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Das Geschäftsmodell und die bäuerliche Landwirtschaft

Tilman Ziegler setzt sich in seinem Blogbeitrag kritisch mit dem Geschäftsmodell der erfolgreichen Industrieländer auseinander. Dabei könne die bäuerliche Landwirtschaft nur verlieren, ist sein knallhartes Resumee. Aber vielleicht seht ihr das anders…?

Jedenfalls passt so eine Diskussion sehr gut zur Grünen Woche in Berlin.

Das Geschäftsmodell und die bäuerliche Landwirtschaft

 

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113 Kommentare

  1. Alfons Balmann sagt

    Ein merkwürdiger Artikel. Er nennt viele interessante Aspekte. Allerdings: Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft. Natürlich konsumieren wir immer noch in erheblichem Umfang basierend auf nicht erneuerbaren Ressourcen und müssen uns als Gesellschaft mit einer notwendigen Verringerung des ökologischen Fußabdruckes auseinander setzen. Allerdings: ein Großteil unserer Wohlfahrt basiert auf der Bereitsstellung von Dienstleistungen. Deren Anteil an der Bruttowertschöpfung (BWS) beträgt über 68%. Und wir konsumieren nicht nur deutsche Diensleistungen – man denke nur an die Nutzung von Facebook. Und zum Vergleich: Die Landwirtschaft hat nur einen Anteil von 0,7% an der deutschen BWS und bewegt sich etwa vom Umfang auf dem Niveau des deutschen Außenhandelsüberschusses(!). Vor diesem Hintergrund wäre die Einführung eines – auch immer wieder mal von Willi ins Spiel gebrachten – Außenschutzes nichts anderes als zu verlangen, dass der Schwanz mit dem Hund wedeln soll.
    Vielleicht sollte man hier einmal das „agrozentrische“ Weltbild diskutieren. 😉

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    • Die USA meinten in den letzten zwanzig Jahren auch, in einer Dienstleistungsgesellschaft angekommen zu sein. Als Herausgeber der Weltreservewährung kann man permanente Außenhandelsdefizite vielleicht länger durchhalten als andere, aber ewig geht das nicht. Irgendjemand muss mit Außenhandelsüberschüssen das Geld hereinholen, von dem die Dienstleistungsgesellschaft lebt. Das ist in Deutschland die exportierende Industrie, deren Entwicklung in einem Land mit hohen Lohnkosten weiterhin mit dem Energieverbrauch korreliert, gemildert vielleicht durch Auslastungseffekte in Spitzenjahren. Aber warum muss die Landwirtschaft das unbedingt mitmachen, deren Anteil an der BWS bei diesem Spiel auf 0,7 % abgesunken ist? Für Landwirte ist ein höherer Anteil an der Wertschöpfung natürlich erstrebenswert. Das wird aber nicht durch weitere Industrialisierung der Landwirtschaft erreichbar sein. Wahrscheinlicher ist eine Renaissance der Landwirtschaft durch den absehbaren Schiffbruch (= Bankrott) des Welthandels. Der Bankrott ist das natürliche Ende jeder nicht nachhaltigen Entwicklung. Wo die Schulden doppelt und dreimal so schnell wachsen wie Einkommen oder BIP, ist es nicht mehr weit zum Bankrott.
      Auch Dienstleistungen kann man dauerhaft nicht mit Schulden bezahlen, siehe USA.

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      • Alfons Balmann sagt

        Einige Fragen:
        1. Sie meinen der Rest der Welt würde es hinnehmen, wenn der Exportweltmeister seine Außengrenzen für Agrarprodukte schließt und munter weiter seine anderen Produkte exportiert?
        2. Warum sollten die deutschen Verbraucher, die ja von den anderen Sektoren leben, sich auf ein solches Spielchen einlassen?
        3. Was hat unsere Gesellschaft von einem Außenschutz für Agrarprodukte? Warum sollen wir nicht lieber von Importen leben als die Zeche für die Träumereien von Agrarideologen und Lobbyisten zu zahlen?
        4. Woher nehmen sich Agrarier und ebenso Umweltlobbyisten eine Berechtigung, (andere) Landwirte damit beglücken zu dürfen, indem sie ihnen unternehmerische Freiheiten nehmen? Wir haben ein Grundrecht auf freie Berufswahl. Dazu gehört auch das Recht, sich nicht von Dritten willkürlich vorschreiben zu lassen, wie man wirtschaftet. Wenn in Grundrechte eingegriffen werden soll, müssen schon sehr überzeugende Argumente geliefert werden, worin denn der gesellschaftliche Mehrwert besteht.

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        • Mark sagt

          Ihre Ausführungen sind schon sehr interessant. Zumindest unterschwellig suggerieren Sie (mir), die Landwirtschaft in Deutschland ist unbedeutender, lästiger Ballast, von dem man sich doch wohl am besten befreien sollte. Belegt wird dies immer wieder mit dem Totschlagargument des völlig unbedeutenden Anteils von 0,7% am BWS oder BIB oder ähnlichem …. Dabei müsste man diese Zahlen gerade anders herum interpretieren. Die Landwirtschaft beansprucht nur 0,7% des BIB um die Ernährung der Bevölkerung zu gewährleisten! Ihr Vergleich des Schwanzes mit dem Hund ist daher gelinde gesagt hanebüchen. Passender wäre, um in Ihrer Analogie zu bleiben, der Hund verkennt die Wichtigkeit seines Herzens (ist ja nur so ein winziges Organ).

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Man sollte schon den Zusammenhang sehen, unter dem Bauer Willi einen Außenschutz verlangt.

      In Kurzfassung, wenn die Bevölkerung eine BIO- Landwirtschaft verlangt, dann muss ein Außenschutz gewährleistet sein, sonst würde die deutsche Landwirtschaft in den Ruin getrieben, das müsste den Utopisten geläufig sein.
      Sicherlich wird Bauer Willi das noch genau definieren.

      4+

        • Dann sollte Tanja Busse besonders fit in Marktordnung sein, für den Jab. 😉 Komplexe Materie. Bei Bio hört man ja oft von China-Importen nach EU-Biosiegel. Sind das außersaisonale Früchte oder doch nicht? Fragen über Fragen…

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      • Hans-Günter Felser sagt

        Selbst wenn es Wasser wäre – er ist die Persiflage des Genres. Erkennen Sie sich wieder?

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Nach über 55jähriger Tätigkeit in der Landwirtschaft, darunter 50 Jahre in voller Verantwortung für den Betrieb nehme ich noch gerne Tipps an, aber nur von denen, die mehr davon verstehen als ich.
          Sie gehören sicherlich nicht dazu.

