Bauer Willi
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Die Zukunftskommission und die Bauchschmerzen

Die Zukunftskommission Landwirtschaft hat ihre Arbeit termingerecht beendet. Die Pressemitteilung gibt allerdings nicht viel her.

Presse Zukunftskommission

Im Interview mit tagesschau.de lassen zwei Mitglieder der ZKL auch nicht sehr viel mehr raus. (wobei die Überschrift und die ersten Zeilen wohl mehr Interpretation als tatsächliche Aussagen sind)

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/zukunft-landwirtschaft-103.html

Einer der letzten Sätze lässt mich allerdings aufhorchen:

Paetow: Unsere große Aufgabe ist jetzt und da habe ich noch Bauchschmerzen, dass wir den gesamten Berufsstand mitnehmen und wirklich alle sagen, das nehmen wir jetzt so an und freuen uns als Landwirte auf Agrarumweltmaßnahmen, denn das bringt uns gesellschaftliche Anerkennung. …”

Bei Agrarzeitung ist ein wenig mehr zu lesen: https://www.agrarzeitung.de/nachrichten/politik/zukunftskommission-landwirtschaft-reaktionen-96433?utm_source=%2Fmeta%2Fnewsletter%2Fnewsletter&utm_medium=newsletter&utm_campaign=nl4356-abonnent&utm_term=f737146ce78cd0cf3286b76ac2692608

Wenn ich nur die Punkte lese, die dort aufgezählt werden, bekomme ich auch Bauchschmerzen..

Hier noch eine Stellungnahme von Dirk Andresen, LsV Deutschland von gestern. Was konkret erreicht wurde, ist auch hier nicht zu erfahren.  Wenn er aber von “Transformation” und “ökologisch-sozialem Umbau der Landwirtschaft” spricht, könnte auch er Bauchschmerzen bekommen, ob der Berufsstand da mitspielt. Weil: den Begriff Transformation benutzen auch andere: https://www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/zukunftskommission-landwirtschaft-ein-erster-schritt-zur-grossen-transformation/

 

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Den gesamten Wortlaut der Ergebnisse werden wir erfahren, nachdem die Ergebnisse am 6. Juli an die Bundeskanzlerin übergeben worden sind.

Vom DBV habe ich bisher – außer der allgemeinen Pressemitteilung – noch keine Stellungnahme gehört oder gelesen.

Die Freien Bauern hingegen sind sehr deutlich in ihrer Beurteilung:

https://www.freiebauern.de/index.php/8-mitteilungen/323-freie-bauern-zur-zukunftskommission-schlag-ins-gesicht-fuer-alle-die-sich-engagiert-haben

Hier, was der Pressesprecher Reinhard Jung formuliert hat:

„Dass Bauernverband und DLG sich mit Agrarprofessoren und Nabu einig werden, war zu befürchten, aber dass der Sprecher von LSV Deutschland Dirk Andresen diesen Unsinn mitträgt, ist ein Schlag ins Gesicht aller Berufskollegen, die sich engagiert haben.“

Und weiter:

“Jung bedauert, dass bäuerliche Beteiligung in der Zukunftskommission kaum stattgefunden habe, rät aber zu Gelassenheit: „Ob unsere Höfe eine Zukunft haben, entscheiden zum Glück nicht irgendwelche Kommissionen, sondern unsere jungen Bauern, die sich von einem sinnlosen Papier mehr oder weniger nicht entmutigen lassen.“

Warten wir ab, wie die konkreten Ergebnisse aussehen. Und dann ist da ja noch die Borchert-Kommission, bei der viel produziert wurde, von dem aber nach derzeitigem Kenntnisstand nichts umgesetzt wird. Vielleicht geht es der Zukunftskommission ja auch so…

 

 

 

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55 Kommentare

  1. Hans Mohrmann sagt

    Frau Schulze (M.A. in Germanistik und Politikwissenschaften nach 16 Semester Studium) hat den “Kompromiß” mit dem “Kohlekompromiß” verglichen. Wenn man das so nimmt, dann ist offenbar vorgesehen, daß die Bunte Republik bis 2038 aus der konventionellen Landwirtschaft aussteigt. Nun ja, ein saftiges argentinisches Steak ist ja auch nicht schlecht, Salami kriegen wir aus Italien, Käse aus Frankreich und die Milch wird dann in der Ukraine produziert. die werden bis 2030 die Milchproduktion verdreifachen. Polen will sowieso keine deutsche Milch mehr importieren, und der Export von Milch und Milchprodukten nach Rußland ist ja im Zuge der Embargo-Poltik wg Ukraine etc. unterbunden worden. Rußland ist inzwischen nahezu autark, und wir voraussichtlich in den nächsten Jahren im wachsenden Maß exportieren. Die deutschen Bauern braucht auf dem Weltmarkt dann keiner mehr.

    • Reinhard Seevers sagt

      Ich glaube nicht, dass Molkereien sich vom Markt verabschieden werden. Die suchen sich Märkte. Und wenn man es Ernst meint mit dem Co²-Fußabdruck, dann dürften keine Milchprodukte mehr in den deutschen Markt einsickern, die nicht nachweisen können, dass sie klimatechnisch besser und tierschutzrechtlich gleichwertig sind. Wer soll das alles kontrollieren und evaluieren? Ist unmöglich, deshalb bleibt alles beim Alten, da bin ich mir sicher. Erstmal werden die Anbindebetriebe den Markt verlassen, weil der Tierschutz Vorrang hat. Die Menge wird national locker aufgefangen aber regional verschoben, denke ich.

    • Reinhard Seevers sagt

      Tja Elisabeth,
      anscheinend gibt es ihn doch den Ökofaschismus mit seinen horrenden Spendensammlern und Weltrettern auf Kosten der Menschen, die sich täglich in und mit der Natur bewegen….haben wir ja seit Jahren so beschrieben. Ist etwas anderes, wenn es aus dem Munde eines Wissenden kommt, als aus dem Mund eine Hannes Jaennicke…..
      Man könnte ko……

      • Inga sagt

        Solche Leute wie Hannes Jaennicke wollen sich nur auf deren Kosten profilieren.
        Vielleicht weil er in seinem richtigen Beruf weniger erfolgreich ist.

