63 EUR / kg. Ein Kilo „Meica“ 11,50 EUR. Zum Glück gehöre ich nicht zu denen, die in DM umrechnen.. Was bekommt eigentlich der Landwirt für’s Kilo? Der Verbraucher ist ja scheinbar durchaus bereit, 11,50 EUR für ein Kilo Bratwurst zu bezahlen. Bekommt der Bauer wenigstens einen Euro für’s Kilo? Oder ist es weniger?

    Denn so wird ein Schuh daraus, denn keiner der industriellen Abnehmer wird auf seinen Gewinn verzichten wollen. Es liegt am Funktionsprinzip des Systems, dass im optimalen Fall Umsatz und Gewinn von Jahr zu Jahr wachsen. Nennt sich Kapitalismus. Nur daran wird ein Konzern gemessen: Gewinn und Wachstum. Das heißt: Die Verbraucher zahlen eh immer mehr – Preisanpassungen. Und der Landwirt bekommt immer weniger.

    Aber über genau diese Schere zwischen Verbraucher und Erzeuger, die sich immer mehr auseinander drückt, wird erstaunlicherweise ein großer Mantel des Schweigens gelegt. Erstaunlich. Nur „besser“ wird es dadurch sicher nicht.

    Kleiner Nachtrag, da ja aktuell: Es beginnt gerade ein neuer Prozess gegen das „Zuckerkartell“. Weiterverarbeitende Industrie und am Ende der Verbraucher zahlten ja durch die Preisabsprachen mehr. Was ist da eigentlich mit den Bauern, die die Rüben liefern? Bekamen die auch mehr? Oder eher nicht? Wahrscheinlich letzteres. Aber wird das thematisiert? Nein. Nur „der Verbraucher“.

    14+

    • Ich finde, Du hast das überwiegend gut geschrieben. Problem sind aber, denke ich, nicht die Verbraucher, die bewußt z.B. bei Deinen beiden Bekannten einkaufen. DIE bezahlen ja gerne etwas mehr. Problematisch sind die Durchschnittsverbraucher…

      1+

    • Du hast in Teilen Recht. Aber in den allermeisten Fällen hat ja der Bauer keinen direkten Kontakt mit dem Verbraucher. Wir haben im Übrigen schon oft die gesamte Kette thematisiert. Auch den LEH und die Verarbeiter. Von daher stimmen die letzten Sätze nicht…

      1+

    • Der Verbraucher kauft fertige Bratkartoffeln zu 4,- Euro. Das tut er deshalb, weil sich die Arbeitswelt geändert hat und ihm immer weniger Zeit zum Selberkochen bleibt. Nicht nur im Krankenhaus, auch in der Industrie werden inzwischen Schichten gearbeitet. Nach der Grundschule haben Schüler einen über den ganzen Tag verteilten Stundenplan und kommen zu verschiedenen Zeiten nach Hause. Die Frauen arbeiten heute ebenfalls und sind außer Haus. Das heißt, die Struktur der Familie ist dabei, sich aufzulösen. Mehr und mehr isst jeder für sich, wann er gerade Zeit hat. Und da hat man eben keine Lust und oft auch nicht die Zeit zum Kochen und Einkaufen. Ein großer Anteil der „Verbraucher“ isst in der Kantine zu Mittag. Da hängt es dann von der Firma ab, wieviel für Lebensmittel ausgegeben wird.

      Aufgrund der Auflösung eines geregelten Alltagablaufs steigen immer mehr Menschen auf Fast Food oder Convenience Food um. Kann man ihnen das verdenken? Wo bleibt in einer Arbeitswelt, wo der Arbeitnehmer mehr und mehr auf Abruf bereitsteht, denn noch Zeit, sich ums Essen zu kümmern?

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    • Im Prinzip gut geschrieben. Meiner Meinung nach ist das alles Entscheidende die Marktmacht des Einzelhandels. Dort wird letztendlich alles entschieden. Und auch die Großhändler als Abnehmer der Bauern werden von da geknebelt.

