Bauer Willi
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Der schwarz-gelb-grüne Koalitionsvertrag

Als Bauer bin ich sehr gespannt, wie sich die möglichen Koalitionspartner wohl bei folgenden Punkten einigen werden:

  • erneuerbare Energie.: gehört Biogas demnächst noch dazu und was ist mit dem Mais? Wie steht man zur Beimischung von Biodiesel und Bioethanol? (Teller-Trog-Tank-Diskussion)
  • Düngung: statische Grenzen bei Mengen und Terminen oder Werte, die sich an pflanzenbaulichen Parameter orientieren? (Stichwort Qualitätsweizen) Besteuerung von mineralischem Dünger?
  • Pflanzenschutz: mittelfristiger Ausstieg aus synthetischen Pflanzenschutzmittel? Besteuerung?
  • Gentechnik: wie werden neue Technologien (CrispR/CAS) bewertet? Wird das generelle Verbot von „alter“ Gentechnik beibehalten?
  • Bio-Landwirtschaft: Quotensystem (z.B. 20% bis 2020) oder Ausrichtung am Markt? Wie wird die staatliche Förderung in diesem Bereich aussehen?
  • Gemeinsame Agrarpolitik (GAP): Wie steht man zu dem bisherigen Zwei-Säulen-Modell? Wie geschieht die Verteilung in Bezug auf die Betriebsgröße? Oder werden Zahlungen ganz oder teilweise gestrichen?
  • Welche neuen Auflagen kommen beim Umwelt-, Natur, Tierschutz auf uns zu? Was ist mit der Entbürokratisierung? Wie soll die konkret aussehen?
  • Ernährungsgewohnheiten: Wird der Verzehr von Fleisch, Zucker oder anderen Nahrungsmitteln staatlich reglementiert? (Stichwort Ernährungsampel)
  • Ernährungsbildung: Wird Ernährung und Landwirtschaft ein fester Bestandteil des Schulunterrichtes?
  • Leben auf dem Land: Was wird konkret und in welchem Zeitraum für Digitalisierung, schnelle Netze und Mobilfunk getan? Was ist mit der Verkehrsanbindung? Was ist mit Kulturangeboten, ärztlicher Versorgung?
  • Strukturwandel: Wie werden junge Leute für den Beruf Landwirt interessiert? (Stichwort Hofnachfolge)

Und auch beim Mittagessen wird es für die Koalitionspartner spannend: Wird es Schweinebraten oder Soja-„Schnitzel“ geben? 🙂 Wahrscheinlich gibt es ein Buffet, bei dem für jeden was dabei ist. Bei den obigen Themen ist das nicht so leicht. Ich wünsche CDU, CSU, FDP und Grünen viel Glück. Aber vielleicht gibt es ja auch Eintopf…

Euer Bauer Willi

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11 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Die GRÜNEN sind ein echter Störfaktor. Habe gerade die Fragen der Landesjägerschaft zur Landtagswahl in Niedersachsen zur Jagd gelesen. Die Antworten sind alle gegen die Jagd, die Menschen und die Grundeigentümer gerichtet. Genauso antwortet jemand der in der Stadt wohnt und noch nie in der „Freien Natur“ war , aber grüne Ideen hat. Das alles ist Stadt gegen Land. — Leute , alle die Ihr auf dem Lande lebt und von und mit der Natur lebt solltet diesen Verbotsleuten keine Stimme geben. Alle Bauern , Jäger , Angler , Fischer, Reiter,Golfer usw. sollten sich gegen diese Leute zusammentun , um diesem Unsinn ein Ende zu bereiten. Auch die CDU sollte sich mal an ihr Stammwählerpotenzial erinnern und nicht nur städtisch denken. Nur so ist die AFD groß geworden.

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  2. Gute Fragen. Bei der Tierhaltung sollte es aber um mehr als nur Rechtliches gehen. Finanzierung und Beratung zu umwelt-, tier- und klimagerechten Haltungssystemen. Das muss ein Thema sein.

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  3. Paulus sagt

    Jetzt bitte nicht gleich überfordern! Einige der aufgezählten Dinge liegen übrigens außerhalb des Kompetenzbereiches des Bundes. Damit hat man sich dort nicht oder allenfalls peripher zu beschäftigen.
    Was z.B. CrispR/CAS betrifft, dürften weder Frau Künast noch Herr Lindner und schon gar kein Herr Altmaier irgendwelche fachlichen Kompetenzen besitzen. In diesem und manch anderen Bereichen, auf die eine Bundesregierung maximal sehr begrenzt Einfluss hat, dürfen die angehenden Koalitionäre vereinbaren und beschließen was sie möchten. Das hat eine ähnliche Qualität als ob ich darüber entscheide ob China belgisch oder deutsch wird. Wie sagte mir in Anlehnung daran ein BWLer mal so schön: Zuckerampel hin oder her, es wird auch weiterhin Gummibärchen von Haribo geben.

    Schätze mal, zum Mittagessen gibt es einen gesunden vegetarischen Eintopf und als Geschmacksträger kommt ein Stich Butter hinzu. Allerdings nur so viel, dass die individuellen geschmacklichen Obergrenzen nicht überschritten werden.
    Wenn die drei sich nicht irgendwie einig werden, lassen sie uns ganz schön dumm dastehen und so mancher Wähler könnte stinkig werden.

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  4. Altbauer Jochen sagt

    Werden sich alle soweit „bewegen“ bis alle 3 Parteien
    zur Unkenntlichkeit mutieren?
    Ich glaub es nicht, bei den Pflöcken die sie alle schon
    eingeschlagen haben.
    Noch fehlt mir die Vorstellungskraft wie ein einigendes
    Bündnis am Ende aussehen könnte.
    Hoffentlich werden wir Bauern von CDU und FDP nicht
    an die Grünen „verschachert“ um anderswo Zugeständnisse
    zu erreichen.

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  5. Sehr interessante Themengruppen. Eigentlich können die Grünen dabei doch nur verlieren. In ihren eigenen Reihen. Ok wir alle müssen sicher auch die eine oder andere Kröte schlucken. Hoffentlich keine zu fette. Je mehr ich drüber nachdenke um so mehr würde mir Özdemir als Außenminister gefallen. Dann wäre auf anderen Feldern Ruhe im Karton.

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  6. bauerhans sagt

    es wird kompromisse und zugeständnisse geben,um den jeweiligen koalitionspartner zu der jeweiligen aktuellen zustimmung zu bewegen d.h. es wird weiter wie bisher „gewurschtelt“.
    eu-richtlinien werden weiterhin bei uns in D noch strenger d.h. schärfer umgesetzt werden.
    wenn denn ein grüner minister,dann robert habeck!

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