        Jedenfalls wenn man daher was berichten will, dann muß man sich da erstmal mit d3en Menschen die das Land bewirtschaften vertraut machen.
        Wie gehen die mit den Wildtieren um!

    • Inga sagt

      Was ist die Lösung?
      Wir brauchen NGOs. Aber wir dürfen ihnen kein Geld für Waffen geben.
      Wenn wir Umweltverbrechen in Kenia verhindern wollen, müssen wir das Geld der kenianischen Umweltschutzbehörde geben.
      Viele dieser westlichen Milliardäre haben von Naturschutz keinen blassen Schimmer. Und sie können Spenden von der Steuer absetzen, also schmeißen sie diese NGOs mit Geld zu.
      Aha und die der Regierung für Waffen!?!
      Also direkt an die Umweltschutzbehörde in dem Land überweisen!
      Der Evolutionsbiologe E. O. Wilson hat sogar vorgeschlagen, die Hälfte der Erdoberfläche in ein menschenfreies Schutzgebiet zu verwandeln.
      Niemand fragt ihn: Und was machen wir mit den Leuten, die in dieser Hälfte der Welt leben? Bringen wir sie nach Europa? In die USA? Erschießen wir sie? Ich weiß, die Artenvielfalt wird nicht in New York oder London oder Hamburg gerettet. Sondern in Afrika. Es ist unglaublich, dass diese Idee Anhänger gewinnt. Eines Tages wird jemand versuchen, sie umzusetzen, und er wird es mit Gewalt tun müssen. Anders kann man Menschen ihre Heimat nicht nehmen.
      Man kann auch dort lebenswerte Gebiete für Menschen schaffen, wenn man den Wildtieren ihre Territorien lassen will.

      Diese Zäune sollen Menschen fernhalten. Im Norden Kenias hat eine NGO ein Schutzgebiet für Nashörner eingezäunt. Dort gibt es gutes Weideland und dauerhaft Wasser. Die Gegend ist sehr trocken, also ist Wasser sehr wichtig. Wegen des Zauns können aber die Menschen dort ihre ­Herden nicht mehr tränken. Sie zerschneiden den Zaun und werden verhaftet. Das ist ein Konflikt, den es ohne Zaun nicht gäbe. Naturschutz ist nicht nur Biologie. Er ist Soziologie, Geschichte, Politik, ­Anthropologie. Diese Nashörner leben nicht auf einer einsamen Insel. Und somit trägt die Wissenschaft zur Apartheid bei.

      Ja, müssen NGOs nicht nur Fachideoten sein, sondern auch von der Nattur bis zur Kultur alles wissen!
      Die Hirten sind bei Konflikten mit wilden ­Tieren allerdings ein wichtiger Bestandteil.
      Ja, und am Ende fanden wir heraus, dass ­kleine Dinge einen großen Einfluss hatten. Etwa, ob Hirten Hunde einsetzten. Aber nicht, wie viele Impalas in der Gegend lebten. Wir tun so, als könnten wir zum Beispiel die Ökologie von Löwen und Zebras untersuchen, ohne die Menschen zu betrachten. Menschen sind seit Millionen von Jahren ein Teil der Landschaft in Ostafrika. Das ist eine weitere Lüge, die uns im Globalen Süden hart trifft: Unsere Anwesenheit in diesen Lebensräumen sei nicht natürlich.
      Ja, man muß die ganze Sozialisation sehen, wie unsere Städter auch, sie müssen auch sehen, dass es Landbevölkerung gibt, die das Land nutzen und verwalten, um für sie kostengünstige Nahrungsmittel zu produzieren, deshalb muß dieser Teil der Bevölkerung doch respektiert werden, genau wie der in Afrika! Denn sie kennen ihre Umwelt und Boden und Tradition, die daraus aufgebaut wurde besser. Eben von Natur zur Kultur.
      Und da will so ein weißer Dr. , im Westens studiert in der Wildnis was sagen?

      Ich habe Leute,weinen sehen, wenn man ihnen Beweise zeigt für die Taten dieser Organisationen, diese NGOs diese „Helden“. Es ist so, als würde man einem Christen beweisen, dass Gott nicht existiert.

      Und wie verhalten die sich hier im eigenen Land bei der fremd gewordenen Landwirtschaft auf dem Land im Dorf?

      Die große Organisationen versuchen, eine permanente Krise herbeizureden, um ihre Arbeit zu rechtfertigen. 

      Viele messen diese Menschen nach anderen Maßstäben. Und alle Helden in Afrika sind weiß. War­um? Gibt es keine Schwarzen, denen die Natur am Herzen liegt? Warum sind dann in Afrika mehr wilde Tiere übrig als in Europa?

      Und solche Leute setzen sich nun für unseren Wolf ein, und die Bauern werden entmündigt, weil sie nur schwarz, äh. Landvolkbewegung sind? Wollen die sich auf unsere Kosten profilieren oder selbst verwirklichen?

  2. firedragon sagt

    Aus TAZ “… Forscher sehen die Agrarbranche als zentrale Verantwortliche dafür, dass immer mehr Tier- und Pflanzenarten aussterben. …”

    Ich bin gespannt, wann zu lesen sein wird, dass Forscher die Agrarbranche als zentral Verantwortliche dafür sehen, dass immer mehr Menschen sterben (zb. verhungern).

    Ich habe schonmal geschrieben, LW kann alles – sie kann auch nichts.

    Wenn es die Gesellschaft als wichtig ansieht, dass LW ab sofort für das Wohl aller Insekten zu sorgen hat, dann sollte LW diesem Wunsch nachkommen.

    LW muss dafür allerdings entlohnt werden, weil von Heldentaten allein, kann man nicht leben.
    Schätze mal, das kann nun wirklich jeder nachvollziehen.

    Was den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb betrifft, einige werden sehr gut zurecht kommen, manche weniger gut, manche gar nicht. Das ist eben so und war schon immer so, damit sollte LW auch den Rest der Bevölkerung gar nicht belasten … es interessiert sie schlicht (noch) nicht … wer nie über einen langen Zeitraum hungern musste, hat ganz einfach andere Probleme.