      1+

  17. Stefan Hartmann sagt

    Das ist eine Milchmädchen Rechnung!
    1. Muss vom Netto Einkommen ausgegangen werden da Rente, Arbeitslosen versicherung und Krankenkasse, eine umlage ist ist die im Bedarfsfall jedem wieder zugute kommt.

    2. Ähnlich ist es mit den Steuern, Zwar lässt sich darüber streiten ab dieser oder jener punkt ein paar Euro mehr oder weniger bekommt aber Infrastruktur, Sozialhilfe, Verteiligung usw kosteneinfach geld, wer keine steuern zahlen will kann sich ja einen wohnsitz in Somalia zulegen 😉

    3.Was die Mehrwertsteuer angeht darf nicht unterschlagen werden das Mieten mehrwertsteuer frei sind, da diese zwischen 25 und 50% des Netto einkommens verschlingt wären von den Oben genennten 100Cent Netto (da Brutto Unseriös) höchstens noch 10Cent ab zu ziehen, da

    4. Da alle Anderen nicht Einkommenssteuerarten im Bundeshaushalt zusammen auf die gleiche summe kommen wie die Mehrwersteuer würde ich schätzen das hierfür weitere 10Cent Legitim zum Abziehen sind.

    damit Komme ich auf
    100Cent Einkommen – 10Cent MwS -10Cent Sonstige Steuern -30Cent Miete
    =50Cent(50% Einkommen für Konsum) und die Frage ist dann ob davon 10, 15 oder 20% für Lebensmittel ausgeben werden und diese Entscheidung steht der Mehrheit der Deutschen Bevölkerung noch frei.
    Ausdrücklich davon ausnehmen will ich Gruppen wie z.B Harz4 Empfänger die je nach Persönlicher Lage wirklich jeden Cent umdrehen müssen

    p.S
    Noch ein kleiner Exkurs in die Prozentrechnung im Brief, das einfache addieren der Prozentzahlen oben ist so nicht Legitim da sie sich zum Teil auf die Vorher Reuzierte Gesammtheit Beziehen, also nicht
    19,42 + 20 +10 +13 Sondern
    (100-(100*((19,42+20)/100)))-(100-(100*((19,42+20)/100)))*((10+13)/100)=46,64Cent die Bleiben, da diese aber netto sind noch schnell die 13% angenomme Durschnittliche Mehrwersteuer wieder drauf gerechnet also 52,71Cent die noch für Konsum zur Verfügung stehen

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  18. Benedikt Fleige sagt

    Für die Bauern fordere ich gar nicht mehr, die die ich näher kenne die Leben recht gut von ihrer Landwirtschaft, wofür ich allerdings gerne mehr Geld hätte wären meine Tiere, ich würde ihnen liebend gerne mehr vom Leben bieten, liebend gerne satt Stroh und einen Auslauf, aber das gibt mein bescheidenes Budget leider nicht her, schade!
    Auch für den Acker hätte ich gerne mehr! Ich könnte mich gut damit anfreunden am Wald 6 Meter zu bestellen aber nicht zu ernten, damit die Vögel und Insekten mehr Nahrung finden, aber das gibt mein bescheidenes Budget leider nicht her, schade!
    Am Graben könnte ich mir auch gut vorstellen einige Meter eine Blühmischung auszusähen, als Nahrung für Vögel und Insekten, aber auch das gibt mein Budget nicht her, schade!
    Auch möchte ich gerne mal einen von mir zu bezahlenden Berater leisten der mir sagt ob das alles Sinn macht was ich so mache, ich weiß das alles, aber im Alltag verliert man den Blick für Verbesserungspotential wie zB die Einsparung von Antibiotika durch bessere Prophylaxe, die Einsparung von Pflanzenschutzmittel oder Düngemittel, aber auch dafür fehlt mir Zeit und Geld, schade!
    Nicht das ihr meint ich wäre einer der ganz großen denen die Natur nicht am Herzen liegt! Nein, ich bin Sohn eines Bauern, wir bewirtschaften einen Pachthof im Münsterland und die letzte Erweiterung ist schon 20 Jahre her und es wird keine mehr folgen, unsere Größe lohnt sich nicht mehr, aber ich beschwere mich nicht, dass ich zu wenig Geld hätte!
    Aber wenn der Verbraucher nicht mehr Geld für die Natur ausgeben will, warum muss ich denn mein Geld opfern? Natur geht schließlich alle etwas an!