          2+

          • Hans-Günter Felser sagt

            Das Vergiften der Böden, das Vernichten der Biodiversität, der Arten, das Abtöten wichtiger Bodenorganismen – ist sicher nichts, auf das Sie stolz sein dürfen. Dass Sie das trotz Ihres hohen Alters nicht begreifen werden, ist mir schon klar. Es ist schwer, alte und vertraute Methoden zu hinterfragen. Das ist nicht jedem gegeben.

            5+

            • bauerhans sagt

              „Das Vergiften der Böden, das Vernichten der Biodiversität, der Arten, das Abtöten wichtiger Bodenorganismen….“

              herr felser,nu schalten sie mal „einen gang runter“!
              die böden sind ertragreich wie nie und ein „vernichten der biodiversität“ können sie,wenn überhaupt,der spezies mensch vorwerfen,nicht den bauern.

              3+

            • Hans-Günter Felser sagt

              bauerhans – Die konventionell bestellten Ackerböden sind ver-wüstet, verkommen zur reinen Trägermasse aus totem Staub, der bei der nächsten Gelegenheit wegfliegt oder -schwemmt. Fruchtbar und ertragreich ist genausowenig das Gleiche wie Qualität und Quantität. Aber das wissen Sie auch selbst. Biodiversität und humoser Boden, Saumbiotope, Bäume und Hecken in Schutzstreifen helfen gegen Erosion, das muss wieder in die Köpfe rein. Profit ist wirklich nicht alles.

              4+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wenn nichts mehr hilft,
              dann wird halt versucht den anderen als Alterssenil hinzustellen.

              Jetzt mal Butter bei der Fische, was zeichnet sie aus, außer dass sie Bauern beschimpfen.

              Ps: Durch meinen Obst und Weinbau waren und sind alle Flächen begrünt, bis auf einen schmalen Herbizidstreifen. Da ist nix drinne mit Erosion, da kann das Gewitter mit 150 Liter je m² in der Stunde nichts anhaben, das weiß halt ein ehemaliger Landwirt mit 55 Jahren Praxis. Ach noch was, Bodenuntersuchungen haben mir bestätigt, dass der Humusgehalt angestiegen ist.

              Deshalb blöken sie mich nicht blöd an, wenn sie keine Ahnung von meinem Betreib haben.

              4+

            • Hans-Günter Felser sagt

              => Ehemaliger Landwirt ? Was ist los? – Sie kokettieren doch mit Ihrem Alter, nicht ich. Ich halte Sie nicht für senil, denn Sie haben sich ja scheint´s sehr früh dazu entschieden, also schon bevor Sie als senil hätten bezeichnet werden können- dass Sie auf vergiftete Böden setzen. Vergiftung des Bodens und Aufbau von Humus – das geht nicht miteinander! Sollten Sie darauf bestehen, dass das funktioniert, dann könnte allerdings in der Tat der Verdacht bestehen, dass Sie alterstarrsinnig sind. Alle unabhängigen, maßgeblichen Untersuchungen sagen das Gegenteil. Man kann sich allerdings auch in die eigene Tasche lügen. Das hat aber nichts mit dem Alter zu tun, sondern z.T. mit der Intelligenz und dem Charakter.

              1+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Mein Alter erreicht man, wenn man nicht vorher das Zeitliche segnet.

              Meine Intelligenz können sie nicht mit ihrer vergleichen, den Beiträgen nach, ist die Intelligenz eines Hans-Günter Felser recht bescheiden, es sei denn, es handelt sich um eine gewollte Denunzierung meiner Person, da sollten sie etwas vorsichtig sein, das wäre eine Straftat.

              2+

            • Die Qualität des Bodens sagt nichts aus über Biodiversität. Die Böden unter den Regenwäldern sind sehr häufig extrem nährstoffarm. Benutzt man sie als Ackerland, sind diese Böden in ein paar Jahren erschöpft. Genau deshalb ist das Abholzen des Regenwaldes doch so katastrophal. Weil der eigentliche Wert – die Biodiversität – im Regenwald selber und nicht im Boden liegt. Die Böden sind auch hier nur die „Trägermasse“.

              Böden regenerieren sich über vulkanische Aktivitäten, Plattentektonik etc., wo durch Bewegungen im Untergrund neue Mineralstoffe in die oberen Erdschichten gelangen. Die Düngung von oben durch das Absterben der pflanzlichen und tierischen Biomasse gibt die Mineralstoffe nur teilweise an den Boden zurück, aber nie in vollem Umfang. Das heißt, die natürliche Regeneration von Böden verläuft in sehr viel größeren Zeiträumen von Jahrhunderttausenden und Jahrmillionen.

              Wo Ackerbau betrieben wird, gibt es nicht nur das Problem der Monokulturen, was die Böden generell mehr belastet, sondern auch, dass der Mensch sich nicht als Biomasse in den natürlichen Kreislauf zurückbegibt, weder mit seiner Scheiße noch als Leiche. Deshalb ist für die Böden ein Ersatz, sprich Düngung, notwendig. Das ist bei jedem Ackerbau so, egal ob konventionell oder bio. Und natürlich ist der Boden da Trägermasse. Wie auch für den Regenwald.

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            • Dorfmensch sagt

              Herr Felser,

              wie kommen Sie auf das schmale Brett: Vergiften der Böden? Schauen Sie doch mal in die Wirklichkeit!

              1+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Tragen sie den Aktionären von Bayer ihre Bedenken vor, die Landwirte werden schon wissen, bei wem sie ihr Saatgut kaufen müssen.

        1+

        • Hans-Günter Felser sagt

          Die Lämmer, die sich dem Metzger anvertrauen, haben die gleiche Zuversicht. Ich finde Ihre hier zur Schau getragene Arroganz …. beispielhaft!

          2+

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Arroganz???????????????????????????

            Jahrzehntelang haben sich die Bauern an das Hosenbein pinkeln lassen, ohne Gegenwehr.

            Dass jetzt Bauern endlich mal selbstbewusst auftreten, dass das vielen – wie Ihnen – nicht passt ist klar.

            Blöcken sie ihre Frau an, für den Fall, dass es eine Frau bei ihnen aushält.

            1+

          • Bauer Klaus sagt

            Ist wohl zwecklos, Herr Felser. Es scheint als wollten Sie nichts, aber auch gar nichts begreifen. Besserwisserei hat niemals zu positiven Veränderumgen geführt.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Der Mann ist nicht begriffsstutzig,
              der fährt eine Ver­leum­dungs­kam­pa­g­ne!

