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Kommentare 110

Ein Schmidt kommt selten allein.

Jetzt meldet sich der deutsche Gewerkschaftler Peter Schmidt in Österreich zu Wort. Er stellt fest: Unsere deutschen Lebensmittel sind zu billig. Ein interessantes Interview auch wenn nicht alles neu ist. Aber einiges, bei dem ich mitgehen kann, vor allem was das Wegwerfen angeht. Die Sache mit den 15.000 l Wasser pro kg Rindfleisch sollte ihm noch jemand erläutern, weil so etwas missverständlich ist.

https://kurier.at/wirtschaft/deutscher-gewerkschafter-schmidt-unsere-lebensmittel-sind-zu-billig/302.017.438

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110 Kommentare

  1. Hans-Günter Felser sagt

    In der Mehrzahl wird sich hier an der Wassermenge abgearbeitet, statt mal auf das Wesentliche zu kommen. Da fordert einer mehr Geld für gute Ware der „Produzenten“ und wird von einigen armseligen Ko-Abhängigen einer mafiösen Fleisch-Mafia auch noch gemobbt. Leute, der ist auf eurere Seite. Den müsst ihr nicht verbeißen. – Merkt ihr denn noch was?

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    • bauerhans sagt

      „das Wesentliche“

      ist,dass bauern unflexibel unelastisch produzieren:
      d.h. die produktion kann der nachfrage/dem verbrauch nicht angepasst werden.
      die investitionen,die der bauer dafür getätigt hatte,sind aber langfristig finanziert
      d.h. er kann nicht einfach aussteigen und was anderes machen.

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      • Hans-Günter Felser sagt

        bauerhans, das unterschreibe ich sofort. Diese zentralisierten Strukturen anonymisieren auch Nachfrage und Angebot. Konnte ein Bauer früher mit seinen Kunden kommunizieren und sich auf die Kunden verlassen, ist heute der Kontakt vielfach abgerissen. Der Bauer wird nur noch als gehetzter Mensch, der mit seinen übergroßen, schweren Fahrzeugen viel zu schnell durch die Tempo 30 Zone rauscht, wahrgenommen. Kaum Zeit für ein Gespräch hat und auf Rückfragen oftmals aggressiv reagiert, wo dafür kein Grund ist. Auch in den Reaktionen auf meine Beiträge erkenne ich, dass manche nur noch getriggert funktionieren.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Was sie als Rückfragen bezeichnen, diese Fragen sind umwandelt mit Beleidigungen und Beschimpfungen. Glauben Sie ernsthaft, dass unter diesen Umständen ein Landwirt mit ihnen sprechen will?
          Ich kann jetzt nur für mich sprechen, ihr Niveau ist unterirdisch, eine Unterhaltung mit ihnen führt zu nichts.

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          • Hans-Günter Felser sagt

            Wenn Sie „Ehemaliger Landwirt“ , das so empfinden, dann ist das Ihre Sache. Ich habe beschrieben, wie ich das empfinde, wenn aus einem Beitrag sich nur das rausgepickt wird, dass wieder die Trigger bedient, auf die „Doofen, die nichts wissen“ abhassen zu können. Was haben Sie an meinem Niveau auszusetzen? Vertragen Sie keine klaren Worte?

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  2. Paulus sagt

    Zugegeben, ich habe ein gestörtes Verhältnis zu Gewerkschaftsfunktionären aber dieses ewige nachplappern nicht verifizierter Zahlen ist wirklich unerträglich. Damit meine ich jetzt nicht die Blogteilnehmer.
    Friedrich kommt auf ca. 15.000 l Gülle je Mastperiode ./. Menge an Futter etc.
    Stefan Groh hat bei seiner Rechnung den Faktor 2 unterschlagen und käme bei der gleichen Mastdauer auf ca. 14.600 l Wasserverbrauch max. absolut.
    Bei einem Schlachtgewicht verwertbar von ca. 450 kg komme ich so ganz überschlägig auf max. 33 l/kg, wahrscheinlich einschl. Knochen.
    Christian Post kommt bei einem Schlachtgewicht von 360 kg und einer Mastdauer von 400 Tagen auf ca. 20l/kg, wahrscheinlich auch einschl. Knochen.
    Viel mehr als ca. 35 l/kg dürften demnach nicht drin sein.
    Bei einem Schlachtgewicht von ca. 400 kg müsste so ein armes Rindvieh, unter Berücksichtigung von 2 Jahren Mastzeit und Zugrundelegung der irren Behauptung, demnach 400*15.000= 6 Mio.l = 6.000 m³ Wasser saufen. Alles in Allem so etwas über 8,0 m³ am Tag. Halleluja!
    Das konnte man dem ehem. Landwirtschaftsminister in NRW erzählen. Der hatte ein paar Semester Theologie ohne Abschluss studiert. Ok, eine Bundestags-Vizepräsidentin und ebenso prominente Damen der Grünen würden es wohl auch anstandslos glauben.