    7+

  19. Ist es nicht der Verbraucher der uns und unsere Haltungmethoden anprangert? Ich denke an genau die sind unsere „Beschuldigungen“ gerichtet, ist halt die Doppelmoral die langsam nervt. Sich aufregen und nachher doch das billige Fleisch kaufen weil ja noch Geld für iPhone etc übrig bleiben muss, hat hakt Priorität. An anderen lässt sich leichter rummäkeln als an einem selber. Den Brief halte ich im übrigen als sehr gut und passend geschrieben. Verstehe den Verfasser sehr gut und hoffe dass er auch unseren Standpunkt verstehen kann. PS, 38,5 h Woche bei normaler Entlohnung fände ich auch doll

    2+

    • Wer ist „der Verbraucher“? Sind wir auch schon so weit, dass wir vor allem die Lautstarken wahrnehmen und für „die Verbraucher“ halten? „Die Verbraucher“ sind für mich die zufriedenen, auch preis- und qualitätsbewussten, Käufer unserer Erzeugnisse. Das Geschäft mit Anschuldigungen wird von anderen inszeniert.

      2+

    • Ein Blick auf die Vermögensstruktur in Deutschland: Die obersten 10% verfügen über 50% des Gesamtvermögens des Landes. Die unteren 50 % (!) verfügen über gerade mal EIN PROZENT des Gesamtvermögens.

      Ich denke, die die sich aufregen und die, die das billige Fleisch kaufen, sind NICHT dieselben. Die, die sich aufregen, gehören zu den oberen 50%. Die, die das billige Fleisch kaufen, eher zu den unteren 50%. Zumindest in der Tendenz. Ausnahmen gibt es natürlich immer.

      Es ist doch deutlich erkennbar, dass im Hintergrund dieser ganzen Debatte um Billigfleisch Klassenbewusstsein mitschwingt. Wer zur Oberschicht oder oberen Mittelschicht gehört, grenzt sich von den unteren Schichten heute durch seinen bewussten Lebenswandel ab, vor allem durch gesunde Ernährung und Sport. Zu einem bewussten Lebenswandel gehört auch eine häufig romantisch verklärte Liebe zur Natur, die dazu führt, dass vor allem wohlbetuchte Städter sich über die Tierhaltung in der Landwirtschaft aufregen.

      Vor hundert Jahren waren die armen Leute die Mageren, Verhärmten. Heute findet man in der Unterschicht mehr Dicke als in der Oberschicht. Und warum? Zum einen, weil die Armen von heute die sind, die keine Arbeit oder Sch*-Jobs haben und aus Frust und Langeweile futtern. In einer Arbeitswelt, die zunehmend auf Roboter und den Einsatz von Maschinen setzt, wird es allmählich zum Privileg, Arbeit zu haben.

      Zum anderen, weil die billigen Lebensmittel vermehrt mit Zucker versetzt sind. Aus dem letzteren Grund ist auch der Amerikaner häufig überdurchschnittlich dick. Weil bei denen naturbelassene Nahrungsmittel erst so langsam entdeckt werden und entsprechend kosten.

      2+

      • Stadtmensch sagt

        >>Zu einem bewussten Lebenswandel gehört auch eine häufig romantisch verklärte >>Liebe zur Natur

        Es handelt sich meiner Meinung nach nicht um eine „romatisch verklärte Liebe zur Natur“, sondern: einige wenige Menschen schätzen in einer bis in alle Ecken marktwirtschaftlich zugerichteten Welt das Original und nicht die reproduzierte Massenware. Das hat nichts mit dem Einkommen sondern eher etwas mit den vermittelten „Werten“ oder Feinsinn? zu tun. Die „unmoderne“ landwirtschaftliche Kulturlandschaft war aus biologischer Sicht sicher viel interessanter als das, was heute davon übrig ist. Einige wenige Menschen erkennen den Verlust im Verschwinden der vielen kleinen Mikro-Ökosysteme (Ackerbegleitflora-Insekt-Insektenfresser), genauso wie sie den Verlust im Verschwinden des Handwerks erkennen (keine Originale mehr). Sie wissen, dass dieser Verlust endgültig ist und sich nicht mit Krötentunneln, diversen „Ansiedlungsprojekten“ oder Als-Ob-Landwirtschaft in Gebieten des Massentourismus rückgängig machen lässt.
        Vielleicht ist es wirklich so, dass diese konservativen Geister eher materiell abgesichert sind und somit den Kopf frei haben für all das, was nach dem Fressen kommt…