              Laut Duden
              Kesseltreiben; Jagd, Kesseljagd, Verfolgung; (abwertend) Hetze, Hetzjagd, Hetzkampagne

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  2. Ich hätte mir gerne mal den Begriff „ bäuerliche Landwirtschaft „ von einem Politiker erklären lassen wollen! Die bäuerlicheLandwirtschaft Beinhaltet doch den Einmannbetrieb bis zum modernen landwirtschaftlichen Betrieb in dem die ganze Familie mitarbeitet plus Angestellte …. da ist doch alles drin oder! Mich würde die klare Definition dieses Begriffs aus der Position des Politikers einmal interessieren !

    1+

    • Inga sagt

      Ein
      Einmannbetrieb ist durchrationalisiert und spezialisiert.

      Ein Familienbetrieb ist oft ein Gemischtbetrieb mit mehren Betriebszweigen.
      Ökologisch wertvoller!

      0

  3. Alexander Borchert sagt

    Für bäuerliche Landwirtschaft gibt es scheinbar keine Definition:
    Ich will bewusst einige Punkte zur Diskussion stellen:

    Bäuerliche Landwirtschaft:
    Hört dort auf, wo mehr als 50 % der Milchleistung über Kraftfutter zugekauft wird
    Hört dort auf, wo Ställe und Buchten ständig überbelegt sind
    Hört dort auf, wo der Tierarzt zum Stammgast wird
    Hört dort auf wo auf 50 ha 300 oder mehr Bullen stehen
    Hört dort auf, wo 2000 plus x Mastschweine auf 100 ha stehen
    Hört dort auf, wo die Gülle über extreme Entfernungen (> 15 km) verbracht werden muss
    Hört dort auf, wo mehr als 170 kg N/ha aus tierischen Resten oder Gärresten anfällt
    Hört dort auf, wo das Grundfutter oder Gärsubstrat mehr als 15 km transportiert wird
    Hört dort auf, wo in der Fruchtfolge nur 2,5 Feldfrüchte stehen
    Hört dort auf, wo kurz vor dem Mähdrescher Glyphosat eingesetzt wird
    Hört dort auf, wo die Bank bestimmt, ob die Rechnung beglichen werden kann
    Hört dort auf, wo der Nachbar bestehende Pachtverhältnisse über den Preis sprengt
    Hört dort auf, wo die Familie nicht mehr die Zeit für gemeinsame Mahlzeiten findet
    Die Liste ist noch lange nicht fertig.
    Könnten es die aufgeführten Punkte sein, die die bäuerliche Landwirtschaft ausgemacht haben?
    So war es einmal und so wird es nie mehr sein, weil vieles davon aus dem Ruder gelaufen ist.
    Ich frage mich nur warum???
    Vielleicht gibt´s Antworten.

    2+

    • Inga sagt

      Wegen Technik 04

      wie Paulus sie beschrieben hat.

      Faulheit, Bequemlichkeit, Freizeit und Hochnäsigkeit
      hat und dahin gebracht!

      1+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Hört dort auf, wo die Bank bestimmt, ob die Rechnung beglichen werden kann<<

      Meinen sie, dass nur die Großen Betriebe diese Probleme haben, eher die kleineren, es sei den der " Bauer" arbeitet noch bei Daimler, Audi und ähnliche Firmen.

      1+

      • Alexander Borchert sagt

        Nicht die Betriebsgrösse entscheidet darüber, ob zum Schluss der Grund und Boden beim Bauern bleibt.

        1+

  4. Letztlich muß sich die Landwirtschaft auf den Markt ausrichten. Bestes aktuelles Beispiel: gentechnikfreies Futter. Am tierischen Produkt ist das nicht nachweisbar, doch wenn man nicht mitzieht, ist man auf Dauer raus

    2+

  5. Glyphosat, Insektensterben, Vermaisung, Massentierhaltung, Kükenschreddern und was man der industriellen LW sonst noch alles so vorwirft – das sind im Grunde alles Stellvertreterargumente. Da deutet man mit dem Finger auf die Spitze des Eisbergs, damit man den riesigen Eisberg, der zu 9/10 unter der Wasseroberfläche liegt, nicht sehen muss.

    Das ist bequem, denn wenn man den gesamten Eisberg anguckt, sieht man leider den gesamten Zivilisationsprozess und dann müsste der Mensch – und zwar jeder Einzelne! – sich in der Tat gründlich selber hinterfragen.

    Also tut man lieber so, als würde der Eisberg nur aus der Spitze bestehen bzw. als wäre der Eisberg geschmolzen, wenn man bloß die obere Spitze kappt und die sog. Agrarwende erzwingt. Die LW hat eben das Pech, dass sie in die Rolle dieser oberen Spitze gedrängt wurde. Die Diskussionen um die Agrarwende sind doch bloß ein Ablenkungsmanöver. Diese ganze Diskussion ist von vorne bis hinten verlogen.

    Der Artikel von Tilman Ziegler verweist auf das eigentliche Problem: unsere technisch-industrielle Lebensweise an sich, die nicht nur den Energiebedarf jedes einzelnen Menschen, sondern auch die von ihm im Laufe eines Lebens produzierte Abfallmenge mindestens verhundertfacht, in hochindustrialisierten Ländern sogar verzweihundertfacht. Dieser exorbitante Energiebedarf mit entsprechender Abfallproduktion verbirgt sich hinter der heiligen Kuh namens „Wirtschaftswachstum“.

    Wirtschaftswachstum heißt nichts anderes, als dass sich Energiebedarf und Abfallproduktion in schönem Wechselspiel ständig erhöhen.

    Das und nichts anderes ist der Motor der Globalisierung: Die Möglichkeit, seinen Energiebedarf über die Ressourcen anderer Länder zu decken, sie dafür mit unserem Abfall zu beglücken und das schlechte Gewissen mit Entwicklungshilfegeldern zu beruhigen. Ablasshandel pur.

    China importiert inzwischen eine Menge Holz, weil sie die eigenen Wälder nach den Überschwemmungen von 1998 besser schützen, und exportiert im Gegenzug Waldzerstörung nach Malaysia und Brasilien. Deutschland importiert inzwischen eine Menge Stahl und Aluminium und exportiert im Gegenzug Umweltverschmutzung nach China. So funktioniert dieser Deal.