    Und mal ehrlich, wenn irgendwo ein richtig heftiger Vulkanausbruch stattfinden würde und der Sommer würde Winter, wäre es um ein Vielfaches schlimmer …

    • Inga sagt

      “Wenn es die Gesellschaft als wichtig ansieht, dass LW ab sofort für das Wohl aller Insekten zu sorgen hat, dann sollte LW diesem Wunsch nachkommen.”

      Dann wachsen weniger Lebensmittel und die Bauern müssen ihren kleineren Erlös mit Subventionen ausgleichen.
      Die Steuerzahler zahlen das doch gerne für die Natur!

      Für die Kunden werden dann die weniger Lebensmittel eben teurer,
      aber sie wollen da ja auch für die Bereicherung der Natur!

  3. Meyer sagt

    Viel Papier von ahnunglosen Leuten. Wenn jetzt das Staatsgeld knapp wird und die Arbeitslosigkeit steigt kommen andere Prioritäten. Schade , daß wir so viele Kofferträger haben , die nicht wagen , so wie die Freien Bauern , voll auf “Kontra” zu gehen. Merkt denn hier keiner , daß hier alles den Bach runter geht ? Die Regierung schmeist doch mit Geld nur so um sich. Nächstes Jahr übersteigt die Geldmenge das Bruttosozialprodukt und dann geht es mit der Währung , mit der galloppieren Inflation , dem Ende entgegen. Jetzt versucht die Regierung noch die ldw. Erzeugerpreise (Milch + Fleisch) mit Hilfe des LEH unten zu halten , aber wenn die Mengen wegbrechen , dann wir das auch nichts nutzen , sondern dann kommt auch die Kostenexplosion im Nahrungsmittelbereich . Das können dann die Privathaushalte mit niedrigen Haushaltseinkommen und geringen Lohnerhöhungen nicht mehr stemmen.

  4. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, ich würde vorschlagen wir spielen Skat. Sagen Grand Ouvert an, lassen die Zukunftskommission im Skat liegen und spielen zuerst ” Kreuz Grün” an und sind wieder auf der Siegerstraße und gewinnen .

  5. Friedrich K. sagt

    Ich finde die Art, wie die ZKL ihren Abschlussbericht veröffentlicht sehr fragwürdig:

    – Es soll bis in die Nachtstunden des 29.6. an den Formulierungen gefeilscht worden sein.
    – Am 30.6. gehen verschiedene Stellungnahmen der Beteiligten an die Presse, eine Pressekonferenz mit allen Beteiligten findet statt.
    – einige große Medien brüsten sich, das gesamte Papier schon am 30.6. zu haben
    – dennoch soll das Papier erst am 6. Juli vorliegen und an Merkel übergeben werden.

    -> In der Zeit bis dahin interpretieren insbesondere alle beteiligten alternativen Verbände und NGOs das Papier in ihrem Sinne

    – Sprich: Was tatsächlich drin steht und wie konkret alles ausformuliert ist, bleibt im Nebel.

    – Bis es dann veröffentlicht wird, ist das Thema schon längst raus aus der Tagespresse. Die im grünen Sinne interpretierten Stellungnahmen bleiben aber im Netz.

    – Was mit den Empfehlungen dann eine mögliche neue Regierung macht, weiß man nicht, denn je ungenauer alles formuliert ist, desto besser können sie vieles mit Bezug auf eine Legitimation durch die ZKL beschließen.

    Ich glaube, da läuft etwas gewaltig schief… Hier wird ein Ergebnis in die passende Richtung gebogen.

  6. Ottmar Ilchmann sagt

    Das Fazit der AbL fällt deutlich positiver aus:

    Zukunftslandwirtschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

    Elisabeth Fresen, Bäuerin aus Verden/Aller und Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., ist Mitglied in der von Bundeskanzlerin Angela Merkel einberufenen Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL). Sie kommentiert:

    “Die sehr intensive Arbeit in der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) hat sich gelohnt, auch für mich als Bäuerin. Wir begreifen den dringend nötigen Umbau der Landwirtschaft als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ermöglichen durch eine Reihe unserer Kommissions-Empfehlungen wirkliche Verbesserungen für viele Betriebe. Wir Bäuerinnen und Bauern können mit unserer Arbeit Klima, Umwelt, Wasser, und Arten schützen und unsere Tiere tierwohlgerecht halten. Dafür fordern wir eine angemessene, finanzielle Entlohnung. Voraussetzung für den Umbau ist, dass die Politik unsere Empfehlungen umsetzt und politische sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen schafft. Als Praktiker*in fordere ich die kommende Bundesregierung ebenso wie die Gesellschaft auf, diese Aufgabe mit uns anzupacken.“

    Elisabeth Fresen sagt weiter:

    „Das Bekenntnis der Zukunftskommission Landwirtschaft, dass wir Bäuer*innen faire Preise für unsere Produkte bekommen müssen und dass die Erbringung von Gemeinwohlleistungen betriebswirtschaftlich attraktiv werden muss, sind die wichtigsten Ergebnisse unserer Arbeit. Innerhalb der nächsten zwei Förderperioden sollen die EU-Direktzahlungen schrittweise und vollständig an konkrete Gemeinwohlleistungen geknüpft werden. Die Maßnahmen sollen betriebswirtschaftlich attraktiv und hinsichtlich Umwelt- und Klimaschutz wirksam sein. In Krisenzeiten empfehlen wir mit freiwilliger Mengenreduzierung ruinöse Überschüsse zu verhindern, um die Erzeuger*innenpreise zu stabilisieren.“

    Elisabeth Fresen führt weiter aus:

