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Agrar-Roboter

Vollautomatischer Apfelernter, selbstfahrende Hackmaschine, punktuelle Applikation von Herbiziden auf die Einzelpflanze: Das und noch mehr an technischen Neuerungen ist in dem Video zu sehen. Toll anzusehen.
Aber was macht diese Technik aus den Landwirten? Werde ich mir als (klein)bäuerlicher Familienbetrieb mit 40 ha so was überhaupt leisten können? Doch wohl eher nicht. Wer das kann, sind Großbetriebe. Die will aber keiner. Und nun?

 

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60 Kommentare

  1. Ehemaliger Landwirt sagt

    Bauer Willi,
    gestern war ich bei 4 Fachbeiträgen, Bereich Obstbau.
    Den ersten externen Vortrag des Tages hielt Frau Lisette Fiechter-Geiger aus dem Kanton Baselland. Die Ärztin und Imkerin stellte den Obstbaubetrieb ihres Mannes vor und sprach über die brisante Thematik „Imkerei und Obstproduktion zum gegenseitigen Nutzen“.
    Den zweiten Vortrag hielt Ludger Linnemannstöns vom Gartenbauversuchszentrum in Köln-Auweiler, der referierte über den Anbau von Johannisbeeren sowie über die Möglichkeiten der Beeinflussung und Prognose der Blütenentwicklung von Erdbeeren.
    Das Versuchszentrum ist ja bei dir um die Ecke.

    Bei den weiteren Vorträgen ging es um Pflanzenschutz. Was da an Schikanen zu erwarten ist, geht bei weiten über den Gesundheits-und Naturschutz hinaus. Zulassungen werden widerrufen, Neuzulassungen werden verzögert, selbst BIO Betriebe werden massive Probleme bekommen.

    Es ist so zu interpretieren, dass man die vielgepriesene bäuerliche Landwirtschaft mit Gewalt ruinieren will.

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  2. Inga sagt

    Ja Paulus,
    er muß sich nur bezahlt machen!

    Denn er Bauer muß den vom Ertrag bezahlen.

    Ja, die Technik kann nur den Reifegrad nicht prüfen, oder?
    Und das heißt dann wieder Verlust der bei Ernte.
    Das ist Geld!

    Wie die Ökologie des Bestands leidet weiß ich Moment nicht.
    aber der Mensch (Bauer) verliert die Sensibilität dafür, denke ich.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Inga,
      der Reifegrad wird mit verschiedenen Methoden getestet.

      http://www.kob-bavendorf.de/arbeitsbereiche/Lagerung/bestimmung-des-optimalen-erntetermins

      Die Maschine könnte optisch den Apfel auf Größe vermessen und ernten.

      http://www.mvtec.com/de/news-presse/einzelansicht/detail/die-vollautomatische-obsterntemaschine/

      Die Betriebe werden immer größer und je höher der Mindestlohn steigt, desto schneller wird solch eine Maschine Amortisiert.

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    • Paulus sagt

      Hallo Inga,
      als Ing. kann ich dir versichern, dass techn. Sensorik der menschlichen schon heute haushoch überlegen ist. Reifegrade z.B. von Getreide zu prüfen dürfte eine der einfachsten Übungen sein.
      Bestimmte BWLer, Wirtschaftspsychologen und Marketingexperten sind auch nicht auf den Kopf gefallen. Die werden die LW genauso anfixen wie sie es in anderen Bereichen auch schon geschafft haben.
      Vielleicht ist es ja sinnvoller und wirtschaftlich Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, statt sich einen eigenen Fendt zu kaufen und tagelang vor sich hindösend auf einem Acker hin- und herzufahren.
      Und ehrlich gesagt ist mir ein automatisierter Apfelpflücker lieber als die ungewaschenen Finger einer gewissen Dame die EHEC hervorgerufen hat.

      1+
      • Inga sagt

        ach wie man die Maschine einsetzt, das muß der Bauer besser wissen.

        Und die Äpfel sollten vor den Verzehr gewaschen werden egal, mit Maschine oder Dreckhand geerntet.

        Die Bauern können schon rechnen und wissen wann sie eine Maschine aus dem Maschenring holen oder nicht.

        Dadurch braucht man nicht 3 Fendts auf dem Hof stehen zu lassen, sondern vielleicht nur einen.

        Bauern sind auch Ingenieure und wissen sich zu helfen.

        Im Umweltamt sitzen auch Agraringenieure.
        Die brauchen vielleicht nicht tagelang hindösend auf dem Schlepper hin- und herfahren, die können wie angestellt Maschineningenieure, BWLer Wirtschafts- und Marketingfachleute dann auch vor dem Schreibtisch da hin dösen! 😉

        Der Bauer macht sich beim Dösen noch konstruktive Gedanken über seinen Betrieb.

        Warum hart Bauer Willi diesen Blog eröffnet?

        Um der Brut 🙂 (BWLer, Wirtschaftspsychologen, Marketingexperten und Maschinenfritzen) das Handwerk zu legen.

        Denn die machen ja die Betriebe (ökologische Nischen), die Menschen und die Ökologie kaputt.

        Und dann gibt es nichts mehr am Schreibtisch zu dösen.