    Globalisierung hat nur den Zweck, die Folgen unserer hochtechnisierten Lebensweise unsichtbar zu machen. Je weiträumiger und feiner man die Folgen verteilt, desto weniger sind sie sichtbar. Wie das Blei, das fein verteilt aus dem Kerosin eines ständig wachsenden Flugverkehrs auf uns runterregnet.

    43+

  6. Friedrich sagt

    Nahrungsmittel dürfen aus Sicht der Industrie nicht teurer werden , denn dann würden die armen Länder wirtschaftlich in die Gänge kommen und selber eine Industrie aufbauen. Wenn die Verbrennung von Getreide wirtschaftlicher ist , als der Verkauf als Nahrungsmittel, dann ist doch was sehr stark faul. Hier wird alles der Industrie untergeordnet , sonst würde es das Bauernbashing so nicht geben. In unserem Land sind doch die Realitäten dermassen verschoben , daß man als Mensch mit einem gesunden Menschenverstand nur verzweifeln kann. Die Landwirtschaft hat in den letzten 50 Jahren über 75 % der Betriebe verloren, weil die Politik immer alles billiger haben wollte . Bei über 8000 Betrieben/Jahr geht das Spiel aber bald nicht mehr auf. Auch die Entleerung der ländlichen Räume wird der Politik auf kurz oder lang auf die Füße fallen. Die ersten Anzeichen sind ja heute schon zu sehen. Mit jedem Schritt , siehe Sachsen , wird der Anteil der Protestwähler immer größer. Wenn die städtisch geprägte Politik so weiter macht , wird es ein böses Erwachen geben.

    20+

  7. Alexander Borchert sagt

    Dieser Blogbeitrag trifft den Nagel auf den Kopf.
    Unsere Landwirtschaft wird zwischen EEG und Weltmarkt aufgrieben.
    Dabei verlieren alle: Die Natur, die Bauern, die Verbraucher.
    Einziger Gewinner ist das weltweite Kapital. Nur zu dumm, dass man davon nicht wirklich leben kann.

    4+

    • Brötchen sagt

      ohne eeg wären schon viele Schweine und rinderhalter weg! sicher hat das auch neg. Seiten. aber rein aus wirtschaftl. Sicht ist das eine Möglichkeit die Wertschöpfung zu erhöhen, die sonst durch die ha Erträge und tierleistungen gedeckelt ist. d hat schon noch ein wenig Rohstoffe, die Braunkohle in der Lausitz reicht noch 100 Jahre und kann Strom für unter 4 Cent anbieten. wenn die direktzahlungen komplett weggehen muss man gucken was sich dann noch lohnt. siehe keckls Vorschlag eine sozialförderung den lw zu zahlen.

      1+

      • Alexander Borchert sagt

        Das EEG hat den Druck auf die Fläche vielmehr erhöht als anderen Eingriffe vorher. Zuletzt geht es immer um die Erzeugung möglichst billiger Energie. Ob das nun Weizen, Schweinefleisch oder Strom ist. Energie ist alles in dieser globalisierten Welt. Das Problem ist, dass das EEG eine begrenzte Zeit vor dem Weltmarkt geschützt hat. Aber 20 Jahre sind sehr schnell um und dann…????

        1+

        • Brötchen sagt

          ja das ist richtig! der Druck von den Flächen muss weg, das ist das Schlimmste! den keckl Vorschlag mal gelesen.

          1+

    • Weil sie nicht mehr merken, dass die Landwirte gebraucht werden! Lieber alles in Industriegebiete verwandeln und Acker versiegeln, weil das ja Arbeitsplätze schafft.. Aber dass es auch welche nimmt, machen sie sich nicht bewusst.

      3+

    • Inga sagt

      Weil dann die Rohstoffe für die Nahrungsmittel zu teuer werden.

      Dann werden die Brötchen teurer

      1+

  8. Dieses Thema passt gerade nicht zur Gruenen Woche, denn bäuerliche Ldw. ist eine sehr nationale Diskussion. Die Gruene Woche heißt Internationale Gruene Woche! Was sollen die vielen internationalen Teilnehmer davon haben? Das passt nur zur Demo gegen die moderne Landwirtschaft! Wieder einmal!!
    Uebrigens, es sollte hinreichend geklärt sein, dass dieses Schwarz-weiß-Denken nur aufregt aber keine Loesungen generiert. Großbetriebe und Kleinbetriebe gehören zur Landwirtschaft, wenn beide nachhaltig veranlagt sind. Aber es ist falsch, wenn Kleinbetriebe als Loesung zur Ernaehrung der wachsenden Weltbevoelkerung dargestellt werden. Kleinbetriebe fuellen Marktlücken. Und Kleinbetriebe haben bessere Chancen wenn sie sich genossenschaftlich zusammenschliessen.

    3+

    • Inga sagt

      „Kleinbetriebe haben bessere Chancen wenn sie sich genossenschaftlich zusammenschließen.“

      Ja Anton,
      finanziell ist das besser,

      aber es ist dann wieder eine industrielle Landwirtschaft .

      0

    • bauerhans sagt

      „wenn sie sich genossenschaftlich zusammenschliessen.“

      das hat so einen negativen beigeschmack,weil in den 1960er jahre wurden in einem teil von D betriebe zusammen geschlossen.
      besser nennt man das betriebsgemeinschaft,ein erfolgsmodell.

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      • Inga sagt

        „besser nennt man das betriebsgemeinschaft, ein erfolgsmodell.“

        Ja, weil die Frauen ihr eigenes Geld verdienen konnten und die Kinder im Kinderhort aufbewahrt waren und so die Familie auch Freizeit hatte. Und auch mehr kulturelle Veranstaltungen besuchen konnten.

        Bei uns im Westen mußten alle von Großeltern bis Kinder im eigenen Betrieb mit anpacken, die Frauen hatten kein eigenes Geld, die Kinder wurden mit auf das Feld genommen.

        Der Streit im Feld um die Arbeit wurde ach mit an den Abendbrottisch genommen.

        Und wenn es um Erträge ging?

        Dann hatte sich die Mühe der Familie schon gelohnt.

        Auch in der Nachhaltigkeit war man im Westen besser.

        Der Schmied und die Landmaschinenewerkstatt war ja auch privat, also ein Familienbetrieb und der Verdienst für das Familieneinkommen genau wie in der Landwirtschaft von Betriebserfolg abhängig.

        Also konntge keine rsagen
        das ERsatzteikl habne wi rnicht.