    „Bei dem notwendigen Umbau der Tierhaltung überlassen wir nicht ALDI und Co. die Zukunft des Tierwohls allein. Vielmehr spricht sich die Zukunftskommission Landwirtschaft bei dem anstehenden kostenintensiven tierwohlgerechten Umbau für einen Ausgleich der Mehrkosten aus, um Planungssicherheit zu bekommen und um sehr viele Höfe wirtschaftlich mit zu nehmen. Gleichzeitig sagt die ZKL, dass es einen sozialen Ausgleich für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen geben muss, um Preissteigerungen bezahlbar zu machen. In der Bodenmarktpolitik empfehlen wir den Ausverkauf der Landwirtschaft an außerlandwirtschaftliche Investoren über Änderungen zu den Anteilskäufen und bei der Gewerbesteuer zu stoppen. Bäuerinnen und Bauern, gerade auch junge Menschen, eröffnen wir damit die Möglichkeit zur Existenzsicherung, um an landwirtschaftliche Flächen zu kommen. Die verbindliche Einhaltung der Menschenrechte, fairer Preise und des Klima- und Umweltschutzes machen wir zur Bedingung für die Zustimmung bei Handelsabkommen. Die ZKL setzt auf das europäische Vorsorgeprinzip und auf die Wahlfreiheit bei der notwendigen Regulierung der Neuen Gentechniken. Die Zukunft der Landwirtschaft ist jetzt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – alle müssen Verantwortung übernehmen, statt nur Forderungen zu stellen. Wir machen der Gesellschaft ein sehr gutes Angebot und fordern dafür Wertschätzung und finanzielle Honorierung unserer Arbeit. Wichtige Bestandteile des ZKL-Berichtes werden agrarpolitischer Diskussionsgegenstand der nächsten Koalitionsverhandlungen in Berlin werden müssen. Nach dem Kassensturz der neuen Bundesregierung beginnt die Auseinandersetzung, was konkret und mit welchen Folgen umgesetzt wird. Da sind wir Kommissionsmitglieder, aber natürlich auch die AbL, wieder gefordert.“

    • sonnenblume sagt

      Zur Finanzierung gibt es keine konkrete Aussage. Fordern und Wünschen kann man viel. Ob all die Forderungen und Wünsche erfüllt werden, dass steht nirgendwo geschrieben. Ohne einen ” verbindlichen Finanzplan” ist das für viele Betriebe eine sehr ungewisse Zukunft. Und sich auf irgendwelche Zusagen verlassen, was dabei heraus kommt kann man aktuell gut am Schweinesektor sehen.

      • firedragon sagt

        Mir fällt gerade auf, dass Frau Fresen (Bäuerin) sich bereits aus dem Arbeitsbereich -Ernährung- ausgeklinkt hat … wenn man sich ihre Stellungnahme durchliest.

    • Mark sagt

      Eine infantile Interpretation des ZKL – Pamphlets durch eine ABL-Traumtänzerin. Das Problem hierbei ist, dass gewisse Kreise solches Gesabbere gerne aufnehmen um damit gegen die Bauern vorzugehen. Danke ABL!

    • Christian Bothe sagt

      „Wir Bäuerinnen und Bauern können mit unserer Arbeit Klima, Umwelt, Wasser, und Arten schützen und unsere Tiere tierwohlgerecht halten.“Wenn die Bäuerin das bisher nicht getan hat, hat Sie was falsch gemacht! Seit Jahrhunderten leben und arbeiten die Bauern in Eintracht mit der Natur, was übrigens zum Grundwissen eines Landwirtes gehört! Hätten sie das nicht getan, wären sie verhungert.Also was soll das Ganze „Theater“? Brauchen wir diese 180 SeitenZKL wirklich? Gibt’s so eine „Bibel“auch für die Industrie und andere Volkswirtschaftszweige?Irgendwie gestaltet sich die LW hin zum Naturpark,was mit ihrer ursprünglichen Aufgabe nämlich die Bevölkerung effektiv mit Nahrungsmitteln zu versorgen, nichts mehr zu tun hat…

    • Obstbäuerin sagt

      “Wir machen der Gesellschaft ein sehr gutes Angebot und fordern dafür Wertschätzung und finanzielle Honorierung unserer Arbeit.” Das “gute” Angebot geht auf Kosten eines großen Teils der Bauern, die sich dort nicht einbringen konnten.

    • Thomas Apfel sagt

      Die ABL steckt wie immer in ihrer eigenen Blase. Flächen für Neugründungen kleiner bäuerlicher Betriebe sind durchaus verfügbar. Nur will/kann Niemand, der nicht ein bäuerliches Erbe an Grund und Infrastruktur hat, neu starten oder neu siedeln. Das bleibt i.d.R. Gruppen und sozialen Strukturen mit einer gewissen Leidensbereitschaft vorbehalten, bei denen die meisten Projekte entweder eine sehr kurze Halbwertzeit haben, oder Nischen wie Solwi und soziale Projekte, deren Finanziereung nicht vorrangig an die Erlöse aus der Urproduktion gebunden sind. Die erforderlichen Investitionen für einen totalen Neustart von Null sind im derzeitigen Umfeld und den derzeit gesetzten politischen Rahmenbedingungen von Niemandem zu stemmen. Die Plätze für klein- oder groß strukturierte Betriebe mit hohem Direktvermarktungsanteil in Großstadtnähe sind verteilt.

  7. Günter sagt

    So leicht wie diesmal wird sich die GAP nicht mehr durchsetzen können. Vor allen nicht die erste Säule. Nun wird also versucht noch soviel Bauern wie möglich kaputt zu machen um die Konzentration auf große Flächen noch zu erhöhen. Aldi macht’s vor.
    Warum wohl sind die größten Nutznießer der GAP keine Bauern? Glaubt jemand im Ernst hier dass Aldi die Versprechen von 2021 im fernen Jahr 2030 einlöst?

  8. Wilfried Dannheim sagt

    Wie ich schon vor Monaten hier in einem Kommentar meinen ehemaligen Berufskollegen geraten habe, rettet euer Betriebsvermögen.
    Steigt zumindestens aus der Tierproduktion aus, und baut um Himmelswillen nicht noch einen Viehstall nach irgendwelchen geforderten neuen Kriterien.
    Den Zusicherungen der Politik nach verläßlichen Rahmenbedingungen ist nicht einmal der Dauer einer Legislaturperiode zu trauen. Dazu sitzen ihnen NGO’s und selbst unsere allwissende und lebenserfahrende FFF Jugend zu sehr im Nacken.
    Die vorhandenen Ställe auslaufen lassen, man könnte dann auch Unterstellmöglichkeiten für reisefreudige Caravan Urlauber schaffen, oder die Pferde von reichen und verwöhnten Städtern unterstellen.
    Äcker würde ich nach den gewünschten Bio Standards bewirtschaften, das Geld für Pflanzenschutz und Dünger sparen, dafür alle EU- Bundes-und Landesmittel abgreifen, und so viel wie möglich Bienenweiden anlegen.
    Dann könnte man noch, je nach Kapitalkraft, viele Flächen mit Photovoltaik-Anlagen und Windräder bebauten, und so zum Energiewirt werden. Das wird die Bevölkerung erfreuen.
    Die Angst um Lebensmittelsicherheit ist unbegründet, das Ausland wird gerne einspringen.
    Dies könnte als Sarkasmus, aber auch als ernste Überlegung gedeutet werden.