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  3. Paulus sagt

    Die (klein) bäuerlichen Betriebe müssen derartige techn. Errungenschaften gar nicht kaufen. Die Geschäftsidee ist eine völlig andere. Integrierte Agrardienstleister, also Konglomerate aus Maschinenherstellern, Pflanzenzüchtern, Chemie, IT, Meteorologie, etc. werden dies als Dienstleistung zur Verfügung stellen. Dabei ist die Nutzung bzw. das Zusammenfügen aller relevanten Daten ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg. Was glaubt ihr denn worüber in Leverkusen, Harsewinkel und sonst wo nachgedacht wird? Das Thema 4.0 scheint in den meisten Köpfen überwiegend noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein.
    Noch ein Schmankerl obendrauf gefällig? Die Steuerung und Fernwartung der Systeme, incl. Dokumentation und Abrechnung werden in Indien ausgeführt. Dort werden bei Inanspruchnahme der Serviceleistung alle Analyse-, Ergebnis- und Bedarfswerte eines einmal gescannten Ackers bis auf den cm² genau erfasst und aktualisiert. Wer dort einmal drinhängt wird wohl ein Gefangener des Systems sein. Utopie? Mitnichten, sehr geehrte Damen und Herren.

    Früher hieß es mal scherzhaft, das Fegefeuer für einen Ingenieur ist es mit den Buchhaltern zu Mittag zu essen. Seit ca. 20 Jahren müsste ich dazu nach Bangalore fliegen.
    Alles was angedacht und realistisch möglich ist kommt. Garantiert! Mit Kuhscheiße gefüllte Hörner zu vergraben und Unkraut weg zu tanzen ist selbstverständlich eine interessante Alternative.

    1+
    • Inga sagt

      Ja,
      dann geht es ja den Ingenieuren so wie den Ärzten im Krankenhaus , sie brauchen an die Wirtschaftlichkeit nicht zu denken.

      Aber die Bauern müssen das.

      Um selbstständig zu bleiben dürfen sie sich nicht von den Leuten in Leverkusen usw. nicht abhängig machen, denn das wäre fatal auch für die Umwelt!

      In der DDR waren alle Bauern vom Staat abhängig und wie effizient war das?
      Das selbe wäre, wenn wir uns von Global-Player abhängig machen würden.

      Das wäre dann der Preis für für Technik 4.0

      In der Ökologie muß man individuell arbeiten.
      Die Tiere im Stall sollen individuell gehalten werden, sonst steigen uns die NGOs auf das Dach.
      Die Menschen im Kindergarten, Schule, Arbeitsplatz, Krankenhaus und Altenheim wollen auch individuell behandelt werden, sonst verlieren sie ganz viel an Lebensqualität!

      PS:
      Mein PC wird auch ferngewartet.

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    • Ja, sehr geehrter Paulus, man kann es noch weiter spinnen:

      Aufgrund Big Data bei Big Agrobusiness können künftig ein paar Firmen Missernten und drohende Seuchenzüge und Pflanzenpestilenzen prognostizieren – und damit spekulieren. Ein Unternehmen wie Bayer könnte sich fragen: will ich lieber warnen und für die Prophylaxe viel PSM verkaufen, oder stelle ich mich lieber unwissend, warte ab und verdiene an Arzneimitteln für kranke Tiere und Menschen?!

      So könnte es kommen. Glauben wir aber lieber an den technischen Fortschritt, denn der lässt sich sowieso nicht aufhalten. Prävention ist doch ohnehin das schönere Geschäft, ob bei (drohenden) Krankheiten oder Streitigkeiten. 🙂

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  4. Inga sagt

    Ja,
    weil man IT überall einsetzen kann.

    Was die Maschinenbauer können, können die Agrarier und Banker auch!

    Was ist dran verrückt?
    Dass sich der Mensch nicht mehr die Mühe macht, das von der Natur herbeigebrachte zu achten und individuell und mit Respekt zu behandeln?

    Oder weil die Jahre vorher für das Pflücken der Äpfel von Bildkräften aus dem Ausland gelistet wurden?
    Im Laden mußten sie ja billig sein!

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  5. Inga sagt

    Fein sensible Maschinenteile können das.

    Es kommt ja nicht auf die 40ha an, sondern ob man 40ha Apfelbäume hat oder nur 10 ha davon und das andere sind Wiesen und Äcker für Raps und Getreide.
    Ob sich der Maschineneinsatz dafür z.B. 10ha lohnt, je nach dem wie teuer die Maschine ist.
    Es gibt ja auch noch den Maschinenring.
    Und wie viel Omas (im wohlverdienten Ruhestand) und Kinder stehen zur Verfügung, die man ausnutzen kann???

    Der Markt will es ja billig.

    Und!
    Es kommen auch nur bestimmte Apfelsorten in Frage, die sich leicht pflücken lassen, wieder eine Einbuße der Biodiversität, oder?
    Aber abgestumpften Menschen macht das ja nichts aus!

    Es stumpft nicht nur Landwirte ab, sondern den Menschen überhaupt, wie man heutzutage schon an dem Städter (Nichtlandwirt) sieht.

    Und als abgestumpfter Mensch, eine sensible, für der Mutter Natur, Entscheidung treffen?
    Das machen die Maschinen aus uns allen!

    Schädigt es die Ökologie und das Humane, die Humanökologie?

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    • Andreas Müller sagt

      „Es stumpft nicht nur Landwirte ab, sondern den Menschen überhaupt, wie man heutzutage schon an dem Städter (Nichtlandwirt) sieht.“

      Landwirte sind also die Hypersensiblen der aktuellen Zeit?

      5+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ich werde Hypersensibel, wenn ein „Dummbabbler“ mir erklären will, wie Landwirtschaft heutzutage gehen soll, ich werde auch Hypersensibel, wenn für dummes Geschreibe 5 Sternchen vergeben werden.

        In einem Fall weiche ich ab, in Tränen brich ich nicht aus.

        1+

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