    Was die Wegwerfquote bei Lebensmitteln betrifft finde ich keine verifizierbaren Angaben. Schwer vorstellbar, dass ca. 30% der LM in der Mülltonne landen. Ich ahne aber, dass hier ähnlich falsche Zahlen existieren. Ich hatte vor Jahren mal eine interessante Führung in einem Schlachthof der Fa. Westfleisch, die verwerteten ausnahmslos alles vom Tier. Wenn man abseits von Schlachthöfen, allerdings Kartoffelschalen, verbrauchtes Frittenfett und ähnliches hinzu zählt mag man auf eine gewisse Größenordnung kommen. Selbst da gilt aber nicht alles als „Weggeschmissen.“ Die Fa. ReFood z.B. erzeugt daraus Energie.

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  3. Friedrich sagt

    Ich habe mal bei der Ldw.Kammer NRW geschaut. Danach produziert ein Mastbulle/Jahr von 45 – 700 kg Lebendgewicht 7,3 m3 Gülle . In zwei Jahren sind das rd. 15 m3 (15000 ltr.).
    Bei 655 kg Zuwachs sind das 22,90 kg Gülle/kg Fleisch. Darin ist aber das Futter noch enthalten. Also 15.000 ltr/kg ist reiner Ökopopolismus. Die Gewerkschafter sollten sich lieber um ihre Mitglieder und deren Rente kümmern , als den Grünen auf den Leim zu gehen. Auch die 2.500 /Jahr aufgebende Bauernhöfe sind falsch. Im Schnitt sind es rd. 3%/Jahr von 280.000 Höfen , ergibt rd. 8.400 Höfe/Jahr. Auch seine Biofaselei ist nur übernommenes von den Grünen. Wenn wir das was die Grünen uns alles vorerzählen machen , dann müßten wir so leben wie vor 150 Jahren , ohne Auto , Flugzeug ,sechs Tagewoche usw. . So ist das mit diesen Leuten . Wasser predigen , aber selbst Sekt saufen.

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  4. Hans-Günter Felser sagt

    „Unser“ Milchbauer vor Ort fragte vor Schlachtung die Hofkunden ab und hatte Bestellungen angenommen, dann wurde geschlachtet und die bestellten Stücke waren abholbereit . Das fand ich sehr gut. Müsste auch andernorts klappen. Leider macht der Jungbauer das nicht mehr. Ich werde ihn mal fragen.

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    • bauerhans sagt

      dass der jungbauer das nicht mehr machen will,liegt möglicherweise an der enormen arbeitsbelastung,die über den verkaufspreis nicht abgedeckt ist.

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      • Hans-Günter Felser sagt

        Das ist ja eine merkwürdige Aussage. Wer bitte schön kalkuliert denn die Preise? Wenn der Bauer billigst an Discounter-Einkäufer verramscht, ist das also lukrativer? Na, dann verstehe ich das Gejammere nicht, dann ist ja alles „in Butter“. – Mein Vorschlag: Mehr Qualität, weniger Quantität, bessere Preise vor Ort verlangen. Ich zahle gerne frei Hof für Rohmilch 1 EUR/Liter, das geht über eine automatische Zapfanlage. Für das Fleisch zahle ich mehr, als der Bauer vom Großschlachthof-Viehhändler erzielt. Es muss nur organisiert werden und da scheint es bei vielen zu hapern. . Weniger „das geht nicht“ , mehr „machen“!

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        • Hans-Günter Felser sagt

          Ich warte ja auf den Tag, wo mal jemand sagt: „Er formuliert es zwar scharf, aber in dem Punkt könnte er ja Recht haben“ Stattdessen immer Gejammer, das ewige „sich-falsch-verstanden-fühlen“, das überhebliche „die-haben-doch-alle-keine-Ahnung-nur ich“ . Ist das Dialog? Hat mal irgendeiner hier darüber nachgedacht, statt ständig auf Subventionen und Fördertöpfe zu schielen, ein eigenes, starkes Konzept, welches sich selbst trägt, auf die Beine zu stellen? Gebt doch weiter eure Milch an die Milch-Union etc. und lasst euch ab-melken! Ich seh´da immer nur das Gejammere, dass bei Subventionen natürlich der Geber Bedingungen stellt. Wer hat sich denn dafür entschieden, sich aus seiner Selbständigkeit in die Hände von Brosamen-Verteilern zu begeben? Oder anders: Warum lässt der souveräne (wo ist er?) Landwirt zu, dass ihm ein Ring durch die Nase gezogen und er da durch die Subventions- und Bevormundungsmanege gezerrt wird. Und dann ist es „der blöde Verbraucher, der weil er Sch..ße zahlt, eben auch Sch..ße fresse soll“ – und „das verpestete Grundwasser ist eben auch der Preis für billig“ – Alles von „konventionellen Landwirten“ aufgeschnappt. – Und bitte kommt jetzt nicht wieder und sagt : „Lüge – das haben wir nie behauptet“ – Lest mal eure Kommentare, da rollt es einem die Fußnägel auf. – Und Nein – das ist kein Hass-Statement – ich möchte mal, dass einer sagt: Junge, ich gebe dir in dem oder dem Punkt Recht. Das passiert nicht. Da kommen immer Angriffe, Beleidigungen, Vorwürfe „mangelnder Anstand“, etc. Wenn ich mal scharf schieße, dann ist das, weil ich einigen den Spiegel vorhalte. „Wie man in den Wald….“ – jeder kennt es. Also bitte. Was ist jetzt mit „Dialog“ – nur ein aufgestopftes Frettchen oder wirklich ein Angebot? Ich würde jeden Bauern unterstützen, Petitionen unterschreiben, mit auf die Straße gehen, wenn es in die richtige Richtung gehen würde. Da muss aber auch mal die Bereitschaft da sein. Kommt da mal was?