    • Smarti sagt

      Hallo Herr Dannheim, ja so ähnlich werden wir auch weiter wirtschaften. Zusätzlich schauen, dass wir so viel Umsatz vermindern wie irgend möglich – um so weniger ( Mehrwert) – Steuern zu bezahlen. Da wir stark vermuten, dass bauen im Aussenbereich bei uns bald einmal verboten wird, wollen wir noch eine Reithalle bauen… zwar teuer aber hier in unserer Gegend gut Wochenendweise für Kurse aller Art zu vermieten.
      Ich würde noch versuchen, das Land selber auch mit viel weniger Tieren weiter zu bewirtschaften, notfalls mit dem Mulcher. Es sollen nicht noch mehr Landwirte aufgeben müssen, sondern es müssen alle Landwirte deutlich weniger Ernte abliefern – nur dann besteht eine Chance, dass die Gesellschaft was merkt. Und dann gehts rund !
      Wer es sich leisten kann soll alles – und noch viel mehr – machen, was die NGO^s verlangen. Nur wenn die Transformation superschnell und heftig vonstatten geht, fährt sie gegen die Wand…

    • Bauer Willi sagt

      Habe heute morgen mit einem Teilnehmer der ZKL telefoniert. Die Ergebnisse umfassen 180 Seiten und werden vermutlich erst am kommenden Dienstag (nach der Übergabe an die Kanzlerin) veröffentlicht.

      Hat die TAZ das Papier schon vorher bekommen? Und wenn ja, von wem?

      In dem, was die TAZ jetzt schreibt, ist nichts Konkretes.

      • Jost Maurin sagt

        Vom wem wir den Bericht haben, sagen ich Ihnen natürlich nicht. Die KollegInnen von SPIEGEL und SZ vermutlich auch nicht, die ihn ebenfalls haben.
        Ich finde das für eine Grundsatzkommission schon ziemlich konkret, was wir darüber berichtet haben. Viel konkreter wird’s nicht.

        • Ferkelhebamme sagt

          Konkret wird, dass es für jeden Einzelnen stark ans Portemonnaie gehen wird, basierend auf ziemlich unkonkreter Angstmacherei
          „Laut Kommission wäre es dennoch teurer, die Landwirtschaft nicht zu ökologisieren. Denn dann müsste die Gesellschaft weiter hohe Gesundheitskosten, etwa infolge von Pestizidbelastung im Wasser, tragen.“ Welche Pestizidbelastung, welche Gesundheitskosten? Herr Maurin, dass wird Sie irgendwann einholen.
          Naja wir haben oft genug darauf aufmerksam gemacht. Dass es jetzt eine Einigung gibt, scheint stark zu erstaunen, der SWR spricht gar von einem Wunder.
          Und jetzt? Die Geister, die ich rief…?

        • Bauer Willi sagt

          Sie haben die Ausführungen von Agrarheute offensichtlich nicht gelesen, da sind wirklich konkrete Aussagen nachzulesen.

          Da ich einige handelnde Personen der ZKL kenne, weiß ich weitere Details, ohne das gesamte Papier zu kennen. Sie verschweigen in Ihrem Artikel wichtige Details, stellen andere in eine unzulässigen Zusammenhang. Wie damals, bei den angeblichen Enthüllungen über “Chemie Willi”. Es scheint bei Ihnen ein Prinzip zu sein, wohl um Quote zu machen. Klar, auch ein Journalist muss seine Brötchen verdienen.

          Für alle, die es nicht wissen: Der Artikel von Herrn Maurin war der Auslöser meines zweiten Herzinfarktes. Hier noch einmal zum Nachlesen:

          https://taz.de/Bauer-als-Chemie-Lobbyist/!5631848/

          • Reinhard Seevers sagt

            Wer als Journalist am Besten denunziert und Lügen verbreitet, erhält am Ende die meisten Auszeichnungen. Wir haben zu viele Journalisten, analog zu: Wir essen zu viel Fleisch!

            • Brötchen sagt

              Nur mal als Szenario, wenn man Katastrophenereignisse annimmt, wie jetzt die Hitzewelle in Nordamerika und das hatten wir ja bei uns auch schon.
              Mit notreifen Getreide oder Ganzpflanzenhäcksel kann man immer noch Tierbestände versorgen, wenn auch nur als Notversorgung.
              Sind die Tierbestände aber nicht mehr da, fällt die Variante flach.
              Mit Rindern dauert es Jahre ehe die wieder erhöht werden können..
              Die Schafbestände sind schon viel zu gering, als das man die schnell wieder erhöhen könnte.

              Das haben die ganzen Großstadttheoretiker alles nicht auf dem Schirm.

              Ich sehe das ganze schon in Hungersnöte driften, bzw. in Knappheiten.

              Ist z.b. das ganze Pflanzenschutzsystem zusammengebrochen, kann man das auch nicht schnell wieder hochfahren, um vielleicht noch großflächig Ernten zu retten.

              Diese ganzen Weltrettungsfantasien kann man sich nur aus einer rel. Überflusssituation leisten und in dem andere die Suppe auslöffeln.
              Bei einer absoluten Knappheit, wird man nach jedem Strohhalm greifen, wenn denn noch welche da sind.
              Jetzt hat man noch rel. viele und eine große Auswahl der Varianten.
              Das wird dann alles sehr begrenzt.
              Zumal das ja auch nie irgendwo besprochen wird.
              Es z.B. extra Läger gäbe, wo es eine Notreserve gibt.