        Das ging nicht
        Wenn dem Bauer seine Landmaschine kaputt war und er braucht ein Ersatzteil oder eine schnelle Reparatur, dann wurde das sofort ausgeführt.
        Sonst ging der Bauer zur Konkurrenz
        das bedeutete für die LandmaschinenwerstattBesitzerfamilie Gewinneinbußen.

        Das konnte man sich nicht leisten.

        Der Bauer braucht seine Ernte nicht verregnen zu lassen, weil der Landmaschinenwerkstatt schnell bedient hat. Dadurch hat sie auch verdient und braucht keine ihrer Mitarbeiter zu verlassen.

        Früher sagte man hier noch für Maschinengemeinschaften auch

        Gesamtwerk Verdammtwerk
        Aber vorher gab es ja die Dreschmaschinen, die wurde auch gemeinschaftlich benutzt.

        Die Kleinbauern mit ihren 20PS Traktoren ging bald deiner außerlandwirtschaftlichen Arbeit nach, die Löhne stiegen, Lebensmittelpreise blieben wie 1950 und da ging erst mal die Kuh aus dem Stall, die Milch wurde gekauft und nach und nach wurde alles aufgeben und dem Nachbarn verpachtet, der dann wieder neuere und größere Maschinen kaufte, um das Feld mit zu bewirtschaften und auch mit der Massentierhaltung fing es an.
        In der DDR war schon alles.

        Bei uns änderte sich das auch als die Mähdrescher aufkamen und die wurden schon gemeinschaftlich benutzt andere Maschinen auch, wie sie ha t so teuer waren, die wurden auch von Jahr zu Jahr teurer, weil ja die Mitarbeiter der Maschinenfabrik öfter mal Lohnerhöhungen bekamen, aber die landw. Produkte blieben preislich gleich wie 1950.

        Immer noch haben wir die selben Sorgen!

        Ich kenne auch eine Gemarkung, die machte 1964 wegen den großen Maschinen Flurbereinigung. nach dem Vorbild der DDR.

        0

  9. „Bäuerliche Landwirtschaft braucht weder Importe, noch Exporte“ Ok, das heißt aber für den Verbraucher auch Malzkafffee, statt Bohnenkaffe! Da kann jeder mal drübernachdenken, der hier Beifall klatscht.

    2+

      • Lieschen Müller sagt

        Finde ich kein Problem. Ich esse auch weiterhin Herz, Niere, Leber und finde es schade, dass man fast nie Hirn zu kaufen bekommt.

        2+

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ich kenne ein Laden, wo man Hirn kaufen kann, die Adresse verrate ich jetzt nicht. 😉

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Intelligenz hat – soweit mir bekannt – etwas mit Hirn zu tun.

              Intelligenz ist bei jedem Menschen bei der Geburt gleich verteilt worden, oder haben sie schon mal von jemanden gehört, er wäre „dumm“ zu Welt gekommen? 🙂

              Und jetzt sprechen sie davon, Hirn wäre aus. 🙁

              Spaß beiseite, ich fahre nach Frankreich, dort bekommt man noch Hirn vom Schwein. 🙂

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            • Inga sagt

              Ist Hirn in Wurst oder andern Speisen zu verarbeiten typisch hessisch? Oder doch eher sudetendeutsch oder österreichisch?
              Die Rezepte bei Wurst und anderen Speisen sind doch oft auch regional beeinflusst?

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            • Lieschen Müller sagt

              Ohne jetzt vom Thema abkommen zu wollen: in der DDR 🙂
              gab es Hirn, sogar Rinderhirn, zu kaufen. Wurde in Mehl gewälzt, in Butter gebraten und mit Roggenbrot gegessen. In den 90ern gab es das immer seltener zu kaufen, wohl auch, weil die Fleischer zu machten und beim Lidl gibt es das wirklich nicht. Nach dem Rinderwahn war es dann entgültig weg, obwohl es Schweinehirn ja noch zu kaufen geben müsste. In der Wurst kenne ich es gar nicht.

              1+

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Das ist ein hoffnungsloses Unterfangen, für den Segen muss der Mensch erst einmal Aufnahmefähig sein. 😉

            1+

          • Brötchen sagt

            müssen sie beim Fleischer bestellen, wir haben auch ab und bestellungen. wenn es niemand kauft, braucht man es auch nicht hinlegen..

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Bis auf die Klauen, sind alle Teile essbar. Die deutsche Bevölkerung hat nur verlernt, wie man diese Teile zubereitet.

        3+

    • Lieschen Müller sagt

      Vielleicht so wie früher, Kolonialwaren? Mist, wir haben keine Kolonien mehr. Andererseits müssen es vielleicht nicht immer Papaya, Ananas, Kiwi sein. Und es müssen auch nicht drei Kaffee pro Tag sein.

      1+

    • Warum immer das Kind mit dem Bade ausschütten? Es wäre ja schon mal ein Anfang, wenn wir Futtermittel und Protein selbst erzeugen würden statt Agrarrohstoffe für die Veredlungswirtschaft zu importieren. Deshalb kann jeder weiter Kaffee trinken und Schokolade essen, aber er darf auch gerne das Dreifache dafür bezahlen. Ich rede nicht Verboten das Wort, sondern einem intelligenterem Steuer- und Zollsystem.

      3+

      • Alfons Balmann sagt

        Wozu? Es kann auch heute jeder kaufen und produzieren was er will. Warum diejenigen, die den derzeitigen Zug nicht verlassen wollen, mit Zöllen belasten? Ist doch auch nur Bürokratie und Willkür.

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        • Diese Bürokratie und Willkür haben wir leider immer, weil der Staat seine segenvolle Tätigkeit ja irgendwie finanzieren muss. Es scheint gesellschaftlicher Konsens zu sein, den Sozialstaat vor allem aus Steuern und Abgaben auf Einkommen zu finanzieren. Wenn Klimaschutz oder Ressourcenschonung auch nur ansatzweise ernsthaft gewollt wären, müsste man den Wohlfahrtsstaat aus Verbrauchssteuern finanzieren, am besten an der Wurzel = Energie.
          Wozu? Weil es Irrsinn ist, Öl in 250 Jahren zu verheizen, das in 250 Millionen Jahren entstanden ist? Weil der derzeitige Zug nur für einige der acht Milliarden Menschen auf der Welt Platz hat, von vorangegangenen und späteren Generationen ganz zu schweigen? Oder, falls es egoistischer sein muss: Weil Sie die Lebensgrundlagen meiner Kinder zerstören?