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          • Bauer Willi sagt

            @Felser
            ich empfehle Ihnen zu Weihnachten die Lektüre des Buches „SAUEREI!“. Dort wird auf 60 Seiten diskutiert, wie Landwirtschaft auch anders gestaltet werden kann. Dazu gehört aber auch ein anderes System zwischen Erzeugung und Verbrauch. SOLAWI ist nur ein Beispiel.

            Zum Thema Subventionen habe ich auch schon einiges geschrieben. Findet man über die Suchfunktion. Ich will die nicht, sondern Preise, die über den Verkauf die Kosten decken.

            Wenn die anderen Kommentatoren nicht auf Ihre Kommentare eingehen, dann kann das aus meiner Sicht daran liegen, dass Sie keine Lösungsvorschläge anbieten. Aber Sie „würden“ jeden Bauern unterstützen, „wenn..“ Das höre ich jetzt hier schon gefühlt zum tausendsten Mal.

            Klugscheißen kann ich übrigens auch, hilft aber niemand weiter. Und theoretische Weltverbesserer gibt es auch schon genug. Die kommen aber leider nicht zu mir auf den Hof, wenn sie gebraucht werden. Dann muss ich mein Unkraut schon alleine aus den Rüben hacken. Falls Sie aus Koslar kommen, kann ich Sie ja im Frühjahr mal deswegen anrufen. Ich werde in der Zeit dann auch keine Gülle fahren. Weil Sie ja der Gestank stört…
            Bauer Willi

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            • Hans-Günter Felser sagt

              Bauer Willi – Ist das die Realisierung der Überschrift „Lieber Verbraucher – Wir wollen Dialog“ ? Sie beschimpfen mich als „theoretischen Weltverbesserer“ und „Klugscheißer“ . Ich kaufe auf einem Bio-Bauernhof und in diversen Hofläden. Ich wertschätze gute Produkte. Zu Glyphosat-Bauern gehe ich allerdings nicht. Wo ein Bauer bis zum Asphalt pflügt, mache ich einen Bogen um seinen Hof. Ich kann nicht erkennen, dass Sie wirklich Dialog wollen oder mich als „lieben Verbraucher“ anerkennen, sondern empange aus Ihrer Richtung Hass, Geifer und Überheblichkeit nach dem Motto „Du? – weißt: Nix!“ . Oder sollte ich das falsch sehen?

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            • Kaffee auf sagt

              Danke.
              Ich habe vor ein paar Jahren den Text «Urbanes Landmanagement in Stadt und Region« gelesen und fand das ganz gut/hilfreich. Taugt das aus landwirtschaftlicher Sicht was?

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        • Walter Parthon sagt

          Hans-Günter Felser Sie sind, Ökoaktivist, der auf Bäume keltert, sich dort anbindet. Dort angeblich um Bäume kämpft (Hambach). Am Anfang konnte man über „Hans-Günter Felser “ auf Ihre FB seite gelangen, das wurde abgestellt. Ich Frage Sie, warum hören die kleinen Metzger, Bäcker auf. Doch weil sie für ihre Arbeit vom Kunden nicht mehr bezahlt werden, und dieser nur billig, billig will. Der Kunde bekommt was er haben will billig billig, wann nicht wird es eben als dem Ausland gekauft. Wenn sie wirklichen Dialog wollen lassen Sie die Beleidigungen

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          • Hans-Günter Felser sagt

            Ich klettere nicht auf Bäumen rum, die Zeiten sind vorbei. 🙂 Wohl kämpfe ich um den Erhalt des Hambacher Forsts, das ist richtig. Schauen Sie sich doch mal Ihren Kommentar an: „Der Kunde will nur billig, billig – also kriegt er billig, billig.“ – Genau das ist das Problem. „Den Kunden“ gibt es nicht. Aus Ihren Worten fließt Hass gegen den Verbraucher – ich würde von Ihnen keine Produkte kaufen. Auch bei einem Koch, der seine Gäste hasst und beschimpft, würde ich lieber nichts bestellen. Dem könnte ich nicht vertrauen. Und wenn ein Landwirt seine Kartoffeln „reif“ spritzt, kann er die Kartoffeln billigst anderen unterschieben, aber ich missbillige das. Das ist meine Meinung – dafür brauchen Sie mich nicht anzugreifen. Können Sie keine andere Meinung dulden, dann sollten Sie nicht schreiben „wir wollen Dialog“.

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