        0

  20. Leider sind der schöne PKW oder das 800 Euro Smartphone wichtiger…..damit kann man so schön den Nachbarn neidisch machen….das kannst du mit Milch und Fleisch einfach nicht….

    4+

  21. Mark sagt

    Da ist schon was wahres dran, die Leute können keine 60% des Einkommens fürs Essen ausgeben, wenn Steuern und Sozialabgaben schon 49,5% abgreifen. Staat und übrige Wirtschaft sind die wahren Profiteure niediger Nahrungsmittelpreise.

    11+

  22. Ich kann durchaus beide Seiten nachvollziehen… Bin herdenmanagerin, wurde gekündigt weil nicht mehr zahlbar. So, nun arbeite ich für wesentlich weniger auf einem anderen Betrieb. Denn Arbeit ist immer besser als vom Amt leben.
    Ich würde Liebend gern selbst teure Produkte kaufen um Chef und Kollegen „unterstützen“ zu können.
    Ich kann es mir aber einfach nicht leisten.

    1+

  23. Dafür lieber Verbraucher hast du ein freies Wochenende und geregelte Arbeitszeiten 😉 Ich würde von deinem Stundenlohn wahrscheinlich träumen

    1+

    • Geregelte Arbeitszeiten? Noch nichts davon gehört, dass Berufseinsteiger heute in der Regel gar keine festen Arbeitsverträge mehr bekommen? Sondern halbjährliche Zeitverträge, mit denen man den Kündigungsschutz unterläuft. Oder dass Studienabgängern aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich häufig bloß unbezahlte oder schlecht bezahlte Praktika angeboten werden?

      Dass in der Industrie in der Produktion heute inzwischen in weiten Teilen Schichten gearbeitet werden?

      Dass in normalen Familien heute beide Eheleute arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen. Dass sie dafür zerrieben werden im Kleinklein der Organisation, wer nun wann wie das Kind aus der Kita abholt.

      Berücksichtigst Du das in Deinen Träumen oder träumst Du von einer Welt, wie sie längst nicht mehr existiert?

      0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ich kenne beide Seiten, ich als Winzer und Obstbauer, meine Frau als Altenpflegerin, allerdings mit fester Anstellung.

        Wir müssen fast 40 Jahre damit leben, dass sie in Schichtdienst arbeitet, natürlich auch an Wochenenden, manchmal mehrere Wochenenden hintereinander. Das Wickeln von Kindern, sowie das hinbringen und abholen vom Kindergarten war bei mir Realität, allerdings konnte ich mir das einteilen.

        Trotz alledem, es gab jeden Tag warmes Essen, für die Kinder, für meine Frau, für mich. Es ist klar, dass dies für alle nicht möglich ist, bei entsprechendem Wille manchmal schon.

        3+

  24. Wann endlich realisieren wir, dass für die allermeisten unserer Mitbürger eben nicht der Kauf von teureren Lebensmitteln oben auf der Prioritätenliste steht? Kann ich voll und ganz nachvollziehen.

    3+

    • Es gibt aber auch diejenigen, die das Sonderangebot aus dem Supermarkt auf den Weber-Grill für 700 Euro packen.
      Und das nicht nur zu Qualitätsvergleichszwecken

      3+

    • Natürlich ist es falsch, wenn Luxusartikel gekauft werden und dafür bei der Grundversorgung gespart wird. Das zeugt von geringer Wertschätzung gegenüber (heimischen) Lebensmitteln.
      Milch für 1€ ist schon zu teuer, aber der 50€ Grill tut es nicht?