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      • bauerhans sagt

        „Futtermittel und Protein selbst erzeugen“

        im rahmen der VIELFÄLTIGEN FRUCHTFOLGE baue ich ein hafer/erbsen-gemenge an,was die schweine gern fressen und sojaschrot einspart.
        dieses jahr probiere ich ein sommergerste/erbsen-gemenge.

        1+

      • Farming04 sagt

        Ich Finde auch das man in der Brd und Generell zu wenig bezahlt aber die Zölle müssten dann auch zweckgebunden an die erzeuger gehen und alle Eu Staaten müssten mitziehen in einer Halben Stunde bin ich luxemburg und kenne genug pendler die dort Arbeiten also käme ich relativ günstig an solche waren und nicht nur ich würde diese Zölle umgehen. Wer bezahlt schon mehr wenn er nicht muss.

        Zu dem protein viele Betriebe unsere region nehmen bereits an dem Programm Vielfältige Fruchtfolge Teil (min 5 Kulturen a 10% Fläche maximal 66% Prozent Getreide) Hiervon Wünschen sich vorallem Viehhaltende Betriebe endlich Sojabohnen Sorten die auch RLP tauglich sind. Hier sollte innerhalb der nächsten Jahre seitens der Saatgutfirmen reagiert werden.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bäuerliche Landwirtschaft braucht eine Politik, welche diese Art von Landwirtschaft auch will und Verbraucher die sich an der Ladentheke für diese Landwirtschaft entscheiden.
      Dieser Trend ist höchstens am fernen Horizont zu erkennen.

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    • Josef Schmid, doch ich schon, aber wie beliebt ist Sülze in der Bevölkerung und wie gut lassen sich die weniger bevorzugten Teile vermarkten? Oder wie sieht es mit den Innereien aus? Wer keine Exporte möchte, muss selber öfter zugreifen, daran hapert es aber.

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      • Kaffee auf sagt

        Ich hoffe, das ist jetzt nicht doppelt.

        Alles eine Frage der Vermarktung. Finden Sie einige Fernsehköche, die das forcieren (ich glaube Tim Mälzer hatte da schon mal einen Ansatz gestartet) und bringen Sie das verstärkt in den Medien. Ich nehme an, die Masse der Kochsendungen findet noch statt. Ich tue mir das schon länger nicht mehr an, weil ich diese permanente Fixiertheit auf Essen mehr als strange finde. Für die Menschen, die echt richtig rechnen müssen, ist dieser ganze Kochhype übrigens eine Zumutung.
        https://echtzeit.ch/buch/nose-to-tail
        http://www.bauerwilli.com/kesselfleisch-und-milzwurst-ein-tabu

        Am Wochenende habe ich mit gefragt, ob ich jetzt auch noch Wurst selbst machen muss, bevor die Sauen in der Tierkörperbeseitigung landen. In Gläsern relativ problemlos machbar, wenn man sonst nichts zu tun hat.

        Weniger Talkshows, weniger Gerede, weniger Gedaddel, spart Strom und schafft freie Hirnkapazitäten für die Denkökonomie.

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        • Inga sagt

          Richtig Kaffee auf,
          wenn diese Kochsendungen aus Notwendigkeit bestehen, weil zu wenig im eigenen Haushalt gekocht wird, dann sollte doch einfacher und billiger gekocht werden.
          Gerade die öffent.-rechtlichen Sender sollten da mit Beispiel vorangehen.
          Ein paar Shows kann es ja auch geben.
          aber auch, wie man es billig und gut machen kann.

          Das spart dann auch den ärmeren Leuten hier viel Geld.
          Und man kann die ganze Familie, besonders die Kinder beim Kochen integrieren.
          Das tut denen gut.

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    • Wenn einem Schnitzel und Kotlett zum Schleuderpreis nachgeworfen werden, macht sich keiner Gedanken darüber, wie andere Teile geschmackvoll zubereitet werden.

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      • bauerhans sagt

        schnitzel und kotelett sind sehr einfach in der herstellung und lagerung und im transport,wie burger,hotdogs oder chicken wings.
        andere teile haben den „geruch“ des „armeleuteessens“.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        @ Josef Schmid

        Ich habe schon 40 Jahre die selbe Frau,
        dann kann ich nicht noch täglich Schnitzel oder Kotelett Essen, nur weil die billig sind. 😉

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    • Ja, Josef Schmid, das nennt sich Denkökonomie. Anders ausgedrückt, „Warum soll ich mich anstrengen, wenn es auch anders geht?“ – das ist ein evolutionär erfolgreiches Konzept und dementsprechend weit verbreitet.

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    • Swienspoten, ne ziemliche Pulerei
      Landeten deshalb beim Hausschlachten irgendwann nur noch in der Wurst
      Letztlich war und ist Wurstmachen eine Methode, weniger Genießbares genießbar zu machen

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      • Inga sagt

        Ja, Friedhelm,

        die Schweinepoten und andere Sachen wurden früher, als die Schlachttiere noch nicht im Überfluss vorhanden waren mehr geschätzt und dadurch in die Nahrungskette mehr eingearbeitet, deshalb diese Wurstrezepte.

        Da wurde nichts weggeschmissen.

        Die Industriemetzger werden die auch abkochen, abschleudern und dann in die gecutterte Kochwurst machen, die schön würzen und dann verkaufen.

        1+

    • Nach dem Zusammenbruch der DDR, die sich ja ziemlich autark versorgt hat, änderten sich sehr schnell die Ernährungsgewohnheiten. Die Menschen lassen sich nicht vorschreiben, was sie essen sollen.

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    • Inga sagt

      Auch die bäuerliche Landwirtschaft ist doch im Weltmarkt eingebunden, indem sie Weltmarktpreise bekommt.

      Und Arbeitsmittel von internationalen Konzernen verbraucht!

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  10. Ich finde, der Ackerbau in Deutschland sollte weiter rationalisiert werden, also auch effizient „Überschüsse“ – Getreide – erzeugen, die dann günstig am Weltmarkt angeboten werden. Das wäre ein Beitrag zur Kapitalbildung armer Menschen, die auch Kunden deutscher Industriegüter – Maschinen, Chemieprodukte, Fahrzeuge – sind und werden. Ein Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung auch in unterentwickelten Ländern. Der Freihandelsgedanke, das Prinzip komparativer Wettbewerbsvorteile, könnte so stärker gelebt werden.

    1+

    • Mark sagt

      Auch im tierischen Bereich haben wir komparative Wettbewerbsvorteile. Gilt Deine Meinung also auch für diesen Bereich, wenn ja warum nicht?