            • Thomas Apfel sagt

              Ich bin immer wieder über die Unkenntnis der tatsächlichen Umstände und Zusammenhänge bei den Journalisten erstaunt. Kleines Detail gefällig:
              Die Einführung des Mindestlohns von 12 oder 13 Euro bringt der Gruppe der Saisonarbeiter gar nichts. Der Nettolohn verbleibt da in der Höhe um 9 Euro, nur die Sozialkassen und der Staat verteuern die Arbeit um rund 65 %. Die ausländischen Saisonarbeiter haben deshalb davon nix, weil sie (Europäisches Recht) weder reale Ansprüche auf Rentenanteile noch Arbeitslosengeld in Deutschland erwerben können, voll Kranken- und Unfallversichert sind sie aber auch jetzt schon.
              Für die Kassen ein super Modell: viel Geld ohne Gegenleistung kassieren !
              Sollte Herr Maurin hier keinen Müll erzählen, wird das wie schon in Dänemark, zum weitgehenden Verschwinden der Sonderkulturbetriebe ohne Direktvermarktung führen.

      • Reinhard Seevers sagt

        Hab mir das Papier eben runtergeladen und die Kernpunkte gelesen….so viel Bla Bla hab ich selten gelesen. Es ist so umfangreich, so komplex und mit so vielen Wagheiten versehen, dass es in meinen Augen bereits jetzt zum Scheitern verurteilt ist. Es ist schier unmöglich, das umzusetzen. Es ignoriert komplett den kapitalistischen Markt und geht davon aus, dass alle Ungleichheiten von irgendwem bezahlt werden….was für ein Unsinn…..”Tiere werden gleichmäßig übers Land verteilt”….ich schmeiß mich weg….

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Nur mal Kurz zu diesem Thema:

      Wenn Gott ein Volk bestrafen will,
      nimmt er den Herren und den Damen den Verstand.

      Wir sind ein Irrenhaus!

      Wie schreibt der unkomplizierter Wurzelwicht:

      In der aktuellen Situation kann man unsere Jugend auf den Höfen doch nur bestärken:

      Packt eure Koffer – rettet EURE ZUKUNFT!

      Unser Söhne haben das getan, die haben Erfolg in ihren Berufen und brauchen nicht der Fußabtreter der Nation spielen.

      • Smarti sagt

        Auch unsere Kinder lernen andere Berufe. Sie dürfen gerne auch ein paar Jährchen studieren :). Diese riesige Verantwortung und schier unlösbare Probleme der Landwirte wünschen wir niemandem. Erstaunlicherweise sind wir überhaupt nicht traurig oder wütend. Sondern richtiggehend erleichtert. Wir lachen ( reissen böse Witze ) jetzt sogar immer wieder mal über die derzeitige Entwicklung, zugegeben manchmal ist es ein sehr ungläubiges, verzweifeltes Lachen. Wie können so viele Menschen nur so ticken…

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Unsere 2 Kinder (Söhne) haben beide ein abgeschlossenes Studium und verdienen ihre Brötchen als Softwareentwickler.

          Wir haben sie bestärkt, etwas anderes zu lernen.

      • Inga sagt

        Aber das zu Hause auf dem Hof sein Lebneunterhalt verdienen?
        Mal schlecht mal recht?

        Wie sicher sind die anderen Arbeitsplätze unserer neuen weniger sozial gesicherten Wirtschaft?

        In allen schlechten Zeiten der Vergangenhiet waren die Bauernhöfe eine Zuflucht, in Zukunft wieder?

        Bei LANZ waren Soziologe Prof. Harald Welzer, Unternehmerin Verena Pausder, Biophysikerin Prof. Susanne Schreiber und Autorin Julia Friedrichs

        https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-29-juni-2021-100.html

        Verena Pausder hat mich beeindruckt!
        Aber die anfderen auch!

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Andere Frage, wie sicher sind die Einkommen in der Landwirtschaft?

          In schlechten Zeiten wird dich die Meute totschlagen um an kostenlose Lebensmittel zu kommen, unsere Gesellschaft hat sich in den letzten 75 Jahren verändert.

          • Inga sagt

            Diese Meute wird aber dann dumm schauen, wenn sie nichts Essbares bei uns findert, was wollen sie mit Getreide machen. Kartoffeln und Gartenfrüchte sind bei uns nicht zu finden, höchstens beim Direktvermarkter.
            Und Geld auch nicht
            Wir müssen uns vor de Dieben schämen

            Dann sind die aber entäuscht, dass es nicht mehr so ist, wie es ihre Oma iimmer erzählt hat, weil sie in Notzeiten vor langen Jahren mal auf einem Hof Unterschlupf gefunden hat. Und viel davon erzählt hat.

    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat taz:”
      Auch Greenpeace kritisierte den Abschlussbericht. Die Umweltorganisation hatte die Kommission im Frühjahr verlassen, weil die Bundesregierung die Empfehlungen der ExpertInnen nicht bei der gerade vereinbarten Reform der EU-Agrarsubventionen berücksichtigen wollte. Die Landwirtschaft müsse sich schneller ändern, als der Abschlussbericht vorgebe.

      „Dieser wird bereits von der Realität überholt. So wird die aktuelle Ankündigung von Aldi, auf Billigfleisch zu verzichten, den Umbau der Ställe für eine bessere Tierhaltung beschleunigen.“ Das Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts lasse keine weitere Verzögerung beim Klimaschutz in der Landwirtschaft zu. „Die Klimaziele für Deutschland lassen sich nur mit einer Halbierung der Tierzahlen erreichen.“

      Schön zu sehen, wie Greenpiss sich wieder in Szene setzt und den Aldi Vorstoß nutzt um zu zeigen, dass der LEH weiter sei, als die Politik. Das haben wir ja bereits vorausgesehen, dass die Ökofaschos sich diese Ankündigung auf die Fahnen schreiben würden.
      Auch schön zu lesen, dass sie immer noch nicht akzeptieren oder verstanden haben, dass die Emissionen aus der Tierhaltung (und sie rechnen immer noch die Rinder ein) eben nicht der Realität entsprechen. Sie lügen aber weiter im Namen der Weltrettung und für die Abschaffung der Landwirtschaft in diesem Land. Hoffentlich hört die Spendenfreude der Bürger bald auf, damit der Sumpf trocken gelegt wird.