      1+

      • Mark sagt

        „Würden Sie es akzeptieren wenn jemand Ihre Einkaufsgewohnheiten als falsch kritisiert?“ Natürlich nicht, man kann alles an mir kritisieren, aber nicht meine Einkaufsgewohnheiten, die nicht!!!
        „Oder gar sich künftig anpassen?“ Nein, anpassen geht nicht. Ich bin auch ihrer Meinung, dass wenn ein vernünftiger Grill (Weber) 700Euro kostet, das Schweinefleisch zum Ausgleich dann aber sehr billig sein muss!

        1+

            • Dieser Kommentar drückt die Verstimmung aus, die bei mir entsteht, wenn einige Leute anderen vorschreiben wollen, wie sie mit ihrem Geld umzugehen haben. Ein emotionaler Beitrag, kein sachlich begründeter 🙂

              1+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich schreibe niemanden vor, wie er sein Geld ausgeben darf, oder soll. Ich nehme mir jedoch das Recht heraus zu sagen, dass zb. die Haltung eines Hundes nicht notwendig ist, wenn ständig das Konto leergeräumt ist. Komme öfters in das Elsass, kenne die Preise im CORA und im SUPER U, was mir aber auffällt, die Fleischpreise sind auch dort stark gesunken.

              Sicher ist, die teuersten Autos vor diesen Märkten, haben deutsche Kennzeichen.

              1+

        • rebecca sagt

          „Oder gar sich künftig anpassen?“ Nein, anpassen geht nicht. Ich bin auch ihrer Meinung, dass wenn ein vernünftiger Grill (Weber) 700Euro kostet, das Schweinefleisch zum Ausgleich dann aber sehr billig sein muss!

          Oh das ist wieder der Nichtschwimmer der sein Ungemach auf die Badehose schiebt.

          0

  25. bauerhans sagt

    wir werden von parteien regiert,die wieder gewählt werden wollen,wofür die wahlgeschenke machen,die der bürger aber bezahlt,so einfach ist das.
    wir entscheiden emotional,leben auf pump,haben den blick fürs machbare und vernünftige verlernt und suchen uns gern einen sündenbock:
    das ist im moment die landwirtschaft.

    6+

    • Vera sagt

      Stimmt zwar im Grunde, aber hier greift der Nachteil der Statistik kräftig rein.

      Es gibt auch in Deutschland viele viele Menschen die nach Abzug von „Pflichtkosten“ wie Miete, Strom, Telefon und was es sonst noch gibt eben nicht mehr besonders viel Geld übrig haben. Wenn von diesem „Restgeld“ 90% in Lebensmittel gehen (wie in armen Ländern ohne Strom/Wasser/festes Dach über dem Kopf) dann gucken die eben auch darauf was vermeintlich günstig ist – und greifen dabei leider oft genug verführt von Werbung zum falschen Produkt.

      Zudem werden all jene in diese Statistik mit einbezogen die nun wirklich garkeine Sorgen haben über die Runden zu kommen. Die Spitzenverdiener im Land geben einstellige Prozentzahlen (oder darunter) für ihre Nahrungsmittel aus (selbst wenn sie in fancy Restaurants essen) und korrigieren damit den Durchschnitt kräftig nach unten.

      0

      • Andreas Schmid sagt

        Es gibt heute viel mehr Pflichtkosten wie früher. Viele sind in der Bürokratie und in vielen Vorschriften versteckt.

        2+

    • Dafür gibt der Verbraucher gut 40 % seines Einkommens für Miete/ Energie und Transport aus! Ein Euro hat auch bloß 100 Cent. Die Energiepreise haben sich allein in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Wenn hier nicht angesetzt wird, wird sich sicher nichts ändern.

      2+

    • Das nützt dem Bauer aber nichts wenn er für mittlerweile vielleicht 5% vom Nettolohn erzeugen soll.Wenn die durchschnittliche Kostendeckung für ein Liter Milch bei 40 Cent je Liter liegt er aber nur 21 Cent bekommt .Aldi senkt die Preise sag ich nur.

      2+

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