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      • Farming04 sagt

        Wie soll denn jemand der nichts verkaufen kann da er zu teuer Produziert/ die Qualität durch eigene Technik nicht aufbringen kann Geld verdienen? So hilft die günstige Nahrung nur der besseren Ernährung aber nicht dem Wohlstand.

        p.s. Wenn der Kommentar Ironie war war Sie Verdammt gut.

        2+

        • „So hilft die günstige Nahrung nur der besseren Ernährung aber nicht dem Wohlstand.“ Wirklich nicht? Bessere Ernährung wäre ja auch schon was, oder nicht. Wirkt sogar lebensverlängernd.

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      • Habe nicht gesagt, dass das Prinzip des komparativrn Wettbewerbsvorteil bei der Fleisch- und Milcherzeugung nicht gelte.

        Meine Aussage: Wenn Agrarrohstoffe auf dem Weltmarkt billiger werden, werden Kapazitäten für wirtschaftliche Entwicklung gerade in Ländern frei, die diese Agrargüter (netto) importieren. Das kann auch für Fleisch gelten; Fleischexport macht nicht zwangsläufig Märkte in den Zielländern kaputt oder schadet anderweitig dort der wirtschaftlichen Entwicklung.

        Für wirtschaftlich schwache Länder ist es aber besser, wenn die Wertschöpfung, auch durch Fleischproduktion, dort stattfindet. Natürlich gilt das ebenso für die Pflanzenproduktion. Aber wenn ein Land diese (noch) nicht für die Selbstversorgung in ausreichendem Maß aufgebaut hat, wie das bei Ländern in Afrika zumeist der Fall ist (80 % der Lebensmittel werden in Afrika importiert), oder dies nicht will, weil die Regierung lieber cash crops wie Baumwolle, Rosen und Palmöl angebaut und exportiert haben möchte, dann sollten die Menschen in diesen Ländern doch zumindest günstig Lebensmittel kaufen können. Denn keineswegs sind immer kriegerische Konflikte und Korruption die Ursache für Mangel- und Unterernährung, sondern meist schlicht geringe Kaufkraft.

        1+

        • Lieschen Müller sagt

          Sie nehmen an, dass es eine logische Entwicklung von der Subsistenzwirtschaft über den Agrarstaat zur Industriegesellschaft gibt. Das ist dann wie im Sozialismus mit 5-Jahresplänen oder so wie heute in China (in 10 Jahren sind wir die Weltmacht). Da aber heute alles „der Markt“ oder besser gesagt die kurzfristigen Interessen der Finanzinvestoren regeln sollen, steht dieser Weg für viele Teile der Welt nicht offen.
          Ich sehe z.B. Tunesien: die jungen Leute haben studiert, Arbeit gibt es trotzdem nicht. Satt sind dort alle, zufrieden ist keiner.

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          • Nein, das sage ich gerade nicht! Von Subsistenzwirtschaft habe ich überhaupt nicht geredet.

            Warum soll ein Arbeiter auf einer Olivenplantage in Tunesien oder einer Palmölplantage in Sri Lanka (komparativer Wettbewerbsvorteil dieser Länder) nicht von möglichst geringen Weltmarktpreisen für Getreide, Mais, Hülsenfrüchen profitieren, und zwar dadurch, dass er im Supermarkt günstig Brot, Nudeln, Falafel oder Hühnerfleisch einkaufen kann – und ihm mehr Geld für anderes bleibt. Es wird durchaus Menschen geben, die es nicht verprassen und es für ihr wirtschaftliches Fortkommen einsetzen. Vielleicht baut er sich ja eine eigene Hühnerzucht auf. Das wäre zwar nicht in meinem Sinne, aber wer will es ihm und seinen Abnehmern verdenken – bei dem, verglichen mit unserem, geringen Niveau dortigen Fleischverzehrs. Stattdessen sollten wir im Westen unseren Fleischkonsum überdenken. Das hätte doch eine weltbürgerliche Komponente, auch so etwas kann Freude beim Essen bereiten, Genuss bescheren. Nur als Anregung, als kleiner Stachel im Fleisch des Heavy-Meat-Eaters. 😉

            2+

            • Lieschen Müller sagt

              Das klingt schon verlockend. Hat ein bißchen was von früher, da hat man gespart, und von dem gespartem konnte man sich etwas leisten, was das Leben erleichterte, ein Moped zum Beispiel. Ich frage mich aber, ob man dieses Modell auf die ganze Welt ausweiten kann?

              1+

            • Inga sagt

              Warum wäre die eigene Hühnerzucht von einem in z.B. Tunesien nicht in deinem Sinne, AdT?

              Denk an die Biodiversität, die auch dort erhalten bleiben muß!

              Ansonsten ist es richtig, wenn man eine vernünftige Volkswirtschaft aufbauen oder haben will, dann müssen die Lebensmittel in den Supermärkten billig zu haben sein, damit die Leute wieder mehr in Konsum investieren können. Der dann wieder von den Betrieben der Industrie hergestellt werden. Und gleichzeitig haben die Leute auch Zeit in der Industrie zu arbeiten, ohne viel Mühe in die Natur und Nahrungsmittelherstellung zu verlieren.

              So können sie sich besser den Industriegütern, egal ob Autos, Fernseher, Textilien, Schuhen oder Rosen in Kenia oder wo anders auf der Welt (Non-Food) usw. widmen.

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          • Inga sagt

            Bei uns im Westen waren in den 70igern u. 80igern auch viel Studierte und andere arbeitslos.

            Nicht die von unseren Vorfahren aus der Subsistenzwirtschaft aufgebauten Betriebe haben die Menschen sozial zu beschützen, sondern unsere Sozialkassen, die von den Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam gestützt werden.
            Wer viel verdient zahlt viel ein und wer wenig verdient eben wenig.

            Und in Tunesien werden alle satt, weil es dort bestimmt einen guten Sozialstaat gibt.

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          • Heinrich-Böll-Stiftung? Sie meinen wohl, nur weil ich Veganbefürworter bin, müsste ich den Grünen nahestehen. So eine simplifizierende Bimbo-Denke…

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            • Inga sagt

              Lieschen Müller,

              das Modell kann man auf die Ganze Welt ausbreiten,
              (das Gegenmodell ist Sozialismus?)

              das ist nur von früher, das war und ist schon immer so, das steckt in manchen Menschen drinne,

              denn ohne die Sparer und „Sichselbstwasaufbauer“ hätten wir keine Unternehmen die unsere Volkswirtschaft ausmachen.
              Sogar wollte man die Wirtschaft in der DDR nach 1990 mit Ich-AGs wieder aufbauen.