  9. Rene Rempt sagt

    Das Bild passt symptomatisch(SPD ortsverein möchte Blühwiese statt Acker) zu den gestern verkündeten Ergebnisse der #ZukunftskommissionLandwirtschaft #zkl.

    https://www.agrarheute.com/politik/zukunftskommission-landwirtschaft-bauern-kuenftig-geld-verdienen-582851?fbclid=IwAR3TXHjfOcCJU9NWwQm2H9_VByvH8djM4A0VgA1gTZw0azU11lwufX6uHA0

    Ne stopp die werden ja erst nächste Woche am 06.07 an die Kanzlerin übergeben.

    Warum also wurde gestern ein Ergebnis verkündet? Weil es #ngos und der Vorsitzende so wollte. (So weit mir es zugetragen wurde)

    Umbau/Transformation sind die Schlagworte, aber woher kommt dafür Geld?

    1. EU Gelder
    Das Geld aus der GAP soll umgeschichtet werden. Kann man machen, aber das ist linke Tasche rechte Tasche.

    2. Gesellschaft/LEH

    Lebensmittel sollen teurer werden, aber ohne Binnenmarktschutz und gleiche Spielregeln sehe ich das eher nicht. Der Handel hat klar formuliert das er marktwirtschaftlich Handeln wird. (Übrigens auch beim Thema Tierwohl der Stufe 3 und 4) Einige Schlachter und Verarbeiter sträuben sich jetzt schon die Aufschläge zahlen zu wollen.

    3. Politik
    Die Kassen sind durch Corona leer und Landwirtschaft ist nur ein Teil der Gesellschaft. Corona hat gezeigt was wirklich Systemrelevant ist (Gesundheit, Lebensmittel, Gesellschaft und Vor- und Nachgelagerteberieche)
    Ich nicht das die Landwirtschaft ausreichend Unterstützung bekommen wird, eher das die Auflagen und Abhängigkeit weiter steigen werden.

    Was würde ich tun:

    Ehrlich:Mich zurück ziehen aus Ehrenämter und der gleichen. Es gilt jetzt neue Betriebszweig zu entwickeln und prüfen. Jeder Betrieb ist anders aber aktuell sehe ich die Zukunft in folgenden Feldern:

    1. Agri-photovoltaik
    2. Direktvermarktung gerade beim Thema Fleisch muss die Wertschöpfung steigen und die Abhängigkeit von großen Sinken
    3. Regenerative Landbaumethoden um möglichst wenige Betriebsmittel zuzukaufen (vor allem Blech und Beton)
    4. Co2 Zertifikat als „Abfallstoff“ durch die Umstellung auf neue Anbauverfahren

    PS: Das Foto stammt von einer SPD Ortsgruppe die möchte das auf einer ehemaligen Notunterkunft für Flüchtlinge eine Blühwiese entsteht und kein Acker.

    pps: Vor einem Jahr endete meine aktive Laufbahn als Landwirt und Hofnachfolger, aufgrund von Egoismus unseres 2. Gesellschafters. Es war nicht leicht den wichtigsten Beruf(ung) der Welt aufzugeben.

    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      In der aktuellen Situation kann man unsere Jugend auf den Höfen doch nur bestärken:

      Packt eure Koffer – rettet EURE ZUKUNFT!

      • Inga sagt

        Macht die Lehre der Landwirtschaft und alles was wir ihr zu verdanken haben zur

        Allgemeinbildung!

  10. Obstbäuerin sagt

    Wenn die Puzzleteile dann zusammengefügt werden – neue GAP + Insektenschutzgesetz + Düngeverordnung + Tierwohl + Ergebnisse der Zukunftskommission + Besetzung aller Landwirtschaftsministerien mit Grünin*innen und Beamtenbesetzung durch Nabu und Bund, dann lässt die Zukunft für uns keinen Platz. Denn wir modernen Bauern wollen gute Nahrungsmittel nach wissenschaftlichen Standards produzieren aber auch gut davon leben können. Transformation der Landwirtschaft, so wie sie jetzt angestrebt wird, führt geradewegs in den Untergang derselben. Leider ist jetzt alles schon dermaßen im Fluss, dass mir eine Rettung kaum mehr möglich scheint.

    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      “Transformation der Landwirtschaft, so wie sie jetzt angestrebt wird, führt geradewegs in den Untergang derselben…”

      Das ist eben unsere peinlichste Problemstellung der Zukuft: Wer soll diesen maroden Kahn künftig steuern, wenn keiner mehr da ist, der hierzu nur annähernd befähigt wäre!?

      Unsere Kapitalgier hat viele dieser Hirne ohnehin bereits erbarmungslos gefressen.

  11. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Die Zukunft wird uns wohl leider in einer sehr viel anders gewandeten Bitterkeit gelehrt: Nicht in Form einer narzisstischen „Zukunftskommission“, die uns Bauern das Zittern beibringen möchte; eine solche stellt wahrlich nicht unser eklatantestes Problem dar als zeitlich befristete Randerscheinung. Dieses erstaunlicherweise immer noch steigerungsfähige Bürokratiemonster mit noch mehr Dokumentierungswahn auf unseren Höfen wird solchen Herausforderungen nicht einmal nur ansatzweise gerecht.

    Wagen wir heute horizonterhellend den Blick nach Kanada, nach Nordamerika, in die dortigen Hitze-Hotspots. Unsere intellektuell überbefähigten Seher, die sämtliche Weisheiten besserwisserisch für sich gepachtet wissen möchten, konnten derartige Szenarien nicht voraussagen. – Und das bei einer solch monumentalen geistigen Größe!

    In eben den genannten Breiten sterben jetzt schon die Menschen weg wie die Fliegen, weil deren Organismus dafür schlichtweg nicht gemacht ist. Gute Nacht, ein solcher Zustand hält noch länger an. Derzeit sprechen wir von einigen Tagen, was wenn sich dies über Wochen hinzieht…!?

