Bauer Willi
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Technikfeindlichkeit – Technikangst

Passend zur Agritechnica. Die Angst vor neuer Technik äußerte sich schon 1987 in einem Wahlprogramm. Heute sind diese Dinge längst Realität, gehören zu unser aller Alltag. Zur deutschen Angst passen auch die Aussagen des gestern verstorbenen Helmut Schmidt:

„. . . die Deutschen haben die Neigung, sich zu ängstigen. Das steckt seit dem Ende von Nazi-Zeit und Krieg in ihrem Bewusstsein. Sie haben sich Sorgen gemacht über Rinderwahn und Waldsterben. Jetzt machen sie sich Sorgen um ein denkbares Atomkraftunglück.“

Dieses Interview im Focus vom 4.4.2011 wurde nach dem Reaktorunfall von Fukushima geführt.

 http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-22023/politik-die-deutschen-neigen-zur-angst_aid_614543.html

 

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29 Kommentare

  1. Ja und? Diese Forderungen sind aktueller denn je. Weiterere Punkte von ihnen waren:
    .
    – Ausweitung der Mitbestimmungsrechte über Be­triebe und Branchen hinweg, um der übergreifen­den technischen Vernetzung begegnen zu können.
    – Verbot von Personalinformationssystemen und sonstiger Systeme, die geeignet sind, die Beschäftig­ten zu verdaten.
    .
    Und was haben wir heute? Totalüberwachung über das Netz, Kameras an jeder Ecke, NSA, Menschen, die nicht mehr persönlich kommunikationsfähig sind, in Kürze VoIP – damit die Überwachung noch besser funktioniert, Voratsdatenspeicherung, Entwicklung des (I)IoT, damit die Sabotage ganzer Länder zukünftig schneller funktioniert. Schöne neue Welt……
    .
    Wenn ich hier über die Plattform eine “Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare via E-Mail” haben will, muss ich mich nackig machen – also lasse ich es.

    • Bauer Willi sagt

      Ja, und den Ausbau von Fernverkehrs-Straßen haben Sie noch vergessen. Steht auch im Programm. Ich konnte mehrfach mit Herrn Remmel, Frau Künast und anderen Mitgliedern der Grünen diskutieren. Was ich festgestellt habe: Sie sind sehr schnell mit der Forderungen von Verboten, machen sich aber relativ wenig Gedanken über die Alternativen! Es ist so einfach, Dinge, die schwierig zu verstehen sind, abzulehnen. Und es ist unendlich viel schwieriger, Lösungen zu benennen. Im Falle der Landwirtschaft werden dann Vorschläge gemacht, die an alte Zeiten erinnern. Und der (urbane) Bürger findet die gut, weil sie seinen Vorstellungen von der Idylle, die es schon längst nicht mehr gibt, entgegenkommen. Ich werde wohl ein Bauernmuseum aufmachen und Eintritt nehmen, damit ich meine Familie damit ernähren kann.
      Bauer Willi

      • Wieso muss man für alles eine Alternative haben? Wieso glauben wir, das unumstößliche Recht auf alles und jedes zu haben? Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Wieso hätten wir in diesem Kontekt ein Recht auf Fernstraßen, wenn es doch die Bahn gibt? Fast 70 Hektar Acker und Grünland gehen täglich in Deutschland durch Versiegelung verloren. Ist DAS erstrebenswert? Sie haben sich genau darüber in einem anderen Artikel beschwert, aber jetzt, da es in Ihre “Beweisführung” paßt, favorisieren Sie Fernstraßen? Sie drehen sich alles so, wie Sie es brauchen. Manchmal werden Sie vom Bauernverband nicht richtig gebrieft?! Und die Redaktionssitzungen morgens dauern auch immer länger?! 🙂

  2. Mir fällt dazu irgendwie (wahrscheinlich wegen des Bezuges “lang ists her” und Technik) auch die Vision von Henry Ford ein, zu Beginn der Industrialisierung und Mechanisierung. Da sagte er zur Landwirtschaft, weil die ihm zu altbacken und rückständig vorkam im Jahr 1923:

    “Sowie der Farmer gelernt hat, sich als einen Industriellen zu betrachten, mit der ganzen Abscheu des Industriellen vor Verschwendung, sei es an Material oder an Arbeitskraft, werden auch die Farmprodukte so billig und die Gewinne so hoch werden, daß jeder genug zu essen haben und die Landwirtschaft zu den gewinnbringendsten und wenigst risikoreichen Beschäftigungen zählen wird”

    Doch irgendwie anders gelaufen, zumindest der letzte Teil. Der Technisierung zum Trotz.

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Angst hat man dann, wenn man denkt, man hat etwas zu verlieren. Unser immenser Wohlstand bremst Innovationen, weil wir denken, es reicht doch für uns. Also warum sollen wir uns bewegen?

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