              Nun muß man denen in den armen Ländern das auch erlauben. Vielleicht kommt ja ein Produkt raus, das auch für uns alle Vorteile bringt.

              Nur da hinsetzen und Freizeit genießen oder Hände in den Schoß legen, davon geht nichts voran.
              Weil unsere Vorfahren so fleißig waren und auch die 3.Welt ausgebeutet (mit Rohstoffen) haben, können wir uns so diesen Lebensstil erlauben. Das dürfen wir aber nie vergessen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Habe ich jemals behauptet, dass sie den Grünen nahe stehen?
              Außerdem haben sie das schon öfters uns mitgeteilt, dass sie den Grünen durchaus kritisch gegenüber stehen.
              Wollte nur man einen Beitrag bringen, die den Hunger von Afrika nicht den deutschen Landwirten in die Schuhe schiebt.

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        • Inga sagt

          aber die Bauern in der EU bekommen für ihre Produkte dann Welthandelspreise.
          Wie soll man damit eine Familie hier ernähren oder unterhalten???

          Und die passen zu den Preisen in Afrika, aber nicht zu den Preisen bei uns in Europa.

          Wie soll man sich da als Bauer Maschinen vom EU-Markt kaufen und reparieren?

          Die Maschinenhersteller und -mechaniker wollen ja auch Löhne, die zu unseren westlichen Löhnen passen.

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    • Inga sagt

      Der Ackerbau ist schon so rationalisiert (auch mit Hilfe von Glyphosat u.Co, dass es nicht mehr geht.

      Aber die Weltmarktpreise sind schon längst da.
      Warum klagen denn die Bauern hier?

      Und sowie du beschreibst wird es kommen.

      Den Weltfirmen, den Global-Player, den Maschinen-, Auto- und Chemieproduktehersteller (Monsanto) kommt das zu Gute, und die nehmen dann die armen Länder in die Industrialisierung auf.
      Auf wessen Kosten?

      alles wäre gut
      aber die dort haben auch eine Ökologie und wer soll die bewahren?

      Ach Rancher und wir können ja dann dort Urlaub machen, um sie zu bezahlen?

      Zu einfach gedacht?

      Passt die Kultur da hin?

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  11. gut kerklärt mit dem ozeanriesen , auf der aida sagte der maschinist mal auf die frage ob der dampfer eine vollbremsung machen könne . das tut weh im herzen eines maschienisten das würden den motor gar nicht gut tun ,besser wäre es fahrt zurück zu nehmen und einen bogen zu fahren um auf anfang zu kommen 😉

    2+

    • So läufts doch im Moment, erst geht vieles kaputt und dann wird um gedacht und neu gestartet ! Dabei bleiben aber viele auf der Strecke und geben aus diversen Gründen auf.

      1+

  12. Lieschen Müller sagt

    Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. Ich frage mich nur, wie wir aus der Situation hinauskommen? Unsere Regierung will den „Status quo“ so lange wie möglich aufrecht erhalten. Rohstoffe in Deutschland scheinen ja wieder marktfähig zu werden, Kies und Sand, Lithium. Also noch mehr Zerstörung. Was machen wir, wenn niemand mehr unsere Autos oder die Milch kauft?

    1+

  13. Irgendwie auf den Punkt getroffen. Leider? Oder Gottseidank? Wie wäre es denn wenn man tatsächlich mal die Industrie und nicht die Landwirtschaft verteufelt, mit Regelungswut überschüttet, an jeder Ecke gängelt und als das Grundübel schlechthin hinstellt. Ist falsch? Die machen es doch richtig und sind umweltfreundlich? Soso, wer beurteilt das? Unser Gefühl? Der innere Schweinehund? Warum meint man es bei der Industrie richtig sehen zu können und in der Landwirtschaft die Fehler zu erkennen?

    2+

    • Uwe, die Landwirtschaft produziert im Freien, für jeden einsehbar. Außerdem hat doch fast jeder Nichtlandwirt ein Stück Garten oder ein paar Blumentöpfe 😜. Daher fühlt er sich in der Lage, in der Landwirtschaft mitreden zu können. Hinzu kommt die Berichterstattung der Medien. Fast alle befragten Journalisten würden „grün“ wählen 🤕. Die Landwirtschaft selbst bietet nur wenigen Leuten Arbeitsplätze. Die Industrie aber beschäftigt, pro Betrieb, viele Leute. Wenn man sie bekämpfte, müßte man Angst um seinen Arbeitsplatz haben. Die Industrie produziert hinter verschlossenen Türen. Es gibt Beschäftigte, die sich einer laufenden Gesundheitskontrolle unterziehen müssen, weil ihr Arbeitsplatz belastet ist. Hier gibt es keine Klagen, denn man könnte ja den Arbeitsplatz verlieren. Und wird dann einer davon so krank, daß er arbeitsunfähig ist, muss er noch darum klagen. Nur wenn er hartnäckig bleibt, hat er evtl das Glück, anerkannt zu werden.

      3+

  14. Astrid sagt

    Das Geschäftsmodell der erfolgreichen Industrieländer ist Ausbeutung und Zerstörung ohne Gnade und gleichzeitig das Verkaufen dieser Grauenhaftigkeit als eine tolle, sinnvolle Sache.

    Das ist genau das was die bäuerlich familiäre Landwirtschaft, genauer Tierqualwirtschaft macht. Andere Tiere gnadenlos ausbeuten, 50 Millionen Küken schreddern und gleichzeitig Kühe in Ketten ausbeuten … wie auch immer Gewalt angewendet wird, am Ende steht immer der gewaltsame Tod, die totale Zerstörung. Auch hier wird das Geschäftsmodell als eine tolle, sogar notwendige Sache verkauft.

    1+

    • bauerhans sagt

      „Das Geschäftsmodell der erfolgreichen Industrieländer ist…“

      dass du jetzt in die tasten hauen kannst,um alles infrage zu stellen.
      zieh doch an einen ort,wo du autark leben kannst.

      3+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In Deutschland soll es 40.000.000 Haustiere geben, die alle ein glückliches Leben haben.
      Katzen und Hunde werden in kleinen Wohnungen eingesperrt,
      Vögel und Papageien werden in kleinen Käfigen gehalten,
      Schlangen und Fische in Aquarien
      und der Hamster in der Schuhschachtel.
      Dies anzuprangern, dazu hat die Astrid keine Zeit,
      sie hat nur die Nutztierhaltung der Landwirtschaft im Visier, ohne die Scheuklappen mal abzulegen.

      9+

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