    Ursächlich dafür sind die veränderten Jetstreams. Obgleich bereits schon länger hierüber diskutiert wird, versagen dato dennoch offensichtlich aber sämtliche verfügbaren Modelle – eine „Zukunftskommission“ wie die obige befasst sich demnach offensichtlich also mit den vollkommen falschen Themen in “weiser Vorausschau”. Solche Phänomene lassen sich jedenfalls per Verordnung nicht in die Knie zwingen. Diejenigen, die gegenwärtig solche euphorisch zu installieren gedenken, erachten meine Aussagen sicherlich als anmaßend überheblich, wenn nicht gar als geradezu perfide unverschämt… 😉 – Nun, die Zeit wird‘s leider zeigen.

    Wenn der eine oder andere Physiker, der sich mit Wetterphänomenen auseinandersetzt, Recht behält, war diese „Zukunftskommission“ einfach für die Katz, was allerdings Außenstehende mit Grips nicht allzu sehr schocken dürfte.

    Deren Ergebnisse muten im Nachgang sachlich nüchtern betrachtet ähnlich phantastisch an, als wenn man sich heute allen Ernstes mit der Domestizierung von Dinosaurieren befasste; und hier vortrefflichst über die Anbinde- bzw. Freilandhaltung zu streiten wüsste in unserem freiheitlichen Land deutscher Dichter und DENKER(!!!)…

  12. Horst Meyer sagt

    Die Zukunftskommission ist ein Instrument des Dialogs, nicht der Gesetzgebung. Wenn ich in einem theoretischen Modell gefragt werde, ob ich nicht dies und jenes für die Gesellschaft an Veränderungen herbei führen könnte dann sage ich vielleicht auch ja. Weil mir in der Theorie auch der entsprechende Ausgleich oder vielleicht sogar noch mehr theoretisch zugestanden wird.
    Dieses Bekenntnis zur Landwirtschaft ist ja per se nicht schlecht und ein Erfolg, dass bei einer Transformation auch Transferleistungen herzustellen sind.
    Nachhaltig, belastbar, … nicht nur so blumig daher gequatscht.
    Das fehlt in der ZKL. Es gibt keinen Haushaltsplan. Nach eigenen Abschätzungen sollen die Kosten bei 11 Mrd Euro liegen.
    5,5 fließen durch die GAP auf die Höfe, juhu dann ist die Unterdeckung nur 5o Prozent.
    Der Rest soll dann, einfach so, vom Verbraucher fließen. Weil er sie anerkennt, … die Transformation.
    😉
    Erstens halte ich es für vollkommen falsch die GAP Mittel in die Finanzierung von Ergebnissen der ZKL einzupreisen. Dieses Geld fließt zum guten Teil für Auflagen und Ausgleiche, die nicht in der ZKL berücksichtigt wurden.
    Zweitens, aus eigenen empirischen Erfahrungen heraus kann ich sagen der deutsche Verbraucher wird einen Scheiß machen, aber nicht seinem Lebensmittel freiwillig mehr Geld in den Rachen stecken als irgendwie nötig.
    Dieser Schnäppchen Jäger.
    Wir sollten also nicht nur mit dem Ergebnis der ZKL bei den Landwirten fragen “Wollt ihr das für eure Höfe”, sondern auch beim Verbraucher “Willst du das alles wirklich bezahlen?”
    Gruß von
    Meyer’s Horst

  13. oberländer sagt

    Ein Arbeitskreis bewegt sich oft , wie der Name schon sagt im
    Kreis und sehr oft kommt weniger als wenig greifbares raus.

    Es ist davon aus zu gehen das nur Baerbockistinnen
    konforme Landwirtschaft erwünscht ist ,die von Sklaven der
    Ämtleristen betrieben wird.

    Mein Fazit , Vermögen und Gesundheit retten.

  14. Mark sagt

    Bauern proteste ad absurdum geführt. Dieses politsche Meisterstück, nämlich Proteste politsch aufzufangen und ins genaue Gegenteil zu verkehren mit dem “Trick” der Gründung einer “Kommission” funktioniert nur bei besonders unerfahrenem blauäugigem und leichtgläubigem Klientel, das die Bauern nun mal sind. Als der Vorschlag einer Kommission in der Kanzlerinnenrunde aufkam hätten die Bauern aufstehen müssen und gehen, dieser Auffassung war ich damals und bin ich heute immer noch!

      • Schorsch sagt

        Was passiert, wenn sich in Deutschland ein paar Bauern finden, die keinen Mehrfachantrag mehr stellen?
        Das sollte doch jemand auffalen, und wir bräuchten uns nicht mehr gängeln lassen

        • Bauer Willi sagt

          Da freut sich die Verwaltung. Auffallen wird das niemand. Ich kenne Berufskollegen, die sich den Stress der Dieselrückvergütung nicht mehr aussetzen wollen und auf den Antrag verzichten. Weiß das jemand? Eben…

    • Schmeckt gut sagt

      Bin ich auch voll dabei. Arroganter, anmaßender und problemverdrängender Blödsinn bleibt ein solcher Blödsinn, auch wenn ein Paetow noch so blumig von “Mitnahme” der Bauernschaft spricht. Genau diese Worte haben doch die “Transformationsbefürworter” entworfen und uns damit unterstellt, dass wir in der Vergangenheit leben und weiter leben wollen. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Die LW hat sich schon immer angepasst, aber wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, wo wir uns tatsächlich entscheiden müssen. Ob wir dem immer weiter steigenden Druck standhalten können oder ob es besser ist, die paar Kröten nach der Abwicklung der Kredite zu sichern und dem Hofnachfolger diesen unsäglichen Stress zu ersparen. Die abzuarbeitende Agenda wird ja auch immer länger: Umsatzpauschalierung, Coronaauflagen, gesetzliche Nutzflächeneinschränkungen, immer schlechtere Hilfe beim Schutz der Kulturen und Tiere, überzogene Klimaschutzauflagen usw. UND VOM DBV KOMMT NUR HEISSE LUFT. Wir benötigen keine “Transformation” mit knappem Ausgleich der vielen Kosten, sondern einen Betriebszweig, der diesen Namen auch verdient, nämlich auch einen angemessenen Gewinn abwirft. Sollen die Schlauberger doch sehen, wer die Transformation übernimmt, wenn es keine Bauern mehr gibt.

    • Inga sagt

      Vielleicht dachten die Bauern, und jetzt, was kommt jetzt?
      Ob die Kanzlererin noch etwas dazu sagt!

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